2. Salzburger Fußballtagung - Fußball zwischen Macht, Identität, Ausgrenzung und Integration

Ort
Salzburg
Veranstaltungsort
Universität Salzburg, Hörsaal 380, Rudolfskai 42, 5020 Salzburg
Veranstalter
Minas Dimitriou, Siegfried Göllner, Albert Lichtblau, Christian Muckenhumer, Thomas Neuhold, Andreas Praher, Robert Schwarzbauer; veranstaltet in Kooperation der Universität Salzburg (FB Geschichte und IFFB Sport- und Bewegungswissenschaft/USI) und dem KZ-Verband Salzburg
Datum
28.09.2017 - 29.09.2017
Von
Salzburger Fußballtagung-Organisationsteam

FUSSBALL ZWISCHEN MACHT, IDENTITÄT,
AUSGRENZUNG UND INTEGRATION
Nach dem Erfolg der 1. Salzburger Fußballtagung im September 2014 findet im Herbst 2017 die 2. Salzburger Fußballtagung an der Universität Salzburg statt. Ziel der Tagung ist die Unterstützung und Förderung der gesellschafts- und kulturwissenschaftlichen Aufarbeitung des österreichischen Fußballsports, durch Austausch und Vernetzung von Personen, die sich mit Fußball in wissenschaftlicher Weise auseinandersetzen. Unter dem Titel „Fußball zwischen Macht, Identität, Ausgrenzung und Integration“ bildet die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Funktionalisierungen des Fußballsports einen Schwerpunkt der Tagung. Gesellschaftliche Integration ist eine zentrale Funktion des Breitensports Fußball, die auch ein wichtiges Asset der positiven Selbstdarstellung der Vereinsarbeit ist. Gleichzeitig entfaltet er auch starke Exklusionskräfte. Integration und Ausgrenzung sind nicht zuletzt jene Funktionen, die den Fußball für Versuche politischer Instrumentalisierung attraktiv machen. Dabei ist nicht nur an Thematiken wie Migration zu denken, sondern auch an Inklusion/Exklusion entlang von sozialen Faktoren oder individuellen Merkmalen und Einstellungen. Die wissenschaftliche, insbesondere kulturhistorische und soziologische, Erforschung des Fußballs als Phänomen der Massenkultur erlebte in den vergangenen 20 Jahren einen ungeheuren Aufschwung. In Österreich sind Forschungstätigkeiten wie -thematiken gleichermaßen auf Wien konzentriert. Wissenschaftliche Arbeiten über den Fußball in der Provinz werden meist nur regional rezipiert. Um dieses Ungleichgewicht in der Forschungslandschaft zu beheben, bringt die Tagung ReferentInnen aus österreichischen Bundesländern sowie aus Deutschland zusammen, die sich in unterschiedlichsten Perspektiven und Ansätzen sowohl mit der Geschichte und Wirkung, als auch mit spezifischen regionalen, politischen und gesellschaftlichen Aspekten des Fußballs befassen. Nicht zuletzt soll die Tagung Salzburg als zentralen Ort der österreichischen Fußballgeschichte, als auch als Ort der Fußballgeschichtsforschung in der scientific community verorten.

Programm

28. SEPTEMBER 2017
10.00-10.15 UHR
BEGRÜSSUNG

10.15-11.45 UHR
PANEL 1
Anna Horstmann (Dortmund): Ultragruppen als Männerbünde
Philipp Mittnik (Wien): Rechtsextreme und neonazistische Tendenzen in der österreichischen Fußball-Fankultur
Nikola Staritz (Wien)/Almut Sülzle (Berlin): „Kein Thema!“ Studie zu Homophobie im organisierten Sport in Österreich

12.15-13.15 UHR
PANEL 2
Jim Tobias (Nürnberg): "Mit Sport die Seele heilen". Fußball als mentale Medizin und gelebte zionistische Überzeugung!
Susanne Helene Betz (Wien): SC Hakoah Wien: Der österreichische Fußballmeister 1925 und seine Sportstätte im Wiener Prater

14.15-15.45 UHR
PANEL 3
Dietrich Schulze-Marmeling (Altenberge): Religiöse Inklusion/Exklusion im nordirischen Fußball
Jochen Gollhammer (Salzburg): Tottenham Hotspur FC und seine vermeintlich jüdische Identität
Michael John (Linz): Zwischen Wien, Prag und Linz. Fußball - Funktion und Identität im Kontext der NS-Zeit

16.15-17.15 UHR
PANEL 4
Matthias Marschik (Wien): Zwischen Substitution und Emanzipation- Geschichte und Geschichten des Frauenfußballs in Österreich
Andreas Praher (Salzburg): Vom Lagerfußball zur Jugoliga. Migrantenfußball unterhalb der Wahrnehmungsgrenze

17.30-19.00 UHR
SPORTHIST-NETZWERKTREFFEN

19.45-22.30 UHR (DAS KINO)
FILMPRÄSENTATION „LIGA TEREZIN“
Österreichpremiere des Dokumentarfilms „Liga Terezin“ über die Fußball-Liga im KZ-Theresienstadt mit dem israelischen Filmemacher Oded Breda im Das Kino.
Im Anschluss an den Film Gespräch mit Oded Breda (Filmemacher, Tel Aviv), Rudi Gelbard (KZ-Überlebender, Wien) und Eberhard Schulz (Sprecher Initiative !Nie wieder, München).
Moderation: Albert Lichtblau (Historiker, Salzburg)

29. SEPTEMBER 2017
9.00-10.30 UHR
PANEL 5
Paulus Adelsgruber (Wien): Fußball zwischen den Fronten? Ligabetrieb und Fankulturen in der Ukraine seit 2012
Alexander Juraske (Wien): „We are Vienna family“: Die blau-gelbe Fanszene
Dariusz Wojtaszyn (Breslau): Fußballfans im Totalitarismus, Fallbeispiel: Polen, Deutschland und Österreich

11.00-12.30 UHR
PANEL 6
Minas Dimitriou (Salzburg): „Fußball von einem anderen Stern“. Mediale Implikationen und Markenassoziationen am Beispiel von Red Bull Salzburg
Ingo Enzenberger (Traunkirchen): Rise and Fall of „Grödix“: Fußball und regionale Identität am Beispiel des Vereins SV Grödig
Christian Muckenhumer (Salzburg): Salzburger Stadien und Fußballplätze als Erinnerungsorte und ihre identitätsstiftende Funktion

13.30-15.00 UHR
PANEL 7
Walter Iber (Graz): Heimwehr-Fußball in der Steiermark
Robert Schwarzbauer (Salzburg): Heimwehr-Fußball in Salzburg
Thomas Zeloth (Klagenfurt): „Haltet Disziplin in euren Reihen“, Gewalt und Radikalisierung im Kärntner Fußball zwischen den beiden Weltkriegen

15.30-17.00
PANEL 8
Markwart Herzog (Irsee): Der FC Bayern im Nationalsozialismus: eine „Heldengeschichte“ – ein Mythos?
Martin Kainz (Wien): Red Bull Ghana
Eberhard Schulz & Andreas Wittner (München): !Nie wieder

Kontakt

Praher

Universität Salzburg, Fachbereich Geschichte, Rusolfskai 42, 5020 Salzburg

salzburgerfussballtagung@gmx.at

Zitation
2. Salzburger Fußballtagung - Fußball zwischen Macht, Identität, Ausgrenzung und Integration, 28.09.2017 – 29.09.2017 Salzburg, in: H-Soz-Kult, 16.07.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-34658>.
Redaktion
Veröffentlicht am
16.07.2017