Wirtschaftsgeschichte in der Tschechischen Republik Anfang des 21. Jahrhunderts

Ort
Prag
Veranstalter
Doc. PhDr. František Stellner, PhD., Leiter des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag und Dozent des Instituts für Weltgeschichte, an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität Prag)
Datum
09.11.2007
Von
Klára Fabianková, Wirtschaftsuniversität in Prag


Unter dem Motto: „Wirtschaftsgeschichte in der Tschechischen Republik am Anfang des 21. Jahrhunderts“ veranstaltete der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität am 9. November 2007 in Prag eine wissenschaftliche Konferenz. Diese Forschungsstelle richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der Tschechischen Republik, in Ost- und Mitteleuropa, in Großbritannien, China und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Hauptziel des Forums war, eine Bewertung der bisherigen wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Sozialgeschichte in der Tschechischen Republik zu bieten. Es wurde in drei Sektionen gegliedert.

Der Veranstalter der Konferenz, Doc. PhDr. František Stellner, PhD. (Leiter des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag und Dozent des Instituts für Weltgeschichte, an der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität Prag) eröffnete das Kolloquium, hieß die Gäste willkommen und skizzierte die Hauptaufgaben und Hauptziele der Prager Konferenz.

Am Anfang begrüßte Doc. Ing. JIŘÍ SCHWARZ, CSc. (Dekan der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag) die Konferenzteilnehmer und schätzte die bisherige Forschungsarbeit des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität.

Der eigene wissenschaftliche Teil begann mit dem Beitrag von Prof. PhDr. IVAN JAKUBEC, CSc. (Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft Prag), in dem er die wichtigsten Studien und Arbeiten der tschechischen Fachleute zusammenstellte und einige Themen nannte, die sehr marginal beschrieben sind. Er unterstützte auch die Idee, eine Internet-Plattform zum Thema Wirtschaftsgeschichte zu gründen.

An seinen Kollegen knüpfte Doc. PhDr. FRANTIŠEK STELLNER, PhD. an, der die fast sechzigjährige Geschichte des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag berücksichtigte. Einerseits veranschaulichte er das Profil und stellte eine mögliche Entwicklung des Lehrstuhles dar, andererseits hob er die spezifische Rolle dieser wissenschaftlichen Institution in der tschechischen Forschung bis zur Wende hervor. Er stellte auch einige Schlüsselpersönlichkeiten vor, die am Lehrstuhl wirkten, und erwähnte einen aktuellen Forschungsplan.

In der Vormittagssitzung folgte dann der Vortrag von Doc. PhDr. JANA BUREŠOVÁ, CSc. (Philosophische Fakultät, Palacky-Universität Olmütz) fort. Sie richtete die Aufmerksamkeit auf die Problematik der Landwirtschaft in der tschechischen Geschichte. Im Mittelpunkt der Rückschau stand die Kollektivwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie empfahl, gegenwärtige Forschungsmethoden und neue Terminologien intensiver einzusetzen.

Die erste Sektion beendete PhDr. et PeaDr. JIŘÍ DVOŘÁK, Ph.D. (Institut für Geschichte, Philosophische Fakultät der Universität Budweis), der versuchte, die Tätigkeit der ausgewählten einheimischen Wissenschaftsinstitutionen darzulegen.

Einen Diskussionsanlass bot auch der Nachmittagsbeitrag von Doc. PhDr. MARTA KOHÁROVÁ, CSc. (Institut für Geschichte der Universität Königsgrätz), in dem sie sich sowohl den häufigsten, als auch den interessantesten Themen der Diplom- und Doktorarbeiten zur Wirtschafts- und Technikgeschichte widmete.

Doc. PhDr. MARTIN KOVÁŘ, Ph.D. (Direktor des Instituts für Weltgeschichte, Philosophische Fakultät der Karls- Universität Prag, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag) wies in seinem Beitrag auf die langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit der Mitglieder der Karls-Universität und der Wirtschaftsuniversität Prag auf dem Wissenschaftsgebiet. Seiner Meinung nach ermöglichte diese Kooperation interessante Denkanstöße und regte spannende Diskussionen an. Sie hilft auch bei der Förderung des talentierten Wissenschaftsnachwuchses.

Danach präsentierte Prof. PhDr. MARCELA EFMERTOVÁ , CSc. (Elektrotechnische Fakultät der Tschechischen Technischen Universität Prag) ihren Beitrag, die die Frage nach der vorausgehenden Durchsetzung der Wissenschafts- und Technikgeschichte im Universitätsunterricht stellte. Sie prüfte den unersetzbaren Beitrag von Reidmund Popper und Thomas Kuhn zur Wissenschaftsmethodologie.

Im letzten Auftrag am Nachmittag appelierte PhDr. RADEK SOBĚHART (Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag) an einen interdisziplinären Zugriff auf die Untersuchung und an die Notwendigkeit, die Wirtschafts- und Sozialgeschichte gemeinsam zu beurteilen. Seine Aussagen stützte er auf die einzelnen wissenschaftsgeschichtlichen Arbeiten, Quellen und Forschungsmethoden aus dem ehemaligen Westdeutschland.

Den dritten Teil eröffnete PhDr. JIŘÍ BAREŠ, Ph.D. (Nationalmuseumsarchiv Prag) mit dem wissenschaftlichen Beitrag, in dem er die ausführliche Wirtschaftsanalyse der Nordböhmischen Region vorstellte.

Anschließend unterrichteten die Vertreter der Lehrstuhls für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag PhDr. STANISLAV TUMIS, M. A. und PhDr. JAROMÍR SOUKUP über die neuen Ergebnisse ihrer bisherigen Forschungen zum Thema Sozialstaat in Großbritannien. Beide jungen Wissenschaftler stellten gegenwärtige Reflexionen und Interpretationen vor.

PhDr. JUDr. JAN ŠTEMBERK, Ph.D. (Handelshochschule Prag) beschäftigte sich in seinem Beitrag mit der Forschungslage auf dem Gebiet der Geschichte des Fremdverkehrs und des Verkehrs in der Tschechischen Republik. Er wies darauf hin, dass die tschechische Forschung erst am Anfang ist. Anderseits betonte er die unter den inländischen Wissenschaftlern nicht berücksichtigten Themen.

Zum Schluss des Symposiums stellte Mgr. PAVEL SZOBI (Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte an der Fakultät für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung der Wirtschaftsuniversität Prag) seinen Vortrag dar, in dem er sehr kritisch auf die Forschungslage in der Wirtschaftsgeschichte Ostdeutschlands und den mangelhafte Publikationsstand einging. Im Vordergrund seiner Kritik standen vor allem Forscherbiographien der ehemaligen ostdeutschen Politiker und umfangreiche Wirtschaftssynthesen.

Das Thema fand außerordentlich großen Anklang und ermöglichte einen produktiven Austausch. Vor allem die anschließende Abschlussdiskussion zeigte, wie sinnvoll die Erforschung der Wirtschaftsgeschichte ist und dass sie nichts an Aktualität und Attraktivität verlor. Die Bedeutung der Tagung liegt sowohl im Vergleich der gegenwärtigen Inlandsuntersuchung, als auch in der Zusage, die erfolgreiche überregionale Zusammenarbeit in der Zukunft zu vertiefen. Das Ergebnis war zweifellos ein sehr erfolgreiches Seminar, das sich durch seine hochrangigen Referenten auszeichnete, die in ihren interdisziplinären Vorträgen neue Denkanstöße geben. Dieses Kolloquium brachte nicht nur neue Impulse, sondern auch Inspiration für aktuelle Forschungen mit. Es konnten zahlreiche neue Kontakte geknüpft werden und es wurden auch viele hilfreiche Erfahrungen ausgetauscht.

Die Hauptorganisatorenhaben vor, die Tagungsbeiträge und die Ergebnisse der äußerst kenntnisreichen Diskussion in ausführlicher Form zu publizieren. Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema werden in den kommenden Jahren folgen.

Kurzübersicht:
Doc. Ing. Jiří Schwarz, CSc., Doc. PhDr. František Stellner, PhD.: Kurze Begrüßung und Darstellung des Tagungsbegriffs „Wirtschaftsgeschichte in der Tschechischen Republik Anfang des 21. Jahrhunderts.“
Prof. PhDr. Ivan Jakubec, CSc., Doc. PhDr. František Stellner, PhD. : „Wirtschaftsgeschichte in der Tschechischen Republik Anfang des 21. Jahrhunderts. Gegenwärtige Lage und zukünftige Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.“
Doc. PhDr. Jana Burešová, CSc.: „Erforschung der Landwirtschafts- und Landproblematik nach dem Zweiten Weltkriege.“
PhDr.et PeadDr. Jiří Dvořák, Ph.D : „Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Tschechien von der Sicht des Ausschusses der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, heutige Lage und Probleme der nächsten Entwicklung, einschließlich regionaler Aspekte und Trends.“
Doc.PhDr.Marta Kohárová, CSc.: „Die Möglichkeiten der Ausnutzung der Themen in Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsgeschichte in den Bachelor-, Magister- und Doktorarbeiten am Institut für Geschichte an der Fakultät für Humanitätsstudien der Universität Königsgrätz (mit der Orientierung auf die Waffenproduktion und Kriegstechnik).“
Doc. PhDr. Martin Kovář, Ph.D.: „Die unersetzliche Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaftsuniversität und Karls-Universität in Prag“.
Prof. PhDr. Marcela Efmertová, CSc. : „Wissenschafts- und Technikgeschichte im Universitätsunterricht“.
PhDr. Radek Soběhart: „Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Immer aktuelle Verbindung“.
PhDr. Jiří Bareš, PhD.: „Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Anfang des 21. Jahrhunderts am Beispiel Reichenberg und Gablonz an der Neiße.“
PhDr. Stanislav Tumis, M. A, PhDr. Jaromír Soukup: „Gegenwärtige Trends in der Forschung zum Thema Sozialstaat in Großbritannien“.
PhDr. JUDr. Jan Štemberk, Ph.D.: „Fremdverkehrs- und Verkehrsgeschichte als integrierter Bestandteil der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte“.
Mgr. Pavel Szobi: „Gegenwärtige Forschung zum Thema Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der DDR“.

Zitation
Tagungsbericht: Wirtschaftsgeschichte in der Tschechischen Republik Anfang des 21. Jahrhunderts, 09.11.2007 Prag, in: H-Soz-Kult, 14.04.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2071>.
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Veröffentlicht am
14.04.2008
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