Den Opfern eine Stimme geben. Fürsorge und Psychiatrie während des Nationalsozialismus in der Oberpfalz. Geschichte und Gegenwart

Ort
Regensburg
Veranstaltungsort
Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, KU (Anstalt des öffentlichen Rechts)
Veranstalter
Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege in Bayern
Datum
27.09.2013
Bewerbungsschluss
18.09.2013
Von
Annette Eberle

Was geschah mit Menschen in der Oberpfalz, die sich während der NS-Zeit in der Obhut von Fürsorge und Psychiatrie befanden? Mediziner, Historiker und Sozialwissenschaftler legen im Rahmen dieses Symposiums der Landesarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege in Bayern und ihrer Bezirksarbeitsgemeinschaft Oberpfalz Ergebnisse ihrer Forschungen vor. Sie zeigen die verhängnisvolle Zusammenarbeit zwischen Wohlfahrts- und Jugendämtern, Fürsorge und Psychiatrie auf und skizzieren das Ausmaß des Unrechts, das Menschen durchlitten haben. Ebenso wird der Frage von Mittäterschaft zuständiger Behörden und Einrichtungen sowie von Schuld und Verantwortung handelnder Personen nachgegangen. Der historische Befund mündet in eine Diskussion, die in die Gegenwart hineinreicht. Diese beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, was Inklusion im Kontext einer psychischen Erkrankung für Betroffene, ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft bedeutet.

Programm

09.30 Uhr, Ankommen
10.00 Uhr, Begrüßung
10.30 Uhr: lebenswert – „lebensunwert“: die historische Aufarbeitung

Die Opfer der Krankenmorde in der Oberpfalz 1939 bis 1945. Was gehen sie uns heute an? Prof. Dr. Michael Bossle, Technische Hochschule für angewandte Wissenschaften, Deggendorf

Zwangssterilisation im Nationalsozialismus – heute als Unrecht erkannt? Prof. Dr. Manfred Stauber, ehemaliger Leiter der Abteilung für Psychosomatische Geburtshilfe und Gynäkologie an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Ludwig-Maximilians-Universität München

12.15 Uhr, Zusammenfassung und Ausblick auf den Nachmittag, Dr. Annette Eberle

12.30 Uhr, Mittagessen

13.15 Uhr, Lernen aus der Geschichte: die Aufarbeitung nach 1945. Eröffnung der Ausstellung „In Memoriam“, Prof. Dr. Michael von Cranach, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren a.D.

14.00 Uhr, lebenswert – „lebensunwert“: Spurensuche in Workshops
Workshop 1: „Den Opfern eine Stimme geben“ – Lesung aus den Patientenbriefen. Dr. Sybille v. Tiedemann / Prof. Dr. Bossle

Workshop 2: „Den Opfern ihren Namen geben“ – Was kann ich als Angehöriger, Nachbar oder Interessierter machen, um mehr über das Schicksal eines ermordeten Menschen zu erfahren? Prof. Dr. Michael von Cranach

Workshop 3: Zeitzeugen berichten – Das Nachwirken der Krankenmorde und Zwangssterilisation in den Familien. Dr. Annette Eberle

Workshop 4: Der Wert des Lebens – Die aktuellen Debatten um Präimplantationsdiagnostik, PD Dr. Gerrit Hohendorf

15.15 Uhr, Psychisch krank – Wege zur Inklusion. Podiumsdiskussion, Leitung: Prof. Dr. Michael von Cranach

16.15 Uhr, Epilog, Joachim Wolbergs, Bürgermeister der Stadt Regensburg, Stv. Vorsitzender der Bezirksarbeitsgemeinschaft Oberpfalz

Kontakt

Hendrik Luetke, Rosa Gottenöf
Landesarbeitsgemeinschaft
der öffentlichen und freien
Wohlfahrtspflege in Bayern
Geschäftsstelle
Nördliche Auffahrtsallee 14
80638 München
Telefon 089/153757
Telefax 089/15919270
LAGoefW-Bayern(at)t-online.de

Zitation
Den Opfern eine Stimme geben. Fürsorge und Psychiatrie während des Nationalsozialismus in der Oberpfalz. Geschichte und Gegenwart, 27.09.2013 Regensburg, in: H-Soz-Kult, 03.09.2013, <www.hsozkult.de/event/id/termine-22633>.
Redaktion
Veröffentlicht am
03.09.2013
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