Zweijahresworkshop "Polesien als Interventionslandschaft"

Ort
Marburg
Veranstaltungsort
Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Gisonenweg 5-7, 35037 Marburg, Vortragssaal
Veranstalter
SAW-Projektgruppe „Polesien als Interventionslandschaft. Raum, Herrschaft, Technologie und Ökologie an der europäischen Peripherie 1914-2015“; Dr. Anna Veronika Wendland / Dr. Silke Fengler
Datum
23.11.2017 - 24.11.2017
Von
Silke Fengler

Die Geschichte des östlichen Europas im 20. Jahrhundert wird oft als Gewalt- und Katastrophengeschichte geschrieben. Das Ergebnis ist heute das stark raumbezogene Narrativ eines im Zeitalter der Extreme traumatisierten Osteuropa zwischen Bloodlands und Tschernobyl-Zone. Unsere Projektgruppe schreibt jenseits solcher etablierter narrativer Strukturen an einer raumsensiblen Geschichte Osteuropas in der Moderne, die trotzdem den traumatischen historischen Erfahrungen Rechnung trägt. Wir arbeiten mit dem innovativen Konzept der „Interventionslandschaft“. Dabei interessieren uns Interaktionen von Landschaft und Räumlichkeit einerseits und historischen Akteuren andererseits. Wir untersuchen Strategien der Aneignung, des Unterlaufens und Profitierens, die ursächlich auch mit den Spezifika der Landschaft zusammenhingen, in welcher die Menschen agierten. In unserem Zweijahresworkshop laden wir Experten aus unterschiedlichen Disziplinen ein, mit uns die empirischen Ergebnisse unserer bisherigen Forschungsarbeit im Spiegel des Konzepts der „Interventionslandschaft“ zu diskutieren. Anhand der Ergebnisse der Diskussion werden wir prüfen, inwieweit unser Konzept die komplexe Beziehung von Mensch, Raum, Natur und Technik im östlichen Europa besser beschreiben kann als etablierte theoretische und empirische Deutungsangebote.

Programm

Donnerstag, 23.11.2017

9:00 – 9:45 Uhr
Christoph Rass, Universität Osnabrück
Vorstellung des interdisziplinären Projekts „Konfliktlandschaften“

Kommentar: Thomas Bohn, JLU Gießen

Panel 1 Landschaft und Umwelt – Teil I
Moderation: Thomas Bohn

09:45 – 10:45 Uhr
Diana Siebert, Universität Siegen
Polesien 1921-1939: Parzellierung, Flurbereinigung, Auflösung der Servituten, Sumpfentwässerung – Boden für Einheimische oder Neusiedler?

Kommentar: Liesbeth van de Grift, Universität Utrecht

10:45 – 11:00 Uhr
Kaffeepause

11:00 – 12:00 Uhr
Artem Kouida, JLU Gießen
Die Melioration im belarussischen Polesien:
Modernisierung auf Kosten der Natur

Kommentar: Hans-Peter Ziemek, JLU Gießen

12:00 – 13:30 Uhr
Mittagessen im Herder-Institut

Panel 2 Landschaft und Umwelt – Teil II
Moderation: Anna Veronika Wendland

13:30 – 14:30 Uhr
Katja Bruisch, Trinity College Dublin
Der Staat im Moor: Territorialisierung und Umweltwandel im Westen des Russischen Reichs (ca. 1873-1914)

Kommentar: Hansjörg Küster, Universität Hannover

14:30 – 14:45 Uhr
Kaffeepause

14:45 – 15:45 Uhr
Thomas Bohn/Aliaksandr Dalhouski, JLU Gießen
Rewilding Belarus. Der Pripjet-Nationalpark 1969-2015

Kommentar: Anna-Katharina Wöbse, JLU Gießen

15:45 – 16:45 Uhr
Natalia Otrishchenko, Center for Urban History of East Central Europe Lviv
Slavutych: Urban Practices, Memories and Imaginations

Kommentar: Anna Veronika Wendland, Herder-Institut Marburg

17:00 Uhr
Präsentation des Kurzfilms
“Polesie Reportaż z krainy tęsknych pieśni”
(Regie: Maksymilian Emmer)

Freitag, 24.11.2017

Panel 3 Raum und Identitäten
Moderation: Claudia Kraft

9:00 – 10:00 Uhr
Svetlana Boltovskaja, Herder-Institut Marburg
Nukleare Transformation lokaler Identitäten:
Regionalbewußtsein und Atomwirtschaft im ukrainischen Polesien

Kommentar: Vasyl Rasevych, Center for Urban History of East Central Europe Lviv

10:00 – 10:15 Uhr
Kaffeepause

10:15 – 12:00 Uhr
Abschlußdiskussion

12:00 Uhr
Ende des Workshops

Kontakt

Silke Fengler

Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Gisonenweg 5-7 35037 Marburg

0049-6421-184-241

silke.fengler@herder-institut.de

Zitation
Zweijahresworkshop "Polesien als Interventionslandschaft", 23.11.2017 – 24.11.2017 Marburg, in: H-Soz-Kult, 13.11.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-35701>.