Die Hand. Elemente einer Medizin- und Kulturgeschichte

Die Hand. Elemente einer Medizin- und Kulturgeschichte

Organisatoren
Konzept und Leitung: Mariacarla Gadebusch Bondio Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg
Ort
Greifswald
Land
Deutschland
Vom - Bis
28.06.2007 - 30.06.2007
Von
Anna Hagdorn, Mariacarla Gadebusch Bondio

Das internationale Symposion „Die Hand – Elemente einer Medizin- und Kulturgeschichte“ fand vom 28. bis 30. Juni 2007 in Greifswald statt. Thematisch lassen sich die Beiträge in sieben Gruppen ordnen: 1. Medizingeschichte und Medizin, 2. Philosophie, 3. Kultur-, Religionswissenschaft und Ethnologie, 4. Kunstgeschichte, 5. Literaturwissenschaft, 6. Sprach- und Kommunikationswissenschaft sowie 7. Geschichte.

Medizingeschichte und Medizin
Im 16. und 17. Jahrhundert erhielt die Hand im medizinischen Diskurs über die Korrespondenz der Körperteile untereinander und mit dem Kosmos eine besondere Bedeutung, wie Roberto Poma (UFR de Lettres et Sciences Humaines, Université de Paris XII) in seinem Vortrag „La main, miroir de sympathies naturelles“ zeigte. Über Nervenbahnen mit dem Gehirn verbunden, stellte die Hand einen Hyerogliph der menschlichen Existenz dar. In den Linien der Handfläche hätten sich nicht nur Leidenschaften und schmerzliche Erfahrungen des einzelnen Individuums widergespiegelt, auch die Gesetze des Kosmos seien darin zu erkennen. Die Hand stünde in „sympathischer“ Verbindung mit dem Körper als Ganzes und mit dem Universum zugleich, sodass in der Chiromantie eine Kunst zur Entschlüsselung dieser Reflexionen von Mikro- und Makrokosmos in der Hand hätte entstehen konnte.
In der frühneuzeitlichen Anatomie wurde die Hand zum beliebten und multifunktionalen Topos. Sie diente als rhetorisches Mittel im Rahmen polemischer oder programmatischer Diskurse und gab zugleich Stoff für teleologische und anthropologische Exkurse. In ihrem Beitrag „Die Hand des Anatomen und die anatomisierte Hand (15. bis 17. Jahrhundert)“ untersuchte Mariacarla Gadebusch Bondio (Institut für Geschichte der Medizin, Universität Greifswald) diskursive und bildliche Komponenten einer Tradition, deren Beginn vom anatomischen „Lob der Hand“ Galens markiert gewesen sei und in Vesals De humani corporis fabrica gipfelte, sich allerdings im Kontext der so genannten Vorvesalianer entschieden herausbildete.
Der Wunsch, die natürlichen Handbewegungen und deren motorisch bedingte Zusammenhänge präzise zu erklären, war den im 19. und 20. Jahrhundert erarbeiteten physiologischen Konzepten der Hand und ihrer Funktionen gemeinsam. In seinem Vortrag „Funktionen und physiologische Topologie der menschlichen Hand (19. und 20. Jahrhundert)“ demonstrierte Gerhard Müller-Strahl (Universitätsklinikum, Aachener Kompetenzzentrum für Wissenschaftsgeschichte, Ruhr-Universität Bochum), wie die Hand in der Bewegungsphysiologie des 19. Jahrhunderts eher marginal auftrat, bis in die 1930er-Jahre die Handbewegung dann eine zunehmende Bedeutung für die Pathophysiologie gewann. In den 1980er-Jahren schließlich wurde der Mechanismus des Ergreifens kinematisch untersucht.
„Zum Stand der Replantationschirurgie“ berichtete Andreas Eisenschenk (Abteilung für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie, Unfallkrankenhaus Berlin). Möglichkeiten, Ziele, Schwierigkeiten und ethische Aspekte im Zusammenhang mit der Replantation von Händen wurden analysiert. Die Wiederherstellung von Funktionalität und Sensibilität der Hände wurden als das Hauptziel der rekonstruktiven Handchirurgie erklärt. Ist dieses Ziel nicht gesichert, ist ein Eingriff nicht sinnvoll. Ob eine Replantation erfolgreich ist, hängt von der Replantationsfähigkeit ab, also von Anoxiezeit und Zustand des Amputats und des Patienten. Schließlich müssen auch noch berufliche Notwendigkeit, ästhetische Erwartungen, soziale Hintergründe und sogar Hobbys des Patienten erwogen werden.

Philosophie
Ohne Zweifel markieren Anaxagoras und Aristoteles zwei elementare Momente in der philosophischen Auseinandersetzung über die Hand. In seinem Vortrag „Die Hand des Philosophen: Diogenes von Sinope und die anderen“ gelang es Thomas Ricklin (Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance, Ludwig-Maximilians-Universität München) zu zeigen, wie Platon und der Sokrates des Xenophon Auffassungen der Hand propagierten, die für das philosophische Schattendasein des „Organs aller Organe“ sorgten. Platons Definition des Menschen spart die Hände vollkommen aus, während er gleichzeitig das Ideal in der Ambidextrie sah. Der Sokrates des Xenophon behauptete, dass der Mensch das, was ihn glücklich macht, mit den Händen erarbeite. Von Diogenes von Sinope schließlich gibt es zwar keine direkten Aussagen über die Hand, jedoch viele Anekdoten und Studien über das Finger- und Handspiel. In der aristotelischen Bewertung der Künste, bleiben Handwerker auf einer niederen Stufe der Hierarchienskala, eben weil sie von ihren Händen leben.

Als Ordnungsmodell gewinnt die Hand seit dem im 15. Jahrhundert an Bedeutung und Vielfalt, wie Manuela Kahle (Seminar für Geistesgeschichte und Philosophie der Renaissance, Ludwig-Maximilians-Universität München) in ihrem Vortrag „Wissende Hände. Die Hand als Strukturmodell frühneuzeitlichen Wissens und Memorierens“ aufzeigte. Anhand des Strukturmodells des Hieronymus Marafiotis (1531) zeige sich, wie Planimetrie und Stellen der Hand Hilfestellung beim Memorieren geben könnten und wo die Unterschiede zu antiken mnemotechnischen Vorbildern zu suchen seien. Mit einer dichotomen Systematik, die von den Dingen des Lebens bis zu den himmlischen Gebilden führe, würde der ganze Kosmos in der Hand abgebildet und nachvollziehbar gemacht. So ließe sich unter anderem auch der Einfluss der Guidonischen Hand, die zum Einprägen von Tonsystemen verwendet wurde, auf Marafiotis Strukturmodell ableiten.
Ausgangspunkt des Vortrags „Giordano Brunos Lob zur Hand“ von Sergius Kodera (Institut für Philosophie, Universität Wien) war Giordano Brunos transgressive antiaristotelische These, dass die Hand die Voraussetzung für die Genialität des Menschen sei und nicht die Vernunft. In der „horizontalen“ Anthropologie des Nolaners stellt die Hand die Übergangsform von Natur zur Zivilisation dar, da sie es ermögliche, die menschliche Ausgangssituation zu verändern. Die Hand befinde sich im Niemandsland zwischen Kultur und Natur, Körper und Geist. Damit befreie sie den Menschen vom reinen Naturkreislauf und versetze ihn in die Lage, zum Kulturprozess beizutragen. Bruno verspottete die Menschen, die sich dieser besonderen Begabung verweigerten, denn Wissen müsse mit den Händen erworben, ergriffen oder gestohlen werden und verlangte daher geradezu nach aktiver Teilnahme.
Wie die Hand zwischen Mensch und virtueller Welt vermitteln könne, wurde in „Heilen/Zerstören: Die Hand als Medium und Schnittstelle von virtuellen Handlungen“ von Christian Hoffstadt (Deutsch-Russisches Kolleg, DRKK, Universität Karlsruhe, TH) vorgeführt. Während in der high-tech-Medizin eine „Handverlängerung“ des Operateurs durch robotisierte Greiforgane Distanz zwischen Patienten und Arzt schaffe, würde im virtuellen Raum von World of Warcraft beispielsweise der Mauszeiger zur Verlängerung der realen Spielerhand. Der Nutzer könne die „Zaubergestik“ der Spielfiguren reproduzieren, die ihre heilenden oder zerstörenden Fähigkeiten performativ einsetzten. Ansteigender Aberglaube und Zuwachs alternativer Heilmethoden, aber auch Rückenschmerzen, „Nintendorücken“, oder Sehnenentzündungen, „Maushand“, würden als Auswirkungen dieser medialen und magisch-mechanischen Welt betrachtet.

Kultur-, Religionswissenschaft und Ethnologie
In seinem Vortrag „Die Hand in talmudischer Überlieferung“ führte Gerhard Baader (Institut für Geschichte der Medizin, Freie Universität Berlin) in die zahlreichen Erwähnungen der Hand in Tenach, Mischna und Talmud ein. Demnach findet sich die Hand im streng juristischen Kontext wieder, aber auch als strafende und rettende Hand Gottes, beim Handauflegen, als Segensgestus und in ritualisierten Handlungen. So verhindert das Fehlen einer Hand es, als Zeuge zu wirken. Andererseit kann eine Frau kann sich von Ihrem Mann scheiden lassen, wenn er eine Hand verloren hat. Eine Unterscheidung von rituellem Handwaschen und hygienischen Gewohnheiten wurde kontrovers diskutiert. Bestimmte Handhaltungen und Bewegungsabläufe sind wesentlicher Bestandteil des jüdischen Religionsgesetzes und als Symbol der Macht bzw. des Machtverlustes zu verstehen.
Auch der Beitrag von Mareile Flitsch (Arbeitsstelle für Geschichte und Philosophie der chinesischen Wissenschaft und Technik, Technische Universität Berlin), „Technikethnologische Überlegungen zur Hand“, trug dazu bei, die eurozentrische Perspektive zu verlassen. Mit der Frage, was die Hand in bestimmten Alltagstechniken macht, richtete sie ihren Blick nach China und verdeutlichte anhand der Essstäbchen, des Töpfers und des Scherenschnitts, dass die Hand Träger sozial-technischen Wissens sei und die Beziehung zwischen Wissen, Körper und Artefakt herstelle, bestätige und tradiere. An der Schnittstelle zwischen Artefakt und Körper komme der Hand eine entscheidende und kulturell geprägte Bedeutung zu, die sich in China aufgrund des Wandels vom „Bodenwohnen“ zum „Stuhlwohnen“ stark verändert habe.

Kunstgeschichte
In ihrem Beitrag „Die Hände der Heiligen zwischen Magie und Anatomie“ erläuterte Gia Toussaint (Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg), deren Vortrag in Abwesenheit der Referentin von Cordula Nolte vorgelesen wurde, die Bedeutung von Reliquiaren, in denen Arme, Hände oder Finger bewahrt sind. Das Zusammenspiel zwischen Reliquiar und Zeigegestus weise dabei auf das Verbleiben des Heiligen im Jenseits hin. Kostbare Materialien dienten einerseits dazu den wirkungsmächtigen Inhalt des Reliquiars zu verdeutlichen, andererseits hätten sie aber auch die Verwandlung der irdischen Gestalt zu einem Lichtleib widergespiegelt. Das offene Zurschaustellen der organischen Überreste ab dem 13. Jahrhundert zeuge hingegen von der fragilen Transzendenz, die den Heiligen zugesprochen worden sei.
Von den Heiligenhänden als Gegenstand von kunst- und kulturhistorischer Betrachtung zu den Händen des Künstlers führte der Vortrag von Andreas Gormans (Institut für Kunstgeschichte, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule, RWTH Aachen), „Argumente in eigener Sache. Die Hände des Künstlers“. Er demonstrierte am Beispiel von Künstlerinschriften, -porträts und -biographien, wie sich Tendenzen zur Nobilisierung, Ästhetisierung bis zur „Emanzipation“ der Künstlerhand seit dem 12. Jahrhundert bis in die Moderne aufzeichnen lassen. Die Hand als Werkzeug des Künstlers würde zum identitätsstiftenden Motiv einerseits, könnte aber – wenn die Kunst sich als zerebrale Schöpfung verstünde – in Konkurrenz mit dem Gehirn treten.

Der im Titel aufgeworfenen Frage „Die ‘Linke’ – ein Thema in der Kunst?“ ging Christoph Wagner (FR 3.9 Kunstgeschichte, Universität des Saarlandes, Saarbrücken) nach. Untersuchungsgegenstand waren ikonographische und kompositorisch-narrative Elemente im Bild, aber auch die künstlerische Werkgenese. So ließe sich der dargestellten linken Hand genauso wenig eine feste symbolische Bedeutung zuschreiben, wie Bilder tendenziell keine feste Leserichtung hätten. Wenn die Hand schließlich nicht mehr zwischen Pinsel und Grund vermittele, verliere sie an Macht.
Unter dem Thema "Hand und Werkzeug" stellte Franziska Uhlig (Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle) anhand des Pinsels Überlegungen zu verschiedenen Formen des Wissensaustauschs und zur Informierung der Hand durch das im Werkzeug und seinem spezifischen Gebrauch archivierte Wissen an. Ausgangspunkt ihrer Ausführungen war eine Ausstellung von Affenmalereien, die allein aufgrund des Umstandes, dass Affen einen Pinsel nutzten, zu einer Rezeption und Kommerzialisierung dieser Arbeiten als „Kunst“ geführt habe. Die diesbezüglichen Überlegungen befassten sich mit der Frage der Unlehrbarkeit der explizit menschlichen künstlerischen Tätigkeit.

Literaturwissenschaft
In ihrem Vortrag „La main dans la littérature: symbole anthropologique de l’imaginaire, objet fantastique et image inconsciente“ untersuchte Adeline Rico (Faculté des Lettres et des Sciences Humaines, Mulhouse-Université de Haute-Alsace) die Funktionen der Hand als konstantes Motiv in der Literaturgeschichte von der griechisch-römischen Antike durch die mittelalterliche bis in die moderne fantastische Literatur. Im literarischen Symbol der Hand – so Ricos Lektüre – manifestiere sich die Macht von Über-Ich und Es zugleich. Letztendlich könne die Hand inmitten der Dichotomien des Lebens, von links-rechts über männlich-weiblich bis zu Eros-Thanatos, als ein Instrument fungieren, um das verlorene Gleichgewicht wieder herzustellen.
Beunruhigend, drohend oder mahnend wirke oft die Hand in der fantastischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, wie Sabine Coelsch-Foisner (Fachbereich Anglistik, Interdisziplinäres Forschungszentrum für Metamorphischen Wandel in den Künsten, Universität Salzburg) in „The Hand in Fantastic Literature“ aufzeigte. Das literarische Experimentieren mit dem menschlichen Körper sprenge zugleich die ästhetischen, wissenschaftlichen und moralischen Grenzen unserer Realität. So würde die Hand in der gothic literature, abgetrennt vom Ganzen, zum verselbständigten organischen Teil, der Angst, Schrecken und Tod hervorruft. In den hybriden monströsen Schöpfungen der post-darwinschen science fiction und fantasy beteilige sie sich an den unterschiedlichsten Metamorphosen.

Sprach- und Kommunikationswissenschaft
Dass es keinen kategorialen Gegensatz von Hand und Sprache gebe, betonte der Vortrag „Zeichenhand und Handzeichen. Formen manueller Zeichenprozessierung“ von Gisela Fehrmann (Kunstwissenschaftliches Forschungskolleg „Medien und kulturelle Kommunikation“, Universität zu Köln). Lediglich im Artikulationsmodus unterscheide sich die räumlich-simultane Gebärdensprache von der zeitlich-sequentiellen Lautsprache. Neuesten Forschungen zufolge habe sich die Sprache nicht etwa, wie lange vermutet, aus der „Vokalisationsfähigkeit“ der Primaten entwickelt, sondern aus deren gestischem Vermögen. Erst später habe sich die Sprache als „audio-visuelles Dispositiv“ in der menschlichen Kommunikation durchgesetzt.
Markus Steinbach (Deutsches Institut, Johannes Gutenberg-Universität Mainz) verdeutlichte in seinem Vortrag „Gebärdensprache als Sprache der Hände“, dass Handform, Handstellung, Ausführungsstelle im Gebärdenraum sowie Hand- und Armbewegung wichtige grammatikalische Funktionen übernehmen würden. Die Gebärdensprachen teilten sich dabei mit den Lautsprachen dieselben grammatikalischen Eigenschaften und seien somit von gleicher grammatikalischer Komplexität. Der Vergleich von Versprechern und „Vergebärdlern“ mache deutlich, wie diese klaren linguistischen Prinzipien folgen würden. Gebärden würden an nachfolgende oder vorherige Elemente angepasst und ersetzten bzw. vermischten dabei die einzelnen Elemente.

Geschichte
Die Doppeldeutigkeit der Hand als Symbol von Macht und Heil wurde in der Idealisierung der Hand des „Führers“ wirkungsvoll in Szene gesetzt, wie Hans Jörg Schmidt (Stadtarchiv Schriesheim) durch Bilder, Film und Texte in seinem Vortrag „Die Macht der Hand. Zur Manipulation eines Deutungsmusters während der Herrschaft im Nationalsozialismus“ zeigte. Die ritualisierte Symbolhandlung und Allgegenwärtigkeit des „Deutschen Grußes“ habe Hitlers Omnipotenz zum Ausdruck gebracht. Durch die Hervorhebung von Hitlers Hand im Film sei diese zu einem idealisierten Heilbringer geworden. Folglich habe sich der „Deutsche Gruß“ zum manipulierenden „Instrument“ entwickelt, das Geist und Hände an Hitler gebunden habe und aus dessen Griff nicht mehr zu entkommen gewesen sei.

Der Handschlag gehört zu den alltäglichen Gesten unserer westeuropäischen Kultur, deren Bedeutung und symbolische Kraft unterschiedlich eingesetzt wurde. In seinem Vortrag „Der Handschlag als Symbol in der deutschen politischen Propaganda im 19. und 20. Jahrhundert“ zeigte Thomas Ahbe (Historisches Institut, Universität Jena, Sozialwissenschaft und Publizistik Leipzig/Wien), dass Vorstellungen von Einheit, Stärke, Treue oder gegenseitiger Akzeptanz durch Hände beim Handschlag in der politischen Propaganda angezeigt wurden. Die gesamte politische Linke vor dem Zweiten Weltkrieg sowie vor allem die SED machten sich diese im Handschlag der vereinten Arbeiterhände implizierten Werte bis 1989 zunutze. Schließlich belegen Versuche der CDU in den 1990er-Jahren, dieses Symbol gegen die Linke einzusetzen, dass es eines großen Aufwandes bedarf, es seiner positiven Konnotationen zu berauben.

Das Symposion war in interdisziplinär konzipiert und vorsätzlich der Untersuchung historischer longue durée signifikanter Phänomene verpflichtet. Es hat sich zudem als Plattform einer kulturhistorisch orientierten Medizingeschichte bewusst dafür stark gemacht, Geisteswissenschaften und life sciences aufeinander zuzuführen. Die Vertreterinnen und Vertreter heterogener Forschungsfelder sind in Dialog miteinander getreten und haben dank der lebhaften Diskussionen, die auf Deutsch, Französisch und Englisch stattgefunden haben, den internationalen und interdisziplinären Austausch zu schätzen gewusst. Die Veröffentlichung der Beiträge ist für 2008 geplant.


Redaktion
Veröffentlicht am
12.08.2007
Beiträger