Peripherie 95 (24. Jg. 2004), 3

Titel
Peripherie 95 (24. Jg. 2004), 3.
Weitere Titelangaben
Gender und Islam


Hrsg. v.
Wissenschaftliche Vereinigung für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik e.V.
Heft(e)
3
Erschienen
Umfang
144
Preis
€ 9,10
Herausgeber d. Zeitschrift
Wissenschaftliche Vereinigung für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik e.V.
Erscheinungsweise
4 Nummern in 3 Ausgaben
Kontakt
PERIPHERIE Redaktionsbüro c/o Michael Korbmacher Stephanweg 24 48155 Münster Telefon: +49-(0)251/38349643

Die oft pauschale Zuordnung islamischer KULTUREN zu einer Gruppe von Gesellschaften, die durch klassisch patriarchalischen Strukturen gekennzeichnet sind, ist sowohl von Ethnologinnen und Islamwissenschaftlerinnen aus westlichen Ländern als auch durch den feministischen Diskurs in den islamischen Ländern selbst in Frage gestellt worden. Im Alltagsverständnis des Islams in westlichen Ländern bleibt diese Vorstellung jedoch weiter relativ ungebrochen bestehen. Gendernormen dienen dabei als Marker der Inklusion und Exklusion und sind deshalb oft mit Symbolen und Ritualen behaftet. Umgekehrt hat der politische Islam in vielen Ländern mit neuen Vorschriften über den Platz der Frauen in der Gesellschaft seine neue Wirkung dokumentiert und eine Vielzahl islamischer Debatten zur Geschlechterordnung in Gang gesetzt. Die Artikel in diesem Heft setzen sich mit innerislamischen Diskursen über die „richtige“ Geschlechterordnung, Frauenbewegungen in islamischen Ländern, lokalen Aushandlungsprozessen von Geschlechteridentitäten, dem Islam als Marker der Abgrenzung und der Identitätsfindung für moslemische Frauen in nicht-moslemischen Gesellschaften sowie mit der Aneignung von Handlungsspielräumen durch den Rückgriff auf einen „wahren“ Islam auseinander.

PERIPHERIE 95, 24. Jg. 2004

Editorial

Nadje Al-Ali: Frauen und Geschlechterverhältnisse in Irak

Fatima L. Adamu: Haushaltsstrategien, Frauen und Sharia-Gerichtshöfe in Sokoto/Nordnigeria

Renate Kreile: Markt, Moral und Kopftuch – politischer Islam und Frauenfrage in der Türkei

Gudrun Lachenmann: Weibliche Räume in muslimischen Gesellschaften Westafrikas

Petra Dannecker: Bangladeschische Migrantinnen im Spannungsfeld zwischen Globalisierung, Ausgrenzung und nationaler Identität

Katajun Amirpur: Kopftuch und kein Ende

Reinhart Kößler: 100 Jahre nach dem Völkermord: Der ganz normale koloniale Blick

Rezensionen

Summaries

Zu den Autorinnen und Autoren

Impressum

Editorial
Gender und Islam
Der Islam spielt aktuell eine zentrale Rolle in unterschiedlichen, häufig einander konfrontierenden Diskursen der Alterität, der Abgrenzung und der sozialen wie kulturellen Schließung. Für die Konstruktion des Islam, die dem zugrundeliegt, sind Geschlechterdiskurse von entscheidender Bedeutung. Dieser Zusammenhang ist deutlich erkennbar in kulturalistischen Problemdefinitionen, die von öffentlichen Symbolen wie dem Kopftuch über die EU-Mitgliedschaft der Türkei bis hin zum „Krieg gegen den Terrorismus“ reichen. Wir haben es vor diesem Hintergrund als Chance verstanden, eine Tagung, die im Sommer 2002 in Berlin stattfand, zum Ausgangspunkt für ein Schwerpunktheft der Peripherie zu nehmen. Die Tagung zu dem Thema „Debating Gender Differences and Identites in Muslim Countries“ führte Wissenschaftlerinnen aus einer Reihe muslimischer Gesellschaften mit deutschen Wissenschaftlerinnen zusammen. Einige der Beiträge werden nun in diesem Heft veröffentlicht (Adamu, Lachenmann, Dannecker). Neben der Vielfalt der Geschlechterordnungen und Lebenspraktiken muslimischer Frauen zeigte sich jedoch hier wie auch auf einer weiteren Veranstaltung in Berlin im Mai 2004, dass ein globaler Diskurs über den Islam in vielen Gesellschaften eine bedeutende Rolle spielt. In diesem Diskurs wird die „Rückkehr“ zu einem authentischen Islam als Gegenmodell zur Verwestlichung konzeptionalisiert.
Bei dieser Auseinandersetzung um eine authentische Modernisierung dienen Gendernormen als Marker der Inklusion und Exklusion und sind deshalb oft mit Symbolen und Ritualen behaftet. In diesem Sinne bringt die Verschleierung von Frauen oder das Tragen eines „Kopftuchs“ nicht nur zum Ausdruck, was „Frau-Sein“ in einer Gesellschaft bedeutet, sondern auch, welchen religiösen, politischen oder moralischen Standpunkt einzelne Frauen in dieser Debatte einnehmen. Die Symbole und Identitäten sind vielfältig, beziehen sich dabei aber immer häufiger auf die globale Auseinandersetzung um Verwestlichung oder Islamisierung. Dies rechtfertigt den Titel „Gender und Islam“ dieses Schwerpunktheftes, auch wenn er zunächst etwas „orientalistisch“ anmuten mag. Entgegen der im Alltagsverständnis verbreiteten Vorstellung, der „Islam“ gehe mit einer bestimmten Geschlechterordnung einher, wollen wir die Vielfalt der Auslegungen und Lebenswelten deutlich machen.
In vielen Gesellschaften beobachten wir eine Entwicklung, in der der Diskurs um einen globalen Islam zu einer Homogenisierung dieser Lebenswelten führt und lokale Praktiken und Erfahrungen in Frage gestellt werden. Dieser Diskurs wird jedoch gleichzeitig in den spezifischen lokalen, nationalen und regionalen Kontexten verortet, so dass sich auch der politische Islam in den unterschiedlichen Gesellschaften ganz grundsätzlich unterscheidet.
In den islamischen Ländern, in denen der politische Islam an Bedeutung gewonnen hat, sind einander widersprechende Prozesse zu beobachten. Zum einen wird deutlich, dass der Rückgriff auf den Islam nicht nur ein Mittel ist, patriarchale Strukturen zu stärken oder neu zu „erfinden“, sondern dass Frauen sich im Prozess der Islamisierung neue religiöse, politische und ökonomische Handlungsspielräume erschließen, die ihnen die alte patriarchale Ordnung nicht ermöglichte. So erobern Frauen in „Tschador“ oder „Hijab“ öffentliche Räume, studieren an Universitäten und besetzen wichtige politische Ämter.
Zum anderen werden erkämpfte Rechte beschnitten, eine radikale Auslegung der „Sharia“ praktiziert und Frauen systematisch an der politischen Mitwirkung gehindert. In diesem Kontext wird von liberalen Frauenbewegungen in islamischen Ländern auf den Islam zurückgegriffen, um die Legitimität des Fundamentalismus in Frage zu stellen.
Gleichzeitig entsteht ein Klima der Unsicherheit, indem durch das Vordringen des Schriftislam in lokale islamisch geprägte Kulturen neu ausgehandelt werden muss, was der „Islam“ ist. Im Zuge dieses Aushandlungsprozesses werden die Geschlechterbeziehungen neu geordnet, aber auch autonome Frauenräume beschnitten.
Es ist Anliegen dieses Heftes, die Auseinandersetzung um das kulturelle Konstrukt „Islam“ in ihren unterschiedlichen lokalen, regionalen und nationalen Kontexten darzustellen und sie vor allem anhand einiger Fallbeispiele zu verdeutlichen. Damit wollen wir auch einen Beitrag zur westlichen Debatte um den Islam leisten, in der die oft pauschale Zuordnung islamischer Kulturen zu einer Gruppe von Gesellschaften, die durch klassisch patriarchalische Strukturen gekennzeichnet sind, relativ ungebrochen bestehen bleibt. Dies manifestiert sich beispielsweise in der Auseinandersetzung mit der Situation von muslimischen Frauen in Europa und Nordamerika: Jedes Land hat inzwischen seine eigene Kopftuchdebatte. Wie der Diskussionsbeitrag von Katajun Amirpur verdeutlicht, ebnet etwa die deutsche Debatte wesentliche Ambivalenzen und sehr divergierende Vorstellungen und Zielsetzungen ein, die im Tragen des Kopftuches zum Ausdruck kommen können. Die innerislamischen Diskurse wie auch die vielen Facetten der Frauenaktivitäten, die sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise für ihre Rechte einsetzen, werden im Westen erst recht kaum beachtet. Gerade die großen Differenzen, die zwischen und innerhalb der islamischen Gesellschaften bestehen, bleiben in der westlichen Wahrnehmung hinter dem Bild „verschleierte Frau“ verborgen.
Diese Differenz zeigt insbesondere auch der Artikel von Fatima Adamu über Hausa-Frauen in Nordnigeria. Hausa-Frauen nutzen Sharia-Gerichte in Ehestreitigkeiten, um sich in Haushalt und Ehe Handlungsspielräume zu erschließen. Allerdings geschieht dies innerhalb eines patriarchalen Systems, das von den Frauen nicht in Frage gestellt wird. Hinzu kommt, dass die Ausweitung der Sharia-Gesetzgebung auf das Strafrecht Frauen zu Opfern einer radikalen und frauenfeindlichen Auslegung des Islam macht, so dass sie sich – so vermutet Adamu – nicht mehr der Sharia-Gerichte bedienen können.
Nadje Al-Ali macht in ihrem Artikel über die Situation von Frauen im Irak deutlich, dass Religion in der neueren Geschichte des Irak keine politische Bedeutung besaß und auch in der Konstruktion der Geschlechterbeziehungen und einer nationalen Identität nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Sie zeichnet nach, wie sich dies durch Sanktionen, Krieg und Besatzung geändert hat und wie die Geschlechterbeziehungen neu konfiguriert und die Handlungsspielräume von Frauen eingeschränkt wurden.
Am Beispiel von islamistischen Partei-Aktivistinnen in der Türkei zeigt Renate Kreile, dass auch unter dem Schleier ein empowerment möglich ist. Mehr noch: Das Kopftuch ist das Vehikel, das den Frauen das Betreten der männlich definierten Öffentlichkeit erlaubt, ohne mit dem Strukturprinzip der Geschlechtersegregation zu brechen. Die Frauenfrage als Kopftuchfrage wird zum „Distinktionszeichen“ für eine authentische islamische Ordnung und Moral. So wie die Frauenfrage konstitutiv für das laizistische Staatsbildungsprojekt Mustafa Kemals (Atatürk) war, so ist sie es auch jetzt für das Projekt des politischen Islam, das sich mit einem eigenen Werte-System gegen die politische und wirtschaftliche Dominanz der laizistischen Eliten zur Wehr setzt.
Auch Migration und Globalisierung führen zu Neuaushandlungen von Geschlechterbeziehungen. Die Vorstellung einer guten (muslimischen) Frau wird global konstruiert. Petra Dannecker zeigt, wie dieses globale Konstrukt einer guten Frau die Migrationspolitik in Bangladesch und Malaysia und die Situation von Migrantinnen aus Bangladesch beeinflusst.
Gudrun Lachenmann untersucht am Beispiel von Senegal und Mali die Handlungsspielräume zwischen säkularen Staaten und deren besondere Beziehungen zu religiösen Institutionen wie den muslimischen Bruderschaften, um eigenständige zivilgesellschaftliche Strukturen ausfindig zu machen. Im Zusammenspiel von Bauern- und Frauenorganisationen wie auch den NGOs wird auf die kulturell und ökonomisch wichtigen weiblichen Räume verwiesen, die in lokal verankerten gegenseitigen Hilfsbeziehungen und religiös strukturierten Milieus zu finden sind.
Wir danken der Landwirtschaftlich Gärtnerischen Fakultät der HU Berlin, dem Institut für Soziologie der FU Berlin und der Ahfad University for Women, Omdurman, deren Kooperation die Tagung ermöglicht hat, die den Anstoß zu diesem Schwerpunktheft gab.
Für weitere Ausgaben der Peripherie sind Calls for Papers zu den Themen „Staat und Entwicklung“, „Weltmarkt für Arbeitskraft“ sowie „Sozialkapital“ über unsere Website abrufbar: http://www.zeitschrift-peripherie.de/. In Kürze folgt ferner der Calls for Papers für eine Ausgabe über „Eigentumsrechte“. Die Calls for Papers können auch im Redaktionsbüro der Peripherie angefordert werden: info@zeitschrift-peripherie.de
Wie immer laden wir zur Mitarbeit ein. Beiträge, die sich nicht mit den genannten Schwerpunktthemen befassen, sind ebenfalls sehr willkommen, zumal dann, wenn sie aktuelle Bezüge aufweisen.
Mit großer Erleichterung haben wir unmittelbar vor Abschluss des Layouts erfahren, dass unser Beiratsmitglied Du-Yul Song im Berufungsverfahren in Seoul am 21. Juli 2004 zwar zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, aber sogleich freigelassen wurde. Damit ging für ihn eine neunmonatige Leidenszeit unter teilweise menschenrechtsverletzenden Haftbedingungen zunächst einmal zu Ende. Wie amnesty international (ai) unmittelbar nach dem Urteil betonte, sollte die Freude darüber nicht den Blick darauf verstellen, dass auch das neue Urteil auf dem südkoreanischen Nationalen Sicherheitsgesetz beruht, das gegen internationale Menschenrechtsstandards verstößt. Alles andere als ein Freispruch wäre ai zufolge nicht angemessen.
Am Tag nach dem Urteil hat die Staatsanwaltschaft Revision beim Obersten Gerichtshof eingelegt. Dies ist eine ernste Mahnung, diese Angelegenheit weiter zu verfolgen. Gleiches gilt für das Schicksal anderer Opfer dieses Gesetzes, die teilweise wegen ihrer Unterstützung für Du-Yul Song inhaftiert wurden. Ein Gesetz, das Denken unter Strafe stellt, muss den entschiedenen Protest aller denkenden Menschen auf den Plan rufen.

Summaries:
Nadje Al-Ali: Women and Gender Relations in Iraq
The article sheds light on the various ways women and gender relations in Iraq have been affected by war and economic sanctions. The discussion of the contemporary situation of women in Iraq under occupation is prefaced by a brief historical background about changing women’s roles and gender relations during the regime of Saddam Hussein.

Fatima L. Adamu: Household Politics, Women and Shariah Courts in Sokoto, Northern Nigeria
The central focus of this paper is the expansion of the politics within the household to the public sphere of Shariah courts, particularly, the role of women in the process. Islam plays an important role in shaping household relations in many Muslim societies. However, women as social actors do respond to and negotiate over these relations and the process and arena for the negotiations may extend beyond the household. It is the roles of Muslim women as actors (both as heroines and victims) in the household politics that is the concern of this paper using the Shariah courts as a point of reference. Shariah courts are seen as one of the agents of patriarchal system designed to maintain and perpetuate the existing gender relations. The role of Shariah courts as agents of patriarchal system becomes more relevant with the expansion of Shariah legal system in Northern Nigeria. Shari’ah courts have been the most relevant legal system for the Hausa Muslim women. Issues relevant to women such as marital relations, divorce, child issues are all settled in the Shari’ah courts. What is the role of women in the politics within the household and in the Courts? How is politics within the household affecting Muslim women’s utilisation of Shari’ah courts? How would they be affected by the recent expansion of Shariah legal system in the North? Data for this paper is drawn from Court marital records of between 1988 and 1998 as well as observation of court proceedings during the collection of the court records. It was part of a study that was carried out in Sokoto between December 1998 and 1999 before the expansion of Shariah legal system in the state and it was aimed at analysing household politics in a period of economic crisis which involved interviewing and observing married female and male members of some sampled households.

Renate Kreile: Market, morals and headscarves –
political Islam and the women’s question in Turkey
From other Muslim nations Turkey differs in comprehensive and as yet unparalleled legal reforms with great impact on the emancipation of women. These reforms, initiated by Mustafa Kemal Ataturk in 1924 were part of a broader political project of nation-building, secularisation and modernization from above. Islam was then removed from the legislative and broader institutional sphere and the image of the „new woman“ as a modern, publicly visible and equal citizen was created.
2002, several decades after Ataturk’s revolution from above, Tayyip Erdogan’s moderate Islamist Party for Development and Justice (AKP) won the parliamentary elections in Turkey, especially by mobilizing support of hundreds of thousands of women activists. The educated woman activist, proudly wearing the headscarf, which is forbidden in Turkey’s public institutions, became the symbol of the Islamist movement.
To make sense of this development this paper examines how the Islamists politicize gender relations and shows how Turkey’s new Islamist elite attempts to reclassify Islamic symbols like veiling as elite cultural markers. It also considers the contradictions between female Islamist activists trying to carve out new areas of autonomy and male cadres who strive for reinforced traditional female roles.

Gudrun Lachenmann: Female Spaces in Muslim Countries: Comparative Perspectives
West African countries are majority Muslim but secular states. In Senegal, there is the interesting case of the Muslim Brotherhoods and, at the same time, an important Peasant Movement and women’s groups who are both acting as forces of Civil Society and negotiating terms of co-operation. Female social spaces exist in many societies whose boundaries are very diverse, which very often dwindle in the course of socio-economic change. The interesting point is to follow how they are linked to the overall system through the public sphere, how is difference maintained, how can and do women nevertheless claim equity in society and the political system, including at the local level. As to the social and cultural embeddedness of women’s economic activities, trade as a female activity is often very important. However, WID programmes tend to informalise their economic activities and construct women’s role in the family and being vulnerable at the same time.
In public discourse women’s rights are important, but it is more and more common, either by referring to „African culture“, sense of „community“ or by religion (meaning Islam) to dequalify debates by women’s movements which are silenced by being Western and feminist. When looking at ongoing debates and negotiations on gender relations in public sphere, identity discourses can be challenged by looking at the constitution of translocal female spaces. Debates on other Muslim countries outside Africa are stressing the importance of diversity instead of dualistic positioning, the instrumentalisation of women for nationbuilding and other processes such as the construction of the „other“. Apart from the usefulness of the concept of civil society, there are new epistemic communities debating on the concept of public spheres and public Islam, embracing societal transformations.

Petra Dannecker: Bangladeshi Female Migrants between
Globalisation Processes, Exclusion and Identity Politics
In the last years it is increasingly recognized that migration patterns and movements are gendered, as are the experiences of migrants. The feminisation of migration due to globalisation processes furthermore initiates discourses and negotiations about national identity and cultural authenticity in various translocal and local spaces. In the following article it will be shown how in an Islamic country like Bangladesh the temporary labour migration of women is used by different national as well as transnational actors to constitute a specific identity and to compete for the supremacy of their respective view. The construction of „good“ male and „bad“ female migrants by male migrants is one example which will reveal how male migrants justify the exclusion of female migrants of their transnational networks by references to the national cultural and Islamic identity.

Zitation
Peripherie 95 (24. Jg. 2004), 3. in: H-Soz-Kult, 17.09.2004, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-1630>.
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