„Geheimfavorit Belgien?“ 2. Workshop des Arbeitskreises Historische Belgienforschung

Ort
Köln
Veranstalter
Arbeitskreis Historische Belgienforschung
Datum
04.07.2014 - 05.07.2014
Von
Bernhard Liemann, Universität Münster/Universiteit Gent; Peter M. Quadflieg, Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte, RWTH Aachen

Am 4. und 5. Juli 2014 traf sich der im Vorjahr konstituierte Arbeitskreis Historische Belgienforschung zu seiner zweiten Jahrestagung auf Einladung der Virtuellen Fachbibliothek Benelux in den Räumlichkeiten der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Wie im letzten Jahr in Düsseldorf hatte das Treffen Workshopcharakter: Der Arbeitskreis versteht sich primär als Austauschplattform für die historisch geleitete Belgienforschung im deutschsprachigen Raum, ohne speziellen thematischen oder epochalen Schwerpunkt. Entsprechend waren erneut Historiker sowie Vertreter verwandter Disziplinen, die sich mit dem Themenkomplex Belgien in historischer Perspektive auseinandersetzen, aufgerufen, ihre Forschungsvorhaben und -projekte vorzustellen. Die 2013 begonnene Bestandsaufnahme der aktuellen deutschsprachigen Forschung zur Geschichte Belgiens wurde so mit insgesamt zwölf Referaten, die die Organisatoren zu vier Sektionen gruppiert hatten, fortgesetzt.

Zum Auftakt berichtete YVES HUYBRECHTS (Marburg) von seinem laufenden Dissertationsprojekt zur politischen Partizipation der südlichen Niederlande am Heiligen Römischen Reich während der österreichischen Zeit im 18. Jahrhundert. Um die historiographisch bisher eher dubiose Stellung der Österreichischen Niederlande zwischen Fremdheit und Nähe zum Reich ein wenig zu erhellen, möchte Huybrechts die Teilhabe der südniederländischen Entscheidungsträger an der Reichspolitik untersuchen. Er berichtete, dass er sich auf Basis der Protokolle der Reichsfürstenratssitzungen, der Gesandtenkorrespondenz, der Österreichischen Hofkanzlei und der Geheimen Konferenz auf vier wichtige Episoden der Burgundischen Reichstagspolitik konzentriere: die Auseinandersetzungen im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges, der südniederländischen Ostindienkompanie, der Reichskammergerichtsreformen und der Niederschlagung der Brabantischen Revolution. Schon jetzt zeichne sich ab, dass abgestufte Zwischenkategorien jenseits der Bipolarität von „reichsnah“ und reichsfern“ nötig seien um das Verhältnis zwischen den Österreichischen Niederlanden und dem Reich angemessen zu charakterisieren.

DIANA MARIA NATERMANN (Florenz) fragte in ihrem Vortrag nach den Veränderungen der Weißseinskonstruktionen von Kolonialistinnen, nachdem sie im deutschen oder belgischen Kontext im subsaharischen Afrika vor Ort koloniale Erfahrungen gemacht hatten. Verortet in Deutsch-Ostafrika und dem Kongo-Freistaat bzw. Belgisch-Kongo zwischen der internationalen Kongokonferenz in Berlin 1884/85 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 möchte sie in ihrem Dissertationsprojekt unter Zuhilfenahme der Kritischen Weißseinsforschung Egodokumente auf die Herstellung von Identitäten im kolonialen Kontext zwischen europäischen und afrikanischen Kulturen hin analysieren. Erste Quellenbefunde sprächen für eine Beeinflussung ihrer kulturimperialistischen Konstruktionen von Rasse durch ihre kolonialen Erfahrungen entweder in Richtung einer vermehrten Überbetonung der rassifizierten Machtdifferenz oder hin zu einem durch verschiedene Grade einer Afrikanisierung verursachten hybridähnlichen Dazwischen-Sein.

Mit ihrem Beitrag zum ersten belgischen Schulkrieg (1879-1884) präsentierte CHRISTINA REIMANN (Berlin) einen kleinen Ausschnitt aus ihrer soeben fertig gestellten Dissertationsschrift. Als ein Hauptaustragungsort des europäischen Kulturkampfes gilt die Bildungsdebatte, welche sich in Belgien in den politisch-weltanschaulichen Auseinandersetzungen zwischen Liberalen und Katholiken manifestierte. Dabei verdeutlichte Reimann, wie die liberale Ligue belge de l´enseignement es vermochte, innerhalb eines transnationalen Kommunikationsraumes Kontakte zu einem Expertennetzwerk zu knüpfen und dieses für ihre nationalen Interessen nutzbar zu machen.

Im anschließenden Beitrag charakterisierte GENEVIÈVE WARLAND (Louvain-la-Neuve/ Frankfurt am Main) den in Vergessenheit geratenen deutschen Historiker jüdischer Abstammung Martin Philippson (1846-1916) als Mittler und Grenzgänger der deutsch-belgischen Wissenschaftsbeziehungen. Da ihm als Jude der Weg auf eine ordentliche Professur in Deutschland versperrt gewesen war, ging Philippson 1879 an die Freie Universität Brüssel, wo er die historische Methode der praktischen Übungen einführte und im Jahr 1890 das Rektorenamt bekleidete. Seine Stellungnahme im Berliner Antisemitismusstreit sei vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen in Belgien zu sehen. In seiner Rolle als Initiator und Mitbegründer verschiedener jüdischer wissenschaftlicher Institutionen fielen die fließenden Grenzen zwischen seiner beruflichen und persönlicher Identität besonders auf. Die durchgängig positiveren Besprechungen seiner Bücher im Ausland und die Sperrung der preußischen Staatsarchive für ihn durch ihren damaligen Direktor Heinrich von Sybel unterstrichen Philippsons Rolle als Außenseiter des akademischen Betriebs in Deutschland, so Warland.

Die zweite Sektion widmete sich Belgiens Kulturerbe in und zwischen beiden Weltkriegen. LUKAS CLADDERS (Heidelberg) präsentierte in seinem Vortag den schwierigen Umgang Belgiens mit seinem patrimoine culturel, seinem nationalen Kulturerbe, nach dem Ersten Weltkrieg. Anhand der Beispiele der Friedensverträge von Versailles und St. Germain, einer belgisch-italienischen Schenkung 1921 und der belgischen Ausstellungspolitik bei internationalen Leihausstellungen verdeutlichte er, wie durch die strategische Nutzung des politischen Konzeptes patrimoine culturel Kulturgüter als Kompensation für die Kriegszerstörungen nach Belgien (zurück)geholt werden sollten. Der Ort der Entstehung eines Kunstwerkes bis auf die lokale Ebene galt hierbei als zentrales Argument. Nach diesem Verständnis hätten etwa Malereien von Dierk Bouts nach Löwen, und die aus der Feder Jan van Eycks nach Gent gebracht werden müssen. Allerdings stand diese Idee im Widerspruch zu der für die Zwischenkriegszeit so typische Frage, ob es Nationalkunst gebe und ob diese in große Nationalmuseen gehöre. Auch das Labeln alter flämischer Meister als belgisch stellte sich wegen der teilweise gebrochenen staatlichen Kontinuitätslinien als schwierig heraus. Die Debatte freiwilliger Tauschaktionen habe sich jedenfalls nicht durchgesetzt, da die Existenz aller großen europäischen Sammlungen in Gefahr gewesen wäre.

Den Bogen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg schlug CHRISTINA KOTT (Paris), indem sie ihre Forschungen zum deutschen Umgang mit dem belgischen Kulturerbe während der militärischen Besatzungen 1914-1918 und 1940-1944 überblicksartig präsentierte. Entgegen aller Behauptungen in der deutschsprachigen Literatur habe ein zentralisierter und einheitlicher militärischer Kunstschutz an der Westfront im Ersten Weltkrieg nie existiert. Zwar seien als Reaktion auf den Brand von Löwen schon im Herbst 1914 sogenannte Kunstschutzbeauftragte entsandt worden, um dem Image des Barbarentums entgegenzutreten, jedoch wurden erst ab dem Frühjahr 1917 präventive Schutzmaßnahmen an beweglichen und unbeweglichen Kulturgütern tatsächlich durchgeführt, die gleichzeitig vor dem Hintergrund der Flamenpolitik propagandistisch instrumentalisiert wurden. Der Umgang mit dem Kulturerbe im Zweiten Weltkrieg zeige zumindest einen teilweisen Bezug zum Ersten Weltkrieg als Erfahrungshorizont. Bereits im Vorfeld habe die von Belgienkennern konzipierte Besatzungsverwaltung eine eigene Abteilung „Kunstschutz“ beinhaltet und war damit die erste ihrer Art in den besetzten Ländern. Insgesamt zeigten die Forschungen, dass im besatzungspolitisch eher marginalen, aber kulturhistorisch weitreichenden Bereich der Kriegsdenkmalpflege nicht nur eindeutige Konvergenzen, sondern vielschichtige gegenseitige Lern-, Abgrenzungs- und Emanzipationsprozesse existiert hätten.

Mit ihrem Beitrag zu deutschen bibliothekarischen Interessen im besetzten Belgien zwischen 1940 und 1944 konnte CHRISTIANE HOFFRATH (Köln) hieran konkret anschließen. Im Gegensatz zu anderen Ländern fehle bis heute eine detaillierte Studie zum sogenannten NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut in Belgien. Hoffrath skizzierte einerseits die Beteiligung von Bibliothekaren als Mitglieder der am NS-Raubgut beteiligten Organisationen und andererseits die „dubiosen“ Einkäufe, die wissenschaftliche Bibliothekare für ihre Bibliotheken tätigten. Wie viele andere Bibliothekare habe sich auch der damalige Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln auf diese beinahe als Einkaufsfahrten zu bezeichnenden Touren begeben, um in einer Art Grauzone des Literaturraubes die günstige Gelegenheit zu nutzen, die eigenen Bibliotheksbestände zu vergrößern oder Lücken aufzufüllen.

Leider musste der Abendvortrag von SOPHIE DE SCHAEPDRIJVER (Pennsylvania State University) im Belgischen Generalkonsulat Köln kurzfristig entfallen. Den Teilnehmern wurde jedoch freundlicherweise das Redemanuskript zur Verfügung gestellt, in dem De Schaepdrijver sich mit der Rolle Belgiens im Ersten Weltkrieg auseinandersetzt. Darin schildert sie, wie die deutschen Besatzer und die belgischen Besetzten im Kampf um die Deutungshoheit, wer in diesem Krieg eigentlich wie, wann und warum der Aggressor und wer das Opfer sei, permanent versuchten, nach Innen und Außen die moralische Überlegenheit zu erlangen bzw. zu behalten. Dabei sei diese Frage de facto bereits zu Kriegsbeginn mit dem völkerrechtswidrigen deutschen Einmarsch in das neutrale Königreich Belgien und den Gräueln an der belgischen Zivilbevölkerung entschieden gewesen. Durch die Allgegenwärtigkeit des Besatzungsregimes mit seiner Okkupation des öffentlichen Raumes, den mannigfaltigen Verordnungen und harten Sanktionierungen bis hin zur Todesstrafe habe sich die Heimatfront der Belgier im ureigensten Wortsinn unheimlich dargestellt. In den zeitgenössischen Kontroversen um die Erschießungen der als Spioninnen und Fluchthelferinnen zum Tode verurteilten Edith Cavell und Gabrielle Petit verdichtete sich die Frage um die moralische Rechtfertigung von Gewalt. Einen Versuch zum Legitimitätsgewinn im nördlichen Landesteil habe deutscherseits die Etablierung der Flamenpolitik bedeutet. Nach dieser Vorstellung sei das flämische Volk in einem künstlichen und repressiven Staat Belgien gefangen. Die Invasion in das Nachbarland wurde so zu einer Befreiung eines Brudervolks umgedeutet. So wurde Flandern zu einem Spiegelbild für das Deutsche Reich. Denn in Flandern spiegele sich im Kleinen, was auf europäischer Ebene im Großen geschehe, nämlich eine Einkreisung und Erstickung des germanischen Elements. Mit Henri Pirenne und Sebastian Haffner sieht Sophie De Schaepdrijver in der kulturimperialistischen Hybris des Wilhelminischen Reiches ein Hauptelement des Ersten Weltkriegs. Doch das wilhelminische Deutschland sei nicht das einzige Beispiel eines von einer imperialen Hybris besessen Staates, nicht damals und nicht heute.

Der zweite Tagungstag begann mit einer Sektion über Belgien und den Ersten Weltkrieg, einem Forschungsfeld, das offensichtlich wegen der momentanen intensiven Beschäftigung mit dem „Ersten großen Krieg“ auch im Bereich der deutschsprachigen Belgienforschung einen hohen Stellenwert einnimmt. Unter den eingereichten Beitragsvorschlägen hatten die Organisatoren die Vorträge von Winfried Dolderer (Berlin) und Jakob Müller (Berlin) ausgewählt.

WINFRIED DOLDERER ging zunächst auf einen nach wie vor wichtigen Aspekt im Zusammenhang mit der deutsch-belgischen Erinnerung an den Ersten Weltkrieg ein: Die Debatte um den angeblichen belgischen Franktireurkrieg gegen die deutschen Truppen 1914. Dabei zeichnete er sowohl aus belgischer, als auch aus deutscher Perspektive schlaglichtartig die Entwicklung zwischen 1927 und 1958 und die jeweiligen Versuche nach, den Mythos der Franktireurs zu untermauern bzw. zu widerlegen. Besonders gut spiegele die Tatsache, dass diese geschichtspolitische Debatte mit der Einsetzung einer gemeinsamen belgisch-deutschen Historikerkommission Ende der 1950er-Jahre ihren offiziellen Abschluss fand – also just in der Zeit als Belgien als erster Staat offizielle diplomatische Beziehungen mit der BRD aufgenommen hatte – den Befund wider, das die Auseinandersetzung um den Franktireurmythos auch ein Spiegelbild der allgemeinen belgisch-deutschen Beziehungen war.

JAKOB MÜLLER stellte in der Präsentation seines Dissertationsprojekts zur deutschen Flamen-Politik während des Ersten Weltkriegs die These in den Mittelpunkt, es habe während der deutschen Besatzung ab 1914 weniger aus ideologischer Überzeugung, denn aus pragmatischen Überlegungen ein „Nation-Building“ der deutschen Autoritäten „avant la lettre“ gegeben. Entsprechend fokussierte er seinen Beitrag auf die Kontinuitätslinien zwischen dem Besatzungsregime im Ersten und im Zweiten Weltkrieg, und auf ihre Wirkung auf die flämische Bewegung.

An die angeregte Diskussion in Anschluss an Müllers Vortrag konnte INE VAN LINTHOUT (Gent) mit ihrem Beitrag anschließen, der die Sektion 4 „Bilder von Belgien vor und nach 1945“ eröffnete. In ihrem Referat stellte Van Iinthout ihr Postdoc-Projekt vor, das sich mit dem Belgienbild in der Propaganda und im öffentlichen Diskurs des so genannten Dritten Reiches befasst. In Form einer Diskursanalyse trachte sie dabei danach, Evolutionen im nationalsozialistischen Belgienbild aufzuzeigen und relevante Pressure Groups zu identifizieren. Dabei standen, so ihre erste anschaulich geschilderte Arbeitshypothese, kurzfristige pragmatische Positionierungen der deutschen Propaganda langfristigen ideologischen Vorstellungen über Belgien und seine Volksgruppen gegenüber und widersprachen sich oft sogar.

Im zweiten Beitrag zur vierten Sektion stellte JOHANNES SCHMID (Aix-en-Provence) mit seinem Beitrag zur Öffentlichen Meinung im besetzten Belgien zwischen 1940 und 1944 einen Ausschnitt aus seinem Dissertationsprojekt vor, welches sich dem Thema Besatzungserfahrung und Öffentliche Meinung in einer vergleichenden französisch-belgischen Perspektive nähert. Schmid zeichnete im Rahmen seines Referats den Stimmungsumschwung in der belgischen Bevölkerung ab dem, durch Lebensmittelmangel geprägten, Winter 1940 nach.

Mit einer ganz anderen Belgienwahrnehmung, nämlich derjenigen in der UdSSR nach 1945, beschäftigte sich der anschließende Vortrag von ALEXANDER FRIEDMAN (Luxemburg). Das Bild, welches in der Sowjetunion von dem kleinen westeuropäischen Land gezeichnet wurde, war ambivalent. Zwar wurde Belgien durch seine Mitgliedschaft in der NATO, wegen seiner Kolonialpolitik im Kongo, wegen der guten und engen Beziehungen zu den USA und als Sitz sowohl des militärischen als auch des politischen Hauptquartiers des Nordatlantikpaktes (in Mons und Brüssel) als typischer kapitalistisch-imperialistischer Staat wahrgenommen. Dies tat jedoch einer Sympathie und wohlwollenden Berichterstattung über das Savoir-vivre der Belgier insbesondere in kulinarischer Hinsicht keinen Abbruch. Einen besonderen Schwerpunkt in der Belgienwahrnehmung bildete die Sport- und insbesondere Fußballgeschichte, beendeten die „Roten Teufel“ doch die Titelträume der hochfavorisierten Sowjets bei der WM 1986. Mit dieser Schilderung hatte Friedman gleichzeitig den Bogen zum launisch formulierten Titel der Gesamtveranstaltung – „Geheimfavorit Belgien“ – vollzogen.

Die anschließenden Beratungen des Arbeitskreises widmeten sich der Frage nach der zukünftigen Organisation und Zusammenarbeit, nicht nur im Bereich folgender Jahrestagungen sondern auch in Hinblick auf eine weitere Institutionalisierung.

Konferenzübersicht:

Begrüßung durch Sebastian Bischoff (Berlin), Christoph Jahr (Berlin) und Jens Thiel (München/Berlin)
Grußwort: Michael Stückradt, Kanzler der Universität zu Köln

Sektion 1: Aspekte belgischer Geschichte vor 1914
Moderation: Christoph Jahr (Berlin)

Yves Huybrechts (Marburg), Zwischen Fremdheit und Nähe: die österreichischen Niederlande und das Heilige Römische Reich. Zur politischen Integration eines ‚fernen’ Reichsstandes
Diana Maria Natermann (Florenz), "The White Bibi"- Female Memories from the Congo Free State and German East Africa (1884-1914)
Christina Reimann (Berlin), Der belgische „Schulkrieg“ (1879-1884) - Ort gesellschaftlicher Spannungslinien und transnationaler Verflechtungen
Geneviève Warland (Louvain-la-Neuve/Frankfurt am Main), Einblick in die deutsch-belgischen Wissenschaftsbeziehungen. Der Fall des deutschen Historikers jüdischer Abstammung Martin Philippson (1846-1916)

Sektion 2: Belgiens Kulturerbe in und zwischen den Weltkriegen
Moderation: Jens Thiel (München/Berlin)

Lukas Cladders (Heidelberg), Belgien und sein patrimoine culturel – eine schwierige Beziehung nach dem Ersten Weltkrieg
Christina Kott (Paris), Das belgische Kulturerbe unter deutscher Besatzung – 1914-1918 und 1940-1944. Ein Überblick
Christiane Hoffrath (Köln), Bibliothekarische Interessen im besetzten Belgien, 1940-1944

Abendvortrag
Sophie De Schaepdrijver (Pennsylvania State University)
War Horizon: What Belgium meant for Germany in the First World War
Moderation: Tatjana Mrowka (Köln)

Sektion 3: Belgien und der lange Schatten des Ersten Weltkrieges
Moderation: Sebastian Bischoff (Berlin)

Winfried Dolderer (Berlin), Der lange Weg zum 'moralischen Frieden'. Zur Debatte um den angeblichen belgischen Franktireurkrieg 1927-1958
Jakob Müller (Berlin), Deutschland und Flandern 1914-1944 - Nation-Building avant la lettre?

Sektion 4: Bilder von Belgien vor und nach 1945
Moderation: Martin Kohlrausch (Leuven)

Ine Van linthout (Gent), Belgien in Politik, Propaganda und öffentlichem Diskurs im „Dritten Reich“ (1933-1945)
Johannes Schmid (Aix-en-Provence), Die "öffentliche Meinung" im besetzten Belgien 1940-1944
Alexander Friedman (Luxemburg), Schokolade, Antwerpener Diamanten und Jean-Marie Pfaff. Belgien im Spiegel der Sowjetunion nach 1945
Sandra Hindriks (Bonn), Kurzvorstellung des Arbeitskreises Niederländische Kunst- und Kulturgeschichte

Perspektiven des Arbeitskreises und Verabschiedung
Sebastian Bischoff (Berlin), Christoph Jahr (Berlin) und Jens Thiel (München/Berlin)

Zitation
Tagungsbericht: „Geheimfavorit Belgien?“ 2. Workshop des Arbeitskreises Historische Belgienforschung, 04.07.2014 – 05.07.2014 Köln, in: H-Soz-Kult, 01.10.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5579>.
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Veröffentlicht am
01.10.2014
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