Das umstrittene Gedächtnis. Transnationale und innergesellschaftliche Erinnerungskonflikte in Europa nach 1945

Ort
Berlin
Veranstalter
Arnd Bauerkämper / Robert Zimmermann, Freie Universität Berlin
Datum
17.06.2011 - 18.06.2011
Von
André Keil / Christoph Meißner, Freie Universität Berlin

Am 17. Juni und 18. Juni 2011 fand an der Freien Universität Berlin der internationale Workshop „Das umstrittene Gedächtnis. Transnationale und innergesellschaftliche Erinnerungskonflikte in Europa nach 1945“ statt. Die von Arnd Bauerkämper und Robert Zimmermann organisierte Veranstaltung, die vom Stipendienfonds E.ON Ruhrgas im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft unterstützt wurde, konzentrierte sich auf die norwegische Nachkriegsgeschichte und ihre spezifischen Erinnerungskonflikte über den Zweiten Weltkrieg und die deutsche Okkupation. Die 16 Vorträge, die in sechs thematische Sektionen gegliedert waren, behandelten dabei ein breites Spektrum von Problemen, das von theoretischen und methodischen Überlegungen zum Konzept bis zur Vorstellung detaillierter Fallstudien zu einzelnen Erinnerungskonflikten reichte.

Eine erste Annäherung an das Thema lieferte STEFFEN BRUENDEL (Essen), der in seinem einleitenden Beitrag auf die praktische Relevanz der Auseinandersetzung mit Erinnerungs- und Identitätskonflikten in transnationalen Unternehmen hinwies. Wie er am Beispiel des Übergangs von der Ruhrgas AG zu E.ON Ruhrgas erläuterte, eröffnen historische Studien zu Erinnerungskulturen von Betrieben ein aussichtsreiches Forschungsfeld. Die anschließende erste Sektion widmete sich dann grundlegenden konzeptionellen und methodologischen Überlegungen zum Themenkomplex Erinnerungskonflikte. ARND BAUERKÄMPER (Berlin) präsentierte in seinem Vortrag die Grundzüge des von ihm geleiteten Forschungsprojektes zum Thema des Workshops, das vor allem vier Dimensionen untersuchen soll: erstens die Rekonstruktion der unmittelbaren Erfahrungen von Okkupation, Kollaboration und Widerstand in verschiedenen europäischen Ländern, zweitens die juristische Aufarbeitung der deutschen Besatzung in der Nachkriegszeit, drittens die jeweiligen spezifischen politischen Debatten und viertens die jeweiligen Erinnerungen einzelner gesellschaftlicher Gruppen und Akteure. Damit war auch das inhaltliche Gerüst des Workshops gegeben, in das sich die folgenden Beiträge einfügten. Einen Einblick in methodische Probleme bei der Auseinandersetzung mit Erinnerungskonflikten vermittelte BIRGIT SCHWELLING (Konstanz) mit ihrem Beitrag über die Aufarbeitung der Erlebnisse deutscher Kriegsgefangener in der frühen Bundesrepublik. Sehr anschaulich wurde aufgezeigt, wie konfliktträchtig das Aufeinandertreffen von Zeithistorikern und Zeitzeugen sein kann. Oft werden die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Gruppen zudem noch von konkurrierenden politischen Interessen und den daraus resultierenden Auseinandersetzungen aufgeladen.

In der zweiten Sektion wurde der Fokus auf die spezifisch norwegischen Erinnerungskonflikte gerichtet. ODD BJØRN FURE (Oslo) präsentierte in seinem Referat den aktuellen Forschungsstand zur Geschichte Norwegens im Zweiten Weltkrieg und den Umgang mit ihr in der Nachkriegszeit. Er wies dabei vor allem auf die erst seit den 1990er-Jahren offen diskutierten Widersprüche zwischen dem Leben breiter Bevölkerungsgruppen unter der deutschen Besatzungsherrschaft und dem für Norwegen identitätsstiftenden Narrativ der „Nation im Widerstand“ hin. So sei direkt das Widerstandsnarrativ, das mit Ausnahme der Kommunisten alle gesellschaftlichen Gruppen einschloss, nach dem Ende des Krieges für die nationale Identität Norwegens besonders wichtig gewesen. Dies habe jedoch im Gegenzug eine kritische Aufarbeitung der Kollaboration und der Beteiligung norwegischer Behörden an der Deportation der norwegischen Juden lange verstellt. Erst Mitte der 1990er-Jahre sei das dominante Widerstandsnarrativ in Teilen infrage gestellt worden und mittlerweile einer differenzierteren Betrachtung der deutschen Besatzungszeit gewichen. Gleichzeitig betonte Fure jedoch auch die Gefahr der Relativierung der Verbrechen, die von den deutschen Okkupanten und den norwegischen Kollaborateuren begangen wurden. Daran anschließend erläuterte HANS OTTO FRØLAND (Trondheim) den Stellenwert des Widerstandsnarrativs für Norwegens Außenpolitik in der Nachkriegszeit. Dabei wurde einerseits seine integrative Funktion für die norwegische Nachkriegsgesellschaft betont und anderseits auch auf die Implikationen für die norwegische Politik in der NATO und gegenüber Europa hingewiesen. So sei der NATO-Beitritt der Bundesrepublik 1955 angesichts der Erfahrung der deutschen Okkupation in Norwegen zwar kritisch kommentiert worden, aber im Zuge pragmatischer Überlegungen letztlich akzeptiert worden. In der Kampagne um den Beitritt Norwegens zur Europäischen Gemeinschaft (EG) zu Beginn der siebziger Jahre habe die Erinnerung an die deutsche Besatzung wiederum eine zentrale Rolle gespielt, unter anderem in Form des Arguments, dass ein Beitritt in die vermeintlich von der Bundesrepublik dominierte EG einer erneuten Besatzung gleichkäme. SUSANNE MAERZ (Freiburg) vermittelte in ihrem Referat einen Überblick über die Repräsentationen der konfligierenden Erinnerungen an die deutsche Besatzungszeit in der norwegischen Öffentlichkeit. Anhand einiger Beispiele aus diversen Publikationen und Fernsehproduktionen wurde der Wandel des Erinnerungsdiskurses beschrieben, der sich seit den siebziger Jahren in Bezug auf die Rezeption des Holocaust, hinsichtlich des Umgangs mit ehemaligen Mitgliedern der norwegischen Nasjonal Samling und im Hinblick auf das Schicksals der sogenannten „Kriegskinder“ vollzogen hat.

In der dritten und letzten Sektion des ersten Tages wurden schließlich die spezifischen Akteure des norwegischen Erinnerungskonflikts in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. ISELIN THEIEN und BJØRN WESTLIE (beide Oslo) beschrieben in ihrem Beitrag das jahrzehntelange Schweigen der norwegischen Öffentlichkeit über die Enteignungen der während der deutschen Okkupation geflohenen oder deportierten norwegischen Juden durch norwegische Behörden. Erst Mitte der 1990er-Jahre setzte eine öffentliche Debatte zu dem Thema ein, die unter anderem auch durch Recherchen Bjørn Westlies ausgelöst wurden und schlussendlich zu Entschädigungen der überlebenden Opfer oder der Nachkommen führten. Abschließend erläuterte HARALD ESPELI (Oslo) die Auseinandersetzung mit der ökonomischen Kollaboration norwegischer Unternehmen mit der deutschen Besatzungsmacht während des Zweiten Weltkrieges. So wurde dargelegt, dass nach dem Krieg in der Erinnerungskultur die Erzählung von der wirtschaftlichen Ausplünderung Norwegens vorgeherrscht habe, die jedoch in den letzten zwanzig Jahren durch neuere Forschungsergebnisse zunehmend infrage gestellt worden sei. Nach Espeli ist mittlerweile gesichert, dass viele Branchen in Norwegen eher von der Kollaboration mit der Besatzungsmacht profitiert hätten. Als herausragendes Beispiel wurde hierbei die Baubranche mit ihren „barrack barons“ genannt. Auch die juristische Aufarbeitung in der Nachkriegszeit habe sich nur gegen wenige prominente Unternehmen und Manager gerichtet; dagegen sei die große Masse der Profiteure nicht angetastet worden.

Die erste Sektion des zweiten Tages griff die akteurszentrierte Perspektive erneut auf, indem die Verfechter des dominanten Widerstandnarratives und ihrer Institutionen in den Mittelpunkt gerückt wurden. ROBERT ZIMMERMANN (Berlin) sprach über die Rolle der Verbände norwegischer Widerstandskämpfer im innergesellschaftlichen und transnationalen Erinnerungskonflikt nach 1945. Ausgehend von seinem akteursbezogenen Ansatz wurde die norwegische Basiserzählung kurz umrissen und die Rolle der ehemaligen Widerstandskämpfer darin verortet. Anschließend legte Zimmermann wichtige Debatten und Arbeitsfelder dieser Verbände anhand von Beispielen dar. In der anschließenden Diskussion wurden transnationale Bezüge zu Dänemark hergestellt. CLEMENS MAIER-WOLTHAUSEN (Hamburg) referierte in seinem Beitrag über die Rolle von Museen in Erinnerungskonflikten. Dabei hob er die Rolle der Kommunisten in den Erinnerungsnarrativen Dänemarks und Norwegens hervor. Er stellte klar heraus, dass die Kommunisten in Dänemark in das nationale Gedenken eingeschlossen und in Norwegen aus ihm verdrängt worden seien. Dieser Befund wurde anhand des „Frihedsmuseet“ in Kopenhagen und des „Norges Hjemmefront Museum“ in Oslo anschaulich verdeutlicht. Zum Schluss plädierte er für eine stärkere Berücksichtigung der Museen in der historischen Erinnerungsforschung. Fure gab zu bedenken, dass viele Menschen dem Hjemmefront Museum skeptisch gegenüberstehen und es somit wenig repräsentativ ist. Frøland hingegen plädierte dafür, in der Auseinandersetzung um die Kommunisten immer auch den Kalten Krieg als politischen Hintergrund zu berücksichtigen.

Die fünfte Sitzung thematisierte Erinnerungsorte und die sie umgebenden Konflikte, zunächst in drei Vorträgen zur Ostfront. Dabei erläuterte GUSTAVO CORNI (Trento) die literarische Wahrnehmung jener Erfahrungen in Italien und im geteilten Deutschland. Er betonte den hohen Stellenwert der Publizistik zur Ostfront in der Nachkriegszeit und vertrat die These, dass Erzählungen die Erinnerung beeinflussen und gleichzeitig von der Erinnerung beeinflusst werden. Die Hauptmotive der Erzählungen waren zumeist die „geniale Generalität“ und der „unfähige Feldherr“ oder „der Ivan“. Die Zivilbevölkerung spielt allenfalls eine marginal Rolle. Corni kam schließlich zu dem Schluss, dass sich bis zur Mitte der 1960er-Jahre ein Kanon in der Öffentlichkeit verfestigt habe, den in den folgenden Jahren Neuauflagen festigten. In der Diskussion schlug Schwelling vor, den Untersuchungszeitraum zu erweitern und zu fragen, wann dieser Kanon aufgebrochen wurde. LEIV SEM (Trondheim) beschrieb in seinem Vortrag, wie sich der Umgang mit den norwegischen SS-Freiwilligen an der Ostfront darstellte. Zwei Aspekte rückte er dabei in den Mittelpunkt: zum einen die Erinnerungsliteratur über diese Gruppe und zum anderen die in neuester Zeit häufig in verschiedenen Medien veröffentlichten Reisereportagen zu Orten an der ehemaligen Ostfront. In den Memoiren der norwegischen Veteranen stand vor allem die Frage nach den Gründen für die SS-Anhängerschaft im Mittelpunkt. Mit den Reportagen, die ebenfalls den Weg zur Front im Osten und zurück zum Inhalt haben, sollte den Zuschauern ein Bild der Kampfhandlungen und der Schwierigkeiten im Krieg vermittelt werden. Den Blick auf die osteuropäischen Staaten öffnete schließlich FELIX MÜNCH (Gießen), der in seinem Vortrag über die erinnerungsgeschichtlichen Auswirkungen des Kampfes an der Ostfront in Estland und der Ukraine referierte. Er stellte den „Bronzenen Soldaten“ in Tallinn und das „Stepan Bandera Denkmal“ in Lwiw in den Mittelpunkt seiner Untersuchung. Um den „Bronzenen Soldaten" entbrannte 2007 ein heftiger Streit, nachdem das Denkmal von seinem Standpunkt im Stadtzentrum auf einen außerhalb gelegenen Friedhof verlegt werden sollte. Dieser Konflikt verdeutlichte die Spannungen zwischen der russischen Minderheit, für die das Denkmal an den Sieg erinnere, und der Mehrheit der Esten, für die es ein Symbol der Unterdrückung durch die Sowjetunion nach 1945 sei. Ausgehend von dieser Beobachtung warf er die Frage nach dem Aufbau des geplanten gesamteuropäischen „Hauses der Geschichte“ angesichts unterschiedlicher Vorstellungen zur jüngsten Geschichte in West- und Osteuropa auf. Dazu müssten Faschismus und Kommunismus gleichgestellt werden, da sich die Osteuropäer ansonsten als Opfer totalitärer Herrschaften zweiter Klasse fühlten. Dies trifft aber vor allem in West- und Mitteleuropa auf zum Teil erhebliche Vorbehalte. Maier-Wolthausen plädierte daher nachdrücklich dafür, den Horizont auf den Osten zu erweitern und die Gulag-Erfahrungen unbedingt zu berücksichtigen. Es sei auf die Konzentration auf den Holocaust in Westeuropa zurückzuführen, dass die Erinnerungen an die sowjetischen Verbrechen in Europa nur auf wenig Resonanz getroffen seien.

TOR EINAR FAGERLAND (Trondheim) referierte anschließend über den norwegischen Erinnerungsort Stiklestad als einen Platz der streitenden Erinnerungen. Einerseits repräsentiere Stiklestad mit der gleichnamigen Schlacht (1030) einen bedeutenden Ort der norwegischen Christianisierungs- und Reichsgeschichte; andererseits nutzten norwegische Nationalsozialisten gerade diese Geschichte für ihre germanische Propaganda. Ein entsprechendes Denkmal wurde 1944 durch die Nasjonal Samling errichtet und nach der Befreiung 1945 umgehend beseitigt und durch eine älteres, ursprünglich 1907 errichtetes Monument ersetzt. Das faschistische Denkmal hingegen liegt noch immer an diesem Platz begraben. Der Versuch, es als Mahnmal zwischen 2006 und 2010 freizulegen und ein Dokumentationszentrum an diesem Platz zu installieren, scheiterte. Fagerland verdeutlichte, wie schwierig der Umgang mit der NS-Vergangenheit an diesem Ort bis heute geblieben ist, und er forderte, die Debatte um den vielschichtigen Erinnerungsort Stiklestad fortzuführen.

In der abschließenden Sektion wurde der Blickwinkel noch einmal geweitet, um innergesellschaftliche und transnationale Erinnerungskonflikte in drei weiteren Staaten Europas vorzustellen. Der Beitrag von STANISLAVA KOLKOVÁ (Gießen) befasste sich mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Tschechien und der Slowakei. Sie stellte das schwierige Verhältnis der beiden Nachbarn und die Unterschiede in der Erinnerung heraus. Dabei spielen vor allem die differenten Erfahrungen im Krieg eine Rolle. Während die Nationalsozialisten die tschechischen Gebiete der Tschechoslowakischen Republik in ein Protektorat umgewandelt hatten, war die Slowakei als Staat erhalten geblieben. Kolková führte hierbei vier Konfliktlinien zwischen folgenden Gruppen an: erstens den Tschechen und Slowaken, zweitens dem Exilwiderstand und der inländischen Kollaboration, drittens Kommunisten und Demokraten und viertens den slowakischen Klerikalfaschisten im Exil (Ludaken)und slowakischen Tschechoslowaken. Dabei dürfe aber die bis 1989 verordnete „antifaschistische“ Auseinandersetzung mit der Vergangenheit keineswegs außer Acht gelassen werden, da sie den individuellen Erinnerungen widersprochen habe. PETER QUADFLIEG (Aachen) beschrieb in seinem Beitrag zu Luxemburg das Ringen der ehemaligen zwangsrekrutierten Wehrmachtssoldaten um die Anerkennung ihres Opferstatus und ihre Gleichstellung gegenüber anderen Opfergruppen in der Öffentlichkeit. Quadflieg schloss mit dem Fazit, dass heute in Luxemburg ein Konsens in der Erinnerung herrsche, der das Opfernarrativ in den Vordergrund stelle und die geeinte Nation im Widerstand beinhalte.

Am Ende des Workshops fassten die Initiatoren zunächst wichtige Befunde in einem Schlusswort zusammen. Arnd Bauerkämper verwies auf die ambivalente Beziehung zwischen Geschichte, Gedächtnis und Historiografie und betonte, dass Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg durchweg umstritten sind. Robert Zimmermann unterstrich noch einmal den akteursbezogenen Ansatz, der sich hervorragend für Transferanalysen und Vergleiche eigne. Insgesamt hat sich der Ansatz bewährt, von den wenig beachteten Erinnerungskonflikten in Norwegen und zwischen dem skandinavischen Staat und anderen Ländern auszugehen. Wie vor allem Gustavo Corni hervorhob, ist dieses Vorgehen geeignet, auch für andere europäische Staaten wie Italien im Hinblick auf innergesellschaftliche und transnationale Erinnerungskonflikte weiterführende Erkenntnisse zu vermitteln. Eine Ausweitung des gesamten Projektes ist deshalb geplant, nicht zuletzt um die bislang nationalhistorisch geprägte Forschung zu erweitern.

Konferenzübersicht:

Begrüßung
Steffen Bruendel (E.ON Ruhrgas): Vom Rheinisch-Westfälischen Kohlesyndikat zur „globalen Einheit Gas" – das Unternehmensgedächtnis der E.ON Ruhrgas

Sektion 1: Erinnerungskonflikte - Theoretischer Rahmen und methodische Probleme

Arnd Bauerkämper (Berlin): Erinnerungskonflikte in Europa. Konzeptionelle Überlegungen

Birgit Schwelling (Konstanz): Deutungskonflikte um Vergangenheit. Überlegungen zum Spannungsverhältnis zwischen Historiographie und Zeitzeugenschaft

Sektion 2: Norwegische Erinnerungsgeschichte

Odd Bjørn Fure (Oslo): The Norwegian war time configuration and its aftermath. The occupation regime, basic historical experiences and memorial processes in a comparative context

Hans Otto Frøland (Trondheim): Memory and distrust: remembrance of German occupation and Norwegian relations to the FRG

Susanne Maerz (Freiburg): Zwischen Externalisierung und Transnationalisierung. Die norwegische Auseinandersetzung mit der Besatzungszeit

Sektion 3: Akteure im norwegischen Erinnerungskonflikt

Bjørn Westlie / Iselin Theien (Oslo): Oblivion or repression? The fifty-year silence on the looting of the Norwegian Jews during the Second World War

Harald Espeli (Oslo): Few if any heroes? The dilemmas of economic accommodation during the German occupation of Norway – post-war judgements and interpretations

Sektion 4: „Nation im Widerstand“? – Verbände und Institutionen

Robert Zimmermann (Berlin): Norwegische Veteranenverbände als Akteure im innergesellschaftlichen und transnationalen Erinnerungskonflikt nach 1945

Clemens Maier-Wolthausen (Hamburg): Museen als Akteure der Erinnerungspolitik. Norwegische und dänische Veteranen bauen „ihr“ Museum

Sektion 5: Konflikte um Erinnerungsorte

Gustavo Corni (Trento): Erinnerungskonflikte über die Ostfront: die Bundesrepublik und die DDR im
Kalten Krieg 1945-1965

Leiv Sem (Trondheim): The Eastern Front revisited. Memory conflicts in narratives and journeys of the
Norwegian SS-volunteers

Felix Münch (Gießen): Zwischen Holocaust und GULag. Aktuelle geschichtspolitische Kontroversen in Mittel- und Osteuropa und die Rolle der Europäischen Union

Tor Einar Fagerland: A place of contested memory: the Norwegian Fascist Monument at Stiklestad 1944-2011

Sektion 6: Vergleichende Perspektiven: Erinnerungskonflikte in verschiedenen europäischen Staaten

Stanislava Kolková (Gießen): Tschechische und slowakische Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg

Peter Quadflieg (Aachen): „Zwangsrekrutierung“ als Kriegserfahrung und ihre Verarbeitung im nationalen Gedächtnis Luxemburgs

Zitation
Tagungsbericht: Das umstrittene Gedächtnis. Transnationale und innergesellschaftliche Erinnerungskonflikte in Europa nach 1945, 17.06.2011 – 18.06.2011 Berlin, in: H-Soz-Kult, 27.07.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3746>.
Redaktion
Veröffentlicht am
27.07.2011