Emotionsgeschichte – ein Anfang mit Folgen

Die Geschichte der Gefühle führte lange Jahre eine Randexistenz, hat aber gerade in allerletzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie erscheint heute als ein außerordentlich produktives und innovatives Feld der Geschichtswissenschaft – und das sowohl in empirischer als auch in methodisch-theoretischer Hinsicht. Dieser Forschungsbericht gibt in beide Bereiche Einblick, setzt aber deutliche Schwerpunkte. Im Vordergrund steht die deutsch- und englischsprachige Literatur zur Emotionsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, wenn auch einzelne Arbeiten zur mediävistischen oder antiken Emotionsforschung durchaus Erwähnung finden.
Im ersten Teil werden Ansätze und Methoden der Emotionsgeschichte vorgestellt und diskutiert. Der zweite Teil wirft die Frage auf, was Emotionsgeschichte überhaupt ist und leisten kann: Geschichte von Emotionalität und Emotionen im Plural oder Analyse von Definition, normativer Gültigkeit sowie Handlungsmächtigkeit bestimmter Einzelemotionen. Unterschiedliche Zugänge zur Geschichte eines einzelnen Gefühls werden im dritten Teil am Beispiel der Angst vorgestellt. Teil vier wählt einen thematischen Zugang und präsentiert zwei in den letzten Jahren besonders fruchtbare disziplinäre Zugänge zur Emotionsgeschichte: die Politik-, Kommunikations- und Mediengeschichte einerseits, die Wissenschaftsgeschichte andererseits. Abschließend skizziert der Forschungsbericht auffällige Leerstellen und mögliche Perspektiven der derzeitigen Emotionsgeschichte.

Abstract
The history of emotions had been a marginalized field for many years; lately, however, it has started to attract increasing attention. Currently, the history of emotions is regarded as a highly productive and innovative branch of historiography, both in terms of empirical research and of methodological reasoning. This review offers insight into both these areas. It covers German-language and English-language literature on the history of emotions focusing on the nineteenth and twentieth centuries, although some work on medieval or ancient history of emotions is mentioned, too.
The first part discusses different theoretical and methodological approaches to the history of emotions. The second part raises the questions how a history of emotions can be defined and what it should be concerned with: the history of emotionalities and emotions or the analyses of definitions, normative validity and the shifts in the conceptualization and “agency” of specific emotions. One such specific emotion, the rather extensively researched history of fear, is used in the third part in order to exemplify different ways to access emotions in history. The fourth part is devoted to trends in the two currently most prolific disciplinary fields: political, communication, and media history on the one hand, and history of science on the other. The review concludes with a short outline of today’s research gaps as well as future perspectives in the history of emotions field.

Von
Bettina Hitzer, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

Wo steht die Emotionsgeschichte – heute? Die Antwort fällt nicht leicht: Einigen erscheint sie bestenfalls als marginal, andere erkennen in ihr bereits den vorerst letzten in einer langen Reihe von „turns“ in den Kulturwissenschaften.[1] Vielen gilt sie als verhältnismäßig neues Feld der Geschichtswissenschaft, doch stellt derjenige, der dies Neuland betritt, schnell fest, dass es etliche Vorläufer gibt und auch die Zahl der emotionshistorischen Aufsätze und Studien kaum noch zu überschauen ist.[2] Wer zu lesen beginnt, begreift schnell, dass Emotionsgeschichte oft noch ein Tasten ist. Denn was Emotionsgeschichte leisten kann und wie sie betrieben werden sollte, darüber besteht keinesfalls Einigkeit unter Emotionshistorikern und -historikerinnen.[3] Ist Emotionsgeschichte „nur“ die Entdeckung eines neuen Gegenstandes innerhalb der Geschichte oder geht ihr Anspruch darüber hinaus, handelt es sich um die Definition einer neuen Kategorie von Geschichte, deren systematische Berücksichtigung das heutige Verständnis des historischen Prozesses ebenso tiefgreifend ändern wird wie vor etwa dreißig Jahren das „Geschlecht“?

Emotionsgeschichte, das ist heute vor allem eine produktive Herausforderung. Diese zeigt sich in der Diskussion um ihren Platz in der Geschichte, in der Auseinandersetzung über ihre Methoden sowie auf der Suche nach einem neuen Narrativ von Geschichte. Doch ist die Emotionsgeschichte zugleich Antwort auf verschiedene gesellschaftliche und wissenschaftliche Trends der Gegenwart. Zweifellos reagiert sie auf eine Hochschätzung von Gefühlen, die für die weit verbreitete psychologische und pädagogische Ratgeberliteratur ebenso typisch ist wie für die kognitive Psychologie und die Neurowissenschaften, die sich seit den 1990er-Jahren in immer stärkerem Maße den Emotionen zugewandt haben. Diese Aufwertung von Gefühlen geht oft einher mit der Überzeugung, dass Emotionen ein konstitutives Element der Kognition seien. Ebenso wie die Ethnologie, die Soziologie, Politologie und Philosophie greift die Emotionsgeschichte damit ein aktuelles gesellschaftliches Interesse auf, hinterfragt und historisiert es zugleich in seiner Gegenwartsbezogenheit und Normativität.[4] Aber die Emotionsgeschichte antwortet auch auf Entwicklungen und Diskussionen innerhalb der Geschichtswissenschaft. So wie sie heute geschrieben wird, knüpft sie zwar an den Konstruktivismus der 1980er- und 1990er-Jahre an. Indem sie jedoch Gefühle und damit auch Erfahrung, Körper und Selbst in den Mittelpunkt rückt, greift sie über eine reine Diskursanalyse hinaus, deren Erklärungspotential vor allem nach 9/11 an Überzeugungskraft verloren zu haben scheint.[5]

Da bisher also weder Einigkeit über den Gegenstand und die Reichweite der Emotionsgeschichte noch über ihre Methoden besteht, möchte ich mich in diesem Forschungsbericht nicht auf eine Präsentation der empirischen Forschung beschränken. Denn die Innovationsfähigkeit der Emotionsgeschichte erweist sich gerade in ihrer Verknüpfung von theoretischen, methodischen und empirischen Fragen. So sollen im ersten Teil – ausgehend von den frühen Vorläufern einer Emotionsgeschichte – Ansätze und Methoden der Emotionsgeschichte vorgestellt und diskutiert werden. Der zweite Teil wirft die Frage auf, was Emotionsgeschichte überhaupt ist: Geschichte von Emotionalität und Emotionen im Plural und damit eventuell auch Urheberin einer neuen „großen“ oder zumindest „mittelgroßen“ Erzählung? Oder bedeutet die Emotionsgeschichte doch eher ein Augenmerk für die Definition, die normative Gültigkeit und Handlungsmächtigkeit bestimmter (Einzel-) Emotionen wie der Angst, die im dritten Teil als Beispiel dient? Kann und sollte die Emotionsgeschichte beides anstreben? Teil vier präsentiert schließlich zwei Felder, auf denen die Emotionsgeschichte in den letzten Jahren bereits ihr Innovationspotential gezeigt hat, nämlich auf dem Gebiet der Politik-, Kommunikations- und Mediengeschichte sowie der Wissenschaftsgeschichte. Abschließend möchte ich aktuelle Lücken und zukünftige Perspektiven der Emotionsgeschichte skizzieren.

1. Zugänge zur Emotionsgeschichte
Die Geschichte von Gefühlen ist – wie bereits erwähnt – kein gänzlich neues Forschungsfeld. Oft wird Lucien Febvres Aufsatz „La sensibilité et l’histoire. Comment reconstituer la vie affective d’autrefois?“ (1941) als eine Art frühes Gründungsmanifest der Emotionsgeschichte zitiert.[6] Tatsächlich reichen die Spuren einer Geschichte der Gefühle mindestens fünfzig Jahre weiter zurück, haben bereits Wilhelm Dilthey und Karl Lamprecht sich für eine Erforschung des „seelischen Strukturzusammenhangs“ respektive der „inneren Motivation persönlicher Handlungen“ stark gemacht.[7] Interessanterweise beschäftigten sich alle frühen empirischen Studien, die eine Geschichte der Gefühle in den Blick nahmen, mit dem Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit: sei es nun Johan Huizingas „Herbst des Mittelalters“ (1919), Norbert Elias’ „Über den Prozeß der Zivilisation“ (1939), Febvre selbst mit seinen Forschungen zu Margarete von Navarra sowie schließlich Robert Mandrou und vor allem Jean Delumeaus wegweisende Studie zur Angst im Abendland (1978).[8] Vermutlich war es nicht zuletzt das von Huizinga und Elias entworfene Narrativ einer „Zivilisierung“ und „Rationalisierung“ der Affekte an der Schwelle zur Neuzeit, das für diesen zeitlichen Schwerpunkt verantwortlich zeichnete. Unterhalb dieser Gemeinsamkeit fallen jedoch die unterschiedlichen Zugänge ins Auge, selbst im Hinblick auf die Annales-Historiker, denn Febvre interessierte sich in erster Linie für das semantische Feld individueller Gefühle wie der Liebe, während Mandrou und Delumeau in Anlehnung an eine Geschichte der Mentalitäten die Geschichte kollektiver Gefühle nachzeichnen wollten. In mancher Hinsicht sind diese frühen Arbeiten zur Geschichte der Gefühle jedoch eindrucksvolle Solitäre geblieben. Das gilt auch für andere Vorläufer der Emotionsgeschichte wie etwa Theodore Zeldins sechsbändige Geschichte der französischen Leidenschaften, die Psychohistorie des Peter Gay, Alain Corbins Forschungen zur Geschichte der Sinne sowie die Annäherungen an eine Geschichte der Gefühle als Widerpart materieller Interessen im Rahmen der Familiengeschichte.[9]

Im Unterschied zu diesen Vorläufern, die Gefühle in der Regel als irrational und „innerlich“ konzeptualisierten und oft mit letztlich ahistorischen Konzepten von Gefühl und Gefühlen operierten, gehen die meisten heutigen Emotionshistoriker und -historikerinnen von zwei Prämissen aus: Sie sind erstens überzeugt, dass Emotion und Kognition nicht scharf zu trennen oder einander gegenüberzustellen sind. Zweitens betrachten sie Gefühle als sozio-kulturelle Produkte, die damit sowohl kulturell als auch historisch variieren können – und zwar nicht nur in ihrem Ausdruck, sondern ebenso in ihrem Gehalt.

Quasi an der Schwelle zwischen älterer und neuerer Emotionsgeschichte steht der Ansatz, der bis heute verhältnismäßig bekannt und mit dem Namen Stearns verbunden ist. Peter und Carol Zisowitz Stearns konstatierten in einem programmatischen Aufsatz 1985, dass der Ausdruck von Gefühlen in Gesellschaften oder Gruppen durch ein Set von historisch wandelbaren Gefühlsnormen gesteuert würde.[10] Diese Gefühlsnormen, von den Stearns „emotionology“ genannt, sollten mit den „eigentlichen“ Gefühlen der Akteure in einer ständigen Wechselbeziehung stehen, und sie bestimmten, welche Gefühle in welcher Gesellschaft oder Gruppe wie geäußert werden durften. Konflikte zwischen „eigentlichen“ Gefühlen und Gefühlsnormen konnten aktenkundig werden und halfen damit – neben der Lektüre von Ratgeberliteratur – die „emotionology“ einer Gruppe oder Gesellschaft zu erschließen. Auf diese Weise näherte sich Peter Stearns in den vergangenen 25 Jahren der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und fragte danach, wie sich der Ausdruck von Wut, Coolness und Angst gewandelt hat und welche Konsequenzen der von ihm konstatierte Wandel für die Wahrnehmung gesellschaftlicher Wirklichkeit ebenso wie für politische und gesellschaftliche Entscheidungen gehabt hat.[11]

Wie Stearns’ eigene Forschungen zeigen, kann die Frage nach den normativen Gefühlserwartungen einer Gesellschaft durchaus produktiv und anregend sein, solange sie sich eben auf den Bereich des Normativen beschränkt. Dennoch hat das Konzept deutliche Schwächen. Erstens trennt es kategorisch zwischen dem eigentlichen, „inneren“ Gefühl und dessen Ausdruck, so als ob nur letzteres kulturell geformt sei, während das Gefühl an sich der kulturellen Prägung entzogen bleibt. Zugrunde liegt ein „hydraulisches“ Verständnis von Gefühl, nach dem universell gleiche Emotionen unter der Körperoberfläche entstehen und dann hervorbrechen – bzw. gemäß den jeweils gültigen Gefühlsnormen gezeigt oder kontrolliert werden. Dieses Gefühlsmodell ist jedoch – wie Emotionshistoriker inzwischen gezeigt haben – selbst ein Ergebnis westeuropäischer Geschichte. Stattdessen gehen die meisten Emotionshistoriker heute davon aus, dass auch die „gefühlten“ Gefühle selbst gebildet und erzogen werden, dass der Gefühlsausdruck auf das empfundene Gefühl zurückwirkt und es verändert. Zweitens ist fraglich, ob die implizite Gegenüberstellung von Gesellschaft und Individuum im Prozess der Herausbildung von Gefühlsnormen, so wie sie im Stearnschen Modell angelegt ist, nicht für subtilere Formen der Modellierung und Normierung von Gefühlen blind macht. Denn wie die Soziologin Arlie Hochschild in ihrer Studie über die Stewardessen der Delta Airlines zeigen konnte, sind feeling rules oft auch das Ergebnis bestimmter Praktiken des Fühlens.[12] Hochschilds besonderes Verdienst ist es, darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass Menschen nicht nur versuchen, sich nach Maßgabe bestimmter Gefühlsnormen angemessen zu verhalten, sondern auch angemessen zu fühlen. Diese Vorstellung von „emotion work“ ist für eine Geschichte der Gefühle nach wie vor ein vielversprechender Ansatz.

Ein etwas anderes Verständnis von Gefühl und Gefühlsausdruck vertritt William Reddy, der zu den wichtigsten Theoretikern der Emotionsgeschichte heute zählt und der versucht hat, die Französische Revolution aus dem Blickwinkel einer Geschichte der Gefühle zu erklären. Reddy nimmt an, dass die Art und Weise, in der wir über unsere Gefühle sprechen bzw. ihnen Ausdruck verleihen, entscheidend dafür ist, wie wir unsere Gefühle wahrnehmen. Das heißt, der Gefühlsausdruck ist keineswegs etwas Äußerliches, er hat nur wenig mit dem Verstecken, Unterdrücken oder Kontrollieren von Gefühlen zu tun, sondern er formt wesentlich das empfundene Gefühl, macht das ungeformte „feeling“ erst zur „emotion“ – unter Umständen auch in dem Sinne, dass eine Gefühlsäußerung das Gefühl zum Verschwinden bringt.[13] In diesem Sinne dient der Gefühlsausdruck einer „navigation of feeling“ mit oftmals ungewissem Ausgang für den Akteur selbst. Die Äußerung eines Gefühls verändert in Reddys Sicht jedoch nicht nur die innere Realität dessen, der empfindet, sondern ruft geradezu zwangsläufig eine Gefühls-Reaktion der anderen hervor. Man könnte also auch sagen: Jede Gefühlsäußerung tut etwas mit der inneren und/oder äußeren Welt. Um auf den Handlungs- und Selbsterkundungsaspekt von Gefühlsäußerungen hinzuweisen, nennt Reddy Gefühlsäußerungen in Analogie zum bzw. in Überschreitung des Performativs der Sprechakt-Theorie „emotive“.

Ein konstitutives Element im Prozess der Gefühlsnavigation sind auch für Reddy Gefühlsnormen, die er im Begriff des „emotional regime“ fasst. Darunter versteht er ein Set von Gefühlsnormen, die von der herrschenden bzw. gesellschaftlich dominanten Klasse gesetzt werden, aber mit den Gefühlsnormen anderer Gruppen innerhalb der Gesellschaft kollidieren können. Eingebunden ist Reddys Begriff des „emotional regime“ in eine Geschichtstheorie, die ihrerseits normativ ist, Wertungen möglich machen möchte. Denn nach Reddys Überzeugung gibt es mehr oder weniger gute „emotional regimes“, nämlich solche, die mehr oder weniger emotionale Freiheit im Sinne einer Wahl zwischen verschiedenen emotionalen Stilen oder im Sinne des Rückzugs an emotionale Zufluchtsorte erlauben. Dort, wo diese Möglichkeiten stark eingeschränkt sind, entsteht nach Reddys Auffassung emotionales Leiden, dessen Übermaß Ereignisse wie etwa die Französische Revolution erklären kann.[14]

Die Mediävistin Barbara Rosenwein kritisiert dagegen Reddys Ansatz eines gesellschaftlich dominanten „emotional regime“.[15] Sie nimmt an, dass es innerhalb einer Gesellschaft eine Vielzahl von „emotional communities“ geben kann. Diese sind keineswegs immer scharf voneinander abgegrenzt, da Rosenweins Vorstellung nach ein Mensch Teil verschiedener emotionaler Gemeinschaften sein kann – je nachdem, wo er sich befindet und in welcher „Rolle“ er sich sieht. Aus Rosenweins Sicht sind die emotionalen Gemeinschaften weitgehend identisch mit sozialen und politischen Entitäten, das heißt Ständen, Klassen oder Schichten. Diese Annahme stellt allerdings in gewisser Weise den Eigenwert einer Emotionsgeschichte in Frage, sie erscheint in dieser Perspektive geradezu als Annex einer Sozial- und Politikgeschichte. Wäre es nicht auch vorstellbar, dass Gefühle über soziale bzw. politische Abgrenzungen hinaus gemeinschaftsbildend wirken können, dass emotionale Gemeinschaften quer zu sozialen oder politischen Gruppierungen entstehen können? Sollte die Emotionsgeschichte die Frage der Deckungsgleichheit von emotionalen und anders bestimmten Gruppen nicht vielmehr zum Gegenstand der Analyse machen, anstatt von ihr auszugehen?

Abschließend verdient es noch ein weiteres Konzept genannt zu werden, das deutlich auf die methodischen Schwierigkeiten, aber auch auf die Chancen und Möglichkeiten einer Geschichte der Gefühle verweist. Der Latinist Robert A. Kaster sah sich in seiner Studie über die emotionale Verfasstheit der römischen Gesellschaft vor der Schwierigkeit herauszufinden, was überhaupt unter einem Emotionswort wie „fastidium“ oder „amor“ zu verstehen sei.[16] Anstatt den Weg einer rein semantischen Analyse zu wählen, entwickelte er das Konzept emotionaler Skripte.[17] Darunter versteht Kaster, dass ein jedes Gefühl in einer gegebenen Kultur zu einer gegebenen Zeit mit einem mehr oder weniger festgelegten Repertoire an Handlungen und Motiven verbunden ist. Kaster fragt also danach, wie eine bestimmte, kulturell geformte Emotion in sozialen Zusammenhängen „funktioniert“ und wie sie psychologisch von den Akteuren motiviert wird. Gelingt es, diese Skripte zu entziffern, ist es nach Kasters Auffassung auch möglich, von der Handlung, dem Körperausdruck etc. auf das Gefühl zurückzuschließen, auch wenn dieses in den Quellen konkret nicht benannt wird.

2. Narrative der Emotionsgeschichte: Elias und nichts weiter?
Emotionsgeschichte heute bietet jedoch nicht nur eine Vielzahl unterschiedlicher methodischer Zugänge. Auch im Hinblick auf ihren Gegenstand lässt sie große Spielräume. Steht die emotionale Verfasstheit einer Gesellschaft oder Gruppe im Mittelpunkt, das heißt die Frage, wie Gefühle generell verstanden und bewertet werden, welcher Umgang mit ihnen gewünscht oder sanktioniert wird?[18] Oder nimmt sie einzelne Gefühle in den Blick, fragt nach deren Bedeutung, Instrumentalisierung und Folgen? Beide Perspektiven sind in den letzten Jahren unter unterschiedlichen Vorzeichen aufgegriffen worden und müssen sich, wie einzelne Studien zeigen, keineswegs ausschließen, etwa wenn Coolness oder Langeweile als Signum einer ganzen Gesellschaft bzw. gesellschaftlichen Formation verstanden werden.[19] Arbeiten, die einzelne Gefühle zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen wählen, sind jedoch deutlich in der Überzahl. Nur vereinzelt finden sich langfristige Perspektiven, die säkulare Tendenzen emotionalen Wandels oder emotionaler Begrifflichkeiten in den Blick zu nehmen versuchen.

Eine der wenigen Ausnahmen stammt aus der Feder des in Irvine lehrenden Rhetorik-Professors Daniel M. Gross. Seine „geheime Geschichte“ des Gefühls umspannt auf knapp 200 Seiten etwa 2.000 Jahre abendländischer Geistesgeschichte.[20] Doch ist Gross’ Argument weniger historisch denn genealogisch. Ihm geht es darum aufzuzeigen, dass Emotionen – anders als es die moderne Neurowissenschaft postuliert – von Aristoteles bis Judith Butler immer als psychosoziale Phänomene verstanden und gelebt wurden und dass es in erster Linie Machtbeziehungen und soziale Hierarchien waren, die für die Art und Weise, wie Emotionen verstanden und erfahren wurden, verantwortlich zeichneten. Gross führt damit, wie er selbst schreibt, ein Anliegen fort, das von einer etwas anderen Warte aus bereits von der Philosophin Martha Nussbaum aufgegriffen worden war, die sich 2001 in „Upheaval of Thought“ für eine Überwindung der cartesianischen Unterscheidung von Gefühl und Verstand stark gemacht hatte.[21] Für die meisten Historiker ist Gross’ Geschichte dagegen wohl eher eine gedankenreiche Anregung denn wirklich anschlussfähig; zu selektiv und wenig kontextualisiert erscheint sein Zugriff auf die Geschichte der Emotion.

Die Frontstellung gegen die Vereinnahmung des Emotionalen durch Psychologie und Neurowissenschaft teilt auch Thomas Dixon, der ebenfalls eine zeitlich weit ausgreifende Studie zur Emotionsgeschichte vorgelegt hat.[22] Auch ihm geht es darum, einen Prozess der Verarmung und Simplifizierung zu beschreiben. Anders als bei Gross stehen bei Dixon allerdings die moraltheologischen Implikationen von Gefühl im Vordergrund. Im Durchgang durch die Geschichte von Augustinus und Thomas von Aquin bis William James versucht er zu zeigen, wie Gefühl im Begriff der „passion“, später auch „affection“ und „sentiment“ jeweils wechselnde moralische Aufladungen erfuhr und im Spannungsfeld von Leib und Seele verhandelt wurde, um dann Ende des 19. Jahrhunderts schließlich von James als „emotion“ im Sinne einer Reaktion der peripheren Körpersinne auf externe Reize all dieser Implikationen und Differenzierungen entkleidet zu werden. Ob sich diese am Säkularisierungstheorem orientierte Verlustgeschichte nicht zumindest teilweise einem sehr eingeengten Blick auf bestimmte „Köpfe“ der Natur- und Geistesgeschichte verdankt, ob sie von James aus umstandslos ins 20. Jahrhundert fortgeschrieben werden kann, erscheint zumindest fraglich.

Diesem Problem nähert sich eher explorativ eine andere, gerade erst erschienene Studie, die das normative Wissen über „das Gefühl“ auf der Grundlage von Enzyklopädien und Konversationslexika erschließt.[23] Verschiedene, das Gefühlswissen der vergangenen dreihundert Jahre prägende Dichotomien stehen hier auf dem Prüfstand: Innen/Außen, Nähe/Ferne, Mensch/Tier, krank/gesund, aber auch Problemzusammenhänge wie Zivilität und Barbarei, kollektive und gemeinschaftliche Gefühle, Gefühl und Alter. Eine einzige übergreifende These, ein Narrativ der modernen Gefühlsgeschichte, bietet der von Mitarbeitern des Forschungsbereiches „Geschichte der Gefühle“ am Max-Planck-Institut für Bildungsgeschichte gemeinsam verfasste Band jedoch bewusst nicht. Er arbeitet vielmehr verschiedene, zum Teil gegenläufige und wenig geradlinige Prozesse der Ent/Moralisierung, der Partikularisierung und Universalisierung, der Somatisierung und schließlich Therapeutisierung heraus, die offenbar in ihrer Widersprüchlichkeit und Ambivalenz für die moderne Geschichte des Gefühls kennzeichnend sind.

Sucht dieser Band also abseits des Elias‘schen Paradigmas der Affektkontrolle nach alternativen, wenn auch kleinteiligeren Prozessbegriffen für eine Geschichte der Gefühle, nehmen andere Studien nach wie vor Bezug auf Elias und Huizinga, wenn auch fast immer in bewusster Abgrenzung. Dies trifft insbesondere für mediävistische Gefühlsgeschichten zu. Gerd Althoff argumentierte in einer ganzen Reihe von Aufsätzen gegen die Vorstellung, dass sich mittelalterliche Menschen ihren angeblich heftigen Gefühlen ungehemmt überließen, indem er auf die kommunikative Funktion mittelalterlicher Gefühlsäußerungen verwies.[24] Die Tränen der Bittsteller sind aus seiner Sicht also mitnichten spontaner Ausdruck von Scham oder Reue, sondern vielmehr eine wohl kalkulierte Inszenierung, eine rituelle Handlung, die den Spielregeln des Politischen folgt. Althoffs Interpretation des mittelalterlichen Gefühlsausdrucks ist jedoch nicht unwidersprochen geblieben. Mit Verve verfasste Peter Dinzelbacher 2009 eine Streitschrift wider den „Panritualismus“ à la Althoff, in der er darauf beharrte, dass öffentlich gezeigte Gefühle im Mittelalter spontaner Ausdruck von Gefühlen gewesen seien.[25] Unterstützung erhält Althoff dagegen von seiner amerikanischen Kollegin Barbara Rosenwein, die mit ihren Studien über mittelalterliche Wutausbrüche nicht nur den Aspekt der strategischen Zurschaustellung betonte, sondern zugleich das von Huizinga und Elias benutzte Gefühlskonzept historisierte.[26] Denn beide bedienten sich einer Vorstellung von universell verstandenen Emotionen, die unterhalb der Körperoberfläche entstünden und dann hervorzubrechen drohten – sofern sie nicht kontrolliert würden. Den Ursprung dieses „pneumatischen“ bzw. „hydraulischen“ Gefühlskonzeptes identifizierte Rosenwein in der mittelalterlichen Humoralpathologie, später als „Nervenkraft“ von Darwin aufgegriffen.[27] Doch ist es Rosenwein nicht nur um eine Dekonstruktion des Elias‘schen Paradigmas zu tun, sondern auch um die Suche nach einem neuen Narrativ der Emotionsgeschichte. Einen ersten Versuch unternahm sie mit ihrer Studie zu frühmittelalterlichen Gefühlsgemeinschaften, in der sie zeigte, dass sehr unterschiedliche emotionale Stile koexistierten, es also keinen einheitlichen Umgang des mittelalterlichen Menschen mit dem Gefühl gegeben hat.[28] Gegenwärtig arbeitet sie jedoch an einem Projekt, das der Konstruktion eines neuen Groß-Narrativs gewidmet ist, das den Übergang vom Mittelalter in die Frühe Neuzeit anders als Elias nicht als entscheidende Zäsur der Emotionsgeschichte konzeptionalisiert.[29]

Dies gilt auch für eine Geschichte der Gefühle in der Moderne. Sie rekurriert bisher entweder ebenfalls, wenn auch oft implizit auf Elias‘sche Denkfiguren der Affektkontrolle (wie etwa Peter Stearns „American Cool“) oder verzichtet auf Narrative ähnlicher oder zumindest mittlerer Reichweite. Dabei gäbe es durchaus Angebote, etwa von Seiten der Soziologie. Hervorzuheben sind hier vor allem die Arbeiten von Helena Flam und Eva Illouz zum Zusammenhang von Gefühl und Kapitalismus, die in vielerlei Hinsicht anregend sind und historische Untersuchungen geradezu herausfordern.[30] Bisher reagieren die Emotionshistoriker jedoch eher zögerlich auf diese Syntheseangebote, wenn auch erste Projekte sich vergleichbaren Fragestellungen zuwenden.[31]

3. Die Geschichte eines Gefühls: Angst
Eine Vielzahl emotionshistorischer Arbeiten konzentrierte sich dagegen bisher auf einzelne Emotionen. Das Gefühl der Angst spielt in dieser Hinsicht eine besonders herausgehobene Rolle, vor allem im Hinblick auf die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Dies mag verschiedene Ursachen haben. Angst wird oft als Handlungsanreiz verstanden, erscheint deshalb als eine auf den ersten Blick besonders geschichtsmächtige Emotion. Angst gilt als starkes und unmittelbares, sehr körperliches Gefühl, ist vermutlich darum in manchen Zusammenhängen sichtbarer als andere Gefühle.[32] Schließlich gibt es eine Konjunktur der Angstforschung in der Gegenwart, die auch Emotionshistoriker nicht unbeeindruckt lässt.[33] Weil also bereits ein gewisser Ertrag an historischer Angstforschung vorliegt, lässt sich in diesem Bereich die Vielzahl möglicher methodischer und thematischer Zugriffe besonders gut illustrieren.[34]

Erstmals hatte – wie bereits erwähnt – Jean Delumeau Ende der 1970er-Jahre Angst zum Thema der historischen Forschung gemacht. Er sah Angst an magisch-religiöse Vorstellungen gekoppelt, die mit dem späten 18. Jahrhundert verschwunden seien und den Weg für eine deutliche Abnahme bzw. Beherrschung von Angst freigemacht hätten.[35] Damit bewegte er sich noch ganz im Elias‘schen Horizont der Gefühlskontrolle. Peter Dinzelbacher konstatierte in seiner 1996 erschienenen Studie zur Angst im Mittelalter hingegen keine grundsätzliche Abnahme von Angst/Furcht, wohl aber eine qualitative Verschiebung, weg von konkreter oder auch konkret imaginierter Furcht hin zu einer vagen Angst ohne Objekt – und griff damit eine zuerst von Sören Kierkegaard und Martin Heidegger formulierte Begriffsunterscheidung auf. Während Dinzelbacher einen breiten mentalitäts- und ikonographiehistorischen Zugriff wählte, stützte Piero Camporesi seine Studie zur frühneuzeitlichen Höllenangst auf eine etwas eklektizistische Lektüre einiger weniger eher randständiger Texte und sollte mehr als anregender Essay denn als fundierte historische Arbeit zum Thema Angst gelesen werden.[36]

Neuere Arbeiten zur Angst in der Vormoderne haben das von Delumeau, Dinzelbacher und Camporesi vorgegebene thematische Spektrum der religiösen Angst-Vorstellungen verlassen und fragen etwa nach der Angst vor Krieg, Gewalt und Krankheit oder danach, ob und wie Angst gezeigt bzw. artikuliert werden konnte und durfte.[37] Damit verknüpft sind andere methodische Zugänge zu einer Geschichte der Angst, wie sie sich etwa auch in den Arbeiten des Frühneuzeitlers Andreas Bähr finden, der nach möglichen Sprechweisen über Angst und deren Bedeutung im Rahmen einer Welterklärung, aber auch im Prozess der Selbstkonstitution fragt.[38]

Ähnliche Trends lassen sich auch auf dem Feld einer Angst-Geschichte der Moderne beobachten. 2004 befasste sich Corey Robin mit den unterschiedlichen Konzeptualisierungen von Angst im Raum des Politischen – um letztlich die politische Instrumentalisierbarkeit von Angst im Amerika der Bush-Ära zu erklären und zu kritisieren.[39] Daran anknüpfend versuchte der Doyen der Emotionsgeschichte Peter N. Stearns das von ihm konstatierte „Übermaß“ der Angst ebenso wie die amerikanische Angst vor der Angst historisch herzuleiten.[40] Ein ganzes Bündel von historisch unterschiedlich „alten“ Faktoren steht in seiner Analyse Pate für die spezifisch amerikanische Angst-Anfälligkeit, von der amerikanischen Siedlertradition über eine veränderte Einstellung zur Bedeutung von Angst in der Erziehung bis hin zum Wandel der Medien im 20. Jahrhundert, um nur einige zu nennen. Den Übergang zu einem neuen Niveau bzw. einer größeren Intensität von Angst macht er in den 1920er-Jahren aus. Dies entspricht ungefähr auch den Ergebnissen der Kulturhistorikerin Joanna Bourke, die einem weit verbreiteten gesellschaftlichen Optimismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit einer begrenzten Zahl konkreter Ängste eine Zunahme von unbestimmten Angstzuständen in quasi allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens im 20. Jahrhundert gegenüberstellt.[41] Aus ihrer Sicht erscheint Angst somit als eine Art emotionaler Grundierung des (westlichen) 20. Jahrhunderts. Dennoch: So eindrucksvoll in ihrer thematischen Breite die Studien von Stearns und Bourke sind, so spekulativ bleiben manche ihrer Ergebnisse. Die Verbindungen zwischen den verschiedenen „Angst-Räumen“ (Bourke) bleiben unklar, die Entwicklungslinien innerhalb der einzelnen Bereiche von „Angst“ eher assoziativ entworfen denn kontextualisiert und analytisch durchdrungen, der geographische Bezug gerade bei Bourke wenig deutlich. Doch ist es das keineswegs gering zu schätzende Verdienst beider Studien, anregende Thesen über langfristige Entwicklungen von Angst in der Moderne formuliert zu haben.

Einen zeitlich und thematisch weit weniger ambitionierten Zugriff bevorzugen dagegen die allermeisten Studien zur Angst auf dem Feld der modernen Geschichte. Vor allem die erweiterte Politikgeschichte hat in den letzten Jahren begonnen, Angst zum Thema zu machen und dabei in weiten Teilen ein Forschungsprogramm umgesetzt, das Axel Schildt bereits 2004 im Hinblick auf die „German Angst“ skizziert hatte.[42] Dass sich gerade die Politikgeschichte den Gefühlen zuwendet, ist vermutlich weniger überraschend als zunächst angenommen – selbst wenn man von der kulturgeschichtlichen Wende, die die „Neue“ Politikgeschichte seit den späten 1990er-Jahren genommen hat, absieht. Denn auch die „alte“ Politikgeschichte argumentierte gern und oft mit Gefühlen, nur dass sie dabei ihr „allgemeines“ Verständnis von Angst, Hass etc. unhinterfragt auf die Gefühle ihrer Protagonisten projizierte.[43] Welche methodischen Untiefen mit diesem gleichsam naiven Gefühlsverständnis einhergehen können, zeigt Georg Christoph Berger Waldenegg materialreich im Hinblick auf die Frage, welche Rolle Historiker dem Gefühl der Angst im Rahmen der österreichisch-ungarischen Kriegsentscheidung eingeräumt haben.[44] Berger Waldeneggs Aufsatz eröffnet einen von den Bonner Historikern Patrick Bormann, Thomas Freiberger und Judith Michel herausgegebenen Sammelband, der den Anspruch hat, den Stellenwert von Angst methodisch reflektiert auf einem der klassischen Felder von Politikgeschichte, der Geschichte der Internationalen Beziehungen, zu erkunden. Wie ernst es den Herausgebern mit diesem Anspruch ist, zeigt ihre kenntnisreiche Einleitung, die vor allem im Hinblick auf eine Geschichte der Angst mit einigen interessanten Überlegungen aufwarten kann, überraschenderweise aber nicht auf die für die heutige Emotionsgeschichte zentralen methodischen Reflexionen William Reddys oder Barbara Rosenweins Bezug nimmt.[45] Viele der in diesem Band versammelten Aufsätze verharren denn auch bei einem Verständnis von Angst, bei dem die Emotion selbst letztlich eine „black box“ bleibt. Im Vordergrund steht dementsprechend bei etlichen Aufsätzen entweder die Frage, inwiefern Furcht und Angst die politische Entscheidungsfindung von Regierungsvertretern und Diplomaten beeinflusste, oder aber, wie Regierungen die vermuteten Ängste ihrer Bevölkerungen „instrumentalisierten“.[46] Das sind interessante und vor allem deswegen verdienstvolle Fragen, weil sie die Rede von der Angst in diplomatischen Papieren und Regierungsvorlagen ernst nehmen und ins Zentrum stellen, so wie es beispielsweise schon Stig Förster 2005 in einem Aufsatz zur Rolle von Angst und Panik im Vorfeld des Ersten Weltkrieges gemacht hat.[47] Vielleicht ließe sich dieser Ansatz noch durch den Rekurs auf das ursprünglich von Stanley Cohen geprägte, inzwischen aber bedeutend erweiterte Konzept der „moral panic“ erweitern.[48]

Darüber hinaus gehen vor allem die Aufsätze von Sebastian Haak und Judith Michel. Haak verdeutlicht im Hinblick auf die amerikanische „nuclear fear“, wie erhellend es ist, wenn man die durch Emotionen, insbesondere aber durch Angst hergestellte Verknüpfung von Vergangenheit (Erfahrung) und Zukunft (Erwartung) für die historische Analyse fruchtbar macht.[49] Michel gelingt es dagegen, Licht in die „black box“ der Angst zu werfen, indem sie herausarbeitet, wie die westdeutsche Friedensbewegung der frühen 1980er-Jahre in der Debatte um den Nato-Doppelbeschluss mit CDU und SPD um die Bedeutung von Angst, ihren heuristischen und moralischen Wert stritt.[50]

Der Kalte Krieg steht auch im Vordergrund eines anderen Sammelbandes zur Angst-Geschichte, der auf eine 2007 veranstaltete Tagung des Hamburger Instituts für Sozialforschung zurückgeht.[51] Wie Bernd Greiner in seiner Einleitung schreibt, geht es „um die politische Kommunikation von Angst und um deren gesellschaftliche Hinterlassenschaften“.[52] Viele der Aufsätze, die geographisch nach Ost-, West- und Nordeuropa sowie bis in die USA ausgreifen, verstehen diesen Anspruch im Sinne einer wechselseitigen Kommunikation zwischen verschiedenen Gruppen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern und beziehen darum auch eine Vielzahl von Medien ein – seien es nun Plakate, Filme, Broschüren oder Flugblätter. Etliche stellen das Datum 1945 als Zäsur in Frage, indem sie deutlich machen, wie sehr vergangene Angst- und Gewalterfahrungen gegenwärtige Angstgefühle und -erwartungen prägen. Dennoch schöpfen viele das eigentliche Potential der Emotionsgeschichte nicht aus. Wieviel komplexer und vielschichtiger Emotionsgeschichte sein kann, deuten die Aufsätze von Frank Biess zu den westdeutschen Zivilschutzkampagnen, von Monique Scheer zur Marienfrömmigkeit, von Jörg Arnold zur Verknüpfung von Luftkriegserfahrung und Friedensbewegung, von Susanne Schregel zur Friedensbewegung der frühen 1980er-Jahre sowie vor allem der brillante Aufsatz von Holger Nehring zum Anti-Atomwaffen-Protest der späten 1950er-, frühen 1960er-Jahre an.[53] So zeigt Nehring, wie sich die vordergründig ähnlichen deutschen und britischen Angstsemantiken dennoch deutlich unterschieden, weil sie auf historisch anders geprägte „Resonanzräume“ stießen. Er skizziert, wie die „Gefühlshaushalte“ der Friedensbewegungen eingebettet waren in andere Gefühls-Kontexte, etwa der Männerkameradschaft, der Menschheits-Familie, schließlich der Sicherheit.

Insbesondere das Konzept der „Sicherheit“ sollte, darauf haben vor Nehring schon andere aufmerksam gemacht, als potentieller, aber keinesfalls eindeutiger Komplementärbegriff zur Angst in die historische Analyse einbezogen werden – und das sowohl in angstgeschichtlichen Studien als auch in solchen, die Sicherheit ins Zentrum stellen.[54] Denn sollte es etwa nicht von Bedeutung für die Geschichte der Sicherheit sein, wenn – wie unter anderem Frank Biess überzeugend darlegen konnte – Angst von einer verschwiegenen oder gar pathologisierten Emotion Ende der 1950er-Jahre zur sagbaren Emotion wurde?[55] Und müsste die Entdeckung einer neuen bundesdeutschen Kultur emotionaler und gerade auch angstbezogener Expressivität in den 1970er-Jahren, in der Angst zum positiven, da angemessenen Gefühl umgedeutet wurde, nicht dazu anregen, die unter anderem von Eckart Conze verwandte Charakteristik einer „verunsicherten Gesellschaft“ zu überdenken?[56]

Die Arbeiten von Biess machen darüber hinaus deutlich, wie sehr eine Geschichte der Angst davon profitieren kann, wenn sie zugleich nach Subjektivierungsprozessen fragt und somit Impulse einer Geschichte oder Soziologie des Selbst aufnimmt, wie sie unter anderem von dem Soziologen Andreas Reckwitz in den letzten Jahren vorgelegt wurden.[57] Gerade dieser Bezug bietet sich jedoch nicht nur für eine Geschichte der Angst, sondern für die Emotionsgeschichte im Ganzen an.

Blickt man von heute aus noch einmal zurück auf das bereits erwähnte Forschungsprogramm von Axel Schildt zur „German Angst“, fällt auf, dass ein Bereich bisher noch gar nicht zur Sprache gekommen ist: „die Angst vor einem ökonomischen Kollaps“ (Schildt). In der Tat sind wirtschaftshistorische Untersuchungen, die Angst oder auch allgemeiner Gefühl in den Blick nehmen, bisher rar. Möglicherweise spiegelt sich darin die langjährige Dominanz des homo oeconomicus in den Wirtschaftswissenschaften wider.[58] Eine rühmliche Ausnahme sind die Überlegungen von Harold James zum New Yorker Börsencrash von 1929, deren erklärtes Ziel es ist, die Unzulänglichkeit aller „rationalen“ wirtschaftshistorischen Erklärungen aufzuzeigen.[59] Aus James‘ Sicht fasziniert der „Schwarze Freitag“ gerade deshalb Wirtschaftshistoriker und interessierte Laien bis heute, weil die möglichen ökonomischen Ursachen angesichts der Größe des Ereignisses geringfügig erscheinen. Demgegenüber betont James die weitgehend unterschätzte Bedeutung von Gefühl und historischer Erfahrung in Form der Erinnerung an andere bedeutsame Börsencrashs und folgert: „Fear arises when deep historical experience suddenly reemerges and becomes alive as a possible version of the present.“[60]

Ebenfalls in dem von Jan Plamper und Benjamin Lazier herausgegebenen Themenforum der Representations erschienen zwei Aufsätze von Adam Lowenstein und Ruth Leys, die an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Filmgeschichte zu situieren sind und die damit einen weiteren disziplinären Zugang zur Angstgeschichte eröffnen.[61] Was für James die Theoretiker der rationalen Entscheidung sind, das sind für Lowenstein und vor allem Leys diejenigen, die Gefühle in evolutionär entstandene, universell gültige Affektprogramme eingepasst sehen und damit als nicht-intentional ablaufende Prozesse begreifen.[62] In ihrem genealogischen Zugriff auf Angst als wissenschaftliches Objekt wählt Leys als Ausgangspunkt die Arbeit des amerikanischen Psychologen Paul Ekman, der von den 1960er-Jahren bis heute ein bestimmtes neurowissenschaftliches Verständnis von Gefühlen geprägt hat und der seit 9/11 als Spezialist zur „Gesichtsentzifferung“ sicherheitspolitischer Berater der US-Administrationen ist.[63] Sie macht deutlich, dass bereits Lavaters Physiognomik zwischen einem authentischen, quasi natürlichen und universalen Gesichtsausdruck und dessen künstlichem Pendant unterschied und davon ausging, dass das authentische Gefühl nur in einer Situation der Kommunikationslosigkeit, des Unbeobachtetseins zu erkennen ist. Kulturelle Prägungen und soziale Kommunikation überformen danach also die natürlichen basic emotions und es ist die Kunst des Gefühlswissenschaftlers, einen medialen Zugang zum unverfälschten Gefühl zu finden. Diese Einschätzung, die laut Leys die Arbeiten von Johann Caspar Lavater, Charles Darwin und Guillaume-Benjamin Duchenne bis hin zu Silvan Tomkins, Paul Ekman und in gewisser Weise auch Antonio Damasio eint, steht im Widerspruch zum intentionalistischen Paradigma eines Sigmund Freud, aber auch der Kritiker Ekmans, für das subjektiver Sinn, Bedeutung und Bewertung zentral sind.

An dieser Stelle knüpft Leys an ihre bahnbrechende Studie zum Trauma der Holocaust-Überlebenden an.[64] Konzise zeichnet sie darin nach, wie und warum dieses Trauma zunächst mit dem psychoanalytischen, sprich intentionalistischen Konzept der Überlebensschuld als eine Form der Mimesis verstanden wurde. Seit den 1970er-Jahren geriet dieses Konzept – so Leys – in die Kritik und wurde schließlich in den 1980er-Jahren durch das Konzept der posttraumatischen Störung ersetzt, welches das Gefühl der Scham in den Mittelpunkt stellte und die äußere Einwirkung durch Stress als Ursache betrachtete, sich also einem anti-intentionalistischen Paradigma zuwandte. Diesen Prozess analysiert Leys keineswegs als innerpsychiatrische Entwicklung, sondern als weit ausgreifende intellectual history.

Psychiatrie und Psychologie, genauer: Kriegspsychiatrie und Militärpsychologie stehen dagegen im Zentrum von Jan Plampers eigenen Arbeiten zur soldatischen Angst in Russland. Er kann zeigen, wie äußerst unterschiedliche Faktoren wie etwa die Entstehung der modernen Kriegsführung, die Entdeckung des autonomen Selbst, aber auch die Entwicklung bestimmter literarischer Genres darin zusammenwirkten, soldatische Angst im Verlauf des 19. Jahrhunderts zum Objekt der Medizin zu machen.[65] Gemeinsam mit Susanne Michl vergleicht Plamper zudem in einem sehr instruktiven Aufsatz die unterschiedlichen Konzepte und Erklärungen soldatischer Angst in der französischen, deutschen und russischen Kriegspsychiatrie.[66]

Abschließend sei auf einen ganz anderen, aber durchaus anregenden Zugang zu Angst und Gefühl verwiesen. Die australische Linguistin Anna Wierzbicka ist wie Ekman und seine Kollegen auf der Suche nach Gefühls-Universalien und gehört dennoch zu den schärfsten Kritikern neurowissenschaftlicher Gefühlsforschung, der sie vor allem ihre ethnozentrische Verwendung von englischen Gefühlswörtern und -konzepten vorwirft. Sie argumentiert ähnlich wie William Reddy, dass erst die Benennung ein Gefühl herstellt und deshalb besondere Sorgfalt auf die Entzifferung kulturspezifischer Gefühlswörter, aber auch ihrer körperlichen Ausdrucksformen gelegt werden müsse. Trotzdem ist sie überzeugt, dass Linguisten das Substrat von Gefühlsausdrücken mit einer Metasprache aus semantischen Basisbausteinen beschreiben und damit auch kulturenübergreifend vergleichen, eventuell sogar etwas wie universale menschliche Grundgefühle entdecken können.[67] Wenn auch diese Schlussfolgerung höchst skeptisch stimmt, wartet etwa ihre historisch-linguistische Studie zur German Angst durchaus mit interessanten Ergebnissen für „Angsthistoriker“ auf und lädt zu weiterer historisch-semantischer Spurensuche ein.[68] Zuletzt erwähnt sei noch ein Ende 2010 erschienenes Themenheft zur Angst der Revue française d’études américaines, das im Gegensatz zur so häufig zitierten German Angst „Fear“ als Teil der aktuellen amerikanischen Identität in den Mittelpunkt stellt und vor allem aus literatur-, film- und musikhistorischer Perspektive erkundet, sowie – gerade erst erschienen – das Themenheft „Fear“ der Zeitschrift Distinktion. Scandinavian Journal of Social theory.[69]

Doch es gibt nicht nur Angst auf dem Feld der Emotionsgeschichte. Andere Gefühle haben ebenso ihre Chronisten gefunden. Meist sind es jedoch die sogenannten starken Emotionen, welche die Aufmerksamkeit von Historikern und Historikerinnen auf sich gezogen haben: Liebe vor allem[70], seltener Trauer[71], Wut[72], Hass[73], Rache[74], Eifersucht und Neid[75], Scham[76] und Ekel[77] und schließlich komplexere Emotionskonzepte wie Ehre[78] und Vertrauen.[79] Gefühlslagen und Stimmungen gehören dagegen bisher zu den Stiefkindern der Emotionsgeschichte, obwohl ihre Geschichte vielleicht mehr noch als die der „starken“ Gefühle Aufschluss verspricht über emotionale Stile und Subjektivierungsprozesse.[80]

4. Gefühle zwischen Politik und Wissenschaft
Wie der Überblick über die Angstgeschichte bereits vermuten lässt, dominieren auch innerhalb der allgemeinen Emotionsgeschichte bestimmte disziplinäre Zugriffe. Die weitaus meisten Studien sind auf der Schnittstelle zwischen Politik-, Kommunikations- und Mediengeschichte zu finden. Auch wissenschaftshistorische Arbeiten, die den Umgang mit Gefühlen in den Mittelpunkt stellen, gibt es in immer größerer Zahl. Über diese beiden, bisher am stärksten betretenen Pfade soll deshalb in diesem letzten Abschnitt auch abseits von der Angstgeschichte ein Überblick gegeben werden.

Zur erweiterten Politik- und Mediengeschichte: Aus meiner Sicht lassen sich im Wesentlichen drei Schwerpunkte erkennen, die allerdings oftmals nicht deutlich voneinander zu unterscheiden sind, sondern vielfach in unterschiedlicher Weise miteinander verknüpft werden. Da ist erstens die Frage nach der Rolle von Emotionen im Prozess der Mobilisierung und Kontrolle von Gruppen und Bewegungen oder auch von „Masse“, die oft nach Strategien, Prozessen und Mechanismen der Emotionalisierung bzw. Entemotionalisierung sucht. Zweitens findet man die Frage nach spezifischen, politisch bedeutsamen Emotionskulturen, deren Aufmerksamkeit den oft langfristigen Prozessen der Formung und Entstehung dieser Kulturen ebenso wie deren eher kurzfristigen politischen Folgen gilt. Eine dritte Richtung schließlich stellt die Medien selbst stärker in den Mittelpunkt. Ihr Augenmerk gilt der möglichen Emotionswirkung von Medien oder sie fragt nach medienspezifischen Emotionalisierungstechniken bzw. deren narrativen Strukturen.

Im ersten Bereich – der Mobilisierung und Kontrolle via Emotion – ist die politische Soziologie in mancherlei Hinsicht Vorreiter und Stichwortgeber gewesen und geblieben. Insbesondere der vor bereits zehn Jahren von Jeff Goodwin, James M. Jasper und Francesca Polletta vorgelegte Band über „Passionate Politics“ ist hier zu nennen.[81] „Passionate Politics“ machte nicht nur deutlich, wie unproduktiv und unreflektiert die alte Dichotomie zwischen emotio und ratio war und ist, sondern zeigte, auf welchen unterschiedlichen Ebenen Gefühle für die Existenz von sozialen Bewegungen bedeutsam sind. Nur um die Spannbreite und die enorme, noch weitgehend von der Geschichtswissenschaft uneingelöste Aufgabe deutlich zu machen: Die Fallstudien von „Passionate Politics“ arbeiten heraus, welche Rolle ein moral shock für die Entstehung von sozialen Bewegungen spielt und wie abhängig ein solcher von veränderlichen Emotionskulturen ist.[82] Sie zeigen, welche Rolle der emotionale Gewinn (etwa Stolz), den Mitglieder aus ihrer Teilnahme und Unterstützung von Protestbewegungen ziehen konnten, bei der Entscheidung mitzumachen spielte.[83] Sie weisen darauf hin, dass Emotionen wie etwa Angst oder Solidarität innerhalb der Bewegungen mehr oder weniger intentional bearbeitet wurden und auf diese Weise dafür sorgten, dass Mitglieder trotz Bedrohung oder in den scheinbar gefühlsarmen Phasen zwischen den Mobilisierungshöhepunkten dabei blieben.[84] Und sie führen vor, dass die von vielen Faktoren abhängige Benennung und Artikulation von Gefühlen entscheidend dafür sein kann, ob und welche „Aktion“ folgt, dass die „Umbenennung“ eines Gefühls nicht selten dafür verantwortlich ist, dass sich die „Marschrichtung“ einer Protestbewegung vollständig verändert.[85]

Dies wird besonders deutlich in den Arbeiten der kalifornischen Soziologin Deborah B. Gould, die ihre Überlegungen nach „Passionate Politics“ weitergeführt und 2009 in einer beeindruckenden und auch für Historiker äußerst anregenden Studie zur amerikanischen ACT UP-Bewegung reformuliert hat.[86] Der über den spezifischen Fall hinausgehende Wert ihrer Arbeit liegt besonders in ihrer methodischen Herangehensweise, die die körperliche Dimension von Emotionen mit deren sozial und kulturell konstruierter Seite verknüpft und damit über die üblicherweise gestellte Frage nach der Kodierung von Emotionen weit hinausgeht. Sie benutzt dafür den Begriff des emotional habitus.[87] Sie analysiert, in welcher Weise ein spezifischer emotionaler Habitus bestimmte Handlungsspielräume erst eröffnet, andere dagegen verschließt, und sie skizziert, wie ein großer Teil der „Arbeit“ von sozialen Bewegungen wie der AIDS Coalition to Unleash Power (ACT UP) dementsprechend in der mehr oder weniger bewussten Modellierung dieses emotionalen Habitus besteht, konkret im Hinblick auf ACT UP, wie aus einem ambivalenten Habitus von Stolz und Scham erst empörter Stolz werden musste, damit militante Aktionen möglich wurden. Zugleich betont Gould jedoch, wie dieser Prozess der Emotionsmodulation immer widersprüchlich und ergebnisoffen bleibt.

Weniger um Protestbewegungen denn um Felder gesellschaftlicher Auseinandersetzung geht es den Autoren des „Diskursive Manöver“ überschriebenen Parts im von José Brunner 2010 herausgegebenen Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte, das den Titel „Politische Leidenschaften. Zur Verknüpfung von Macht, Emotion und Vernunft“ trägt.[88] Auch stehen hier nicht Gefühle als Habitus oder embodied emotions im Zentrum, sondern die rhetorischen Strategien, mit deren Hilfe die Protagonisten der jeweiligen Lager Emotionen definierten und sich selbst mittels dieser Emotionen positionierten. Wie voraussetzungs- und folgenreich solche rhetorischen Strategien des Emotionalen waren, kann man hier gut nachverfolgen – ob nun der preußische König als „Vater der Massen des Volkes“ apostrophiert wurde (Doron Avraham zum deutschen Konversatismus), die New Age-Anhänger ein „Denken des Herzens“ propagierten (Pascal Eitler) oder in der deutschen Sozialstaatsdebatte die Gier an die Stelle des Neides tritt (Frank Nullmeier).[89] Solche rhetorischen oder diskursiven Strategien greift auch Jürgen Martschukat auf, der in dem 2010 von Jessica Gienow-Hecht publizierten Band über „Emotions in American History“ die Herausbildung des „emotional human being“ in der im 18. Jahrhundert geführten Debatte um die Todesstrafe nachzeichnet.[90]

Kollektive Gefühle im eher massenpsychologischen Sinn sind dagegen das Thema eines bereits 2006 von Árpád von Klimó und Malte Rolf publizierten Bandes, der die Mobilisierungs- und Kontrollversuche totalitärer Systeme in den Blick nimmt. Im Zentrum steht der Rausch als „Bewusstseinserlebnis und Erfahrung von Grenzüberschreitung und Transzendenz, in der sich Emotionen verdichten und Gefühlslagen radikalisieren“.[91] Der Band beeindruckt vor allem durch die thematische Breite, mit der die Vorgeschichte, der Resonanzboden quasi, von Rauschbegriff und -erlebnis ebenso wie die vielfältigen mobilisierenden, kontrollierenden und auch eskapistischen Nutzungsweisen des Rausches erkundet und als Mittel der Beherrschung befragt werden.[92]

Zum zweiten Schwerpunkt der emotionshistorischen Erkundung auf politikhistorischem Feld: der Frage nach den politisch bedeutsamen Emotionskulturen, die in mancher Hinsicht an die Nationalismusforschung und Identitätsgeschichte anknüpft. Dazu zählen sicherlich die Arbeiten von Ute Frevert und Birgit Aschmann zur Kultur und Semantik der Ehre. Ein bestimmtes, bürgerliches und männliches Gefühl von Ehre war – so hat es vor allem Frevert überzeugend gezeigt – im 19. Jahrhundert tief verwurzelt in der Praxis des Duells.[93] Die nationale Ehre rekurrierte auf die Semantik der persönlichen Ehre und das brachte eine bestimmte semantische Logik mit sich, der zu entgehen äußerst schwierig war. Selbst wenn sich Monarchen und politische Entscheidungsträger in nationalen Konfliktsituationen nicht zwangsläufig in ihrer persönlichen Ehre verletzt fühlen mussten, bewegten sie sich doch innerhalb eines Ehrdiskurses, der sie mit einer bestimmten Logik fast unausweichlich auf den Krieg zutrieb – das zeigt Aschmann für 1806 und 1870 ebenso wie Frevert für 1914.[94] Von einer ganz anderen Warte aus fragt Margrit Pernau nach der Bedeutung von Emotionen für politische Strukturen und Entwicklungen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie der Begriff der Zivilität Eingang in die indisch-muslimische Diskussion seit dem 18. Jahrhundert fand und bestimmte Gefühlspraktiken mit sich brachte.[95] Hier wird deutlich, dass höchst unterschiedliche Felder wie etwa Medizin, Religion und Hofkultur daran beteiligt sein konnten, eine sehr spezifische und politisch fundamental bedeutsame Gefühlskultur zu prägen.

Emotionskulturen erscheinen in dieser Perspektive als allerdings durchaus wandelbare Voraussetzung (und Folge) moderner Gesellschaft und Staatlichkeit, eng verbunden mit Wertvorstellungen und sozialen Praktiken. Um auf diese Verknüpfung aufmerksam zu machen, schlägt unter anderem Ute Frevert den ursprünglich von Edward P. Thompson erdachten Begriff der moral economy/economies vor.[96] Notwendig und vielversprechend erscheint in dieser Sicht aber auch der Blick auf Erinnerung und Gedächtnis, vermutlich auch auf generationenhistorische Aspekte.[97] Denn wenn die Annahmen von Medizinern, Psychologen und Neurowissenschaftlern zutreffen, dass die Plastizität des Gehirns im Laufe des Lebens nachlässt und zudem kindliche Gefühlsprägungen den Stoffwechsel eines Menschen nachhaltig verändern können, müssten Emotionshistoriker und -historikerinnen nicht nur nach den bewussten Erinnerungen fragen, sondern auch nach den die Kindheit einer bestimmten Generation prägenden Gefühlskulturen und -ereignissen – und dies nicht nur auf dem Feld der Politikgeschichte.

Bleibt man auf diesem Feld, erscheint dagegen die Frage nach einer emotional vermittelten Erinnerungskultur besonders bedeutsam. Diesem Thema ist das im Frühjahr 2011 erschienene, von Ute Frevert und Anne Schmidt herausgegebene Heft von Geschichte und Gesellschaft gewidmet, das vor allem visuelle Medien in den Blick nimmt. Den Herausgeberinnen liegt besonders daran, die oft gebrauchte Vorannahme zu hinterfragen, dass visuelle Medien in besonderer Weise emotional wirksam sind. Stattdessen stellen sie die Frage nach den „sich wandelnden emotionalen Funktionen [visueller Medien] bei der Produktion, Distribution und Aneignung historischen Wissens“.[98] Diesen Ball nimmt Billie Melman mit ihrer Historisierung von Horror als Mittel der britischen Geschichtsdarstellung im 19. Jahrhundert ebenso auf wie Jens Balzer und Ole Frahm im Hinblick auf die Darstellung von Zeitgeschichte im Comic, Aleida Assmann und Juliane Brauer mit ihren Überlegungen zur emotionalen Dimension von Gedenkstätten sowie schließlich Cornelia Brink mit ihren methodologischen Reflexionen zum Umgang mit historischen Fotos.[99]

Sie greifen damit Anregungen auf, die in einem von Frank Bösch und Manuel Borutta 2006 herausgegebenen Sammelband formuliert worden sind, stellen aber stärker als jene die eigentliche Geschichte der Emotionen in den Mittelpunkt.[100] Die meisten Beiträge im Bösch/Borutta-Band konzentrieren sich dagegen auf die Frage, wie Medien Gefühle nutzten, um bestimmte Botschaften zu verbreiten, bzw. wie das Gefühl dabei selbst zur Botschaft wurde. Und das wird mit einer beeindruckenden thematischen und auch medialen Breite vorgeführt, die vom Zeitungsgebrauch im Kulturkampf (Borutta) über die Gerichtsreportage in der Zwischenkriegszeit (Daniel Siemens), dem Arztmelodram in NS-Zeit und früher Bundesrepublik (Astrid Pohl), dem „Internationalen Frühschoppen“ des Werner Höfer (Nina Verheyen) bis hin zur Bedeutung des Radios im ruandischen Bürgerkrieg von 1994 (Karen Krüger) reicht.[101] Doch der Band bietet auch einige theoretische Anregungen: zum einen die Überlegungen der Philosophin Christiane Voss zu den narrativen Strukturen von Emotionen, zum anderen die Beiträge der Filmwissenschaftler Hermann Kappelhoff, Vinzenz Hediger und Patrick Vonderau.[102] Hediger und vor allem Kappelhoff sind bis heute diejenigen in Deutschland, die am intensivsten aus filmwissenschaftlicher Perspektive über die Modellierung von Gefühlen nachdenken.[103] Emotionshistorische Arbeiten, die diese Fragen ernsthaft aufnehmen, sind allerdings bis heute äußerst selten.[104] Ebenso rar sind emotionshistorische Arbeiten zur Musik.[105]

Neben politik- und medienhistorischen Arbeiten liegen bis heute vor allem wissenschaftshistorische Arbeiten zur Emotionsgeschichte vor. Ein Großteil dieser Studien nimmt ihren Ausgang, entweder empirisch oder aber als „Denkhorizont“, in der Zeit zwischen etwa 1860 und 1920. Nicht ohne Grund, wie unter anderem Claudia Wassmann gezeigt hat.[106] Denn diese Zeit ließe sich aus emotionswissenschaftlicher Sicht als wichtige Formations- und letztlich auch Übergangsperiode charakterisieren. Erstens wurden zu Beginn dieser Zeit mit Charles Darwin, William James, Carl Lange und anderen die theoretischen Grundlagen dafür gelegt, Emotionen als universale, mess- und lokalisierbare körperliche Prozesse zu betrachten – eine Sichtweise, die für die Physiologie und Psychologie der Emotionen als dominante Emotionswissenschaften bis heute prägend ist. Zweitens erhielt in dieser Zeit der Wissenschaftsstil der Objektivität, dessen Geschichte Lorraine Daston und Peter Galison meisterhaft beschrieben haben, entscheidende Impulse – mit weitreichenden Folgen für die Thematisierung und Konzeptionalisierung des wissenschaftlichen Selbst und seiner/ihrer Emotionen, aber auch für ein postbürgerlich-männliches Emotionsregime der Sachlichkeit, das in den 1920er-Jahren an Kontur gewann.[107] Und drittens fallen vor allem in die Zeit der langen Jahrhundertwende die ersten Versuche, gerade diese Trennung von Wissenschaftlichkeit und Emotionalität von geistes- und sozialwissenschaftlicher Warte aus zu problematisieren und damit die Vorherrschaft der Naturwissenschaften auf dem Feld der Emotionsforschung in Zweifel zu ziehen.

Gerade über letzteres gibt ein von Uffa Jensen und Daniel Morat 2008 herausgegebener Band in eindrucksvoller disziplinärer Breite, allerdings beschränkt auf den deutschen Sprachraum, Auskunft.[108] Den Herausgebern dieser „Rationalisierungen des Gefühls“ geht es um dreierlei: nämlich um die Frage nach den unterschiedlichen, vor allem geistes- und sozialwissenschaftlichen Annahmen über Emotionen, dann um die Frage nach der Rolle von Gefühlen in der Praxis der Wissenschaft und im Leben der Wissenschaftler sowie schließlich um die Einbettung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Emotionen in zeitgenössische Emotionskulturen (S. 17). Nicht alle Beiträge greifen in gleicher Intensität die hier formulierte, dreigeteilte Herausforderung auf, doch jeder einzelne regt, so wie es die Herausgeber in ihrer Einleitung gewünscht haben, nachhaltig zum „Nachdenken über eine Verwissenschaftlichung des Emotionalen als Teil einer Geschichte neuer Selbstverhältnisse“ an (S. 14).

Einige wenige Aufsätze sollen hier herausgegriffen werden, weil sie auf größere Debatten innerhalb der Emotionsgeschichte verweisen. Das sind zum einen die Aufsätze Daniela Saxers und Daniel Morats, die auf unterschiedlichen Ebenen ein faszinierendes und klar konturiertes Bild davon zeichnen, welche Bedeutung Gefühle in der historiographischen Praxis des späten 19. Jahrhunderts (Saxer) beziehungsweise in Diltheys Hermeneutik des Verstehens (Morat) spielten. Sie werfen damit Fragen nach der Emotionsarbeit von Historikern und Historikerinnen auf, wie sie etwa von Emily Robinson oder Damien Boquet und Piroska Nagy an heutige Historiker und Historikerinnen gestellt werden. So dachten Boquet und Nagy vom französischen Netzwerk der Emotionsgeschichte EMMA in einer Nummer von Écrire l’histoire 2008 gemeinsam darüber nach, in welcher Weise die Gefühle der Historiker helfen können, die Gefühle der Vergangenheit zu verstehen – wenn denn zutreffen sollte, was Kognitionspsychologen behaupten, dass Kognition ohne Emotion nicht auskommt.[109] Emily Robinson dagegen unterstreicht in ihrem lesenswerten Essay die Notwendigkeit, die affektive Dimension der historiographischen Arbeit im Archiv vor dem Hintergrund des Wissens um die theoretische Unerreichbarkeit von Geschichte zu verstehen.[110]

Wie weitreichend die Gefühle des Wissenschaftlers sowohl bei seiner wissenschaftlichen Arbeit als auch im persönlichen Leben selbst wissenschaftliche Grundannahmen und Entscheidungen beeinflussen können, zeigt eindrucksvoll Uffa Jensens Aufsatz zur Freud‘schen Psychoanalyse, der darauf aufmerksam macht, wie sehr Freuds Abneigung gegen eine theoretische Auseinandersetzung mit Gefühlen von seinen persönlichen Gefühlen geprägt war und warum die Gefühle dann später doch durch die Hintertür der sozialen Angst Eingang in Freuds Schriften fanden. Diese Frage nach der Rolle und Bedeutung von Emotionen in der wissenschaftlichen Praxis steht auch im Zentrum eines sehr anregenden, 2009 vom Cambridger Darwin-Experten Paul White herausgegebenen Themenforums der Zeitschrift Isis, das mit dem Rubrum der emotional economy of science das von Lorraine Daston vorgeschlagene Konzept der moral economy of science weiterdenkt. Dieses Themenforum versammelt einige der profiliertesten Vertreter einer emotionshistorischen Wissenschaftsgeschichte, die fast alle bereits 2006 zu einem von Fay Bound Alberti publizierten, äußerst lehrreichen Band zu „Medicine, Emotion and Disease, 1700-1850“ beigetragen hatten.[111]

2009 ist es Fay Bound Alberti, die den Themenfokus von Isis eröffnet. Sie zeigt ausgehend vom Herztod des berühmten britischen Chirurgen John Hunter im Jahr 1793, welche Bedeutung das Herz als Teil von Körper und Geist/Seele im 18. Jahrhundert als Sitz der Gefühle hatte und in welcher Weise Hunters aufbrausendes und leidenschaftliches Temperament von seinen Kollegen in ihr spezifisches Verständnis von Gefühl und Selbst, Körper und Geist eingebettet wurde. „Hunter’s Heart“ dient Alberti auch als Ausgangspunkt, um ihre langjährigen Forschungen 2010 in „Matters of the Heart“ zusammenzufassen, ein Buch, mit dem sie die Geschichte des labilen Verhältnisses von Herz und Gefühl als kulturelle Artefakte zwischen dem 17. und späten 19. Jahrhundert nachzeichnet, den bedeutsamen Übergang vom „feeling heart“ zum „feeling brain“ ebenso wie die Redefinition des Herzens vom Symbol zum Organ.[112]

Neben Paul White selbst mit einem Aufsatz zu Darwin präsentiert Elizabeth A. Wilson ihre Forschungen zu den Anfängen der Künstlichen Intelligenz-Forschung, deren mangelhafte Konzeptionalisierung des Affektiven sie mit Blick auf die schwierigen homosozialen Verhältnisse der beteiligten Forscher in den 1940er und 1950er Jahren erklärt.[113] Rhodri Hayward, wie Alberti am Center for the History of Emotions (Queen Mary/London), greift dagegen stärker die von White mit dem Begriff der economy intendierte Idee einer sozialen, politischen und materiellen Permeabilität auf. Ausgehend von der Figur des schottischen Arztes und Gesundheitsexperten James L. Halliday zeigt Hayward, wie nicht nur dessen Erfahrungen als Arzt und Kranker, sondern auch dessen Auffassung von Gesellschaft, vom Verhältnis zwischen Arzt und Patient und vor allem die technischen Möglichkeiten, physiologisch die Dauer von Gefühlszuständen zu „beweisen“, dazu beitrugen, psychosomatische und psychosoziale Überzeugungen zu propagieren und als Gesundheitspolitiker umzusetzen. Hayward greift dabei sowohl auf seine früheren Forschungen zum „Unbewussten“ als auch auf seine neueren Forschungen zur Psychosomatik in Großbritannien zurück.[114]

Komplettiert wird das Isis-Heft durch die Überlegungen des Jerusalemer Wissenschaftshistorikers Otniel Dror.[115] Auf der Grundlage seiner jahrelangen Beschäftigung mit den Bedingungen, Materialitäten und Paradoxien der physiologischen Emotionsforschung kommt Dror hier in Anlehnung an Raymond Williams zu dem Schluss, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine adrenaline structure of feeling entstanden sei, die zu einer Rekonzeptualisierung des Verhältnisses von Herz und Hirn ebenso wie zu einer Neufassung der Figur des Wissenschaftlers und seiner homosozialen Verhältnisse zu Kollegen unter dem Vorzeichen von adrenalininduzierter Aufregung geführt habe, die nun nicht länger im Widerspruch zum proklamierten Geist der Objektivität stand. Letztlich – so argumentiert Dror – handelte es sich damit um eine Neuinterpretation des modernen Lebens selbst, eine These, die Dror in einem demnächst erscheinenden Buch weiter auszuführen verspricht.[116]

5. Fazit und Ausblick
Die Emotionsgeschichte heute bietet – so mein Fazit – eine große Fülle interessanter Ergebnisse, Anknüpfungspunkte, Thesen und Fragen. Dabei konnten in diesem Forschungsüberblick nicht einmal alle Felder berücksichtigt werden, auf denen sich Emotionshistoriker und -historikerinnen bewegen. Die Geschlechtergeschichte vor allem wäre noch zu nennen, deren wichtigste emotionshistorische Neuerscheinung der letzten Zeit, der von Manuel Borutta und Nina Verheyen publizierte Band zur „Präsenz der Gefühle“, dem Verhältnis von Männlichkeit und Emotion galt.[117] Auch die Religionsgeschichte ist ein viel versprechendes, aber aus emotionshistorischer Sicht noch vergleichsweise wenig beachtetes Gebiet. Zwar liegt bereits das von John Corrigan publizierte „Oxford Handbook of Religion and Emotion“ vor, doch ist dies eigentlich eher als ein Anfang denn als Bilanz zu lesen.[118] Denn an empirischen historischen Studien zumal in Gestalt von Monographien mangelt es – sieht man einmal ab von Corrigans eigener Monographie über den „Boston Revival“ im 19. Jahrhundert, von Phyllis Macks Buch zum frühen britischen Methodismus oder zuletzt der Monographie von Susan C. Karant-Nunn zu den religiösen Gefühlen während der Reformation.[119] Die Wirtschaftsgeschichte und die Bildungsgeschichte sind dagegen – wie bereits angedeutet – noch fast unberührt von emotionshistorischer Erkundung.[120]

Blickt man jedoch auf die Geschwindigkeit, mit der in den letzten Monaten Aufsätze, Themenhefte, Sammelbände und Tagungsankündigungen zur Emotionsgeschichte erschienen sind, drängt sich der Eindruck auf, dass nun auf einen viel versprechenden Anfang eine Phase der Beschleunigung und Erweiterung folgt, immer neue Leerstellen werden entdeckt, benannt und in Forschungsprojekte übersetzt. Doch sollte das nicht gleichbedeutend damit sein, dass nun auf eine Zeit der theoretisch-methodischen Reflexion die Zeit der empirischen „Ernte“ folgt. Denn mit den anfangs erwähnten theoretisch orientierten Emotionshistorikern Reddy und Rosenwein sind keineswegs alle Herausforderungen gelöst, vor die sich die Emotionsgeschichte gestellt sieht. Im Gegenteil: Viele „Emotionsgeschichten“ tendieren dazu, Emotion in der Kognition aufgehen zu lassen, ausschließlich nach Gefühlslogiken, -semantiken und -regeln zu fragen. Diese Herangehensweise erscheint – wie unter anderem Pascal Eitler und Monique Scheer in Geschichte und Gesellschaft 2009 angemahnt haben – problematisch, da sie einerseits Fühlen nur als eine andere Form des Denkens betrachtet, andererseits den Körper als scheinbar ahistorisch völlig außen vor lässt.[121] In dieser Form beschneidet Emotionsgeschichte ihr Innovationspotential erheblich. Um dieser Sackgasse zu entgehen und die unproduktive Dichotomie zwischen Geist=Kognition/Emotion versus Körper zu umgehen, wird in der aktuellen Diskussion oft, wenn auch nicht ausschließlich der an Pierre Bourdieu orientierte Begriff des emotional habitus vorgeschlagen.[122] Dieser Begriff bietet nicht nur den Vorteil, dass er den Körper überzeugend in die Emotionsgeschichte zurück holt, er eröffnet auch Möglichkeiten, emotionalen Wandel zu konzeptionalisieren – als Abweichung im Prozess der Wiederholung im Sinne Judith Butlers, aber auch über den Begriff eines nicht-bewussten und nicht vollständig durch einen emotionalen Habitus übersetzbaren Affekt, wie ihn Deborah B. Gould annimmt.[123]

Vom emotionalen Habitus ziehen Sabine Flach und Jan Söffner eine Verbindung zum Habitat als culturally shaped environment.[124] Hier deutet sich eine weitere Frage an die Emotionsgeschichte an, die bisher nur unvollkommen theoretisch gelöst werden konnte. Welche Rolle spielt der Raum für das Gefühl? Entscheidet der Raum, in dem man sich bewegt, nur darüber, welcher emotionale Habitus oder auch emotionale Stil aktiviert wird?[125] Oder hat jeder Raum darüber hinaus eine spezifische emotionale Wirkung, also je eigene „Gefühlsqualitäten“?[126]

Mehr als ein vielversprechender Anfang ist also inzwischen gemacht. Das zeigen sowohl die bereits vorliegenden empirischen Arbeiten als auch die theoretisch-methodischen Reflexionen. Ob die Emotionsgeschichte allerdings zur Urheberin einen neuen großen Erzählung werden kann, wird erst die Zukunft zeigen. „The floor is open“ – so möchte man rufen und wartet gespannt auf weitere emotionshistorische Arbeiten.

Anmerkungen:
[1] Doris Bachmann-Medick, Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, Reinbek bei Hamburg 2006. - Für weiterführende Hinweise, Kritik und Anregungen danke ich Philippe Bongrand, Juliane Brauer, Ute Frevert, Benno Gammerl, Margrit Pernau, Jan Plamper, Monique Scheer, Anne Schmidt, Marie Schubenz und Kerstin Singer.
[2] Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, auch wenn durchaus einzelne Arbeiten zur mittelalterlichen oder antiken Emotionsforschung Erwähnung finden. Auch steht die deutsch- und englischsprachige Literatur im Vordergrund. Daneben als neuere Forschungsüberblicke u.a.: Susan J. Matt, Current Emotion Research in History: Or, Doing History from the Inside Out, in: Emotion Review 3,1 (2011), S. 117-124; Anna Wierzbicka, The „History of Emotions“ and the Future of Emotion Research, in: Emotion Review 2,3 (2010), S. 269-273; Nina Verheyen, Geschichte der Gefühle, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 18.06.2010, <https://docupedia.de/zg/Geschichte_der_Gef.C3.BChle?oldid=75518> (01.11.2011); Barbara Rosenwein, Problems and Methods in the History of Emotions, in: Passions in Context: Journal of the History and Philosphy of the Emotions 1 (2010): <http://www.passionsincontext.de/uploads/media/01_Rosenwein.pdf> (01.11.2011); William M. Reddy, Historical Research on the Self and Emotions, in: Emotion Review 1,4 (2009), S. 302-315; Florian Weber, Von der klassischen Affektenlehre zur Neurowissenschaft und zurück. Wege der Emotionsforschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften, in: Neue Politische Literatur 53 (2008), S. 21-42; Daniela Saxer, Mit Gefühl handeln. Ansätze der Emotionsgeschichte, in: Traverse 14 (2007), S. 15-29; Alexandra Przyrembel, Sehnsucht nach Gefühlen. Zur Konjunktur der Emotionen in der Geschichtswissenschaft, in: L’homme 16 (2005), S. 116-124; Rüdiger Schnell, Historische Emotionsforschung. Eine mediävistische Standortbestimmung, in: Frühmittelalterliche Studien 38 (2004), S. 173-276.
[3] Neben den „allein“ forschenden Emotionshistorikern und -historikerinnen gibt es inzwischen eine Reihe von Forschungsverbünden. Das sind in der Reihenfolge ihrer Anciennität: der mittlerweile abgeschlossene, interdisziplinär ausgerichtete Forschungsschwerpunkt am Züricher Collegium Helveticum „Die Rolle der Emotion: ihr Anteil bei menschlichem Handeln und bei der Setzung sozialer Normen“ (2004-2009), das von Damien Boquet und Piroska Nagy geleitete französische Programm „Les émotions au Moyen Age“ (EMMA, seit 2006: <http://emma.hypotheses.org/> (01.11.2011)), das Exzellenzcluster „Languages of Emotion“ (Freie Universität Berlin, seit 2007: <http://www.languages-of-emotion.de/> (01.11.2011)), das an der Universität Umeå situierte Netzwerk „Cultural History of Emotions in Premodernity“ (seit 2007: <http://chep.idesam.umu.se/> (01.11.2011)), der von Ute Frevert geleitete Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ am Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung (Berlin, seit 2008: <http://www.mpib-berlin.mpg.de/de/forschung/geschichte-der-gefuhle> (01.11.2011)), das Centre for the History of the Emotions (London/Queen Mary Graduate School, seit 2008: <http://www.qmul.ac.uk/emotions/> (01.11.2011)), „The Emotions Project: Social and Cultural Construction of Emotions: The Greek Paradigm“ unter der Leitung von Angelos Chaniotis (Oxford, seit 2009: <http://emotions.classics.ox.ac.uk/> (01.11.2011)) sowie schließlich seit 2010 das Center of Excellence for the History of Emotions, das von der University of Western Australia koordiniert wird: <http://www.arc.gov.au/ncgp/ce/history_of_emotions.htm> (01.11.2011). Im Vordergrund stehen Emotionen auch am Forschungszentrum „Historia cultural del concimiento. Discursos, prácticas, representaciones“ (Kulturgeschichte des Wissens. Diskurse, Praktiken, Repräsentationen), das am _Centro de Ciencias humanas y sociales der Universität Madrid angesiedelt ist. Das Einstein-Forum Potsdam hat 2003 eine Tagungsreihe zum Thema: Passion(s) in Culture(s) begonnen, die bis heute fortgeführt wird: <http://www.einsteinforum.de/index.php?id=201&type=98e=98> (01.11.2011). Bis vor kurzem gab es zudem am Centre for British Studies der Humboldt-Universität zu Berlin eine Forschungsgruppe zu „Emotion“, der u.a. Jürgen Schläger und Gesa Stedman angehörten: <http://www.gbz.hu-berlin.de/research/research/emotion> (01.11.2011). In den 1990er-Jahren gab es bei New York University Press eine von Peter Stearns und Jan Lewis herausgegebene „History of Emotions Series“, die aber offenbar nach Erscheinen des sechsten Bandes 1999 eingestellt wurde. Für 2012 haben Stearns und Susan J. Matt allerdings eine neue, nunmehr bei University of Illinois Press erscheinende Reihe „Studies in the History of the Emotions“ angekündigt, deren erster Band ein von Stearns und Matt herausgegebener Sammelband mit dem Titel „Doing Emotions History“ sein soll. Thomas Dixon und Ute Frevert planen eine gemeinsame Reihe „Emotions in History, 1500-2000“, die bei Oxford University Press erscheinen wird.
[4] Vor allem Ethnologie und Soziologie gehören in vielfacher Hinsicht zu den Wegbereitern der heutigen Emotionsgeschichte. Besonders einflussreich waren die Arbeiten der Ethnologinnen Michelle Z. Rosaldo, Catherine Lutz und Lila Abu-Lughod sowie der Soziologin Arlie Hochschild. Eine hilfreiche Zusammenstellung einschlägiger kulturwissenschaftlicher Aufsätze findet sich in: Jennifer Harding / E. Deidre Pribram (Hrsg.), Emotions. A Cultural Studies Reader, New York 2009. Zur soziologischen Diskussion der letzten Jahre vgl. Debra Hopkins /Jochen Kleres /Helena Flam /Helmut Kuzmics (Hrsg.), Theorizing Emotions. Sociological Explorations and Applications, Frankfurt am Main 2009.
[5] Dafür war vermutlich vor allem der Vorwurf des Relativismus verantwortlich, der der Diskursanalyse von vielen Seiten gemacht wurde und sie nach 9/11 deplaziert erscheinen ließ. Zur Diskussion um diese und andere mögliche Ursachenfür einen „emotional turn“ in der Geschichtswissenschaft im Besonderen, in der Wissenschaft im Allgemeinen vgl. u.a. Frank Biess, Discussion Forum „History of Emotions“ (with Alon Confino, Ute Frevert, Uffa Jensen, Lyndal Roper, Daniela Saxer), in: German History 28,1 (2010), S. 67-80, hier v.a. S. 67-71 sowie Jan Plamper, The History of Emotions: An Interview with William Reddy, Barbara Rosenwein, and Peter Stearns, in: History and Theory 49,2 (2010), S. 237-265 sowie auf Deutsch: ders., Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle? William Reddy, Barbara Rosenwein und Peter Stearns im Gespräch mit Jan Plamper, in: WerkstattGeschichte 54 (2010), S. 39-69.
[6] Lucien Febvre, La sensibilité et l’histoire. Comment reconstituer la vie affective d’autrefois?, in: Annales d’histoire sociale 3 (1941), S. 5-20.
[7] Diese Hinweise verdanke ich Jan Plamper, der derzeit eine Einführung in die Emotionsgeschichte vorbereitet, die bei Siedler 2012 erscheinen soll. Zitate aus: Wilhelm Dilthey, Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie, in: ders., Die geistige Welt. Einleitung in die Philosophie des Lebens. Erste Hälfte: Abhandlungen zur Grundlegung der Geisteswissenschaften (Gesammelte Schriften, Bd. V), 2. Aufl., Stuttgart 1957, S. 206 und Karl Lamprecht, Was ist Kulturgeschichte? Beitrag zu einer empirischen Historik, in: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft NF 1 (1896/97), S. 86. Zu Dilthey vgl. Daniel Morat, Verstehen als Gefühlsmethode. Zu Wilhelm Diltheys hermeneutischer Grundlegung der Geisteswissenschaften, in: Uffa Jensen / ders. (Hrsg.), Rationalisierungen des Gefühls. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Emotionen 1880-1930, München 2008, S. 101-117 sowie zu Lamprecht: Jakob Tanner, Unfassbare Gefühle. Emotionen in der Geschichtswissenschaft vom Fin de siècle bis in die Zwischenkriegszeit, in: Jensen / Morat, Rationalisierungen, S. 35-59, hier S. 41-44. Zu Lamprecht auch: Schnell, Emotionsforschung, S. 222, sowie zu Febvre: Ingrid Kasten / Gesa Stedman / Margarete Zimmermann, Lucien Febvre und die Folgen, in: dies. (Hrsg.), Kulturen der Gefühle in Mittelalter und Früher Neuzeit (Querelles Jahrbuch 7, 2002), S. 9-26. Allgemein zu den Vorläufern der Emotionsgeschichte: Ute Frevert, Was haben Gefühle in der Geschichte zu suchen?, in: Geschichte und Gesellschaft 35,2 (2009), S. 183-208, hier S. 195-7.
[8] Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden, München 1924 (1. Aufl. 1919); Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, 2 Bde, Basel 1939; Lucien Febvre, Autour de l’Heptaméron. Amour sacré, amour profane, Paris 1944; Robert Mandrou, Introduction à la France moderne. Essai de psychologie historique, Paris 1961 und Jean Delumeau, La Peur en Occident (XIVe-XVIIIe siècles). Une cité assiégée, Paris 1978.
[9] Theodore Zeldin, France, 1848-1945, Bd. 1: Ambition, Love and Politics, Oxford 1973; Bd. 2: Intellect, Taste and Anxiety, Oxford 1977; Peter Gay, The Bourgeois Experience. Victoria to Freud, 5 Bde, New York 1984-1998; Alain Corbin, Les cloches de la terre. Paysage sonore et culture sensible dans les campagnes au XIX siècle, Paris 1990; ders., Le miasme et la jonquille : l'odorat et l'imaginaire social XVIIIe-XIXe siècles, Paris 1982 sowie für die Familiengeschichte v.a. Hans Medick / David Warren Sabean (Hrsg.), Emotionen und materielle Interessen. Sozialanthropologische und historische Beiträge zur Familienforschung, Göttingen 1984.
[10] Peter N. Stearns / Carol Z. Stearns, Emotionology. Clarifying the History of Emotions and Emotional Standards, in: The American Historical Review 90,4 (1985), S. 813-830. Den Begriff „ emotionology” benutzt auch Rom Harré etwa zeitgleich: Rom Harré (Hrsg.), The Social Construction of Emotion, Oxford 1986.
[11] Carol Z. Stearns / Peter N. Stearns, Anger. The Struggle for Emotional Control in America’s History, Chicago 1986; Peter N. Stearns, Jealousy. The Evolution of an Emotion in American History, New York 1989; ders., American Cool. Constructing a Twentieth-Century Emotional Style, New York 1994; ders., Battleground of Desire. The Struggle for Self-Control in Modern America, New York 1999; ders., American Fear. The Causes and Consequences of High Anxiety, London 2006.
[12] Arlie Hochschild, The Managed Heart. Commercialization of Human Feeling, Berkeley 1983.
[13] Damit geht letztlich auch Reddy von der Existenz eines vorsprachlichen Gefühls aus, das im Wesentlichen kognitionspsychologisch definiert und der historischen Analyse entzogen ist. Ob dies für seine Theorie notwendig ist, ließe sich diskutieren, siehe dazu S. 48-49, in: Plamper, Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle? sowie Reddy, The Navigation of Feeling, Cambridge 2001; ders., Against Constructionism. The Historical Ethnography of Emotions, in: Current Anthropology 38,3 (1997), S. 327-351.
[14] Vgl. die Antworten von Reddy in: Plamper, Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle?, S. 39-51.
[15] Barbara H. Rosenwein, Review of „The Navigation of Feeling: A Framework for the History of Emotions” by William M. Reddy, in: The American Historical Review 107,4 (2002), S. 1181-1182. Ihre eigenen Annahmen formulierte Rosenwein in: Thinking Historically about Medieval Emotions, in: History Compass 8,8 (2010), S. 828-42; dies., Emotional Communities in the Early Middle Ages, Ithaca 2006; dies., Histoire de l’Émotion. Méthodes et Approches, in: Cahiers de Civilisation Médiévale 49,1 (2006), S. 33-48 und dies., Worrying about Emotions in History, in: The American Historical Review 107,3 (2002), S. 821-845.
[16] Robert A. Kaster, Emotion, Restraint, and Community in Ancient Rome, Oxford 2005.
[17] „To explore this fact [the emotion, d.V.], then, I propose that we suspend concern with lexical meaning or equivalence and instead think about all such talk just as the end-product of a process that engages body and mind together: any emotion-term is just the lexicalized residue of what happens when the data of life are processed in a particular way – through a sequence of perception (sensing, imaging), evaluation (believing, judging, desiring), and response (bodily, affective, pragmatic, expressive) – to produce a particular kind of emotionalized consciousness, a particular set of thoughts and feelings.” Kaster, Emotion, S. 8.
[18] Daniel Wickberg etwa diskutiert die Frage, ob sich für eine solche Geschichte der Begriff sensibilities im Gegensatz zu emotion, aber auch zu mentality und anderen Konzepten eignen würde: vgl. ders., What Is the History of Sensibilities? On Cultural Histories, Old and New, in: American Historical Review 112,3 (2007), S. 661-684.
[19] Stearns, American Cool, 1994 und Martina Kessel, Langeweile. Zum Umgang mit Zeit und Gefühlen in Deutschland vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, Göttingen 2001.
[20] Daniel M. Gross, The Secret History of Emotion: From Aristotle's Rhetoric to Modern Brain Science. Chicago 2006.
[21] Martha C. Nussbaum, Upheavals of Thought: The Intelligence of Emotions, Cambridge 2001. Als Gegenpart einer solchen Argumentation könnte man Daniel Lord Smails Versuch verstehen, Geschichte in Abhängigkeit von gleichwohl historisch modulierbaren Gehirnstrukturen zu verstehen und auf diese Weise die sogenannte Prähistorie in die allgemeine Geschichtswissenschaft zu reintegrieren, vgl. Daniel Lord Smail, On Deep History and the Brain, Berkeley 2008.
[22] Thomas Dixon, From Passions to Emotions. The Creation of a Secular Psychological Category, Cambridge 2003.
[23] Ute Frevert u.a., Gefühlswissen. Eine lexikalische Spurensuche in der Moderne, Frankfurt am Main 2011.
[24] Gerd Althoff, Tränen und Freude. Was interessiert Mittelalter-Historiker an Emotionen?, in: Frühmittelalterliche Studien 40 (2006), S. 1-11; ders., Körper, Emotionen, Rituale, in: Ralf Schnell (Hrsg.), Medien(r)evolutionen, Bielefeld 2006, S. 13-36; ders., Vom Lächeln zum Verlachen. Formen und Funktionen emotionaler Zeichen in mittelalterlichen Gruppen und Gemeinschaften, in: Werner Röcke (Hrsg.), Lachgemeinschaften. Kulturelle Inszenierungen, Berlin 2005, S. 1-14; ders., Gefühle in der öffentlichen Kommunikation des Mittelalters, in: Claudia Benthien/Anne Fleig/Ingrid Kasten (Hrsg.), Emotionalität. Zur Geschichte der Gefühle, Köln 2000, S. 82-99; ders., Empörung, Tränen, Zerknirschung. ‚Emotionen’ in der öffentlichen Kommunikation des Mittelalters, in: Frühmittelalterliche Studien 30 (1996), S. 60-79.
[25] Peter Dinzelbacher, Warum weint der König? Eine Kritik des mediävistischen Panritualismus, Badenweiler 2009.
[26] Barbara H. Rosenwein (Hrsg.), Anger’s Past. The Social Uses of an Emotion in the Middle Ages, Ithaca 1998.
[27] Rosenwein, Worrying, S. 835. Den Begriff „hydraulisches Emotionsmodell” prägte allerdings Robert Solomon, wie Rosenwein im Gespräch mit Jan Plamper anmerkt, vgl. Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle?, S. 53. Dort der Hinweis auf Robert C. Salomon, The Passions, Garden City 1976, S. 139-150.
[28] Rosenwein, Emotional Communities.
[29] Antwort Rosenwein in Plamper, Wie schreibt man die Geschichte der Gefühle?, S. 55.
[30] Helena Flam, „From Emotional ‚Man‘ with Love“, in: Rainer Schützeichel (Hrsg.), Emotionen und Sozialtheorie. Disziplinäre Ansätze, Frankfurt am Main 2006, S. 195-222 und dies., Soziologie der Emotionen: eine Einführung, Konstanz 2002, v.a. S. 173-310 sowie Eva Illouz, Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe, Frankfurt am Main 2009; dies., Gefühle in Zeiten des Kapitalismus. Adorno-Vorlesungen 2004, Frankfurt am Main 2006; dies., Der Konsum der Romantik. Liebe und die kulturellen Widersprüche des Kapitalismus, Frankfurt am Main 2003.
[31] Vgl. Ute Frevert, Gefühle und Kapitalismus, in: Gunilla Budde (Hrsg.), Kapitalismus. Historische Annäherungen, Göttingen 2011, S. 50-72 sowie Sabine Donauers Promotionsprojekt zur Konzeption und dem Einsatz von Emotionen auf dem neuen Feld der Arbeitspsychologie „Emotionen in der Arbeit – Arbeiten an Emotionen. Deutschland, 1870-1970“ (Freie Universität Berlin, Exzellenzcluster „Languages of Emotion“) sowie das Projekt von Daniela Saxer „Projekt Arbeit: Erwerbskrisen, Arbeitswissen und Subjektivierungsweisen (Schweiz 1890-1950)“ (MPI für Bildungsforschung, Berlin).
[32] Diese Überzeugung rekurriert u.a. auf all jene Psychologen, die Angst zu den sogenannten basic emotions zählen, d.h. zu den angeborenen und damit universalen Gefühlen. Der heute wohl bekannteste Vertreter der basic emotions-Theorie ist der amerikanische Psychologe Paul Ekman.
[33] Vgl. etwa Anne Springer / Bernhard Janta / Karsten Münch (Hrsg.), Angst, Gießen 2011; Thomas Kisser u.a. (Hrsg.), Angst. Dimensionen eines Gefühls, München 2011; Dominique Moïsie, La géopolitique de l’émotion: comment les cultures de peur, d’humiliation et d’espoir façonnent le monde, Paris 2008; Leyla Dakhli / Bernard Maris / Roger Sue / Georges Vigarello, Gouverner par la peur, Paris 2007; Frank Furedi, Politics of Fear: Beyond Left and Right, London 2006; ders., Culture of Fear. Risk Taking and the Morality of Low Expectation, London 1997; Sabine Bode, Die deutsche Krankheit – German Angst, Stuttgart 2006; Christophe Lambert, La société de la peur, Paris 2005; Cass R. Sunstein, Laws of Fear. Beyond the Precautionary Principle, Cambridge 2005; Paul Virilio, Ville panique: Ailleurs commence ici, Paris 2003; Barry Glassner, The Culture of Fear. Why Americans are Afraid of the Wrong Things, New York 1999. In diesen Zusammenhang gehört das von Christoph Schlingensief auf der Biennale 2003 in Venedig gestartete Kunstprojekt „Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“, das 2005 auch in Köln gezeigt wurde und seitdem im Internet fortgeführt wird: <http://www.kirche-der-angst.de/> bzw. <http://www.church-of-fear.net/> (01.11.2011).
[34] Neben den im Folgenden besprochenen, bereits publizierten Bänden stand „Angst“ auch bei einer Reihe weiterer Tagungen im Mittelpunkt, die allerdings nicht in erster Linie historisch ausgerichtet waren, u.a.: „Dealing with Fear: What Holds Societies Together“, Akademie Schloss Solitude, Oktober 2007, DFG-Netzwerk „Spielformen der Angst“, Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Siegen (2009-2011).
[35] Jean Delumeau, La Peur und ders., Le Péché et la Peur: La Culpabilisation en Occident (XIIIe-XVIIIe siècles), Paris 1983.
[36] Piero Camporesi, The Fear of Hell. Images of Damnation and Salvation in Early Modern Europe, Cambridge 1990 (ital. Original: 1987) sowie Peter Dinzelbacher, Angst im Mittelalter. Teufels-, Todes- und Gotteserfahrung: Mentalitätsgeschichte und Ikonographie, Stuttgart 1996.
[37] Anne Scott / Cynthia Kosso (Hrsg.), Fear and its Representations in the Middle Ages and Renaissance, Turnhout 2002 sowie William G. Naphy/Penny Roberts (Hrsg.), Fear in Early Modern Society, Manchester 1997.
[38] Andreas Bähr, „Unaussprechliche Furcht“ und Theodizee. Geschichtsbewusstsein im Dreißigjährigen Krieg, in: WerkstattGeschichte 49 (2008), S. 9-31; ders., Die Furcht der Frühen Neuzeit. Paradigmen, Hintergründe und Perspektiven einer Kontroverse, in: Historische Anthropologie 16,2 (2008), S. 291-309 sowie Bährs Editorial zum Themenheft „Gefürchtete Geschichte“ der WerkstattGeschichte 49 (2008), S. 3-5. Bährs an der Freien Universität Berlin 2010 eingereichte Habilitationsschrift „Furcht und Furchtlosigkeit. Göttliche Gewalt und Selbstkonstitution im 17. Jahrhundert“ wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 in der Reihe Frühneuzeit-Forschungen, Epfendorf/Neckar erscheinen.
[39] Corey Robin, Fear. The History of a Political Idea, Oxford 2004.
[40] Peter N. Stearns, American Fear. Eine sehr kurze Zusammenfassung des Arguments jetzt auch in: Peter Stearns, Targeting American Fear, in: Revue Française D’Études Américaines 125,3 (2010), S. 9-12 (Dossier: La Peur).
[41] Joanna Bourke, Fear. A Cultural History, London 2005.
[42] Schildt machte damals vier für die Geschichte der Bundesrepublik relevante „Angstkomplexe“ aus: erstens „die Angst vor Krieg und äußeren Feinden“, zweitens die „Angst vor der Zerstörung der inneren Ordnung“, drittens „die Angst vor einem ökonomischen Kollaps“ und viertens „die Angst vor apokalyptischen Gefahren in der ‚Risikogesellschaft‘“, vgl. Axel Schildt, „German Angst“. Überlegungen zur Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik, in: Daniela Münkel / Jutta Schwarzkopf (Hrsg.), Geschichte als Experiment. Studien zu Politik, Kultur und Alltag im 19. und 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2004, S. 87-97, hier: S. 89.
[43] Das gilt eingeschränkt auch für solche politikhistorischen Studien, die Angst bereits in den Mittelpunkt der Analyse stellten wie etwa: Hermann Joseph Hiery, Angst und Krieg. Die Angst als bestimmender Faktor im Ersten Weltkrieg, in: Franz Bosbach (Hrsg.), Angst und Politik in der europäischen Geschichte, Dettelbach 1999, S. 167-224.
[44] Georg Christoph Berger Waldenegg, Selbstmord aus Angst vor dem Tod: Überlegungen zur Beurteilung von Emotionen durch Historiker, in: Patrick Bormann / Thomas Freiberger / Judith Michel (Hrsg.), Angst in den Internationalen Beziehungen, Göttingen 2010, S. 47-69.
[45] Patrick Bormann / Thomas Freiberger / Judith Michel, Theoretische Überlegungen zum Thema Angst in den Internationalen Beziehungen, in: dies. (Hrsg.), Angst, Göttingen 2010, S. 13-43.
[46] Vgl. etwa die Aufsätze von Patrick Bormann zur spätwilhelminischen Weltpolitik, von Alma Hannig zur Balkanpolitik Österreich-Ungarns vor 1914, von Andrew Dodd über Margaret Thatchers Haltung zur deutschen Wiedervereinigung. Lothar Höbelt stellt dagegen die Frage, inwiefern die Royal Air Force vor 1939 einer Art Autosuggestion durch eine verzerrte Gefahrenwahrnehmung erlag.
[47] Stig Förster, Angst und Panik. „Unsachliche“ Einflüsse im politisch-militärischen Denken des Kaiserreiches und die Ursachen des Ersten Weltkriegs, in: Birgit Aschmann (Hrsg.), Gefühl und Kalkül. Der Einfluss von Emotionen auf die Politik des 19. und 20. Jahrhunderts, München 2005, S. 74-85. Dort auch der Aufsatz von Georg Schild zur amerikanischen Kommunisten-Phobie, der ähnlich wie Lothar Höbelt im Bormann-Sammelband danach fragt, ob die Angst der tatsächlichen Bedrohung angemessen war – eine Frage, die methodisch insofern zweifelhaft ist, da sie das Wissen um die Zukunft voraussetzt, das der Historiker zwangsläufig den Zeitgenossen voraus hat.
[48] Stanley Cohen, Folk Devils and Moral Panics, London 1972. Für eine weitere Diskussion vgl. Sean P. Hier (Hrsg.), Moral Panic and the Politics of Anxiety, London 2011; Erich Goode / Nachman Ben-Yehuda, Moral Panics: The Social Construction of Deviance, 2. Aufl. Oxford 2009; Sheldon Ungar, Moral Panic versus the Risk Society: The Implications of the Changing Sites of Social Anxiety, in: British Journal of Sociology 52,2 (2001), S. 271-291 sowie ursprünglich eher kritisch gegenüber dem Konzept: Sean P. Hier, Thinking beyond Moral Panic: Risk, Responsibility, and the Politics of Moralization, in: Theoretical Criminology 12,2 (2008), S. 173-190.
[49] Sebastian Haak, Nuclear fear, konventionelle Kriege und die Instrumentalisierung von Angst in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Bormann u.a. (Hrsg.), Angst, S. 185-202. Haak kann sich dabei allerdings auf die Arbeiten von Spencer C. Weart stützen, vgl. ders., Nuclear Fear. A History of Images, Cambridge/Mass. 1988.
[50] Judith Michel, „Richtige“ und „falsche“ Angst in der westdeutschen Debatte um den Nato-Doppelbeschluss, in: Bormann u.a. (Hrsg.), Angst, S. 251-272. Ähnlich, aber mit interessantem Bildmaterial: dies., „Die Angst kann lehren, sich zu wehren“ – Der Angstdiskurs der westdeutschen Friedensbewegung in den 1980er Jahren, in: José Brunner (Hrsg.), Politische Leidenschaften. Zur Verknüpfung von Macht, Emotion und Vernunft in Deutschland (Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 38, 2010), S. 246-269. Der Begriff einer Heuristik der Furcht, den Hans Jonas prägte, taucht bei Michel allerdings nicht auf, vgl. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung, Frankfurt am Main 1979. Dazu aus technikgeschichtlicher Perspektive: Joachim Radkau, Angst und Angstabwehr als Regulative der Technikgeschichte: Gedanken zu einer Heuristik der Furcht, in: Max Kerner (Hrsg.), Technik und Angst. Zur Zukunft der industriellen Zivilisation, 2. Aufl., Aachen 1997, S. 91-119.
[51] Bernd Greiner / Christian Th. Müller / Dierk Walter (Hrsg.), Angst im Kalten Krieg, Hamburg 2009.
[52] Bernd Greiner, Angst im Kalten Krieg. Bilanz und Ausblick, in: ders. u.a. (Hrsg.), Angst, S. 7-31, S. 18.
[53] Frank Biess, „Jeder hat eine Chance”. Die Zivilschutzkampagnen der 1960er Jahre und die Angstgeschichte der Bundesrepublik, in: Greiner u.a., Angst, S. 61-93; Monique Scheer, „Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir“. Religiöse Ausdrucksformen in der Angstkultur des Kalten Krieges, in: Greiner u.a., Angst, S. 322-346; Jörg Arnold, „Kassel 1943 mahnt …“. Zur Genealogie der Angst im Kalten Krieg, in: Greiner u.a., Angst, S. 465-494; Susanne Schregel, Konjunktur der Angst. „Politik der Subjektivität“ und „neue Friedensbewegung“, 1979-1983, in: Greiner u.a., Angst, S. 495-520 sowie Holger Nehring, Angst, Gewalterfahrungen und das Ende des Pazifismus. Die britischen und westdeutschen Proteste gegen Atomwaffen, 1957-1964, in: Greiner u.a., Angst, S. 436-464.
[54] So zum Beispiel Melanie Arndt, Verunsicherung vor und nach der Katastrophe. Von der Anti-AKW-Bewegung zum Engagement für die „Tschernobyl-Kinder“, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 7,2 (2010), Abschn. 12.
[55] Biess, „Jeder hat eine Chance”, S. 92-93.
[56] Frank Biess, Die Sensibilisierung des Subjekts: Angst und „Neue Subjektivität” in den 1970er Jahren, in: WerkstattGeschichte 49 (2008), S. 51-71; ders., „Everybody Has a Chance“. Civil Defense. Nuclear Angst, and the History of Emotions in Postwar Germany, in: German History 27,2 (2009), S. 215-243; ders., Feelings in the Aftermath: Toward a History of Postwar Emotions, in: ders. / Robert Moeller (Hrsg.), Histories of the Aftermath. The Legacies of the Second World War in Europe, New York 2010, S. 30-48. Biess arbeitet gegenwärtig an einer Angstgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zum Thema Sicherheit vgl. vor allem: Eckart Conze, Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis zur Gegenwart, München 2009 sowie Conzes theoretische Überlegungen: ders., Sicherheit als Kultur. Überlegungen zu einer „modernen Politikgeschichte“ der Bundesrepublik Deutschland, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 53 (2005), S. 357-380. Gegenwärtig noch im Druck ist Holger Nehrings Buch zur Friedensbewegung, das ebenfalls einen Schwerpunkt auf den Aspekt der Sicherheitspolitik legt: ders., The Politics of Security. West European Protests against Nuclear Weapons and the Cold War, bald bei Oxford University Press.
[57] Andreas Reckwitz, Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne, Weilerswist 2006; ders., Subjekt, Bielefeld 2008. Anregend sind hier zwei neuere historische Sammelbände: Sabine Maasen u.a. (Hrsg.), Das beratene Selbst. Zur Genealogie der Therapeutisierung in den >langen< Siebzigern, Bielefeld 2011 und Jens Elberfeld / Marcus Otto (Hrsg.), Das schöne Selbst. Zur Genealogie des Selbst zwischen Ethik und Ästhetik (Literalität und Liminalität), Bielefeld 2009.
[58] In den Wirtschaftswissenschaften selbst wurden allerdings in den letzten Jahren einige Studien zum Stellenwert von Gefühl vorgelegt, so etwa die Arbeiten des Chicagoer Verhaltensökonomen Richard H. Thaler sowie von dessen Schüler Robert J. Shiller (Harvard), vgl. v.a. George A. Akerlof/Robert J. Shiller, Animal Spirits. How Human Psychology Drives the Economy, and Why it Matters for Global Capitalism, Princeton 2009. Auch der boomende Bereich der neuroeconomics weist Gefühlen einen hohen Stellenwert zu, vgl. z.B. die Forschungen Ernst Fehrs (Zürich).
[59] Harold James, 1929: The New York Stock Market Crash, in: Jan Plamper / Benjamin Lazier (Hrsg.), Special Forum: Fear Beyond the Disciplines (Representations 110, 2010), S. 129-143. Vgl. außerdem neuerdings: Hartmut Berghoff, Rationalität und Irrationalität auf Finanzmärkten, in: Gunilla Budde (Hrsg.), Kapitalismus. Historische Annäherungen, Göttingen 2011, S. 73-96.
[60] James, 1929, S. 142.
[61] Jan Plamper / Benjamin Lazier (Hrsg.), Special Forum: Fear Beyond the Disciplines Representations 110, 2010) sowie darin: dies., Introduction: The Phobic Regimes of Modernity, S. 58-65. Die Beiträge gehen zurück auf eine Tagung zum Thema „Fear: Multidisciplinary Perspectives”, die im April 2008 am Shelby Cullom Davis Center for Historical Studies der Princeton University stattfand und ein breites Spektrum von sozial-, geistes- und naturwissenschaftlichen Zugängen zur Angst präsentierte.
[62] Adam Lowenstein, Living Dead: Fearful Attractions of Film, in: Plamper / Lazier (Hrsg.), S. 105-128 sowie Ruth Leys, How Did Fear Become a Scientific Object and What Kind of Object Is It?, in: Plamper/Lazier (Hrsg.), S. 66-104.
[63] Zu Paul Ekmans verschiedenen Funktionen u.a. auch als wissenschaftlicher Experte für die amerikanische Fernsehserie „Lie to Me“ vgl. dessen persönliche Homepage: <http://www.paulekman.com/> (01.11.2011).
[64] Ruth Leys, From Guilt to Shame. Auschwitz and After, Princeton 2007.
[65] Jan Plamper, Fear: Soldiers and Emotion in Early Twentieth-Century Russian Military Psychology, in: Slavic Review 68,2 (2009), S. 259-283.
[66] Susanne Michl / Jan Plamper, Soldatische Angst im Ersten Weltkrieg. Die Karriere eines Gefühls in der Kriegspsychiatrie Deutschlands, Frankreichs und Russlands, in: Geschichte und Gesellschaft 35,2 (2009), S. 209-248.
[67] Diese von ihr entwickelte Natural Semantic Metalanguage (NSM) basiert auf sogenannten „semantic primes” wie FEEL, BAD, I, YOU, SOMEONE, SOMETHING. Vgl. zur Methode und ihrer Anwendung auch: Jean Harkins / Anna Wierzbicka (Hrsg.), Emotions in Crosslinguistic Perspective, Berlin 2001.
[68] Anna Wierzbicka, A Case Study of Emotion in Culture: German Angst, in: dies., Emotions across Languages and Cultures. Diversity and Universals, Cambridge 1999, S. 123-167. Vgl. aus lexikographischer Perspektive auch: Henning Bergenholtz, Das Wortfeld „Angst”. Eine lexikographische Untersuchung mit Vorschlägen für ein großes interdisziplinäres Wörterbuch der deutschen Sprache, Stuttgart 1979. Anna Wierzbicka reflektiert über den möglichen Beitrag ihrer linguistischen Methode zur Emotionsgeschichte sowie zur Emotionsforschung in: dies., The „History of Emotions“ and the Future of Emotion Research, in: Emotion Review 2,3 (2010), S. 269-273.
[69] Dean / Liénard-Yeterian / Perrin-Chenour (Hrsg), „La Peur/Fear” sowie Thomas Lemke / Lars Thorup Larsen / Thor Hvidbak (Hrsg.), Fear. Special Issue / Distinktion. Scandinavian Journal of Social Theory 12,2 (2011).
[70] Hier – wie auch für die im Folgenden genannten Emotionen – können nur einige Hinweise gegeben werden, die allerdings nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben: Benno Gammerl, Erinnerte Liebe: was kann eine Oral History zur Geschichte der Gefühle und der Homosexualitäten beitragen?, in: Geschichte und Gesellschaft 35,2 (2009), S. 314-345; Francesca Orsini (Hrsg.), Love in South Asia. A Cultural History, Cambridge 2006; Luisa Passerini, Love and the Idea of Europe, New York 2009, dies., Europe in Love, Love in Europe. Imagination and Politics in Britain between the Wars, Tauris 1999; Gábor Boros / Herman de Dijn / Martin Moors (Hrsg.), The Concept of Love in 17th and 18th Century Philosophy, Leuven 2007; Sabine Seichter, Pädagogische Liebe. Erfindung, Blütezeit, Verschwinden eines pädagogischen Deutungsmusters, Paderborn 2007; Anne-Charlott Trepp, Liebe – gelebte Emotion und gesellschaftliche Wertsetzung. Geschlechterbeziehungen im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, in: Sozialwissenschaftliche Informationen. 30,3 (2001), S. 14-21; Eva Illouz, Consuming the Romantic Utopia. Love and the Cultural Contradictions of Capitalism, Berkeley 1997.
[71] Gian Marco Vidor, Images d’un usage public de la douleur: les femmes dans les cérémonies italiennes du soldat inconnu, in: Christian Delporte / Denis Maréchal / Caroline Moine u.a. (Hrsg.), La guerre après la guerre. Images et construction des imaginaires de guerre dans l’Europe du XXe siècle. Nouveau Monde Editions, 2010, S. 111-120; Oliver Janz, Das symbolische Kapital der Trauer. Nation, Religion und Familie im italienischen Gefallenenkult des Ersten Weltkriegs, Tübingen 2009.
[72] Rosenwein (Hrsg.), Anger’s Past; William Vernon Harris, Restraining Rage. The Ideology of Anger Control in Classical Antiquity, Cambridge/Mass. 2001 (2. Aufl. 2004).
[73] Roger D. Petersen, Understanding Ethnic Violence. Fear, Hatred, and Resentment in Twentieth-Century Eastern Europe, Cambridge 2002 (2. Aufl. 2006); Richard Bessel, Hatred after War: Emotion and the Postwar History of East Germany, in: History and Memory 17,2 (2005), S. 195-216. Aus ethnologischer Perspektive, mit Wut im Titel, aber dennoch zu Hass und ethnic violence: Arjun Appadurai, Fear of Small Numbers: An Essay on the Geography of Anger, Durham 2006 sowie theoretisch grundlegend: Arthur Kleinman / Veena Das / Margaret Lock (Hrsg.), Social Suffering, Berkeley 1998; Veena Das / Arthur Kleinman / Mamphela Ramphele / Pamela Reynolds (Hrsg.), Violence and Subjectivity, Berkeley 2000 und Veena Das/Arthur Kleinman / Margaret Lock / Mamphela Ramphele / Pamela Reynolds (Hrsg.), Remaking a World: Violence, Social Suffering, and Recovery, Berkeley 2001.
[74] Daniel Lord Smail / Kelly Lyn Gibson (Hrsg.), Vengeance in Medieval Europe. A Reader, Toronto 2009.
[75] Frank Nullmeier, Vom Neid zur Gier? Über den Wandel deutscher Sozialstaatsdebatten, in: José Brunner (Hrsg.), Politische Leidenschaften, S. 270-286; David Konstan/Keith Rutter (Hrsg.), Envy, Spite and Jealousy. The Rivalrous Emotions in Ancient Greece, Edinburgh 2003; Susan J. Matt, Keeping up with the Joneses. Envy in American Consumer Society, 1890-1930, Philadelphia 2003; Peter N. Stearns, Jealousy. The Evolution of an Emotion in American History, New York 1989.
[76] David Nash / Anne-Marie Kilday (Hrsg.), Cultures of Shame. Exploring Crime and Morality in Britain 1600-1900, Basingstoke 2010; Sally R. Munt, Queer Attachments. The Cultural Politics of Shame, Aldershot 2008; Leys, From Guilt to Shame; Martha C. Nussbaum, Hiding from Humanity. Disgust, Shame, and the Law, Princeton 2004.
[77] Winfried Menninghaus, Ekel. Theorie und Geschichte einer starken Empfindung, Frankfurt am Main 2002.
[78] Winfried Speitkamp, Ohrfeige, Duell und Ehrenmord. Eine Geschichte der Ehre, Stuttgart 2010; Christian Bailey, Honor Bestowed and Felt? Verdienstorden in the Federal Republic after 1945, in: José Brunner (Hrsg.), Politische Leidenschaften, S. 61-78; Ute Frevert, Honor, Gender, and Power: The Politics of Satisfaction in Pre-War Europe, in: Holger Afflerbach / David Stevenson (Hrsg.), An Improbable War? The Outbreak of World War I and European Political Culture Before 1914, New York 2007, S. 233-255; James Bowman, Honor. A History, New York 2006; Birgit Aschmann, Heiße Gefühle und kaltes Blut – Nationale Ehrverletzung als Kriegsmotiv für den preußischen Feldzug 1806, in: José Brunner (Hrsg.), Politische Leidenschaften, S. 23-44; dies., Ehre - das verletze Gefühl als Grund für den Krieg. Der Kriegsausbruch 1870, in: Aschmann (Hrsg.), Gefühl und Kalkül, S. 151-183; Michael Salewski, Von Ehre zur Schande – und Schande zur Ehre. Zum historischen Selbstverständnis der Deutschen nach 1945, in: Aschmann (Hrsg.), Gefühl und Kalkül, S. 175-183.
[79] Ute Frevert, Trust as Work, in: Jürgen Kocka (Hrsg.), Work in a Modern Society: The German Historical Experience in Comparative Perspective, New York 2010, S. 93-108; dies., Does Trust have a History? (Max Weber Programme: Lectures Series No. 2009-01), San Domenico die Fiesole 2009; dies. (Hrsg.), Vertrauen: Historische Annäherungen, Göttingen 2003.
[80] Zum Beispiel: Christina Kotchemidova, From Good Cheer to „Drive-By Smiling“. A Social History of Cheerfulness, in: Journal of Social History 39,1 (2005), S. 5-37; Kessel, Langeweile, 2001; Alain Ehrenberg, La fatigue d’être soi. Dépression et société, Paris 1998; Helmut Lethen, Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen, Frankfurt am Main 1994; Peter N. Stearns, American Cool, 1994.
[81] Jeff Goodwin / James M. Jasper / Francesca Polletta (Hrsg.), Passionate Politics: Emotions and Social Movements, Chicago 2001. Goodwin und Jasper führten gemeinsam mit anderen ihre Überlegungen drei Jahre später weiter in: dies. (Hrsg.), Rethinking Social Movements: Structure, Culture, and Emotion, Lanham 2004. Die von Goodwin / Jasper / Polletta begonnene Diskussion über die Rolle von Emotionen in sozialen Bewegungen griffen Amélie Blom und Nicolas Jaoul 2008 auf und entwickelten sie im Hinblick auf die Geschichte Süd-Asiens weiter: dies. (Hrsg.), Outraged Communities. Comparative Perspectives on the Politicization of Emotions in South Asia (South Asia Multidisciplinary Journal 2, 2008).
[82] Sharon Erickson Nepstad / Christian Smith, The Social Structure of Moral Outrage in Recruitment to the U.S.-Central America Peace Movement, in: Goodwin / Jaspers / Polletta, Passionate Politics, S. 158-174 sowie Michael Young, A Revolution of the Soul: Transformative Experiences and Immediate Abolition, in: Goodwin / Jaspers / Polletta, Passionate Politics, S. 99-113.
[83] Elizabeth Jean Wood, The Emotional Benefits of Insurgency in El Salvador, in: Goodwin / Jaspers / Polletta, Passionate Politics, S. 267-280.
[84] Jeff Goodwin / Steven Pfaff, Emotion Work in High-Risk Social Movements: Managing Fear in the U.S. and East German Civil Rights Movements, in: Goodwin / Jaspers / Polletta, Passionate Politics, S. 282-301.
[85] Colin Barker, Fear, Laughter, and Collective Power: The Making of Solidarity at the Lenin Shipyard in Gdansk, Poland, August 1980, in: Goodwin / Jaspers / Polletta, Passionate Politics, S. 175-194 und Deborah Gould, Rock the Boat, Don’t Rock the Boat, Baby: Ambivalence and the Emergence of Militant AIDS Activism, in: Goodwin / Jaspers / Polletta, Passionate Politics, S. 135-157.
[86] Deborah B. Gould, Moving Politics: Emotion and ACT UP’s Fight Against AIDS, Chicago 2009. An einem emotionshistorischen Projekt zu Aids arbeitet gegenwärtig auch Magdalena Beljan (MPI für Bildungsforschung, Berlin): „Ambivalente Emotionen. Konflikte und Konvergenzen im Umgang mit Aids“.
[87] Vgl. dazu ihre sehr instruktive Einleitung: Deborah B. Gould, Why Emotion?, in: dies., Moving Politics, S. 1-47. Den Begriff des emotional habitus werde ich abschließend noch einmal aufnehmen.
[88] José Brunner (Hrsg.), Politische Leidenschaften. Zur Verknüpfung von Macht, Emotion und Vernunft in Deutschland (Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 38, 2010).
[89] Doron Avraham, Love, Affection, Consolation – The Emotional Setting of German Conservatives‘ Social Policy in Nineteenth Century, in: ebd., S. 199-212; Pascal Eitler, Zwischen „großer Verweigerung” und „sanfter Verschwörung” – Eine religionshistorische Perspektive auf die Bundesrepublik Deutschland 1965-1990, in: ebd., S. 213-229 und Frank Nullmeier, Vom Neid zur Gier? Über den Wandel deutscher Sozialstaatsdebatten, in: ebd., S. 270-286.
[90] Jürgen Martschukat, A Horrifying Experience? Public Executions and the Emotional Spectator in the New Republic, in: Jessica Gienow-Hecht (Hrsg.), Emotions in American History. An International Assessment, New York 2010, S. 181-200.
[91] Árpád von Klimó / Malte Rolf, Rausch und Diktatur: Emotionen, Erfahrungen und Inszenierungen totalitärer Herrschaft, in: dies. (Hrsg.), Rausch und Diktatur. Inszenierung, Mobilisierung und Kontrolle in totalitären Systemen, Frankfurt am Main 2006, S. 11-43, hier: S. 13.
[92] Gerade erst erschienen ist ein Band des Psychiaters Luc Ciompi, geschrieben zusammen mit Elke Endert, der kollektive Gefühle historisch in den Blick nehmen möchte, aber letztlich von einem essentialistischen und damit ahistorischen Verständnis der Emotionen ausgeht: Luc Ciompi / Elke Endert, Gefühle machen Geschichte. Die Wirkung kollektiver Emotionen – von Hitler bis Obama, Göttingen 2011.
[93] Ute Frevert, Ehrenmänner: Das Duell in der bürgerlichen Gesellschaft, München 1995.
[94] Aschmann, Heiße Gefühle und kaltes Blut; dies., Ehre – das verletzte Gefühl als Grund für den Krieg. Der Kriegsausbruch 1870, in: dies. (Hrsg.), Gefühl und Kalkül, S. 151-174 und Frevert, Honor, Gender, and Power. Gegenwärtig arbeitet Ute Frevert an einem Projekt, das die Bedeutung von Praktiken der Ehre und Schande in der politischen Kommunikation des 20. Jahrhunderts untersucht.
[95] So zunächst angelegt in ihrer preisgekrönten Habilitationsschrift (Bürger mit Turban. Muslime in Delhi im 19. Jahrhundert, Göttingen 2008), nun erweitert zu einem am MPI für Bildungsforschung, Berlin beheimateten Projekt: Zivilgesellschaft, Zivilität und die Kontrolle von Emotionen. Indische Muslime seit dem 18. Jahrhundert.
[96] Dazu die Einleitung in: Ute Frevert, Emotions in History – Lost and Found, Budapest 2011, S. 3-18. In diese Richtung weisen auch die Überlegungen von Sophie Wahnich zur Französischen Revolution, die die kollektiven Emotionen als „une modalité spécifique du jugement“ konzeptionalisiert und fortfährt: „Les émotions supposaient alors une prise de position par rapport à la réalité perçue. Elles étaient l’expression d’une interprétation, et rendaient publique l‘évaluation de la situation, la conscience de l’inacceptable”, vgl. dies., Les Émotions, la Révolution Française et le Présent: Exercises Pratiques de Conscience Historique, Paris 2009, S. 19-20. Ähnlich argumentierte Wahnich bereits in: La Longue Patience du Peuple: 1792, Naissance de la République, Paris 2008. Auch Raphael Gross zeigt in seiner kürzlich erschienenen Studie, dass der Nationalsozialismus auf einem System moralischer Gefühle und Tugenden aufruhte, das nach 1945 nicht sofort verschwand, ders., Anständig geblieben: Nationalsozialistische Moral, Frankfurt am Main 2010.
[97] So Rolf Petri, Nostalgia e Heimat. Emozione, tempo e spazio nelle costruzioni dell'identità in: ders. (Hrsg.), Nostalgia. Memoria e passaggi tra le sponde dell'adriatico, Rom 2010, S. 15-45.
[98] Ute Frevert / Anne Schmidt, Geschichte, Emotionen und die Macht der Bilder, in: dies. (Hrsg.), Geschichte, Emotionen und visuelle Medien (Geschichte und Gesellschaft 37/1, 2011), S. 5-25, S. 24.
[99] Billie Melman, Horror and Pleasure. Visual Histories, Sensationalism and Modernity in Britain in the Long Nineteenth Century, in: ebd., S. 26-46; Jens Balzer / Ole Frahm, Tragik, Schock, Ratlosigkeit. Zeitgeschichte im Comic, in: ebd., S. 47-71; Aleida Assmann/Juliane Brauer, Bilder, Gefühle, Erwartungen. Über die emotionale Dimension von Gedenkstätten und den Umgang von Jugendlichen mit dem Holocaust, in: ebd., S. 72-103 und Cornelia Brink, Bildeffekte. Überlegungen zum Zusammenhang von Fotografie und Emotionen, in: ebd., S. 104-129.
[100] Frank Bösch / Manuel Borutta (Hrsg.), Die Massen bewegen. Medien und Emotionen in der Moderne, Frankfurt am Main 2006. Ebenfalls 2006 erschien die Dissertation von Kerstin Brückweh, die sehr stark das Wechselspiel von medialer Darstellungen und emotionaler Reaktion betont, vgl. dies., Mordlust. Serienmorde, Gewalt und Emotionen im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2006.
[101] Manuel Borutta, Geistliche Gefühle. Medien und Emotionen im Kulturkampf, in: Bösch/ders. (Hrsg.), Die Massen bewegen, S. 119-141; Daniel Siemens, Die Gerichtsreportage der Zwischenkriegszeit in Berlin und Chicago, ebd., S. 142-171; Astrid Pohl, Heros und Heiler. Emotionen und Ideologie im deutschen Arztmelodram zwischen Nationalsozialismus und frühem Nachkriegsfilm, ebd., S. 241-263; Nina Verheyen, Fernsehschule der Vernunft? Der Internationale Frühschoppen (1952-1987) in emotionsgeschichtlicher Perspektive, ebd., S. 264-283 und Karen Krüger, Programmierter Genozid? Das Radio und die mediale Erzeugung von Angst in Rwanda 1994, ebd., S. 387-406.
[102] Christiane Voss, Die leibliche Dimension des Mediums Kino, ebd., S. 63-80; Hermann Kappelhoff, Urszenen des Mitgefühls. Zur Mediengeschichte der Emotionen, ebd., S. 94-115; Vinzenz Hediger, Gefühlte Distanz. Zur Modellierung von Emotion in der Film- und Medientheorie, ebd., S. 42-62 und Patrick Vonderau, Ökonomien der Gefühle. Der Horrorfilm, ebd., S. 81-93.
[103] Hermann Kappelhoff leitet im Exzellenzcluster „Languages of Emotion“ an der Freien Universität Berlin zwei Projekte zu „Affektmobilisierung und mediale Kriegsinszenierung“ und „Multimodale Metaphorik und Ausdrucksbewegung“, bereits erschienen sind: Hermann Kappelhoff, Matrix der Gefühle. Das Kino, das Melodrama und das Theater der Empfindsamkeit, Berlin 2004; ders., Tränenseligkeit: Das sentimentale Genießen und das melodramatische Kino, in: Matthias Brütsch u.a. (Hrsg.), Kinogefühle. Emotionalität und Gefühl, Marburg 2005, S. 33-50 und ders., Die vierte Dimension des Bewegungsbildes. Das filmische Bild im Übergang zwischen individueller Leiblichkeit und kultureller Fantasie, in: Anne Bartsch u.a. (Hrsg.), Audiovisuelle Emotionen. Emotionsdarstellung und Emotionsvermittlung durch audiovisuelle Medienangebote, Köln 2007, S. 297-311; Vinzenz Hediger / Margrit Tröhler, Ohne Gefühl ist das Auge der Vernunft blind: Eine Einleitung, in: Brütsch u.a., Kinogefühle, S. 7-21.
[104] Eine der wenigen Ausnahmen ist das Projekt von Anja Laukötter am MPI für Bildungsforschung, Berlin, die sich mit „Emotionen und Wissen im medizinischen Film, 1910-1990“ beschäftigt. Gemeinsam mit Christian Bonah und David Cantor veranstaltete Anja Laukötter im Mai 2011 eine Tagung in Genf zu „Communicating Good Health: Movies, Medicine, and the Cultures of Risk in the Twentieth Century“: <http://www.brocher.ch/pages/sympvenir.asp> (01.11.2011), deren Ergebnisse demnächst publiziert werden sollen.
[105] Einen aktuellen Überblick über das Feld Musik und Emotion aus der Perspektive verschiedener Disziplinen gibt: Patrick N. Juslin / John Sloboda (Hrsg.), Handbook of Music and Emotion. Theory, Research, Applications, Oxford 2009. Anregend sind die Arbeiten der Musikhistorikerin Katherine Butler Schofield (früher: Butler-Brown), etwa: If music be the food of love: masculinity and eroticism in the Mughal mehfil, in: Francesca Orsini (Hrsg.), Love in South Asia: a cultural history, Cambridge 2006, S. 61-83, sowie der Musiksoziologin Tia deNora, v.a. After Adorno: Rethinking Music Sociology, Cambridge 2003. Einen im engeren Sinne emotionshistorischen Fokus hat die Ende 2010 begonnene Forschungsgruppe „Gefühlte Gemeinschaften? Emotionen im Musikleben Europas“ unter Leitung Sven Oliver Müllers (MPI für Bildungsforschung, Berlin). Im März 2011 veranstaltete die Forschungsgruppe ihre erste Tagung zum Thema: „Hegemoniale Strukturen der Musik. Besatzungspolitiken, Emotionen und ihr Transfer im Europa der Weltkriege 1914-1949“. Vgl. <http://www.mpib-berlin.mpg.de/de/forschung/max-planck-forschungsgruppen/mpfg-gefuhlte-gemeinschaften> (01.11.2011).
[106] Vgl. dazu Claudia Wassmann, The Science of Emotion: Studying Emotions in Germany, France, and the United States, 1860-1920 (Ph.D. Diss. History, University of Chicago), ProQuest 2005 sowie Wassmanns Aufsätze: Physiological optics, cognition and emotion: A novel look at the early work of Wilhelm Wundt, in: Journal of the History of Medicine and Allied Sciences 64,2 (2009), S. 213-249; dies., Reflections on the 'body loop': Carl Georg Lange’s theory of emotion, in: Cognition & Emotion 24,6 (2010), S. 974-990 und dies., Carl Georg Lange's theory of emotion, in: Françoise Meltzer (Hrsg.), Cahiers Parisiens / Parisian Notebooks 6, Chicago (im Druck). Claudia Wassmann (MPI für Bildungsforschung, Berlin) arbeitet gegenwärtig an einem weiter ausgreifenden Buchprojekt zur „Genealogie der Emotionsforschung. 1860-2000“.
[107] Reckwitz, Das hybride Subjekt, S. 416ff.
[108] Uffa Jensen / Daniel Morat (Hrsg.), Rationalisierungen des Gefühls. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Emotionen 1880-1930, München 2008.
[109] Damien Boquet / Piroska Nagy, Émotions historiques, émotions historiennes, in: Écrire l’histoire 2 (Herbst 2008), S. 15-26.
[110] Emily Robinson, Touching the Void: Affective History and the Impossible, in: Rethinking History 14,4 (2010), S. 503-520.
[111] Paul White ist Mitarbeiter am Darwin Correspondence Project in Cambridge. Zu seinen emotionshistorischen Arbeiten, die sich mit den Emotionen des Wissenschaftlers bei der Forschung am Tier etwa im Rahmen der britischen Vivisektionsdebatte beschäftigen, gehört Paul Whites Aufsatz, Sympathy under the Knife: Experimentation and Emotion in Late Victorian Medicine, in: Fay Bound Alberti (Hrsg.), Medicine, Emotion and Disease, 1700-1950, Basingstoke 2006, S. 100-124 sowie im bereits erwähnten Isis-Forum: Darwin’s Emotions. The Scientific Self and the Sentiment of Objectivity, in: Isis 100 (2009), S. 811-826. Mensch-Tier-Verhältnisse stehen auch im Mittelpunkt von Pascal Eitlers gegenwärtigem Forschungsprojekt am MPI für Bildungsforschung, Berlin, der jedoch vor allem danach fragt, wie die immer wieder neuen Aushandlungen über die fluide Grenze zwischen Mensch und Tier mehr alles andere Aushandlungen über die Gefühle von Menschen und Tieren bzw. von Menschen zu Tieren und umgekehrt waren (Projekt „Die Liebe zum Tier – transnationale Perspektiven auf das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert“).
[112] Fay Bound Alberti, Matters of the Heart. History, Medicine, and Emotion, Oxford 2010 sowie dies., The Emotional Heart: Mind, Body and Soul, in: James Peto (Hrsg.), The Heart, New Haven 2007, S. 125-142 und dies., Angina Pectoris and the Arnolds: Emotions and Heart Disease in the Nineteenth Century, in: Medical History 52 (2008), S. 221-236.
[113] Elizabeth A. Wilson, „ Would I had Him with Me Always”: Affects of Longing in Early Artificial Intelligence, in: Isis 100 (2009), S. 839-847.
[114] Rhodri Hayward, James L. Halliday and the Invention of the Psychosocial, in: Isis 100 (2009), S. 827-838 sowie ders., Resisting History: Popular Religion and the Origins of the Unconscious, Manchester 2007; ders., From Clever Hans to Michael Balint: Emotion, Influence and the Unconscious in British Medical Practice, in: Alberti (Hrsg.), Medicine, Emotion and Disease, S. 144-168 sowie sein noch nicht erschienenes Buch: Self Cures: Psychology and Medicine in Modern Britain.
[115] Otniel Dror, A Reflection on Feelings and the History of Science, in: Isis 100 (2009), S. 848-851 sowie u.a. ders., Seeing the Blush, Feeling Emotions, in: Lorraine Daston / Elizabeth Lunbeck (Hrsg.), Histories of Scientific Observations, Chicago 2011, S. 326-348; ders., Fear and Loathing in the Laboratory and Clinic, in: Alberti (Hrsg.), Medicine, Emotion and Disease, S. 125-143; ders., Techniques of the Brain and the Paradox of Emotions, 1880-1930, in: Science in Context 14,4 (2001), S. 643-660; ders., Counting the Affects: Discoursing in Numbers, in: Social Research 68,2 (2001), S. 357-378; ders., The Scientific Image of Emotion: Experience and Technologies of Inscription, in: Configurations 7,3 (1999), S. 335-401 und ders., Creating the Emotional Body. Confusion, Possibilities, and Knowledge, in: Peter Stearns/Jan Lewis (Hrsg.), An Emotional History of the United States, New York 1998, S. 173-194.
[116] Otniel Dror, Blush, Adrenaline, Excitement: Modernity and the Study of Emotions, 1860-1940 (im Erscheinen).
[117] Manuel Borutta / Nina Verheyen (Hrsg.), Die Präsenz der Gefühle. Männlichkeit und Emotion in der Moderne, Bielefeld 2010. Ebenfalls zu Männlichkeit und Emotion: Milette Shamir / Jennifer Travis (Hrsg.), Boys Don’t Cry? Rethinking Narratives of Masculinity and Emotion in the US, New York 2002 sowie das laufende Forschungsprojekt von Stephanie Olsen am MPI für Bildungsforschung, Berlin: „Der emotionale Mann. Jugend, informelle Erziehung und der männliche Bürger in Großbritannien, 1880-1914“. Ende 2010 veranstaltete außerdem der Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung – Kultur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften (AIM Gender) eine Tagung zum Thema: „Männer und Gefühle – Männlichkeit und Emotionen. Historische, literatur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven“. Tagungsbericht bei H-Soz-u-Kult von Oktay Aktan / Cornelia Hippmann / Nicole Kirchhoff / Diana Lengersdorf: <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3553&sort=datum&order=down&search=m%C3%A4nnlichkeit+emotionkeit+emotion> (01.11.2011). Ohne die Fokussierung auf Männlichkeit u.a.: Willemijn Ruberg / Kristine Steenbergh (Hrsg.), Sexed Sentiments. Interdisciplinary Perspectives on Gender and Emotion, Amsterdam 2011; Sabine Flick/Annabelle Hornung (Hrsg.), Emotionen in Geschlechterverhältnissen. Affektregulierung und Gefühlsinszenierung im historischen Wandel, Bielefeld 2009 sowie Rajat Kanta Ray, Exploring Emotional History. Gender, Mentality and Literature in the Indian Awakening, Oxford 2001.
[118] John Corrigan (Hrsg.), The Oxford Handbook of Religion and Emotion, Oxford 2008 sowie ders. / Eric Crump / John Kloos, Emotion and Religion: A Critical Assessment and Annotated Bibliography, Westport 2000 und ders. (Hrsg.), Religion and Emotion. Approaches and Interpretations, Oxford 2004.
[119] John Corrigan, Business of the Heart. Religion and Emotion in the Nineteenth Century, Berkeley 2002; Phyllis Mack, Heart Religion in the British Enlightenment. Gender and Emotion in Early Methodism, Cambridge 2008; Susan C. Kant-Nunn, The Reformation of Feeling. Shaping the Religious Emotions in Early Modern Germany, Oxford 2010. Zurzeit laufen jedoch einige Projekte zum Zusammenhang von Religion und Gefühl, erste Ergebnisse sind z.T. in Aufsatzform veröffentlich, vgl. vor allem: Monique Scheer, Empfundener Glaube. Die kulturelle Praxis religiöser Emotionen im deutschen Methodismus des 19. Jahrhunderts, in: Zeitschrift für Volkskunde 105 (2009), S. 185-213; Pascal Eitler, Der „Neue Mann“ des „New Age“. Emotion und Religion in der Bundesrepublik Deutschland (1970-1990), in: Borutta / Verheyen (Hrsg.), Die Präsenz der Gefühle, S. 279-304; Kirsten Fischer, „Religion Governed by Terror“: A Deist Critique of Fearful Christianity in the Early American Republic, in: Revue Française d’Études Américaines 125 (2010), S. 13-26; Richard K. Wolf, Return to Tears: Musical Mourning, Emotion, and Religious Reform in Two South Asian Minority Communities, in: Liz Wilson (Hrsg.), The Living and the Dead. Social Dimensions of Death in South Asian Religions, Albany 2003, S. 95-112 sowie die Beiträge in dem von John Corrigan herausgegebenen Sammelband: Religion and Emotion. Approaches and Interpretations, Oxford 2004. Mit Emotionen im Kontext des indischen Sufismus beschäftigen sich am MPI für Bildungsforschung, Berlin die Projekte von Maritta Schleyer und Mohammed Sajjad, mit dem Verhältnis von Emotionen und Hinduismus das Projekt von Monika Freier.
[120] Eine Ausnahme ist u.a.: Peter Stearns, Anxious Parents. A History of Modern Childrearing in America, New York 2003. Zudem widmet sich das für 2012 angekündigte Jahrbuch für Historische Bildungsforschung dem Thema „Emotionen in der Bildungsgeschichte. Strategien, Kontexte, Wirkungen“, vgl. den CfA: <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=16594> (01.11.2011). Am MPI für Bildungsforschung, Berlin laufen außerdem zwei weitere, im engeren Sinne bildungsgeschichtliche Projekte: Philippe Bongrand forscht dort zum Thema „Gefühle beobachten, Beobachtung erfühlen. Gefühle von Kindern in der Gestaltung und der Rezeption von Schülereinschätzung in Frankreich in den 1950er und 1960er Jahren“ sowie Juliane Brauer zu „Gemeinsames Singen als emotionale Praxis. Musikerziehung und Gefühls-Bildung in Schule und Jugendorganisationen der Deutschen Demokratischen Republik“. Ansätze zu einer Wirtschaftsgeschichte aus dem Blickwinkel der Emotionsgeschichte: Christian Koller, „Es ist zum Heulen“: Emotionshistorische Zugänge zur Kulturgeschichte des Streikens, in: Geschichte und Gesellschaft 36/1 (2010), S. 66-92 sowie Urs Stäheli, Spektakuläre Spekulation. Das Populäre der Ökonomie, Frankfurt am Main 2007. Susanne Hilger (Düsseldorf) und Friederike Sattler (München) widmen sich derzeit einem Projekt mit dem Arbeitstitel „Emotionen. Ein neuer Zugang zur unternehmenshistorischen Analyse industrieller Massenkonsumgesellschaften des 20. Jahrhunderts?“, vgl. <http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/geschichte/lehrstuehle/abteilung-fuer-wirtschaftsgeschichte/forschung/projekte/> (01.11.2011).
[121] Pascal Eitler / Monique Scheer, Emotionengeschichte als Körpergeschichte. Eine heuristische Perspektive auf religiöse Konversionen im 19. und 20 Jahrhundert, in: Geschichte und Gesellschaft 35 (2009), S. 282-313.
[122] Das Verhältnis von Habitus und Emotion bei Bourdieu selbst diskutierte bereits Deborah Reed-Danahay in: dies., Locating Bourdieu, Bloomington 2004, S. 99-128. Wie erwähnt benutzten diesen Begriff auch die Soziologinnen Deborah Gould und Anne Kane 2001 in Goodwin / Jasper / Polletta (Hrsg), Passionate Politics. Auch Eva Illouz bedient sich des Begriffs, vgl. dies., Emotionale Felder, emotionaler Habitus, in: dies., Gefühle in Zeiten des Kapitalismus, Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2004, Frankfurt am Main 2006, S. 97-103. Eitler / Scheer schlagen ebenfalls diesen Begriff als eine mögliche Lösung vor. Daneben diskutieren sie aber auch das an Foucault und Butler orientierte Konzept der Materialisierung von Körpern und Gefühlen, vgl. dies., S. 289-294. Beide arbeiten gegenwärtig an einer Weiterführung ihrer 2009 angedachten theoretisch-methodischen Konzepte zur Emotionsgeschichte, vgl. v.a. Monique Scheer, Are Emotions a Kind of Practice (and Is That What Makes Them Have a History)? A Bourdieuan Approach to Defining Emotion, in: History and Theory 51 (voraussichtlich Mai 2012). Emotional habitus_ ist ebenso der zentrale Leitbegriff des seit 2008 bestehenden Arbeitskreises „Habitus in Habitat“, der von Mitgliedern des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin, der Berlin School of Mind and Brain und des Department for Image Act and Embodiment der Humboldt-Universität zu Berlin gebildet wurde, vgl. <http://www.zfl.gwz-berlin.de/forschung/kulturgeschichte-des-wissens/emotion-and-motion/> (01.11.2011). Vgl. dazu auch Sabine Flach / Daniel Margulies / Jan Söffner, Introduction, in: dies. (Hrsg.), Habitus in Habitat I. Emotion and Motion, Bern 2010, S. 7-22. Gerade erschienen ist eine gemeinsame Monographie von Sabine Flach und Jan Söffner bei Wilhelm Fink mit dem Titel: Emotionaler Habitus. Verkörperte Sinnlichkeit zwischen Subjektivität und Umweltrelation, Paderborn 2011.
[123] „The subject is not determined by the rules through which it is generated because signification is not a founding act, but rather a regulated process of repetition […]„agency”, then is to be located within the possibility of a variation on that repetition [Hervorhebung im Original]”, vgl. Judith Butler, Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity, Reprint, New York 2008, S. 198. In Anlehnung an Brian Massumi versteht Deborah Gould unter „affect“ „nonconscious and unnamed, but nevertheless registered, experiences of bodily energy and intensity that arise in response to stimuli impinging on the body“ (S. 19). Erst im Prozess der immer unvollkommenen Benennung wird aus dem affect emotion, der emotional habitus spielt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle, vgl. dies., Moving Politics, 2009, S. 16-42.
[124] Flach / Söffner, S. 10.
[125] Diese Frage diskutierte ein von Ute Frevert und Benno Gammerl 2010 am MPI für Bildungsforschung, Berlin veranstalteter Workshop „Emotional Styles – Communities and Spaces“, dessen Ergebnisse im Juni 2012 in Form eines Themenheftes von Rethinking History (16,2) veröffentlicht werden sollen, vgl. auch den Tagungsbericht von Ute Frevert und Benno Gammerl: <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3275> (01.11.2011). Das Konzept der _emotional styles geht zurück auf William Reddy, vgl. ders., Emotional Styles and Modern Forms of Life, in: Nicole Karafyllis / Gotlind Ulshöfer (Hrsg.), Sexualized Brains, Cambridge, Mass. 2008, S. 81-100.
[126] Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Raum und Gefühl knüpft an Diskussionen an, die auf dem Feld der kulturellen Geographie bzw. der Humangeographie bereits verhandelt wurden, vgl. für den deutschen Sprachraum: Christian Berndt / Robert Pütz (Hrsg.), Kulturelle Geographien. Zur Beschäftigung mit Raum und Ort nach dem Cultural Turn, Bielefeld 2007 und Georg Glasze / Annika Mattissek (Hrsg.), Handbuch Diskurs und Raum. Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung, Bielefeld 2009. Die angloamerikanische Raumforschung hat dagegen bereits stärker die Emotionen im engeren Sinn entdeckt, v.a.: Giuliana Bruno, Atlas of Emotion. Journeys in Art, Architecture and Film, New York 2002; Joyce Davidson / Liz Bondi / Mick Smith (Hrsg.), Emotional Geographies, Aldershot 2007 und Mick Smith / Joyce Davidson / Laura Cameron / Liz Bondi (Hrsg.), Emotion, Place and Culture, Aldershot 2009. Die 2008 erstmals erschienene Zeitschrift „Emotion, Space and Society“ widmet sich diesem Zusammenhang aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Zuletzt auf Deutsch: Gertrud Lehnert (Hrsg.), Raum und Gefühl. Der Spatial Turn und die neue Emotionsforschung, Bielefeld 2011.

Bibliografie

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Zitation
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