Wissensakteure und Grenzwissen zwischen Lateinamerika und Europa um 1900

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Str. 37, 10785 Berlin
Veranstalter
Thomas Gerdes (Ibero-Amerikanisches Institut Berlin); Sebastian Dorsch (Universität Erfurt)
Datum
29.11.2013 - 30.11.2013
Bewerbungsschluss
22.11.2013
Von
Florian Heintze

Am 29./30. November 2013 findet im Ibero-Amerikanischen Institut, Berlin, ein Workshop zum Thema „Wissensakteure und Grenzwissen zwischen Lateinamerika und Europa um 1900“ statt.

Im Zentrum des Workshops stehen transatlantische Wissensakteure, die im weitesten Sinne geographisch arbeiteten, sowie deren Bedeutung bei der Generierung und Nutzung von ‚Grenzwissen‘ um 1900. Eine Zeit, die sich durch eine zunehmende wissenschaftliche Erfassung und ‚Vermessung‘ der Erde auszeichnete. Lateinamerika ist dabei in doppelter Hinsicht von besonderem Interesse: Zum einen war in Europa im Zuge der sogenannten ‚zweiten Entdeckung‘ seit dem späten 18. Jahrhundert bereits relativ viel Wissen über Lateinamerika gesammelt worden. Andererseits bestanden aber auch hier noch vielfältige ‚Grenzen’, bei deren Erforschung Wissensakteure, die zwischen Europa und Lateinamerika arbeiteten, eine zentrale Rolle spielten.

Das von den Wissensakteuren geschaffene ‚Grenzwissen‘ soll auf dem interdisziplinären Workshop in mehrfacher Hinsicht interpretiert und diskutiert werden. Nähere Informationen zu Inhalt und Programm des Workshops finden Sie unter:
http://www.iai.spk-berlin.de/veranstaltungen/veranstaltungsprogramm/veranstaltung/695/p/3.html

Der Workshop findet im Rahmen des vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekts „Grenzerfahrungen eines deutschen Geographen in Chile. Formale und wissenschaftliche Erschließung des Nachlasses Hans Steffen (1865–1936)“ am Ibero-Amerikanischen Institut statt und in Kooperation mit dem DFG-Projekt „Kulturelle ZeitRäume einer atlantischen Metropole: São Paulo 1867-1930“ (Universität Erfurt).

Wir bitten um Anmeldung bis zum 22. November 2013 bei Thomas Gerdes (gerdes@iai.spk-berlin.de) oder Sebastian Dorsch (sebastian.dorsch@uni-erfurt.de).

Programm

Freitag, 29. November

9.00 Uhr: Begrüßung und Einführung

9.30–11.00 Uhr:
Wissen sammeln – Wissen verlieren
(Moderation: Peter Birle, Ibero-Amerikanisches Institut)

Sammeln, Ordnen, Verkaufen. Die Sammlung Perthes in globalgeschichtlicher Perspektive
Iris Schröder/Nils Güttler (Universität Erfurt)

Natur und Imperialismus. Hanna Zeckaus und Hanns Zischlers Wiederentdeckung eines ökologischen Thrillers
Wolfgang Struck (Universität Erfurt)

11.00–11.15 Uhr: Kaffeepause

11.15–12.45 Uhr:
Atlantische Wissensnetzwerke und geographische Wissensakteure
(Moderation: Gregor Wolff, Ibero-Amerikanisches Institut)

Vorwärts im Raum und rückwärts in der Zeit? Grenzverlagerungen und Wissenskonstruktionen deutscher Ethnologen bei der Erforschung des südamerikanischen Tieflandes um 1900
Michael Kraus (Universität Bonn)

Orville Derby, Henry Lange, das Instituto Histórico e Geográfico und die Comissão Geográfica e Geológica de São Paulo im atlantischen Wissensnetzwerk
Sebastian Dorsch (Universität Erfurt)

12.45–14.30 Uhr: Mittagsessen

14.30–17.15 Uhr:
Wissenstransfers und Grenzerfahrungen: Deutsche Wissenschaftler in Südamerika in den Jahrzehnten um 1900
(Moderation: Pablo Buchbinder, Universidad Nacional de General Sarmiento, Argentinien)

Grenzerfahrungen deutscher Akademiker in Argentinien
Sandra Carreras (Ibero-Amerikanisches Institut)

Die Lehrerausbildung im Fach Geographie am Instituto Pedagógico (1889–1920)
Cristina Alarcón (Humboldt Universität, Berlin)

Kaffeepause

Projektvorstellung: Die Erschließung des Nachlasses Hans Steffen (1865–1936) im IAI
Gregor Wolff/Thomas Gerdes (Ibero-Amerikanisches Institut)

„Ein ungewöhnlicher Fall wissenschaftlicher und litterarischer Freibeuterei“. Hans Steffen, der chilenisch-argentinische Grenzstreit und der Plagiatsfall Krüger
Thomas Gerdes (Ibero-Amerikanisches Institut)

17.15–19.00 Uhr: Imbiss

19.00 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag (Simón-Bolívar-Saal)
Geographen im Brückenland der Fremde. Ein Gang auf der Grenze zwischen Lebenswelt und Wissenswelt in Südbrasilien
Wolf-Dietrich Sahr (Universidade Federal do Paraná, Curitiba, Brasilien)
Einführung: Sandra Carreras (Ibero-Amerikanisches Institut)

im Anschluss: Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen

Samstag, 30. November

09.00–11.15 Uhr:
Brasilienforscher und ihre Einbindung in die atlantischen Wissensnetzwerke
(Moderation: Georg Fischer, Lateinamerika-Institut, Berlin)

Lateinamerika als ‚weißer Fleck‘ im atlantischen Wissensnetzwerk?
Christine Hunefeldt (University of California, San Diego, USA)

„Durch das spezifisch brasilianische Prisma angesehen...“: Brasilien in transatlantischen Wissensnetzwerken um 1900. Akteure – Verortungen – Verzeitlichungen
Florian Heintze (Universität Erfurt)

Anthropologische Grenzgänge. Paul Ehrenreichs Forschungsreise zu den Botocudos am Rio Doce 1884/85
Paul Hempel (Ludwig-Maximilians-Universität München)

11.15–11.30 Uhr: Kaffeepause

11.30–13.00 Uhr: Table ronde und Abschlussdiskussion
Forschung zu/mit geographischen Sammlungen und Nachlässen mit Lateinamerika-Bezug
Heinz-Peter Brogiato (Leibniz Institut für Länderkunde, Leipzig)
Wolfgang Crom (Staatsbibliothek zu Berlin)
Iris Schröder (Universität Erfurt)
Gregor Wolff (Ibero-Amerikanisches Institut)

im Anschluss: Mittagessen

Weitere Informationen unter:
http://www.iai.spk-berlin.de/veranstaltungen/veranstaltungsprogramm/veranstaltung/695/p/3.html

Kontakt

Sebastian Dorsch

Universität Erfurt, Nordhäuser Straße 63, D-99089 Erfurt

sebastian.dorsch@uni-erfurt.de

Zitation
Wissensakteure und Grenzwissen zwischen Lateinamerika und Europa um 1900, 29.11.2013 – 30.11.2013 Berlin, in: H-Soz-Kult, 04.11.2013, <www.hsozkult.de/event/id/termine-23380>.