Rechtsgeschichte 4 (2004)

Titel
Rechtsgeschichte 4 (2004).


Hrsg. v.
Hrsg. von Prof. Dr. Marie Theres Fögen, Direktorin des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte Redaktion: Bettina Emmerich, Rainer Maria Kiesow und Karl-Heinz Lingens
Heft(e)
04
Erschienen
Frankfurt am Main 2004: Vittorio Klostermann
Preis
28 €
Herausgeber d. Zeitschrift
Prof. Dr. Thomas Duve, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte Redaktion: Olaf Berg, Nicole Pasakarnis
Erscheinungsweise
jährlich
Kontakt
Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Redaktion Rechtsgeschichte Hansaallee 41 60323 Frankfurt am Main Tel. ++49-69.78978-200 Fax ++49-69-78978-210 Anregungen und Manuskripte unter: rg@rg.mpg.de

Band 4 (2004) der Rechtsgeschichte (Rg), Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main ist soeben erschienen.

Die Debatte zur Frage „Wozu Rechtsgeschichte“ fand außerordentlich lebhafte Resonanz und hätte durchaus noch weitere Bände füllen können. Wieder haben sich weltweit sehr renommierte und weniger bekannte Wissenschaftler zur Frage geäußert, in Briefen, Essays und sehr ausführlichen Untersuchungen. Im Band 5 von Rg wird es eine neue Debatte geben. Dieses Mal zur Frage der „Solidarität!“ in der Rechtsgeschichte. Nähere Informationen hierzu demnächst auf unserer Homepage rg-rechtsgeschichte.de.

Die Recherche widmet sich ebenfalls einem aufregenden Thema: Dieter Simon schreibt über ein Leben, das (vergeblich?) der Wissenschaft geschenkt wurde, Marie Theres Fögen stellt erste Erträge aus Untersuchungen zur „Referenz Rom“ vor: Der Dichter Durs Grünbein denkt über Rom und den Terror nach, Raffaele De Giorgi überprüft das Gedächtnis des Rechts und Emanuele Conte ist einem mittelalterlichen Phänomen auf die Spur gekommen: Die Praktiker haben das Recht am stärksten historisiert. Michael Kempe schließlich will wissen, wie tragbar die Parallele ist, die so gerne zwischen Amerika und Rom gezogen wird. Weit in die Rechts- und Kolonialgeschichte der Welt hinaus blickt der Literaturessay von Sebastian Conrad zur Geschichte des Kolonialrechts und der dazu in den letzten Jahren erschienenen Literatur.

Reich gefüllt ist die Rezensionsabteilung Kritik mit Beiträgen zu den wichtigsten Neuerscheinungen der letzten zwei Jahre. Eine kleine Sensation ist die Bebilderung der Ausgabe: Die Motive der auf Glasplatten befindlichen Fotografien des Rechtsarchäologen Karl Frölich aus den 20er bis 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden Neuaufnahmen von Barbara Dölemeyer gegenübergestellt und bilden so paarweise ästhetische Antwort auf die Beiträge.

Alle Aufstätze liegen als Abstracts unter http://www.rg-rechtsgeschichte.de, dazu die Liste der rezensierten Bücher und alle älteren Ausgaben von Rg. Die Printausgabe ist erhältlich beim Klostermann-Verlag in Frankfurt (www.klostermann.de).

Inhalt Rg 4 (2004)

Debatte

Rainer Kiesow ­ Letzte Fragen

Jörg Benedict ­ Wozu Rechtsgeschichte? ­ Oder von den Pathologien der Rechtswissenschaft

Roger Berkowitz ­ History and the Noble Art of Lying

Bartolomé Clavero ­ Claiming for History: An American Hard Case

Emanuele Conte ­ Una domenica piovosa

Antonio Manuel Hespanha ­ Legal History and Legal Education

Hermann Klenner ­ Warum ausgerechnet keine Rechtsgeschichte? Mommsens Block!

Martti Koskenniemi ­ Why History of International Law Today?

Dag Michalsen ­ WOZU ­ Rechtsgeschichte?

James Q. Whitman ­ Bring back the Glory!

Recherche

Dieter Simon ­8 Zeithorizonte. Versuch über verschwendetes Leben

Nach Hause …

Marie Theres Fögen ­ Nach Hause …

Emanuele Conte ­ Archeologia giuridica medievale. Spolia monumentali e reperti istituzionali nel XII secolo

Durs Grünbein ­ Terror

Raffaele de Giorgi ­ Rom als Gedächtnis der Evolution

Michael Kempe, Raffaele de Giorgi ­ Imperium sine fine

Otto Gerhard Oexle ­ Was ist eine historische Quelle?

Sebastian Conrad ­ Regimes der Segregation. Kolonialismus, Recht und Globalisierung

Kritik

James Q. Whitman - A Simple Story (H. Patrick Glenn, Legal Traditions of the World. Sustainable Diversity in Law)

Uwe Walter ­ Epoche ­ Mentalität ­ Praxis (Mischa Meier, Das andere Zeitalter Justinians. Kontingenzerfahrung und Kontingenzbewäältigung im 6. Jahrhundert n. Chr.)

Luca Loschiavo ­ La römische Jurisprudenz sotto il habito talare?

Thomas Wetzstein ­ Sammelbandsurium (Maureen Mulholland, Brian Pullan (Hg.), Judicial Tribunals in England and Europe, 1200-1700. The Trial in History vol. 1)

Frank Rexroth ­ Eintausendzweihundert Sherriffs hatten keine Frau (Richard Gorski, The Fourteenth Century Sheriff. English Local Administration in the Late Middle Ages)

Gerhard Dilcher ­ Auf der Suche nach einer Ordnung des Rechts (Italo Birocchi, Alla Ricerca Dell‘ ordine. Fonti e Cultura Giuridica nell‘Età Moderna)

Karl Härter ­ Policey im Kreis (Wolfgang Wüst (Hg.), Reichskreis und Territorium: Die Herrschaft über der Herrschaft? Supraterritoriale Tendenzen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft

Wolfgang Wüst (Hg.), Die "gute" Policey im Reichskreis. Zur frühmodernen Normensetzung in den Kernregionen des Alten Reiches, Bd. I und II)

Angela De Benedictis ­ Moyses legaliter dicit (L.Campos Boralevi, Diego Quaglioni (Hg.), Politeia biblica)

Peter Oestmann ­ Kleine Juristen (Sigrid Jahns, Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich)

Andreas Thier ­ Rankes Fall (Hubert Wolf, Dominik Burkhard, Ulrich Muhlack, Rankes Päpste auf dem Index. Dogma und Historie im Widerstreit)

Natascha Doll ­ Reine Begriffe (Christian Hilger, Rechtsstaatsbegriffe im Dritten reich. Eine Strukturanalyse)

Ralf Michaels ­ Fünf Minuten Rechtsvergleichung (Heinrich Scholler, Die Rechtsvergleichung bei Gustav Radbruch und seine Lehre vom überpositiven Recht Gustav Radbruch, Rechtsvergleichende Schriften, bearb. von Heinrich Scholler)

Roy Garré ­ Storia del diritto senza Storici del diritto (Die Schweiz, der Nationalismus und der Zweite Weltkrieg. Schlussbericht der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz ­ Zweiter Weltkrieg)

Cornelia Vismann ­ Recht künstlich (Gertrud Koch, Sylvia Sasse, Ludger Schwarte (Hg.), Kunst als Strafe. Zur Ästetik der Disziplinierung)

Gerd Bender ­ Auch noch Ettersberg (Hans-Joachim Veen (Hg.), Nach der Diktatur. Demokratische Umbrüche in Europa ­ zwölf Jahre später)

Dan Wielsch ­ Re(li)gionen des Rechts (Knud Krakau, Franz Streng (Hg.), Konflikt der Rechtskulturen? Die USA und Deutschland im Vergleich/American and German Cultures: Contrast, Conflict, Convergence)

Marginalien
Michael Wieczorrek - History Factory. Der Amerikanische Rechtshistorikertag
Elena Barnert ­ Headhunter Seiner Majestät. Der „Universitäts-Bereiser“
Friedrich Gedike evaluiert Deutschlands Professoren für Preußens Universitäten
Barbara Dölemeyer ­ Die Sammlung Frölich

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Abbildungsnachweise

Zitation
Rechtsgeschichte 4 (2004). in: H-Soz-Kult, 05.03.2004, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-1366>.
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Veröffentlicht am
05.03.2004
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