Akademische Wissenskulturen? Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne

Ort
Essen
Veranstalter
Martin Kintzinger / Sita Steckel, Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (GUW)
Datum
14.09.2011 - 16.09.2011
Von
Sebastian Brandt, Universität Freiburg im Breisgau; Julia Crispin, Universität Münster

Die anzuzeigende Tagung war als achte internationale Tagung der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (GUW) von Martin Kintzinger und Sita Steckel konzeptuell vorbereitet worden. Sie fand vom 14.-16. September 2011 im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen statt.

Die Wahl einer Gastinstitution, die sich mit der Erforschung der Gegenwartskultur befasst, hatte für die Tagung durchaus programmatischen Charakter, wie der Präsident der GUW Martin Kintzinger in seinem Grußwort ausführte. Der Begriff der Wissenskulturen habe sich mittlerweile auch in breiteren Öffentlichkeiten durchgesetzt. „Wissen“ sei als Schlagwort in aller Munde. Vor diesem Hintergrund, so SITA STECKEL (Münster) in ihrem einleitenden Vortrag, der aktuelle Forschungstendenzen vor allem der mittelalterlichen Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte zusammenfasste, habe sich die Tagung ein zweifaches Ziel gesetzt. Innerhalb der historischen Forschung sei die Beschäftigung mit Wissenskulturen zwar mittlerweile genauso etabliert wie die Verwendung kulturwissenschaftlicher Zugänge. Die schon seit einiger Zeit diskutierte Herausforderung einer „Wissensgeschichte“ sei aber in Arbeiten zu mittelalterlichen, frühneuzeitlichen, modernen oder gegenwärtigen Wissenskulturen auf sehr unterschiedliche Art und Weise angenommen worden. Darüber hinaus erweise sich die Kategorie des Wissens derzeit so deutlich als politisches Schlagwort, dass eine historische Reflexion dieser aktuellen Konjunktur naheliege.

In ihrem Verlauf ermöglichte die Tagung bei relativ großer inhaltlicher Offenheit und viel Zeit für Diskussionen daher vor allem eine Parallelisierung des Forschungsstandes für verschiedene Epochen und Vergleichsmöglichkeiten verschiedener, aber ähnlich strukturierter historischer Bruch- und Übergangsphasen. Die trennscharfe Untersuchung akademischer Praktiken konnte institutionelle Transformationen erhellen und war deshalb dazu geeignet, die großen Meistererzählungen der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.

Als bislang noch kaum vergleichend vom Mittelalter bis in die Neueste Zeit behandeltes Thema erwies sich zudem die komplexe Beziehung von Wissenschaft und Öffentlichkeit, die zuletzt vor allem für das 19. und 20. Jahrhundert erforscht worden war. In der Analyse verschiedener wissenschaftsgeschichtlicher Konstellationen rückten in den Vorträgen immer wieder Transformationsprozesse von Medien und Öffentlichkeiten in den Blick. Mit ihnen wurden meist unterschiedliche, aber immer wieder als solche analytisch zu erkennende Selbstdefinitions- und Abgrenzungsstrategien akademischer Akteure thematisiert.

In der von Christian Hesse (Bern) moderierten ersten Sektion der Tagung, die sich mit akademischen Akteuren und ihren Handlungsfeldern befasste, forderte MARIAN FÜSSEL (Göttingen) in einem Vortrag zur „Praxis des Wissens an der Universität der Frühen Neuzeit“ dazu auf, mit Hilfe praxeologischer Detailstudien frühneuzeitliche universitätsgeschichtliche Umbrüche genauer zu erforschen. Exemplarisch führte er den Einbruch der Materialität in die akademische Welt durch Sammlungen, die Ökonomisierung des Universitätsbetriebs oder die Errichtung akademischer Zeitregimes an. Ähnlich wie Steckel übergreifende mittelalterliche Wissenskulturen auf der Basis mikro-historischer „communities of learning“ erforscht sehen wollte, zeichnete Füssel die verbesserten Erkenntnismöglichkeiten nach, die sich bei einer konsequenten „Provinzialisierung“ der Erforschung frühneuzeitlicher Universitäten und ihrer internen Transferprozesse, Konkurrenzen und Abgrenzungsbemühungen ergebe.

Die eröffnende Sektion schloss mit einem Blick auf die unmittelbare Vergangenheit und Gegenwart: SONJA PALFNER (Berlin) setzte sich in ihrem Vortrag über Digital humanities mit Wissenspraktiken auseinander, die im Zeitalter von IT-basierten Datenbeständen und Internet auch in den Geisteswissenschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Vortrag zeigte, inwiefern in den neuentstehenden Handlungsräumen der Digital humanities Techniker/innen, Informatiker/innen und Geisteswissenschaftler/innen aufeinandertreffen und zusammenarbeiten. Anhand verschiedener beispielhafter Projekte wie dem Forschungsverbund TextGrid illustrierte Palfner sehr deutlich, dass die Selbstabgrenzung der involvierten Expertengruppen wie auch die Zurechnung der entstehenden neuen Arbeitsformen und der an sie angebundenen Praktiken zu ‚Forschung’ oder aber zu bloßer ‚Infrastruktur’ und Dienstleistung kulturell verhandelbar sind und aktuell auch verhandelt werden.

Den Abendvortrag des ersten Tages widmete STEPHEN C. JAEGER (Illinois) dem Ideal des „Vollkommenen Menschen“ in der Kultur des 12. Jahrhunderts. Seine Überlegungen zu kulturellen Verschiebungen im Vorfeld der Entstehung der scholastischen Wissenschaft und der Verfestigung der ersten Universitäten bereiteten in gewisser Hinsicht die Sektion zu Praktiken des Lehrens am folgenden Tag vor: Wie Jaeger anhand bislang großenteils vernachlässigter Materialien ausbreitete, gehe der Verwissenschaftlichung des Universitätsbetriebes eine Veränderung des Menschenbildes zu einer positiven Anthropologie voraus. Sie sei nicht zuletzt auf Konzepte der Sakralisierung des Menschen aus außerchristlichen, vor allem hermetischen Schriften zurückzuführen. Konzepte wie der „vollkommene Mensch“, der „homo quadratus“, der „Mensch als Wunder“ und die allumfassende Bildung der „encyclicos paideia“ bereiteten danach den Boden für eine stärkere Verknüpfung von Wissen und klerikaler, besonders regularkanonischer Ausbildung.

In der zweiten Sektion zu Praktiken des Lehrens, die von Frank Rexroth (Göttingen) moderiert wurde, nahm der Vortag von SITA STECKEL die Thematik der Sakralisierung der Wissensvermittlung auf. Der Vortrag problematisierte die typische Gegenüberstellung von eher säkular-wissenschaftlicher Philosophie der artes-Fakultät und traditionsorientierter, religiöser theologischer Fakultät, und untersuchte stattdessen die situative Verankerung sakraler wie profan-wissenschaftlicher Wertsphären innerhalb der Theologie. Am Beispiel der Lehre an der Universität Paris des 13. Jahrhundert diskutierte sie Praktiken der Verwissenschaftlichung und Profanisierung der Disziplin, denen aber eine situative sakrale Aufladung in Zeremonien und in bestimmten Textgattungen wie Prologen und Principia gegenüberstand. Der bekannte Verwissenschaftlichungsschub des 13. Jahrhunderts sei durch solche Verankerungen religiöser Deutungsmuster mit ermöglicht worden, was nicht zuletzt auf die Selbstdarstellung der Gelehrten gegenüber den Laien verweise.

Der Vortrag von MAXIMILIAN SCHUH (Münster/München) untersuchte anhand außergewöhnlich aussagekräftiger Quellenbestände aus dem Umfeld der spätmittelalterlichen Universität Ingolstadt die dortige Lehrpraxis. Wie er zeigen konnte, stand der Rhetorikunterricht in einem Spannungsfeld unterschiedlicher Idealvorstellungen zur Rhetorik, die sowohl Rhetoriklehrer wie der Ingolstädter Magister Paul Lescher als auch Bakkalare in der Praxis adaptierend aneigneten. Wie Schuh anhand der detaillierten Quellenmaterialien zeigen konnte, ist dem Ingolstädter Rhetorikunterricht eine starke Verpflichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse der außeruniversitären Umwelt anzumerken. Das Bemühen konkurrierender Magister, möglichst praxisnahe und/oder prestigeträchtige Lehrwerke anbieten zu können, habe zudem der Rezeption humanistischer Texte Vorschub geleistet.

KASPER RISBJERG ESKILDSEN (Roskilde) sprach in seinem Beitrag über die geschichtswissenschaftliche Lehre an deutschen Universitäten im 19. Jahrhundert, die im Ausland gerade wegen der praktischen Übungen Vorbildfunktion genoss. Er identifizierte zwei konkurrierende „Erzählungen“, die den Ursprung des quellenkritischen Unterrichts entweder Ranke und dessen privaten Berliner Kolloquien zuschrieben, oder mit der Einrichtung staatlich finanzierter Universitätsseminare nach 1850 verknüpften. Er demonstrierte vor allem die fortdauernde Relevanz privater Übungen auch in der zweiten Jahrhunderthälfte. Nicht wenigen Historikern sei das private oder als privat stilisierte Umfeld noch immer als der einzige Ort erschienen, an dem sich Forschergemeinschaften herausbilden und „echte Gelehrte“ herangezogen werden konnten, während das Seminar „Mittelmäßigkeit“ befördere. Besonders faszinierende Ausführungen machte Eskildsens dabei zur Herstellung akademischer Genealogien und symbolisch aufgeladener akademischer Räume durch Nutzung von Bilddarstellungen und Objekten, die sowohl im deutschen wie im amerikanischen Bereich nachzuvollziehen sind.

Die Sektion zu Praktiken des Forschens am folgenden Freitag, die Mitchell Ash (Wien) moderierte, wurde von MARTIN MULSOW (Erfurt/Gotha) eröffnet. Er plädierte am Beginn seines Vortrags dafür, die europäische Wissensgeschichte durch eine Geschichte des „prekären Wissens“ zu erweitern, und thematisierte insbesondere kommunikative und soziale Unsicherheit. In seinem Beitrag schilderte er exemplarisch einen Fall von „Wissensverlust“ in der Frühen Neuzeit, der sich von einem Briefwechsel zwischen den Philosophiehistorikern Johann Jacob Brucker und Christoph August Heumann zu einer Kriminalgeschichte um ein verlorenes wertvolles Paket entwickelt, das – ein Produkt jahrelanger Arbeit – sämtliche philosophiegeschichtlichen Notizen von Heumann enthalten hatte. Als Leidtragender der „Prekarität“ des Wissens konnte dieser sein geplantes großes Werk nicht mehr fertigstellen und musste sich anderen Themen zuwenden. Neben dieser kommunikativ-postalischen Prekarität spielten jedoch für die Zeitgenossen soziale Aspekte eine größere Rolle: Obwohl bis heute unbeweisbar, sei es gut möglich, dass der Verlust des Pakets, wie von den Zeitgenossen selbst vermutet, auf einen ‚akademischen Anschlag’ der Anhänger Gottscheds zurückgehe, mit dem Heumann im Konflikt stand.

MARTIN GIERLS (München) Vortrag kehrte dann energisch zum Thema der innerakademischen Abgrenzung gelehrter Akteure zurück: Er befasste sich mit dem Historiker Johann Christoph Gatterer, der im 18. Jahrhundert Geschichte nicht als „Narration“, sondern als „Konstruktion“ betrieb und sich „Geschichte im ganzen Umfang“ auf die Fahnen geschrieben hatte. Anhand von zahlreichen Ausschnitten aus Tabellenwerken und Diagrammen demonstrierte Gierl, wie der Göttinger Historiker die Weltgeschichte vor allem durch quantifizierende, statistische und optisch-darstellende Methoden zu „ordnen“ versuchte und dies auch medial inszenierte. Gierl zeigte inbesondere Gatterers positive Vorstellung von historischen Hilfswissenschaften wie Numismatik, Genealogie und Diplomatik auf, die er nicht in einer untergeordneten Rolle sah, sondern als „eigentliche“ Wissenschaften verstand, auf denen die Qualität der Ergebnisse bzw. die „Wissenschaftlichkeit“ einer Arbeit beruhte.

Mit PETER HABERs (Basel) Beitrag zu „Praktiken des Digitalen“ in der Geschichtswissenschaft machte die Tagung einen Sprung vom 18. ins 21. Jahrhundert. Haber blickte zunächst auf die Entwicklung von digitalen Angeboten in der Geschichtswissenschaft seit Mitte der 1990er-Jahre zurück, von ersten zaghaften Möglichkeiten der Internetrecherche bis zum Web 2.0 in der jüngsten Zeit. Als Stichworte für die Zukunft, die etwa das Arbeiten in Großprojekten wie dem bereits von Sonja Palfner erwähnten TextGrid bringen dürfte, nannte er neben neuen Formen der Zusammenarbeit etwa in collaboratories beispielhaft die Data driven history und neue multimediale und Visualisierungsstrategien. Nötig sei für die neuentstehenden Felder jedoch eine „digitale Quellenkritik“.

HELMUTH TRISCHLER (München) plädierte in seinem Referat zu Wissensgesellschaften und Expertenkulturen im 20. Jahrhundert wie die Referenten der ersten Sektion für eine „Provinzialisierung“, stellte aber explizit die Provinzialisierung Europas in globalhistorischen Zusammenhängen zur Debatte. Im ersten Teil des Vortrags gelang es Trischler, die integrationsstiftende Meistererzählung von Europa als Wissensgesellschaft zu historisieren. Deren Anfänge veranschlagte er um das Jahr 1850, als das „Europa des Wissens“ immer mehr von einer Spannung zwischen Nationalität und Transnationalität durchzogen worden sei. Wichtige aktuelle Impulse gingen aber letztlich von EU-Institutionen und deren wissensschaftspolitischen Konzepten aus. Die Spannungen und Probleme nationaler und transnationaler Wissenschaftsinitiativen illustrierte Trischler dann anhand zweier Fallstudien zu Expertenkulturen, die sich mit der Gründung der TH Warschau 1915 durch deutsche Besatzer und mit der problembehafteten europäischen Zusammenarbeit in der Raumfahrt während des Kalten Kriegs befassten.

Das im Verlauf der Tagung insgesamt gebotene Panorama von Ereignissen und kurzfristigen Transformationen blieb breit und thematisierte eine Vielzahl von Einzelaspekten. Doch eine Historisierung aktueller Konjunkturen des Wissens gelang so durchaus. Sie wurde vor allem in der Schlussdiskussion zum Thema ‚Wieviel Öffentlichkeit braucht/verträgt die Wissenschaft?’ erörtert, in der Rainer C. Schwinges (Bern), Mitchell Ash, Helmuth Trischler und Martin Kintzinger Stellung nahmen und Vortragende und Gäste intensiv mitdiskutierten.

Einiger Konsens bestand über den Nutzen eines Modells, das ein seit dem Mittelalter bestehendes Spannungsfeld verschiedener akademischer und nichtakademischer Wissenskulturen und Öffentlichkeiten annimmt, auf dem sich wiederholte, meist konfliktgetriebene Neuverhandlungen von Expertenzuständigkeit und Relevanz bestimmter Wissensbestände abspielen. Es wurde betont, dass in solchen Schüben, die man Revolutionen des Wissens, Wellen oder Konjunkturen nennen könne, meist Gleichzeitigkeiten unterschiedlicher und sogar direkt divergierender Trends zu erkennen seien. Übergangsphasen institutioneller Entwicklungen, die typischerweise eigene Formen der Medialität oder etwa des personellen akademischen Charisma zeigten, bildeten ein Forschungsfeld, auf dem sich weitere vergleichende Forschungen anbieten würden.

Intensiv diskutiert wurde aber auch die gegenwärtige Position der Geistes- und Geschichtswissenschaften in verschiedenen Öffentlichkeiten. Wie von Rainer C. Schwinges und verschiedenen Teilnehmern reflektiert wurde, stellten die Universitäten einen wichtigen Raum und ein spezifisches Konstituens europäischer Öffentlichkeiten dar. Doch stehe die universitäre Wissenschaft seit ihrer mittelalterlichen Entstehungsphase unter ständigem Zwang zur Selbstrechtfertigung. Insbesondere in Phasen der medialen Transformation müsse sie ihre Stellung zu neuentstehenden Öffentlichkeiten neu aushandeln – und zwar ganz offensichtlich auch in der Gegenwart, in der es gelte, eine neugegliederte mediale Landschaft vor allem digitaler Vermittlungsformen gewissermaßen zu erobern und sinnvoll zu nutzen oder zu beeinflussen. Die Fähigkeit und Initiative der Geschichts- und Geisteswissenschaften zur Vermittlung und Kommunikation ihrer Inhalte und ihrer Glaubwürdigkeit wurde von der Mehrheit der Anwesenden als stark verbesserungswürdig erlebt. Gerade der Schritt in die digitale Welt vollziehe sich langsam und unter Schwierigkeiten. Obwohl allerdings keine fertigen Lösungen zur Verfügung stehen, sei das Problembewusstsein bei Geisteswissenschaftler/innen offenbar in rasanter Entwicklung begriffen, und eine Vielfalt neuer Strategien befinde sich im Entstehen.

Konferenzübersicht:

Sektion I: Akademische Interessenlagen: Akteure und ihre Handlungsfelder
Moderation: Christian Hesse (Bern)

Martin Kintzinger, Sita Steckel (beide Münster): Einführung in die Tagung: Wissen, Kultur und Wissenskulturen des Mittelalters

Marian Füssel (Göttingen): Lehre ohne Forschung? Die Praxis des Wissens an der Universität der Frühen Neuzeit

Sonja Palfner (TU Berlin): Digital Humanities – Wissenschaft in Arbeit

C. Stephen Jaeger, University of Illinois (Urbana-Champaign): Der Vollkommene Mensch: Vorgeschichte und Vorbildlichkeit eines humanistischen Mythos im 12. Jahrhundert

Sektion II: Wissen zeigen und vermitteln: Praktiken des Lehrens
Moderation: Frank Rexroth (Göttingen)

Sita Steckel (Münster): Lehre sichtbar machen. Praktische Konstitution von doctrina und theologischer scientia in mittelalterlichen Öffentlichkeiten

Maximilian Schuh (München/Münster): Wein ist viel herrlicher als Bier. Strategien der Wissensvermittlung und -aneignung im universitären Rhetorikunterricht des Spätmittelalters

Kasper R. Eskildsen (Roskilde): Collegium privatissimum, Übung, Seminar: Zur Bedeutung des privaten Unterrichts für die Ge-schichtswissenschaft im 18. und 19. Jahrhundert

Sektion III: Wissen handhaben: Praktiken der Forschung und Wissensorganisation
Moderation: Mitchell Ash (Wien)

Martin Mulsow (Erfurt/Gotha): Prekäres Wissen: Ambivalenz und Risiko in Forschungspraktiken des 17. und 18. Jahrhunderts

Martin Gierl (München): Mit der Hilfe von Wissenschaften. Johann Christoph Gatterer und die Konstruktion der Geschichte im 18. Jahrhundert

Peter Haber (Basel): Praktiken des Digitalen. Neue Herausforderungen am Beispiel der Geschichtswissenschaften

Helmuth Trischler (München): Wissensgesellschaften und Expertenkulturen im Europa des langen 20. Jahrhunderts

Abschlussdiskussion: Wissen zwischen Arcanum und Ware: Wieviel Öffentlichkeit braucht/verträgt die Wissenschaft?
Rainer C. Schwinges, Mitchell Ash, Helmuth Trischler, Martin Kintzinger

Zitation
Tagungsbericht: Akademische Wissenskulturen? Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne, 14.09.2011 – 16.09.2011 Essen, in: H-Soz-Kult, 21.11.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3900>.