Politisierungen und Normalisierung: Sexualitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Sexualitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum sowohl in zeitlicher als auch in thematischer Hinsicht zu einem weitläufigen Forschungsfeld ausdifferenziert. Zum einen hat sich der Schwerpunkt von der ersten Jahrhunderthälfte weg verlagert, zum anderen stellen die von der heterosexuellen Norm „abweichenden“ Sexualitäten nicht mehr (ausschließlich) den zentralen Gegenstand des Interesses dar. Trotz dieser Vielfalt versucht der vorliegende Bericht, einige gemeinsame Linien aufzuzeigen, die sich in einer Auswahl von im Laufe des vergangenen Jahrzehnts publizierten Studien finden lassen. Dabei wird nicht zuletzt deutlich, dass die Implikationen der in den letzten vier Jahrzehnten geführten theoretischen Diskussionen zur Geschichte der Sexualität nicht immer umgesetzt werden, selbst wenn explizit darauf Bezug genommen wird.
Gleichwohl nimmt die Mehrzahl der hier besprochenen Arbeiten diese Debatten in reflektierter Weise auf. Vor diesem Hintergrund argumentieren wir, dass Emanzipations- und verwandte Narrative selbst in ihrem historischen Entstehungskontext zu verorten sind. Mit den von uns verwendeten Konzepten der Normalisierung, der Politisierung(en) und der Therapeutisierung(en) – unter anderen – werden weniger lineare Darstellungen möglich und „die Sexualität“ wird als veränderliches Arrangement von Körpern und Subjektivierungsweisen beschreibbar. Darüber hinaus argumentieren wir, dass zahlreiche Aspekte einer Geschichte der Sexualität im 20. Jahrhundert nicht ohne den Kontext der (aufkommenden) Konsumgesellschaft beschrieben werden können und fragen uns zum Abschluss, ob das Sexualitätsdispositiv heute tatsächlich an gesellschaftlicher Bedeutung verliert, wie es verschiedene kulturelle und wissenschaftliche Interventionen der letzten Jahre behauptet haben.

Abstract:
In the course of the last two decades the history of sexuality of the 20th century in the German speaking countries has evolved into a broad research field. On the one hand its main focus has moved away from the first half of the century, on the other hand sexualities „deviating“ from the heterosexual norm no longer (exclusively) constitute the pivotal object of interest. Based on a sample of studies published during the last decade we argue in this overview that – despite the great variety of research topics – there are some common features. Not least we show that the implications of the theoretical debates on the history of sexuality are not always implemented – even if they are explicitly mentioned.
Nevertheless, the major part of the works reviewed here meets with the standard of these debates. Against this background we argue that narratives of emancipation or liberalization have to be analysed within the historical context of their emergence. By applying concepts such as normalization, politicisation, or therapeutization – amongst others – we show that alternative accounts are possible. „Sexuality” thus becomes comprehensible as a shifting configuration of bodies and forms of subjectivation. Furthermore we argue that various aspects of a history of sexuality in the 20th century cannot be described without reflecting the impacts of the (emerging) consumer society. Finally we ask whether the „dispositive of sexuality” really is about to lose its relevance as it recently has been claimed by some interventions within both the cultural and the academic fields.

Von
Peter-Paul Bänziger, ETH/Universität Zürich; Julia Stegmann, Berlin

1 Einleitung
Es ist üblich, Forschungsberichte zur Geschichte der Sexualität[1] mit einem Hinweis auf Michel Foucault[2] oder – allgemeiner – die „sozial-konstruktionistische Kritik“[3] zu beginnen. Auch für die Literaturgrundlage des vorliegenden Berichts wurden hauptsächlich Arbeiten ausgewählt, die sich zumindest nicht explizit von diesem Theorierahmen abwenden.[4] Der Vorteil eines solchen Zugangs zur Sexualitätsgeschichte besteht zweifellos darin, dass er diese – und damit auch die ältere Forschung zum Thema – vorbehaltlos historisiert und mit der in den letzten Jahren verstärkt diskutierten Frage nach der Konstitution von Subjekten verbindet. „Sexualität“ wird damit als eine für die Moderne spezifische Verknüpfung von Körpern und Intimbeziehungen, von Geschlechtlichkeit, Emotionalität und Subjektivierung verstanden. Es handelt sich um ein Arrangement, das historischen Veränderungen unterliegt und dessen gesellschaftliche Relevanz heute zumindest in Frage gestellt wird, wenn beispielsweise über Formen körperlicher Beziehungen nachgedacht wird, ohne dies mit der Frage nach der „tieferen Wahrheit“ des eigenen „Begehrens“ zu verknüpfen.

In den letzten zwei Jahrzehnten ist auf dieser theoretischen Basis eine Vielzahl von Arbeiten zur Geschichte der Sexualität im deutschsprachigen Raum entstanden. Aufgrund der Tatsache, dass die beschriebenen Phänomene in der Regel nicht für diese Regionen spezifisch sind, konnte zu deren Erforschung auf bestehende Literatur, hauptsächlich aus dem angelsächsischen Raum und den Niederlanden, zurückgegriffen werden, wo eine rege Forschungstätigkeit schon einige Jahre früher eingesetzt hatte. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass in Studien zu einzelnen nationalen oder sprachregionalen Räumen kaum überraschend neue Erkenntnisse präsentiert werden. Dazu bedürfte es wesentlicher Veränderungen der theoretischen Grundlagen, deren Notwendigkeit sich freilich noch nicht erwiesen hat.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass Franz X. Eder seine Übersichtsdarstellung „Kultur der Begierde“, die in diesem Themenbereich zu einem Standardwerk geworden ist, für die zweite Auflage nur in geringem Maße überarbeitete. Unter den historiographischen Kapiteln ist lediglich das letzte, das den Zeitraum nach 1945 abdeckt, erneuert und in seinem Umfang verdoppelt worden.[5] Das spiegelt die Tatsache wider, dass seit dem Erscheinen der ersten Auflage im Jahr 2002 vor allem die zeitgeschichtliche Forschung neue Erkenntnisse geliefert hat. Die letzten Jahrzehnte des 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts waren demgegenüber schon seit längerer Zeit Gegenstand intensiver Forschung.[6] Wie der vorliegende Forschungsbericht zeigt, sind jedoch auch hier in den letzten Jahren, zumindest in Bezug auf Einzelaspekte, andere Blickwinkel eingenommen und neue Fragestellungen aufgeworfen worden. Und selbst in den gut erforschten Bereichen der Geschichte der (frühen) Sexualwissenschaft und der medizinisch-naturwissenschaftlichen Erforschung des sexuellen Körpers[7], der (männlichen) Homosexualitäten[8], der Sexualreform[9], der (rechtlichen) Regulation der Sexualität[10] oder der sexuell übertragbaren Krankheiten[11] – und hier insbesondere Aids[12] – sind selbstverständlich neue Fragestellungen möglich.

Da nicht alle diese Bereiche im Rahmen eines Forschungsberichts abgedeckt werden können, haben wir uns auf jene Felder konzentriert, die nach unserem Dafürhalten Schwerpunkte der Forschung der letzten Jahre darstellten. Dass die Auswahl der Themen in den Augen mancher Leserin und manches Lesers dennoch etwas willkürlich erscheinen wird und wir die eine oder andere interessante Arbeit übersehen haben dürften, lässt sich nicht vermeiden. Das Thema Sexualitätsgeschichte ist schlicht zu vielgestaltig, selbst wenn man sich einigermaßen enge Grenzen setzt: Zeitlich haben wir uns auf das 20. Jahrhundert beschränkt, geographisch auf den deutschsprachigen Raum, wobei wir aber immer wieder über diesen hinaus blicken. Vor dem Hintergrund des eingangs skizzierten theoretischen Rahmens interessieren wir uns insbesondere für Argumentationen, welche die Geschichte der Sexualität im 20. Jahrhundert nicht als – in den Worten von Jeffrey Weeks – „a consistent story: of liberalization, secularization and growing agency“[13] verstehen, sondern als eine Geschichte unterschiedlicher Regulierungen von Körpern und Subjekten. Dies führt dazu, die Narrative der „Emanzipation“ oder der „Liberalisierung“ selbst in ihrem historischen Entstehungskontext zu verorten und stattdessen – unter anderem – mit den Konzepten der Normalisierung, der Politisierung und der Therapeutisierung zu arbeiten, die keine lineare Entwicklung hin zu mehr „Freiheit“ implizieren, sondern diese als je historisch spezifisches Arrangement von Ermöglichung und Unterwerfung verstehen. Darüber hinaus argumentieren wir, dass zahlreiche Aspekte der Geschichte der Sexualität im 20. Jahrhundert nicht ohne den Kontext der (aufkommenden) Konsumgesellschaft – die für diese Epoche spezifische Konsum-Orientierung der (kapitalistischen) Produktion und anderer zentraler gesellschaftlicher Institutionen – beschrieben werden können.[14]

Auch die Normalisierung kann in den Kontext der Konsumgesellschaft gestellt werden, wenn man beispielsweise auf deren nivellierende Tendenzen verweist. Für den vorliegenden Zusammenhang jedoch reicht der Hinweis, dass sich im 20. Jahrhundert – gerade im Bereich der Sexualität – ein Trend erkennen lässt, Verhaltensweisen nicht mehr mittels präskriptiver Normen zu beurteilen, sondern aufgrund von statistischen Erhebungen über Normalverteilungen.[15] Auch das Konzept der Therapeutisierung(en) hilft, wichtige Aspekte der Geschichte der Sexualität zu beleuchten, insofern es den Blick für die unterschiedlichen Ansätze therapeutischer Bearbeitung von (sexuellen) Körpern und Selbsten im 20. Jahrhundert öffnet.[16] Sexualität als Ort von Kämpfen um Macht und Wissen beschreibbar zu machen, verspricht auch der Fokus auf die unterschiedlichen Formen der Politisierung von Körpern und Identitäten. Dazu zählen die in Abschnitt 3 beschriebenen nationalsozialistischen Bestrebungen, sexuelles Verhalten rassistisch oder antisemitisch zu kodieren und Körper als sexuelle ausbeutbar zu machen, genau so wie die in Abschnitt 4 diskutierten identitätspolitischen Bemühungen der Frauen- oder Homosexuellenbewegungen – trotz der grundlegend unterschiedlichen Anliegen, die als solche in keiner Weise vergleichbar sind.

Der Bericht besteht aus zwei Teilen. Teil I beinhaltet einen sexualitätsgeschichtlichen Längsschnitt durch das 20. Jahrhundert anhand dreier exemplarischer Forschungsfelder, in welchen in den letzten Jahren wichtige Debatten geführt und entsprechend zahlreiche Arbeiten publiziert wurden. Auch wenn das erste Jahrhundertdrittel relativ gut untersucht ist, zeigen die in Abschnitt 2 besprochenen Forschungen zum Wandel von Intimbeziehungen und der Geburtenkontrolle, dass hier nach wie vor innovative Fragen gestellt und spannende Ergebnisse gewonnen werden können. Deutlich wird aber auch, wie stark modernisierungs- und emanzipationstheoretische Argumentationen in diesem Bereich nach wie vor sind. Abschnitt 3 nimmt die bereits in den 1990er-Jahren begonnene, in den letzten Jahren aber stark differenzierte Debatte um die Sexualpolitik während des Nationalsozialismus auf und geht dabei insbesondere auf die exemplarischen Forschungsbereiche der sexuellen Zwangsarbeit und der durch Angehörige der Wehrmacht verübten sexualisierten Gewalt ein. Wir argumentieren, dass es wichtig ist, jenseits der Diskussion über die Liberalität oder Repressivität der nationalsozialistischen Sexualpolitik die spezifischen bevölkerungspolitischen Funktionen der unterschiedlichen Regulationen von Sexualität und Reproduktion in den Blick zu nehmen. Der letzte Abschnitt dieses Teils widmet sich den neueren Studien zur „sexuellen Revolution“. Beschrieben werden sowohl Forschungsarbeiten, die sich den zeitgenössischen Debatten innerhalb der Neuen Sozialen Bewegungen widmen, als auch Untersuchungen zu den Transformationen der Sexualität in jener Zeit. Zentrale Prozesse waren hier insbesondere die Medialisierung und neue Formen therapeutischer Normalisierung.

In Teil II gehen wir auf drei epochenübergreifende Felder ein. Die in Abschnitt 4 behandelte Geschlechtlichkeit ist beileibe kein neues Thema, doch hat es hierzu in den letzten Jahren einige bedeutsame Aktualisierungen und Refokussierungen gegeben. Wir konzentrieren uns vor allem auf Studien, die unterschiedliche Ausgestaltungen von Männlichkeit untersuchen. Auch hier spielten im 20. Jahrhundert Prozesse der körperlichen Normalisierung eine bedeutende Rolle, während „sexuelle Identitäten“ an Bedeutung verloren. Arbeiten, die Verbindungen von Ökonomie und Sexualität analysieren, nehmen wir im fünften Abschnitt in den Blick. Eine Herangehensweise, die nicht bloß Prozesse der „Kommerzialisierung“ beschreibt, sondern auf die grundlegenden Verknüpfungen von Kapitalismus, Konsum und Körpern eingeht, bietet eine der meistversprechenden Perspektiven für die Sexualitätsgeschichte. Hier muss es insbesondere auch darum gehen, die dinglichen Aspekte der Sexualität, also die zahlreichen Gegenstände, die in Zusammenhang mit dem Sexuellen gebracht oder überhaupt erst hergestellt werden, genauer zu fassen. Im letzten Abschnitt dieses Teils befassen wir uns mit den Verknüpfungen von Sexualität und Medialität. Hier liegt unser Schwerpunkt wiederum auf Untersuchungen zur Normalisierung und Therapeutisierung des Sexuellen. Abschließend werfen wir einen kurzen Blick auf weitere aktuelle Debatten, insbesondere auf jene, die derzeit unter Stichworten wie „Postsexualität“ geführt werden. Dabei geht es um die Frage, inwiefern mit den Veränderungen der letzten Jahrzehnte das Sexualitätsdispositiv, wie es von Foucault beschrieben wurde, umgestaltet worden ist und heute eventuell gar einem neuen Arrangement von Körpern und zwischenmenschlichen Beziehungen weicht.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Ausführungen nicht nur Fragen der Sexualitätsgeschichte behandeln. So ist die Trennung von Reproduktion und Sexualität bekanntlich eines der deutlichsten Kennzeichen einer Körpergeschichte des 20. Jahrhunderts. Das bedeutet, dass Fragen der Verhütung und Familienplanung in dieser Epoche weniger mit Sexualität zu tun haben, als es in der Forschung oftmals stillschweigend vorausgesetzt wird. Da diese Trennung im ersten Drittel des Jahrhunderts erst etabliert wurde, ist es unseres Erachtens dennoch sinnvoll, auf entsprechende Forschungsarbeiten einzugehen. Eine vergleichbare Problematik besteht auch bei den ebenfalls im zweiten Abschnitt wie auch weiter unten diskutierten geschlechtergeschichtlichen Fragestellungen. Auch hier ist festzustellen, dass es wichtig ist, die Sexualitätsgeschichte nicht einfach als eine geschlechtergeschichtliche Subdisziplin zu verstehen und etwa körpergeschichtliche Herangehensweisen stärker zu gewichten. Auf jeden Fall sollte die Debatte über Abgrenzungen und Überschneidungen zwischen einer Sexualitätsgeschichte als Körpergeschichte und als Geschlechtergeschichte intensiver geführt werden als es bisher geschehen ist.

Teil I: Ein Gang durch die Sexualitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts anhand dreier exemplarischer Forschungsfelder

2 Intimbeziehungen: Emanzipation oder Wandel?
Wenngleich bei Niklas Luhmann gelegentlich ein leises Bedauern über die „Trivialisierung“ der „romantischen“ Liebe im 20. Jahrhundert aufscheint, ist sein bereits 1982 erschienenes Buch „Liebe als Passion“[17], das nach wie vor als Bezugsgröße für neuere Forschungen zur Geschichte von Intimbeziehungen gilt, unzweifelhaft einer modernisierungstheoretischen Grundauffassung verpflichtet. Noch deutlicher wird diese Haltung in den beiden weiteren Klassikern zum Thema, den Studien von Elisabeth und Ulrich Beck-Gernsheim sowie von Anthony Giddens.[18] Betrachtet man die aktuelle Literatur zur Geschichte der Intimbeziehungen, so werden hier zwar Differenzierungen sichtbar, nach wie vor ist jedoch ein Hang zu umfassenden Narrativen zu bemerken. Mit einem expliziten Bezug auf Norbert Elias' Zivilisationsprozess erzählt beispielsweise der niederländische Soziologe Cas Wouters die Geschichte der (weiblichen) Emanzipation in intimen Dingen. In seiner vergleichenden Untersuchung von niederländischen, deutschen, US-amerikanischen und englischen Etikette-Ratgebern beschreibt er die Veränderung der Verhaltensformen als einen allgemeinen Trend, der sich auf eine „Informalisierung“ von sozialen Beziehungen stütze sowie auf die Tendenz, äußere Grenzsetzungen durch Selbstbeschränkungen zu ersetzen.[19]

Deutliche Referenzen auf modernisierungs- und emanzipationstheoretische Annahmen finden sich auch in Hera Cooks auf zeitgenössischen Studien und Ratgeberliteratur basierenden Arbeit über die Geschichte der Verhütung im 19. und 20. Jahrhundert. Ebenfalls unter Bezugnahme auf Elias tendiert sie dazu, einem imaginierten Kollektivsubjekt Frau einen impliziten „Willen zur Geburtenkontrolle“ zu unterstellen, der lediglich durch die mangelhaften Technologien vor der Einführung der „Pille“ beziehungsweise den fehlenden Zugang zu Wissen erschwert worden sei. Während sie die „befreienden“ Aspekte der „Pille“ betont, gelingt es ihr nicht, die Geschichte der Verhütungstechniken mit der Frage nach Macht und Wissen in Zusammenhang zu bringen.[20] Gegen solche zur Verkürzung neigenden Darstellungen der Geschichte von Verhütung und Familienplanung bringt Kate Fisher in ihrer unter anderem auf Interviews mit Paaren basierenden Studie zwei Einwände: Erstens seien eheliche Verhütungspraktiken – zumindest in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – nicht immer das Ergebnis „rationaler“ Aushandlungs- und Planungsprozesse gewesen, und zweitens sei die Entscheidung über und die Absicht zur Geburtenkontrolle nicht unbedingt eine Angelegenheit der Frauen gewesen. Darüber hinaus sei eine direkte Verknüpfung von technischen Möglichkeiten und Formen des individuellen sexuellen Handelns und Erlebens nicht zulässig.[21] Kritisch ist jedoch anzumerken, dass es Fisher mit ihrem Plädoyer für eine differenzierte Darstellung versäumt, ihre Ergebnisse in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext zu rücken.[22] Dies hat sie möglicherweise dazu verleitet, ähnlich wie die kritisierte Literatur auf das Emanzipationsnarrativ zurückzugreifen, um den „significant break in social practice“[23], den sie für die Zeit nach den 1950er-Jahren ansetzt, zu erklären.

Dieser Zeitraum steht auch im Zentrum von Sybille Buskes Untersuchung über Unehelichkeit, in der sie die Verschiebung vom „Sittlichkeitsdiskurs“ der ersten Jahrhunderthälfte zum „Demokratisierungsdiskurs“ beschreibt.[24] Ein überzeugendes Beispiel für den Versuch, historische Geschlechterbeziehungen differenziert unter dem Fokus soziologischer Fragestellungen zu untersuchen, ohne auf solche Narrative zurückzugreifen, ist Caroline Arnis Studie über Intimbeziehungen um 1900. Sie beschreibt krisenhafte Ehen als Orte des Scheiterns sowohl politischer wie auch biographischer Sehnsüchte nach Stabilität. Die verschiedenen ehelichen Arrangements der porträtierten Paare werden nicht nach einem diachronen Narrativ geordnet, sondern stehen nebeneinander als unterschiedliche Antworten auf die Frage, wie unter den Bedingungen der Moderne intime Beziehungen gelebt und zugleich die (geschlechtliche) Ordnung der Gesellschaft hergestellt werden können.[25]

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass für das 20. Jahrhundert nicht eine Verschiebung zu partnerschaftlichen Beziehungsmodellen und -idealen – gerade auch im Bereich des Sexuellen – festzustellen wäre.[26] Dieser Wandel kann aber nicht treffend beschrieben werden, wenn man ihn mit modernisierungstheoretischen Narrativen skizziert. Wir möchten stattdessen vorschlagen, ihn im breiteren Kontext der Normalisierung und der Umgestaltungen des Verhältnisses von Fremd- und Selbststeuerung im 20. Jahrhundert zu betrachten. Die Verhandlungsethik, die für das partnerschaftliche Beziehungsideal zentral ist, lässt sich als Kennzeichen einer Gesellschaft beschreiben, in der fast alle (sexuellen) Handlungen „normal“ geworden sind. Die beteiligten Personen haben nur noch selten die Möglichkeit, sich zur Beurteilung von Praktiken auf normative Prinzipien zu beziehen, die der Partnerschaft äußerlich sind. Neue Formen von Selbstverhältnissen und Beziehungspraktiken bzw. -idealen sind aus diesem Blickwinkel weniger als Zeichen von Emanzipation, Modernisierung oder Demokratisierung zu lesen, denn unter dem Gesichtspunkt zu diskutieren, welcher Form gesellschaftlicher Regulation sie entsprechen.

3 Die Ambivalenzen der Sexualpolitik im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg
Die in älteren Arbeiten vertretene These, dass die Sexualpolitik der nationalsozialistischen Zeit allgemein als „sexualitätsfeindlich“ zu charakterisieren sei[27], ist in neuerer Zeit von verschiedenen Autorinnen und Autoren kritisiert worden. So wurde darauf hingewiesen, dass es in verschiedener Hinsicht Kontinuitäten zur Sexualmoral und -politik der 1920er-Jahre gegeben habe. Für Mitglieder der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ gab es zudem ab 1935 im Rahmen der Nürnberger Rassegesetze eine Reihe von Anreizen, sich sexuell zu betätigen, während alle anderen verfolgt, zwangssterilisiert oder ermordet wurden. Angesichts der mörderischen Konsequenzen der nationalsozialistischen Politik sei der staatliche Umgang mit der Sexualität der in die „Volksgemeinschaft“ inkludierten Personen bislang in der Forschung zu wenig berücksichtigt worden, betont etwa Dagmar Herzog.[28]

Dass sich diese Wahrnehmungsweise auch auf die historiographische Forschungstätigkeit ausgewirkt haben dürfte, ist nicht von der Hand zu weisen. Zu den gut untersuchten Themenbereichen zählen insbesondere die Stigmatisierung und Verfolgung „Prostituierter“ und – vor allem – „Homosexueller“.[29] Zugleich aber ist anzumerken, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Sexualität im Allgemeinen und die Sexualitätsgeschichtsschreibung im Besonderen eine lange Tradition der Beschäftigung mit „den anderen“ kennen. Dass Sexarbeit und gleichgeschlechtliche Beziehungen besser erforscht wurden als andere Bereiche, könnte auch auf diesen Umstand zurück zu führen sein. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die in den 1960er-Jahren aufkommenden sozialen Bewegungen – allen voran die Homosexuellenbewegung – ein großes Interesse an der Erforschung und Politisierung „ihrer“ Geschichte hatten. Es ist deshalb wohl kein Zufall, dass sich viele frühe Studien zur Sexualitätsgeschichte gerade diesem Bereich widmeten.[30]

Exemplarisch für Forschungsarbeiten, die in den Blick nehmen, wie und wessen sexuelle Körper von Seiten der nationalsozialistischen Biopolitik bearbeitet wurden, ist Julia Roos' Arbeit zur Regulation der Sexarbeit. Sie betont die Gleichzeitigkeit der Verfolgung von Sexarbeiterinnen und der Einrichtung von Bordellen. Wenn sie jedoch darauf hinweist, dass der Sex in letzteren „to a mere animal function“ reduziert worden sei, schließt sie an die traditionelle, repressionstheoretische Literatur an, indem sie impliziert, dass Sex doch mehr als bloß solcherart sein müsse.[31] Dennoch weist sie implizit auf eine wichtige Differenzierung hin: Im Gegensatz zur Weimarer Republik und trotz der erwähnten Kontinuitäten traten im Nationalsozialismus die konsumistischen Aspekte zugunsten einer auf die (Re-)Produktion ausgerichteten Körperpolitik deutlich zurück.

Beispiele für neuere Forschungsbereiche, in denen derartige Gleichzeitigkeiten und Ambivalenzen untersucht werden, sind auch die sexuelle (Zwangs-)Arbeit in Konzentrationslagern und die durch Angehörige der Wehrmacht verübte sexualisierte Gewalt. Von Interesse ist in Bezug auf letztere Thematik insbesondere die Frage, inwiefern es sich bei den Übergriffen um eine allgemeine Charakteristik von Kriegen handle beziehungsweise ob für das nationalsozialistische Deutschland spezifische Aspekte zu erkennen seien.[32] Die beiden 2004 erschienenen Arbeiten von Birgit Beck und Wendy Jo Gertjejanssen nehmen einen eher relativierenden Standpunkt ein. Beck argumentiert auf der Basis von Gerichtsakten, dass der Umgang der Wehrmacht mit sexualisierter Gewalt „funktional und zweckorientiert“ gewesen sei. Es gebe keine Hinweise auf eine strategische Anwendung.[33] Für Gertjejanssen, die sich auf Interviews mit betroffenen Frauen stützt, sind die von den verschiedenen Kriegsparteien verübten sexualisierten Gewalttaten vergleichbar, habe es sich dabei doch vor allem – und im Gegensatz etwa zum Krieg in Bosnien – um „gender violence“ gehandelt. „Vergewaltigungen“ seien nicht strategisch eingesetzt worden, sondern Bestandteil jedes Krieges.[34] Sie unterlässt es damit, die Verknüpfung von Männlichkeit und nationalsozialistischer Ideologie genauer zu untersuchen.

In den letzten Jahren ist die Spezifik des Handelns der Wehrmacht wieder vermehrt betont worden. Jeffrey Burds beispielsweise optiert zwar nicht direkt für die These einer strategischen Funktion, wenn er in seiner Einleitung zu einem neueren Übersichtsartikel von der „growing awareness of the central role of sexual violence in German-occupied zones in the East“ spricht. Er betont jedoch den Einfluss der ideologischen Faktoren, indem er auf die Bedeutung der nationalsozialistischen Rassenideologie und des Antisemitismus hinweist. Die Gewalt der sowjetischen Soldaten dagegen könne nicht ohne Berücksichtigung der Kriegserfahrungen, das heißt als Reaktion auf die deutschen Gewalttaten, verstanden werden.[35] Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Führung der Wehrmacht zwar – nicht zuletzt aufgrund der nationalsozialistischen Rassengesetze – sexualisierte Gewalt nicht strategisch einsetzte, dass aber zugleich der ebenfalls durch die Rassenideologie begründete Vernichtungskrieg im Osten jegliche Form von Gewalt rechtfertigte und damit gewalttätiges Ausagieren heterosexistischer Einstellungen unterstützte.[36]

Die „Interdependenz von Sexismus und Rassismus“ betont auch Brigitte Halbmayr in einem aktuellen Artikel über sexualisierte Gewalt in Konzentrationslagern. Sie weist darauf hin, dass zur sexuellen Zwangsarbeit in den Lagerbordellen nur „reichsdeutsche“ Frauen ausgewählt werden sollten, was in der Realität allerdings nicht immer eingehalten worden sei. Auch die Auswahl jener Häftlinge, die vom Privileg eines Bordellbesuchs profitieren konnten, sei aufgrund von rassistischen Kriterien erfolgt.[37] So war etwa jüdischen Häftlingen der Zugang verwehrt. Auch Robert Sommer geht in seinem jüngst erschienenen Buch „Das KZ-Bordell“ unter anderem auf die Bordellbesucher ein. Es ist nicht weiter erstaunlich, dass Häftlinge, die in der Lagerhierarchie eine privilegierte Stellung einnahmen, zu den häufigsten Nutzern der Bordelle gehörten. Eine zweite Gruppe schließlich wurde zum Bordellbesuch gezwungen, ein weiteres Machtinstrument im Arsenal der Lagerleitungen. Verschiedene weitere Häftlinge hingegen suchten schlicht Kontakt zu weiblichen Personen. Es sei ihnen um eine „Emotionalisierung und Resexualisierung“ und damit auch um eine „Remaskulinisierung“ angesichts der Ohnmachtserfahrungen im Lager gegangen. Ausgebeutet wurden sowohl die zu sexueller Zwangsarbeit gezwungenen Frauen als auch viele der Männer, für die das Bordell ein Bestandteil des Gratifikationssystems des Lagers darstellte, das durch die Kontrolle und Kanalisierung ihrer Männlichkeit ihre Arbeitsproduktivität erhöhen sollte. Für Sommer stellt das Lagerbordell damit einen „integrale[n] Bestandteil“ nationalsozialistischer Biopolitik dar. Sein auf akribischen Recherchen beruhendes Buch über das Konzentrationslager als „Institution der bürokratisierten sexuellen Ausbeutung“ wird wohl auf absehbare Zeit das Referenzwerk in diesem Zusammenhang bleiben.[38]

4 Historisierung der sexuellen Revolution
Bezüglich der Ereignisse und Veränderungen in den 1960er-Jahren ist in letzter Zeit eine kaum überschaubare Menge von Erinnerungsliteratur publiziert worden. Entgegen der Darstellung vieler Beteiligter, welche die Ereignishaftigkeit betonen, tendieren neuere wissenschaftliche Arbeiten dazu, „1968“ im umfassenderen Kontext der Nachkriegsjahrzehnte zu verorten.[39] Das gilt auch für die „sexuelle Revolution“, die in der zeitgeschichtlichen Forschung unter zweierlei Gesichtspunkten beschrieben wird: Untersucht wird zum einen die Selbstwahrnehmung der Beteiligten, zum anderen die weiter reichende Frage, inwiefern tatsächlich von einer Revolution, also einer umfassenden Umwälzung der Intimverhältnisse innerhalb eines begrenzten Zeitraums, gesprochen werden kann. Diese beiden Forschungsfragen sollen im Folgenden kurz skizziert werden.

Die zeitgenössischen Beschreibungen der Veränderungen werden in weiten Teilen der aktuellen Forschungsliteratur zumindest in Frage gestellt. Zum einen ist festzuhalten, dass die Veränderungen nicht nur von der studentischen Linken getragen wurden.[40] Zum anderen wird darauf hingewiesen, dass es sehr wohl zu bedeutenden Verschiebungen gekommen sei, doch hätten sich diese innerhalb eines größeren Zeitraums ereignet als es die Rede von einer Revolution impliziere.[41] Zu erwähnen sind hier erstens die im vorliegenden Forschungsbericht immer wieder thematisierten Tendenzen der Normalisierung, die schon in der ersten Jahrhunderthälfte eingesetzt haben. Dies gilt zweitens auch für die Ausrichtung auf den Konsum.[42] Als weitere längerfristige Prozesse sind drittens die Verwissenschaftlichung / Medizinisierung – bzw. allgemeiner: verschiedene Formen der Therapeutisierung – zu nennen[43], sowie viertens – nicht zuletzt im Zusammenhang mit grundlegenden Verschiebungen in den Geschlechterverhältnissen – die oben diskutierten Veränderungen im Bereich von Beziehungsidealen und der rechtlichen Regulierung von Intimbeziehungen. Darüber hinaus werden in diesem Zusammenhang auch Prozesse der „Amerikanisierung“ erwähnt.[44]

Angesichts dieser Betonung längerfristiger Prozesse ist es jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass es durch das diskursive Ereignis der „sexuellen Revolution“, also die – vor allem in den Medien – vehement und kontrovers geführte Debatte um radikale Veränderungen im Bereich der Intimbeziehungen, zu einer Beschleunigung einiger dieser Prozesse kam. Dazu gehören die Medialisierung und Kommerzialisierung des Sexuellen, die häufig mit dem Stichwort „Sexwelle“ bezeichnet werden.[45] In diesem Zusammenhang ist auch die Debatte um die „Pille“ zu erwähnen.[46] Auch wenn deren Markteinführung lediglich den Höhepunkt einer langen Geschichte der Medikalisierung darstellt und die konkreten Auswirkungen auf das Verhalten von Frauen und Männern umstritten sind[47], bot sie verschiedenen Akteurinnen und Akteuren eine Gelegenheit, über sexuelle Körper zu sprechen. Die Normalisierungseffekte dieser vor allem in den Medien geführten Diskussionen sind ohne Zweifel als bedeutend einzuschätzen. Auch die neu aufkommende „Sexualtherapie“ und die sich darauf stützende (populärmediale) Sexualberatung sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Sie konnten sich zwar auf zahlreiche Vorarbeiten stützen, mit ihrer konsequent verhaltenstherapeutischen, an statistischen „Normalverteilungen“ orientierten Ausrichtung und der damit verbundenen Ablösung von der psychoanalytischen Tradition wurde jedoch ein neues Kapitel in der Therapeutisierung des Sexuellen aufgeschlagen.[48]

Diesen Wechsel vollzogen die Protagonistinnen und Protagonisten der Neuen Sozialen Bewegungen der 1960er-Jahre (noch) nicht. Sie bezogen sich mehrheitlich auf die ältere, psychoanalytisch informierte Sexualitätstheorie wie etwa die Texte von Wilhelm Reich. Die Rede von „Befreiung“ und „Revolution“ ist deshalb eher in diesem Zusammenhang zu betrachten, als dass damit strukturelle Veränderungen in den sexuellen (Selbst-)Verhältnissen beschrieben worden wären.[49] In jüngerer Zeit sind einige Studien publiziert worden, die diesen Themenbereich in den Fokus der Zeitgeschichte rücken. Zu nennen sind etwa die Arbeiten zur Rezeption der nationalsozialistischen Sexualpolitik seitens der sozialen Bewegungen der 1960er-Jahre. Dagmar Herzog beispielsweise argumentiert, dass die modernen Aspekte der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik bereits in den Quellen der 1960er-Jahre ausgeblendet würden. Diese einseitige Wahrnehmung des Nationalsozialismus habe es den Protagonistinnen und Protagonisten der „sexuellen Befreiung“ ermöglicht, die moralische Agenda der konservativen Reaktion der 1950er-Jahre als direkte Fortführung nationalsozialistischer Politik darzustellen und auf diese Weise zu diskreditieren.[50] In ihrem eigenen Buch[51] jedoch tendiert Herzog dazu, die Ambivalenz der nationalsozialistische Sexualpolitik nach der anderen Seite hin zu unterschätzen, indem sie die repressiven Aspekte vernachlässigt. Darüber hinaus beschreibt sie die sexuelle Revolution ziemlich einseitig als Liberalisierung und riskiert so, letztlich doch wieder die Repressionshypothese zu aktualisieren und die Wandelbarkeit von Macht und Körperpolitiken auszublenden.

Auch Kristina Schulz untersucht, was Akteurinnen und Akteure der sozialen Bewegungen der 1960er-Jahre unter dem Begriff der „sexuellen Revolution“ verstanden haben. Sie beschreibt zunächst, welche Handlungsmaximen von ihnen aus den seit den 1920er-Jahren geführten Diskussionen über Sexualität und Herrschaft abgeleitet wurden. Während die einen im Anschluss an Wilhelm Reich auf die revolutionäre Kraft der „sexuellen Befreiung“ setzten, argumentierten andere Stimmen differenzierter. Herbert Marcuse und Reimut Reiche betonten etwa, dass die Liberalisierung des Sexuellen als eine Charakteristik des „Spätkapitalismus“ zu betrachten sei. In der Frauenbewegung der 1970er-Jahre sei diese Kritik verstärkt worden, der Begriff der „sexuellen Revolution“ habe zunehmend für „eine männerzentrierte Körperlichkeit“ gestanden, „die den Bedürfnissen der Frauen nicht gerecht wurde.“[52]

In solchen Debatten wurde die Sexualität „zu einem wesentlichen Identitätsmerkmal“[53]. Die „Repressionshypothese“ in all ihren Nuancen wurde breit diskutiert und ihre Folgen wurden therapiert. Es ist vor diesem Hintergrund nicht erstaunlich, dass in den aufkommenden (neuen) Frauen- und Homosexuellenbewegungen die Behauptungen „weiblich-sexueller“ beziehungsweise „homo-sexueller“ Begehrensformen zu einem – bei letzteren sogar dem – zentralen Bestandteil der Identitätskonzeption wurden. Während die Geschichtsschreibung zur Gleichgeschlechtlichkeit im Allgemeinen und den Homosexuellenbewegungen im Besonderen diese Verknüpfung von Identität und Objektwahl lange Zeit unhinterfragt ließ, wurden in den letzten Jahren einige Differenzierungen vorgenommen. So in der Studie von Christoph Schlatter, der anhand von Gerichtsfällen nachzeichnet, wie sich Konstruktionen gleichgeschlechtlicher Beziehungen wandelten. Er zeigt, wie sich das Konzept der „Homosexualität“ im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend gegen ältere Konzeptionen, die lange Zeit parallel dazu gelebt wurden, durchsetzte. Aufschlussreich ist hierbei nicht zuletzt der Blick auf die unterschiedlichen Kontexte des kleinstädtischen Schaffhausen und der „homosexuellen“ Szene im benachbarten Zürich.[54]

Für die Zeit nach der sexuellen Revolution, insbesondere die 1970er- und 1980er-Jahre, ist die Studie von Magdalena Beljan zum Verhältnis von Disziplinierung, Regulierung, Normalisierung und Subjektivierung männlicher Homosexualität erwähnenswert. Beljan argumentiert, dass sich gerade für diesen Zeitraum beobachten lasse, wie männliche Homosexualität zunehmend als Wahrheit über sich selbst erfahren wurde. Darüber hinaus beschreibt Beljan die Ausdifferenzierung von Homosexualitäten und kommt zum Schluss, dass die These einer zunehmenden Entpolitisierung in dieser Ausschließlichkeit nicht haltbar sei.[55] Hier wie in den meisten weiteren uns bekannten Arbeiten wird allenfalls am Rande auf gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Frauen eingegangen. Diesbezüglich besteht nach wie vor eine beträchtliche Forschungslücke.[56]

Die Geschichte der Homosexuellenbewegungen selbst ist mittlerweile ziemlich gut aufgearbeitet. Hier gibt es auch einige Studien, welche die Lesbenbewegungen und ihre spezifische Situation explizit in den Fokus nehmen. In verschiedenen neueren Arbeiten zur Geschichte der lesbischen und schwulen Bewegungen wird auf die Parallelen zur Geschichte anderer Teile der Neuen Sozialen Bewegungen hingewiesen.[57] Dazu gehört nicht zuletzt deren zunehmende Integration ins politische System und der damit einhergehende Wandel der Basisorganisationen zu Nichtregierungsorganisationen.[58] Nachdem die Queer Studies mit einiger Verspätung auch im deutschsprachigen Raum angekommen sind[59], wurden in den letzten Jahren neben Arbeiten zu homo-sexuellen Objektwahlen und Identitäten auch Trans- und Intersexualitäten zum Gegenstand der Forschung gewählt. Während letztere erst seit den 1990er-Jahren lebbare – aber nach wie vor sehr prekäre – Subjektpositionen darstellen[60], haben erstere dies seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts ermöglicht.[61] Dieser Umstand ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass der Zwang zu geschlechtlicher Eindeutigkeit während des ganzen 20. Jahrhunderts kaum infrage gestellt werden konnte. Erst im Zuge der queer-Bewegungen wurde es leichter, Identitäten „dazwischen“ zu formulieren. Neuere Arbeiten weisen darüber hinaus darauf hin, dass die historischen Subjekte in spezifischen sozialen Situationen – etwa innerhalb intimer Beziehungen – durchaus kreativ mit der geforderten Eindeutigkeit umgehen konnten. Nur in der Öffentlichkeit musste man als Mitglied eines Geschlechts erkennbar sein.[62]

Teil II: Aktuelle Tendenzen in epochenübergreifenden Forschungsfeldern

5 Geschlechtlichkeit
Betrachtet man die neueren Diskussionen zum Thema Geschlechtlichkeit, so kann die im zweiten Abschnitt besprochene „Geschichte von Intimbeziehungen“ geradezu als Inbegriff einer Geschlechtergeschichte verstanden werden, die nicht einfach Geschichten von Frauen und Männern schreibt, sondern die wechselseitige Konstruktion von Weiblich- und Männlichkeiten in das Zentrum des Interesses rückt. Darüber hinaus sind in den letzten zwei Jahrzehnten mit der Rezeption von Ansätzen wie demjenigen der „hegemonialen Männlichkeit“[63] die Differenzen innerhalb der einzelnen Geschlechter in den Blick genommen worden. In der historiographischen Arbeit sollte deshalb die Forderung nach einer „mehrfach relational“ aufgebauten Darstellung nicht mehr hintergangen werden.[64] Dies zeigt etwa Martin Lücke in seiner Analyse der Diskurse über die „marginalen“ Männlichkeiten von Homosexuellen und Sexarbeitern im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Mit dem Fokus auf letztere gelingt es ihm zudem, die Rolle zu beleuchten, die diese bislang in der Forschung wenig beachtete soziale Gruppe für die (zeitgenössische) Ausdifferenzierung von Männlichkeiten spielte. So bot sie beispielsweise den um Anerkennung kämpfenden Protagonisten der Homosexuellenbewegung der ersten Jahrhunderthälfte eine negative Projektionsfläche, von der man sich selbst abgrenzen und seine „bürgerliche“ Gesinnung – und damit die eigene „Normalität“ – unter Beweis stellen konnte.[65]

In einem zweiten Argumentationsstrang weist Lücke zudem auf die Krisen-Rhetorik hin, mit der die Fragilität der hegemonialen Männlichkeiten jener Zeit diskutiert und im selben Zuge auch stabilisiert wurde. Damit beteiligt er sich an der Debatte über die „Krise der Männlichkeit“, die in den letzten Jahren intensiv geführt wurde.[66] Tatsächlich stellt der „krisenhafte Mann“ ein im Lauf der Moderne immer wieder aufgegriffenes Motiv dar. Nicht nur im Kaiserreich und der Weimarer Republik, sondern auch und verstärkt wieder seit den 1980er-Jahren war und ist er in den Medien prominent vertreten. In diesem Zusammenhang untersucht beispielsweise Ines Kappert eine Reihe jüngerer kultureller Produktionen, darunter die Romane von Michel Houellebecq und Davis Finchers Film „Fight Club“. Sie weist darauf hin, dass sich deren weiße, heterosexuelle Protagonisten als „Opfer“ der Emanzipation der Frauen und der Konsumgesellschaft imaginierten. Sie fühlten sich um ihre ehemals hegemoniale Stellung und um ihre Identität als autonom handelnde Männer gebracht, worauf sie mit Aggressionen und Ressentiments reagierten. Genau dadurch gelinge es ihnen jedoch, sich und ihre Interessen weiterhin ins Zentrum zu stellen und andere (Sprecher-)Positionen ins Abseits zu drängen. Die in den untersuchten Produktionen artikulierte Kapitalismuskritik sei vor diesem Hintergrund als konservativ zu bewerten, diene sie doch letztlich bloß der Retablierung patriarchaler Männlichkeitskonzepte.[67]

Weiter argumentiert Kappert, dass im Zentrum der Inszenierung der Krise der Männlichkeit nicht zuletzt die sexuelle „Impotenz“ stehe. War es zu Beginn des Jahrhunderts, wie Lücke schreibt, noch die schwierige Abgrenzung zur Homosexualität gewesen, die zu Identitätsproblemen führte, ist es nun, in Zeiten der normalisierten Objektwahl und der (therapeutisch) optimierbaren Praktiken, die körperliche Leistungsfähigkeit. Die Homosexualität hingegen wird in diesem Zusammenhang tendenziell ausgeblendet, was wohl nicht zuletzt damit zu tun haben dürfte, dass Homosexualität und Männlichkeit heute nicht mehr in jedem Fall als Gegensatz betrachtet werden. Es ist weniger die sexuelle Objektwahl, die Männlichkeit bestimmt, als die Vermeidung von Effeminierungen und die „Potenz“. Tatsächlich bezieht sich ein großer Teil der im späten 20. Jahrhundert von männlichen Ratsuchenden geschilderten sexuellen Probleme auf diesen Bereich, während es bei den Frauen der fehlende oder mangelhafte „Orgasmus“ ist.[68] Diese beiden Problembereiche sind also bis zu einem gewissen Grad geschlechtlich markiert. Das gilt auch für den dritten, seit der „sexuellen Revolution“ für den Diskurs über die Problemhaftigkeit des Sexuellen zentralen Bereich: die „Unlust“.[69] Yvonne Bauer zeigt in diesem Zusammenhang anhand der sexualwissenschaftlichen Debatten anschaulich, wie im Diskurs über die Lust(-losigkeit) Elemente des Befreiungsdiskurses und traditionelle geschlechtliche Kodierungen des Sexuellen fortgeschrieben werden.[70] Da die Unlust jedoch beide Geschlechter gleichermaßen betrifft, wird hier einmal mehr deutlich, dass die Sexualitätsgeschichte nicht nur als Geschlechtergeschichte geschrieben, sondern vermehrt auch nach Aspekten gefragt werden sollte, die nicht (direkt) mit Geschlechtlichkeit in Verbindung stehen. Dazu gehören in diesem Zusammenhang neben den erwähnten Tendenzen der Normalisierung und bestimmten Formen der Therapeutisierung[71] nicht zuletzt auch konsumgeschichtliche Fragestellungen, auf die wir im folgenden Abschnitt eingehen.

6 Ökonomie und Konsum
Einen weiteren, deutlich weniger häufig untersuchten Bereich der Geschichte von Geschlechtlichkeiten und Körpern stellt die „Prostitution“ dar. Viele Verfasserinnen und Verfasser entsprechender Forschungsarbeiten sehen sich veranlasst, ihre Distanz zu einer traditionellen, auf die Sexualwissenschaft des frühen 20. Jahrhunderts zurückgehenden „Geschichte der anderen“ zu betonen und sich gegenüber ihrem Untersuchungsgegenstand anders zu positionieren. Dies ist auch die Absicht des von Sabine Grenz und Martin Lücke herausgegebenen interdisziplinären Sammelbandes „Verhandlungen im Zwielicht“. Die beiden schreiben, dass es der aktuellen Prostitutionsforschung „nicht länger um die Erkundung sexueller Devianzen“ und die Untersuchung des Verhaltens und Verhältnisses von (weiblichen) „Prostituierten“ einerseits und „Freiern“ beziehungsweise der (von Männern dominierten) Sex-Industrie andererseits gehe; vielmehr sei die Prostitution als ein gesellschaftlicher Ort zu betrachten, an dem Wissen über Sexualität und Geschlecht, aber auch über Ökonomie sowie Raum und Zeit reproduziert und verhandelt wird.[72] In diesem Zusammenhang ist auch die begrüßenswerte Tendenz zu sehen, nicht nur von „Prostitution“, sondern auch von „Sexarbeit“ zu sprechen. Damit wird es möglich, den zutiefst ökonomischen Charakter von „sexuellen Dienstleistungen“[73] und das Konsumverhalten der Freier und Freierinnen zu berücksichtigen sowie den Sexarbeiterinnen und -arbeitern eine sozialstaatlich anerkannte Position zuzuschreiben.

Für die Historiographie der Sexualität im 20. Jahrhundert ist es in der Tat ein viel versprechendes Unterfangen, den Bereich des Ökonomischen stärker in die Analyse einzubeziehen. Im erwähnten Sammelband nimmt Christina von Braun diese Thematik explizit auf. In einem kulturgeschichtlichen Parforceritt durch zwei Jahrtausende beschreibt sie den Zusammenhang von Geschlecht, Identität, Körper und Geld, um schließlich auf den Warencharakter der Sexualität im Zeitalter der Konsumgesellschaft einzugehen.[74] In den letzten Jahren sind bereits verschiedene historische Studien zu einzelnen Aspekten der Beziehung von Ökonomie und Sexarbeit veröffentlicht worden. Neben diversen Beiträgen im Katalog zur 2002 in Zürich gezeigten Ausstellung „Wertes Fräulein, was kosten Sie?“[75] versucht etwa Martin Lücke, der symbolischen Bedeutung von Geld im Geschäft mit dem Sex nachzugehen.[76] Ein Desiderat sind unseres Wissens in diesem Zusammenhang nach wie vor Forschungen zur Geschichte des Sextourismus sowie der Sex- und Varietéarbeit von Migrantinnen und Migranten – ein Themenbereich, in dem sich Sexualität, Geschlecht und Fragen nach rassistischen oder orientalisierenden Zuschreibungen auf paradigmatische Weise verschränken.[77]

Ebenfalls erst in den Anfängen steht die Geschichte der „Liebesmittel“ und „Sexspielzeuge“[78] sowie allgemein der Verknüpfung von Sexualität, Konsum und Kapitalismus.[79] Interessante Ansätze zur Bearbeitung dieser Fragestellung sind etwa in den Arbeiten von Eva Illouz zu finden, die darauf hinweist, dass die „romantische“ Liebe des 20. Jahrhunderts nicht ohne das Entstehen der Konsumgesellschaft beschrieben werden könne. Die Begriffe der „Ökonomisierung“ bzw. der „Kommerzialisierung“ sind vor diesem Hintergrund insofern mit Vorsicht zu genießen, als sie eine kulturpessimistische Tendenz zu implizieren drohen, während die von Illouz beschriebene Liebe immer schon mit Konsumpraktiken verbunden war. Leider geht Illouz jedoch nur am Rande auf das Thema Sexualität ein.[80] In dieser Hinsicht argumentiert Heiko Stoff, dass sich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Verschiebung von einer an der (Re-)Produktion orientierten Sexualität zu einer auf den Konsum ausgerichteten erkennen lasse.[81] Jüngst plädierte er darüber hinaus für eine Geschichte der Sexualität, „die auf eine Geschichte der wirkungsmächtigen und materialisierenden Dinge nicht verzichtet“.[82] Der Konsum ist folglich als eine Praxis zu beschreiben, die immer auch Phantasien, Emotionen und Sexualitäten, und damit Beziehungen und Subjektivitäten, mit produziert.[83] Neben Arbeiten zur Geschichte pornographischer Medien, auf die wir in Abschnitt 7 zurückkommen, sind in diesem Zusammenhang Elizabeth Heinemans Studien über „Beate Uhse“ zu erwähnen.[84]

Auch in den Debatten innerhalb der Queer Studies wurde die Frage nach den Auswirkungen kapitalistischer Vergesellschaftung in jüngerer Zeit aufgenommen. Insbesondere geht es dabei um die (selbstkritische) Auseinandersetzung mit der Problematik, dass die Strategie der Auflösung binärer Codes der Geschlechtlichkeit und der Objektwahl bisweilen zu gefährlichen „Allianzbildungen“ mit dem Projekt der „neoliberalen“ Transformation des Kapitalismus führt, wie beispielsweise Antke Engel argumentiert. Nachdem die (sexuelle) Differenz von den dominanten Kräften während langer Zeit mit Ausschluss und Assimilationsforderungen bekämpft worden sei, werde sie nun zunehmend positiv bewertet und könne gar „als kulturelles Kapital“ eingesetzt werden.[85] Auch Renate Lorenz setzt bei der Frage an, welche Rolle die Sexualität bei der Konstitution von Arbeitssubjekten spielt. Mit dem gemeinsam mit Brigitta Kuster und Pauline Boudry entwickelten Begriff der „sexuellen Arbeit“ als heuristischem Instrument und anhand der Tagebücher einer viktorianischen Hausangestellten und weiterer Quellen aus deren Umfeld beschreibt sie die Sexualität als wesentlichen Einsatz im Prozess der gesellschaftlichen Reproduktion seit dem Industriezeitalter. Nicht erst in postfordistischen Arbeitsverhältnissen erweise sich Sexualität als eine der widersprüchlichen gesellschaftlichen Anforderungen, die es in „aufwändiger“ Art und Weise zu bearbeiten und als Ressource einzusetzen gilt.[86]

7 Medialität
Die Pornographie stellt zweifellos den am breitesten erforschten Bereich einer Mediengeschichte der Sexualität dar.[87] Dies dürfte nicht zuletzt darauf zurück zu führen sein, dass schriftliche und bildliche Medien, die der sexuellen Erregung dienten, zu hitzigen und öffentlichkeitswirksamen Debatten animieren, etwa im Zusammenhang mit den sogenannten „sex wars“ der 1980er-Jahre[88] oder den aktuellen Diskussionen über die Kinderpornographie. Diese Auseinandersetzungen sind sicherlich nicht der einzige Grund für die dauernde mediale Präsenz des Themas Pornographie. Bedeutsam dürfte nicht zuletzt auch die in den letzten Jahrzehnten etablierte verhandlungsorientierte Sexualethik sein: Pornographische Texte und Bilder könne als Vor-Bilder beschrieben werden, die den Konsumentinnen und Konsumenten mögliche Formen der Differenzierung des Sexuellen vorführen. Sie stellen Skripte zur Verfügung, die im sexuellen Alltag nachgespielt werden können. Doch bergen diese Bilder immer die Gefahr in sich, etwas als „normal“ darzustellen, das in Wirklichkeit eine Inszenierung professioneller Darstellerinnen und Darsteller ist. Sofern zwischen den beteiligten Personen kein Raum der Konsensfindung etabliert werden kann, können pornographische Skripte zu Vorbildern für Handlungen werden, die sich nicht an der Verhandlungsethik einer „partnerschaftlichen“ Beziehung oder Begegnung orientieren und damit in einer Gesellschaft zum Thema werden, in der dieses Beziehungsideal einen zentralen Stellenwert einnimmt.[89] Pornographie lässt sich somit als Form des Nachdenkens über Beziehungen und Sexualität beschreiben[90], als gesellschaftliches Experiment zur (Re-)Produktion sexuellen Wissens wie etwa Pascal Eitler argumentiert. Hierbei handle es sich nicht nur um Wissen über „Geschlechteridentitäten“, sondern vor allem auch um „Körpertechniken“. Pornographie erweise sich folglich als einer der wichtigsten gesellschaftlichen Orte der Therapeutisierung und Normalisierung / Optimierung des Sexuellen.[91] Arbeiten, welche die vielschichtige Produktivität von (pornographischen) Medien untersuchen, sind jedoch nach wie vor ein Desiderat für die sexualitätsgeschichtliche Forschung.

In jüngerer Zeit hat sich die Historiographie der Sexualität auch Medienprodukten zugewandt, die nicht (nur) der Produktion von Phantasien und Erregungen dienen oder zu diesem Zwecke verwendet werden. Zu erwähnen sind hier zum einen Arbeiten zur filmischen Konstruktion von Identitätsangeboten. So untersucht beispielsweise Esther Sabelus, wie das filmische Genre der „weißen Sklavin“ an der Konstruktion der symbolischen Ordnung der bürgerlichen Gesellschaft um 1900 beteiligt war.[92] Am Beispiel US-amerikanischer Filme über (Neo-)Nazis beschreibt Andrea Slane, wie deren Sexualität als das „Andere“ dargestellt wird, vor dessen Folie die heterosexuelle „demokratische Mitte“ der US-Gesellschaft als erstrebenswert erscheint. In einer von Slane als „national psychobiography“ bezeichneten therapeutischen Anordnung wird an den Protagonisten exemplarisch vorgeführt, wie das männliche Subjekt dort hin finden kann.[93]

Dass solche Ansätze im mitteleuropäischen Kontext fruchtbar gemacht werden können, zeigt beispielsweise Julia Stegmann anhand von Filmen über Neonazis im deutschsprachigen Raum.[94] Filme und deren Identifikationsangebote stehen auch im Zentrum von Annette Brauerhochs Studie über „Fräuleins und GIs“ in der deutschen Nachkriegszeit. In weiten Teilen der damaligen Medienlandschaft wurde die Figur des freizügigen Fräuleins und deren sexuelle Kontakte zu alliierten Soldaten als negative Kontrastfolie zur arbeitsamen und am Wiederaufbau beteiligten „Trümmerfrau“ gezeichnet. Diese Setzung diente dazu, über das Thematisieren von Sexualität die Geschlechterverhältnisse und weitere politische Fragen zu verhandeln. Interessanterweise nehmen die von Brauerhoch untersuchten deutschen und US-amerikanischen Spielfilme diese abwertende Perspektive nicht auf. Dies führt die Autorin darauf zurück, dass die US-amerikanischen Filme die Soldaten nicht als „Libertins“ darstellen wollten, während es den deutschen Filmen neben der Vorsicht im Umgang mit den Alliierten auch darum gegangen sei, die als krisenhaft empfundene Geschlechtsidentität deutscher Männer nicht weiter zu strapazieren.[95]

Einen Untersuchungsgegenstand, der in den letzten Jahren zunehmend auf Interesse stieß, stellen auch jene Medienprodukte dar, die im weitesten Sinne der Verbreitung von Wissen und Rat dienen oder dazu verwendet werden, sich diese anzueignen. Die komplexen Beziehungen zwischen den aufklärerischen Bemühungen der Sexualreform-Bewegung und den Interessen und Verkaufspraktiken kommerzieller Anbieter expliziter Bildmaterialien spürt Harry G. Cocks nach. Er beschreibt, wie als Kompromiss zwischen Konsumkultur und Expertenwissen jenes Genre entstanden sei, „which linked therapeutics and instruction with a new ethos of lifestyle pornography“.[96] Die medialen Strategien deutschsprachiger Aufklärungsfilme und -bilder der Jahrhundertmitte, die geradezu paradigmatisch für diesen Kompromiss stehen, analysiert Franz X. Eder. Anschaulich beschreibt er die darin sichtbar werdenden Tendenzen der Flexibilisierung und Normalisierung.[97] In diesem Zusammenhang ist in jüngerer Zeit auch die Funktion der Ratgeberliteratur[98] sowie der boulevardmedialen Wissensvermittlung und Beratungskommunikation intensiv erforscht worden.[99] Dazu gehören nicht zuletzt die „BRAVO“[100] und weitere Medienprodukte wie die schweizerische Ratgeberkolumne „Liebe Marta“[101] sowie Sexberatung im Internet.[102]

8 Ausblick: Das Ende der Sexualität?
„We used to read pornography. Now it was the Horchow collection.“[103] Mit diesen Worten beschreibt der Erzähler im Film „Fight Club“ sein Leben in der durch und durch warenförmig organisierten Gesellschaft des späten 20. Jahrhunderts. Die These, dass die Sexualität an Bedeutung verloren habe oder gar durch andere Formen zwischenmenschlicher – bzw. konsequenter: „posthumaner“ – Beziehungen ersetzt werden solle, ist in den letzten Jahren auch in zahllosen weiteren kulturellen Produktionen diskutiert worden. So träumt beispielsweise Michel Houellebecq in seinen Romanen von einer Welt jenseits von Sex und Tod.[104] Auch in der zeitgenössischen Kunst und der Kulturtheorie entdeckt Marie-Luise Angerer eine Tendenz, nicht mehr die Sexualität zu thematisieren, sondern im „Affekt die neue Begehrensform einer globalisierten Welt“ zu sehen.[105] Die Sexualität als „Ennui des ausgehenden 20. Jahrhunderts“[106] also?

Um in diesem Sinne zu argumentieren, wird in der Regel auf grundlegende diskursive Verschiebungen verwiesen. So begann man etwa bereits in den 1970er-Jahren im Umfeld der Neuen Sozialen Bewegungen von einer „anderen Ökonomie der Körper und der Lüste“ zu träumen, um mit Foucault zu sprechen. Wie wir ausgeführt haben, kam es in der Zeit nach der sexuellen Revolution tatsächlich zu verschiedenen Verschiebungen, die das Sexualitätsdispositiv nicht unangetastet ließen. Dazu zählen etwa Prozesse der Normalisierung oder die Ablösung der Psychoanalyse als therapeutische Leitdisziplin zugunsten von verhaltenstherapeutischen oder systemischen Ansätzen.[107] Die meisten Stimmen aus jener Zeit bewegten sich zwar noch innerhalb des Diskurses über die Sexualität, demzufolge das Sexuelle als Ort der Wahrheit über sich selbst und als Ansatzpunkt für die Befreiung imaginiert wird. Dies vermag jedoch nicht zu verbergen, dass sich gleichzeitig eine Änderung abzuzeichnen begann: Die Erforschung der Sexualität begann, dem allgemeinen Imperativ, mit neuen Techniken (optimierend) auf den Körper einzuwirken, Platz zu machen. Die das Sexualitätsdispositiv kennzeichnende konflikthafte Beziehung zwischen der Sprache beziehungsweise der Wahrheit einerseits und dem Körper andererseits begann sich aufzulösen. Heute ist der Sex zu einem Mittel unter anderen geworden, persönliches „Glück“ zu erreichen. Dies zeigt beispielsweise der Befund von Stefanie Duttweiler. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass innerhalb der von ihr untersuchten Glücksratgeber das Sexuelle bloß eine marginale Stellung einnimmt.[108]

Ist das Sexualitätsdispositiv, das die Geschichte des 20. Jahrhundert so deutlich geprägt hat, also tatsächlich an seinem Ende angelangt? Wir möchten vor solchen voreiligen Schlüssen warnen. Wie erste zeitgeschichtliche Studien zur Sexualität in den 1980er- und 1990er-Jahren zeigen, hatte es damals keineswegs an Bedeutung verloren. Vielmehr zeigt sich eine Parallelität von verschiedenen Dispositiven des Umgangs mit Körpern und Beziehungen.[109] Dieser Befund lässt sich auch auf heute übertragen, wenn man – jenseits von Lustlosigkeit und anything goes – berücksichtigt, wie wichtig die Sexualität nach wie vor für die Konstruktion von Selbstverhältnissen ist. Es ist möglicherweise viel stärker, als es von der bisherigen Forschung berücksichtigt wurde, eine Frage des medialen und kommunikativen Kontextes, wie über Körper und Beziehungen gesprochen wird.

Damit deutet sich auch jener Bereich an, in dem die größten Forschungslücken in der Historiographie des Sexuellen im 20. Jahrhundert bestehen: die Zeitgeschichte und insbesondere die letzten beiden Jahrzehnte des Jahrhunderts. Dies ist nicht erstaunlich, hat doch die Geschichtswissenschaft auch in anderen Feldern erst jüngst begonnen, die Zeit seit der Mitte der 1970er-Jahre in den Blick zu nehmen. Hier kann und muss eine medien- und kommunikationstheoretisch informierte Geschichte von Körpern und zwischenmenschlichen Beziehungen einen wichtigen Beitrag leisten. Weitere Forschungsdesiderate, auf die wir in der vorliegenden Studie nicht genauer eingegangen sind, stellen die Beziehungen von Lebensaltern und Sexualität[110] sowie eine verstärkte Fokussierung auf die Hetero-Sexualität dar, also auf die Körper und Beziehungen derjenigen, die nicht aufgrund ihres als deviant betrachteten Verhaltens schon früh in den Blick von Sexual- und anderen Wissenschaften sowie der Betroffenen selbst geraten sind.[111]

Bleibt zum Schluss noch die in der Einleitung gestellte Frage nach (dem Sinn von) Neuerungen in theoretischer Hinsicht. Folgt man Angerer, so hat die Kunst „über weite Strecken ihre Sprache verloren und nicht nur keine Angst mehr vor den Affekten, sondern konzentriert sich auf Selbsterfahrung und Großereignisse.“ Auch die Problematik des in der gegenwärtigen Kulturtheorie des Körpers so zentralen Affekt-Begriffs bestehe darin, Differenz und Sprache zu verabschieden und stattdessen in der Beschreibung „einer körperlichen Reiz-Reaktionsbeziehung [zu] verharren“.[112] Körper und Affekte würden nicht mehr als symbolisch markiert und damit von den historischen Veränderungen des Sozialen abhängig behandelt. Damit drohten die Fähigkeit zur Kritik abhanden zu kommen und die durchaus vorhandenen kritischen Absichten in eine Affirmation gegenwärtiger Regulierungsweisen zu münden. Demgegenüber sollte unseres Erachtens an einer Geschichtswissenschaft festgehalten werden, die gerade auf der durch die Sprache bereitgestellten Möglichkeit basiert, Differenz zu artikulieren. Poststrukturalistische Herangehensweisen erklären genau dies zu ihrem Kernanliegen, weshalb eine sich als kritische Geschichte der Gegenwart verstehende Historiographie der Sexualität nicht hinter diesen Standard zurück gehen sollte, kämen die Alternativen noch so attraktiv und mit dem Nimbus des Neuen daher. Mag das Träumen von einer „anderen Ökonomie der Körper und der Lüste“ zu Foucaults Lebzeiten durchaus politisch-emanzipative Züge getragen haben, so ist diese Qualität heute zumindest in Frage zu stellen. An poststrukturalistischen Herangehensweisen festzuhalten – und dazu zählen wir trotz entsprechender Debatten der Einfachheit halber auch diejenige Foucaults – bedeutet jedoch nicht, dass sie und ihre Vertreterinnen und Vertreter nicht selbst der geschichtswissenschaftlichen Betrachtung unterzogen werden können. Gerade die Geschichte der Sexualitätsgeschichtsschreibung zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Positionen immer wieder einer kritischen Beurteilung zu unterziehen.[113]

Anmerkungen:
[1] Wir danken Pascal Eitler, Jürgen Martschukat und Annika Wellmann für ihre kritischen Einwände und weiterführenden Kommentare.
[2] So etwa bei Edward R. Dickinson / Richard F. Wetzell, The Historiography of Sexuality in Modern Germany, in: German History 23,3 (2005) (Special Issue), S. 291-292.
[3] Franz X. Eder, Kultur der Begierde. Eine Geschichte der Sexualität, 2. erweiterte Auflage, München 2009, S. 7.
[4] Vgl. dagegen für eher psychoanalytische Herangehensweisen die Beiträge von Jean Clam, Robert Pfaller und Irene Berkel in: Irene Berkel (Hrsg.), Postsexualität. Zur Transformation des Begehrens, Gießen 2009; aus einer sexualwissenschaftlichen Perspektive und mit einer kulturpessimistischen Tendenz: Volkmar Sigusch, Neosexualitäten. Über den kulturellen Wandel von Liebe und Perversion, Frankfurt am Main 2005. Für diese Diskussion und eine Systematisierung der aktuellen Arbeiten zur Sexualitätsgeschichte des und im deutschsprachigen Raum vgl. ferner Dickinson / Wetzell, The Historiography of Sexuality in Modern Germany.
[5] Eder, Kultur der Begierde, S. 211–241. Für weitere neuere Übersichtsdarstellungen vgl. H.G. Cocks / Matt Houlbrook (Hrsg.), Palgrave Advances in the Modern History of Sexuality, Basingstoke 2006, das den gesamten nordatlantischen Raum abdeckt und, anders als der historisch aufgebaute Band von Eder, eine systematische Darstellung aufweist; Jeffrey Weeks, The World We Have Won. The Remaking of Erotic and Intimate Life, London 2007, der in seinem persönlich gefärbten Rückblick eine komplexe, letztlich aber doch lineare Geschichte der „Demokratisierung“ und „Liberalisierung“ seit 1945 beschreibt und den Einfluss des Handelns von sozialen Bewegungen betont; Anna Clark, Desire: A History of European Sexuality, London 2008, S. 162-221, mit speziellem Fokus auf die Konsumgesellschaft.
[6] Eder, Kultur der Begierde, S. 24.
[7] Vgl. dazu das materialreiche, aber kaum an die hier diskutierten Debatten anknüpfende Buch von Volkmar Sigusch (Geschichte der Sexualwissenschaft, Frankfurt am Main 2008).
[8] Vgl. dazu Abschnitte 3 und 4.
[9] Vgl. die Übersicht bei Eder, Kultur der Begierde, S. 201-204.
[10] Vgl. dazu beispielsweise Natalia Gerodetti, Modernising Sexualities. Towards a Socio-Historical Understanding of Sexualities in the Swiss Nation, Bern 2005, welche die Debatten über das erste schweizerische Sexualstrafrecht untersucht. Zu aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der rechtlichen Gleichstellung homosexueller Paare vgl. Daniel Borillo, La surveillance juridique des pratiques sexuelles légitimes. L'institution de la norme conjugale, in: Didier Fassin / Dominique Memmi (Hrsg.), Le gouvernement des corps, Paris 2004, S. 185-206.
[11] Vgl. dazu Roger Davidson / Lesley A. Hall (Hrsg.), Sex, Sin and Suffering. Veneral Disease and European Society since 1870, London 2001.
[12] Vgl. Peter-Paul Bänziger, „Risiko-Management“: Aids und HIV in den achtziger Jahren, in: Magdalena Beljan / Pascal Eitler (Hrsg.), Sexualität und Normalität, Genealogische Perspektiven auf Westdeutschland, Österreich und die Schweiz (im Erscheinen); Magdalena Beljan, Rosa Zeiten. Eine diskursanalytische Untersuchung zur Homosexualität in der BRD unter besonderer Berücksichtigung der 1970er und 1980er Jahre, Dissertation, Universität Luxemburg 2010, S. 138-188.
[13] Weeks, The World We Have Won, S. XII.
[14] Vgl. zur Sexualitätsgeschichte als Konsumgeschichte: Pascal Eitler, Sexualität als Ware und Wahrheit. Körpergeschichte als Konsumgeschichte, in: Heinz-Gerhard Haupt / Claudius Torp (Hrsg.), Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990: Ein Handbuch, Frankfurt am Main / New York 2009, S. 370-388.
[15] Zum Begriff der Normalisierung vgl. Jürgen Link, Versuch über den Normalismus. Wie Normalität produziert wird, Göttingen 2006, bes. S. 73-80; vgl. ferner Tilmann Walter, Begrenzung und Entgrenzung. Zur Genealogie wissenschaftlicher Debatten über Sexualität, in: Claudia Bruns / Ders. (Hrsg.), Von Lust und Schmerz. Eine historische Anthropologie der Sexualität, Köln 2004, S. 165-174.
[16] Vgl. dazu im Anschluss an Michel Foucault grundlegend Sabine Maasen, Genealogie der Unmoral. Zur Therapeutisierung sexueller Selbste, Frankfurt am Main1998.
[17] Niklas Luhmann, Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität, Frankfurt am Main 2001; vgl. auch Peter Fuchs, Liebe, Sex und solche Sachen. Zur Konstruktion moderner Intimsysteme, Konstanz 1999.
[18] Ulrich Beck / Elisabeth Beck-Gernsheim, Das ganz normale Chaos der Liebe, Frankfurt am Main 1990; Anthony Giddens, The Transformation of Intimacy. Sexuality, Love & Eroticism in Modern Societies, Stanford 1992.
[19] Cas Wouters, Sex and Manners: Female Emancipation in the West, 1890-2000, London 2004.
[20] Hera Cook, The Long Sexual Revolution: English Women, Sex, and Contraception 1800-1975, Oxford 2004.
[21] Kate Fisher, Birth Control, Sex, and Marriage in Britain 1918-1960, Oxford 2006.
[22] Vgl. dazu beispielsweise Egbert Klautke, Rassenhygiene, Sozialpolitik und Sexualität. Ehe und Sexualberatung in Deutschland 1918-1945, in: Bruns / Walter, Von Lust und Schmerz, S. 293-312.
[23] Fisher, Birth Control, S. 239.
[24] Sybille Buske, Fräulein Mutter und ihr Bastard. Eine Geschichte der Unehelichkeit in Deutschland 1900-1970, Göttingen 2004. Die großen Hoffnungen, die sie mit dem modernisierungstheoretischen Konzept der „Liberalisierung“ verbindet, sind jedoch nicht erst mit der Wahl von Kristina Schröder zur deutschen Familienministerin mehr als fraglich geworden.
[25] Caroline Arni, Entzweiungen. Die Krise der Ehe um 1900, Köln 2004. Zu den Beziehungsvorstellungen um die Jahrhundertwende vgl. auch Sandra Ellen Schroers inhaltsanalytische Studie über die „free love“-Bewegung (State of ‚The Union‘. Marriage and Free Love in the Late 1800s, New York 2005), die insbesondere auf die unterschiedlichen Motive von Frauen und Männern eingeht. Für das 20. Jahrhundert vgl. ferner Ute Gerhard, Die Ehe als Geschlechter- und Gesellschaftsvertrag. Zum Bedeutungswandel der Ehe im 19. und 20. Jahrhundert, in: Ingrid Bauer u.a. (Hrsg.), Liebe und Widerstand. Ambivalenzen historischer Geschlechterbeziehungen, Wien 2005, S. 449-468; Karin Hausen, Die Ehe in Angebot und Nachfrage. Heiratsanzeigen historisch durchmustert, in: Bauer u.a., Liebe und Widerstand, S. 428-448; Marlis Buchmann und Manuel Eisner, Selbstbilder und Beziehungsideale im 20. Jahrhundert. Individualisierungsprozesse im Spiegel von Bekanntschafts- und Heiratsinseraten, in: Stefan Hradil (Hrsg.), Differenz und Integration. Die Zukunft moderner Gesellschaften, Frankfurt am Main 1997, S. 343-357), die sich allerdings stark für allgemeine („Individualisierungs-“) Prozesse interessieren und dem Faktor Geschlecht und dem Bereich des Sexuellen keine Aufmerksamkeit schenken. Letzteres gilt auch für den Aufsatz von Rosemarie Nave-Herz (Die These über den Zerfall der Familie, in: Jürgen Friedrichs u.a. (Hrsg.), Die Diagnosefähigkeit der Soziologie. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderheft 38, Opladen 1998, S. 286-315). Die Verknüpfung von Beziehungs- und Sexualbiographien hingegen untersucht die auf quantitativen und qualitativen Daten beruhende soziologische Studie von Silja Matthiesen, Wandel von Liebesbeziehungen und Sexualität. Empirische und theoretische Analysen, Gießen 2007. Auch sie stützt sich auf individualisierungstheoretische Argumentationen.
[26] Vgl. dazu Beck und Beck-Gernsheim, Das ganz normale Chaos; Giddens, Transformation of Intimacy; Gunter Schmidt, Das Verschwinden der Sexualmoral. Über sexuelle Verhältnisse, Hamburg 1996; Cornelia Koppetsch, Liebe und Partnerschaft: Gerechtigkeit in modernen Paarbeziehungen, in: Kornelia Hahn / Günter Burkart (Hrsg.), Liebe am Ende des 20. Jahrhunderts. Studien zur Soziologie intimer Beziehungen, Opladen 1998, S. 111-129; Sigusch, Neosexualitäten; Peter-Paul Bänziger, Sex als Problem. Körper und Intimbeziehungen in Briefen an die „Liebe Marta“, Frankfurt am Main 2010.
[27] Dagmar Herzog, Hubris and Hypocrisy, Incitement and Disavowal: Sexuality and German Fascism, in: Dies. (Hrsg.), Sexuality and German Fascism, New York 2005, S. 5-6.
[28] Dagmar Herzog, Sexual Morality in 1960s West Germany, in: German History 23,3 (2005), S. 371-384, hier: S. 373. Für die Debatte um die Sexualpolitik im Nationalsozialismus vgl. auch Eder, Kultur der Begierde, S. 188-209 sowie die Beiträge von Elizabeth D. Heineman und Annette F. Timm in: Herzog, Sexuality and German Fascism. Eine problematische Aufnahme dieser Diskussion in der populärwissenschaftlichen Publizistik findet sich in Anna Maria Sigmunds Buch „Das Geschlechtsleben bestimmen wir“. Sexualität im Dritten Reich, München 2008. Die Autorin stellt – in direktem Anschluss an den Erinnerungsmainstream – Hitler und „die Nationalsozialisten“ der „Bevölkerung“ gegenüber, die nicht getan habe, was erstere von ihr wollten.
[29] Das bedeutet freilich nicht, dass nicht auch die weiteren verfolgten Gruppen wie Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Behinderte und „Kriminelle“ im Zusammenhang mit „ihrer“ angeblichen Sexualität zusätzlich stigmatisiert worden wären. Hier stand das Sexuelle jedoch meistens nicht im Zentrum der Argumentation. Zur Geschichte der Verfolgung Homosexueller vgl. Elizabeth D. Heineman, Sexuality and Nazism: The Doubly Unspeakable?, in: Herzog, Sexuality and German Fascism, S. 65; ein Literaturbericht findet sich auf S. 33-42 sowie in: Stefan Micheler, Selbstbilder und Fremdbilder der „Anderen“. Männer begehrende Männer in der Weimarer Republik und der NS-Zeit, Konstanz 2005, S. 60-64. Für die neuere Forschung vgl. zudem den ein breites Themenspektrum abdeckenden Sammelband von Burkhard Jellonnek und Rüdiger Lautmann (Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle. Verdrängt und ungesühnt, Paderborn 2002) sowie den von Susanne zur Nieden herausgegebenen Band zur politischen Instrumentalisierung von Homophobie (Homosexualität und Staatsraison: Männlichkeit, Homophobie und Politik in Deutschland 1900-1945, Frankfurt am Main 2005). Wenig aufschlussreich hingegen ist das ausschließlich auf Sekundärliteratur beruhende Büchlein von Veronika Weiss (Sexualität und Kontrolle. Verfolgung und Diskriminierung Homosexueller in Österreich im Dritten Reich und heute, Frankfurt am Main 2006).
[30] Vgl. dazu Heineman, Sexuality and Nazism, S. 34.; Erik N. Jensen, The Pink Triangle and Political Consciousness: Gay, Lesbians, and the Memory of Nazi Persecution, in: Herzog, Sexuality and German Fascism, S. 322; Burkhard Jellonnek / Rüdiger Lautmann, Einleitung, in: Dies. (Hrsg.), Nationalsozialistischer Terror, S. 11-13.
[31] Julia Roos, Backlash against Prostitutes' Rights: Origins and Dynamics of Nazi Prostitution Policies, in: Herzog, Sexuality and German Fascism, S. 94.
[32] Vgl. den Literaturbericht von Elisabeth Jean Wood, Sexuelle Gewalt im Krieg. Zum Verständnis unterschiedlicher Formen, in: Insa Eschebach / Regina Mühlhäuser (Hrsg.), Krieg und Geschlecht. Sexuelle Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, Berlin 2008, S. 75-101; vgl. ferner die Diskussion dieser Thematik und deren Einordnung in den umfassenden Kontext der Historisierung von sexualisierter Gewalt und ihren Tätern bei Joanna Bourke (Rape. Sex Violence History, Berkeley 2007, bes. S. 357-386).
[33] Birgit Beck, Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939-1945, Paderborn 2004, S. 335. Ähnlich argumentiert auch Regina Mühlhäuser (Between ‘Racial Awareness’ and Fantasies of Potency: Nazi Sexual Politics in the Occupied Territories of the Soviet Union, 1942-1945, in: Dagmar Herzog (Hrsg.), Brutality and Desire. War and Sexuality in Europe's Twentieth Century, New York 2009, S. 197-220; für eine ausführlichere Darstellung vgl. auch Mühlhäusers jüngst erschienenes, auch auf die Wehrmachtsbordelle, einvernehmliche Beziehungen und die sogenannten „Besatzungskinder“ eingehendes Buch: Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion 1941-1945, Hamburg 2010). Die Unterschiede zwischen der Rassenideologie und der tatsächlichen Flexibilität der Wehrmachtsführung stellten keinen Widerspruch dar, sie seien vielmehr eine pragmatische Taktik angesichts der komplexen Verhältnisse gewesen. Wie Beck stützt sich auch David Raub Snyder (Sex Crimes Under the Wehrmacht, Lyncoln 2007) auf Akten der Wehrmachtsjustiz. Er kommt großenteils zu vergleichbaren Ergebnissen, tendiert jedoch darüber hinaus dazu, den Einfluss der Rassenideologie und -politik auf die militärischen Entscheidungen fast ganz auszublenden.
[34] Wendy Jo Gertjejanssen, Victims, Heroes, Survivors: Sexual Violence on the Eastern Front During World War II, Dissertation University of Minnesota 2004, S. 353-359. Zur Thematik Krieg und Geschlecht allgemein und im Zusammenhang mit den Verbrechen der Wehrmacht und der sexuellen Zwangsarbeit im Besonderen vgl. Eschebach / Mühlhäuser, Krieg und Geschlecht. Der Sammelband geht auch auf den Umgang mit den Verbrechen nach 1945 ein – insbesondere die Arbeit in Gedenkstätten.
[35] Jeffrey Burds, Sexual Violence in Europe in World War II, 1939-1945, in: Politics & Society 37,1 (2009), S. 35-73, Zitat S. 37. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Robert J. Lilly (Taken by Force. Rape and American GIs in Europe during World War II, New York 2007, S. 136; vgl. auch S.163) in seiner Untersuchung von durch US-amerikanische Soldaten verübter sexualisierter Gewalt. Neben den chaotischen Kriegsumständen sei vor allem die Tatsache, dass deutsche Frauen als Feinde betrachtet worden waren, dafür verantwortlich gewesen, dass gegen sie deutlich mehr Übergriffe verübt worden seien als gegen französische und englische Frauen.
[36] Dagegen sei sexualisierte Gewalt in Kriegshandlungen von jenen Gruppen „sehr selten“, die solche Taten grundsätzlich ablehnen, schreibt Wood, Sexuelle Gewalt im Krieg, S. 99-100.
[37] Brigitte Halbmayr, Sexualisierte Gewalt gegen Frauen während der NS-Verfolgung, in: Elke Frietsch / Christina Herkommer (Hrsg.), Nationalsozialismus und Geschlecht. Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefeld 2009, Zitat S. 152.
[38] Robert Sommer, Das KZ-Bordell. Sexuelle Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Paderborn 2009, Zitate S. 243-253, 271 und 275. Zurecht kritisiert Rezensent Raiko Hannemann (in: Sozial.Geschichte Online 2 (2010), S. 204-208) in letzterem Zusammenhang, dass Sommer zu einseitig die Vorbildfunktion sowjetischer Lager betone. Eine Zusammenfassung von Sommers Buch findet sich in Robert Sommer, Camp Brothels: Forced Sex Labour in Nazi Concentration Camps, in: Herzog, Brutality and Desire, S. 168-196. Für eine gut lesbare Einführung in die Thematik vgl. zudem den Begleitband zur Ausstellung Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern (Baris Alakus u.a. (Hrsg.), Sex-Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Wien 2009).
[39] Vgl. dazu und zur Erforschung der Erinnerung an „1968“: Philipp Gassert, Das kurze „1968“ zwischen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur: Neuere Forschungen zur Protestgeschichte der 1960er-Jahre, in: H-Soz-u-Kult, 30.04.2010, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/2010-04-001> (03.08.2010), bes. S. 7-16 und 41-47.
[40] Herzog, Sexual Morality, S. 381-383; Thomas Großbölting, Kirchliche Sexualmoral und jugendliche Sexualität von den 1950er bis 1970er Jahren, in: Deutschland Archiv 39 (2005), S. 56-59 und 62-64.
[41] Vgl. zusammenfassend Franz X. Eder, Die „sexuelle Revolution“ – Befreiung und/oder Repression?, in: Bauer u.a., Liebe und Widerstand, S. 399-404; Ders., Kultur der Begierde, S. 217-223. Eder unterstreicht die Ambivalenz des Umgangs mit dem Sexuellen in den 1950er- und 1960er-Jahren. Die sexuelle Revolution sei deshalb lediglich ein „Höhepunkt eines längerfristigen Prozesses“ (S. 224) gewesen. Ähnlich argumentieren auch Angus McLaren (Twentieth-century Sexuality. A History, Oxford 1999, S. 143-165) sowie Annette F. Timm und Joshua A. Sanborn (Gender, Sex, and the Shaping of Modern Europe. A History from the French Revolution to the Present Day, Oxford 2007, S. 170-171). Trotz des verheißungsvollen Titels verzichtet Mark Fenemore (Sex, Thugs and Rock 'n' Roll. Teenage Rebels in Cold-War East Germany, New York 2007) auf eine Bezugnahme auf diese Thematik. Sexualitätsgeschichtliche Fragestellungen nehmen in seinem Buch allgemein wenig Raum ein.
[42] Eder (Kultur der Begierde, S. 223) argumentiert beispielsweise, dass es bereits in den 1950er-Jahren eine „‘kleine Sexwelle‘“ gegeben habe; vgl. auch Ders., Sexuelle Revolution, S. 412-413; Clark, Desire, Kapitel 10; vgl. auch unten Abschnitt 6.
[43] Zu erwähnen ist im Zusammenhang mit der Medizinisierung vor allem die Geschichte der Geburtenkontrolle im 20. Jahrhundert (Eder, Kultur der Begierde, S. 196-206; Cook, The Long Sexual Revolution; Fisher, Birth Control, Sex, and Marriage). Vgl. auch Hera Cook, Sex and the Doctors: the Medicalization of Sexuality as a Two-way Process in Early to Mid-Twentieth Century Britain, in: Willem de Blécourt / Cornelie Usborne (Hrsg.), Cultural Approaches in the History of Medicine: Mediating Medicine in Early Modern and Modern Europe, Basingstoke 2004, S. 192-211. Anders als Eitler (Sexualität als Ware und Wahrheit, S. 382-388) würden wir auch für die Zeit vor der sexuellen Revolution von Therapeutisierung(en) sprechen. Genauer untersucht werden müssen somit die Genealogie unterschiedlicher therapeutischer Formen und ihre jeweiligen Bezüge zur Sexualität (vgl. dazu auch Abschnitt 7).
[44] So etwa bei Eder, Sexuelle Revolution, S. 402-403.
[45] Pascal Eitler, Die „sexuelle Revolution“ – Körperpolitik um 1968, in: Martin Klimke / Joachim Scharloth (Hrsg.), 1968. Handbuch zur Kultur- und Mediengeschichte der Studentenbewegung, Stuttgart 2007, bes. S. 236-237.
[46] Eder, Kultur der Begierde, S. 221 und 224-225.
[47] Vgl. oben Abschnitt 2.
[48] Walter, Begrenzung und Entgrenzung, S. 170-172; Eitler, Die sexuelle Revolution, 241-243. Vgl. dazu sowie zum Orgasmus und seiner Geschichte seit den 1970er-Jahren auch Christine Kenning, Kontingente Höhepunkte: Geschlechterdisziplinierung und Orgasmus, in: Ilse Lenz u.a. (Hrsg.), Reflexive Körper? Zur Modernisierung von Sexualität und Reproduktion, Opladen 2004, S. 51-83; Bänziger, Sex als Problem, S. 298-325. Die Rolle, die systemische Ansätze, in diesem Prozess gespielt haben, muss noch untersucht werden. Vgl. dazu das Dissertationsprojekt von Jens Elberfeld: Selbst/Regulation. Kybernetik, Psychotherapie und die Regierung des Selbst in der Systemischen Therapie (BRD 1960-1990).
[49] Das bedeutet nicht, dass die Experimente jener Zeit, etwa der Kommune 2, nicht konkrete Versuche darstellten, sexuelle Selbstverhältnisse und Körper zu verändern. Es macht aber wenig Sinn, diese Aktivitäten mit dem begrifflichen Instrumentarium ihrer Protagonistinnen und Protagonisten zu beschreiben.
[50] Herzog, Sexual Morality, S. 376-379; für die Restaurationsversuche der Kirchen in der Nachkriegszeit vgl. Großbölting, Kirchliche Sexualmoral, S. 59-62.
[51] Dagmar Herzog, Sex after Fascism: Memory and Morality in Twentieth-Century Germany, Princeton 2005.
[52] Kristina Schulz, 1968 – Lesarten der „sexuellen Revolution“, in: Matthias Frese u.a. (Hrsg.), Demokratisierung und gesellschaftlicher Aufbruch. Die sechziger Jahre als Wendezeit der Bundesrepublik, Paderborn 2005, S. 132; vgl. dazu auch die informative Lokalstudie von Julie de Dardel, Révolution sexuelle et mouvement de libération des femmes à Genève (1970-1977), Lausanne 2007. Ähnlich situiert auch Ilse Lenz (Aufbruch ins Reich der Sinne nach dem Überdruss im Käfig der Anforderungen? Der Wandel der Thematisierungen von Sexualität und Körpern in der Entwicklung der Neuen Frauenbewegung in Deutschland, in: Dies. u.a., Reflexive Körper, S. 19) die Frauenbewegung jener Zeit zwischen „Kommerzialisierung“ und „Studentenbewegung“. Der Fokus des Aufsatzes liegt aber mehr auf den „zivilgesellschaftlichen“ Interventionen der Bewegung als auf den diskursiven Bedingungen von deren Handeln. Zu den zentralen Autoren der sexuellen Revolution vgl. auch Eitler, sexuelle Revolution, S. 237-241.
[53] Eitler, sexuelle Revolution, S. 237.
[54] Christoph Schlatter, „Merkwürdigerweise bekam ich Neigung zu Burschen“: Selbstbilder und Fremdbilder homosexueller Männer in Schaffhausen 1867 bis 1970, Zürich 2002. Dass klassenspezifische und lokale Handlungskontexte vermehrt berücksichtigt werden sollten, argumentiert auch Matt Houlbrook (Queer London. Perils and Pleasures in the Sexual Metropolis, 1918-1957, Chicago 2005). Auf der Basis einer Vielzahl von unterschiedlichen Quellen – von Polizeireporten bis zu Egodokumenten – und am Beispiel des „queeren“ Lebens in der Stadt London wendet er sich gegen die etablierten linearen Erzählungen der „Konstruktion des modernen Homosexuellen“. Ebenfalls dieser Fragestellung geht die sich auf Gerichtsakten aus Hamburg und Altona sowie auf Freundschaftszeitschriften stützende Studie von Stefan Micheler (Selbstbilder und Fremdbilder) nach. Vor dem Hintergrund der in den Queer Studies geführten Debatten und der Ergebnisse von Studien wie derjenigen von Schlatter dürfte sein Fazit, dass gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen unter Männern „bereits in der Weimarer Republik fast ausschließlich vor dem Hintergrund des Konzeptes der ‚homosexuellen Persönlichkeit‘ betrachtet“ (S. 445) worden seien, zumindest in dieser Verallgemeinerung kaum haltbar sein.
[55] Beljan, Rosa Zeiten.
[56] Wenn Linda Garber sich in ihrer Standortbestimmung der Queer Studies zum asiatischen Raum fragt „Where in the World are the Lesbians?“ (in: Journal of the History of Sexuality 14,1/2 (2005), S. 28-50), lässt sich ihr Befund ohne weiteres auch auf den deutschsprachigen Kontext übertragen.
[57] So betonen beispielsweise Ulrike Repnik (Die Lesben- und Schwulenbewegung in Österreich, Wien 2006, S. 17) und Ruth Ammann (Politische Identitäten im Wandel. Lesbisch-feministisch bewegte Frauen in Bern 1975 bis 1993, Nordhausen 2009, S. 11-15) die Zwischenposition der Lesben zwischen Frauen- und Lesbenbewegung. Die Studie von Ammann ist ein Beispiel für die zahlreichen Mikrostudien zur Homosexualitätsgeschichte, die in den letzten Jahren erschienen sind. Diese Arbeiten nehmen nun auch kleinere Städte und ländliche Regionen in den Blick. Oftmals handelt es sich dabei jedoch um schwer zugängliche universitäre Abschlussarbeiten.
[58] Vgl. etwa Repnik, Lesben und Schwulenbewegung in Österreich; Karin Moser, „Hier muss ich mich als Lesbe nicht erklären“. Ethnographische Zugänge zur Lesbenkultur im Frauenzentrum Zürich, Zürich 2001; Beat Gerber, Lila ist die Farbe des Regenbogens, Schwestern, die Farbe der Befreiung ist rot. Die homosexuellen Arbeitsgruppen der Schweiz (HACH) von 1974-1995, Köniz 1998, bes. S. 116-122 und 128-139.
[59] Für eine übersichtliche Darstellung aktueller Debatten und Fragestellungen vgl. die Einleitung in AG Queer Studies (Hrsg.), Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen, Hamburg 2009. Ausgehend vom in jüngerer Zeit auch im deutschsprachigen Raum vermehrt diskutierten Konzept der Intersektionalität geht der Band insbesondere auf Verschränkungen von Körper und Sexualität mit race und ökonomischen (Macht-) Verhältnissen ein.
[60] Claudia Lang, Intersexualität. Menschen zwischen den Geschlechtern, Frankfurt am Main 2006.
[61] Auf die Genealogie dieser Subjektposition in der frühen Sexualwissenschaft geht Rainer Herrn (Geschlecht als Option: Selbstversuche und medizinische Experimente zur Geschlechtsumwandlung im frühen 20. Jahrhundert, in: Nicolas Pethes / Silke Schicktanz (Hrsg.), Sexualität als Experiment. Identität, Lust und Reproduktion zwischen Science und Fiction, Frankfurt am Main, S. 45-70.) ein. Er schreibt, dass nicht zuletzt die Rezeption der Hormonforschung in den 1910er-Jahren Geschlechtsumwandlungen denkbar gemacht hätten. Davor sei lediglich eine „Neutralisierung des Geschlechtskörpers“ (S. 51) angestrebt worden. Vgl. für eine breitere historische Kontextualisierung dieser Diskurse: Rainer Herrn, Schnittmuster des Geschlechts. Transvestitismus und Transsexualität in der frühen Sexualwissenschaft, Gießen 2005; nach wie vor empfehlenswert ist auch Gesa Lindemann, Das paradoxe Geschlecht: Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl, Frankfurt am Main 1993.
[62] Philipp Sarasin, Trans gender – straight sex. Sexuelle Körper und die symbolische Ordnung bei Michel Foucault und der „Lieben Marta“, in: Peter-Paul Bänziger u.a. (Hrsg.), Fragen Sie Dr. Sex! Ratgeberkommunikation und die mediale Konstruktion des Sexuellen, Frankfurt am Main 2010, S. 346-374; Bänziger, Sex als Problem, S. 218-234. Für eine aktuelle soziologische Darstellung der Thematik mit spezieller Berücksichtigung unterschiedlicher Narrative von Transsexualität vgl. auch Richard Ekins / Dave King, The Transgender Phenomenon, London 2006.
[63] Für eine aktuelle Darstellung vgl. Raewyn W. Connell / James W. Messerschmidt, Hegemonic Masculinity: Rethinking the Concept, in: Gender & Society 19,6 (2005), S. 829-859.
[64] Vgl. dazu den ausgezeichneten Überblick von Jürgen Martschukat und Olaf Stieglitz, Geschichte der Männlichkeiten, Frankfurt am Main 2008.
[65] Martin Lücke, Männlichkeit in Unordnung. Homosexualität und männliche Prostitution in Kaiserreich und Weimarer Republik, Frankfurt am Main 2008.
[66] Vgl. auch Martschukat / Stieglitz, Geschichte der Männlichkeiten, S. 64-73, die gleichzeitig darauf hinweisen, dass das Konzept durchaus hilfreich sein könne, „um Verschiebungen von Männlichkeitsentwürfen und Geschlechterbeziehungen in den Griff zu kriegen.“ (S. 82) Für eine gelungene Umsetzung dieses Programms am Beispiel der Diskurse über Geschlecht in der Nachkriegszeit vgl. Annette Brauerhoch, Fräuleins und GIs.
[67] Ines Kappert, Der Mann in der Krise. Oder: Kapitalismuskritik in der Mainstreamkultur, Bielefeld 2008; vgl. auch Felix Krämer, Playboy tells his story. Geschichte eines Krisenszenarios um die hegemoniale US-Männlichkeit der 1970er Jahre, in: Feministische Studien 27,1 (2009), S. 83-96.
[68] Bänziger, Sex als Problem, S. 302-321; zu geschlechtlichen Aspekten des Orgasmus in jener Zeit vgl. auch Kenning, Kontingente Höhepunkte, S. 69-80.
[69] Kenning (Kontingente Höhepunkte, S. 61 und 67-68) beschreibt die „Lustlosigkeit“ als dominantes Thema der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre.
[70] Yvonne Bauer, Sexualität – Körper – Geschlecht. Befreiungsdiskurse und neue Technologien, Opladen 2003. Die kritische Forderung von Rezensent Pascal Eitler (Lustverlust? Sexualforschung und sexuelle Befreiung, in: querelles-net 12 (2004)), dass eine Ausweitung der Quellenbasis auf populäre Medien wünschenswert wäre, findet bei Kenning (Kontingente Höhepunkte) anhand einer Auswertung der Zeitschrift „Psychologie Heute“ teilweise Gehör.
[71] Vgl. dazu auch Abschnitt 7.
[72] Sabine Grenz / Martin Lücke (Hrsg.), Verhandlungen im Zwielicht. Momente der Prostitution in Geschichte und Gegenwart, Bielefeld 2006, Zitat Klappentext.
[73] Sabine Grenz, (Un)heimliche Lust: über den Konsum sexueller Dienstleistungen, Wiesbaden 2005.
[74] Christina von Braun, Das Geld und die Prostitution, in: Grenz / Lücke, Verhandlungen im Zwielicht, S. 23-41.
[75] Philipp Sarasin u.a. (Hrsg.), Wertes Fräulein, was kosten Sie? Prostitution in Zürich, 1875-1925, Baden 2004.
[76] Lücke, Männlichkeit in Unordnung, S. 299. Wie bei anderen Themen auch scheitert sein Bemühen jedoch angesichts der schwierigen Quellensituation weitgehend.
[77] Vgl. die Hinweise von Eitler, Sexualität als Ware und Wahrheit, bes. S. 373-374 und 385; zur These der Orientalisierung vgl. auch Eitler, sexuelle Revolution, S. 243-244. Als Beispiele für solche Fragestellungen vgl. Beljan (Rosa Zeiten, S. 130-137) im Zusammenhang mit Homosexualität sowie Esther Sabelus (Die weiße Sklavin. Mediale Inszenierungen von Sexualität und Großstadt um 1900, Berlin 2009) zu den Debatten um und medialen Inszenierungen der „weißen Sklavin“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dass mit der Orientalisierung (der europäischen wie der außereuropäischen Sexualität) zugleich ein ausgeprägter Rassismus und ein Export heteronormativer Vorstellungen in die islamische Welt einher geht, lässt sich aus der Lektüre von Georg Klaudas sehr lesenswertem Büchlein „Die Vertreibung aus dem Serail“. Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt, Hamburg 2008, folgern. Nur zu einem gewissen Grad problematisch ist der Umstand, dass Klauda mit Übersetzungen arbeitet, da er sich trotzdem eingehend mit den Originalausdrücken aus dem Arabischen beschäftigt und so den Wandel der Bedeutungen einzelner Begriffe nachvollziehen kann.
[78] Vgl. dazu Herbert A. Otto, A Short History of Sex Toys with an Extrapolation for the New Century, in: James Elias u.a. (Hrsg.), Porn 101. Eroticism, Pornography, and the First Amendment, New York 1999, S. 437-444; Cynthia Ann Moya, Artificial Vaginas and Sex Dolls: An Erotological Investigation, PhD Dissertation, The Institute for Advanced Study of Human Sexuality, San Francisco 2006.
[79] Ein ausgezeichneter Überblick findet sich bei Eitler, Sexualität als Ware und Wahrheit.
[80] Eva Illouz, Der Konsum der Romatik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus, Frankfurt am Main 2003; ähnlich auch die Beiträge von Eva Illouz, Cornelia Koppetsch, Rolf Haubl und Andreas Hirseland u.a. in WestEnd 1 (2005); Christine Wimbauer, Geld und Liebe. Zur symbolischen Bedeutung von Geld in Paarbeziehungen, in: Konrad Paul Liessmann (Hrsg.), Geld. Was die Welt im Innersten zusammenhält, Wien 2009, S. 121-147; mit Fokus auch auf die Sexualität: Peter-Paul Bänziger, Liebe tun. Arbeiten an einer Emotion am Ende des 20. Jahrhunderts, in: Historische Anthropologie 17,1 (2009), S. 1-16.
[81] Heiko Stoff, Der Orgasmus der Wohlgeborenen: Die sexuelle Revolution, Eugenik, das gute Leben und das biologische Versuchslabor, in: Jürgen Martschukat (Hrsg.), Geschichte schreiben mit Foucault, Frankfurt am Main 2002, S. 170-192.
[82] Heiko Stoff, Identität und Differenz: Zur Diskursgeschichte der Sexualität zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in: Pethes / Schicktanz, Sexualität als Experiment, S. 29.
[83] Vgl. dazu Eitler, Sexualität als Ware und Wahrheit, S. 371.
[84] Elizabeth D. Heineman, The Economic Miracle in the Bedroom: Big Business and Sexual Consumption in Reconstruction West Germany, in: The Journal of Modern History 78,4 (2006), S. 846-877.
[85] Antke Engel, Ökonoqueer. Sexualität und Ökonomie im Neoliberalismus, in: AG Queer Studies, Verqueerte Verhältnisse, S. 102. In ihrem Buch (Bilder von Sexualität und Ökonomie. Queere kulturelle Politiken im Neoliberalismus, Bielefeld 2009) beschreibt Engel diese Problematik anhand von Untersuchungen zahlreicher aktueller Bilder. Gleichzeitig weist sie auf die Widersprüche „neoliberaler“ Anrufungen hin und nimmt diese zum Anlass, nach den Möglichkeiten kritischen Handelns zu fragen.
[86] Renate Lorenz, Aufwändige Durchquerungen. Subjektivität als sexuelle Arbeit, Bielefeld 2009; eine Darstellung der theoretischen Überlegungen sowie einzelner zentraler Aspekte der Studie findet sich in knapper Form auch in Renate Lorenz, Pervers sexuell arbeiten im Kontext neoliberaler Ökonomie, in: AG Queer Studies, Verqueerte Verhältnisse, S. 131-147.
[87] Nach wie vor grundlegend ist Linda Williams, Hard Core. Macht, Lust und die Traditionen des pornographischen Films, Basel 1995. Ebenfalls schon etwas älter aber nach wie vor empfehlenswert für die Geschichte des pornographischen Bildes ist auch Michael Köhler / Gisela Barche (Hrsg.), Das Aktfoto. Ansichten vom Körper im fotografischen Zeitalter. Ästhetik, Geschichte, Ideologie, München 1985. Für die internationale Forschung vgl. ferner James Elias u.a. (Hrsg.), Porn 101; Eitler, Sexualität als Ware und Wahrheit, S. 374-378 und 381-386.
[88] Vgl. dazu verschiedene Beiträge in Elias et al., Porn 101; Judith Butler, The Force of Fantasy. Feminism, Mapplethorpe, and Discursive Excess, in: Drucilla Cornell (Hrsg.), Feminism and Pornography, Oxford 2000, S. 487-508.
[89] Bänziger, Sex als Problem, S. 291-297; Anita Wellmann, Wie der Sex in die Zeitung kam. Mediale Ratgeberkommunikation in der Schweiz 1980-1995, Dissertation Universität Zürich 2009, Kapitel 4.
[90] So argumentiert Sven Lewandowski (Sexualität in den Zeiten funktionaler Differenzierung. Eine systemtheoretische Analyse, Bielefeld 2004, S. 194), dass die Pornographie als partieller Modus der „Selbstbeschreibung des Sexualitätssystems“ diene, indem sie die „Steigerungslogik systemeigener Operationen“ aufzeige.
[91] Pascal Eitler, Die Produktivität der Pornographie: Visualisierung und Therapeutisierung der Sexualität nach 1968, in: Pethes / Schicktanz, Sexualität als Experiment, S. 255-274.
[92] Sabelus, weiße Sklavin.
[93] Andrea Slane, A Not So Foreign Affair. Fascism, Sexuality, and the Cultural Rhetoric of American Democracy, Durham 2001. Rezensent Michael E. Birdwell (The American Historical Review 107,2 (2002), S. 574-575) kritisiert allerdings, dass Slane teilweise den Kontext der Filme vernachlässige und wenig differenzierte Konzepte verwende.
[94] Julia Stegmann, „Extremismus“ als Adoleszenzkrise. Neonazistische Männlichkeit im postnazistischen Film, in: Ann-Kristin Düber / Falko Schnicke (Hrsg.), Perspektive – Medium – Macht. Zur kulturellen Codierung neuzeitlicher Geschlechterdispositionen, Würzburg 2010 (im Druck); Dies., „Rechte im Film – Filme gegen rechts?“, in: Gideon Botsch u.a. (Hrsg.), Politik des Hasses. Antisemitismus und radikale Rechte in Europa, Hildesheim 2010, S. 243-255.
[95] Brauerhoch, Fräuleins und GIs.
[96] Harry G. Cocks, Saucy stories: pornography, sexology and the marketing of sexual knowledge in Britain, c. 1918-70, in: Social History 29,4 (2004), S. 465-484.
[97] Franz X. Eder, Das Sexuelle beschreiben, zeigen und aufführen. Mediale Strategien im deutschsprachigen Sexualdiskurs von 1945 bis Anfang der siebziger Jahre, in: Bänziger u.a., Fragen Sie Dr. Sex!, S. 94-122.
[98] Vgl. dazu sowie zur Geschichte der Sexualerziehung im 20. Jahrhundert und den darin verhandelten Vorstellungen von Kindheit, Jugend und Geschlecht den von Lutz D.H. Sauerteig und Roger Davidson herausgegebenen, über Nordwesteuropa hinaus blickenden Sammelband Shaping Sexual Knowledge. A Cultural History of Sex Education in Twentieth Century Europe, London 2009. Im einleitenden Kapitel geben die Herausgeber darüber hinaus eine konzise Darstellung der bisherigen Forschung. Vgl. auch Rudolf Helmstetter, Der stumme Doktor als guter Hirte. Zur Genealogie der Sexualratgeber, in: Bänziger u.a., Fragen Sie Dr. Sex!, S. 58-93.
[99] Vgl. allgemein die Einleitung sowie den Beitrag von Sabine Maasen, Sexualberatung auf dem Boulevard. Ein Beitrag zur Genealogie normal/istisch/er Selbstführungskompetenz, in: Bänziger u.a., Fragen Sie Dr. Sex!, S. 317-345; Stefanie Duttweiler, Subjektivierung im Modus medialisierter Sexualberatung, in: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 104 (2008), S. 45-65.
[100] Lutz D.H. Sauerteig, Junge oder Mädchen – Frau oder Mann? Die Herstellung visueller Selbstverständlichkeiten in der Sexualaufklärung im 20. Jahrhundert, in: Werkstatt Geschichte 47 (2008), S. 40-60; Ders., „Wie soll ich es nur anstellen, ohne etwas falsch zu machen?“ Der Rat der Bravo in Sachen Sex in den sechziger und siebziger Jahren, in: Bänziger u.a., Fragen Sie Dr. Sex, S. 124-159.
[101] Vgl. dazu Beatrice Schwitter, „Erst mit Siebzig erlebte ich meinen ersten Höhepunkt“. Zur Produktion von sozialem Wissen in der Schweiz durch die Kolumne der „Lieben Marta“, 1980-1995, in: Nikola Langreiter u.a. (Hrsg.), Wissen und Geschlecht, Wien 2008, S. 121-132; Dies., Sexualaufklärung als biographisches Element in brieflichen Narrationen, in: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 104 (2008), S. 83-100; Annika Wellmann, Wie der Brief in die Zeitung kam. Zur Medialisierung von Ratgesuchen an die „Liebe Marta“ im Blick, in: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 104 (2008), S. 29-43; Dies., Wie der Sex in die Zeitung kam; Stefanie Duttweiler, Fragen Sie die „Liebe Marta“. Sexualberaterinnen als Sinnstifterinnen, in: Michael N. Ebertz / Rainer Schützeichel (Hrsg.), Sinnstiftung als Beruf, Wiesbaden 2010, S. 199-218; Bänziger, Sex als Problem sowie die Beiträge von Bänziger, Duttweiler, Maasen, Sarasin, Schwitter und Wellmann in: Bänziger u.a., Fragen Sie Dr. Sex!
[102] Für die Beratung im Internet vgl. Stefanie Duttweiler, Frequently asked questions. Problematisierung des Sexuellen in der Sexualberatung im Internet, in: zeitenblicke 7,2 (2008), <http://www.zeitenblicke.de/2008/3/duttweiler> (20.10.2010); Nicola Döring, Sexualität im Internet. Ein aktueller Forschungsüberblick, in: Zeitschrift für Sexualforschung 21,4 (2008), S. 291-318; Stefanie Duttweiler, „Liebe Marta“ und „Frag Beatrice“. Vom Leserbrief zum virtuellen Rat, in: Bänziger u.a., Fragen Sie Dr. Sex!, S. 283-316.
[103] Fight Club (USA 1999; R: David Fincher), 0:05:37. Horchow ist ein Versandhaus für relativ luxuriöse Einrichtungsgegenstände, hauptsächlich Antiquitäten.
[104] Jean Clam, Lässt sich postsexuell begehren? Zur Frage nach der Denkbarkeit postsexueller Begehrensregime, in: Irene Berkel (Hrsg.), Postsexualität. Zur Transformation des Begehrens, Gießen 2009, S. 11-29; Jörn Ahrens, Die Aufgabe des Sexus: Sexualität als Ennui und Reproduktionsmedizin als Erlösung in Michel Houellebecqs Romen Elementarteilchen, in: Pethes / Schicktanz, Sexualität als Experiment, S. 349-366.
[105] Marie-Luise Angerer, Vom Begehren nach dem Affekt, Zürich 2007, S. 13.
[106] Ahrens, Aufgabe des Sexus, S. 356.
[107] Zur Rolle der Sexualität in der aktuellen psychoanalytischen Diskussion vgl. Susann Heenen-Wolff, Abschied vom Schiboleth? Über das Verschwinden der Sexualität in der zeitgenössischen Psychoanalyse, in: Irene Berkel (Hrsg.), Postsexualität, S. 169-190.
[108] Stefanie Duttweiler, Sein Glück machen. Arbeit am Glück als neoliberale Regierungstechnologie, Konstanz 2007, S. 202 (Fussnote 255) und 210.
[109] Vgl. dazu beispielsweise Bänziger, Sex als Problem, S. 230.
[110] Vgl. Annika Wellmann, Alte Liebe rostet nicht. Alterssexualität in der Ratgeberliteratur der 1980er und 1990er Jahre, in: Sabine Mehlmann / Sigrid Ruby (Hrsg.), „Für Dein Alter siehst Du gut aus!“ Von der Un/Sichtbarkeit des alternden Körpers im Horizont des demographischen Wandels. Multidisziplinäre Perspektiven, Bielefeld 2010, S. 89-106.
[111] Eder, Kultur der Begierde, S. 24; Lutz D.H. Sauerteig / Roger Davidson, Shaping Sexual Knowledge of the Young. Introduction, in: Dies., Shaping Sexual Knowledge, S. 1.
[112] Angerer, Begehren, S. 13.
[113] Vgl. dazu die schwerpunktmäßig die Historiographie der Gleichgeschlechtlichkeit diskutierenden Beiträge in der von Julian Carter und Leslie A. Hall herausgegebenen Sondernummer des Journal of the History of Sexuality (Special Issue: Studying the History of Sexuality: Theory, Methods, Praxis, Journal of the History of Sexuality 14,1/2 (2005)).

Bibliografie

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4 Internetdokumente
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Rezensionen
Michael E. Birdwell, Rezension zu: Andrea Slane, A Not So Foreign Affair: Fascism, Sexuality, and the Cultural Rhetoric of American Democracy, in: The American Historical Review 107,2 (2002), S. 574–575.

Pascal Eitler, Lustverlust? Sexualforschung und sexuelle Befreiung. Rezension zu: Yvonne Bauer, Sexualität - Körper - Geschlecht. Befreiungsdiskurse und neue Technologien, in: querelles-net 12 (2004) (20.10.2010).

Raiko Hannemann, Rezension zu: Robert Sommer, Das KZ-Bordell. Sexuelle Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, in: Sozial.Geschichte Online 2 (2010), S. 204–208.

Forschungsberichte
Nicola Döring, Sexualität im Internet. Ein aktueller Forschungsüberblick, in: Zeitschrift für Sexualforschung 21,4 (2008), S. 291-318.

Philipp Gassert, Das kurze „1968“ zwischen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur: Neuere Forschungen zur Protestgeschichte der 1960er-Jahre, in: H-Soz-u-Kult, 30.04.2010, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/2010-04-001> (20.10.2010).

Zitation
Peter-Paul Bänziger / Julia Stegmann: Politisierungen und Normalisierung: Sexualitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum, in: H-Soz-Kult, 05.11.2010, <www.hsozkult.de/literaturereview/id/forschungsberichte-1120>.