Publication Reviews/

Dräger, Marco: Deserteur-Denkmäler in der Geschichtskultur der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 2017
Rev. by Bernd Bühlbäcker, Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften, Bergische Universität Wuppertal

Marco Dräger geht der Frage nach, „warum Deserteure ab den 1980er Jahren ‚denkmalswürdig‘ wurden, wie und von wem dieser historische Wandel eingefordert sowie begründet wurde und wie sich solche Denkmäler im Laufe der Zeit etablieren konnten – oder auch nicht.“ (S. 21) Basierend auf den Forschungsansätzen Generation und Gedächtnis lautet seine These, dass unterschiedliche Generationen unter den jeweiligen historisch-sozialen Bedingungen nicht nur eigene Geschichtsbilder besitzen, sondern diese im Feld der Geschichtskultur einschreiben, ihnen Dauerhaftigkeit und Legitimität verleihen und auch jenseits der eigenen Lebenszeit gegenüber etablierten konkurrierenden Geschichtsbildern quasi als neues historisches Paradigma durchzusetzen versuchen.

Folgerichtig diskutiert der Verfasser zunächst die Theorieangebote der Generationen-, Gedächtnis- und Denkmalforschung, ordnet danach seinen Gegenstand in den historisch-politischen Kontext der Bundesrepublik der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre ein und entwickelt anhand von zwei lokalen Fallstudien, Kassel und Göttingen, exemplarisch die kontroversen Auseinandersetzungen um ehemalige „Kriegerdenkmäler“ und ihre Transformation zu „Deserteur-Denkmälern“.

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Vonnard, Philippe; Sbetti, Nicola; Quin, Grégory (Hrsg.): Beyond Boycotts, Berlin 2018
Rev. by Robin Streppelhoff, Brühl

Was für ein Timing: Kurz bevor die Olympischen Winterspiele von Pyeongchang im Februar 2018 eine breite Diskussion über die Rolle des Sports in internationalen Beziehungen entlang der alten Demarkationslinien des Kalten Krieges erzeugten, eröffnete der Verlag De Gruyter seine Reihe „Rethinking the Cold War“, herausgegeben von Kirsten Bönker und Jane Curry.[1] Eine solche Serie mit einem Werk zum Sport zu beginnen, wäre vor zehn Jahren kaum denkbar gewesen.

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Bongertmann, Ulrich; Erbar, Ralph; Lamprecht, Niko; Frank, Schweppenstette; Semmet, Sylvia: Leitfaden Referendariat im Fach Geschichte, Schwalbach/Ts. 2017
Rev. by Daniel Raths, Universität Paderborn; Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Detmold

Mit ihrem „Leitfaden Referendariat im Fach Geschichte“ haben Ulrich Bongertmann, Ralph Erbar, Niko Lamprecht, Frank Schweppenstette und Sylvia Semmet ein Handbuch vorgelegt, das nicht den Anspruch einer Didaktik erhebt, vielmehr soll es auf Basis fachdidaktischer Theorien konkrete Hilfestellungen bieten, um die Herausforderungen der Schulpraxis im Rahmen des Vorbereitungsdienstes besser meistern zu können.

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Zalc, Claire; Bruttmann, Tal (Hrsg.): Microhistories of the Holocaust, New York 2017
Rev. by Gaëlle Fisher, Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte, München

Every historian will at some point come across some inspiring microhistorical material. Often, however, it is difficult to know what to do with it: it is usually too singular, too detailed or too complicated to do justice to or to include in a larger account – not representative enough, or even not at all.

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Events/

Conference
06.09.2018 - 07.09.2018 Prof. Dr. Peter Burschel, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel / Georg-August-Universität Göttingen; Dr. Florian Kühnel, Georg-August-Universität Göttingen; Prof. Dr. Christine Vogel, Universität Vechta

Bisher hat sich die diplomatiehistorische Forschung nahezu ausschließlich auf die Gesandten des ‚ersten Rangs‘ konzentriert, in aller Regel auf adlige Botschafter, die ihren Fürsten im Sinne eines ‚Abbilds‘ repräsentierten. Kaum untersucht sind hingegen solche Akteure, die sich im Umfeld der Diplomaten aufhielten, maßgeblich am diplomatischen Alltag teilnahmen, aber häufig wenig Spuren in den offiziellen Quellen hinterlassen haben – zu denken wäre etwa an Boten, Schreiber, Sekretäre, Schatzmeister, Geistliche, Übersetzer und Dolmetscher, aber auch an persönliche Bedienstete, Familienmitglieder und Freunde des Botschafters.

Um aber frühneuzeitliche Diplomatie angemessen beschreiben zu können, so unsere These, ist es notwendig, die traditionelle Fokussierung auf die Diplomaten des ersten Rangs zu überwinden und stattdessen das Zusammenwirken der adligen Botschafter mit ihren Untergebenen zu analysieren.

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Call for Papers
28.06.2019 - 29.06.2019 Prof. Dr. Noyan Dinçkal, Europäische Wissens- und Kommunikationsgeschichte der Moderne, Universität Siegen; Prof. Dr. Sabine Schleiermacher, Forschungsschwerpunkt Zeitgeschichte, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik der Medizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Das Thema Kriegsversehrung rückt zunehmend in den Fokus der historischen Forschung. Angesichts der Jugoslawien-Kriege in den 1990er Jahren, der Debatten um die (neuen) Aufgaben der Bundeswehr, der Golfkriege oder des aktuellen „Krieges gegen den Terror“ – um einige Bespiele zu nennen – scheint das Bedürfnis nach einer historischen Deutung der Effekte und Rückwirkungen kriegerischer Konflikte auf die kriegsführenden Länder zuzunehmen.

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Conference
06.09.2018 - 08.09.2018 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Uniwersytet Jagielloński w Krakowie

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Uniwersytet Jagielloński w Krakowie veranstalten vom 6. bis 8. September 2018 eine "Internationale Tagung zur mittelalterlichen Schriftlichkeit" mit dem Thema "Stadtbücher – Die Erforschung kommunalen Handelns im Spiegel administrativer Schriftlichkeit".

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Conference
18.09.2018 - 21.09.2018 Saskia Roselaar & Marian Helm

Ancient Rome was the only republican society that conquered and established an empire centred on the Mediterranean. Although the aggressive expansion of the Republic was fuelled and directed by the Roman aristocracy, it was maintained and even demanded by the ordinary citizens, whose voice and vote were the cornerstone of the Republic.

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Exhibition Reviews/

05.05.2018 Museum Karl-Marx-Haus
Rev. by Wiebke Wiede, Fachbereich III, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier

Erster Teil
Dritter Teil

Die Römerstadt Trier ist überreich an Denkmalen der Vergangenheit, und der Umgang mit steinernen Relikten kann im Allgemeinen als lässig bis nachlässig bezeichnet werden. Römische Ruinen überdauerten Jahrhunderte, im mittelalterlichen Stadtbild verbaut.

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Bouvier, Beatrix; Auts, Rainer (Hrsg.) Karl Marx 1818-1883. Leben. Werk. Zeit
05.05.2018 - 21.10.2018 Rheinisches Landesmuseum Trier; Stadtmuseum Simeonstift Trier
Rev. by Wiebke Wiede, Fachbereich III, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Trier

Weitere rezensierte Ausstellungen:

Trier, seit 05.05.2018
Museum Karl-Marx-Haus
WWW: <https://www.fes.de/museum-karl-marx-haus/ausstellung/>

Trier, 05.05.2018-21.10.2018
Museum am Dom
WWW: <http://www.lebenswert-arbeit.de>

Die Römerstadt Trier ist überreich an Denkmalen der Vergangenheit, und der Umgang mit steinernen Relikten kann im Allgemeinen als lässig bis nachlässig bezeichnet werden.

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Conference Reports/

11.06.2018 - 12.06.2018 Royal Academy of Letters, History and Antiquities, Stockholm; Gender and Work Research Project, Uppsala
By Heinz Nauer, Historisches Inst., Univ. Bern

Der Haushalt, die Familie und die Verwandtschaft dienten in der historischen Forschung lange zur Erklärung, wie die Gesellschaft in einem ungefähren Vorher funktionierte. In dieser Erzählweise ging gesellschaftlicher Wandel häufig einher mit einem Bedeutungsverlust von familiären und verwandtschaftlichen Strukturen.

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08.06.2018 Silvy Chakkalakal, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin; Gabriele Jähnert, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität zu Berlin; Brigitta Kuster, Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; L.J. Müller, Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin; Katrin Köppert, Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung / Visuellen Kultur, Universität der Künste Berlin
By Irene Hilden, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Wie entstehen normative Klangbilder von Geschlecht und wie können sie analysiert und verlernt werden? Wann fungiert Schweigen als Widerstand? Wie ist die Wirkmächtigkeit von Aufnahme- und Abspielort von Tönen zu bewerten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer_innen des eintägigen Symposiums „Un/Sounding Gender“, das sich dem Phänomen und Wissensobjekt Sound aus gendertheoretischen, historischen, künstlerischen sowie kultur- und musikwissenschaftlichen Perspektiven widmete.

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07.06.2018 - 09.06.2018 Mathias Althaler / Renate Hansen-Kokoruš / Ingeborg Jandl / Manuela Kovalev, Institut für Slawistik, Karl-Franzens-Universität Graz
By Egor Lykov

Die von Renate Hansen-Kokoruš, Manuela Kovalev, Ingeborg Jandl und Mathias Althaler organisierte Konferenz behandelte aus einer interdisziplinären Perspektive die Marginalität in der russischen Kinematographie des 21. Jahrhunderts. Die moderne russische Gesellschaft ist gespalten, und die Filme spiegeln einerseits diese Spaltung wider, andererseits tragen sie ebenfalls zur weiteren Spaltung der Gesellschaft bei.

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15.06.2018 - 16.06.2018 Therese Garstenauer, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universität Wien
By Egor Lykov, Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien

Die von Therese Garstenauer organisierte Tagung behandelte diverse bürokratische Praktiken seit dem 18. Jahrhundert bis heute. Das Thema der Tagung ist nicht ganz neu, und die Bürokratiegeschichte gehört seit den 1970er Jahren zum geschichtswissenschaftlichen Kanon. Dabei haben sich solche Themenfelder wie Migration, Grenzkontrolle, Armenfürsorge und Polizeiwesen als ‚traditionell‘ eingebürgert.

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Journals/

Zu diesem Heft – Falsche Codierungen

Sie war gemütlich, organisiert wie ein Club und unterkapitalisiert, die City of London vor dem Big Bang. Ihre Arbeitsweise war für Außenstehende intransparent, ihr Habitus und ihre Kleidung waren klassisch, es war ein Gentleman-Kapitalismus, in dem die Börsianer nur Risiken eingingen, die sie auch tragen konnten.

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Raumstrukturen mit ihren Bedeutungszuschreibungen unterliegen immer wieder Veränderungen. Gehen solche Umgestaltungen über längere Zeiträume hinweg vor sich, können sie leichter in die jeweiligen Raumkonzeptionen integriert werden. Kommt es jedoch zu plötzlichen Veränderungen, führt dies häufig zu Konflikten, weil sie als Eingriff in die eigene Ordnung und Orientierung wahrgenommen werden.

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Getreu dem Titel des neuen Heftes „Digitalität: Debakel, Chance, Neuorientierung?“ wird in verschiedenen Beiträgen die Rolle der Digitalität in den Geisteswissenschaften diskutiert, Vor- und Nachteile illustriert sowie die damit verbundenen Veränderungen aufgezeigt.
Die Idee für das Heft entstand im Zusammenhang mit der DHd Konferenz 2018, die den Titel „Kritik der Digitalen Vernunft“ trägt.

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Luso-Brazilian Review publishes interdisciplinary scholarship on Portuguese, Brazilian, and Lusophone African cultures, with special emphasis on scholarly works in literature, history, and the social sciences. Each issue of the Luso-Brazilian Review includes articles and book reviews, which may be written in either English or Portuguese.

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