Zur Professionalisierung von Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrern - nationale und internationale Perspektiven. 19. Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD)

Ort
Augsburg
Veranstaltungsort
Universität Augsburg, Juridicum (Geb. H), 86159 Augsburg
Veranstalter
Verband der Geschichtsdidaktikerinnen und Geschichtsdidaktiker Deutschlands e.V. (KGD)
Datum
06.10.2011 - 08.10.2011
Von
Marko Demantowsky

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Fragen einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Geschichtslehrerbildung gehört zu den ersten und grundlegenden Aufgaben der Didaktik der Geschichte. Bei diesem Thema ist die Disziplin nicht nur als reflektierende und forschende gefragt, vielmehr steht sie hier in Kooperation mit den Studienseminaren, den Fortbildungsträgern und auch den Schulen und Schulverwaltungen in alltäglicher Gestaltungspflicht und Verantwortung.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Thema 'Geschichtslehrerbildung' zurzeit, weil sich die Lehrerbildung insgesamt im Gefolge des "PISA-Schocks" und der Bildungsstandard-Diskussionen seit einigen Jahren unter einem erheblichen Veränderungs- und Innovationsdruck befindet. Die neuen Lehrerausbildungsgesetze in den Ländern (z.B. in NRW) erzeugen akuten Handlungsbedarf. Hilfreich erscheinen in dieser Situation sowohl ein Blick auf die Geschichtslehrerbildung unserer europäischen Nachbarn als auch ein neuer Dialog mit der Erziehungswissenschaft und ihrer etablierten Professionalisierungsforschung.

Lehrerbildung wird inzwischen nicht mehr als zeitlich begrenzter, kanonisch gefüllter Input an Wissen und Können, sondern als ein berufsbiographie-begleitender Prozess verstanden, als Prozess einer individuell geformten und systemisch bedingten "Professionalisierung". Mit diesem neuen Verständnis stellen sich neuartige Herausforderungen an die etablierten Einrichtungen der Lehrerbildung und ihre Akteure, vor allem an ihr stärkeres und besser begründetes Zusammenwirken. Dieses Zusammenwirken wiederum setzt eine kritische Prüfung der je eigenen Handlungsroutinen voraus.

Die 19. Zweijahrestagung der KGD wird Gelegenheit geben, diese Fragen zu diskutieren, national und international Erfahrungen auszutauschen und sich über die wissenschaftlichen Grundlagen einer Reform der Geschichtslehrerbildung neu zu verständigen.

Programm

Donnerstag, 6. Oktober

14.00-15.30 – Eröffnung
- Begrüßung: Präsidentin der Univ. Augsburg; Leonie Herwartz-Emden (Direktorin des Zentrums für Didaktische Forschung und Lehre); Susanne Popp (Vorsitzende der KGD)

- Zum Stand der Disziplin, Susanne Popp (Augsburg)

- Einführung in das Tagungsthema, Michael Sauer (Göttingen)

16.00-18.30 – Sektionen

Sektion 1: Was ist ein(e) gute(r) Geschichtslehrer(in)?
Ltg. Bettina Alavi (Heidelberg)

- Einführung
- Das Bild vom guten Geschichtslehrer im Wandel der Zeit, Karl Filser (Augsburg)
- Das heutige Bild vom guten Geschichtslehrer – ein internationaler Vergleich, Joke van der Leeuw-Roord (Den Haag)
- Der problematisierende Geschichtslehrer, Gerhard Henke-Bockschatz/Christian Mehr (Frankfurt/M.)
- Diversity und die Sozialisation von Geschichtslehrkräften, Michele Barricelli (Hannover)/Martin Lücke (Berlin, FU)
- Diskussion

Sektion 2: Zur Sozialisation von Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrern,
Ltg. Marko Demantowsky (Bochum)

- Einführung
- Lehrer sein – Lehrer werden. Befunde aus der Sozialisationsforschung, Christian Reintjes (Bochum)
- Zwischen „Outcomismus“ und berufsbiographischem Lernen. Forschungsansätze und -ergebnisse der Lehrerforschung an Haupt- und Realschulen, Manfred Seidenfuß/Georg Kanert (Heidelberg)
- Vom Master zum Meister? Zur Professionalisierung von Geschichtslehrern an Berliner Gymnasien, Thomas Sandkühler (Berlin, HU)
- Handschriften beruflicher Sozialisation im Schweizer Geschichtsunterricht, Vera Sperisen (Basel)
- Diskussion

Abendveranstaltungen

- 19.00 Arbeitskreise der KGD

- 20.00 Ausstellungseröffnung „Die Welt in einer Nuss“ und Kongress-Empfang, Galerie der Universitätsbibliothek Augsburg

Freitag, 7. Oktober

9.30-12.30 – Sektionen 3 und 4

Sektion 3: Strukturen der Geschichtslehrerbildung nach Bologna,
Ltg. Alfons Kenkmann (Leipzig)

- Einführung
- Kompetenzorientierung – Möglichkeiten und Grenzen der Vernetzung von Ausbildungssegmenten, Meike Hensel-Grobe (Mainz)
- Bilingualer Geschichtsunterricht in den neuen Kerncurricula, Christine Pflüger (Kassel)
- Future Challenges to European History Teachers from the Perspective of European Council, Tatiana Milko (Strasbourg)
- Geschichtslehrerbildung im Bologna-Prozess – eine Zwischenbilanz, Uwe Danker (Flensburg)
- Diskussion

Sektion 4: Vermittlungsformen in der universitären Geschichtslehrerbildung,
Ltg. Michael Sauer (Göttingen)

- Einführung
- Was ist ein gutes Didaktikseminar? Birgit Wenzel (Berlin, TU)
- Lernen mit Unterrichtsvideos, Peter Gautschi (Luzern), Stephan Hediger (Zürich)
- E-Learning statt Vorlesung? Anke John (Rostock)
- Förderung professioneller Handlungskompetenz von Studierenden, Monika Fenn (München)
- Diskussion

14.00-15.30 Posterpräsentation

16.00-18.30 Mitgliederversammlung der Konferenz für Geschichtsdidaktik e.V.

19.30 Empfang der Stadt Augsburg im Goldenen Saal des Rathauses

Samstag, 8. Oktober

8.30-13.00 Uhr – Sektion 5 und Abschlussvortrag

Sektion 5: Geschichtslehrerausbildung nach Bologna – europäische Einblicke,
Ltg. Susanne Popp (Augsburg)

- Einführung
- Typen der Geschichtslehrerbildung in Europa, Elisabeth Erdmann (Nürnberg)
- Das Konzept der Geschichtslehrerbildung in den Niederlanden, Carla van Boxtel (Rotterdam)
- Das Konzept der Geschichtslehrerbildung in der Schweiz, Béatrice Ziegler (Aarau)
- Das Konzept der Geschichtslehrerbildung in Ungarn, Agnes Fischer-Dárdaì (Pecs)
- Herausforderungen der Geschichtslehrerbildung: Chancen und Gefahren, Wolfgang Hasberg (Köln)
- Diskussion

Abschlussvortrag
Empirische Forschung zur Lehrerbildung in Deutschland: Aktuelle Trends, Ewald Terhart (Münster)

14.00 Exkursion

Kontakt

Marko Demantowsky

Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand der Konferenz für Geschichtsdidaktik

Zitation
Zur Professionalisierung von Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrern - nationale und internationale Perspektiven. 19. Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD), 06.10.2011 – 08.10.2011 Augsburg, in: H-Soz-Kult, 03.08.2011, <www.hsozkult.de/event/id/termine-16967>.
Redaktion
Veröffentlicht am
03.08.2011
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