Horch und Guck: 1968 und die DDR

Ort
Berlin
Veranstalter
Horch und Guck. Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur
Datum
15.08.2007
Bewerbungsschluss
15.08.2007
Von
Johannes Beleites

Die Redaktion der Zeitschrift „HORCH UND GUCK“ lädt für eines der beiden folgenden Hefte (Heft 2/2007 oder Heft 1/2008) ein zu Beiträgen zum Thema „1968 und die DDR“.

Dem Rhythmus erinnerungskultureller Konjunkturen folgend, wird 2008 das komplexe und schillernde Phänomen „1968“ in das öffentliche Interesse rücken. “Horch und Guck“ nimmt dies zum Anlass, nach der Bedeutung von „1968“ für die DDR zu fragen und dabei auch ost-west-deutsche Kontraste und Verflechtungen zu thematisieren. Im Zentrum der Frage, welche Wirkungen von „1968“ ausgingen, steht in der deutschen Erinnerungsdebatte nach wie vor die alte Bundesrepublik. Aber wie wurden die antiau-toritären Jugendbewegungen, die in vielen westeuropäischen Ländern und den USA zeitgleich auftauchten und einen nachhaltigen politischen, gesellschaftlichen und Wer-tewandel auslösten, in der DDR und Ostmitteleuropa wahrgenommen? Welche Paral-lelen und Verflechtungen gibt es zu Phasen (jugend-)kulturellen Aufbruchs und politi-scher Liberalisierung im Ostblock?
Wie viel Verbindung gibt es schließlich zwischen „dem 1968“ des Westens und dem des Ostblocks, der mit der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ im gleichen Jahr die Zerstörung der Idee eines “Sozialismus mit menschlichen Anlitz“ erlebte? Welche anderen wichtigen Einschnitte, bspw. die Sprengung der Leipziger Uni-Kirche oder der Volksentscheid zur Einführung einer neuen Verfassung in der DDR, könnten für die Ausprägung einer 68er-Generation im Osten von Bedeutung sein?

Zu fragen wäre etwa nach den Akteuren, Medien sowie kulturellen und habituellen Praktiken, welche die wechselseitige Rezeption prägten, aber auch nach konkreten Kontakten zwischen Ost und West bzw. der Bedeutung biografischer Ost-West-Verschränkungen wie bei Rudi Dutschke u.a. Protagonisten der 68erBewegung.

Willkommen sind ebenso Beiträge, welche die Wahrnehmung der Ereignisse in der ČSSR und in Polen in der DDR sowie die Kontakte, die es hier gab, ins Zentrum rü-cken. Zu welchen Widerstands- bzw. Widerspruchshandlungen kam es in der DDR, welche Vorbilder und Wertbezüge lassen diese erkennen?

Auch die Reaktionen staatlicher Institutionen und der Presse in der DDR auf die parallelen Ereignisse von 1968 sind von Interesse: Welche Themen etwa waren vor-herrschend, und wie funktionierten Tabuisierungen?

Welche Bedeutung bekam „1968“ in Debatten über künftige Gesellschaftsentwürfe in der DDR und wo konnten sie geführt werden? Welche Konfliktlinien brachen auf bzw. verstärkten sich?

Inwiefern kann das Jahr „1968“ für die DDR überhaupt als gültige Zäsur angesehen werden? Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Erfahrungen und rück-schauenden Konstruktionen von 1968 auf Selbstverständnis und Habitus bestimmter Generationen in Ost und West?

Wir bitten Sie bis möglichst zum 15. August 2007 um abstracts (Umfang max. 2000 Zeichen) an: info@horch-und-guck.de. Nach der Prüfung durch die Redaktion werden die Beiträge für das geplante Themenheft ausgewählt. Ausgearbeitete Beiträge mit ei-nem Umfang von maximal 20.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) müssen bei Verwendung für Heft 2/2007 bereits bis zum 1. Oktober 2007, ansonsten bis Mitte Januar 2008 vor-liegen.

Wie immer ist die Redaktion auch an anderen Themenvorschlägen, Manuskripten, Be-richten, Bildern und Fundstücken im Themenspektrum der Zeitschrift interessiert. Mehr Informationen zur Zeitschrift HORCH UND GUCK finden Sie unter:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/zeitschriften/id=294

Kontakt

Johannes Beleites

Redaktion Horch und Guck
Ruschestr. 103, Haus 1, 10365 Berlin

info@horch-und-guck.com

Zitation
Horch und Guck: 1968 und die DDR, 15.08.2007 Berlin, in: H-Soz-Kult, 25.07.2007, <www.hsozkult.de/event/id/termine-7684>.