Reinhard Strecker. Pionier der kritischen Vergangenheitspolitik

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Mohrenstr. 37, 10117 Berlin, Gustav-Heinemann-Saal
Veranstalter
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin (LpB); Forum Justizgeschichte; Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Datum
07.10.2015 - 07.10.2015
Bewerbungsschluss
02.10.2015
Von
Dr. Michael Kohlstruck

Im November 1959 eröffnete eine Gruppe von Studierenden um Reinhard Strecker in Karlsruhe die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“. Vorausgegangen waren monatelange akribische Recherchen. Mit Kopien von Dokumenten belegte die Ausstellung die Beteiligung von amtierenden Richtern und Staatsanwälten an rechtsförmigem Unrecht unter dem NS-Regime. Gegen 43 Richter wurden Strafanzeigen gestellt. Die Ausstellung wurde zwischen 1959 und 1962 in westdeutschen Städten gezeigt und löste intensive Diskussionen aus. Sie war die erste Ausstellung, die die personelle Kontinuitäten zwischen NS-System und der jungen Bundesrepublik aufzeigte und trug damit wesentlich zu einem historischen Lernprozess bei.
Die Aufklärungsarbeit wurde von einigen wenigen Prominenten unterstützt, doch auch vielfach behindert. Obwohl er persönlich stark angefeindet wurde, hielt Reinhard Strecker an seinem Ziel einer kritischen Selbstaufklärung der Demokratie fest. Seine Aktivitäten sind ein lehrreiches Beispiel für die Chancen, aber auch die Schwierigkeiten von Zivilcourage. Anlässlich seines 85. Geburtstags veranstaltet die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin in Kooperation mit dem Forum Justizgeschichte und dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin eine Veranstaltung zum Engagement von Reinhard Strecker, zur Bedeutung der Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ und zu der Frage, wo heute eine vergleichbare Zivilcourage erforderlich ist.

Programm

15.30 Uhr
Begrüßung durch den Parlamentarischen Staatssekretär
des BMJV Christian Lange

15.45 Uhr
Vortrag: „Eine Ausstellung und ihre Folgen –
Reinhard Strecker und die ‚Ungesühnte Nazi-Justiz‘“
Dr. Stephan A. Glienke, Universität Flensburg

16.15 Uhr
„… die Verbrecher waren fast alle wieder
in Amt und Würden“
Im Gespräch mit Reinhard Strecker:
Dr. Michael Kohlstruck, TU Berlin
Dr. Claudia Fröhlich,Universität Hannover

17.00 Uhr
Pause

17.20 Uhr
Diskussion:
„Im Spannungsfeld von Zivilcourage und Recht“
Hans-Ernst Böttcher,
Präsident des Landgerichts Lübeck i.R.
Dr. Horst Meier, Autor und Jurist
Moderation: Dr. Julika Rosenstock,
Hamburger Stiftung zur Förderung von
Wissenschaft und Kultur

18.00 Uhr
Ausklang

Anmeldung bitte per mail oder per Fax an die LpB Berlin (landeszentrale@senbjw.berlin.de). Erbeten werden die Angaben von Name, Vorname, Geburtsdatum, Mailadresse und ggf. Institution. Bitte haben Sie beim Besuch des Symposiums ein Personaldokument bei sich. Bitte planen Sie für die Einlasskontrollen etwas Zeit ein.

Kontakt

Thomas Gill

Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin

030 9016-2551
030 9016-2538
landeszentrale@senbjw.berlin.de

Zitation
Reinhard Strecker. Pionier der kritischen Vergangenheitspolitik, 07.10.2015 – 07.10.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 17.09.2015, <www.hsozkult.de/event/id/termine-28885>.
Redaktion
Veröffentlicht am
17.09.2015