Lieberose/Jamlitz – ein Ort der Schoah. Zur Aktualität der Erinnerung an das größte jüdische Außenlager des KZ Sachsenhausen

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Wappensaal des Berliner Rathauses, Rathausstraße 15, 10178 Berlin
Veranstalter
Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum
Datum
02.02.2017
Bewerbungsschluss
31.01.2017
Von
Sarah Breithoff

Die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zu einer Vortragsveranstaltung in den Wappensaal des Berliner Rathauses am Donnerstag, den 2. Februar 2017, um 18 Uhr ein.

Im November 1943 errichteten Häftlinge auf Befehl der SS in dem Dorf Jamlitz bei Cottbus das »Arbeitslager Lieberose« als Nebenlager des KZ Sachsenhausen. Etwa 10.000 Häftlinge, vor allem Juden aus Polen und Ungarn, waren hier inhaftiert. Die SS verschleppte viele Häftlinge des Vernichtungslagers Auschwitz zur Zwangsarbeit nach Jamlitz, Arbeitsunfähige wurden in die Gaskammern von Birkenau zurücktransportiert. Vom 2. bis 4. Februar 1945 ermordete die SS 1.342 Häftlinge in den Krankenbaracken des Lagers. Mehr als 400 jüdische Häftlinge, die den Todesmarsch nach Sachsenhausen überlebt hatten, selektierte die SS bei der Ankunft im Hauptlager, um sie in den Vernichtungsanlagen zu töten.
Nach dem Auffinden eines Teils der sterblichen Überreste der in Jamlitz ermordeten Häftlinge errichtete die DDR mehrere Kilometer vom historischen Ort entfernt eine Mahn- und Gedenkstätte, wo der vornehmlich jüdischen Opfer als „Antifaschisten“ gedacht wurde. Erst nach der deutschen Einheit erhielt der durch eine Eigenheimsiedlung überbaute historische Ort eine Freiluftausstellung. Sie erinnert auch an die Geschichte des vom sowjetischen Geheimdienst in den ehemaligen KZ-Baracken eingerichteten Speziallagers. Die Dokumentationsstätten sowie der an den Massengräbern der Mordaktion vom Februar 1945 eingerichtete jüdische Friedhof sind seither mehrfach Ziel rechtsextremistischer und antisemitischer Anschläge geworden.

Programm

Grußworte:
Dr. Klaus Lederer, Kultursenator von Berlin (angefragt)

Uwe Neumärker, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum 2017 und Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Vortrag:
Dr. Peter Fischer, Zentralrat der Juden in Deutschland, Ehrenvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V.

Moderation:
Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Bitte melden Sie sich bis spätestens 31. Januar 2017 an: staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de. Die Platzzahl ist begrenzt.

Kontakt

Sarah Breithoff

staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de

Zitation
Lieberose/Jamlitz – ein Ort der Schoah. Zur Aktualität der Erinnerung an das größte jüdische Außenlager des KZ Sachsenhausen, 02.02.2017 Berlin, in: H-Soz-Kult, 02.01.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-32884>.
Redaktion
Veröffentlicht am
02.01.2017