Aktuell/

Buchrezensionen/

Zeitgeschichte (nach 1945)
Fritzen, Florentine: Gemüseheilige, Stuttgart 2016
Rez. von Reinhild Kreis, Historisches Institut, Universität Mannheim

Historiker weisen gern darauf hin, dass es bestimmte Entwicklungen und Phänomene auch schon „früher“ gegeben habe. Was mitunter besserwisserisch daherkommt, erhellt doch manche Tiefendimensionen eines Themas. Florentine Fritzen, Historikerin und Politik-Redakteurin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, beleuchtet das „Früher“ eines aktuellen Trends, des Veganismus, dessen Entstehungszusammenhänge und Geschichte jenseits eines kleinen Kreises an Ernährungshistorikern weitgehend unbekannt sein dürften.

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Arbeitskreis Historische Friedens- und Konfliktforschung
Gross, Stephen G.: Export Empire, Cambridge 2015
Rez. von Ian Innerhofer, Konstantin-Philosoph-Universität, Nitra

Stephen G. Gross, Assistenzprofessor an der New York University, begann die Arbeit zu diesem Buch als Dissertation bei Gerald Feldman. Er widmet sich darin der Frage, wie sich bereits 20 Jahre nach dem folgenschweren Zusammenbruch der Wirtschaft in Zentraleuropa im Zuge des Ersten Weltkriegs Deutschland ein informelles Imperium in Südosteuropa schaffen und als größter Handelspartner der dortigen Agrarländer die Versorgung der Region mit wichtigen Industriegütern dominieren konnte (S.

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Frühe Neuzeit
Taatz-Jacobi, Marianne: Erwünschte Harmonie, Berlin 2014
Rez. von Kirsten Anna van Elten, Graduiertenkolleg Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit, Universität Hamburg

Marianne Taatz-Jacobi hat sich mit ihrer 2014 erschienenen Dissertation ein großes Ziel gesetzt: die Dekonstruktion zweier Narrative der Frühneuzeitforschung. Dabei handelt es sich erstens um dasjenige der Toleranzpolitik Brandenburg-Preußens und zweitens um die Gründung der Universität Halle (1694) als ‚Reformuniversität‘ durch Kurfürst Friedrich III.

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Alte Geschichte
Räuchle, Viktoria: Die Mütter Athens und ihre Kinder, Berlin 2017
Rez. von Klaus Junker, Arbeitsbereich Klassische Archäologie, Institut für Altertumswissenschaften, Johannes Gutenberg-Unversität Mainz

Auf dem inzwischen gut bestellten Feld der ikonographischen Forschung zu sozialen Rollen und Sozialisationsstufen in der griechischen Welt ist es nicht mehr leicht, noch Pionierarbeit zu leisten. Viktoria Räuchle nutzt in ihrer Dissertation (Freie Universität Berlin) die breite Grundlage, um eine gut strukturierte Studie zur Mutterrolle im klassischen Athen vorzulegen.

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Termine/

Call for Papers
14.09.2017 - 16.09.2017 Anthropology and Mobility Network (EASA) Media Anthropology Network (EASA); DFG-Graduiertenkolleg Locating Media (Siegen); a.r.t.e.s. Graduate School (Cologne)

This international workshop seeks to theorize the relationship between media and mobility. While mobility has been defined as movement ascribed with meaning, one might in similar fashion define media as meaning ascribed with movement. Interrogating the linkages between media and mobility can enable more thorough understandings of how various power structures produce, transform and reproduce social, material and discursive orders.

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Call for Papers
20.09.2017 - 22.09.2017 Dr. Daniel Menning (Universität Tübingen; ZUK 63); Dr. Christopher Miller (University of Glasgow)

The University of Tübingen (Germany) as part of its Institutional Strategy (ZUK 63) has made available funding for an intensive three-day event aimed at PhD students in business or economic history or affiliated fields working on any topic which overlaps with the theme of the school (for more details, see ‘further notes for applicants’, below).

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Konferenz
04.05.2017 - 06.05.2017 Gesellschaft für Bautechnikgeschichte e.V. in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. phil. Andreas Kahlow, Fachgebiet Konstruktions- und Bautechnikgeschichte, FH Potsdam, unterstützt durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Von alters her prägen Prinzipien der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit das alltägliche Bauen und Konstruieren. Im Zuge der (ökonomischen) Aufklärung des 18. Jahrhunderts gewannen sie neue Dynamiken. Spätestens in der Moderne etablierte sich durch Begriffe wie Rationalisierung oder Standardisierung dann die Vorstellung von Sparsamkeit als Fortschritt.

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Symposium
27.04.2017 - 28.04.2017 Erbacher Hof - Akademie des Bistums Mainz Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz; Johannes Gutenberg-Universität Mainz; SchUM-Städte e.V.

Beziehungen und gegenseitige Wahrnehmung von Juden und Christen in den SchUM-Städten während des Mittelalters

Kooperation der Akademie des Bistums Mainz, Erbacher Hof, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland- Pfalz, des Vereins SchUM-Städte e.V. und des Lehrstuhls für Judaistik, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Vor rund 1000 Jahren entstanden in den Bischofsstäd¬ten am Rhein, in Speyer, Worms und Mainz jüdische Gemeinden mit bedeutenden Talmud-Schulen und hochgeschätzten Gelehrten.

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Ausstellungsrezensionen/

02.09.2016 - 20.08.2017 Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Rez. von Jörn Eiben, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg

1893 wandte sich ein ungenannter Leserbriefschreiber an die Redaktion der Zeitschrift „Spiel und Sport“. Er mokierte sich über die Berliner Fußballer, die sich keineswegs direkt nach dem Spiel in den „Umkleidezimmern wieder zu gewöhnlichen Menschenkindern umwandel[te]n“, sondern in ihren „vielfarbigen Tricots“ noch eine ganze Weile im öffentlichen Raum „lustwandel[te]n“.[1] Sowohl die Rückverwandlung zu „Menschenkindern“ durch Wechsel der Kleidung als auch die Kritik am Tragen von Sportkleidung außerhalb des engeren sportiven Kontextes verweisen auf die Differenz zwischen sportlicher und „nichtsportlicher“ Bekleidung, die seit dem 19.

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Ahrndt, Wiebke; Übersee Museum Bremen (Hrsg.) Amerika
05.11.2016 Übersee Museum Bremen
Rez. von Sarah Ehlers, CHF/Beckman Center for the History of Chemistry, Philadelphia

Amerika im 21. Jahrhundert ist das Thema der neugestalteten Dauerausstellung im Bremer Übersee-Museum, die im November 2016 eröffnet wurde. Nach insgesamt drei Jahren Umbau ist mit ihr nun die letzte der Kontinent-Ausstellungen des Museums überarbeitet, so dass, wie die Direktorin Wiebke Ahrndt betont, den Besucher/innen wieder eine Reise um die Welt geboten wird.

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Tagungsberichte/

10.11.2016 - 13.11.2016 Collegium Carolinum München; Masarykův ústav a Archiv AV ČR Prag
Von Boris Ganichev, Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, Ludwig-Maximilians-Universität München

Die diesjährige Jahrestagung des Collegium Carolinum markierte zugleich dessen 60. Jubiläum. Im Ehrensaal des Deutschen Museums gab PIETER JUDSON (Florenz) mit einem Festvortrag den Auftakt und den Denkrahmen für die Tagung vor, die Fragen der Kooperation im Habsburger Reich gewidmet war. Sein Blick auf die Entwicklung des Forschungsfeldes offenbarte die erstaunliche Beharrlichkeit einer Vorstellung von Habsburg als grundsätzlich schwachen, halbfeudalen Staat, der durch die Konflikte moderner Nationalismen zerrissen wurde.

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28.11.2016 - 30.11.2016 Saskia Dönitz / Elisabeth Hollender / Rebekka Voss, Universität Frankfurt am Main
Von Saskia Dönitz, Seminar für Judaistik, Goethe Universität, Frankfurt am Main

A crucial element for identity and self-understanding in medieval and early modern Ashkenazic Jewish society (Central Europe, Italy and Poland-Lithuania) is the attitude toward tradition. Cultural memory is manifested in the texts, rituals, and objects through which the collective identity of a group is constituted, maintained and reproduced.

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07.07.2016 - 09.07.2016 Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Slavische Philologie, Teilprojekt "Kontrafaktische Geschichtsmodellierung im sowjetischen und postsowjetischen Russland" der DFG Forschergruppe "Was wäre, wenn?", Universität Konstanz
Von Anja Burghardt / Nora Scholz, Institut für Slavische Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Der interdisziplinäre Workshop „Ungeschehene Geschichte und ihre erinnerungskulturelle Dimension. Kontrafaktische historische Narrative zwischen Literatur und Geschichte in Ost und West“, veranstaltet von der Forschergruppe „Was wäre wenn? Zur erkenntnistheoretischen, pragmatischen, psychologischen und kulturellen Signifikanz kontrafaktischen Denkens, Teilprojekt: Kontrafaktische Geschichtsmodellierung im sowjetischen und postsowjetischen Russland“, widmete sich verschiedenen Spielarten des kontrafaktischen Erzählens (im Weiteren kE).

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09.12.2016 - 10.12.2016 Peter Schweitzer / Marie-France Chevron / Peter Rohrbacher, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Von Von Martin Auer, Wien

Die Frage: „Wozu Fachgeschichte?“ rüttelt an den Grundfesten, betonten die Organisator/innen in ihrer Einleitung. Die Geschichte des Fachs werde oft nicht von den Vertretern des Fachs geschrieben, sondern von Historikern. Und da müssen Kommunikationsprobleme und Vorurteile überwunden werden: Können Ethnologen überhaupt die eigene Geschichte schreiben? Können andererseits Historiker diese Geschichte schreiben, ohne über Detailkenntnisse des Fachs zu verfügen? Wie unterschiedlich die Zugänge auch sein mögen, Fachgeschichte wird immer wichtiger.

FELIX WIEDEMANN (Berlin) erläuterte in seinem Referat „Zur Rolle von Migrationen in kulturhistorischen Narrativen um 1900 am Beispiel des vorderen Orient“ unterschiedliche Herangehensweisen: Ethnologen würden an die Fachgeschichte normalerweise aus einer internalistischen oder präsentistischen Perspektive herangehen, also ausgehend von einem spezifischen Problem in der Gegenwart.

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Miszellen/

Web-News

Clio-online Digest. Eine Auswahl aktueller Einträge im Clio-online Web-Verzeichnis für die Geschichtswissenschaften.

Web-Materialien-Allgemein

LaMBDa - Labour, Migration and Biographical Data for East and Southeast Europe (Deutschland)
http://lambda.ios-regensburg.de/

"Auf LaMBDa - dem Datenportal des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) - werden Daten zu Arbeit (Wirtschafts- und Sozialdaten), zu Migration sowie biografische Daten gesammelt, aufbereitet und bereitgestellt.

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Web-News

Liebe Leserinnen und Leser von H-Soz-Kult,

nachfolgend finden Sie eine Aufstellung der zuletzt neu ins Themenportal Europäische Geschichte eingestellten Artikel, Essays, Materialen und Quellenauszüge.

Essay/Artikel:

Carolin Kosuch, "Die Menschen verstehen sich und können sich verständigen, weil sie ungleich sind." Zugehörigkeit durch Sprache um 1900 als jüdische Kontroverse zwischen Berlin und Białystock.
Abstract:
Der Umgang, den Gesellschaften mit ihren Minderheiten, mit als andersartig oder fremd Empfundenen, mit Flüchtlingen und als „Randgruppe“ Klassifizierten pflegen, steht nicht nur in Europa in einer wechselvollen Tradition.

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Nachrichten

Der Andrej-Mitrović-Preis, der alle zwei Jahre von der Michael-Zikic-Stiftung ausgeschrieben wird, wurde 2016 an Dennis Dierks für seine Dissertation „Nationalgeschichte(n) im multikulturellen Raum. Geschichtskonstruktionen und Erinnerungskulturen im habsburgischen Bosnien-Herzegowina (1878-1914)“ vergeben.
Die Preisverleihung fand am 30.

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Nachrichten

Seit 2014 trifft sich das Netzwerk Oral History (NOH), eine interdisziplinäre und selbstorganisierte Gruppe von Personen und Institutionen, die mit mündlichen und/oder audiovisuellen Quellen im geschichtswissenschaftlichen, pädagogischen, musealen oder archivalischen Kontext arbeiten. Die Idee entstand 2014 in einem sonnenbeschienenen Hof der Universität Wien während einer Pause der European Social Science History Conference.

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Zeitschriften/

The rise of populist right-wing political movements and parties all over Europe and the USA has encouraged a fresh interest in the historical origins of the intellectual background of the new Right. This special issue seeks to explore the “Conservative Revolution” of the interwar period as a European-wide phenomenon by taking a comparative view of radical Conservative (but not fascist) movements in Germany, France, Great Britain and Russia.

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Founded in 1958, The Historical Journal publishes on all aspects of history since 1500, providing a forum for younger scholars making a distinguished debut as well as publishing the work of historians with an international reputation. The journal publishes original research in full-length articles and shorter communications and major surveys of the field in historiographical reviews and review articles.

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In Kürze erscheint Heft 304/1 der Historischen Zeitschrift. Wir wünschen anregende Lektüre!

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Liebe Leserinnen und Leser,

die Februar-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 24. Februar 2017.
In der druckfrischen März-Ausgabe analysieren die Journalisten Gwynn Guilford und Nikhil Sonnad die politische Vision des Trumpismus und ihres Chefstrategen, Steve Bannon.

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