Schriftlichkeit und Kulturtransfer im norddeutschen Raum

Ort
Wolfenbüttel
Veranstalter
Patrizia Carmassi, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; Eva Schlotheuber, Westfälische-Wilhelms-Universität Münster
Datum
07.10.2009 - 09.10.2009
Von
Ingrid Gardill, Westfälische Wilhelms-Universität Münster; Almut Breitenbach, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Das Thema „Schriftlichkeit und Kulturtransfer im norddeutschen Raum“ stand im Zentrum eines Arbeitsgesprächs in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, das Patrizia Carmassi (Wolfenbüttel) und Eva Schlotheuber (Münster) vom 7. bis 9. Oktober 2009 veranstalteten. Die Tagung sollte nicht zuletzt den zahlreichen einschlägigen Forschungsprojekten zu Handschriftenproduktion und mittelalterlicher Bibliothekserforschung ein Forum bieten. Diese von verschiedenen Disziplinen und Institutionen getragenen Projekte beleuchten die mittelalterliche und frühneuzeitliche Überlieferung überwiegend mit einem regionalen Ansatz, so dass sich ein vergleichender Blick in besonderer Weise lohnt. Thematische Schwerpunkte der Untersuchungen und damit der Vorträge des Arbeitsgesprächs bilden Bibliothekspraxis und Buchaustausch, Textproduktion und Ausbildung, Sprachlichkeit und literarische Tradition, sowie die Bedeutung von Liturgie und visueller Vermittlung von Inhalten. Ein interdisziplinärer Ansatz sei bei der Erforschung des mittelalterlichen Handschriften- und Inkunabelerbes unverzichtbar, um die vielfältigen Bezüge und Gebrauchssituationen der Überlieferung angemessen einordnen und würdigen zu können, betonte EVA SCHLOTHEUBER (Münster) in ihrer Einführung. Die von ihr eingangs formulierten Fragestellungen betrafen die Sprach-, Bild- und Literaturdiskurse, in die Geistliche und Laien der Region gleichermaßen eingebunden waren, und Fragen nach den Wegen von Austausch, Übersetzung und Umformung – also Kulturtransfer. Sie wurden im Laufe der drei Tage unter folgenden thematischen Sektionen behandelt: Schriftkultur und Bücherverbreitung, Verhältnis von Schrift und Bild und die Rolle von Liturgie und Gesang.

PATRIZIA CARMASSI (Wolfenbüttel) ordnete einleitend den Raum-Aspekt der Tagung in den aktuellen Forschungskontext ein. Demnach würden mittelalterliche Handschriften zunehmend mit der Kategorie Raum konfrontiert, wobei sowohl Vorstellungsräume, literarische Diskurse als auch geographische Räume gemeint sein können. Im Rahmen des Arbeitsgesprächs sollten einerseits die ‚Wissensräume‘ näher bestimmt werden, die geistliche Institutionen, adelige Residenzen oder auch städtische Kommunitäten innerhalb der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft bildeten, andererseits Prozesse von Wissensvermittlung und -austausch, Literaturversorgung und Sprachlichkeit auf ihre Wechselwirkungen untersucht werden. Als problematisch gestalte sich nach Carmassi vor allem die Definition des „norddeutschen Raums“, der geographisch, sprachlich und von seinen weltlichen und geistlichen Zentren her unterschiedlich determiniert erscheine. Diesen Aspekt griff HEDWIG RÖCKELEIN (Göttingen) auf und definierte „religiöse Landschaft“ als Schrift- und Bildungslandschaft. Sie zeichnete anhand von Übersichtskarten die Entfaltung und Ausdifferenzierung des geographischen Raums als eine Bildungslandschaft vom Frühmittelalter – konturiert durch Klöster als wesentliche Träger von Schriftlichkeit – bis ins Spätmittelalter nach. Wesentlich für den Kultur- und Literaturaustausch seien dabei Reformbewegungen gewesen, die ordensübergreifend personelle Netzwerke auf- und ausbauten. ALMUT SCHNEIDER (Eichstätt) erläuterte in ihrem Vortrag anhand von Textbeispielen die Beziehung zwischen Sprachenvielfalt und regionaler Identität im Mittelalter ebenso wie das Spannungsverhältnis von deutscher und lateinischer Sprache. Bereits seit dem 13. Jahrhundert lassen sich laut Schneider in der Literatur unterschiedliche Wertungen der Regionalsprachen finden, häufig im Zusammenhang mit den jeweiligen Sitten und Gebräuchen der Regionen.

ALIZA COHEN-MUSHLIN (Jerusalem) reflektierte Möglichkeiten von Stiltransfer in norddeutschen Skriptorien um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Ausgehend von dem Reformzentrum der Augustiner-Chorherren in Hamersleben untersuchte sie die Beziehungen von Schrift und Buchausstattung im Stammheimer Missale (Los Angeles, Getty-Museum Ms. 64), der Frankenthaler Bibel (London, BL Harley 2803) und dem Hamerslebener Psalter (Wolfenbüttel, HAB 1057 Helmst.). Diesen Ansatz vertiefte PATRIZIA CARMASSI (Wolfenbüttel), die im Rahmen des Katalogisierungsprojektes der Halberstädter Handschriften die dortigen Skriptorien untersucht. In Halberstadt, das vielleicht schon im 9., sicher im 10. Jahrhundert ein Zentrum für Buchproduktion war, sind bis ins Spätmittelalter Schreibstätten nachzuweisen. Die Neuzuweisung einer glossierten Genesis- und einer Boethiushandschrift des 12. Jahrhunderts nach Hamersleben erhärte laut Carmassi die Vermutung, dass zwischen dem Reformkloster Hamersleben und dem Augustiner-Chorherrenstift in der Kirche Unserer Lieben Frau zu Halberstadt kulturelle Beziehungen und Bücheraustausch stattgefunden haben. Halberstadt sei auch in der Folgezeit ein wichtiges Zentrum für die Herstellung von Handschriften geblieben. Wissensaustausch und Netzwerkbildung in überwiegend laikalen Kreisen nahm HARALD MÜLLER(Aachen) anhand der Briefkultur der Humanisten, vor allem am Beispiel der Korrespondenz des Gothaer Kanonikers Konrad Muth und des Ottobeurer Mönchs Nikolaus Ellenbog, in den Blick. Nicht allein die Pflege der Freundschaft habe bei der brieflichen Kommunikation im Vordergrund gestanden, sondern auch konformitäts- und gemeinschaftsstiftende Aspekte. So habe die Imitation des antiken Stils den Gleichgesinnten gleichsam als Code gedient. Im klösterlichen Rahmen habe diese explizite imitatio der Antike jedoch unter dem Stichwort „Maria oder Minerva“ zu kontroversen Diskussionen geführt.

Im Mittelpunkt der nächsten Beiträge standen die Dominikanerinnen. FELIX HEINZER (Freiburg) betrachtete die in den Handschriften kodifizierte Liturgie als entscheidenden Rahmen für die Entfaltung einer spezifischen Frömmigkeitskultur bei den Dominikanerinnen. So wurden Texte, die in besonderem Maße heilsbedeutend waren – wie etwa das Weihnachtsoffizium – durch Gestik und Gesang liturgisch reich ausgeschmückt, womit sie laut Heinzer die Imagination intensiv angeregt hätten. Häufig seien Visionen während oder nach dem Chorgebet in Zusammenhang mit der Liturgie gebracht worden, wie etwa bei Elisabeth von Schönau oder Gertrud von Helfta, ebenso wie in spätmittelalterlichen Schwesternviten aus Dominikanerinnenklöstern. Die das geistliche Leben strukturierende Liturgie könne demnach als Rahmen und Auslöser für persönliche religiöse Erfahrungen innerhalb der Klausur gelten. Reich illustrierte Gradualhandschriften des 14. Jahrhunderts aus dem Dominikanerinnenkloster Paradies bei Soest stellte JEFFREY HAMBURGER (Cambridge, MA) vor. Eine Besonderheit der Soester Handschriften seien laut Hamburger die Messgesänge der Zeit zwischen Weihnachten und Ostern, die prachtvoll und ikonographisch ungewöhnlich ausgestaltet wurden. Die Sonn- und Werktage wurden mit kleinen Szenen, Figürchen und unzähligen Schriftbändern dekoriert, die die Liturgie kommentieren und auslegen. Vergleichbare Konzeptionen seien bisher nicht bekannt. Es läge nahe, dass die Schwestern den Buchschmuck selbst entwickelten und ausführten, da sie sich mit ihren Initialen im Buchschmuck verewigt haben – eine Form der Selbstbezeichnung der Schwestern, die in Frauenklöstern häufiger anzutreffen ist. Der Beitrag von ALMUT BREITENBACH (Münster) beleuchtete Formen und Funktionen von Schriftlichkeit am Beispiel der Altenhohenauer Dominikanerinnen in Süddeutschland und bot damit einen wichtigen Vergleich zu der Überlieferung der norddeutschen Region. Anhand der Schriftlichkeit der Dominikanerinnen von Altenhohenau bei Wasserburg am Inn wurden Schreibtätigkeiten, Buchaustausch und -erwerb ebenso wie der Sprachgebrauch der Schwestern unter Bezugnahme auch auf andere Dominikanerinnenklöster der Region untersucht. Dabei diente besonders die Altenhohenauer Priorin Anna Zinerin (Amtszeit 1484–1512), die durch ihre umfangreichen Schreibtätigkeiten in nahezu allen Gattungen des Schriftguts auffällt, als „Leitfigur“ durch die Überlieferung des Konvents. Es wurde deutlich, welches Spektrum an Kompetenzen Klosterfrauen besitzen konnten und welche „Klosterkarrieren“ ihnen dies ermöglichte.

Den abendlichen Festvortrag gestaltete THOMAS HAYE (Göttingen) im Braunschweiger Schloss auf Einladung des Braunschweiger Geschichtsvereins. Haye zeichnete die Entwicklung der lateinischen Verspoetik im norddeutschen Raum nach, die das mittelalterliche Sachsen und ihre Bewohner thematisiert. Die Überlieferung dieser literarischen Gattung in Sachsen sei laut Haye relativ schmal. Literarisches Zentrum war im Frühmittelalter das Kloster Corvey, später hätten für die hagiographische Dichtung auch die geistlichen Institutionen in Paderborn, Hildesheim, Nordhausen und Gandersheim an Bedeutung gewonnen. Eine breitere Überlieferung habe erst im 15. Jahrhundert eingesetzt, von einer ausgesprochenen Dichterlandschaft könne aber auch dann keine Rede sein.

MONIKA MÜLLER (Wolfenbüttel) untersuchte die Entstehungsgeschichte und den historischen Kontext des Bernwardpsalters (Wolfenbüttel Cod. 113 Noviss. 4). Die primäre Konzeption des im Auftrag von Bischof Bernward von Hildesheim ausgeführten Psalters sei auf den Gebrauch in einer Bischofskirche ausgerichtet, zusätzlich aber auch für die private Devotion vorgesehen gewesen. Modifikationen des Textes würden jedoch eine Nutzung in der Hildesheimer Michaelisabtei belegen. Die Handschrift mit ihren 14 Goldinitialen – die Schmuckseiten sind heute verloren – wurde wohl um 1014 von dem Regensburger Schreiber Guntbald ausgeführt, und zwar als letzte in der Reihe der vier sogenannten Guntbald-Handschriften. Der Initialstil weise auf die Regensburger Buchmalerei hin und wurde laut Müller von Regensburg aus nach Fulda und Hildesheim exportiert. BERTRAM LESSER (Wolfenbüttel) stellte Wege der Bücherverbreitung in der Devotio moderna am Beispiel der Überlieferung des ‚Chronicon Windesemense‘ von Johannes Busch vor. Lesser betrachtete, Nikolaus Staubach folgend, die Bewegung der Devotio moderna als „Textgemeinschaft“, die durch eine produktive und rezeptive Teilnahme an einem bestimmten Corpus von Texten gekennzeichnet gewesen sei. Gleichzeitig sei ein systematischer und gezielter Aufbau von Bibliotheken in den zugehörigen Konventen ebenso wie eine intensive Handschriftenproduktion betrieben worden. Am Beispiel der Chronik des Johannes Busch stellte Lesser Verbreitungsprozesse wie Kopieren und Verleihen innerhalb dieser Textgemeinschaft dar. BRITTA-JULIANE KRUSE (Wolfenbüttel) zog ein erstes Resümee ihrer Rekonstruktion der historischen Buchbestände aus den beiden Augustinerchorfrauenstiften Steterburg und Heiningen. Die Zeitschnitte der Bestandsbildung werden von ihr im Kontext der Geschichte und des vielschichtigen, ordensübergreifenden Beziehungsgeflechts innerhalb der Klosterlandschaft untersucht. Für Steterburg ermöglichen zwei Inventare aus dem Hochmittelalter und der Reformationszeit ein besonders lebendiges Bild des Büchergebrauchs im Konvent, da sie laut Kruse die nutzungsorientierten Aufstellungsorte der Bücher in den Klostergebäuden erkennen lassen. Viele Details der Buch- und Lektürepraxis in beiden Stiften konnte die Referentin anhand der Ausstattung der Bücher, der Benutzungsspuren, der Besitz-, Stiftungs- und Schenkungsvermerke und des Sprachgebrauchs ermitteln. Zusätzlich sollen im Rahmen des Projektes relevante materielle Zeugnisse aus den Konventen erfasst und ausgewertet werden.

Die Präsentation von JAN BRUNIUS (Stockholm) und TUOMAS HÄIKKILA (Helsinki) über mittelalterliche Fragmente in Schweden und Finnland rückte ein Segment der Überlieferung in den Blick, das in den „handschriftenverwöhnten“ Teilen Europas oftmals kaum Beachtung findet. Da in Schweden und Finnland nur wenige Handschriften erhalten sind, bilden hier die Fragmente, die später zum Einbinden der königlichen Rechnungsbücher verwendet wurden, die Hauptmasse der mittelalterlichen Schriftüberlieferung. Jan Brunius berichtete über das Stockholmer Projekt der Katalogisierung von 22.900 Fragmenten aus 10.000 vorwiegend liturgischen Codices. Durch paläographische Analyse konnten teilweise die Provenienzen der Fragmente ermittelt werden, die laut Brunius wiederum Rückschlüsse auf Handelsbeziehungen oder Missionstätigkeit zulassen würden. Insbesondere der Transfer von Schriftlichkeit stand im Vordergrund des Vortrags von Tuomas Häikkila, der an der Katalogisierung von 11.000 mittelalterlichen Fragmenten in Finnland mitarbeitet. Die Fragmente wie auch erhaltene Handschriften und Drucke würden auf regen Schrift- und Buchtransfer aus England und Deutschland hinweisen, wobei im späten Mittelalter auch eine Vermittlungsbewegung in die andere Richtung festzustellen sei, wie etwa die Verbreitung der Legende des finnischen Schutzheiligen Henrik bis nach Köln belege.

FRANZ PRAßL (Graz) führte die Gleichzeitigkeit verschiedener liturgischer Entwicklungen anhand der von Bischof Sigebert von Minden im St. Galler Scriptorium bestellten ‚Mindener Gradualien‘ vor Augen. Die Neumennotation der Gradualien, die um 1020 geschrieben wurden, deutete Praßl als nachträgliche Niederschrift, als Erinnerungshilfe für weitere Aufführungen. Ein Vergleich von Melodieversionen in den Mindener Gradualien mit der St. Galler Liturgie zeige, dass zur selben Zeit offensichtlich verschiedene musikalische Auffassungen derselben Texte realisiert worden wären. Diese deutete der Referent nicht als festgefügte, konkurrierende Fassungen, sondern als musikalisch-rhetorische Interpretationen der Cantoren, die die Handschriften auch geschrieben hätten. Franz Praßl intonierte die Melodievarianten selbst und vermittelte dadurch auf lebendige Weise die mittelalterliche Gesangskunst mit ihrer Modulations- und Aussagebreite. Abschließend entwickelte ANDREAS HAUG (Würzburg) grundsätzliche Überlegungen zum Zusammenhang von Schriftlichkeit und Kulturtransfer. Der Referent kritisierte, dass vielfach moderne Annahmen über Schriftlichkeit und Schriftlosigkeit an die mittelalterlichen Quellen herangetragen würden, die den Blick für das Verhältnis von Schrift im Vergleich zur Bedeutung personeller Vermittler und Mündlichkeit verdecken würden. Haug vertrat die These, dass die vermittelnden Personen als die eigentliche Autorität verstanden worden wären, während das liturgische Buch eher als Beglaubigung oder Kontrollinstanz gegolten hätte. Demnach sei von einer Gleichzeitigkeit und einem subtilen Wechselspiel zwischen beiden Formen der Vermittlung, nicht aber von einer „Entwicklung“ von der Schriftlosigkeit zur Schriftlichkeit auszugehen. Indem der Vortrag die Komplexität von Schriftlichkeit und Kulturtransfer reflektierte, brachte er viele auf der Tagung angesprochene Aspekte der Thematik auf den Punkt. Insgesamt konnten die einzelnen Beiträge durch die hohe Gesprächsbereitschaft aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielfach ergänzt und erhellt werden. Der interdisziplinäre Zuschnitt des Arbeitsgesprächs erwies sich hierbei als hilfreich und inspirierend.

Der methodische Ansatz der Tagung, die Untersuchungsergebnisse der zahlreichen Handschriftenprojekte in übergreifende aktuelle Fragestellungen einzubinden und auf diese Weise für die Forschung fruchtbar zu machen, hat sich als gewinnbringend und anregend erwiesen. Darüber hinaus bieten gerade diese Projekte faszinierende Einblicke in die mittelalterliche Schriftkultur und Wissensvermittlung, in Skriptorien und Klosterbibliotheken.

Konferenzübersicht:

1. Schriftkultur und Bücherverbreitung

Hedwig Röckelein (Göttingen):
Historische Entwicklung von religiösen Landschaften in Norddeutschland

Almut Schneider (Eichstätt):
Differenz und Eigenwert: Sprachenvielfalt und regionale Identität in Texten des deutschen Mittelalters

Patrizia Carmassi (Wolfenbüttel):
Halberstädter Skriptorien? Das Zeugnis der Handschriften

Harald Müller (Aachen):
Humanistische Briefkultur als Form des schriftlichen Wissensaustauschs und der Netzwerkbildung

Almut Breitenbach (Münster):
Frauenklöster und Schriftlichkeit: kulturelle und geographische Horizonte (Süddeutschland)

Festvortrag:
Thomas Haye (Göttingen):
Die Entstehung und Entwicklung mittelalterlicher Literatur im
(nieder-)sächsischen Raum

Bertram Lesser (Wolfenbüttel):
Kaufen, Kopieren, Verleihen. Wege der Bücherverbreitung in der Devotio moderna

Britta-Juliane Kruse (Wolfenbüttel):
Erwartetes und Unverhofftes: Bestandsanalysen zur Buchkultur in Augustinerchorfrauenstiften des Bistums Hildesheim

Jan Brunius (Stockholm) und Tuomas Häikkila (Helsinki):
Zentrum und Peripherie: Finnland/Schweden und Deutschland: die HSS-Fragmente als Zeugnisse der mittelalterlichen Buchkultur

2. Verhältnis von Schrift und Bild

Jeffrey Hamburger (Cambridge, MA):
Penance in Paradise: Lenten Imagery in the Liturgical Manuscripts from the Dominican Convent of Paradies bei Soest

Aliza Cohen-Mushlin (Jerusalem):
Schreiber und Maler: Einflüsse, Mitarbeit und Antagonismus

Monika Müller (Wolfenbüttel):
Der Bernwardpsalter - Schriftkultur und Heiligenkult im Hildesheimer Michaeliskloster

3. Rolle von Liturgie und Gesang

Felix Heinzer (Freiburg):
Klausur der Texte - Zum kodifizierten Rahmen der Frömmigkeitskultur der Dominikanerinnen

Franz Praßl (Graz):
Die Mindener Gradualien

Andreas Haug (Würzburg):
Musik als Medium des Kulturtransfers

Zitation
Tagungsbericht: Schriftlichkeit und Kulturtransfer im norddeutschen Raum, 07.10.2009 – 09.10.2009 Wolfenbüttel, in: H-Soz-Kult, 12.12.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2892>.