Grenzen der Antike. Die Produktivität von Grenzen in Transformationsprozessen

Ort
Berlin
Veranstalter
Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“, Humboldt-Universität zu Berlin
Datum
12.05.2011 - 14.05.2011
Von
Stefan Schlelein / Sebastian Möckel / Marco Walter / Anna Heinze, SFB 644 „Transformationen der Antike“, Humboldt-Universität zu Berlin

In der Folge des ‚spatial turns‘ sind Grenzen in den letzten Jahren insbesondere in den historischen Wissenschaften vermehrt in den Fokus des Interesses getreten, wie aus der Vielzahl an Tagungen und Konferenzen zum Thema zu ersehen ist, nicht zuletzt dem Historikertag 2010 „Über Grenzen“.

Der Berliner Sonderforschungsbereich ‚Transformationen der Antike‘ hat das Thema in seiner Jahrestagung unter dem Titel ‚Grenzen der Antike‘ ebenfalls aufgenommen und dabei ‚Grenzen‘ in einem weiten Sinne verstanden, der über räumlich-politische hinaus auch epistemische, kulturelle oder institutionelle Grenzen umfasst und damit z.B. die Begrenzungen und Limitierungen von Wissensordnungen beinhaltet. Während die Veranstalter einerseits von der Notwendigkeit von Grenzen zur Stabilisierung jeglicher Ordnung ausgingen, betonten sie andererseits die produktiven Potentiale ihrer Transgression. Die „Grenzen der Antike“ fragten in diesem Sinne also nicht nach den geographischen oder epochalen Limits des Altertums, sondern danach, wie in nachantiken Epochen mit oder gegen die Antike Ordnungen unterschiedlichster Art etabliert, stabilisiert oder überschritten wurden, wer die Agenten eines solchen Umgangs mit ‚antiken Grenzen‘ waren und welche Motivationen hinter ihrem Handeln stand.

Dies wurde in vier thematischen Sektionen untersucht. ALBRECHT KOSCHORKE (Konstanz) beschäftigte sich zu Beginn der ersten Sektion „Transgressionen und Grenzgänge“ mit dem mosaischen Exodus, der ein räumliches, politisch-konstitutionelles und eschatologisches Schwellengeschehen entwirft. Das polymorphe Masternarrativ verbindet dabei Elemente eines Freiheitsmythos, von Gesetzgebung und Landverheißung. Lässt sich Erzählen als ein mnemonischer Prozess vereinfachender Schemabildung verstehen, so zeige sowohl die Entstehung als auch die Rezeption der biblischen Erzählung gerade keine Vereinfachungen. Die Unstimmigkeiten und Polyvalenzen des Textes werden dabei funktional: sie entwickelten eine produktive Sinnstiftungskraft angesichts der unterschiedlichen Interessen und Intentionen, die der Text zu erfüllen hatte. Im Schwellenraum am Berg Sinai entfalte sich, so Koschorke, die Inszenierung der Ambivalenz von Profanität und Sakralität und deren kommunikativer Vermittlung.

STEPHAN GÜNZEL (Berlin) verband einen raumtheoretischen Ansatz mit einem historischen Überblick. Dabei ließ er sich von der These leiten, dass moderne Grenzvorstellungen als Transformation antiker Grenzvorstellungen aufzufassen seien, selbst wenn diese nicht in ihrer Antikereferenz markiert und reflektiert werden. Als genuin antike Raumauffassung verstand Günzel Konzeptionen, in denen die Grenze der Raumkonstitution vorausgeht. Dies lasse sich etwa bei Hesiods chaos-Begriff, der platonischen chora oder der aristotelischen Differenzierung der Dinge als Voraussetzung räumlicher Relationen nachweisen. In einem historischen Überblick zeichnete Günzel neuzeitliche Raumkonzeptionen als nicht-markierte Appropriationen dieses antiken „Grenz-Apriori“ nach. Die „Selbigkeit“ der Dinge bei Heidegger, die Logik der differentiellen Markierung bei Spencer Brown, Derridas chora-Konzept oder die Differenzierung von ‚System‘ und ‚Umwelt‘ nach Luhmann - alle diese Konzepte lassen sich als Wiederkehr einer antiken Denkfigur auffassen.

JULIA WEITBRECHT (Berlin) untersuchte am Beispiel des mittelhochdeutschen Lucidarius, wie antikes Wissen in den Grenzen eines christlichen Rezeptionskontextes tradiert und narrativ bearbeitet wurde. Dabei entfaltete sich eine Doppelgeste der Zurückweisung und Integration, denn die Kontinuierung antiken Wissens erforderte einen kognitiven und epistemischen Aufwand der Bearbeitung, in der das pagane Wissen ‚eigen‘ gemacht wurde. In der Narrativierung exkludierten paganen Wissens erfolgt die ‚Absicherung‘ für die heilsgeschichtliche Inkludierung. Am Beispiel der monströsen Weltrandbewohner Indiens wurde gezeigt, wie die den christlichen ordo in Frage stellenden Mischwesen durch die Etablierung eines narrativen Geschehenszusammenhangs legitimiert werden konnten. Dies konnte durch Zitation anderer Erzähltexte ebenso geschehen wie in der Adjunktion euhemeristischer Interpretationen. Die Existenz der monströsen Völker wurde zudem heilsgeschichtlich als Konsequenz des Sündenfalls auserzählt.

ALEIDA ASSMANN (Konstanz) stellte in ihrem Abendvortrag mit der katabasis – einer besonderen Kontaktzone zwischen den Lebenden und den Toten – ein antikes Grenznarrativ in den Mittelpunkt einer Transformationsgeschichte, die die unterschiedliche Funktionalisierung der Unterweltreise bei James Joyce und Ezra Pound untersucht. Bei Joyce wird der Mythos zum Bauplan für eine entmythologisierte Erzählung, die als Komplettumbau der antiken Referenz in Erscheinung tritt. Der Hades wird zum Kirchhof – und zum Schauplatz eines grotesken Ineinander von Erinnern und Vergessen, von Faszination und Schauer angesichts des Todes. Ezra Pounds Canto I ist geprägt von dem Bedürfnis, mit den Toten zu kommunizieren. Hier wird katabasis zur Traumagestaltung des Massensterbens, in der nicht zuletzt die Übersetzung der antiken Verse eine höchstrelevante Form der Aneignung ist.

Die zweite Sektion, „Abgrenzung, Kanon, Affirmation“, wurde von der Kulturwissenschaftlerin IRIS DÄRMANN (Berlin) eröffnet. In ihrer Studie „Über sklavische Körper und soziale Identität“ spürte sie den kulturellen Praktiken der Abgrenzung zwischen Herr und Sklave vor allem in der Antike nach. Den klaren Abgrenzungsmechanismen in früher Zeit – sei es in räumlicher Hinsicht, durch Signierung oder die Anwendung von Körperstrafen – folgten im Zuge der Stoa einerseits und der Christianisierung andrerseits Umdeutungen und -wertungen dieses Verhältnisses. Ohne die Institution der Sklaverei grundsätzlich in Frage zu stellen, konnte der Sklave nun als frei im Geiste oder vor Gott beschrieben werden, wenn nicht wie bei Augustinus sowieso alle Sklaven Gottes waren.

Einen literaturwissenschaftlichen Ansatz verfolgte ALBRECHT DRÖSE (Berlin) in seinem Beitrag zur Transformation antiker Prodigiendeutung bei Brant und Luther. Zentral war für Dröse der Versuch Sebastian Brants, Prodigien wie die am Kopf zusammengewachsene Zwillinge von Worms zu deuten und in politische Beratung und Propaganda zu übersetzen. Da er hierfür die Form des populären Flugblattes verwendete, erlangte er große Bekanntheit, wodurch im Gegenzug immer neue Prodigien an ihn herangetragen wurden, deren schlüssige Interpretation von Fall zu Fall schwieriger wurde. Der zweite Teil des Vortrags beschrieb die Strategie von Luther und anderen Reformatoren, karikaturistische Mischwesen wie etwa den „Pabstesel“ oder das „Mönchskalb“ in ihrem Kampf gegen die römische Kirche propagandistisch zu verwenden.

Der Historiker und Latinist CHRISTOPHER CELENZA (Baltimore und Rom) widmete sich dem italienischen Gelehrten und Humanisten Lorenzo Valla. Im Vortrag zu den Praefationes seiner Adnotationes in Novum Testamentum zeichnete Celenza die Herausforderungen und Probleme nach, die sich für einen Übersetzer der Bibel im 15. Jahrhundert stellten. Insbesondere befand sich Valla im Dilemma, dass er den bis dahin als kanonisch betrachteten Vulgata-Text als fehlerhaft erkannte, sich aber vor den Folgen fürchtete, wenn er diese Meinung veröffentlichen würde. Seine Einleitungen spiegeln denn auch die versuchte Balance dieses Drahtseilaktes zwischen Kritik und Bescheidenheit, zwischen philologischem Ehrgeiz und theologischen Zwängen wider.

Den Abschluss der Sektion bot MICHAEL WEICHENHAN (Berlin) zum Thema „Wissen über Grenzen. August Wilhelm Schlegel, Wilhelm von Humboldt und Georg Wilhelm Friedrich Hegel lesen die Bhagavadgītā“. Das Werk aus dem antiken Indien wurde von den drei Rezipienten unterschiedlich aufgenommen. Schlegel übersetzte es ins Lateinische, da seiner Meinung nach nur eine synthetische Sprache geeignet sei, die ursprüngliche Struktur des ebenfalls synthetischen Sanskrit angemessen wiederzugeben. Humboldt begrüßte die Verbindung von Dichtung und Philosophie, die schon bei den Griechen getrennt gewesen seien, bevor Hegel das Werk objektivierend als geistesgeschichtliches Dokument anerkannte, ohne dessen Bedeutung überschätzen zu wollen. In der Diskussion kam einmal mehr die Frage nach den Ursachen für die Dominanz der römisch-griechischen Antike als Modell in der Neuzeit über ihre potentiellen Konkurrentinnen auf, die unter anderem mit der Brückenfunktion des Latein begründet wurde. Eine Verbindung, die etwa zur indischen Antike fehlt.

Die dritte Sektion, „Konstitution politisch-kultureller Räume“, wurde von ANNETTE DORGERLOH (Berlin) mit einem Vortrag über die Integration des Limes in Gartengestaltungen des 18. Jahrhunderts eröffnet. Der Limes, seit Tacitus und bis weit über die Reformation hinaus im kulturellen Bewußtsein Europas und gerade Deutschlands als Kulturgrenze und Konfliktzone fest verankert, sei in den Gartenanlagen aktualisiert worden, so Dorgerlohs These. In Gärten wie Schwetzingen oder Eulbach hätten deren Erbauer eine nachgebaute, teils auf echten Fundstücken beruhende Antike zur politischen Legitimation ihrer Häuser genutzt. Dabei integrierten sie zum Nachweis dynastischer Anciennität römische und autochthone Antiken und inszenierten die Limesgrenze als besonderes Spannungsfeld – ein Spannungsfeld, bei dem sich beide Pole zur Legitimitätssteigerung nutzbar machen ließen.

Im zweiten Beitrag beschäftigte sich EVA M. HAUSTEINER (Berlin) anhand des British Empire mit den „Grenzen des Imperiums“. Imperiale Grenzen seien häufig nicht eindeutig und eher als Kontaktzonen zu verstehen und territoriale Grenzen insgesamt nicht so entscheidend. Wichtig sei vor allem die Entscheidung darüber, was jeweils als maßgebliche Größe für eine imperiale Grenze zugrunde gelegt werde. Das Empire, so Hausteiner, sah sich dabei im 19. Jahrhundert vor doppelte Schwierigkeiten gestellt, war es doch eine Kombination aus territorialem Nationalstaat und Imperium. Im Diskurs der britischen Elite entwickelte sich Rom daher zur beliebten Referenzgröße. Rom diente als konkretes Handlungsvorbild, etwa in der Verwaltung, und zugleich als Legitimationsgröße eigenen Handelns. Als vorbildlich galt Rom insbesondere hinsichtlich der Zivilisierungsmission des Empire, der zentralen Legitimationsgrundlage für eigene imperiale Aktionen. Allerdings mußte hier bald das Scheitern der Bemühungen konstatiert werden und damit auch das Unvermögen, Rom in diesem Punkt nachzufolgen.

Einen Fall nationalstaatlicher Grenzziehungen nahm schließlich der letzte Vortrag der Sektion in den Blick, den OLIVER LEEGE (Berlin) unter den Titel „Griechische Grenzverschiebungen. Transformationen des Antike-Bildes im griechischen Nationalstaat“ gestellt hatte. Im Zentrum standen dabei zwei parallel ablaufende Transformationsprozesse, die zum einem aus einem Territorium des Osmanischen Reiches einen modernen Nationalstaat machten, und zum anderen das Selbstverständnis der orthodoxen Christen des entstehenden Griechenlands veränderten. Ziel sei es gewesen, für den neugeschaffenen Staat ein Nationalbewußtsein auf Grundlage der christlichen Religion und des klassischen Griechenlands zu stiften. Die Kontinuität wurde dabei etwa über die Sprache (antikisierende Regräzisierung) konstruiert, über die Kultur im allgemeinen und sogar durch eine Wiederbelebung antiker religiöser Kulte, die im Gegensatz zur christlichen Identität standen und den erheblichen Grad an Willkürlichkeit offenbarten, mit der (vermeintlich) antike Elemente in Dienst genommen wurden.

Den Abschluss der Tagung bildete die Sektion „Grenzen und Imaginationen des Wissens“. Hier zeigte zunächst MARCUS BECKER (Berlin) Funktionen von diskursiven und realen Grenzziehungen in Gartenprogrammen des 18. Jahrhunderts auf. Am Beispiel des Rheinsberger Schlossgartens untersuchte er ähnlich wie Dorgerloh die dynastisch motivierten Genealogie-Konstruktionen, die Herrschaftshäuser im 18. Jahrhundert unternehmen konnten, um ihren Status zu legitimieren: Ein 1717 erschienener Aufsatz des Gelehrten Christoph Pyl berichtete, dass Remus nach dem Bruderstreit keineswegs erschlagen wurde, sondern in die Gegend von Ruppin kam, hier seine eigene Stadt Remusberg (verderbt: Rheinsberg) gründete und am selben Ort seine Grabstätte fand. Obwohl die Geschichte noch von Pyl selbst widerlegt wurde, fanden Kronprinz Friedrich (II.) und nach ihm sein Bruder Prinz Heinrich Gefallen an ihr. Heinrich ließ bei der Umgestaltung der Rheinsberger Gartenanlage dann sogar einen als antike Ruine gestalteten Kenotaphen für den Römer errichten. Diese „Transformationsspiele“ zeigten nach Becker eine bewusste Transgression von epistemischen Grenzen, die eingesetzt wurde, um innerhalb der aktuellen Historiographie längst erledigte Wissensbestände flexibel und kreativ neu einsetzen zu können.

Wie in „Paris als neuem Rom“ die produktive Verschiebung der materiellen und epistemischen Grenzen der Antike wahrgenommen werden konnte, zeigte der Vortrag ANDREAS BEYERS (Paris) über Karl Friedrich Schinkels Frankreicherfahrung. In Paris konnte Schinkel die Dislokation der antiken Kunstwerke, die er im damaligen Musée Central des Arts studierte, nachvollziehen. Gleichzeitig hatte die nach dem Sturz Napoleons wieder „frei gewordene Antike“ in Frankreich, die nicht mehr politisch bekämpft werden musste, durch ihre Translation nicht nur räumliche Grenzen überschritten, sondern es war auch das Wissen um diese Antiken mobilisiert worden. Die durch Paris „gefilterte“ antike Architektur hatte Einfluss zum Beispiel auf Schinkels Bau des Berliner Alten Museums. Dieses zeigt die Begeisterung des Architekten für Bauwerke wie die Pariser Börse, die für eine modernisierte, aktualisierte und verzeitlichte Antike standen.

Anhand einer neuen Praxis des Theaterkostüms, die Karl von Brühl am Berliner Hoftheater einführte, untersuchte FRIEDERIKE KRIPPNER (Berlin) Grenzüberschreitungen, die eine Popularisierung und Differenzierung der Altertümer zur Folge hatten. Brühl wollte den Theaterzuschauern durch „historisch richtige“ Kostüme eine räumlich-zeitliche Einordnung der Stücke und der dargestellten Personen ermöglichen und dem Theater als „Bildungsanstalt“ eine neue Funktion zuweisen. Nicht mehr pauschalisierend als „Orientalen“, sondern differenzierter als Inder, Perser oder Ägypter sollten die Vertreter der antiken Völker erkennbar sein. Brühl griff dafür auf historische Quellen, vor allem auf die zeitgenössischen archäologischen Wissensbestände, zurück. So führte der neue Anspruch „historisch richtiger“ Bühnenkostüme zur Transgression institutioneller, medialer und epistemischer Grenzen, die sich produktiv zum Beispiel auf die „historische Einbildungskraft“ auswirkte.

Die Vorträge der Tagung spannten somit einen weiten thematischen und zeitlichen Bogen zum Umgang mit ‚antiken Grenzen‘ in Mittelalter und Neuzeit. Auch wenn der Bezug zu den übergeordneten Fragen der Tagung, etwa zum Phänomen und den Bedingungen von Grenzübertretungen, im einen oder anderen Beitrag noch schärfer hätte gefaßt werden können, wurde doch deutlich, wie gewinnbringend eine Analyse der vorgestellten Themen unter dem Gesichtspunkt der ‚Grenzen‘ insbesondere im Hinblick auf das transformationstheoretische Interesse des Sonderforschungsbereichs ist. Das Potential, das der Untersuchung von Grenzen hierfür innewohnt, wurde jedenfalls deutlich.

Konferenzübersicht:

Johannes Helmrath (Berlin): Begrüßung
Werner Röcke / Sebastian Möckel (Berlin): Einführung

Sektion 1: Transgressionen und Grenzgänge
Moderation: Hartmut Böhme

Albrecht Koschorke (Konstanz): Exodus. Gesetzgebung und Landnahme im kulturellen Gedächtnis Europas

Stephan Günzel (Berlin): Raumteilungen: Logik und Phänomen der Grenze

Julia Weitbrecht (Berlin): Die ordenunge dirre welt. Integration und Narrativierung antiken Wissens im mittelhochdeutschen Lucidarius

Abendvortrag
Aleida Assmann (Konstanz): Die durchlässige Grenze zwischen Lebenden und Toten. Unterweltreisen in der englischen Moderne

Sektion 2: Abgrenzung, Kanon, Affirmation
Moderation: Johannes Helmrath

Iris Därmann (Berlin): Grenzmarkierungen. Über sklavische Körper und soziale Identität

Albrecht Dröse (Berlin): Von Vorzeichen und Zwischenwesen. Zur Transformation antiker Prodigiendeutung bei Brant und Luther

Christopher Celenza (Baltimore und Rom): Die Theorie der Adnotationes in Novum Testamentum des Lorenzo Valla: Seine Praefationes im historischen Kontext

Michael Weichenhahn (Berlin): Wissen über Grenzen. August Wilhelm Schlegel, Wilhelm von Humboldt und Georg Wilhelm Friedrich Hegel lesen die Bhagavadgītā

Sektion 3: Konstitution politisch-kultureller Räume
Moderation: Werner Röcke

Annette Dorgerloh (Berlin): Der Limes als Kulturgrenze und seine Reflexion in Gartengestaltungen des 18. Jahrhunderts

Eva M. Hausteiner (Berlin): Grenzen der Zivilisation? Rasse, Raum und Rom im British Empire

Oliver Leege (Berlin): Griechische Grenzverschiebungen. Transformationen des Antike-Bildes im griechischen Nationalstaat

Sektion 4: Grenzen und Imaginationen des Wissens
Moderation: Lutz Bergemann

Marcus Becker (Berlin): Remus in Rheinsberg oder Leaping the fence the other way. Über die Funktionalität von Grenzziehungen in Gartenprogrammen des 18. Jahrhunderts

Andreas Beyer (Paris): „(...) die Franzosen mit einem Zauberschlage in ein antikes Volk verwandeln.“ Paris als neues Rom um 1800

Friederike Krippner (Berlin): „Historische Richtigkeit“ und die Grenzen des Wissens. Die Darstellung der Altertümer in Karl von Brühls Berliner ‚Ausstattungstheater‘1815–1828

Johannes Helmrath (Berlin): Schlusswort

Zitation
Tagungsbericht: Grenzen der Antike. Die Produktivität von Grenzen in Transformationsprozessen, 12.05.2011 – 14.05.2011 Berlin, in: H-Soz-Kult, 14.07.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3723>.