Die Institutionalisierung der Geschichtsforschung: Universitäten und Wissenschaftsakademien in Deutschland und Österreich (1850-1900)

Ort
Wien
Veranstalter
Christine Ottner, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Datum
05.12.2011 - 06.12.2011
Von
Christine Ottner, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Die anzuzeigende Tagung fand am 5.12. und 6.12.2011 am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (IKT) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften statt und wurde von der Institutsmitarbeiterin Christine Ottner gestaltet und durchgeführt. Die Konzeption erfolgte dabei in enger Anlehnung an ein Habilitationsprojekt, das von der Veranstalterin aktuell bearbeitet wird. Das Projekt mit dem Titel „Programme und Produktionsweisen der Historischen Forschung an der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien zwischen 1847 und 1902“ wird durch ein sogenanntes APART-Stipendium von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) finanziert.[1] Die Tagung bildete einen wesentlichen Teil des seit September 2009 laufenden Vorhabens und sollte allen Teilnehmer/innen die Möglichkeit bieten, sich mit Kolleg/innen, die aktuell an ähnlichen Themen arbeiten, auf Basis empirischer Studien und wissenschaftstheoretischer Überlegungen auszutauschen.

Im Zeichen des „Historismus“ stieg die Geschichte zu einer wissenschaftlichen Disziplin auf, der im 19. Jahrhundert eine übergeordnete intellektuelle und gesellschaftliche Orientierungsfunktion zuerkannt wurde. Durch den damit einhergehenden Ausdifferenzierungsprozess wurde die Geschichtswissenschaft als akademisches Fach in Forschung und Lehre institutionalisiert. Den Universitäten kam dabei unbestritten eine zentrale Rolle zu; die universitäre Lehre ist demnach als bedeutende Sozialisationsinstanz auch der geschichtswissenschaftlichen Disziplin im 19. Jahrhundert anzusehen. Zugleich setzten – etwa durch die Initiierung verschiedener historisch-quellenorientierter „Langzeitprojekte“ – ebenso an wissenschaftlichen Akademien Spezialisierungsprozesse ein, die großes Untersuchungspotenzial bieten, bisher aber vergleichsweise wenig erforscht worden sind.

Insgesamt sollten, je nach Vortragsthema, in Auswahl folgende fünf Teilfragen berücksichtigt werden: 1. die kulturpolitische und wissenschaftliche Dimension historischer Programme und Profile (mit besonderem Augenmerk auf Quelleneditionen) sowie persönlich-individuelle Forschungstraditionen und Konzeptionen einzelner Protagonisten; 2. die Frage nach den sozialen und kommunikativen Regeln bestimmter scientific communities, etwa mit Blick auf die Netzwerke und Allianzen, durch die einzelne Protagonisten als Akteure im wissenschaftlichen Feld untereinander verbunden waren und die bei der Durchsetzung eigener Forschungsinteressen dienlich waren; 3. die methodische Praxis der Geschichtsforschung (etwa die Techniken der Editionsarbeit); 4. der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf die Produktion historischen Wissens, wie beispielsweise die Redaktionsarbeit für die Herausgabe historischer Zeitschriften oder das Organisieren von Historikerverbänden; 5. die fachliche und politische Identität einzelner Universitäten und Akademien, mit Blick auf ein mögliches Gemeinschaftsbewusstsein unter den entsprechenden Lehrenden und Mitgliedern.

In der Folge wurden in drei Modulen exemplarisch historische Profile und Programme, einzelne Protagonisten und konkrete Formen geschichtswissenschaftlicher Kommunikation zur Diskussion gestellt. Den kulturpolitischen Kontext des Tagungsthemas verdeutlichte der einleitende Vortrag von FRANZ FILLAFER (Konstanz). Er wies auf das bisher fast gänzlich unbehandelte Forschungsthema der Historiografie in den habsburgischen Ländern zwischen den 1790er-Jahren und 1848 hin, sowohl im Hinblick auf die Strategien der Quellenerschließung der Forscher als auch im Hinblick auf die „epistemic communities“, in denen sich die Protagonisten bewegten. Fillafer thematisierte die Frage, inwiefern sich Begriffe wie „spätjosephinisch“, „frühliberal“ oder „katholisch-restaurativ“ als tragfähig für die vormärzliche Geschichtsforschung erweisen. Hierfür wählte der Vortragende drei Bereiche aus: die Sicht des Vormärz auf die Renaissance, die Problematik der „Gegenreformation“ (und die damit verbundene Genealogie Reformation-Aufklärung-Revolution) und die dynastische Staatsverdichtung mit der zugehörigen Frage nach den möglichen Differenzen zwischen der „gesamtösterreichischen“ und der „landespatriotischen“ Geschichtsbetrachtung einerseits, sowie nach der genauer zu hinterfragenden Kontinuität von landespatriotischer und „nationaler“ Geschichtsschreibung andererseits. Für den geschichtstheoretischen Zusammenhang erwies sich auch der Vortrag von KLAUS RIES (Jena) als relevant: Vor dem Hintergrund der anhaltenden Historismus-Debatte und am Beispiel der Universität Jena unterzog Ries, mit Konzentration auf Friedrich Schiller und Johann Gustav Droysen, die Aufklärungshistorie einer differenzierten Neuverortung und legte gleichzeitig die Traditionslinie zu Droysens „Historik“ als bedeutend(st)er theoretischer Grundlage des modernen Historismus offen.

Zum direkten „interakademischen“ Vergleich mit der Kaiserlichen Akademie in Wien regte besonders REINHARD HEYDENREUTERs (München) Abriss über das Profil und die Programme der Historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an. In München fand – etwa im Gegensatz zu Wien – keinerlei personelle Verflechtung zwischen Akademie und Universität statt, hingegen waren in der Klasse ebenso wie in der 1858 gegründeten Historischen Kommission der Bayerischen Akademie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich hauptsächlich Archivare vertreten. Inhaltlich lassen sich durch den starken Fokus auf historische Quelleneditionen, den die 1858 gegründete „Bayerische“ Historische Kommission repräsentierte, deutliche Parallelen zur Kaiserlichen Akademie in Wien erkennen. Die politische Komponente hingegen trat, wie Heydenreuter ausführte, durch den bayerischen Landtag zutage, der die Geschichtsforschungen der Klasse häufig in öffentlichen Landtagsdebatten hinterfragte.

Beispielhaft für die in den nordöstlichen Teilen der Monarchie betriebene Geschichtsforschung verdeutlichte JAN SURMAN (Wien/Warschau) an programmatischen Aspekten galizischer Forschungsunternehmen, wie etwa der Monumenta Poloniae Historica und der Publikationen der Akademie der Wissenschaften und Künste in Krakau, wie differenziert die Aushandlungen „vom Staat hin zur Nation“ waren und dass man sich in der Entwicklung des historisch-geografischen Denkens auch an Entitäten orientierte, die das Gebiet der Monarchie deutlich überschritten. ALENA MÍŠKOVÁ (Prag) erläuterte das Profil der Königlich-Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, die zunächst sowohl durch einzelne Personen als auch durch den Literaturaustausch vielfältige Kontakte zur Akademie in Wien unterhielt, sich allerdings gegen Jahrhundertende zunehmend „tschechisierte“ wodurch die interakademischen Beziehungen weniger wurden.

MARTIN URMANN (Innsbruck) skizzierte die Forschungsbedingungen an der Innsbrucker Universität, an der sich nach der Berufung des Bonner Privatdozenten Julius Ficker – neben dem 1854 gegründeten Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien – ein Zentrum historischer Grundlagenforschung entwickelte. Hierzu trugen Fickers Vorlesungen zum Thema der Quellenbearbeitung und seine Beiträge zur Urkundenlehre ebenso bei wie das Historische Seminar seines Schülers Alfons Huber. Die Einführung des Seminars als konkrete Form geschichtswissenschaftlicher Institutionalisierung thematisierte auch MILOŠ REZNÍK (Chemnitz) am Beispiel des tschechischen Politikers und Prager Unversitätsprofessors W.W. Tomek: Dieser erhielt im Zuge der österreichischen Universitätsreform durch das Ministerium für Kultus und Unterricht um 1850 den Auftrag, einen Entwurf zur Gestaltung der historischen Seminare zu unterbreiten, wofür er vorbildwirkende Einrichtungen in Deutschland und Frankreich besuchte. Auf Tomeks Vorschläge, zur Vorbereitung künftiger Historiker und Archivare historische Seminare einzuführen, folgten heftige Diskussionen, in denen er sowohl den gesamtstaatlichen als auch den tschechischen Standpunkt vertrat. Die Seminare wurden zwar vorerst formal nicht umgesetzt, Tomeks Konzepte könnten aber die Gründung des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung beeinflusst haben.

Eine Gegenentwicklung zu diesen Formen institutionalisierter Geschichtsforschung bildete die Tradition des geschichtswissenschaftlichen Privatunterrichts, die KASPER ESKILDSEN (Roskilde) am Beispiel von Leopold von Ranke untersuchte, der es bis zum Ende seiner Lehrtätigkeit vorzog, eine kleine Gruppe streng ausgewählter Studenten in seiner Privatwohnung zu unterrichten. Nicht nur Ranke, sondern auch prominente Seminardirektoren wie Wilhelm Giesebrecht, Heinrich Sybel, Theodor Mommsen und Johann Gustav Droysen unterrichteten ihre besten Studenten zu Hause. Der Vortrag veranschaulichte auch die permanente Bedeutung privater Beziehungen und „familiärer“ Forschungsgemeinschaften für die Entwicklung der modernen Geschichtswissenschaft.

Weitere Formen der innerfachlichen Kommunikation untersuchten auch CHRISTINE OTTNER (Wien) und MATTHIAS BERG (Berlin). Ottner thematisierte die begutachtende Redaktionsarbeit historischer Publikationen als wichtige Bedingung für die fachliche Standardisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Am Beispiel der Zeitschriften und Editionsreihen der Historischen Kommission der Kaiserlichen Akademie wurden die individuellen, methodischen, inhaltlichen und politischen Ansprüche erläutert, die sich hinter den offiziell propagierten Gestaltungsdetails verbargen. Dabei verdeutlichte sich der Anspruch, die quellenorientierte historische Forschung (innerhalb der Monarchie) zu fördern, aber auch zunehmend zu standardisieren und dabei zugleich einen professionellen Bereich abzugrenzen. Berg präsentierte eine Pilotstudie zu einer künftig zu verfassenden Geschichte des „Verbandes Deutscher Historiker“. Hiermit wurden Bedingungen von Institutionalisierungen um die Wende zum 20. Jahrhundert angesprochen, als sich die historischen Wissenschaften in ein Feld eingebettet sahen, das mit konkurrierenden Institutionen wie Seminaren oder Akademiekommissionen bereits gut „gefüllt“ war. Als Hauptaufgabe des Verbandes hob Berg besonders die Ausrichtung der Historikertage hervor, auf denen fast alle Aspekte fachlicher Entwicklung Niederschlag fanden.

Die Entwicklung der bisher wenig beachteten projektförmigen Forschung bildet ebenfalls einen bedeutenden Aspekt des Institutionalisierungsprozesses, wie TORSTEN KAHLERT (Berlin) anhand von Theodor Mommsens Inschriftenprojekt („Corpus Inscriptionum Latinarum“) demonstrieren konnte. Kahlert zeigte, dass das gegen zahlreiche Widerstände zustande gekommene Vorhaben weniger der Durchsetzungskraft eines einzelnen Großorganisators geschuldet war, als vielmehr dem Zusammenspiel eines losen informellen Gelehrten-Netzwerkes und der – sich zunehmend projektförmig orientierenden – Preußischen Akademie in Berlin.

Innerfachliche Allianzen und Verhandlungen thematisierte auch der Vortrag von IRENE RANZMAIER (Wien), die die Entwicklung der Geschichtsforschung an der Wiener Universität anhand von Lehrstuhlbesetzungen zeigen konnte: Um 1900 rangen hier die Fachvertreter der Philosophischen Fakultät um die Vorherrschaft der mittelalterlichen historischen Hilfswissenschaften, die durch ihre Konzentration auf den methodischen Bereich auch einen Ausweg aus dem politischen Zwiespalt zwischen deutscher und österreichischer Geschichte boten. Diesen Absichten stand jedoch, wie Ranzmaier ausführte, der Wunsch des Ministeriums nach einer stärkeren Vertretung der neueren österreichischen Geschichte gegenüber.

Wichtige Aspekte fachlicher Institutionalisierung im politischen Kontext stellte auch GÜNTHER LOTTES (Potsdam) zur Diskussion. Mit Konzentration auf die Person des Orientalisten und Byzantinisten Jakob Fallmerayer rekonstruierte Lottes das Aufeinanderprallen nationalpolitischer und methodischer Ansprüche. Dies wurde besonders an Fallmerayers ethnogenetischen Überlegungen zum Aussterben des klassischen Hellenentums („Griechenthese“ von 1830) verdeutlicht, welche für ausreichend Sprengstoff unter den (politisch) dominierenden Interessensgruppen, sowohl im liberalen als auch im konservativen Lager, sorgten. Ebenfalls auf einen Orientalisten bezogen widmete sich der Vortrag von SIBYLLE WENTKER (Wien) dem österreichischen Gelehrten Joseph von Hammer-Purgstall, der – zwar zeitlebens institutionell ungebunden – gleichwohl versuchte, seine persisch-historiografischen Interessen an der von ihm mitbegründeten Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien zu verankern.

Die eingangs erwähnten fünf Aspekte fanden sich auch in den Kommentaren und Diskussionen wieder. Hierin bestand Konsens darüber, wie wichtig es sei, neben der fachlichen Ausrichtung der einschlägigen Einrichtungen vor allem auch den Prozess der Institutionalisierung in den Blick zu nehmen, der sich etwa in den Versuchen zur Einrichtung universitärer Seminare oder alternativer Lehrformen, an Lehrstuhlbesetzungen oder programmatischen Aushandlungen ebenso offenbarte wie in der Verankerung „akademischer“ historisch-quellenorientierter Langzeitprojekte. In den Diskussionen zu den Vorträgen, die sich vor allem einzelnen konkreten historischen Programmen und Institutionen widmeten, wurde nicht nur auf den kulturpolitischen Kontext geschichtswissenschaftlicher Forschungsarbeit hingewiesen, sondern auch auf die Bedeutung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und deren Verhältnis zur expandierenden Universität des 19. Jahrhunderts. Die Diskussionsbeiträge zu den personenorientierten Vorträgen thematisierten die für die Geschichtswissenschaft charakteristische Verknüpfung der personell-sozialen mit der wissenschaftlichen und politischen Dimension. Außerdem angesprochen wurden die für die Professionalisierung jeder Disziplin bedeutenden Strategien der Protagonisten, ihre Aktions- und Wirkungsfelder zu definieren und zunehmend akademisch abzugrenzen. Solche Strategien spielten freilich auch in der innerfachlichen Kommunikation und Organisation der historischen „Zunft“ eine eminente Rolle, die sich nach vollzogener Erweiterung des Methodenspektrums der Historiographie vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts vor die Herausforderung der Selbstverortung in einem zunehmend ausdifferenzierten Wissenschaftssystem gestellt sah.

Versteht man Institutionalisierung als die „Verfestigung eines an sich flüssigen akademischen Diskurses und ebenso kontinuierlich wie chaotisch verlaufenden Forschungsprozesses“[2], so ist es im Verlauf der Tagung durchaus gelungen, eben diesen komplexen Prozess in einigen fachlichen, sozialen und politischen Facetten begreiflich zu machen. In diesem Sinn erprobten die Vortragenden teilweise neue Ansätze und erschlossen weitere Horizonte auch für traditionelle Fragestellungen nach der Organisation und dem Verständnis von (Geschichts-)Wissenschaft.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Eröffnung: Michael Rössner (Direktor des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW)

Christine Ottner (Wien): Projektpräsentation „Programme und Produktionsweisen Historischer Forschung an der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien (1847-1902)“

I. Historische Programme und institutionelle Profile

Moderation/Kommentar: Martin Gierl (München/Göttingen)

Franz Fillafer (Konstanz): Renaissance, Gegenreformation und Staatsverdichtung im Vormärz: Historiographische Quellenarbeit und Deutungsmuster zwischen Spätjosephinismus und Frühliberalismus

Reinhard Heydenreuter (München): Die Historische Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Moderation/Kommentar: Mitchell Ash (Wien)

Jan Surman (Wien/Warschau): Weg vom Staat, hin zu ...? Die Aushandlungen von Raum-Zeit-Koordinaten der Galizischen Historiographie bis 1918

Alena Míšková (Prag): Die Königlich-Böhmische Gesellschaft der Wissenschaften und ihre Kontakte zur Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien zwischen 1850 und 1900

Martin Urmann (Innsbruck): Geschichtswissenschaftliche Forschungsbedingungen an der Universität Innsbruck und das Tiroler Umfeld

II. Protagonisten in ihrem Forschungskontext

Moderation/Kommentar: Martin Gierl (München/Göttingen)

Klaus Ries (Jena/Halle): Jenseits des Historismus? Deutsche Geschichtswissenschaft von Friedrich Schiller bis Johann Gustav Droysen

Miloš Rezník (Chemnitz): Wácslaw Wladiwoj Tomek, das Ministerium für Kultus und Unterricht in Wien und die Einführung historischer Seminare in Österreich

Moderation/Kommentar: Thomas Stockinger (Wien)

Sibylle Wentker (Wien): Persische Geschichte schreiben. Das Beispiel Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856)

Günther Lottes (Potsdam): Der Orientalist Jakob Philipp Fallmerayer im Spannungsfeld zwischen Griechenbegeisterung und Forschungsergebnis - mit einem Blick auf die Rolle der „kleinen“ Fächer in den Akademien

III. Institutionalisierung und Kommunikation

Moderation/Kommentar: Thomas Wallnig (Wien)

Christine Ottner (Wien): Redaktionspolitik und Institutionalisierungsprozess am Beispiel der Wiener Akademiepublikationen

Matthias Berg (Berlin): Die Institutionalisierung der historischen Zunft? Der Verband Deutscher Historiker 1895-1910

Moderation/Kommentar: Peter Urbanitsch (Wien)

Kasper Eskildsen (Roskilde): Widerstand gegen Institutionalisierung: Die Tradition des Privatunterrichts bei Leopold von Ranke

Torsten Kahlert (Berlin): Theodor Mommsen, informelle Netzwerke und die Entstehung des Corpus Inscriptionum Latinarum um 1850

Irene Ranzmaier (Wien): Universität oder Ministerium? Allianzen und Netzwerke im Kontext der Wiener Philosophischen Fakultät um 1900

Diskussion und Abschluss der Tagung

Anmerkungen:
[1] Siehe auch <http://www.oeaw.ac.at/ikt/projekte/kdw/kdw_p.html> (10.01.2012).
[2] Matthias Middell, Vom allgemeinhistorischen Journal zur spezialisierten Liste im H-Net. Gedanken zur Geschichte der Zeitschriften als Elementen der Institutionalisierung moderner Geschichtswissenschaft, in: Ders. (Hrsg.), Historische Zeitschriften im internationalen Vergleich (Geschichtswissenschaft und Geschichtskultur im 20. Jahrhundert 2) Leipzig 1999, S. 7-31, hier 22.

Zitation
Tagungsbericht: Die Institutionalisierung der Geschichtsforschung: Universitäten und Wissenschaftsakademien in Deutschland und Österreich (1850-1900), 05.12.2011 – 06.12.2011 Wien, in: H-Soz-Kult, 26.01.2012, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4030>.