‘Mein Kampf’: Reception, Edition, Analysis

Ort
Amsterdam
Veranstalter
Duitsland Instituut Amsterdam; Goethe-Institut; NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies
Datum
10.11.2016 - 11.11.2016
Von
Daniël Hendrikse / Christina Morina, Duitsland Instituut Amsterdam, Universiteit van Amsterdam.

Am 1. November 2016 wurde bekannt, dass der renommierte niederländische Verlag Prometheus die Absicht hat, eine neu übersetzte, wissenschaftlich annotierte Herausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ zu publizieren. Laut der Website des Verlags sei es „von hoher Wichtigkeit“ dass die niederländischen Leser das „sehr einflussreiche“ Buch endlich in einer „wissenschaftlich vertretbare(n)“ Fassung kennenlernen können.[1] Bemerkenswerterweise verursachte diese Nachricht wenig Aufruhr in den Niederlanden – anders als in Deutschland, wo die Ankündigung einer Neuerscheinung von „Mein Kampf“ eine kontroverse, bis heute andauernde Debatte und ein weltweites Medienecho ausgelöst hatte. Die vom Münchener Institut für Zeitgeschichte (IfZ) am 6. Januar 2016 publizierte „kritische Edition“ ist inzwischen 85.000 Mal verkauft worden; eine 6. Auflage ist im Erscheinen. Darin wird der umstrittene Versuch unternommen, „Mein Kampf“ mittels tausender Anmerkungen als bösartiges Lügengebäude zu entlarven, Hitlers Gedankengut so „einzukreisen“ und darüber hinaus der Annahme entgegenzutreten, das Buch sei zu gefährlich, um es überhaupt noch zu lesen. Inzwischen ist die Aufregung weitgehend abgeebbt und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Edition hat begonnen.[2]

Nun wird nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Frankreich an einer kritischen Edition samt Neuübersetzung des Textes gearbeitet. Das seit Januar 2016 vom Duitsland Instituut Amsterdam, Goethe-Institut und NIOD geplante Amsterdamer Symposium sollte daher Editions- und Rezeptionsfragen im triangulären Vergleich erörtern und bekam aber durch die überraschende Ankündigung einer niederländischen Neuausgabe und den zeitgleichen Aufschwung des Populismus in Europa und den USA eine unerwartete aktuelle Relevanz. Parallelen zwischen dem Aufstieg des Nationalsozialismus und aktuellen populistischen Bewegungen drängten sich stets auf, sollten aber eher zu präzisen Fragestellungen, denn zu kurzschlüssigen Gleichsetzungen anregen, so CHRISTINA MORINA (Amsterdam) in ihrer Einführung. Im Kern ging es den aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden angereisten Gästen jedoch darum, eine Zwischenbilanz der bisherigen „Mein Kampf“-Diskussion in und über Deutschland hinaus zu ziehen, um Erfahrungen und Einsichten für die anstehenden Übersetzungs- und Editionsvorhaben fruchtbar zu machen. Die beiden wichtigsten Fragen dabei waren, wie man mit dem Buch am Beginn des 21. Jahrhunderts umgehen soll, und nach welchen Kriterien und Zielgruppenvorstellungen eine neu übersetzte, kritische Edition für den niederländischen bzw. französischen Kontext gestaltet werden sollte. In Bezug auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit „Mein Kampf“ konzentrierten sich die Vorträge und Diskussionen auf den angemessenen Umgang mit den unzähligen Unwahrheiten, Verzerrungen und rhetorischen Stilmitteln in dem Text. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Inhalt, Form und Wirkung des Textes seit dessen Erstveröffentlichung, und welche Rolle spielt dabei der jeweilige Rezeptionskontext?

Grundlegend für alle weitergehenden Überlegungen war zunächst die Tatsache, dass die rechtliche Lage und damit Verbreitung von „Mein Kampf“ im internationalen Vergleich variiert. In Deutschland war nach dem Krieg das Urheberrecht an den Freistaat Bayern übergegangen. Infolgedessen war das Buch in Deutschland nie verboten; weder Besitz noch Handel, nur der Nachdruck war untersagt. Mit der IfZ-Edition sollte nach dem Auslaufen der Rechte nicht zuletzt auch der „Markt“ für das Buch lahmgelegt werden, woran STEFAN MARTENS (Paris) im Verlauf der Diskussion erinnerte. Die Urheberrechte waren aber über die deutschsprachige Ausgabe hinaus nicht beschränkt, weshalb „Mein Kampf“ in vielen Sprachen nachgedruckt wurde und inzwischen online verfügbar ist.

In den Niederlanden ist jedoch der Handel zu kommerziellen Zwecken mit dem Buch noch immer aufgrund des Volksverhetzungstatbestands strafbar. Dies hatte zuletzt 2014 zu einem Verfahren gegen einen Händler geführt, der allerdings straffrei ausging. In Frankreich haben rechte Verlage Neuauflagen veröffentlicht, so dass sich dort wie in den Niederlanden und auch ungeachtet der IfZ-Edition die Frage aufdrängt, ob und wie man auf die freie Verfügbarkeit einer unkommentierten Fassung reagiert.

OTHMAR PLÖCKINGER (München), der als Vertreter des IfZ anwesend war, erklärte das Verfahren beim Herstellen der deutschen Edition. Zudem skizzierte er die Rezeption der Ausgabe in Deutschland seit Januar 2016. Es sei wichtig zu erkunden, wer diese eigentlich kaufe und lese – seinem Eindruck nach komme die Leserschaft vor allem aus dem akademischen und politischen Bildungsbereich sowie dem Bildungsbürgertum. Auch viele Jugendliche zeigten ein ernsthaftes Interesse an der Edition, was Plöckinger zufolge für eine insgesamt „gesunde Auseinandersetzung mit der Geschichte“ spricht. NORBERT FREI (Jena) gab in Bezug auf die Rezeption des Buches zu bedenken, dass in Deutschland zunächst vor allem viel Wertschätzung für die Kärrnerarbeit des Herausgeberteams geäußert wurde. Trotzdem halte er die Edition für eine „Pflichtausgabe“, die nur wegen des Auslaufens der Rechte herausgegeben wurde, aus Sicht der Forschung aber nicht unbedingt notwendig gewesen sei.[3] Zudem kritisierte Frei die Diskrepanz zwischen dem „Medienhype“ vom Januar 2016 und der dann schnell abgeflauten Debatte. Von der teils sehr heftigen Kritik u.a. des englischen Literaturwissenschaftlers und Sohn eines Holocaustüberlebenden Jeremy Adler[4] – war fast nichts mehr zu hören, als die zwei grauen Bände im Buchhandel standen. So äußerte Frei in Bezug auf den unbestreitbaren Verkaufserfolg der Edition denn auch ein gewisses „Gefühl des Unbehagens“. Er zeige, über welche Symbolkraft das Buch noch immer verfüge und somit sei die angestrebte „Entauratisierung des Buches“ misslungen. Gehöre es jetzt bei manchen zum „guten Ton“, frage er sich, den grauen Zweibänder im Bücherschrank zu haben oder als „Coffeetable Book“ auszulegen? Die wissenschaftliche Edition sei aufgrund der vielen Anmerkungen jedenfalls weder als Schulbuch noch als analytisches Instrument zur Erforschung der Ursachen und Wirkungsweisen des nationalsozialistischen Systems geeignet.

Die Geschichte der Verbreitung von „Mein Kampf“ in den Niederlanden seit 1945 wurde vom NIOD-Direktor FRANK VAN VREE (Amsterdam) rekapituliert. Eine niederländische wissenschaftliche Ausgabe sei zwar nach einem Richterspruch seit 1997 möglich, aber man sei „bisher dazu noch nicht bereit“ gewesen. Sogar der damalige Wissenschaftsminister habe sich 2007 für eine Neuausgabe ausgesprochen, eine Aussage, die damals heftig umstritten war und folgenlos blieb. Erst durch das Erscheinen der deutschen Fassung 2016 und (bald auch) der französischen, gebe es nun einen konkreten Grund und überdies auch eine verbesserte Grundlage für eine niederländische Neuausgabe. Dennoch hat sich das NIOD selbst gegen ein solches eigenständiges Vorhaben entschieden, weil die finanziellen und personellen Ressourcen fehlten, um dies auf dem Niveau der IfZ-Arbeit zu verwirklichen. Im wissenschaftlichen Beirat der nun geplanten Prometheus-Ausgabe hat das NIOD immerhin eine beratende Stimme.

PATRICK DASSEN (Leiden), der die wissenschaftliche Leitung der niederländischen Edition übernommen hat, hält es für richtig und notwendig, das Buch einem breiteren Publikum zugänglich und verständlich zu machen. Eine der vorrangigen Zielgruppen seien zudem Geschichtslehrer. Folglich müssten auch die Anmerkungen – falls auch hier die deutsche Edition als Grundlage dienen kann – entsprechend angepasst und gekürzt werden, damit das Buch für ein „modernes Publikum“ lesbar sei, so der für den Prometheus-Verlag anwesende Cheflektor JOB LISMAN (Amsterdam).

Der Stand der niederländischen Debatte erwies sich als insgesamt noch sehr unklar, es gab einigen Widerspruch gegen das nun angestrebte Vorhaben. EVELIEN GANS (Amsterdam) plädierte dafür, über alternative editorische Prinzipien nachzudenken, die es erlauben würden, das Buch in die zeitgenössische Flut von antisemitischen Texten in den Niederlanden einzubetten. MAURITS HORTENSIUS (Amsterdam) hinterfragte, ob eine Neuübersetzung überhaupt sinnvoll ist, da eine Kommentierung der bestehenden, aus den 1930er-Jahren stammenden Übersetzung auch die Einordnung des Buches in die niederländische Kriegs- und Erinnerungsgeschichte erlaube. Noch diffuser stellt sich die Lage in Italien dar, wie CARLO GENTILE (Köln) darlegte, wo es bisher keine Pläne für eine wissenschaftliche Edition bzw. Neuübersetzung gibt. Stattdessen wurde das Buch 2016 mit einem dünnen Vorwort versehen von „Il Giornale“ als eins von acht Büchern über den Nationalsozialismus als Gratis-Zeitungsbeilage verbreitet.

Als Leiter des Editionsteams der französischen Neuausgabe erläuterte FLORENT BRAYARD (Paris), dass die französische Edition zwar auf der IfZ-Ausgabe basiere, aber mehr als nur eine Übersetzung ausgewählter Anmerkungen enthalten soll. Brayard und sein inzwischen zwölfköpfiges ehrenamtlich arbeitendes Team planen, einige für den französischen Kontext wichtige Anmerkungen hinzuzufügen. Zudem werde jedem Kapitel eine gründliche Einleitung mit textkritischen, analytischen und interpretatorischen Abschnitten vorangestellt – eine Strategie, die das IfZ-Team laut Plöckinger ursprünglich auch verfolgen wollte, sich jedoch als nicht umsetzbar erwiesen hatte. Das Unternehmen ist auf mehrere Jahre angelegt und wird auch in Frankreich von kontroversen Diskussionen, vor allem mit Blick auf den steigenden Einfluss der Front National, begleitet. Doch wie NICOLAS PATIN (Bordeaux) betonte, sei „Mein Kampf“ in Frankreich nie verboten gewesen und die problematische Übersetzung aus den 1930er-Jahren – worin viele Frankreich-feindliche Stellen fehlten – sei ständig nachgedruckt worden. Seit 1979 gibt es eine Ausgabe mit einem sehr kurzen, als „Warnung“ konzipierten Vorwort. Deswegen drehe sich die Diskussion seither um die Frage, ob es sinnvoll ist, der Originalausgabe eine kritische Edition zur Seite zu stellen. Auch weil das Buch inzwischen analog wie digital überall und jedem zugänglich sei, so Patins Fazit, gebe es inzwischen einen breiten Konsens für die wissenschaftliche Edition einer Neuübersetzung.

Eine der spannendsten Fragen des Symposiums bezog sich auf das Übersetzen des Buches. Der seit Jahren mit der französischen Neuausgabe befasste Übersetzer OLIVIER MANNONI (Paris) statuierte zunächst, dass dies eine „fast unmögliche Aufgabe“ sei, weil Hitler auf eine schwer nachvollziehbare Weise geschrieben habe. „Mein Kampf“ sei vom Stil und Ton her eigentlich wie eine Reihe von Reden geschrieben, beispielsweise benutze Hitler ständig Modalpartikel, welche es im Französischen kaum gibt. Außerdem wimmele es in „Mein Kampf“ von zirkulären Gedankengängen, Wiederholungen und logischen Fehlern, was die Aufgabe des Übersetzens noch schwieriger mache. HANCO JÜRGENS (Amsterdam) verwies auf den heute grundsätzlich schwerer zugänglichen Stil von Texten aus den 1920er-Jahren, was deren Übertragung nicht nur zur einen sprachlichen, sondern auch inhaltlichen Herausforderung mache. Und auch Plöckinger erinnerte daran, dass „Mein Kampf“ in die völkische Tradition gehöre und in diesem Kontext gedeutet werden müsse. Am Ende blieb offen, wie notwendig eine Neuübersetzung in beide Sprachen tatsächlich ist. Diese Entscheidung hängt vor allem vom intendierten Publikum ab, denn Geschichts-, Sprach-, Literatur- oder Politikwissenschaftler sollten und können überwiegend mit dem Originaltext arbeiten.

Neben rechtlichen, editionsstrategischen und Übersetzungsfragen widmeten sich mehrere Beiträge der mit der IfZ-Edition nun wieder angestoßenen Debatte über die inhaltliche Analyse von „Mein Kampf“. EWOUD KIEFT (Amsterdam) äußerte in seinem zum Auftakt vor einem breiten Publikum gehaltenen Vortrag zwar Respekt für die Fleißarbeit der Herausgeber, aber auch grundsätzliche Kritik an ihrer analytischen Herangehensweise.[5] Die Idee, den Text mit Fußnoten über faktische Fehler in Hitlers Tiraden „einzukreisen“, ignoriere die fundamentale Tatsache, dass Hitler Tatsachen bewusst verdreht und Behauptungen kalkuliert erfunden habe. Statt dem Autor zu „widersprechen“, sei es viel dringlicher und interessanter zu klären, warum und mit welcher Wirkung er sich der Lüge als rhetorischem (und ideologischem) Mittel bediente. Hitlers Argumentation sowie der inneren Logik in „Mein Kampf“ zu folgen, ermögliche es, die Frage zu beantworten, warum viele seiner Zeitgenossen die darin enthaltene Weltdeutung und „Erlösungsvision“ als „positive Botschaft“ verstanden. Eine derartige textimmanente Lektüre und Interpretation von „Mein Kampf“ kann in der Tat zum Verständnis der nationalsozialistischen Bewegungs- und Wirkungsgeschichte beitragen – und im Zeitalter des „Postfaktischen“ vielleicht sogar etwas historisches Orientierungswissen bereitstellen.

BARBARA ZEHNPFENNIG (Passau), die 2011 einen einschlägigen „Studienkommentar“ vorgelegt hat, aber nicht an der IfZ-Edition beteiligt war, teilte Kiefts Kritik weitgehend. Um die innere Logik des Textes aufzulösen und das Denken Hitlers zu verstehen, plädierte auch sie für eine hermeneutisch-analytische Herangehensweise. Dazu müsse man den Text an sich „ernstnehmen“, statt ihn aufgrund des Inhalts oder der uns heute bekannten Geschichte abzulehnen, so die Politikwissenschaftlerin. Überdies kritisierte sie den Anspruch der Edition, eine Art „Gebrauchsanweisung“ für die Lektüre von „Mein Kampf“ zu sein, als ob die lesenden Bürger nicht mündig genug seien, um sich kritisch mit dem Inhalt des Textes auseinanderzusetzen.

Resümierend kann man sagen, dass „Mein Kampf“ mehr als neunzig Jahren nach der Publikation des ersten Teils noch immer zu kontroversen öffentlichen Debatten und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen führt. Fast wichtiger als die vom Symposium adressierten editionswissenschaftlichen und textanalytischen Fragen, sei die rezeptionsgeschichtliche Entwicklung eines Buches, das bis in die Gegenwart hinein eine zwar diffuse, aber zweifellos signifikante Wirkung entfaltet, so die Organisatorinnen ISMEE TAMES (Amsterdam) und Christina Morina in ihrem Fazit. Man sei sich einig, dass man noch zu wenig über die konkrete Verbreitung und Lektüre des Buches bis heute wisse, um dessen tatsächliche historische, politische und gesellschaftliche Wirkung sowie erinnerungskulturelle Relevanz einschätzen zu können. Interdisziplinäre und transnational ausgerichtete Forschungsfragen könnten im Gefolge der IfZ-Edition vielleicht weniger unser Wissen über den Text und dessen Entstehungskontext vertiefen, als zum Verständnis seiner realen, nämlich verbrecherischen Wirkung als historisch einmaligem Lehrstück politischer Propaganda beitragen. Unter der Überschrift „Translating Hitler“, dem eigentlichen Sub-Thema des Symposiums, so Plöckinger in seinem Schlusskommentar, seien vielversprechende, international vergleichende Forschungsprojekte mit innovativem Erkenntniswert denkbar, womit die Edition tatsächlich neue, weit über die deutsche NS-Forschung hinausreichende Perspektiven eröffnet hätte.

Konferenzübersicht:

Lecture ‘Mein Kampf’: Hitler’s Book in Past and Present

Ewoud Kieft (NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies)
Norbert Frei (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Kommentar
Christina Morina (Duitsland Instituut Amsterdam): Einführung und Moderation

Edition and Reception in Germany and Beyond: Recent Academic and Public Debates
Moderation: Ton Nijhuis (Duitsland Instituut Amsterdam) / Christina Morina (Duitsland Instituut Amsterdam)

Frank van Vree (Universiteit van Amsterdam): The recent discussion in the Netherlands
Nicolas Patin (Université Bordeaux-Montaigne): Die Debatte in Frankreich
Norbert Frei (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Die Rezeption der IfZ-Edition in Deutschland
Carlo Gentile (Universität zu Köln, Martin-Buber-Institut für Judaistik): The Debate in Italy

Editorial and Analytical Approaches to ‘Mein Kampf’ in Comparison
Moderation: Peter Romijn (NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies)

Othmar Plöckinger (Institut für Zeitgeschichte München, Salzburg): Grundsätze der IfZ-Edition
Barbara Zehnpfennig (Universität Passau): Der hermeneutisch-analytische Ansatz
Florent Brayard (Centre National de la Recherche Scientifique Paris) / Olivier Mannoni (Paris): Übersetzungs- und Editionsfragen in Bezug auf eine französische Edition

Final Discussion: Benefits, Challenges and Risks of Future Editions

Moderation: Christina Morina (Duitsland Instituut Amsterdam) / Ismee Tames (NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies)

Anmerkungen:
[1] Uitgeverij Prometheus geeft nieuwe, wetenschappelijk verantwoorde Nederlandse editie uit van ‚Mein Kampf‘, 01.11.2016, http://uitgeverijprometheus.nl/nieuws/uitgeverij-prometheus-geeft-nieuwe-wetenschappelijk-verantwoorde-nederlandse-editie-mein-kampf.html (07.03.2016).
[2] Vgl. z.B. Wolfgang Schieder, Hitlers „Mein Kampf“. Eine Edition – aber für wen?, in: Neue Politische Literatur 61 (2016), S. 187–197; Andreas Wirsching, Hitlers Authentizität. Eine funktionalistische Deutung, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 64 (2016), S. 387–417; sowie Veranstaltungen wie das Panel „Hitler. Eine historische Vergewisserung“ auf dem Historikertag 2016 in Hamburg oder das Symposium „The New Edition of Hitler's Mein Kampf“ an der Universität Birmingham (23.06.2016). Zudem hat Jeremy Adler jüngst seine Grundsatzkritik erneuert und verschärft, vgl. Jeremy Adler, Das absolute Böse ist nicht neutralisierbar, in: Süddeutsche Zeitung, 04.01.2017.
[3] So etwa auch Wolfgang Benz, “Juden“: Siehe „Giftgas“, in: Die Zeit, 14.01.2016.
[4] Jeremy Adler, „Das absolut Böse“, in: Süddeutsche Zeitung, 06.01.2016.
[5] Von Ewoud Kieft erscheint in April 2017 ein Essay über „Mein Kampf“, das vom NIOD in Auftrag gegeben wurde, nachdem man sich dort, wie erwähnt, aus Ressourcenerwägungen gegen ein eigenes Editionsprojekt entschieden hatte.

Zitation
Tagungsbericht: ‘Mein Kampf’: Reception, Edition, Analysis, 10.11.2016 – 11.11.2016 Amsterdam, in: H-Soz-Kult, 13.03.2017, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7051>.