Hansische Identitäten

Ort
Greifswald
Veranstalter
Kerstin Petermann / Anja Rasche, Netzwerk Kunst und Kultur der Hansestädte; Gerhard Weilandt, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Datum
04.03.2015 - 07.03.2015
Von
Maria Seier, Lübeck

Vom 4. bis 7. März 2015 fand die erste internationale und interdisziplinäre Fachtagung des Netzwerks Kunst und Kultur der Hansestädte in Kooperation mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald statt. Im Zentrum der Tagung stand die Frage, wie weitgehend die personellen Netzwerke der Hansekaufleute die Lebenswirklichkeiten der Menschen in Mittelalter und Früher Neuzeit prägten und über wechselseitige Dynamiken und Verflechtungen wirtschaftlicher, politischer und kultureller Prozesse „hansische Identitäten“ geschaffen wurden, die bis in die Gegenwart genutzt werden. Fünf Sektionen mit Vorträgen zu den Themenkreisen „Traditionen und Formgebung – Bauen im Hansegebiet“, „Kaufleute und Künstler“, „Kunst, Handel und Konflikte“, „Wissenschaftstraditionen“ und „Hansische und hanseatische Leitbilder und Identitäten“ wurden kombiniert mit Einheiten, in denen in etwa zehnminütigen Kurzreferaten bereits laufende Forschungsprojekte (Dauerausstellungen in Museen, Restaurierungsprojekte, Dissertationen etc.) vorgestellt wurden.

In einer thematischen Einführung stellte GERHARD WEILANDT (Greifswald) die Frage nach den Formen einer hansischen Identität und ob diese als hansische Identität im Singular zu denken sei oder eher verschiedene hansische Identitäten vorstellbar seien. Hinzu komme, dass die Hanse kein klar definierter Raum mit eindeutigen Grenzen sei, sondern je nach Ausgangspunkt unterschiedliche Räume besetzt habe. Weilandt wies darauf hin, dass die Frage nach „der Hansekunst“ falsch gestellt sei, denn die Verbreitung der Kunstwerke folgte den Handelsrouten, weshalb eine Einordnung der Werke nach den sie produzierenden Künstlern nicht relevant sei. Passender sei es, von einer „Transferkultur“ zu sprechen, in der sich religiöse, soziale und kulturelle Aspekte vermischten.

Die erste Sektion „Traditionen und Formgebungen – Bauen im Hansegebiet“ wurde mit einem Vortrag von URSULA RADIS (Lübeck) zur profanen Architektur in der vorhansischen Zeit Lübecks eröffnet. Radis stellte erste Ergebnisse aus archäologischen Grabungen in Lübeck im sogenannten Gründungsviertel zur Diskussion, wobei der zeitlich gesetzte Schwerpunkt der Grabungen von 1143 bis ca. 1300 reichte. Aus der Frage, welche Bauformen als bauliche Lösung für den Handel und die in diesem Zusammenhang stehende Warenlagerung kennzeichnend waren, entwickelte sie die These, dass die im Lübecker Gründungsviertel ausgegrabenen Keller in Schwellen-Ständer-Bauweise, datiert auf etwa 1180, als Warenlager konzipiert, gebaut und genutzt wurden. JUSTIN KROESEN (Groningen) beschäftigte sich mit den mittelalterlichen Kirchen in niederländischen Hansestädten und ging der Frage nach, inwieweit Architektur und Ausstattung der Sakralbauten hansische Einflüsse erkennen ließen. Anhand zahlreicher Beispiele konnte er hinsichtlich der Bauformen, der Wandmalereien und der Innenausstattung Einflüsse aus dem Rheinland, aus Westfalen und dem Ostseeraum aufzeigen. Anhand eines Vergleichs der Architektur Hamburgs, Lübecks und des dänischen Gesamtstaats um 1800 ging EVA VON ENGELBERG (Weimar/Kiel) der Frage nach, ob sich für die Städte Lübeck und Hamburg spezifisch hansische Kunst- und Bauformen nachweisen ließen, die sich von anderen nicht-hansischen Kulturräumen abhöben. Nach ihrer Einschätzung seien jedoch deutliche Unterschiede zwischen Hamburg und Lübeck und auch dem dänischen Gesamtstaat in der Formensprache der Architektur jener Zeit feststellbar. Es zeige sich hier eine selbstbewusste Unabhängigkeit der Städte Hamburg und Lübeck, sodass von einer überwölbenden Gemeinsamkeit einer hansischen Identität nicht die Rede sein könne, es sei denn, man interpretiere diese Unabhängigkeit als typisch hansisch.

Im öffentlichen Abendvortrag zu den Konjunkturen der Hanserezeption vom 18. Jahrhundert bis heute zeigte ROLF HAMMEL-KIESOW (Lübeck) vier ideologische Haupt-Vereinnahmungen der Hanse auf. Galt die Hanse im 18. Jahrhundert den Vordenkern der Aufklärung wie Gottfried Wilhelm Leibniz und Johann Gottfried Herder als Vorbild für das Handeln der europäischen Völker, so führte im 19. Jahrhundert eine deutschnationale Orientierung und die Vermengung der Hansegeschichte mit Marine- und Flottengeschichte dazu, dass sie zur Vorläuferin der deutschen Interessen zur See stilisiert worden sei. Der Umschwung der Hanseforschung im 20. Jahrhundert von der Flottenpolitik zur Wirtschaftsgeschichte habe sich im öffentlichen Bewusstsein nicht niedergeschlagen, sondern wurde überlagert durch die nationalsozialistische Vereinnahmung der Hanse für Konzepte einer NS-Großraumwirtschaft, wie sie z. B. von Werner Daitz oder auch Fritz Rörig vertreten worden seien. Nach 1945 sei es zu einer 180-Grad-Kehrtwende in der Hanseforschung gekommen und nach anfänglichen unterschiedlichen Entwicklungslinien in DDR und BRD werde die Hanse nun im Hinblick auf die Europäische Union und damit zusammenhängende strukturelle Ähnlichkeiten und Probleme rezipiert.

Zum Auftakt der zweiten Sektion „Kaufleute und Künstler“ untersuchte JAN VON BONSDORFF (Uppsala) die Verbreitung und organisatorische Struktur der im Ostseeraum tätigen Künstler-(Gruppen) und konstatierte eine hohe Mobilität der Werkstätten, da sich die Künstler für die jeweiligen Projekte häufig neu zusammengefunden hätten. Zudem sei eine hohe Flexibilität in der Arbeitsweise feststellbar und damit klassische Konzepte zur Autorschaft von Kunstwerken in Frage zu stellen und die Parameter der Zuschreibungspraxis zu überdenken. ANU MÄND (Tallinn) beschäftigte sich mit der Frage, in welcher Weise Frauen im 15./16. Jahrhundert als Stifterinnen sakraler Kunstwerke in Tallinn hervortraten. Anhand der Auswertung schriftlicher (Testamente, Verträge mit Kirchen und Klöstern etc.) und visueller (Vasa Sacra, Kunstwerke) Quellen konnte sie zeigen, dass die Frauen über zahlreiche Möglichkeiten verfügten, ihre Memoria zu etablieren und damit bei der Gestaltung der Sakralräume einen deutlich größeren Anteil hatten als allgemein angenommen. Unter Verweis auf Michael Baxandall und Aby Warburg stellte BARBARA WELZEL (Dortmund) die Frage: Wie sieht Kunst im Hanseraum aus? Als Grundparadigma diene das Netz bzw. Netzwerk, doch sei bei der Hanse ein höherer Komplexitätsgrad gegeben, der den klassischen Zugang der Kunstgeschichte obsolet werden lasse und daher die Kunstproduktion und –rezeption bezogen auf jede einzelne Hansestadt in den Blick nehmen müsse. Welzel schlug vor, die Vernetzungen der Kaufleute zu beleuchten, zu untersuchen, inwieweit die Kunstwerke als Beglaubigungsobjekte ferner Welten dienten und wie das Wissen über die Handelsgüter den Umgang mit Luxusprodukten und Prachtentfaltung prägten. Ebenso gebe es Wechselspiele zwischen dem, was in den Kunstwerken gezeigt werde und dem, wie die Wirklichkeit damals gedeutet wurde. In ihrem Vortrag zur Kapelle der Familie Brömbse in der St. Jakobikirche zu Lübeck setzte sich ULRIKE NÜRNBERGER (Kiel/Berlin) in einer detaillierten Fallstudie mit dem Anfang des 16. Jahrhundert geschaffenen Brömbse-Retabel auseinander und konnte zeigen, wie Kunst den Stiftern als Ausdrucksmittel diente, um sich selbst darzustellen. Dabei war es auch möglich, sich über herrschende Traditionen hinwegzusetzen.

In der dritten Sektion „Kunst, Handel und Konflikte“ nahm KERSTIN PETERMANN (Hamburg/Lübeck) das geschäftige Handeln auf Bildern des 15./16. Jahrhunderts in den Blick. Anhand zweier Beispiele, nämlich der Miniatur zum Seerecht aus dem Hamburger Stadtrecht von 1497 und der Darstellung des Weinmarkts in Brügge im Flämischen Kalender von Simon Bening zu Anfang des 16. Jahrhunderts arbeitete Petermann heraus, dass in Überblicksdarstellungen und Monografien zur hansischen Geschichte über den prominenten Abdruck dieser Werke eine Gleichsetzung von Handel mit Seehandel suggeriert werde, wobei die Bilder selbst zu wenig als eigenständige Quelle befragt würden. CARSTEN JAHNKE (Kopenhagen) kam bei seiner Betrachtung des Kunsthandels in den hansischen Netzwerken um 1500 zu dem Ergebnis, dass Kunstwerke für die hansischen Kaufleute eine Ware unter vielen war und auf ihren materiellen Wert reduziert wurde. Der Kunst sei nur im Bereich der persönlichen oder religiösen Memoria ein besonderer Stellenwert beigemessen worden, warum Jahnke dafür plädierte, eine direkte Verbindung von Hanse und Kunst zu vermeiden. HIRAM KÜMPER (Mannheim) befasste sich in seinem Vortrag mit wirtschaftsethischen Auffassungen der Dominikaner im Spätmittelalter. Über die Auswertung einschlägiger Beichtliteratur und Ablasspredigten konnte Kümper zeigen, wie die dominikanischen Vorstellungen zur Wirtschaft in Abgrenzung gegenüber den Anderen (z. B. Juden, Osmanen) entstanden und damit die Vorstellungen zur communitas als wesentlichem Baustein möglicher hansischer Identitäten beeinflussten.

Das Thema „Wissenschaftstraditionen“ stand im Fokus der vierten Sektion und ANJA RASCHE (Lübeck) warf einen kritischen Blick zurück, indem sie am Beispiel von Überblicks- und Grundlagenwerken zur Hanse- und zur Kunstgeschichte verdeutlichte, wie Kunst und Kultur im Hanseraum meist nur rudimentär dargestellt und dabei auf den Ostseeraum, auf Backsteingotik, auf Bernt Notke reduziert werde. Um diesen Desiderata entgegenzutreten, seien ausgehend von den einzelnen Objekten und in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Archäologen, Bauforschern, Historikern, Sprachwissenschaftlern, Kunsthistorikern etc. noch erhebliche Forschungen vonnöten. BARBARA SCHELLEWALD (Basel) setzte sich in ihrem Vortrag mit der Kunstgeschichte der Hanse in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Eine kritische Auseinandersetzung mit den in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der kunsthistorischen Forschung tätigen Wissenschaftlern zeige deren Verstrickungen mit der NS-Ideologie, was dazu geführt habe, dass alle Kunst im Ostseeraum als deutsch und als hansisch vereinnahmt worden sei. Zwar sei in den 1950er-Jahren die Kunstgeschichte um die NS-Rhetorik entlastet worden, aber die Grundstrukturen und Parameter seien ungebrochen weiter geführt worden, warum eine kritische Revision dringend geboten sei. Am Beispiel der Karls-Universität in Prag hob CHRISTIAN KRÖTZL (Tampere) die Bedeutung universitärer Netzwerke (Studenten wie Scholare) als identitätsstiftenden Faktor im mittelalterlichen Hanseraum hervor. Studenten aus dem Hanseraum stellten bis ins 15. Jahrhundert in Prag einen großen Anteil, warum die „Prager Periode“ ebenso wie insgesamt die Universitätsgeschichte der Hansestädte einer näheren Aufarbeitung bedürfe. Nach JULIA TRINKERT (Kiel) ergab eine kritische Überprüfung der Werke des sogenannten Imperialissimameisters (Nordschleswig bis Mecklenburg) das Fehlen tragfähiger Zuschreibungskriterien, sodass Trinkert einen neuen Zugang der Klassifizierung der Kunstwerke in Werkgruppen entlang der Forschungsebenen Wahrnehmung, Kennerschaft und Interpretation vorstellte und die Dringlichkeit interdisziplinärer und internationaler Zusammenarbeit unterstrich. Wie sich der Umgang mit dem Kulturerbe in den westlichen Gebieten Polens nach 1945 gestaltete, untersuchte TOMASZ TORBUS (Danzig) und zeigte auf, dass die „Domestizierung eines fremden Erbes“ mit unterschiedlichen Strategien betrieben worden sei, die von gezielter Vernichtung oder Verwahrlosung bis hin zum historisierenden Wiederaufbau im Pseudo-Barock oder Pseudo-Renaissance entlang Krakauer Vorbilder reichte, um auf diese Weise im ethnischen Sinn zu polonisieren.

Die fünfte Sektion „Hansische und Hanseatische Leitbilder und Identitäten“ wurde mit einem Vortrag von INDRAVATI FÉLICITÉ (Paris) eröffnet, der sich mit der Diplomatie der Hansestädte nach dem Westfälischen Frieden beschäftigte. Über Fragen nach dem politischen Status der Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck sowie nach den Beziehungen zum Adel und nach der Wahrnehmung der Hansestädte diskutierte Félicité den Beitrag der hanseatischen Diplomatie zur Formierung Europas im 17./18. Jahrhundert. LU SEEGERS (Hamburg) beschäftigte sich für die Zeit von 1900 bis 1970 mit der Rolle des Hanseatischen in der Hansestadt Hamburg. Indem die Deutungsinhalte der Hanse und des Hanseatischen über die Zeit fluide blieben, sei das Hanseatische immer wieder anders eingesetzt und popularisiert worden. Der Bezug auf die Hanse konnte sowohl während der NS-Zeit, als auch nach 1945 zur Begründung des sogenannten „Hamburger Sonderweges“ genutzt werden. Abschließend setzte sich JEREMY DEWAAL (Nashville/Berlin) mit den Städten Hamburg, Lübeck und Bremen nach 1945 auseinander und zeigte auf, wie mit der Etablierung des Begriffs Heimat als Reaktion auf die kriegsbedingten Zerstörungen und dem Rückgriff auf hansische Geschichte und hanseatischen Geist neue Identifikationsfiguren, eine neue hanseatische Identität kreiert worden sei.

Die lebhaften Diskussionen im Anschluss der Vorträge und der Projektvorstellungen verdeutlichten, wie gewinnbringend und fruchtbar der wissenschaftliche Dialog über Länder- und Disziplingrenzen hinweg war und zeigten zudem, dass erheblicher weiterer Forschungsbedarf besteht. Diese anstehende Forschung muss notwendigerweise in interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgen, wofür eine Verständigung über die methodischen Grundlagen und auf einen gemeinsamen Kulturbegriff als elementar anzusehen ist. Das Netzwerk Kunst und Kultur der Hansestädte bietet sich als geeignete Plattform an, um in dieser Weise einen dauerhaften Dialog und gemeinsame Forschungsprojekte zu ermöglichen und sichtbar zu machen.

Konferenzübersicht:

Gerhard Weilandt (Greifswald), Inhaltliche Einführung

Sektion 1: Traditionen und Formgebung – Bauen im Hansegebiet
Moderation: Jens Christian Holst (Hoisdorf)

Ursula Radis (Lübeck), Profane Architektur in der vorhansischen Zeit Lübecks

Justin Kroesen (Groningen), Mittelalterliche Kirchen in niederländischen Hansestädten – Architektur und Ausstattung und ihre Bezüge nach Osten, Westen und Süden

Eva von Engelberg (Weimar / Kiel): Die Bautradition der Hanse um 1800 – die Architektur Hamburgs und Lübecks im Vergleich zum dänischen Gesamtstaat

Projektvorstellungen
Tilo Schöfbeck (Schwerin), Wismar in der Spätgotik. Neue Einblicke in die Architekturgeschichte der Hansestadt

Laura Tillery (Philadelphia / Hamburg), “The Head of the Hanse” in Profile: Fifteenth- and Sixteenth-Century Urban Images of Lübeck and the Formation of Civic Identity

Barbara Rimpel (Berlin), Kirchenbau und mittelalterliche Stadtgestalt im südlichen Ostseeraum. Studien zur Sakraltopographie am Beispiel der Hansestädte Greifswald und Stralsund sowie Wismar und Rostock

Öffentlicher Abendvortrag
Moderation: Gerhard Weilandt (Greifswald)

Rolf Hammel-Kiesow (Lübeck), Von Leibniz bis zum „Städtebund: Die Hanse" – Konjunkturen der Hanserezeption

Sektion 2: Kaufleute und Künstler
Moderation: Barbara Schellewald (Basel)

Jan von Bonsdorff (Uppsala), The Dissemination and Organisation of Specialist Artisans in the Medieval Baltic Sea Area

Anu Mänd (Tallinn), Women shaping sacred space: Female donors in late medieval Tallinn/Reval (15th-16th c.)

Barbara Welzel (Dortmund), Kunst für Fernkaufleute

Ulrike Nürnberger (Kiel / Berlin), Die Kapelle der Familie Brömbse in der St. Jakobikirche zu Lübeck – Ausstattung Lübecker Pfarrkirchen im Kontext

Projektvorstellungen
Miriam Hoffmann (Kiel), Studien zur Lübecker Tafelmalerei von 1450 bis 1520

Thekla-Christine Hansen (Kiel), Zur Ikonographie der Seelengeleiter in Kreuzigungsdarstellungen des Mittelalters

Elena Apelt / Stefan Hanisch (Berlin), Ein Kaufmann im Gehäuse: Das Fredenhagen-Zimmer

Sektion 3: Kunst, Handel und Konflikte
Moderation: Nils Jörn (Wismar)

Kerstin Petermann (Hamburg / Lübeck), Mercatura - Geschäftiges Handeln auf Bildern des 15. und 16. Jahrhunderts

Carsten Jahnke (Kopenhagen), Kunsthandel in den hansischen Netzwerken um 1500

Hiram Kümper (Mannheim), … wente eyn kopman heft eyn varlyk ampt: Hansische Kaufmannschaft und dominikanisches Wirtschaftsdenken im Spätmittelalter

Projektvorstellungen
Ricarda Sondermann (Bochum), Handel als Wagnis: Die Rolle wirtschaftsethischer Normen für den hansischen Handel

Florian Dirks (Erfurt), Konfliktaustragung im norddeutschen Raum des 14. und 15. Jahrhunderts. Untersuchungen zu Fehdewesen und Tagfahrt

Sektion 4: Wissenschaftstraditionen
Moderation: Jan von Bonsdorff (Uppsala)

Anja Rasche (Lübeck), Hansekultur, baltische Küstenkunst oder Kunst in Hansestädten – Ein Blick zurück nach vorn

Barbara Schellewald (Basel), Die Kunstgeschichte der Hanse im Nationalsozialismus

Christian Krötzl (Tampere), Studia Hanseatica? Universitätsstudien als Identitätsfaktor im Hanseraum

Julia Trinkert (Kiel), Von Nordschleswig bis Mecklenburg. Forschungsstrategien zum Umgang mit Werken des sog. Imperialissimameisters

Tomasz Torbus (Danzig), Der Umgang mit dem Kulturerbe in den westlichen Gebieten Polens nach 1945. „Domestizierung eines fremden Erbes“

Sektion 5: Hansische und Hanseatische Leitbilder und Identitäten
Moderation: Carsten Jahnke (Kopenhagen)

Indravati Félicité (Paris), Die Diplomatie der Hansestädte nach dem Westfälischen Frieden: ein Beleg für eine „hanseatische Identität“ im Europa der frühen Neuzeit?

Lu Seegers (Hamburg), Deutungen des „Hanseatischen“ (1900 bis 1970)

Jeremy DeWaal (Nashville / Berlin), Hanseaten in the Ruins: The Reformulation of Hanseatic Identities in Hamburg, Lübeck, and Bremen after 1945

Forschungsprojekte
Moderation: Barbara Welzel (Dortmund)

Dietmar Popp (Marburg), Archive, Bildarchive, wissenschaftliche Sammlungen – Projekte der Digitalen Kunstgeschichte mit Bezug zu Ostmitteleuropa

Ruth Schilling (Bremen / Bremerhaven), Die Bremer Kogge als Objekt der Forschung im Deutschen Schiffahrtsmuseum

Bernadette Freysoldt / Peter Knüvener (Hannover), Forschungsprojekt Lüneburger Goldene Tafel – Niedersächsisches Landesmuseum Hannover

Julia Trinkert / Thekla-Christine Hansen (Kiel), Corpus der Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein

Agnieszka Gąsior / Stefan Herfurth (Leipzig), Bellum, commercia et artes: Seehandel, Städtebau und künstlerische Repräsentation in Nordosteuropa im Zeitalter der Nordischen Kriege (1554-1721) – GWZO

Noёlle L. W. Streeton (Oslo), After the Black Death: Painting and Polychrome Sculpture in Norway, 1350-1550

Hilkka Hiiop / Tarmo Saaret (Tallinn), Rode Altarpiece in Close-up. History, Technical Investigation and Conservation of the Retable of the High Altar of Tallinn's St. Nicholas' Church

Zitation
Tagungsbericht: Hansische Identitäten, 04.03.2015 – 07.03.2015 Greifswald, in: H-Soz-Kult, 12.05.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5967>.