Leben in der Arbeitslandschaft. Narrationen des Ruhrbergbaus. Bestandsaufnahme und Perspektiven

Ort
Dortmund
Veranstaltungsort
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, Grubenweg 5, 44388 Dortmund
Veranstalter
Fritz-Hüser-Institut, Dortmund, in Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Datum
01.03.2018 - 03.03.2018
Bewerbungsschluss
30.10.2017
Von
Arnold Maxwill

Mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus bietet sich eine Möglichkeit, die im 20. Jahrhundert entwickelten Repräsentationen von Arbeit und Alltag (nochmals) zu inspizieren. Welche kulturellen Diskurse konnte der Ruhrbergbau prägen, welche Narrative dominieren nach wie vor diese Region? Welche Imaginationen setzte die Arbeit unter Tage frei, wie wurden sie literarisch produktiv gemacht? Wer dominierte wie die diskursive Arena in der Arbeitslandschaft Ruhr? Welcher Einfluss darf Werkszeitschriften, Anthologien und Gewerkschaften zugemessen werden? Wie fand (und findet) das Erzählen dieser Region statt? Was und wie berichten die Bergbauromane, Gedichte, Reiseberichte und Lebenserinnerungen über das Ruhrgebiet? Wie sehr prägen Fotografie und Film die Vorstellungswelt über den Arbeitsalltag im Flöz? Und welche Zukünfte haben diese Narrationen, die sich vom montanindustriellen Zeitalter her in die Gegenwart schreiben?

Neben grundsätzlichen Beiträgen zum Ruhrbergbau als Arbeitslandschaft ist die Tagung an einer Auslotung der diskursiven Spannungen und Interferenzen zwischen Steinkohlenbergbau und einem semantischen wie materiellen Wandel von ‚Arbeit‘ interessiert.

Angefragt werden Vorträge zu u.a. folgenden Themen: Ruhrbergbau in Reiseberichten und Reportagen, Bedeutung der gewerkschaftlichen Kulturarbeit, Literaturvermittlung in Werkszeitschriften, Bergbau und die Dortmunder Gruppe 61, Lebenserinnerungen von Bergarbeitern, Darstellung des Strukturwandels, Montanindustrie als Kulisse in der gegenwärtigen (Krimi-)Literatur.

Interesse besteht zudem an Vorträgen, die einzelne Texte und deren narrative Inszenierung des Reviers als Arbeitslandschaft in den Vordergrund stellen. Denkbar sind Arbeiten zu diversen Autoren von Hans Dieter Baroth über Heinrich Kämpchen bis zu Otto Wohlgemuth. Ebenso erwünscht sind Auseinandersetzungen mit der Jugendliteratur des Bergbaus (Anni Geiger-Hof, Wilhelm Hünermann, Kurt Kuberzig), aber auch mit anderen Regionen (Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, Oberschlesien, Saarland).

Eine weitere Sektion wird sich kulturellen Narrativen und Repräsentationen in benachbarten Künsten widmen (Bildende Kunst, Film, Fotografie). Dabei kann auch ein Blick auf individuelle Praktiken der Erinnerung sowie institutionelle Spielräume der Vermittlung hilfreich sein. Nicht zuletzt steht die Frage im Raum, ob das Erbe des Steinkohlenbergbaus (literarisch) adäquat vermittelt wird, welche Sprechweisen über die Arbeitslandschaft Ruhr in Sichtweite sind.

Die Tagung findet im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern statt; Fahrt- und Unterbringungskosten werden übernommen. Für die Vorträge sind etwa 20 Minuten vorgesehen. Im Frühjahr 2019 sollen die Ergebnisse in der Schriftenreihe des Fritz-Hüser-Instituts veröffentlicht werden. Bitte senden Sie Ihre Skizze (ca. 2000 Zeichen) mit Kurzbiografie bis zum 30.10.2017 an amaxwill@stadtdo.de. Eine Rückmeldung erfolgt Anfang November.

Gefördert von der RAG-Stiftung.

Kontakt

Arnold Maxwill

Fritz-Hüser-Institut
Grubenweg 5, 44388 Dortmund

amaxwill@stadtdo.de

Zitation
Leben in der Arbeitslandschaft. Narrationen des Ruhrbergbaus. Bestandsaufnahme und Perspektiven, 01.03.2018 – 03.03.2018 Dortmund, in: H-Soz-Kult, 11.09.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-34957>.