Die Reformation in Westfalen. Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Ort
Lemgo
Veranstaltungsort
Gemeindehaus St. Nicolai, Papenstraße 17, Lemgo
Veranstalter
Historische Kommission für Westfalen
Datum
27.10.2017 - 28.10.2017
Bewerbungsschluss
13.10.2017
Von
Alexandra Kohlhöfer M. A.

Am 27. und 28. Oktober 2017 lädt die Historische Kommission für Westfalen zu ihrer großen, zweitägigen wissenschaftlichen Herbsttagung ein. Wie schon vor zwei Jahren in Lippstadt geht es auch in diesem Jahr um die Geschichte der Reformation in Westfalen. Während in Lippstadt vor allem die Voraussetzungen und die Vorgeschichte thematisiert wurden, stehen in diesem Jahr die Auswirkungen und Folgen der Reformation im Mittelpunkt. In einigen Städten und Territorien Westfalens erfolgte die Reformation in kleinen Schritten; den Spezifika dieser „Langzeitreformation“ widmet sich die erste Sektion der Tagung. In der zweiten Sektion wird die lutherische und reformierte Konfessionskultur betrachtet; es geht also um die Zusammenhänge von Bekenntnis, Gottesdienst und frommem Miteinander im Alltag der Gemeinden. Was aber passierte – Thema der dritten Sektion – in den Teilen Westfalens, wo sich die Reformation in Bekenntnis, Gottesdienst und Kirchenorganisation nicht etablieren konnte? Welche Folgen hatte die Konkurrenz von Lutheranern und Reformierten vor Ort? Die Tagungsbeiträge werden lokal ausgehandelten Kompromissen nachspüren, die in Dörfern und Städten trotz des Bekenntniskonflikts ein erträgliches Miteinander sicherten. Die Tagung findet statt am Freitag und Samstag, dem 27. und 28. Oktober 2017 im Gemeindehaus der Evangelisch-lutherischen St. Nicolai-Gemeinde (32657 Lemgo, Papenstraße 17). Der Tagungsort ist barrierefrei zu erreichen, Parkmöglichkeiten sind in der Nähe vorhanden. Die Leitung der Tagung haben Prof. Dr. Werner Freitag und Prof. Dr. Wilfried Reininghaus. Anmeldung: Weitere Informationen und ein Anmeldeformular finden Sie unter: http://www.lwl.org/hiko-download/Tagung_Lemgo_Prospekt_A4.pdf. Auch eine formlose Anmeldung per Mail (hiko@lwl.org) ist möglich. Anmeldung erbeten bis zum 13. Oktober 2017.

Programm

Freitag, 27. Oktober 2017
9.30 — Anmeldung und Begrüßungskaffee
10.00 — Superintendent Dr. Andreas Lange (Lemgo): Grußwort
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Münster): Begrüßung
Prof. Dr. Werner Freitag (Münster): Einführung ins Thema

Sektion I: Langzeitreformation
Moderation: Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Münster)

10.30 Uhr — Dr. Christian Helbich (Wolfenbüttel): Die Kirchen- und Bildungspolitik der Städte Dortmund und Essen im Kontext der klevischen „via media“ im 16. Jahrhundert

11.30 Uhr — Prof. Dr. Alwin Hanschmidt (Vechta): Die Grafschaft Rietberg: Reformation unter hessischem, hoyaischem und ostfriesischem Einfluss

12.15 Uhr — Dr. Bastian Gillner (Duisburg): „Drum soll weltliche Gewalt ihr Amt frei unbehindert üben …“ Die Reformation in den adeligen Herrschaften Westfalens

Sektion II: Konfessionskultur – Gottesdienst und fromme Praxis in der Kirchengemeinde
Moderation: Prof. Werner Freitag (Münster)

15.00 Uhr — Dr. Nicolas Rügge (Hannover): Die lippischen Kirchengemeinden im Spiegel der Visitationen von 1542 und 1549

15.45 Uhr — Prof. Dr. Christian Peters (Münster): Der Anteil Westfalens an der Ausdifferenzierung des Protestantismus

16.45 Uhr — Anna-Lena Schumacher B. A. (Münster): Die Katechese: Vorgaben und Stellenwert in der Gemeinde

17.30 Uhr — Ingrid Buchhorn M. A. (Hamm): Reformierte Pfarrer und städtischer Rat: Die Anfänge des Presbyteriums in Hamm

Abendprogramm in der Kirche St. Marien
19.30 Uhr Bekenntnis, Trost und Gotteslob: Lieder der Reformationszeit aus Westfalen, MarienKantorei Lemgo unter Leitung von Kantor Volker Jänig, Tomasz Adam Nowak, Orgel

Samstag, 28. Oktober 2017

Sektion III: Religiöser Dissens, Ambiguität und Modi des Zusammenlebens
Moderation: Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Münster)

9.00 Uhr — Dr. Volker Tschuschke (Borken): Täufer im Westmünsterland 1540 bis 1650

9.45 Uhr — Prof. Dr. David Luebke (Eugene/Oregon): Koexistenz um des Stadtfriedens willen: die Städte des Münsterlandes

11.00 Uhr — Sebastian Schröder M. A. (Münster): Beharrung und das Einsickern der neuen Lehre: Kloster und Parochie Herzebrock

11.45 — Dr. Lena Krull (Münster): St. Johann und die ‚Freiheit‘: Zur Koexistenz von Lutheranern und Reformierten in Lemgo

12.30 — Abschlussdiskussion
13.00 — Voraussichtliches Ende der Tagung

Kontakt

Dr. Burkhard Beyer

Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Historische Kommission für Westfalen, 48133 Münster

0251 / 591-4720

hiko@lwl.org

Zitation
Die Reformation in Westfalen. Langzeitreformation, Konfessionskultur und Ambiguität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, 27.10.2017 – 28.10.2017 Lemgo, in: H-Soz-Kult, 14.09.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-34995>.
Redaktion
Veröffentlicht am
14.09.2017
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