Willy Brandt und Polen

Ort
Warschau
Veranstalter
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Berlin Friedrich-Ebert-Stiftung, Büro Warschau Historisches Institut der Universität Warschau Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien, Breslau
Datum
27.06.2007 - 28.06.2007
Von
Bernd Rother

Im Jahre 1968 schrieb der damalige Bundesaußenminister Willy Brandt in seinem Buch „Friedenspolitik in Europa“: „Die Westgrenze des polnischen Staates ist in unser Angebot, auf jegliche Gewalt gegenüber jedermann zu verzichten, eingeschlossen. Ein gutes Verhältnis zu Polen ist uns besonders wichtig. Es ist ein Eckstein unserer Politik nach Osten, wie das gute Verhältnis zu Frankreich im Westen. Unsere Einstellung diesem Staat gegenüber, mit seiner stolzen Tradition in der europäischen Geschichte, lässt sich auch davon leiten, dass Polen unter der Aggression besonders stark gelitten hat. Sein Verlangen, endlich in gesicherten Grenzen zu leben, hat unser Verständnis. Eine Aussöhnung mit ihm ist uns moralische und politische Pflicht. Zu dieser Aussöhnung gehört nicht nur, dass jeder Gedanke an Gewalt aus diesen Bemühungen verbannt werden muss, dazu gehört auch, dass kein Keim für künftigen Zwist gelegt werden darf.“

Wie kein anderer Staatsmann hat sich Willy Brandt um die Versöhnung zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk verdient gemacht. Sein Kniefall von Warschau bleibt hierfür weltweit ein unvergessenes Symbol. Der deutsch-polnische Vertrag vom 7. Dezember 1970 legte die Grundlage für eine Normalisierung des Verhältnisses zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen.

In einer Zeit, in der es – trotz aller gemeinsamen und erfolgreichen Bemühungen um das Zusammenwachsen Europas – neue Schwierigkeiten im wechselseitigen Verhältnis gibt, erscheint es um so wichtiger, sich der Bedeutung Willy Brandts für die deutsch-polnischen Beziehungen zu erinnern. Dies wollen die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, die Friedrich-Ebert- Stiftung, das Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien in Breslau sowie die Historische Fakultät der Universität Warschau im Rahmen einer internationalen Historikertagung in diesem Jahr tun. An der Konferenz sollen Wissenschaftler, Publizisten, Zeitzeugen und Politiker aus beiden Ländern teilnehmen und die Entwicklung der wechselseitigen Beziehungen im Lichte des Wirkens Willy Brandts aufarbeiten. Schlusspunkt der Veranstaltung wird eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Das deutsch-polnische Verhältnis im zusammenwachsenden Europa“ sein.

Programm

Konferenzsprachen: Deutsch und Polnisch (Simultanübersetzung)

Tagungsort: Universität Warschau

Mittwoch, 27. Juni

10.00 Uhr

GRUSSWORTE

10.30 Uhr

I. Einführungsvortrag

„Europa, Deutschland und Polen in den politischen Konzeptionen Willy Brandts 1940 bis 1966“
Rainer Behring, Köln

Diskussion

11.15 Uhr

II. Die „Ostpolitik“ Willy Brandts und Polen

„Die Entspannungspolitik Willy Brandts und die deutsch-polnischen Beziehungen“
Gottfried Niedhart, Mannheim

„Die Ostpolitik aus polnischer Perspektive“
Wanda Jarzabek, Warschau

„Das deutsch-polnische Verhältnis zur Zeit der Entspannungspolitik aus Moskauer Sicht“
Katarzyna Stoklosa, Dresden

„Zivilgesellschaftliche deutsch-polnische Beziehungen in der Zeit der Entspannungspolitik“
Dominik Pick, Berlin

Kommentar: Robert Leicht

Diskussion

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13.30 bis 14.30 Uhr

Mittagspause

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„Die Bedeutung der Kirchen für Willy Brandts Ostpolitik“ (Kurzthesen)
Friedhelm Boll, Bonn

„Willy Brandt und die Problematik der Entschädigung polnischer NS-Opfer“
Krysztof Ruchniewicz, Breslau

„Willy Brandt und die Problematik der Entschädigung polnischer NS-Opfer“ (Kurzreferat aus deutscher Sicht)
NN
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16.00 Uhr Kaffeepause
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„Die DDR und Willy Brandts Ostpolitik“
Burkhard Olschowsky, Oldenburg

„Willy Brandt und Polen aus der Sicht der deutschen Opposition“ (Kurzreferat)
Andreas Grau, St. Augustin

Kommentar: Mieczyslaw Tomala

Diskussion (bis 18.00 Uhr)

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Donnerstag, 28. Juni

9.00 Uhr

III. Willy Brandt und Polen in den 1980er Jahren

„Willy Brandt und Polen in den 1980er Jahren aus deutscher Sicht“
Bernd Rother, Berlin

„Willy Brandt und Polen in den 1980er Jahren aus polnischer Sicht“
Malgorzata Swider, Oppeln

Kommentar: Gesine Schwan

Diskussion

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10.30 Uhr

Kaffeepause

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10.45 Uhr

IV. Willy Brandt, die deutsche Einigung und Polen

„Willy Brandts Konzeption der deutschen Einheit“
Heinrich Potthoff, Königswinter

„Die deutsche Einheit – ein Schreckgespenst für Polen ?“
Wlodzimierz Borodziej, Warschau

Kommentare: Bronislaw Geremek und Gert Weisskirchen

Diskussion

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13.00 bis 14.30 Uhr

Mittagspause

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14.35 Uhr

V. Resümee – „Willy Brandt und Polen“

Peter Merseburger, Berlin
Adam Krzeminski

Diskussion

Ende gegen 16.30 Uhr

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18.00 Uhr

Öffentliche Podiumsdiskussion in der Aula der Universität Warschau

Moderation: Klaus Ziemer, Warschau

„Das deutsch-polnische Verhältnis im zusammenwachsenden Europa“

Teilnehmer: Mariusz Muszynski
Gesine Schwan
Bronisław Geremek
Gert Weisskirchen, MdB
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Sejm, Pawel Zalewski

Kontakt

Dr. Bernd Rother
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
Rathaus Schöneberg
D- 10825 Berlin
b.rother@willy-brandt.de

Zitation
Willy Brandt und Polen, 27.06.2007 – 28.06.2007 Warschau, in: H-Soz-Kult, 01.04.2007, <www.hsozkult.de/event/id/termine-6995>.
Redaktion
Veröffentlicht am
01.04.2007
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