Visualisierung des Ungeborenen. Historische, ästhetische, ethische, medizinische und rechtliche Dimensionen

Ort
Ulm
Veranstaltungsort
Villa Eberhardt, Heidenheimer Straße 80, D- 89075 Ulm
Veranstalter
Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Ulm; Institut für Kunstwissenschaft und Medientheorie, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe; Zentrum Medizin und Gesellschaft, Universität Ulm
Datum
14.06.2012 - 16.06.2012
Bewerbungsschluss
01.06.2012
Von
Arno Görgen

Bilder vom Ungeborenen werden zu den überzeugungsstärksten visuellen Phänomenen unserer Kultur gezählt. Die Tagung „Visualisierung des Ungeborenen. Historische, ästhetische, ethische, medizinische und rechtliche Dimensionen“ beleuchtet die Bedingungen der vermeintlichen Authentifizierungskraft pränataler Bilderwelten. Damit flankiert die Tagung Fragen nach dem historischen und aktuellen Status des visualisierten Ungeborenen in Medizin, Medizingeschichte, Medizinethik, Psychologie, Bildwissenschaft, Rechtswissenschaft und Theologie. Mit der Verknüpfung dieser Fachbereiche will die Tagung einen möglichst breit fundierten Beitrag zur derzeit intensivierten Debatte um den Lebensbeginn des Menschen liefern – und das Denken über Bilder von Ungeborenen aus interdisziplinärer Perspektive differenzieren.

Mit freundlicher Förderung der GERDA HENKEL STIFTUNG.

Vorträge von folgenden Referenten:

Prof. Dr. Rainer Anselm, Prof. Dr. Rolf Becker, Prof. Dr. Cornelius Borck, Prof. Dr. Barbara Duden, Prof. Dr. Gunnar Duttge, Prof. Dr. Marcus Düwell, Prof. Dr. Heribert Kentenich, Prof. Dr. Verena Krieger, Prof. Dr. Christian Kubisch, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, PD Dr. Arne Manzeschke, Prof. Dr. em. Irmgard Müller, Prof. Dr. Ortrun Riha, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Prof. Dr. Michael Stolberg, Sven Stollfuß M.A., Prof. Dr. Christiane Woopen

Teilnahmegebühr:
20,-- Euro pro Person; Studierende können kostenfrei teilnehmen.

Die Veranstaltung ist von der Landesärztekammer Baden-Württemberg mit 17 Punkten zertifiziert.

Programm

Donnerstag, 14. Juni 2012

17:30 – 18:15 Eintreffen & Begrüßung

18:30 – 20:00 Eröffnungsvortrag: „Anatomie der Guten Hoffnung. Zur Geschichte der Repräsentation der Schwangerschaft“
Prof. Dr. Barbara Duden

Ab 20:30 Abendsymposium und Imbiss

Freitag, 15. Juni 2012
Sektion 1: Bildgeschichte des Ungeborenen

09:15 – 09:30 Begrüßung & Thematische Einführung
Prof. Dr. Heiner Fangerau

09:30 – 10:15 Keynote: „Die ‚Wirklichkeit‘ der Bilder vom Ungeborenen und ihre Evidenz für den Status des Embryo aus medizinhistorischer Sicht“
Prof. Dr. em. Irmgard Müller

10:15 – 11:00 „Enthüllungen. Die uroskopische Schwangerschaftsdiagnose und ihre Darstellung in der frühneuzeitlichen Kunst“
Prof. Dr. Michael Stolberg

11:15 – 12:00 „Introspektive Projektionen: Visualisierungen der Leibesfrucht in der Kunst der klassischen Moderne“
Prof. Dr. Verena Krieger

Sektion 2: Bildgebende Verfahren in Pränatal-/ Reproduktionsmedizin und Humangenetik

13:00 – 13:45 „Medizinischer Nutzen des pränatalen Ultraschalls – Ein Praxisbericht“
Prof. Dr. Rolf Becker

13:45 – 14:30 „Der Embryo in der Reproduktionsmedizin: Medizinische, ethische, psychosoziale und juristische Aspekte“
Prof. Dr. Heribert Kentenich

14:30 – 15:15 „Der Nutzen von Bildern in der Humangenetik (Arbeitstitel)“
Prof. Dr. Christian Kubisch

15:15 – 16:00 „Zur Rolle von Bildern und Gefühlen bei der moralischen Urteilsbildung“
Prof. Dr. Christiane Woopen

Sektion 3: Das Ungeborene in der theologischen Diskussion

16:15 – 17:00 „Du sollst Dir kein Bild machen“ – Zum Einfluss der Ultraschalldiagnostik auf die ethische Bewertung des Embryos
Prof. Dr. Reiner Anselm

17:00 – 17:45 „Du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter“ – Das Bild des Ungeborenen aus der Sicht christlicher Ethik. Eine katholische Perspektive
Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff

17:45 – 18:30 „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört…“ – Theologische Überlegungen zur technisch erweiterten Wahrnehmung in der Reproduktionsmedizin
PD Dr. Arne Manzeschke

Samstag, 16. Juni 2012
Sektion 4: Bildtheoretische, ethische und philosophische Implikationen

09:00 – 09:45 „Der Embryo als kulturelles Icon“
Prof. Dr. Ortrun Riha

09:45 – 10:30 „Visualisierung des Ungeborenen. Zum Verhältnis von Bild und Reflexion in der Ethik“
Prof. Dr. Marcus Düwell

10:45 – 11:30 „Technoföten und Designerbabies. Bilder ‚pränatalen Lebens‘ in den Massenmedien“
Sven Stollfuß M.A.

Sektion 5: Psychologische und juristische Folgen pränataler Bilderwelten

11:30 – 12:15 „Die psychologische Deutung von Bildern vom Ungeborenen“ (Arbeitstitel)
Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber

13:15 – 14:00 „(Wie) Reagiert das Recht auf die Visualisierung des Ungeborenen?“
Prof. Dr. Gunnar Duttge

14:00 – 14:30 Zusammenfassender Kommentar
Prof. Dr. Cornelius Borck

14:30 – 15:00 Abschlussdiskussion

Kontakt

Institut für Geschichte, Theorie und
Ethik der Medizin
Universität Ulm
Frauensteige 6, 89075 Ulm
Tel.: 0731 500-39901

E-Mail: med.gte@uni-ulm.de
URL: http://www.uni-ulm.de/gte

Zitation
Visualisierung des Ungeborenen. Historische, ästhetische, ethische, medizinische und rechtliche Dimensionen, 14.06.2012 – 16.06.2012 Ulm, in: H-Soz-Kult, 16.05.2012, <www.hsozkult.de/event/id/termine-19260>.