Geschichte in den Medien

Ort
Frankfurt am Main
Veranstalter
Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Hessische Landeszentrale für Politische Bildung
Datum
08.02.2006
Von
Marc J. Philipp

Im vergangenen Jahr ist in vielfältiger Weise dem Ende des Zweiten Weltkrieges gedacht worden. Nicht nur in den öffentlichen Gedenkveranstaltungen, sondern auch in der Fachwissenschaft und in den Medien stieß das Thema auf große Resonanz. Solche und andere Episoden der Zeitgeschichte wie der Vormoderne rücken zunehmend auch abseits von Gedenktagen wie dem 8. Mai in das Zentrum des fachwissenschaftlichen und medialen Interesses. Dabei ist solch eine vielfältige Vermittlung von Geschichte in den Medien keineswegs selbstverständlich: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs herrschte in den ersten Nachkriegsjahren ein großer Mangel an Papier und anderen Materialien, was die Publikation von Printmedien außerordentlich erschwerte, andererseits aber dem Hörfunk einen größeren Stellenwert zuwies, während heute die Aufarbeitung geschichtlicher Themen durch das Fernsehen immer mehr an Popularität gewinnt. Bei jeder geschichtlichen Darstellung – sei es in den Printmedien, im Hörfunk oder im Fernsehen – stellt sich immer auch die Frage nach dem Verhältnis von Fachwissenschaft und Journalismus. Auf der einen Seite steht der investigative Anspruch des Journalisten, in einer sachgerechten Art und Weise die neuesten geschichtswissenschaftlichen Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Andererseits gilt es aber auch, die Erwartungen und Bedürfnisse der Zuschauer und -hörer sowie der Leser zu befriedigen, denn ohne eine respektable Einschaltquote beziehungsweise zufrieden stellende Auflagen können weder Print-, noch Hörfunk- oder Fernsehmedien mittel- oder langfristig auskommen.

Dieses Spannungsverhältnis zwischen den Ansprüchen der geschichtswissenschaftlichen Forschung auf der einen und den Bedürfnissen einer zuschauergerechten medialen Aufbereitung auf der anderen Seite war Gegenstand der Tagung „Geschichte in den Medien“, die am 8. Februar 2006 im Hessischen Rundfunk (HR) veranstaltet wurde. Die Eröffnung oblag dem Gastgeber der Veranstaltung, dem stellvertretenden Intendanten des HR Heinz-Dieter Sommer, sowie den Organisatoren Bernd Heidenreich als Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Joachim-Felix Leonhard. Die Frage nach den Möglichkeiten der Vermittlung geschichtlichen Wissens in den Medien wurde dabei keineswegs unter medientheoretischen Aspekten diskutiert; vielmehr ging es dem Moderator der Tagung, Sönke Neitzel von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, darum, den Blick in die Praxis zu richten und anhand von Einblicken in die alltägliche Arbeit des Journalisten das Netz zwischen Wissenschaft und Medien näher zu analysieren. Hierfür hatte sich Neitzel überaus kompetente Gesprächspartner aus den verschiedenen Genres der Medienlandschaft eingeladen: stellvertretend für das Fernsehen Stefan Brauburger von der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte, für den Hörfunk Hans Sarkowicz vom Hessischen Rundfunk, für das überregionale Zeitungswesen Rainer Blasius von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, für die Nachrichtenmagazine Dr. Klaus Wiegrefe vom Spiegel, für thematisch spezialisierte Magazine Cay Rademacher von Geo Epoche sowie für das klassische Medium Buch Detlef Felken vom C.H. Beck-Verlag. In ihren Vorträgen näherten sich die sechs Journalisten aus dem spezifischen Blickwinkel ihres jeweiligen Genres unter folgenden vier Fragekomplexen dem Thema: Um die Bedeutung der einzelnen Genres für die Vermittlung historischer Themen zu verdeutlichen, ging es erstens um ihre Reichweite bei der Meinungsbildung geschichtlicher Themen, das heißt um die Frage, wie viele Menschen kann das Fernsehen, der Hörfunk und die verschiedenen Printmedien überhaupt erreichen und welchen Stellenwert nimmt Geschichte im Rahmen ihrer Berichterstattung ein. Der zweite Fragekomplex zielte auf die Anforderungen an die Methodik der Vermittlung historischer Themen in den jeweiligen Genres ab, womit auch der dritte Themenkomplex in engem Zusammenhang stand, der sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Darstellung befasste. Abschließend wurde der Blick in die Zukunft gerichtet und viertens die Frage aufgeworfen, ob die übergeordnete Medienpräsenz des Nationalsozialismus im Vergleich zu anderen geschichtlichen Themen auch in Zukunft anhalten wird oder ob die Jahre 1933 bis 1945 aufgrund der immer größer werdenden temporalen Distanz und des allmählichen Aussterbens der noch lebenden Zeitzeugen ihren herausragenden Stellenwert einbüßen werden.

Hinsichtlich der Frage der Breitenwirkung der verschiedenen Genres mag es kaum überraschen, dass das Fernsehen den größten Zuspruch beim Publikum erhält und mit einer Sendung weitaus mehr Menschen erreicht als eine Radioreportage, ein Buch, eine Zeitung oder ein Magazin. In Zahlen ausdrückt gestaltet sich das Bild derart, dass die zur Primetime ausgestrahlten Geschichtsdokumentationen des ZDF, wie Hitlers Helfer, Kanzler, Der Vatikan und viele andere, von circa drei bis vier Millionen Zuschauern gesehen werden, während die FAZ und der Spiegel mit einer Auflage von etwa je einer Millionen sowie Geo Epoche mit 150.000, ganz zu Schweigen von historischen Büchern mit durchschnittlich 4.000 verkauften Exemplaren eine deutlich geringere Reichweite erzielen. Über die Zuhörerzahlen des Hörfunks lassen sich keine genaueren Angaben machen, da diese nicht wie beim Fernsehen permanent sondern nur jährlich erhoben werden. Was den Stellenwert geschichtlicher Themen innerhalb der einzelnen Genres anbelangt, ist festzustellen, dass im ZDF allein der Redaktion Zeitgeschichte, die nur zeitgeschichtliche Themen behandelt – Antike, Mittelalter und Neuzeit sind in anderen Redaktionen beheimatet –, jährlich 20 Sendeplätze zur Primetime und wöchentlich jeweils ein Sendeplatz nach 23:00 Uhr für das Magazin History, das sich eher an ein historisch interessiertes Stammpublikum als an die breite Masse wendet, zu Verfügung steht. Im Hörfunk und den Printmedien haben historische Gedenktage einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Stellenwert geschichtlicher Themen, werden doch insbesondere an Tagen wie dem 8. Mai gerne Radioreportagen gesendet oder vom Spiegel oder der FAZ Sonderausgaben herausgegeben. In den letzten Jahren hat Geschichte jedoch auch abseits solcher Jubiläen in den Medien seinen festen Platz gefunden. Das Magazin Geo Epoche beispielsweise lässt sich von solchen Gedenktagen in keiner Weise thematisch beeinflussen, sondern veröffentlicht auch in Zeiten, in denen sich die gesamte historisch interessierte Welt auf das Ende des Zweiten Weltkrieges zu stürzen scheint, konsequent seine monothematischen Hefte, die auf circa 160 Seiten jeweils eine Epoche beziehungsweise eine Episode in mehreren Beiträgen abhandeln. Überaus bemerkenswert ist auch der Umstand, dass der Spiegel in den Jahren 2004 und 2005 seine Titelgeschichten immerhin 13 mal mit geschichtlichen Themen besetzte, was damit zu erklären ist, dass solche Themen, insbesondere aus der Zeitgeschichte sich gut verkaufen lassen.

In der Frage der Vermittlung historischer Themen ist festzustellen, dass es nicht nur eine Darstellungsmöglichkeit gibt, sondern selbst innerhalb der verschiedenen Genres unendlich viele. Dennoch besteht ein Grundkonsens, dass historische Themen sachgerecht, das heißt auf dem neuesten Stand der geschichtswissenschaftlichen Forschung, mediengerecht, im Rahmen der Möglichkeiten und Notwendigkeiten des jeweiligen Genres sowie zuschauergerecht, also an den Erwartungen, Interessen und Bedürfnissen der Zuschauer orientiert, aufbereitet werden. Trotz der Umsetzung dieser drei Grundregeln sieht sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen in seinen Darstellungsformen in einer besonderen Verantwortung, die darin besteht, nicht nur einen auserwählten Kreis von Experten oder Akademikern, sondern ein wesentlich breiteres Publikum für Geschichte zu interessieren. Hieraus resultiert die Notwendigkeit, historische Themen einerseits investigativ, andererseits aber auch spannend und emotional aufzubereiten, also nicht nur die Ansprüche der geschichtswissenschaftlichen Forschung zu berücksichtigen, sondern auch die Rezeptionsfähigkeit des Zuschauers im Auge zu behalten. Daten und Fakten stehen einer zuschauergerechten Darstellung dabei keinesfalls im Wege. Zeitgeschichtliche Fernsehdokumentationen müssen erstens auf aktuelle Ereignisse reagieren, sie aufgreifen und verwerten, wie etwa die Diskussion um die Wehrmachtsausstellung in den 1990er-Jahren, zweitens auf Kontinuität setzten und übergreifende Strukturen ausbilden, um so einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen, drittens ein vielfältiges Themenspektrum abdecken und dabei verschiedene Perspektiven einnehmen sowie viertens eine gewisse Nähe zum Zuschauer vermitteln, etwa durch die Darstellung persönlicher Schicksale, die eine emotionale Betroffenheit erwecken.

Insbesondere das zuletzt genannte Postulat der Emotionalisierung nimmt unter den verschiedenen Genres einen völlig unterschiedlichen Stellenwert ein. Während bei Hörfunk und Fernsehen erlebnisorientierte Darstellungsformen, die auf narrative Strukturen mit einem lebendigen Erzählcharakter setzen, mit dem Ziel, den Zuschauer beziehungsweise -hörer in das historische Geschehen regelrecht hineinzuziehen, im Vordergrund stehen, konzentrieren sich die Printmedien überwiegend auf eine sachgerechte, analytische und informative Vermittlung. Exemplarisch lässt sich dies am Einsatz von Zeitzeugen belegen, der sowohl im Hörfunk – in diesem Zusammenhang sei auf die Sendereihe des Hessischen Rundfunk zum Thema „Hörer erzählen ihre Geschichte“ verwiesen – als auch im Fernsehen mittlerweile zum Standardrepertoire gehört, während persönliche und emotional bewegende Erinnerungen in den Printmedien eine eher untergeordnete Rolle spielen. Eine zentrale Ursache für diesen geringeren Stellenwert des Emotionalen ist ohne Zweifel darin zu ergründen, dass schriftlichen Darstellungsformen schlichtweg die Möglichkeit fehlt, anhand von akustischen Mitteln ihre Leserschaft emotional zu berühren. Zwar versuchen die Printmedien diesen Mangel durch den Einsatz visueller Medien zu kompensieren, jedoch in unterschiedlichem Umfang. Da dem Spiegel und in noch viel stärkerem Maße der FAZ nur ein äußerst begrenzter Raum für die Aufbereitung eines historischen Themas zu Verfügung steht, werden bildliche Darstellungen hier oftmals auf das Notwendigste begrenzt. Demgegenüber besitzt Geo Epoche ein wesentlich größeres Maß an Flexibilität hinsichtlich des Umfangs eines Beitrages, was einen weitaus umfassenderen Einsatz von Bildern, Photos, Karten und Karikaturen ermöglicht. Hinzu kommt, dass bei Geo Epoche geschichtliche Themen überwiegend erzählerisch und im historischen Präsenz aufbereitet werden, während analytische Berichte eine untergeordnete Rolle spielen, was zusammengenommen mit den bildhaften Elementen eine Darstellungsform ergibt, die dem Leser den Stoff in einer besonders spannenden und dramatischen Art und Weise präsentiert.

Dramaturgie und Spannung sind zuweilen auch manchem historischen Buch zu eigen, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass entsprechende Werke auch gekauft werden, denn 70 Prozent der Käufer treffen ihre Entscheidung erst spontan im Buchladen. Inhaltliche und ökonomische Aspekte spielen hier eine große Rolle. Hinsichtlich der verschiedenen Darstellungsweisen in historischen Büchern lassen sich drei Kategorien unterscheiden: erstens das historische Spezialbuch, das als wissenschaftliches Fachbuch zwar das Rückgrad der geschichtswissenschaftlichen Forschung darstellt, darüber hinaus aber kaum das öffentliche Interesse wecken kann und daher auch nur eine Auflage von wenigen Hundert Exemplaren erfährt; zweitens der historische Bestseller, also jene Bücher, die aufgrund ihrer aufreizenden Thesen oder Tabubrüche, wie etwa Daniel Goldhagens „Hitlers willige Vollstrecker“ oder aufgrund der Prominenz ihres Autors, wie etwa Sebastian Haffner, spektakuläre Erfolge erzielen, jedoch nicht selten von der seriösen Fachwissenschaft abgelehnt werden; drittens das mittlere Buch, das über den Charakter einer historischen Spezialstudie hinausgeht, aber nicht genügend Potential für einen Bestseller besitzt. Solche Bücher sind meist weder durch einen methodisch hohen Komplexitätsgrad gekennzeichnet, noch durch allzu komplexitätsreduzierende Vereinfachungen. Ohne mit spektakulären Thesen aufzuwarten bilden sie das Rückgrad der Geschichtskultur eines Landes, da sie die Vielfalt der historischen Literatur überhaupt erst verfügbar machen. Betrachtet man die durchschnittliche Auflage des mittleren Buches, die bei etwa 4.000 Exemplaren liegt, erscheint diese zunächst als verschwindend gering; summiert man jedoch die Verkaufszahlen verschiedener Werke, so wird schnell ersichtlich, dass das mittlere Buch das Scharnier zwischen der Geschichtswissenschaft und der Gesellschaft darstellt.

Den Darstellungsmöglichkeiten geschichtlicher Themen sind über die verschiedenen Genres hinweg natürlich auch gewisse Grenzen gesetzt, die spätestens dann erreicht sind, wenn die Authentizität von Quellen zweifelhaft erscheint, was nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sein muss. Eines der prominentesten Bespiele ist die Verwendung angeblicher Aufnahmen von der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, für die Komparsen verwendet worden sind, die auf den Bildern ihren vermeintlichen Befreiern zujubeln. Eine zweite Gefahr insbesondere für die Printmedien besteht in der Verdichtung und Reduktion historischer Themen aufgrund des nur begrenzt zu Verfügung stehenden Raumes, so dass eine ausgewogene Darstellung beispielsweise in einem Zeitungsartikel möglicherweise verkürzt wird. Drittens ist auf den enormen Konkurrenzdruck innerhalb der Medienlandschaft hinzuweisen, der Journalisten leicht zu einer Tradierung schriller Thesen verleiten kann, die eine besondere Aufmerksamkeit erwecken, wie etwa die Behauptung, Hitler sei homosexuell gewesen, die jedoch fachwissenschaftlich nicht haltbar sind.

Auf der anderen Seite besitzen Medien unvorstellbare Möglichkeiten, innerhalb kürzester Zeit auf Informationen zuzugreifen. Während im Bereich des Hörfunks und des Fernsehens geschichtliche Dokumentationen eine längere Vorlaufzeit von einem Jahr oder mehr benötigen, können Printmedien auf aktuelle Ereignisse kurzfristig reagieren. Dem ist wiederum entgegenzuhalten, dass die langen Vorlaufzeiten bei Reportagen und Dokumentationen mehr Raum für eigene Nachforschungen bieten, während es in den Printmedien für einen Journalisten kaum Spielräume gibt, sich für einen längeren Zeitraum in Archive zurückzuziehen, um eigene Recherchen anzustellen. Eine der wenigen Ausnahmen sind die Nachforschungen von Klaus Wiegrefe, der in vierwöchiger Archivarbeit für den Spiegel herausfinden konnte, dass während des Nationalsozialismus einige Konzentrationslager bei der Allianz versichert gewesen sind. Solche Fälle, die natürlich auch die Aufmerksamkeit der Fachwissenschaft erregen, sind aus den besagten Gründen jedoch äußerst selten.

Hinsichtlich der Frage, ob die herausragende Bedeutung der Thematik des Nationalsozialismus in den Medien weiter zunehmen, stagnieren, oder sich in den nächsten Jahren sogar rückläufig entwickeln wird, herrschte unter den Vertretern der verschiedenen Genres größtenteils Einigkeit, dass das Dritte Reich auch weiterhin eine besondere Rolle in der historischen Berichterstattung spielen wird. Besonders das öffentlich-rechtliche Fernsehen will in diesem Bereich auch in Zukunft seiner Aufklärungspflicht und seinem Bildungsauftrag nachkommen, wobei sich die Form der Darstellung dahingehend verändern wird, dass individuelle Biographien immer stärker an Bedeutung gewinnen, um besonders faszinierenden und eindrucksvollen Episoden mehr Raum zu verschaffen. Auch im Bereich der Printmedien wird der Nationalsozialismus in Zukunft eine übergeordnete Rolle spielen, allerdings mit der Einschränkung, dass die deutsche wie die europäische Geschichte nicht nur aus zwölf Jahren Hitler besteht, sondern auch der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik sowie die Geschichte der DDR und der Bundesrepublik für die Zeitgeschichte von einer nicht zu unterschätzenden Relevanz sind. Für Geo Epoche hingegen stellt die zunehmende temporale Distanz zu den Ereignissen einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar, der mittelfristig dazu führen wird, dass der Nationalsozialismus an Gewicht verlieren und andere Themen immer mehr an Bedeutung gewinnen werden.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Geschichte innerhalb der auf der Tagung vertretenen Genres einen prominenten Stellenwert genießt, was einfach damit zu erklären ist, dass speziell zeitgeschichtliche Themen seit einigen Jahren en vogue sind und sich gut verkaufen. Hinsichtlich der Vermittlungsmethoden historischer Themen besteht über die verschiedenen Gattungen hinweg dahingehend Konsens, dass die Darstellung sachgerecht, mediengerecht und zuschauergerecht anzulegen ist, wobei die Fernseh- und Hörfunkmedien stärker auf eine Emotionalisierung abzielen, während im Bereich der Printmedien analytische und informative Darstellungsformen überwiegen. Obwohl die verschiedenen Genres in dieser Frage scheinbare Gegensätze aufweisen, stehen sie durchaus komplementär zu einander, wie beispielsweise begleitende Bücher zu Fernsehdokumentationen belegen. Als weiteres Ergebnis der Tagung ist festzustellen, dass die Darstellung geschichtlicher Themen keineswegs irgendwelchen medientheoretischen Postulaten folgt, sondern überwiegend pragmatischen Erwägungen und Bedürfnissen. Eine fachwissenschaftliche Fundierung ist für eine sachgerechte Darstellung dabei ebenso unverzichtbar, wie die Präsenz geschichtlicher Themen in den Medien für die Fachwissenschaft. Wissenschaft und Medien sind folglich stark aufeinander angewiesen.

Kontakt

Prof. Dr. Sönke Neitzel
Historisches Seminar Abt. IV
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Tel. 06131 39-22776 / 06128 853651
Fax 06131 39-25480

Zitation
Tagungsbericht: Geschichte in den Medien, 08.02.2006 Frankfurt am Main, in: H-Soz-Kult, 13.03.2006, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-1074>.
Redaktion
Veröffentlicht am
13.03.2006
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