Fotografie im Dienst der Wissenschaft. Workshop

Ort
München
Veranstaltungsort
Deutsches Museum, Bibliotheksbau, Alter Seminarraum
Veranstalter
Deutsches Museum, Archiv
Datum
04.09.2014
Bewerbungsschluss
22.08.2014
Von
Stefanie Dufhues

Schon bald nach ihrer Erfindung wurde die Fotografie ein wichtiges methodisches Instrument unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen. Ihr mechanisches Aufzeichnungsverfahren lieferte scheinbar objektive Bilder, die Unsichtbares sichtbar machen, neue Erkenntnisse visuell dokumentieren, flüchtige Ergebnisse als dauerhaftes Wissen speichern und diese öffentlich machen sollten. Dabei wurde die Wechselwirkung von Kamera- bzw. Objektivtechnik, Fotochemie und Aufnahmepraxen zunehmend epistemologisch und auch kritisch reflektiert und in einer Vielzahl an Veröffentlichungen diskutiert.

Der Workshop „Fotografie im Dienst der Wissenschaft“ beleuchtet die theoretische und praktische Entwicklung in der wissenschaftlichen Fotografie mit einem besonderen Fokus auf die Zeit zwischen 1880 und 1920, nicht ohne wesentliche Entwicklungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einzubeziehen. Dabei rücken einige zentrale Fragen in den Vordergrund: Wie ließ sich Wissen visualisieren und welche Möglichkeiten boten die unterschiedlichen Darstellungsmedien „Zeichnung“, “Fotografie“ und „Film“? Welche Rolle spielte die Reproduzierbarkeit und Verbreitung der Fotografie für ihre Etablierung in der Forschung? Und schließlich: Wie gestaltete sich der Einsatz der Fotografie in der wissenschaftlichen Praxis und wie beeinflussten sich der jeweilige Untersuchungsgegenstand und die zur Verfügung stehende fotografische Technik?

Der interdisziplinär ausgerichtete Workshop findet im Rahmen des SAW-Verbundsprojekts „Visual History. Institutionen und Medien des Bildgedächtnisses“ statt, das die historische Bildforschung der Fotografie mit unterschiedlichen Teilprojekten vorantreiben will.

„Visual History. Institutionen und Medien des Bildgedächtnisses“ ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, des Herder-Instituts in Marburg, des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und des Deutschen Museums in München ( http://www.visual-history.de/).

Programm

Anmeldung
08:30 – 09:00

Begrüßung und Einführung
09:00 – 09:15
Dr. Wilhelm Füßl (Deutsches Museum, München)

SEKTION 1: Zeichnung – Fotografie – Film. Visualisierung von Wissen
09:15 – 10:45
Moderation: Dr. Wilhelm Füßl (Deutsches Museum, München)

Dr. Elke Schulze (Erich Ohser-e.o.plauen Stiftung, Plauen)
Auf den Strich gebracht. Von der Eigenart wissenschaftlichen Zeichnens

Stefanie Dufhues M.A. (Deutsches Museum, München)
‚objektiv’/ ‚naturgetreu’/ ‚authentisch’? Fotografie im mikroskopischen Arbeitsprozess

Mag. Regina Wuzella (Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg)
Maßloses Leben – Mikrokinematografien physiologischer Vorgänge

Diskussion

Kaffeepause

SEKTION 2: Mehr Sehen, mehr Wissen. Verbreitung der Fotografie
11:30 – 12:30
Moderation: Dr. Cornelia Kemp (Deutsches Museum, München)

Prof. Dr. Steffen Siegel (Friedrich-Schiller-Universität, Jena)
Fotografie in der Sackgasse? Vervielfältigungen der Daguerreotypie

Mag. Ulrike Matzer (Akademie der bildenden Künste, Wien)
Josef Maria Eders „Ausführliches Handbuch der Photographie“

Diskussion

Mittagspause

SEKTION 3: Forschen mit der Kamera. Blicke in die wissenschaftliche Praxis
14:00 – 15:30
Moderation: PD Dr. Annette Vowinckel (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam)

Prof. Dr. Christoph Hoffmann (Universität Luzern)
„mit voller Schärfe“. Bedingungen und Funktionen der Geschoßfotografien von Ernst Mach und Peter Salcher 1886

Prof. Dr. Lars Nowak (Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg)
Bewegungsunschärfen. Zum Gebrauch der Langzeitbelichtung in der ballistischen Fotografie

Sara Hillnhütter M.A. (Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Berlin)
Geschichte machen. Der Gebrauch von Fotografie und Zeichnung als Planbilder in der Denkmalpflege des 19. Jahrhunderts

Diskussion

15:30 – 16:00 Abschlussdiskussion

Konzept und Realisierung: Dr. Wilhelm Füßl und Stefanie Dufhues M.A.

Die Veranstaltung ist kostenlos.
Anmeldung bitte bis zum 22. August (mit Angabe des vollständigen Namens und der Institution) an archiv@deutsches-museum.de unter dem Stichwort „Visual History“.

Es besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen. Bitte bei der Anmeldung Reservierungswunsch angeben.

Im nahe gelegenen „Motel One Deutsches Museum“ ist bis zum 13. August 2014 ein Zimmerkontingent unter dem Stichwort „Visual History“ reserviert.

Motel One München Deutsches Museum
Rablstraße 2
81669 München
Tel.: +49/ (0)89/444 555 80
Fax: +49/ (0)89/444 555 810

www.motel-one.com/de/hotels/muenchen/hotel-muenchen-deutsches-museum/

Das Buchungsformular ist abrufbar unter: www.deutsches-museum.de/archiv/projekte/visual-history/workshop/

Kontakt

Deutsches Museum Archiv

Museumsinsel 1
80538 München
Tel.: +49/(0)89/21 79 220
Fax: +49/(0)89/21 79 465
archiv@deutsches-museum.de

Zitation
Fotografie im Dienst der Wissenschaft. Workshop, 04.09.2014 München, in: H-Soz-Kult, 29.07.2014, <www.hsozkult.de/event/id/termine-25525>.