Belarus zwischen Ost und West. Von der polnisch-litauischen Union zum russisch-sowjetischen Imperium

Ort
Minsk
Veranstalter
Ludwig-Maximilians-Universität München, Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte (IBB) Minsk, Belarussische Staatliche Universität Minsk
Datum
13.03.2009 - 14.03.2009
Von
Rayk Einax, Historisches Institut, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Belarus ist eine vergleichsweise junge europäische Nation. Ihre historische Erforschung im Lande selbst gerät dadurch beinah zwangsläufig zur Selbstvergewisserung und Außenlegitimation. Aber auch im deutschsprachigen Raum wächst zunehmend das Interesse an einer wissenschaftlichen Untersuchung weißrussischer Geschichte, Kultur und Sprache. Die Konferenz hatte daher das Ziel, weißrussische Forscher/innen mit ihren deutschen und Schweizer Kollegen/innen vor Ort zusammenzuführen, um im kleinen Kreis zentrale Topoi, aktuelle Fragen und gemeinsame Projekte zu diskutieren.

Zunächst stellte ASTRID SAHM (Minsk) die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ als Tagungsort und OLEG MIRONIUC (Düsseldorf) die Gerda-Henkel-Stiftung als Förderorganisation vor, ehe THOMAS M. BOHN (München) und VIKTOR ŠADURSKIJ (Minsk) die Konferenz eröffneten.

Daran anschließend leitete Moderator HENADZ’ SAHANOVIČ (Minsk) zum ersten Panel über, welches sich mit der Geschichte des belarussischen Territoriums innerhalb der mittelalterlich-frühneuzeitlichen polnisch-litauischen Union beschäftigte. CHRISTOPHE VON WERDT (Bern) verortete die Belarus unter stadtgeschichtlichen Aspekten überwiegend als Teil Ostmitteleuropas. Hier habe zwar zunächst das (westliche) Stadtrecht mit dem (ostslawischen) Modell der fürstlichen Burgstadt konkurriert. Nachdem aber infolge des politischen Ausbaus des Landes durch die polnisch-litauischen Adligen autonome Burgstädte entstanden waren, erfolgte ab der zweiten Hälfte des 15. und im Verlauf des 16. Jahrhunderts sukzessive die Übernahme des Magdeburger Stadtrechts. Eine Ausnahme stellt allerdings Vitebsk dar, welches seine ostslawische Verfassung beibehielt. Die Mischidentität bzw. Synthese beider Stadttypen sei das Spezifikum an der belarussischen Stadtgeschichte. Der erste unierte Erzbischof von Polock, Josafat Kuncevyč (1618-1623), stand im Mittelpunkt des Vortrags von STEFAN ROHDEWALD (Passau). Im frühneuzeitlichen Ruthenien, einem multikulturellen und –konfessionellen, ethnisch sehr heterogenen Gebiet, habe seine Person bzw. dessen hagiografische Verehrung prägend für die Identität vieler (christlicher) Religionsgemeinschaften gewirkt. In der heutigen Erinnerungskultur konkurrieren drei nationale bzw. konfessionelle Vereinnahmungen: zwischen der ukrainisch-unierten Denomination sowie den römisch-katholischen Kirchen Polens und der Belarus. In jüngster Zeit sei jedoch zumindest partiell eine transkonfessionelle und -kulturelle Betrachtungsweise zu beobachten. OLGA LAZORKINA (Minsk) skizzierte abschließend die Stellung der Rzeczpospolita in der europäischen Diplomatie am Beispiel ihrer Außenbeziehungen zum Habsburger Reich im 17. Jahrhundert.

Das zweite Panel zur Geschichte der Belarus im russländischen Zarenreich moderierte ZACHAR ŠYBEKA (Minsk). In seinem provokanten und lebhaft diskutierten Beitrag hinterfragte der Journalist und Publizist VALER BULHAKAŬ (Minsk) den Mythos vom Großfürstentum Litauen als Ursprung der weißrussischen Staatlichkeit. Den Prozess des „nationalen Erwachens“ datiert er in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, und zwar als die (eher zufällige) Folge der Auseinandersetzungen zwischen russischem und polnischem Nationalismus in den „weißrussischen“ Gouvernements. Die zunehmende Trennung nach sprachlichen und konfessionellen Kriterien habe unter erheblichen Verzögerungen zur Entwicklung einer weißrussischen ethnischen und territorialen Identität und deren Artikulation durch verschiedene Literaten geführt. Die daran anschließende Frage, ob es ohne die drei polnischen Teilungen (1772-1795) heute eine weißrussische Nation überhaupt geben würde, ist somit nicht nur unter polemischen Gesichtspunkten zu betrachten. ALEKSANDR TICHOMIROV (Minsk) referierte anschließend über die Entwicklung des weißrussischen Nationalbewusstseins Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts, das sich jedoch lediglich auf kulturellem Gebiet zu äußern begann. Auch unter der deutschen Besatzung im Ersten Weltkrieg war keine politische Souveränität vorgesehen, sodass sich eigenstaatliche Traditionen jenseits des Sowjetstaates auf das kurze Intermezzo der „Belarussischen Volksrepublik“ von 1918 beschränken.

Das Panel drei beschäftigte sich unter Leitung von KUZMA KOZAK (Minsk) mit der Erforschung des stalinistischen und nationalsozialistischen Regimes in der belarussischen Historie. ALEXANDER FRIEDMAN (Saarbrücken) verglich als Erstes für die Zwischenkriegsperiode die Vorstellungen der jüdischen Einwohner der Weiß- bzw. Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR) über das Deutsche Reich. Diese speisten sich vor allem aus vier Quellen: der sowjetischen Propaganda; den Erfahrungen mit der Besatzung im Ersten Weltkrieg; dem Einfluss deutscher Kultur; sowie den Einstellungen der örtlichen (jüdischen) Bevölkerung gegenüber der Sowjetmacht. Dabei habe es sich als äußerst tragisch erwiesen, dass die jüdische Bevölkerung, die sich von der sowjetischen Propaganda relativ unbeeindruckt zeigte, ein überwiegend positives Image von Deutschland hatte – selbst nach der nationalsozialistischen Machtergreifung. Infolgedessen seien 1941 viele weißrussische Juden eben nicht geflohen und dadurch der Vernichtung durch deutsche Einsatzgruppen zum Opfer gefallen.

Die Beziehungen zwischen den sowjetischen Partisanen während des Zweiten Weltkriegs einerseits und der Zivilbevölkerung andererseits waren das Thema von ALEXANDER BRAKEL (Berlin). In einer Fallstudie für den Distrikt Baranoviči analysierte er die gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisse, die vonseiten der Partisanen allzu oft in lokaler Terrorherrschaft gemündet seien. Hierbei habe sich die sowjetische Führung einmal mehr als rücksichtslos gegenüber der eigenen Bevölkerung gezeigt, die darüber hinaus den enormen Belastungen durch die deutschen Besatzer und konkurrierende Partisanenformationen ausgesetzt war. Danach rekonstruierte ALIAKSANDR DALHOUSKI (München) das Zwangsarbeiterregime unter stalinistischer und nationalsozialistischer Herrschaft mithilfe der „oral history“. In den Erinnerungen würden immer wieder strukturell gleichartige Erfahrungen auftauchen: Hunger, Krankheit, Gewalt und persönliches Leid. Was in den 1930ern als stalinistische Sowjetisierung und Modernisierung begonnen habe, und sich nach dem Zweiten Weltkrieg fortsetzte, habe auch unter deutscher Besatzung im Alltag der Betroffenen kaum eine Veränderung erfahren.

Das Panel vier, moderiert durch DZMITRIJ KRYVAŠEJ (Minsk), rückte die Sowjetisierungs- und Modernisierungsbemühungen in der BSSR in den Blickpunkt. IRYNA KASHTALJAN (Minsk) hat dabei das erste Nachkriegsjahrzehnt aus dem Blickwinkel der „kleinen Leute“ untersucht, indem sie Zeitzeugen nach deren Erinnerungen an die Lebensbedingungen in der damaligen UdSSR befragte. In den (vor 1939 polnischen) Westgebieten der BSSR seien durch den Zuzug ortsfremder Kader und die einschneidende Erfahrung der Kollektivierung verschiedene Lebenswelten aufeinandergeprallt, häufig verbunden mit Zwangsmaßnahmen und Repressionen, um die sowjetische Gesellschaftsordnung durchzusetzen. Auch die BSSR war von der harschen Religionspolitik zwischen 1958 und 1964 ganz unmittelbar betroffen. RAYK EINAX (Jena) sieht darin ein Lehrbeispiel für die Ambivalenzen der Entstalinisierungspolitik Chruščevs. Auch in der Belarus seien vor allem die russisch-orthodoxe, aber auch die römisch-katholische Kirche das Hauptziel der administrativen und publizistischen Angriffe gewesen, wobei die Umsetzung der Religionspolitik vor Ort oftmals grobschlächtiger, als von oben vorgegeben, erfolgt sei. Die Unkenntnis der zuständigen Funktionäre über die reale Situation in den Dörfern und der Rückzug religiöser Praktiken auf den privaten bzw. geheimen Raum hätten einen Erfolg der Kampagne allerdings verhindert.

Am Abend schloss sich eine von Astrid Sahm moderierte Podiumsdiskussion über Minsk als „Musterstadt des Sozialismus“ an. In seinem Einführungsreferat wies Thomas Bohn darauf hin, dass die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts für die weißrussische Hauptstadt einen Verlust bürgerlicher Traditionen und des jüdischen Erbes mit sich gebracht habe. In der Nachkriegszeit sei dann infolge der Landflucht eine Verbäuerlichung der städtischen Gesellschaft und als Konsequenz der voranschreitenden Sowjetisierung eine Russifizierung der Kultur eingetreten. Zentrale Aspekte, die gemeinsam mit FELIX ACKERMANN (Frankfurt/Oder), SERGEJ CHAREVSKIJ (Minsk) und Zachar Šybeka erörtert wurden, waren neben dem Begriff der „sozialistischen Stadt“ und seinen Vergleichspotentialen auf europäischer Ebene die sozial einschneidenden Ruralisierungs- bzw. Urbanisierungsprozesse der Nachkriegszeit, Fragen nach den Leistungen der sozialistischen Urbanisierung aus historischer Sicht sowie mögliche Perspektiven für das heutige Minsk.

Der nächste Tag setzte unter der Moderation von VIKTOR OSTROGA (Minsk) mit Transformationsphänomenen in der belarussischen Gesellschaft fort. Felix Ackermann sprach zunächst über ethnische Differenzierungsprozesse, die dazu führten, dass sich die polnisch-jüdische Stadt Grodno nach der demografischen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs in einen weißrussisch-sowjetischen Ort verwandelte. Einerseits habe die Sowjetisierungspolitik der Nachkriegszeit bei der zuwandernden Landbevölkerung eine allmähliche sprachliche Russifizierung innerhalb der urbanen Öffentlichkeit bewirkt. Andererseits habe die umfassende „Passportisierung“ – das heißt die Ausstattung aller, auch der dörflichen Bewohner mit Pässen, in denen ihre (vermeintliche) Ethnizität angeführt wurde – dafür gesorgt, dass die Identität bäuerlicher, national indifferenter Bevölkerungsschichten ethnisch unwiderruflich festgelegt wurde – in der Regel als Belarussen. Daran schloss sich ELIZAVETA SLEPOVITCH (München) mit ihrem Vortrag über soziale Netzwerke und vetternwirtschaftliche Beziehungen („Blat“) in der Nachkriegs-BSSR an. „Nichtformale“ persönliche Beziehungen seien demnach in allen alltäglichen Lebensbereichen aufgetreten, um unbürokratische Hilfe und kleine Vorteile zu erhalten, und dadurch individuell kleine soziale Verbesserungen zu erzielen. Der Schriftsteller und Künstler ARTUR KLINAŬ (Minsk) sprach in einer Art Tour d’Horizon über die „Kulturrevolution“, die sich in den letzten 20-30 Jahren in der belarussischen Kunst-, Kultur- und Musikszene ereignet habe. Dieser Vorgang habe aber keine Beachtung in der breiten belarussischen Öffentlichkeit gefunden, sondern sei nur von Eliten bzw. „Insidern“ begleitet worden. Zudem hätten weißrussischsprachige Autoren und Musiker noch immer Schwierigkeiten, ausreichende Veröffentlichungsmöglichkeiten zu finden.

Im Panel fünf rückten die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe für die belarussische Gesellschaft in den Mittelpunkt. Nach einer kurzen Vorstellung des am Zentrum für zeithistorische Forschung in Potsdam und am Elitestudiengang Osteuropastudien der Ludwig-Maximilians-Universität in München beheimateten sowie von der Volkswagen-Stiftung geförderten Projekts „Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl“ durch Thomas M. Bohn setzte ANDREJ STEPANOV (Minsk) mit seinem Vortrag über den Umgang mit dem Problemfall Černobyl in den Jahren 1986-1989 fort. Dabei seien wichtige Weichenstellungen im gesellschaftlichen Bewusstsein der belarussischen Bevölkerung erfolgt, die einen kritischen Diskurs über die Sowjetmacht, aber auch über Gesundheitsschutz in Gang gesetzt hätten, und in einer sozialen Mobilisierung gegen Umweltzerstörung und die staatliche Desinformationsstrategie gemündet habe. MELANIE ARNDT (Potsdam) skizzierte danach die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe für mehrere postsowjetische Staaten, vor allem im Hinblick auf das Entstehen kritischer „Öffentlichkeiten“ und sozialer Bewegungen sowie das ökologische Umdenken. Sie betonte darin die Vorteile einer vergleichenden, transnationalen Perspektive. Für die aktuelle Lage in Belarus wies sie darauf hin, dass das Thema noch immer politischen Polarisierungen ausgesetzt sei. In ihrem Kommentar charakterisierte ASTRID SAHM (Minsk) den Umgang mit Tschernobyl als ein Symbol für die Transformation in der ehemaligen Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten. Aber auch nach der Entlarvung der Sowjetbürokratie und der Formierung breiten solidarischen Protests in der Bevölkerung, herrsche in der politischen Sphäre ein überwiegend paternalistischer Umgang mit dem Unglück und seinen Folgen vor.

Die letzte thematische Sitzung leitete SIARHIEJ ZAPRUDSKIJ (Minsk) ein, indem er auf das zusammen mit GERD HENTSCHEL (Oldenburg) betriebene, ebenfalls von der Volkswagen-Stiftung geförderte Forschungsprojekt zur „Trasjanka“ Bezug nahm. Anschließend stellten SVIATLANA TESCH (Oldenburg) und DIANA LINDNER (Oldenburg) das Forschungsprojekt über das weißrussisch-russische Idiom „Trasjanka“ (deutsch: „Mischfutter“) vor und präsentierten erste Erkenntnisse aus linguistischer bzw. soziologischer Perspektive. „Trasjanka“ dient dabei vor allem als eine – wenn auch in der Regel pejorativ verstandene – Metapher für komplexe sprachliche Verschmelzungsprozesse in Folge der Industrialisierung und Urbanisierung der 1960er/70er-Jahre. Untersucht wird neben den Sprechenden auch der Gebrauch in verschiedenen sozialen und ortsüblichen Kontexten. Dabei ergeben sich in den Interviews je nach Generation und geografischer Region markante Unterschiede. Ob sich allerdings diese Mischform auf dem Weg zu einer eigenständigen Sprache befindet, lässt sich momentan noch nicht sicher prognostizieren. SUSANNE GOLZ (Jena) kommentierte abschließend die allgemeine Sprachsituation in der gegenwärtigen Republik Belarus sowie die heutige Bedeutung der belarussischen Sprache. Russisch sei demnach in der belarussischen, städtischen Öffentlichkeit als Sprache des sozialen bzw. beruflichen Aufstiegs und als Verkehrssprache nach wie vor dominant. Die Sprachforschung könne sich hingegen nicht ganz gegenüber nationalistischen Einflussversuchen freimachen.

Einer Abschlussdiskussion stellte der Dekan der Historischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Universität SERGEJ CHODIN (Minsk) seine Sicht über die Entwicklung der wissenschaftlichen Ausbildung von Historikern in Belarus voran, wobei er an einen Abriss über die Geschichte seiner 1924 gegründeten Fakultät anknüpfte. Diese ist nicht zuletzt in Zeiten von „Bologna“ erheblichen Veränderungen und Herausforderungen ausgesetzt. Als zentrale Forschungsaufgaben wurde die Frage einer belarussischen Identität, die Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges und die Öffnung für transnationale Ansätze erachtet.

Auch nach dem Ende der Versammlung bleibt ein Massiv an historischen Fragen offen, bleiben eine Reihe von Thesen umstritten. Das betrifft sowohl die Neuere, als auch in besonderem Maße die Neueste Geschichte. Aber im kollegialen Kreis ließ sich definitiv konstruktiver und unaufgeregter diskutieren, als im Fokus der politischen und medialen (belarussischen) Öffentlichkeit. Dabei ließen sich im persönlichen Kontakt zahlreiche neue Impulse und Perspektiven vermitteln. Die Synthese dieser neuen Erkenntnisse wird sich in Zukunft hoffentlich in anregenden, akzentuierten und problembewussten Veröffentlichungen wiederfinden.

Konferenzübersicht:

Panel I: Polnisch-litauische Union

Christophe von Werdt (Bern): Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Stadt- und Gemeindebildung in Belarus
Stefan Rohdewald (Passau): (Trans-)Konfessionelle Identität in der Belarus’ im 17. Jahrhundert am Beispiel der Verehrung von Josafat Kuncevyč
Olga Lazorkina (Minsk): Die Adelsrepublik und die deutschen Fürstentümer im 17. Jahrhundert

Panel II: Zarenreich

Valer Bulhakaŭ (Minsk): Das russländische Imperium – die Wiege des weißrussischen Nationalismus
Aleksandr Tichomirov (Minsk): Belarus zwischen Russland, Polen und Deutschland (1863-1916)

Panel III: Stalinismus und Nationalsozialismus

Alexander Friedman (Saarbrücken): Deutschlandbilder weißrussischer Juden in der Zwischenkriegszeit
Alexander Brakel (Berlin): Die sowjetischen Partisanen und ihr Verhältnis zur Zivilbevölkerung
Aliaksandr Dalhouski (München): Zwangsarbeit im Dienst zweier Regime. Weißrussen unter nationalsozialistischer und stalinistischer Herrschaft

Panel IV: Sowjetisierung und Modernisierung

Iryna Kaštaljan (Minsk): Die Sowjetisierung der westlichen Belarus im ersten Nachkriegsjahrzehnt in der Wahrnehmung „kleiner Leute“
Rayk Einax (Jena): Religionspolitik und Volksreligiosität in Weißrussland 1953-1964. Ein Lehrbeispiel für Entstalinisierung und deren Ambivalenzen in einer Sowjetrepublik

Abendveranstaltung:

Urbanisierung und Stadtentwicklung in Belarus
Podiumsdiskussion und Buchpräsentation von Thomas M. Bohn
(Minsk – Musterstadt des Sozialismus. Stadtplanung und Urbanisierung in der Sowjetunion nach 1945. Köln/Weimar/Wien 2008)

Panel V: Transformation

Felix Ackermann (Frankfurt/Oder): Landflucht und interethnische Beziehungen
Elizaveta Slepovič (München): Soziale Netzwerke in der BSSR der Nachkriegszeit
Artur Klinaŭ (Minsk): Transformationen der belarussischen Kultur in den letzten Jahrzehnten

Panel VI: Das Potsdamer Tschernobyl-Projekt

Andrej Stepanov (Minsk): Die Tschernobyl-Politik während der Perestroika (1986-1989)
Melanie Arndt (Potsdam): Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl
Astrid Sahm (Minsk): Kommentar

Panel VII: Das Oldenburger Trasjanka-Projekt

Sviatlana Tesch (Oldenburg): Die Trasjanka – „vermischtes weißrussisch-russisches Chaos“ oder neue Sprache?
Diana Lindner (Oldenburg): Sprachverhalten in Weißrussland. Erste empirische Befunde
Susanne Golz (Jena): Kommentar

Abschlussdiskussion

Sergej Chodin (Minsk): Gegenwärtige Tendenzen des Geschichtsunterrichts und der Geschichtswissenschaft in der Republik Belarus

Zitation
Tagungsbericht: Belarus zwischen Ost und West. Von der polnisch-litauischen Union zum russisch-sowjetischen Imperium, 13.03.2009 – 14.03.2009 Minsk, in: H-Soz-Kult, 15.04.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2575>.