Das Schamgefühl zwischen Strafe und Buße. Der soziale Gebrauch des Schamgefühls im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

Ort
Paris
Veranstalter
Bénédicte Sère (Universität Paris Ouest Nanterre); Jörg Wettlaufer (Universität Kiel); Universität Paris Ouest Nanterre; Deutsches Historisches Institut Paris; Institut de France.
Datum
21.10.2010 - 23.10.2010
Von
Satu Lidman, Rechtsgeschichte Juristische Fakultät, Universität Turku, Finnland

Ende Oktober tagte eine enthusiastische und internationale Gruppe von „Schamspezialisten“ und „Schamforschern“ in Paris, um die Erforschung der Geschichte des Schamgefühls interdisziplinär voranzutreiben. Unterstützt wurde die Tagung von der Fritz Thyssen Stiftung. In ihrer Einführung betonten BÉNÉDICTE SÈRE (Nanterre) und JÖRG WETTLAUFER (Kiel) die Möglichkeiten, die eine interdisziplinäre und epochenübergreifende Analyse von Scham mit sich bringe. Ziel der Tagung sei es, in vier aufeinander bezogenen Sektionen den historisch-kulturellen Kodierungen von Scham, insbesondere aus christlich-theologischen und strafrechtlichen Perspektiven und durch Beobachtungen ihres sozialen Gebrauchs näher zu kommen.

In der ersten Sektion wurden semantische Aspekte des Schambegriffes von der Antike bis ins Frühmittelalter behandelt. Im klassischen Latein wurden unter anderem die Begriffe erubescentia, pudor und verecundia verwendet, die heute alle mit Scham übersetzt werden können und ein entsprechend weites, sich historisch verschiebendes semantisches Feld abdecken. Diese Bedeutungsverschiebungen der Scham in den jeweiligen Kulturen können daher am besten durch semantische Analysen erfasst werden.

JEAN FRANCOIS THOMAS (Montpellier) erörterte einleitend das römische Konzept der Schambegriffe im Kontext von Recht und öffentlicher fama. Scham und Schande standen in enger Verbindung mit einem Mangel an Ehre und so besaßen die Begriffe ignominia und infamia eine zentrale Bedeutung. Die römischen Juristen differenzierten zwischen mehreren Stufen von Schande, unter anderem einer sozialen Unehre, also einem üblen Ruf ohne eigentliche rechtliche Auswirkungen und der Möglichkeit, diffamierende Strafen mit wesentlichen Einflüssen auf die Rechtsstellung des Verurteilten zu verhängen.

Die amerikanische Kirchenhistorikerin VIRGINIA BURRUS (Madison) befasste sich anschließend mit Schamkonzepten der spätantiken Autoritäten (Plotinus, Antonius, Augustinus) im Zusammenhang von sowohl geistigen als auch leiblichen Leidenschaften. Im Gegensatz zu den römischen Idealen von Ehre wurde im frühen Christentum nun auch die Scham etwas Begehrenswertes: Einerseits haben Asketen und Märtyrer sich – oder wurden, wie selbst Christus – öffentlich beschämt, andererseits galt die Beichte als ein beschämender Ritus.

Der Vortrag von BRUNO DUMÉZIL (Nanterre) demonstrierte die Schwierigkeit, den genauen Bedeutungen von Scham in den frühmittelalterlichen normativen Quellen nachzugehen. Im Gegensatz zur christlichen Bewertung der Scham sind sie im weltlichen Bereich zu dieser Zeit eher negativ gefärbt. Decalvatio und harmschar, aber auch Verstümmelungen oder Rutenschläge konnten dauerhaft den Ausschluss von öffentlichen oder kirchlichen Ämtern nach sich ziehen.

ROB MEENS (Utrecht) präsentierte im Anschluss daran die These, dass die Zweiteilung zwischen „öffentlicher“ und „privater“ Buße besonders im frühmittelalterlichen Kontext anachronistisch sei und eine Unterscheidung zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Sünden häufig schwer gefallen sein muss. In den öffentlichen Bußritualen wurden Scham und Selbsterniedrigung zugleich zu einem sozialen und politischen Mittel, mit dem religiöse wie machtpolitische Ziele (Ludwig der Fromme) zugleich verfolgt wurden.

Die zweite Sektion gliederte sich chronologisch nahtlos an die vorangehende, indem sie nunmehr das Gewicht auf den theologischen Diskurs und die Praxis des Hoch- und Spätmittelalters legte, einer Zeit, in der das Schamgefühl hauptsächlich im Kontext des Bußsakraments thematisiert wurde. SILVANA VECCHIO (Ferrara) konnte leider nicht wie geplant anreisen, ihr in die Sektion einführender Beitrag über verecundia im theologischen Diskurs des 12. und 13. Jahrhunderts wurde allerdings von Nicole Bériou verlesen. Sie wies darauf hin, dass in dem mittelalterlichen System von Passionen die Scham keinen bedeutenden Platz einnimmt, sondern sie meistens im Kontext von anderen Gefühlen, wie etwa Angst, behandelt wird. Eine Ausnahme bilde ein Text von Richard de Saint Victor aus Mitte des 12. Jahrhunderts.

Der Beitrag von BÉNÉDICTE SÈRE (Paris) stellte den Wandel der Vorstellung von Scham als Strafe im Kontext von scholastischer Literatur des Spätmittelalters vor. Sie konzentrierte sich dabei insbesondere auf die Nikomachische Ethik und die Rhetorik von Aristoteles, aber auch auf Auslegungen von Genesis 3. In dem reichen scholastischen Wortschatz der Scham wurde der Begriff erubescentia am häufigsten verwendet, aber unter anderem auch verecundia, turpitudo und confusio kommen vor. Das semantische Feld konnte sich dabei auf Furcht oder Schmerz, aber auch auf Scham als direkte Konsequenz von Sünde erstrecken. Auch hier besaß die Scham zwei Dimensionen: sie war verknüpft mit sozialem Respekt aber auch zugleich ein begehrenswertes moralisches Ziel.

In seinem Vortrag näherte sich DAMIEN BOQUET (Aix-en-Provence) der Schamproblematik vom Standpunkt der religiösen Erniedrigung aus an, so wie diese in den hochmittelalterlichen Vitae weiblicher Heiliger zu finden ist. Scham ist in diesem Kontext stark mit Körperlichkeit verbunden. CATHERINE VINCENT (Nanterre) erörterte anschließend die pastoralen Verwendungsformen des Schamkonzeptes als Mittel der Disziplinierung von Sündern. Spätestens seit dem 12. Jahrhundert sei Scham im Zusammenhang von individueller Verantwortung für Erlösung in der pastoralen theologischen Literatur verwendet worden.

In dem Vortrag von FRANCO MORENZONI (Genf), der sich mit guter und schlechter Scham in den Bußhandbüchern und Predigten des 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts beschäftigte, wurde erneut betont, dass Scham in dieser Zeit als ein ernstes Hindernis für Beichten und Bußen angesehen wurde. Sie konnte aber auch als Wächter der Schamhaftigkeit funktionieren und jemanden dadurch vor Sünde retten. Seine These, Scham hätte, abgesehen vom Traktat "de vera et falsa poenitentia", nur eine untergeordnete Rolle in der Diskussion über Beichte und Buße im zwölften Jahrhundert gespielt, wurde anschließend kontrovers diskutiert. Die Dualität von Scham wurde ebenso im Beitrag von KATHARINA BEHRENS (Göttingen) beleuchtet. Sie betonte besonders die didaktische Funktion von Scham in der spätmittelalterlichen religiösen Traktatliteratur. Schamhaftigkeit wurde positiv bewertet, aber Schande und das Beschämen wiesen direkt auf die Hölle hin und wurden so didaktisch instrumentalisiert, wenngleich im Paradies und im Himmel "Schamfreiheit" herrschten.

Die dritte Sektion der Tagung thematisierte den sozialen Gebrauch von Scham primär im Bereich der Strafrechtsgeschichte und als ein Teil der Herrschaftsstrategie des ausgehenden Mittelalters. Es wurde nach einer Antwort auf die Frage gesucht, welche Rolle der theologische Diskurs und die seelsorgerische Praxis für die Ausbreitung beschämender Strafen im Laufe des Mittelalters spielten. Der erste Vortrag, basierend auf einer deutsch-japanische Zusammenarbeit von JÖRG WETTLAUFER (Kiel) und YASUHIRO NISHIMURA (Kyoto), verglich westeuropäische und asiatische beschämende Strafen auf fünf Ebenen (Form und Erscheinung, Ursprung und Entwicklung, Strafzwecke, Bedeutung des Gruppenzusammenhalts, Bedeutung von Religion). Der Schwerpunkt lag dabei auf japanischen Quellen der Edo-Periode (1603-1868).

In ihrem Beitrag entwickelte die finnische Rechtshistorikerin SATU LIDMAN (Helsinki) die Thematik ebenfalls auf den Spuren der Vergleichbarkeit der Strafpraxis frühneuzeitlicher westeuropäischer Gesellschaften und anderer patriarchalisch-traditioneller Systeme in Hinblick auf die gesellschaftliche Stellung der Frau im Kontext der Menschrechte. Damit hob sie die Diskussion aus der historischen Perspektive auf eine aktuelle und übergreifende Ebene.

Der Vortrag von FRIEDERIKE NEUMANN (Bielefeld) befasste sich mit öffentlichen Bußen in der kirchlichen und weltlichen Sanktionierungspraxis des 15. bis 17. Jahrhunderts am Beispiel des Bistums Konstanz und der Stadt Freiburg im Breisgau. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts seien öffentliche Bußen allerdings zunehmend durch private Praktiken ersetzt und gleichzeitig seien die vom Stadtrat verhängten kirchenbußenartigen Sanktionen häufiger geworden: der Rat habe somit - so ihre These - die von der Kirche hinterlassene Lücke in der öffentlichen und damit auch beschämenden Disziplinierung gefüllt.

DANIEL LORD SMAIL (Cambridge, MA) eröffnete mit seinem Beitrag über spätmittelalterliche Schuldenprozesse in Marseille und Lucca ein ganz anderes Betrachtungsfeld, nämlich Scham im Kontext von Schulden, Pfändung und Armut. Dies war ebenfalls Gegenstand des Vortrags von JULIE CLAUSTRE (Paris). Im Paris des 15. Jahrhunderts wurden diejenigen, die einen persönlichen Bankrott erlebten und ihre Schulden nicht bezahlen konnten, mit symbolischen Prozessionen erniedrigt und dem öffentlichen Spott ausgesetzt. Diese Strafrituale waren zwar schändlich und entehrend, konnten aber zugleich vor schlimmeren Strafen wie Gefängnis oder Exkommunikation bewahren.

Über die Wandlungsprozesse der frühneuzeitlichen Strafpraxis in England sowohl im kirchlichen und strafrechtlichen Gebiet als auch in der Volksjustiz berichtete MARTIN INGRAM (Oxford). Er stellte fest, dass zumindest im englischen Kontext die beschämenden Formen der kirchlichen und weltlichen Strafrituale im Lauf des 16. Jahrhunderts wesentlich sporadischer wurden, wenngleich sie aber im populären Gebrauch (-charivari) bis weit in das 19. Jahrhundert weiterlebten.

Den Abschluss der dritten Sektion markierte der Vortrag des englischen Kriminalhistorikers DAVID NASH (Oxford). Mit Blick auf die Frage nach historischer Kontinuität wurde der weit verbreitete Gedanke von modernen Gesellschaften als guilt cultures in Frage gestellt und damit hervorgehoben, dass Scham auch in der Moderne eine entscheidende Rolle in der Regulation und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen und Normen spielt.

Die vierte und letzte Sektion öffnete die Diskussion über den sozialen Gebrauch des Schamgefühls disziplinär und chronologisch. Als eine kulturell wandelbare, aber universale menschliche Emotion wird Scham auch intensiv in der Soziologie, der Kriminologie und Anthropologie sowie selbstredend in der Psychologie erforscht.

PETER MÜNSTER (Bad Münstereifel) stellte zunächst das kriminologische Konzept des reintegrative shaming, einer vor 20 Jahren entwickelten Theorie des australischen Kriminologen John Braithwaite vor. In diesem Modell werden Scham und Beschämung in die moderne strafrechtliche Sozialkontrolle integriert, um bestimmte Delikte zu sanktionieren. Es geht dabei nicht um eine Wiederbelebung der mittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Strafjustiz, sondern um eine alternative Sanktionsform, die Stigmatisierung und Exklusionseffekte zu vermeiden versucht.

Der Soziologe AXEL PAUL (Siegen) betrachtete anschließend das ambivalente Verhältnis von Scham und Gewalt am Beispiel der postkolonialen Gesellschaft Ruandas und besonders im Hinblick auf den dortigen Genozid im Jahre 1994. Es wurde überlegt, wie weit ein theoretischer Zugang über das Schamgefühl dabei helfen könnte, die in der Literatur zum ruandischen Völkermord bisher unzureichend erklärte Grausamkeit als (Über)Kompensation von erlittenen Beschämungen besser zu verstehen. Der Beitrag weitete zugleich den Blick auf die Beschämung ganzer Gruppen und somit das Problem kollektiver Scham.

In dem Vortrag des friesischen Historikers HAN NIJDAM (Leeuwarden) wurde das Verhältnis von Scham und Ehre zu Vergeltung, Rache und Versöhnung am Beispiel des spätmittelalterlichen Friesland diskutiert. Er legte in seinen Ausführungen die Betonung auf die enge Verbindung von Scham und Ehre mit dem menschlichen Körper. Wurde zum Beispiel die physische oder sexuelle Integrität verletzt, war dies immer eine ernste Verletzung der Ehre.

Der französische Psychologe SERGE TISSERON (Paris) betonte in seinem Beitrag die Distinktion zwischen Scham und Schamhaftigkeit bzw. Bescheidenheit einerseits und zwischen Scham- und Schuldgefühle andererseits. Das Schuldgefühl sei ein Mittel zur Reintegration, aber Scham führe oft zur Stigmatisierung und Ausgrenzung aus der Gemeinschaft.

Der Vortrag der deutschen Anthropologin BIRGITT RÖTTGER-RÖSSLER (Berlin) mit dem Haupttitel „Die Augen der Anderen“ hat abschließend die interdisziplinäre Behandlung der Thematik der Tagung auf eine besondere Weise zusammengeführt. Schamvorstellungen haben in den heutigen indonesischen Gesellschaften eine besondere Bedeutung für das alltägliche Leben. Der entscheidenden Punkt im Hinblick auf die Entstehung von Scham sei in der schamsensitiven indonesischen Kultur die Öffentlichkeit des Fehlverhaltens.

In der abschließenden Zusammenfassung von NICOLE BÉRIOU (Lyon) wurden die unterschiedlichen Ansätze aus der Perspektive der Religionsgeschichte zusammengefasst und diskutiert. Grundsätzlich fand die im Zentrum der Tagung stehende These des besonderen sozialen Gebrauchs des Schamgefühls im Hoch- und Spätmittelalter sowie der Beeinflussung des entstehenden öffentlichen Strafrechts durch das Konzept der Scham als Teil der Buße: „Confessio peccati pudorem habet, et ipsa erubescentia est gravis poena“ (Petrus Lombardus) und „Erubescentia enim ipsa partem habet remissionis“ (Pseudo-Augustinus) sowie ihrer Bedeutung bei der öffentlichen Kirchenbuße Zustimmung, wenngleich eine breitere Quellenbasis wünschenswert wäre. Der interdisziplinäre Zugang stellte die historisch-kulturellen Kodierungen der Scham in einen breiteren Kontext wissenschaftlicher Zugänge zu dieser Emotion und sollte helfen, ein vollständigeres Bild des Phänomens zu gewinnen. Die Geschichte des Schamgefühls präsentierte sich als ein vielschichtiges, weitgehend noch unerforschtes Thema und bietet somit ein weites Feld für zukünftige Forschung.

Die Tagung führte erfolgreich mehrere bislang unvernetzte Projekte aus den Bereichen der Straf- und Kriminalitätsgeschichte sowie der Religionsgeschichte aus verschiedenen Ländern zusammen. Eine Weiterführung des Dialogs im Rahmen eines internationalen Forschernetzwerks (Shame Studies in History Network, SSIHN) unter der Organisation von David Nash und Jörg Wettlaufer lädt dabei alle interessierten Kolleginnen und Kollegen zur Mitarbeit ein (bei Interesse bitte mit einem der beiden Kontakt aufnehmen). Eine Veröffentlichung der Tagungsakten ist in der Reihe Micrologus geplant. Die ausführlichen Abstracts der Tagungsbeiträge (dreisprachig übersetzt) sowie weitere Informationen zu dem geplanten Netzwerk finden sich auf der Internetseite der Tagung.[1]

Konferenzübersicht:

Bénédicte Sère (Paris) und Jörg Wettlaufer (Kiel): Les usages sociaux de la honte dans l'histoire. État des lieux de la question

I. Semantik und Diskurse der Scham in Antike und Frühmittelalter

Jean François Thomas (Montpellier): La honte à Rome: aspects juridiques

Virginia Burrus (Madison): Bodies, Desires, Confessions: Shame from Plotinus to Augustine

Bruno Dumézil (Nanterre): Faire honte dans les sources normatives du Haut Moyen Âge (Ve-VIIe siècle)

Rob Meens (Utrecht): Penance, shame and honour in the early Middle Ages

II. Scham, Beichte und Buße in theologischem Diskurs und in der Praxis

Silvana Vecchio (Ferrara) (verlesen von Nicole Bériou): La honte et la faute. La réflexion sur la verecundia dans la littérature théologique du XIIe et XIIIe siècle

Bénédicte Sère (Paris): Penser la honte comme sanction dans la scolastique des XIIIe-XVe siècles

Damien Boquet (Aix-en-Provence): "Rougir pour le Christ": la honte vergogneuse des mulieres religiosae aux XIIe-XIIIe siècles

Catherine Vincent (Nanterre): Effacer la honte : nouveau regard sur quelques pratiques pastorales des XIIIe-XVe siècles

Franco Morenzoni (Genf): La bonne et la mauvaise honte dans la littérature pénitentielle et la prédication (fin XIIe-déb XIIIe siècles)

Katharina Behrens (Göttingen): Zwischen Himmel und Hölle. Scham in spätmittelalterlicher religiöser Traktatliteratur

III. Scham und Strafe - Schand- und Ehrenstrafen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Jörg Wettlaufer (Kiel) und Yasuhiro Nishimura (Kyoto): The history of shaming punishments and public exposure in penal law in comparative perspective: Western Europe and Japan.

Satu Lidman (Helsinki): Past and present public shaming. Early modern German punishments in universal context.

Friederike Neumann (Bielefeld): Öffentliche Bußen in der kirchlichen und weltlichen Sanktionierungspraxis des 15.-17. Jahrhunderts

Daniel Lord Smail (Cambridge): Debts and Humiliations in Fourteenth-Century Marseille and Lucca

Julie Claustre (Paris): La honte de l'endetté (Paris, XVe siècle)?

Martin Ingram (Oxford): Shame Punishments and Penance in Early Modern England

David Nash (Oxford): Shame and Modernity

IV. Perspektiven einer Geschichte der Scham zwischen Strafe und Buße

Peter Maria Münster Bad (Münstereifel): Das Konzept des reintegrative shaming: Wiederentdeckung von Scham und Beschämung in der strafrechtlichen Sozialkontrolle

Axel Paul (Siegen): Gewaltverbrechen, Schamprozesse. Überlegungen zu einer Soziologie der Emotionen im ruandischen Genozid

Han Nijdam (Leeuwarden): Embodied Honour and Shame in Medieval Frisia

Serge Tisseron (Paris): Valoriser la honte, de la catastrophe à l'affiliation

Birgitt Röttger-Rössler (Berlin): Die Augen der Anderen. Schamkonzeptionen in gegenwärtigen südostasiatischen Gesellschaften

Nicole Bériou (Lyon): Conclusion / Zusammenfassung

Anmerkungen:
[1] Vgl. <http://www.shamestudies.de/paris> (28.11.2010).

Zitation
Tagungsbericht: Das Schamgefühl zwischen Strafe und Buße. Der soziale Gebrauch des Schamgefühls im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, 21.10.2010 – 23.10.2010 Paris, in: H-Soz-Kult, 11.12.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3427>.