PERIPHERIE 104 (26. Jg. 2006), 4

Titel
PERIPHERIE 104 (26. Jg. 2006), 4.
Weitere Titelangaben
Kultur und Macht


Hrsg. v.
Wissenschaftliche Vereinigung für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik e.V.
Heft(e)
4
Erschienen
Münster (Westf.) 2006: Westfälisches Dampfboot
Umfang
152 S.
Preis
€ 9,10
Herausgeber d. Zeitschrift
Wissenschaftliche Vereinigung für Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik e.V.
Erscheinungsweise
4 Nummern in 3 Ausgaben
Kontakt
PERIPHERIE Redaktionsbüro c/o Michael Korbmacher Stephanweg 24 48155 Münster Telefon: +49-(0)251/38349643

Kultur erscheint im gängigen Verständnis als etwas "Höheres", "Geistiges", den Niederungen der schnöden Auseinandersetzungen um Macht und Reichtum Enthobenes. Dem gilt es schon auf allgemeintheoretischer Ebene entgegenzutreten. Kulturelle Aktivitäten sind Formen gesellschaftlicher Aktivität und können deshalb niemals in Unabhängigkeit von den anderen Aktivitäten in der betreffenden Gesellschaft verstanden werden. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Auseinandersetzungen um Definitionsmacht darüber, was legitim als Kultur und vor allem, was als kulturell zugehörig bestimmt wird.

Auf empirischer Ebene scheinen vor diesem Hintergrund zum einen innergesellschaftliche Fallstudien zur konkreten Verflechtung zwischen kulturell legitimierten Definitionen und gesellschaftlicher Herrschaftsausübung erforderlich. Kultur im Kontext von Macht und Herrschaft spielt weiter im Bereich neotraditionalistischer Formen kollektiver Identitätsbestimmung eine Rolle. Eine wichtige Dimension ist schließlich die oft subversiv interpretierte, nicht notwendig aber so intendierte synkretistische Adaption dominanter kultureller Muster und ihre Umdeutung in vielfältigen Kontexten.

Editorial, S. 411

Gerhard Hauck: Multikulturalismus, Umverteilung, Anerkennung. Vom Unbehagen in der Vielfalt der Kulturen, S. 415

Heike Becker & Nceba Dastile: Global und afrikanisch: Annäherungen an HipHop-Performer im Township Philippi in Kapstadt, S. 434

Sebastian Thies: Imaginarien des (Trans-)Nationalen in den Amerikas. Zur Akkommodation des Nationalen in der transnationalen Kulturindustrie, S. 456

Frank Vollmer: Faschistische Kultur. Revolution und Gewalt im totalitären Regime: Ein Fallbeispiel von zwei Peripherien, S. 478

Markus-Michael Müller: Regieren durch (Un-)Sicherheit? Die Funktion der Polizei im Kontext beschränkter Staatlichkeit in Mexiko, S. 500

Diskussion
Karl List: "G8" als Kristallisationspunkt globaler Herrschaft - was bedeutet das für Widerstand und emanzipatorische Alternativen?, S. 523

Rezensionsartikel
Aram Ziai: Kultur und Macht zwischen Nord und Süd: Postkoloniale Ansätze in den Internationalen Beziehungen, S. 531

Rezensionen, S. 542
Eingegangene Bücher, S. 546
Summaries, S. 547
Zu den Autorinnen und Autoren, S. 550
Jahresregister, S. 551
Impressum, S. 560

Editorial

Kultur und Macht

Kultur erscheint im gängigen Verständnis als etwas "Höheres", "Geistiges", den Niederungen der schnöden Auseinandersetzungen um Macht und Reichtum Enthobenes. Übersehen wird dabei, dass "kulturelle Aktivitäten" Formen gesellschaftlichen Handelns sind und deshalb niemals losgelöst von den anderen Aktivitäten in der jeweiligen Gesellschaft verstanden werden können. In die Kultur ist die Gesamtheit der gesellschaftlichen Macht-, Herrschafts- und Aneignungspraxen eingeschrieben. Diese gesellschaftlichen Verhältnisse prägen zugleich auch die Erscheinungen, die als "Kultur" im gängigen Verständnis wahrgenommen werden. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Auseinandersetzungen um das Recht auf legitime Benennung, um die richtige Art der Klassifizierung der Menschen, Dinge und Ideen, um die Definitionsmacht darüber, was legitim als Kultur und vor allem als kulturell zugehörig bestimmt wird. Dass diese Macht alles andere als symmetrisch verteilt ist, liegt auf der Hand; die "herrschenden Gedanken" sind regelmäßig "die Gedanken der Herrschenden". Die immer wieder aufgewärmte Debatte über "Leitkultur" ist nicht zuletzt vor diesem Hintergrund des Kampfes um Definitionsmacht, um gesellschaftliche und damit auch um kulturelle Hegemonie zu sehen.

Was sich verbietet, ist allerdings eine eindimensionale Betrachtung der kulturellen Verhältnisse, welche in diesen nichts als eine bruchlose Verlängerung von Herrschaftsinteressen sieht. So wie Kultur als gesellschaftliches Konstrukt zur Durchsetzung von Hegemonie und Macht verstanden werden kann, kann sie umgekehrt auch als potenzielles Medium emanzipatorischer Strategien analysiert werden. Hauptansatzpunkte dafür sind die Unabgeschlossenheit aller Kulturen, ihre innere Widersprüchlichkeit, ihre historische Wandelbarkeit und ihre Hybridität. Keine Kultur ist eine diskrete Einheit in dem Sinne, dass sie keine Elemente mit anderen gemein hätte. Keine ist eine logisch konsistente, in sich geschlossene Ganzheit von Überzeugungen, Erkenntnissen oder Regeln. Keine bleibt über die Jahrhunderte hinweg unverändert. Vielmehr sind in jeder heterogene, aus unterschiedlichen Räumen und zu unterschiedlichen Zeiten zugewanderte Elemente vereint. Dies wurde im Gefolge der beschleunigten Globalisierung während der letzten Jahrzehnte besonders augenfällig, weil diese Prozesse dazu beitragen, dass jeder und jedem kulturelle Differenz in unmittelbarer Nachbarschaft begegnet (und das altbekannt Vertraute am Ende der Welt). Gerade die Brüchigkeit der kulturellen Legitimationsmuster ist es, welche den Subalternen die Chance gibt, jene Muster auch in Frage zu stellen, um ihre eigenen Interessen zu wahren und ihre eigene Identität zu bestimmen. Der Grabenkrieg um die kulturelle Hegemonie ist niemals im Voraus entschieden - auch wenn die Herrschenden dabei in aller Regel die besseren Karten haben.

Von den Beiträgen zum Schwerpunktthema dieses Heftes untersucht der von Vollmer eher hegemoniale kulturelle Strategien zur Legitimation von Herrschaftsinteressen, die von Becker & Dastile und Thies analysieren schwerpunktmäßig konterhegemoniale, herrschaftskritische Strategien, der von Hauck sucht nach Maßstäben zur kritischen Beurteilung kultureller Strategien jedweder Art.

Das "Unbehagen" im Multikulturalismus der Gegenwart gründet für Gerhard Hauck in einem scheinbar unausweichlichen Dilemma: Das Minimum an normativer Verständigung, ohne welches eine nicht im Kampf aller gegen alle mündende Interaktion zwischen den Kulturen undenkbar ist, scheint auf den ersten Blick nur auf zwei Wegen erreichbar: Entweder wir erkennen alle Lebensformen ohne Einschränkung als gleichwertig an und berauben uns damit jeder Möglichkeit der Kritik auch an aus unserer Sicht noch so inhumanen Sitten und Gebräuchen. Oder wir erklären einen einzigen Maßstab zum für alle gültigen, sei es den unserer eigenen kulturellen Werte, sei es den einer ausschließlich ökonomisch bestimmten Verteilungsgerechtigkeit - und unterwerfen damit alle anderen unserem Diktat. In kritischer Auseinandersetzung mit der an Charles Taylor anknüpfenden philosophischen Diskussion um den Multikulturalismus in den USA und Deutschland versucht Hauck zu zeigen, dass dieses Dilemma durch einen Ansatz überwunden werden kann, welcher 1. bipolar Anerkennung und Umverteilung als gleichberechtigte Gerechtigkeitspostulate vertritt, 2. dialogisch die normative Richtigkeit von Praxen am "eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Arguments" bemisst und 3. Kultur nicht in substantialistischen, sondern in prozessualen Begriffen versteht.

Sowohl der Beitrag von Heike Becker und Nceba Dastile als auch der von Sebastian Thies befassen sich mit den sozio-politischen Aspekten und Implikationen lokaler HipHop Kulturen. Heike Becker & Nceba Dastile beschreiben auf der Grundlage von teilnehmender Beobachtung an HipHop-Konzerten in drei unterschiedlich strukturierten Stadtteilen von Kapstadt, wie HipHop in Südafrika als "Vehikel der Aushandlung von Identitäten" genutzt wird. Entgegen einer gängigen Meinung kann von einer generellen Kommerzialisierung und Entpolitisierung des südafrikanischen HipHop nach dem Ende des Apartheid-Regimes nicht die Rede sein. Insbesondere die als spaza-HipHop bezeichneten Varianten schaffen es nach Becker & Dastile, ihre Musik als Instrument zum Aufbau einer flexiblen afrikanischen Identität zu nutzen, welche mit den reaktionären Konzepten einer vorgeblichen afrikanischen "Authentizität" nichts gemein hat. Dies gelingt ihnen durch die Kombination von global vorgeprägten Stilmustern (Rastafari) mit dem bewussten Gebrauch afrikanischer Sprachen (in diesem Fall Xhosa) in einer mit anderen Idiomen (einschließlich Englisch) durchsetzten Form sowie mit kritischen, die weiterhin bestehenden Ungleichheiten thematisierenden Texten und der aktiven Teilhabe an multikulturellen Zirkeln.

Im Zentrum des Beitrags von Sebastian Thies steht die Analyse eines Video-Clips der (auch in anderen Teilen Lateinamerikas und unter Latinos in den USA erfolgreichen) mexikanischen Metal-HipHop-Band Molotov. Thematisch greift der Clip die Problematik der Migration und der Diskriminierung der mexikanischen Migranten in den USA auf. Die Analyse des Clips zeigt, wie die für den US-amerikanischen Referenzrahmen geschaffene nationale Semantik als Projektionsfläche eigener nationaler Identifikationsbedürfnisse genutzt und somit Teil eines Prozesses transnationaler Bedeutungskonstitution, eines Prozesses der Aushandlung nationaler und transnationaler kollektiver Identitäten wird. Die Brücke zwischen beidem schlägt ein performatives, wandelbares Identitätskonzept, welches insbesondere durch die ritualisierte und ironisch gebrochene Darstellung des stets aufs Neue praktizierten Zyklus von Grenzüberschreitung, Ausweisung und Rückkehr der Migranten an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze definiert und zum Ausdruck gebracht wird.

Frank Vollmer untersucht die Legitimationsstrategien des faschistischen Regimes in Italien am Beispiel der öffentlichen Präsentation des - mit äußerster Brutalität geführten - Kolonialkriegs gegen Abessinien 1935/36, mit dem das Regime Mussolinis einen Gipfelpunkt seiner Popularität erreichen sollte. In einer vergleichenden historischen Studie über zwei mittelitalienische Gemeinden zeigt er, dass diese Strategien je nach den lokalen kulturellen Gegebenheiten durchaus unterschiedlich ausfielen und ausfallen mussten. Im konservativen, bildungsbürgerlich und großagrarisch geprägten Arezzo knüpften sie in allererster Linie an die kulthafte Verehrung der Romanità, der antiken römischen Größe und der vermeintlichen Tugenden, Traditionen und Zivilisierungstaten des Imperium Romanum an. Im industriell und proletarisch geprägten Terni dagegen berief man sich auf Modernität, Fortschritt und Dynamik jener "ungeheuren Baustelle, die heute das imperiale Italien ist", was entscheidend dazu beitrug, dass das Regime auch hier eine Massenbasis gewinnen konnte.

Quer zum Schwerpunktthema steht der Beitrag von Markus-Michael Müller zur Funktion der Polizei im Kontext beschränkter Staatlichkeit in Mexiko. Gegenüber einer Sichtweise, welche das Verhalten der Polizei (hier wie anderswo) am idealtypischen Modell bürokratisch-legaler staatlicher Herrschaft misst und für "defizitär" befindet, plädiert er für eine Umkehrung der Perspektive und fragt nach den positiven Funktionen jenes mutmaßlichen Fehlverhaltens für die spezifisch mexikanische Form der Staatlichkeit. Letztere charakterisiert er vor allem durch das Fehlen eines "Zentralisierungskonsenses" und demzufolge durch eine Überdeterminierung aller politischen Prozesse durch die komplexen Verhandlungsprozesse zwischen Zentralstaat und regionalen Machtblöcken. In dieser Artikulationsdynamik kommt den Polizeikräften die Funktion einer Kommunikationsplattform zwischen den unterschiedlichen Kräften zu, welche sie nur auf der Grundlage eines hohen Grades an Autonomie gegenüber Staat und Gesetz wahrnehmen können.

In einem sehr aktualitätsbezogenen Diskussionsbeitrag skizziert schließlich Karl List die Aufgaben und den möglichen Beitrag kritischer Sozialwissenschaft für den 2007 bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm. Es wird deutlich, dass es hier weder ausschließlich um direkte Aktion gehen kann, noch um die einlinige "Aufklärung" einer wie immer zu bestimmenden "Bewegung", sondern um die schwierigere und spannendere Herausforderung, über spezifische Möglichkeiten nachzudenken, hier aus den vielfältigen individuellen Arbeitsbereichen auch zu bestehenden Diskussionszusammenhängen in den angesprochenen Praxisbereichen beizutragen.

Damit ist einmal mehr ein zentrales Anliegen angesprochen, dass die Peripherie - wenn auch in wechselnder Form - seit ihrem Bestehen begleitet hat. Anlass genug, nachdrücklich zu eigener Initiative und zur Einsendung von Beiträgen einzuladen, die sich auf die demnächst geplanten Themenschwerpunkte "Netzwerke in Bewegung" und "Verblendungszusammenhang Millenniumsziele: Entwicklung von Armut", durchaus aber auch auf andere Fragestellungen beziehen können.

Summaries

Gerhard Hauck
Multiculturalism, Redistribution, Recognition. Cultural Diversity and its Discontents
Multiculturalism implies a seemingly insurmountable dilemma: Peaceful interaction between diverse cultures seems to presuppose that either one party imposes its own cultural and economic norms on all the others, or all forms of life, including the most inhuman ones, are regarded as of equal value. This dilemma can be solved by an approach which 1. accepts recognition and redistribution as equally valid principles of justice ("bipolarity"); 2. recognizes the "strangely unconstraining constraint of the better argument" as the only measure of the normative rightness of cultural practices ("dialogical" orientation); and 3. defines culture in processual rather than in substantivist terms - as conglomerates of contradictory and permanently changing practices ("anti-essentialism").

Heike Becker & Nceba Dastile
Global and african: Exploring Hip-Hop Artists in Philippi Township, Cape Town
In this article we explore a set of issues related to the contemporary hip-hop culture in Cape Town. Firstly, we demonstrate how hip-hop as a form of popular culture and the construction of identity are linked to the specifics of 'space and place'. We discuss different forms that the performance of hip-hop takes in different spaces in greater Cape Town. The discussion of space and the politics of culture are linked to two interrelated aspects that are particularly significant for the discussion of cultural flows and identities. In contrast to the common perception that hip-hop in Cape Town was primarily of interest among 'coloured' youth, our presentation focuses on young performers living in an 'African' township. We pay special attention to the use of language and the performance of hip-hop lyrics in African languages. Our discussion explores how the use of hybridised African languages lends support to the endeavours by young South Africans to create a sense of their selves after the end of apartheid. In concluding our discussion of spaces, people and languages, we think about how the observations of hip-hop in Cape Town relate to contemporary South African ideas about culture in the interstices of the global, the national and the local.

Sebastian Thies
Imageries of the (Trans-)National in the Americas. Accommodating the Nation to Transnational Culture Industries
The following article looks into processes of transformation of the nation(-al) in face of the growing transnational integration of the Americas. Although the influence of the nation-states has been steadily decreasing over the last decades, there has been a far reaching accomodation of the discourse of nation in this context. Paradoxically, transnationally operating culture industries play a crucial role in this aspect. Typical discourse strategies of how the national is being employed as a ressource of the culture industries' identity politics are being explored in a close analysis of the videoclip Frijolero (2003) by the Mexican Metal HipHop-Band Molotov.
Frijolero focusses on Mexican mass migration to the U.S. and institutionalized border racism - a highly problematic complex which is fueling imaginaries of culture conflict on both sides of the border. The mise-en-scène of the conflict between migrants and the border patrol is based on ritualized forms of narration. The performative concept of national identity implied makes it possible to combine the "post-national" critique of U.S. hegemony with Mexican cultural nationalism, both being framed by the narrative logics of transnational music industries. Thus a polyvalent discourse of nation is created offering possibilities of identification for diverse national and ethnic segments of Latin MTV's transnational public.

Frank Vollmer
Fascist Culture. Revolution and violence in the Abyssinian war: an example from two different peripheries
Discussions about a scientifically fruitful concept of culture have in no way been brought to a conclusion. Instead, a kind of fertile insecurity, amplified by recent innovative studies, has been established. The essay proposes a definition of culture that is broad, non-normative, and dynamic. It thus seeks to evade the dilemmas of concepts that tend to overly delimit their notion of culture and seeks to definitely open "culture" also for the analysis of non-democratic, illiberal, and even totalitarian regimes, as was Italian Fascism. The essay examines the Abyssinian War (1935/6), which serves as a first and crucial example of a Fascist culture based on political violence abroad. Focusing its attention on the two Italian cities of Arezzo (Tuscany) and Terni (Umbria), it shows how the regime sought to procure its interpretational models of "revolution" and "romanity" into two totally different local peripheries: Fascism strove to "localise" its cultural interventions, notwithstanding its otherwise strongly centralist character. Thus, it tried to solve the manifold tensions between tradition and modernity that it happened upon in contemporary Italy and that it further sharpened by its own political culture.

Markus-Michael Müller
Governing by (In-)Security? The Role of the Police in the Context of limited Statehood in Mexico
One of the most neglected aspects on the current debates on the limited reach of statehood in Latin America is the role of the police forces. By avoiding a view that analyses the (mis)behaviour of this institution simply in terms of dis-functionality, this article tries to demonstrate that in the case of Mexico the seemingly "defective" nature of the police forces contributes to a "positive" outcome: In a political system overdetermined by the interaction of central and peripheral political forces, the relative autonomy and factionalism of the police allows this institution to adopt itself to the dynamic results of the negotiation processes between these forces and even to function as an articulation channel within them. The overall results of this situation are the maintenance of the structural stability of the Mexican form of statehood and the production of insecurity by the politically tolerated acts of police abuses for the majority of the Mexican population.

Zitation
PERIPHERIE 104 (26. Jg. 2006), 4. in: H-Soz-Kult, 12.01.2007, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-3158>.
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