Wissenstransfer und Modernisierungsprozesse zwischen Europa und Ostasien

Ort
Halle (Saale)
Veranstaltungsort
Leopoldina-Studienzentrum für Wissenschafts- und Akademiengeschichte, Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)
Veranstalter
Leopoldina-Studienzentrum
Datum
06.10.2014 - 08.10.2014
Von
Rainer Godel

Der Transfer von Wissen ist eines der bedeutendsten Phänomene der globalen Vernetzung der Welt. Einen spezifischen Charakter erhält diese „Globalization of Knowledge“ (Jürgen Renn), wenn der Wissenstransfer in Gesellschaften erfolgt, die – wie in Ostasien – selbst hochorganisierte Wissenskulturen hervorgebracht haben.

In China setzte in den frühen 1860er Jahren ein tiefgreifender Reformprozess, die „Selbststärkungspolitik“, ein. Diese bestand im Transfer westlichen Wissens und westlicher Technik, vom Militär über die Mathematik bis hin zur Biologie. Doch erforderte das neue Wissen auch neue Expertise, die die traditionelle Ausbildung der Eliten Chinas unterlief.

Im Gesamtzusammenhang des chinesischen Modernisierungsprozesses ist die Phase zwischen 1861 und 1895 bislang nicht umfassend untersucht worden. Forschung zu dieser Periode ging meist von der Frage aus, warum die Selbststärkungspolitik gescheitert sei. Demgegenüber wird im Symposium die These diskutiert, dass in dieser Phase die Grundlagen für „Chinas Weg in die Moderne“ gelegt wurden.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Wir bitten um Voranmeldung.

Das Projekt wird finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Confucius Institute Headquarters.

Das wissenschaftshistorische Seminar „10.000 Dinge – Technologie im China des 17. Jahrhunderts“ findet am Dienstag, 7. Oktober um 18 Uhr im Rahmen des Symposiums im neuen Hauptgebäude der Leopoldina, Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale) statt.

Programm

Montag, 6. Oktober 2014

18.00 - 19.30 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag
Alfons Labisch, Halle:
Was heißt Moderne? Historisch-soziologische Überlegungen zu einem Plastikwort/ Gebrauchswort

Dienstag, 7. Oktober 2014

9.00 - 9.20 Uhr
Gunnar Berg, Vize-Präsident der Leopoldina
Shi Ming De, Botschafter Chinas in Deutschland
Grußworte

9.20 - 9.30 Uhr
Alfons Labisch
Bemerkungen zur Einführung

Sektion 1: Wann setzt Chinas Moderne ein?

09.30 - 10.15 Uhr
Cord Eberspächer, Düsseldorf:
Wann beginnt Chinas Moderne? Forschungsstand, Themen, Methoden, Fragen

10.15 - 11.00 Uhr
Zhang Baichun, Beijing:
Die Anfänge der technischen Modernisierung Chinas (1860 - 1930)

11.00 - 11.30 Uhr
Kaffeepause

11.30 - 12.15 Uhr
Fabian Heubel, Taibei:
Philosophisch-theoretische Aspekte der frühen Modernisierung Chinas

12.15 - 13.15 Uhr
Marianne Bastid-Bruguière, Paris
Karel Davids, Amsterdam
Martin Albrow, London
Yongkyo Chung, Yeungnam Univ. Korea
Kommentare und Podiumsdiskussion

13.15 - 14.15 Uhr
Mittagspause

Sektion 2: Übersetzen als Gegenstand und als Methode des eurasischen Wissenstransfers.
Wirkungen und Rückwirkungen

Sektion 2.1. Chinesisches Wissen in europäischen Übersetzungen des 19. Jahrhunderts

14.15 - 15.00 Uhr
Li Xuetao, Beijing:
Die Erforschung des Wissens der alten Chinesen bei den deutschen Sinologen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

15.00 - 15.45 Uhr
Liu Ruomei, Beijing:
Die chinesische Flora und Europa im 19. Jahrhundert.

15.45 - 16.15 Uhr
Kaffeepause

Sektion 2.2. Europäisches naturwissenschaftlich-technisches Wissen in chinesischer Übersetzung

16.15 - 17.00 Uhr
Shen Guowei, Osaka:
Das Übersetzen wissenschaftlicher Begriffe in China und Japan. Forschungsstand, Themen, Methoden, Fragen

18.00 - 20.00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag
Dagmar Schäfer, Berlin:
10.000 Dinge - Technologie im China des 17. Jahrhunderts

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Sektion 2.2. Fortsetzung

09.00 - 09.45 Uhr
Iwo Amelung, Frankfurt:
Wissenschaftliche Begriffe in China im 19. Jahrhundert. Eine Entwicklung

09.45 - 10.15 Uhr
Michael Lackner, Erlangen (angefragt)
Kommentar

10.30 - 11.00 Uhr
Kaffeepause

Sektion3: Übersetzen in historischen Beispielen: Personen und Werke

11.00 - 12.30 Uhr
Vorstellung und Diskussion von Forschungsprojekten

Li Jie, Beijing:
Das China-Archiv der Kruppstiftung: Chinas Weg zum Wohlstand

Wen Xin, Beijing:
Die China-Rezeption in Deutschland im 19. Jahrhundert

He Nan, Osaka:
William Lobscheid und die Moderne in China

12.30 - 13.00 Uhr
Dagmar Schäfer, Berlin
Kommentar

13.00 – 13.15 Uhr
Alfons Labisch, Halle:
Resümee und Perspektiven der künftigen Zusammenarbeit

13.15 Uhr
Ende der Tagung

Kontakt

Rainer Godel

Leopoldina - Studienzentrum Emil-Abderhalden-Straße 35
06108 Halle (Saale)

rainer.godel@leopoldina.org

Zitation
Wissenstransfer und Modernisierungsprozesse zwischen Europa und Ostasien, 06.10.2014 – 08.10.2014 Halle (Saale), in: H-Soz-Kult, 28.09.2014, <www.hsozkult.de/event/id/termine-25934>.
Redaktion
Veröffentlicht am
28.09.2014
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