Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1938 bis 1945

Ort
Wien
Veranstalter
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien
Datum
11.03.2013
Von
Konstantin von Freytag-Loringhoven, Institut für Pädagogik und Sozialpädagogik, Universität Rostock

Der 75. Jahrestag des „Anschlusses“ diente als Anlass eines Symposiums zur Rolle der Wiener Akademie der Wissenschaften während der NS-Herrschaft 1938–1945. Die von MITCHELL ASH (Wien) formulierten vier Funktionsbereiche der Akademien als 1.) Reputationsverteilungsinstanz, 2.) Forschungsproduzent, 3.) Repräsentant von Wissenschaft und 4.) Vernetzungsinstanz schärften den Blick auf die Besonderheit der Wiener Akademie. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist heute die wichtigste Trägerorganisation für außeruniversitäre Grundlagenforschung in Österreich. Mit den Umbrüchen 1919, 1938 und 1945 änderte die Akademie zwar wiederholt ihren Namen, bestand aber in rechtlicher und personeller Kontinuität weiter. 1945 hatte Vizepräsident Richard Meister die Aufgabe der Akademie formuliert, „in dem gleichen Geiste strenger Wissenschaftlichkeit, wie sie es immer getan hat, fortzuarbeiten“. Der Infragestellung dieses Narrativs widmete sich eine Ausstellung im Akademiegebäude als Ergebnis eines ÖAW-Forschungsprojektes.[1] Die im Katalog ausgearbeiteten Aufsätze wurden auf der Tagung vor großem Publikum kontextualisiert und diskutiert.

Die enorme Schadensbilanz des „Anschlusses“ als „Schlüsselereignis der neueren österreichischen Geschichte“ wurde durch ARNOLD SUPPAN (Wien) einführend umrissen. Einem Verständnis von Wissenschaft und Politik als „Ressourcen füreinander“ folgend, ist die Autonomie der Wissenschaft das Ergebnis von Verhandlungen.[2] Ash betonte die Dynamik im Verhältnis zwischen Akteuren in Zweck und Kostenverteilung. Nach dem Bedeutungsverlust mit Ende des Habsburgerreichs 1918 hatte die Akademie für sich eine neue „Pflicht, die Fackel des Wissens leuchten zu lassen“ formuliert. Oswald Redlich betonte als Akademiepräsident 1919–1938 dabei auch die Brückenfunktion zwischen Deutschland und Mitteleuropa. 1922 garantierte die „ungeliebte“ Republik der Akademie in der Satzung weitgehende Autonomie. Unter dem 1938–1945 als Akademiepräsidenten amtierenden Historiker Heinrich Srbik wurde diese Unabhängigkeit im Juli 1938 durch eine Unterstellung unter den Reichsstatthalter und einer völkischen Ausrichtung ersetzt. HERBERT MATIS (Wien) beschrieb die Entlassungen und die Schicksale der ausgestoßenen Mitglieder und Mitarbeiter. Mit 6 ordentlichen und 15 korrespondierenden Mitgliedern wurden 10 Prozent der Akademiemitglieder im In- und Ausland entlassen. Während die jüdischen Mitglieder als „ausgetreten“ im Almanach aufgeführt wurden, waren auswärtige Mitglieder aus „Feindstaaten“ nicht gestrichen worden. Etwa die Hälfte der gebliebenen 54 ordentlichen Mitglieder war Mitglied oder Anwärter der NSDAP. Nach 1945 wurde in einer „konstruierten Kontinuität“ die Satzung von 1922 wieder eingeführt. Die Mitgliedschaft der NS-Protagonisten wurde zeitweilig suspendiert, grundsätzlich aber ein Bild einer nicht korrumpierten „reinen Wissenschaft“ gepflegt. Mit diesem Narrativ eines Durchschlängelns und einer weitgehenden Veränderungszähigkeit wollte Meister 1945 „mit gutem Gewissen in die neue Zeit“ gehen.

Die Selbstbeschreibung hält einer Prüfung nicht stand. Die von KLAUS TASCHWER (Wien) vorgestellte Biologische Versuchsanstalt (BVA) war eine Forschungseinrichtung der Akademie. Im Prachtbau „Vivarium“ im Prater hatten 1903 der junge Zoologe Hans Przibram und die Botaniker Wilhelm Figdor und Leopold Portheim aus privaten Mitteln ein Forschungsinstitut errichtet, das 1914 als Schenkung und mit ansehnlicher Stiftung ausgestattet an die Akademie gelangte. Die biologische Forschung an lebenden Organismen wurde zum weltweiten Vorbild und zur Brutstätte der modernen Biologie. 1938 wurden mehr als die Hälfte der rund 30 Mitarbeiter aufgrund ihrer ‚jüdischen‘ Herkunft sofort entlassen, ein weiteres Viertel ging freiwillig. Ein Teil der Mitarbeiter konnte emigrieren, der Mitgründer und Professor an der Wiener Universität, Hans Przibram und seine Frau starben 1944 im KZ Theresienstadt. Mindestens vier weitere Mitarbeiter wurden in Vernichtungslagern des NS-Staates ermordet. Die Leitung der BVA hatte der technische Angestellte und Nationalsozialist Franz Köck übernommen. Da dieser unfähig war, den Forschungsbetrieb aufrechtzuerhalten, wurde das ab 1940 vom kurzzeitigen Akademie-Leiter Fritz Knoll verwaltete Vivarium 1943 geschlossen. Grundstück und Restgebäude des 1945 ausgebombten Instituts wurden durch Akademievizepräsidenten Meister 1947 verkauft, die Stiftungsmittel „im Sinne der Stifter“ zur Ausbau der Forschungsstation in Lunz am See genutzt, wo ehemalige illegale NS-Wissenschaftler forschten. In den 1951 und 1957 von Fritz Knoll im Auftrag der ÖAW herausgegebenen Bänden über „große österreichische Naturforscher“ fehlte jede Erwähnung der Fachkollegen.[3]

Das Wissen um den in seiner Dimension einzigartigen Fall lässt die Kontinuitäten der Akademie in einem ganz anderen Licht erscheinen. Konkret festgemacht wurde dies an den beiden vor und nach 1945 führenden Protagonisten Richard Meister (1881–1964) und Fritz Knoll (1883–1981). Der von ALBERT MÜLLER (Wien) vorgestellte Botaniker Knoll war als „Illegaler“ (österreichischer Nationalsozialist vor dem „Anschluss“) 1938–1943 „Führerrektor“ der Universität geworden und hatte die Akademie im Anschlussjahr kommissarisch geführt. Noch vor Abschluss seines Entnazifizierungsverfahrens wirkte Knoll wieder als Sekretär der ÖAW, im Alter wurde er von Universität und ÖAW für sein Engagement „in schwerer Zeit“ mit Ehrungen bedacht.[4] Die These FRANZ GRAF-STUHLHOFERs (Wien) des reaktiven Anpassens des „Beamten“ Meister an den NS-Staat ließ sich in der folgenden Diskussion schwer halten. Die Nationalsozialisten misstrauten dem wissenschaftlichen Pädagogen Meister, der sich in den 1920er-Jahren als konservativer Gegner der republikanischen Schulreformen profiliert hatte; doch sie entließen ihn nicht, sondern versetzten ihn bloß.[5] Als Schlüsselfigur der österreichischen Bildungspolitik amtierte Meister 1951–1963 auch als Präsident der ÖAW. Die großzügige Auslegung der nationalsozialistischen Vergangenheit wurde zum Charakteristikum seiner Präsidentschaft. Die Mischung aus konservativer Ablehnung der Republik und partieller Kooperation mit dem NS-Staat wurde in der Diskussion als „prototypisch für das geistig-intellektuell konservative Wissenschafts-Milieu in Österreich“ bezeichnet. ROMAN PFEFFERLE (Wien) verzahnte die auch quantitativen Ergebnisse des Forschungsprojekts zur Entnazifizierung der Wiener Professorenschaft nach 1945 mit den Erkenntnissen zur ÖAW. Aus der Akademie verloren 1945 mit den beiden „Illegalen“ Knoll und Eduard Pernkopf sowie mit Karl Mayerhofer und Viktor Christian nur vier Mitglieder ihre Mitgliedschaft; was in allen Fällen spätestens in den 1950er Jahren rückgängig gemacht wurde, bei Knoll bereits 1947. Die „ruhenden“ Mitgliedschaften weiterer NS-belasteter Mitglieder schienen z.B. auf die Kommissionstätikeit in der ÖAW keinerlei Auswirkungen gehabt zu haben.

Der geringe Anteil ‚jüdischer‘ Akademiemitglieder und die Nichtmitgliedschaft auch international bedeutender Wissenschaftler aus Wien ließ Ash die Frage nach der Rekrutierungspolitik der Akademie vor 1938 stellen. Die „Autochthone Provinzialisierung“ vor 1938 wurde von WOLFGANG L. REITER (Wien) bezüglich der Naturwissenschaften beschrieben. Schon in den 1920er-Jahren Jahren waren viele jüdischstämmige Wissenschaftler aufgrund der geringen Karrieremöglichkeiten ins Ausland gegangen. Die Mehrheit der österreichischen Nobelpreisträger war vor 1938 nicht in die Akademie aufgenommen worden, manchmal erst Ende der 1950er-Jahre als korrespondierende Mitglieder im Ausland. Die 1938 genutzten Juden-Listen waren lange vorher entstanden. Mit dem Geheim-Zirkel „Bärenhöhle“ stellte Klaus Taschwer auf Basis neuer Quellenfunde einen Kreis 18 antisemitischer Professoren um den Paläontologen Othenio Abel vor, die ab 1922 an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien als eine Art personalpolitisches Kartell Habilitationen und Berufungen von jüdischen und linken Wissenschafterinnen und Wissenschaftern verhinderten.[6] 16 dieser Männer – unter ihnen auch Meister und Srbik – waren bis spätestens 1939 auch einflussreiche Mitglieder der philosophisch-historische Klasse der Akademie. Das dürfte laut Taschwer auch erklären, warum in dieser Klasse zuletzt 1919 mit Alfred Francis Pribram ein jüdischstämmiger Forscher aufgenommen worden war; und 1938 ebenda nicht einmal fünf Prozent der Mitglieder aus politischen oder ‚rassischen‘ Gründen entlassen werden mussten.

Schon Suppan hatte auf den Verlust ganzer Wissenschaftszweige durch die Emigration führender Protagonisten hingewiesen. Mit der Entlassung von 32 Prozent der Physiker und 50 Prozent der Chemiker an der Universität Wien wurde 1938 jegliche Innovationskraft der österreichischen Wissenschaft ausgelöscht. Reiter betonte, dass jene aus der Akademie vertriebenen 10 Prozent Mitglieder und Instituts-Mitarbeiter vor 1938 über 50 Prozent der Veröffentlichungen produziert hatten. SILKE FENGLER (Wien) beschrieb das seit 1910 international führende Institut für Radiumforschung, das nach Vertreibung von elf Mitarbeitern vom Nationalsozialisten Gustav Ortner geleitet wurde. Die internationale Vernetzung endete mit der Entlassung Stefan Meyers, der 1937 zum Präsident der Internationalen Radium-Standard-Kommission gewählt worden war. Der internationale „Wiener Primärstandard“ wurde 1938 durch eine neue Standardkommission in den USA ersetzt. Die 1944 eingestellte Forschung erschien den Alliierten so unbedeutend, dass sie kein Interesse an der Abwerbung der in der Radiumanstalt beschäftigten Physiker zeigten.

CHRISTIAN FLECK (Graz) bot in seinem von THOMAS KÖNIG (Brüssel/Wien) vorgetragenen Referat einen sozialwissenschaftlich begründeten Ansatz, die „Autochthone Provinzialisierung“ zu erfassen. Mit Fokus auf die Akteursperspektive wurde ein Modell zum Umgang eines Wissenschaftssystems mit politischen Zäsuren beschrieben.[7] Die Umsetzung der Vorgaben des NS-Staates durch Insider habe das österreichische Wissenschaftssystem nachhaltig geprägt. Der krasse Verstoß gegen das Ethos der Wissenschaft beim Ausschluss rivalisierender Gruppen und Menschen muss den Akteuren durchaus bewusst gewesen sein. „Die akademischen Ariseure eroberten zwar Posten, verloren aber den inneren Antrieb, Fähigkeit und Willen zur Fortführung ihrer wissenschaftlichen Arbeit.“ Nach 1945 gab es keine Reformen der Hochschul- und Forschungslandschaft in Österreich. Mit dieser „Selbstprovinzialisierung“ begründete Fleck, warum Wissenschaft und Forschung nicht Teil der kulturellen Identität Österreichs geworden waren. Erst durch Emigranten wurde die österreichische Wissenschaftskultur von außen wieder entdeckt.[8] In der Diskussion wurde auf die Rolle von Bundeskanzler Bruno Kreisky verwiesen, der mit einer Zukunftskonferenz 1972 die Wissenschaft auf die politische Agenda brachte.

Den Umgang mit der NS-Vergangenheit der ÖAW in der Nachkriegszeit benannte Matis als beinahe „noch problematischer als die NS-Zeit selbst“. In seinem politisch engagierten Beitrag konstruierte GERHARD OBERKOFLER (Innsbruck) die Kontinuität einer kriegstreiberischen Haltung der Akademie bis heute. Ein anhaltendes Verschweigen vermag der Berichterstatter zumindest auf der beschriebenen Tagung nicht zu erkennen. Seit dem Generationenwandel der 1970er-Jahre wurde die „Lebenslüge der Republik“ als „erstes Opfer des Nationalsozialismus“ hinterfragt. In den 1990er-Jahren erschienen Studien von Oberkofler und Graf-Stuhlhofer zur Rolle der Akademie. Matis berichtete, dass seine Broschüre zur Akademie in der NS-Zeit 1997 breite Unterstützung erfuhr.[9] Akademiepräsident HELMUT DENK betonte, dass sich die ÖAW heute „offen und schonungslos“ der Aufarbeitung stelle. Auch die Präsidentin des Nationalrats BARBARA PRAMMER versprach bei der Enthüllung der Gedenktafel für die NS-Opfer der Akademie die politische Unterstützung dieses Vorhabens. Die Mitglieder des ÖAW-Präsidiums versprachen, konkreten Anregungen der Gedenkkultur nachzugehen. Reiter warb für eine Reaktivierung der 1938 nicht mehr verliehene Hans Horst Meyer-Medaille für herausragende pharmakologische Arbeiten. Die Wiederaufstellung der verschwundenen Gedenktafel für Wissenschaftsministerin Hertha Firnberg wurde angeregt.

Aus ihrer Erfahrung der Aufarbeitung der Rolle der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft forderte CAROLA SACHSE (Wien) die Finanzierung durch die zu untersuchende Institution bei gleichzeitiger Unabhängigkeit der Historiker mit eigenem Publikations- und Presserecht, sowie dauerhaften Aktenzugang. Dass die ÖAW die Forschung nun mit eigenen Mitarbeitern begonnen hat, schien sich zumindest bei dieser Tagung und Ausstellung nicht als Hindernis erwiesen zu haben. Eine von HEIDEMARIE UHL (Wien) angeregte Differenzierung des Verhältnisses von Wissenschaft und Moral erfolgte von Ash vielleicht in dieser Hinsicht: Die frei von normativen Forderungen errungene Erkenntnis soll dann Basis einer moralischen Folgerung sein, nicht aber umgekehrt.

Bei der Eröffnung der Ausstellung betonte ÖAW-Archivar STEFAN SIENELL den andauernden Forschungsprozess. Die 100. Wiederkehr der Übergabe des „Vivariums“ an die Akademie soll 2014 mit Ausstellung und Symposium gewürdigt werden. Künftige historische Untersuchungen könnten die vielfältige Verflechtung zwischen Wiener Universität, Akademie und sonstigen Einrichtungen in den Blick nehmen. Einigkeit bestand, dass die Verstrickung in den NS-Staat nur mit einem größeren Untersuchungsraum zu erfassen ist. So könnten die von GARY B. COHEN (Minneapolis) geforderten Wissenschaftlerbiographien als Beispiel für Elitenverhalten im 20. Jahrhundert stehen. Epistemisch, personell und institutionell könnten so Kontinuitäten und Brüche erst festgestellt werden. Mit Blick der ineinander verschränken Zeiträume vor und nach 1919, 1938 und 1945 wurden zahlreiche Desiderate genannt. Umfassende politische Biographien von Knoll und insbesondere von Meister fehlen. Die Rolle der Wissenschaftsinstitutionen in Republik und Ständestaat ist wenig beleuchtet, ebenso der Aufbau der Forschungslandschaft in den 1970er Jahren. Sachse verwies auf außerwissenschaftliche Beziehungsgeflechte, wie den Wissenstransfer aus der Industrietätigkeit Erich Schmids in NS-Deutschland in die österreichische Stahlindustrie.

Konferenzübersicht:

Helmut Denk (Präsident der ÖAW): Begrüßung

Panel 1: Wissenschaft und Politik (Moderation: Johannes Feichtinger)

Arnold Suppan (Vizepräsident ÖAW): „Anschluss“ und NS-Herrschaft. Österreich 1938-1945

Mitchell G. Ash (Univ. Wien): Wissenschaft und Politik im 20. Jahrhundert: Thesen zur Beziehungsgeschichte

Herbert Matis (ÖAW): Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1938-1945

Panel 2: Individuelle und institutionelle Strategien vor und nach 1945 (Moderation: Gary B. Cohen)

Albert Müller (Univ. Wien): Anpassung und Selbstbehauptung „in schwerer Zeit“

Franz Graf-Stuhlhofer (Wien): Richard Meister und die „Pflichterfüllung“

Roman Pfefferle (Univ. Wien): Glimpflich entnazifiziert. Die Rehabilitierung von Akademiemitgliedern aus der Professorenschaft der Universität Wien nach 1945

Enthüllung der Gedenktafel
Arnold Suppan (Vizepräsident ÖAW), Barbara Prammer (Präsidentin des Nationalrats)

Eröffnung der Ausstellung und Präsentation des Katalogs
Helmut Denk (Präsident ÖAW), Stefan Sienell (Archivar ÖAW)

Panel 3: Naturwissenschaften in der NS-Zeit (Moderation: Herbert Posch)

Wolfgang L. Reiter (Univ. Wien): Naturwissenschaften in Österreich in der Zeit des Nationalsozialismus und nach 1945

Klaus Taschwer (Der Standard, Wien): Die nachhaltigen Zerstörungen der Biologischen Versuchsanstalt Wien 1926, 1938, 1945 und danach

Silke Fengler (Univ. Wien): Bruchlinien und Kontinuitäten am Institut für Radiumforschung 1938–1945–1950

Panel 4: Zäsuren und Kontinuitäten nach 1945 (Moderation: Heidemarie Uhl)

Gerhard Oberkofler (Innsbruck): Neubeginn? Kontinuitäten in der Gelehrtengesellschaft

Christian Fleck (Univ. Graz) Autochthone Provinzialisierung der österreichischen Wissenschaft

Friedrich Stadler (Univ. Wien): Das Thema Wissenschaft im Austrofaschismus und Nationalsozialismus in der österreichischen Historiografie

Podiumsdiskussion Die Akademie der Wissenschaften in Wien in der NS-Zeit – 75 Jahre danach

Helmut Denk (Präsident der ÖAW): Eröffnung

Teilnehmer/innen: Mitchell Ash (Wien), Gary B. Cohen (Minneapolis), Herbert Matis (Wien), Carola Sachse (Wien), Arnold Suppan (Wien), Heidemarie Uhl (Wien), Moderation: Martin Haidinger (ORF)

Anmerkungen:
[1] Johannes Feichtinger / Herbert Matis / Stefan Sienell / Heidemarie Uhl (Hrsg.), Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1938 bis 1945. Katalog, Wien 2013.
[2] Vgl. Mitchell G. Ash, Wissenschaft und Politik. Eine Beziehungsgeschichte im 20. Jahrhundert, Archiv für Sozialgeschichte 50, Bonn 2010, S. 11-46.
[3] Vgl. Klaus Taschwer, Vetrieben, verbrannt, vergessen. Über die nachhaltige Vernichtung der Biologischen Versuchsanstalt und ihres wissenschaftlichen Personals, in: Feichtiger, Matis et al. 2013, S. 104-115.
[4] vgl. Klaus Taschwer, Die zwei Karrieren des Fritz Knoll, ebd., S. 47-54.
[5] Martin Knechtel, Das pädagogische Seminar der Universität Wien, 1938-45, Diplomarbeit Univ. Wien 2012.
[6] Vgl. Klaus Taschwer, Hochburg des Antisemitismus, Der Standard, 12.6.2012 <http://derstandard.at/1338559407873/Universitaet-Wien-Hochburg-des-Antisemitismus> (13.05.2013).
[7] Weiterentwicklung von Christian Fleck, Autochthone Provinzialisierung. Universität und Wissenschaftspolitik nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich, Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 7 (1996) 1, S. 67-92.
[8] u.a. Symposium „Österreich und der Nationalsozialismus“ mit Eric Kandel, Walter Kohn, Fritz Stern und Anton Zeilinger, 5.–6.6.2003 Univ. Wien.
[9] Herbert Matis, Zwischen Anpassung und Widerstand. Die Akademie der Wissenschaften in den Jahren 1938-1945, Wien 1997.

Zitation
Tagungsbericht: Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1938 bis 1945, 11.03.2013 Wien, in: H-Soz-Kult, 27.05.2013, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4831>.
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Veröffentlicht am
27.05.2013
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