Tiroler Heimat Band 80 (2016)

Titel
Tiroler Heimat Band 80 (2016).
Weitere Titelangaben
Regional- und Kulturgeschichte Nord-, Ost- und Südtirols


Hrsg. v.
Christina Antenhofer (Universität Innsbruck) und Richard Schober (Tiroler Landesarchiv)
Heft(e)
80
Erschienen
Umfang
272 S.
Preis
31,00
Herausgeber d. Zeitschrift
Christina Antenhofer (Universität Innsbruck) und Richard Schober (Tiroler Landesarchiv)
Erscheinungsweise
einmal jährlich
Kontakt
Christina.Antenhofer@uibk.ac.at; Christina Antenhofer, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck, Innrain 52, A-6020 Innsbruck

Die „Tiroler Heimat" ist die traditionsreichste wissenschaftliche Zeitschrift, die sich der Geschichte und Kultur der historischen Region Tirol widmet. Die Zeitschrift wurde 1921 vom Historiker und Volkskundler Hermann Wopfner begründet, um nach der kurz zuvor erfolgten Grenzziehung, die Tirol teilte, die kulturhistorische Verbindung zwischen den Landesteilen zu dokumentieren und über die politischen Grenzen hinweg aufrechtzuerhalten. Als Jahrbuch für Geschichte und Volkskunde sollte die „Tiroler Heimat" Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern grenzüberschreitend die Möglichkeit bieten, ihre historischen und ethnologischen Studien zur Tiroler Landesgeschichte vorzustellen.
Seit nunmehr fast hundert Jahren publiziert die Zeitschrift aktuelle wissenschaftliche Forschungen zur Landesgeschichte Tirols. Der Themenschwerpunkt hat sich mittlerweile ausgedehnt und umfasst nun im weitesten Sinne Beiträge zu Geschichte und Kultur Nord-, Ost- und Südtirols. Methodische und inhaltliche Vielfalt sowie ein hoher wissenschaftlicher Standard, der Landes- und Regionalgeschichte in einen überregionalen, europäischen Rahmen einbettet, kennzeichnen die Arbeitsweise. Charakteristisch ist die enge Zusammenarbeit von Archiv und universitärer Forschung, die sich in der Zusammensetzung des Herausgeberteams abbildet. Zugleich richtet sich die Zeitschrift an die interessierte Öffentlichkeit.
Jeder Band enthält einen ausführlichen Besprechungsteil, in dem aktuelle Publikationen mit Tirolbezug rezensiert werden. Ab Band 80/2016 wird die „Tiroler Heimat" von Christina Antenhofer und Richard Schober herausgegeben. Seit 2016 durchlaufen die Beiträge ein Peer-Review-Verfahren durch zwei redaktionsexterne Gutachterinnen bzw. Gutachter.
Einen thematischen Schwerpunkt des Bandes 80 (2016) bilden historische Fragmente, die sich in Archiven und Bibliotheken als „Abfall“ über die Jahrhunderte erhalten haben und nunmehr wertvolle Quellen für die Wissenschaft darstellen. Christoph Haidacher gibt in seinem Beitrag Einblick in den Fragmentebestand des Tiroler Landesarchivs, den er über zahlreiche Abbildungen illustriert. Ursula Schattner-Rieser präsentiert in ihrem Aufsatz das Projekt der Aufarbeitung von jüdischen mittelalterlichen Fragmenten aus Tirols Bibliotheken und Archiven und stellt einige bemerkenswerte Beispiele vor. Einen weiteren mittelalterlichen Akzent setzt Konstantin Graf von Blumenthal mit einer historisch-genealogischen Abhandlung zu den Herren von Velturns, deren Geschichte er bis zum Jahr 1240 nachzeichnet. Hansjörg Rabansers Untersuchung der Beschreibung der Certosa von Pavia durch Andreas Alois di Pauli setzt den Themenschwerpunkt mit dem neuzeitlichen Interesse an Denkmälern und Altertümern fort. Der Geschichte des Buchbesitzes gilt der Beitrag von Michael Span, der sich dem privaten Buchbesitz im neuzeitlichen Stubaital widmet. Thomas Bunte, Stefan Ehrenpreis und Benjamin van der Linde geben als Team des Fachbereichs Geschichte der Neuzeit an der Universität Innsbruck Einblick in ein laufendes Projekt, welches die Präsenz von Tirolern in der niederländischen Vereinigten Ostindien-Kompanie als Beispiel von Fernmigration untersucht. Ulrich Leitners Abhandlung über das Zusammenspiel von Raum und Erziehung führt in das 20. Jahrhundert, wo er am Beispiel der Landeserziehungsanstalt am Jagdberg die Rolle der Architektur für die Fürsorgeerziehung aufzeigt. Josef Riedmann beschließt den Band mit seinem Nachruf auf den verdienstvollen Historiker Johann Rainer. 32 Rezensionen stellen schließlich die Neuerscheinungen zur Tiroler Landesgeschichte und verwandten Themenbereichen vor.

Inhaltsübersicht

Editorial
S. 5

Aufsätze

Christoph Haidacher
Zerstörte Quellen. Die Fragmentesammlung des Tiroler Landesarchivs
S. 7–30

Ursula Schattner-Rieser
Das Forschungsprojekt Genisat Tirolensia zur Erfassung der mittelalterlichen Hebraica-Bestände in Tirols Bibliotheken und Archiven
S. 31–50

Konstantin Graf von Blumenthal
Die Herren von Velturns. Ein Beitrag zu ihrer Geschichte von den Anfängen bis zum Jahre 1240
S. 51–104

Thomas Bunte / Stefan Ehrenpreis / Benjamin van der Linde
Tiroler in der niederländischen Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOC) (ca. 1680–1795)
S. 105–118

Hansjörg Rabanser
Die kunst- und kulturhistorische Beschreibung der Certosa di Pavia durch Andreas Alois Dipauli (1785)
S. 119–140

Michael Span
Ein Tal mit Büchern? Privater Buchbesitz im Stubaital zwischen 1750 und 1800
S. 141–170

Ulrich Leitner
Gebaute Pädagogik – Raum und Erziehung. Die Bedeutung der Architektur für die Fürsorgeerziehung
am Beispiel der Landeserziehungsanstalt am Jagdberg
S .171–200

Nachruf

Josef Riedmann Em. o. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Johann Rainer †
S. 201–203

Besprechungen
S. 205–266

Abstracts
S. 267–270

Autorinnen und Autoren dieses Bandes
S. 271

Zitation
Tiroler Heimat Band 80 (2016). in: H-Soz-Kult, 16.12.2016, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-10079>.
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Veröffentlicht am
16.12.2016
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