Cultural Brokers between Religions: Border Crossers and Experts at Mediterranean Courts

Cultural Brokers between Religions: Border Crossers and Experts at Mediterranean Courts

Organisatoren
Nikolas Jaspert; Jenny Oesterle; Marc von der Höh; Käte-Hamburger Kolleg "Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa"; "Zentrum für Mittelmeerstudien" (Ruhr-Universität Bochum)
Ort
Bochum
Land
Deutschland
Vom - Bis
28.10.2010 - 30.10.2010
Von
Margit Mersch, Christliche Archäologie und Kunstgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Stefan Schröder, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel

Transkulturalität als ein nicht unwesentliches Merkmal der vormodernen Gesellschaften Europas rückt immer stärker in den Fokus der mediävistischen Wissenschaften. Wenn es darum geht, die Dynamiken von Kontakt, Austausch oder/und Konfrontation der Kulturen bzw. Religionen des Mittelalters zu untersuchen, bietet sich als Forschungsfeld insbesondere der Mittelmeerraum an, der allerdings in der deutschen Mediävistik lange vernachlässigt wurde. Dass jedoch der Anschluss an die internationale Diskussion der „mediterranean studies“ längst gelungen ist und wie gewinnbringend der damit verbundene Perspektivwechsel auch für „etabliertere“ mediävistische Felder (wie etwa die Residenzenforschung oder die Ordensgeschichtsforschung etc.) sein kann, hat die internationale Bochumer Tagung über kulturelle Vermittler an mediterranen Höfen gezeigt.

Wie der Titel andeutet, entschieden sich die Veranstalter dafür, transkulturelle Verflechtungen auf der Ebene „individuellen“ Handelns bzw. mit einem akteurszentrierten Blick anzugehen. Die Vortragenden – eine höchst kompetente, wenn auch kaum interdisziplinäre Auswahl von Historiker/innen internationalen Rangs – waren dem Themenvorschlag mit großer Konsistenz gefolgt und untersuchten die verschiedenen Typen und Handlungsmöglichkeiten von Personen mit transkulturellem biografischem Hintergrund, welche in unterschiedlichen Funktionen (ob als Gelehrte, Übersetzer, Diplomaten, Missionare, Söldner oder Renegaten) an allen mediterranen Höfen agierten und als „cultural brokers“ bezeichnet werden können.

Ausgehend von der Auffassung Thomas T. Allsens[1] von einer gewissen „openness“ am Hof der Ilkhane gegenüber andersreligiösen Akteuren stellte REUVEN AMITAI (Jerusalem) über die mongolisch-jüdischen Beziehungen fest, dass sich in einschlägigen mongolischen Quellen und westlichen Berichten bis zum Ende des 13. Jahrhunderts bis auf spärliche Verweise auf jüdische Berater, die quasi selbstverständlich zu den weisen Männern zählten, mit denen sich die Ilkhane umgaben, keine Spuren auf jüdische Mitglieder am Hofe finden. Erst wenige Jahre vor der beginnenden Islamisierung der Mongolen sei mit dem Finanzverwalter Saif ad-Daula eine historische Person jüdischen Glaubens in den Quellen zu fassen. Mit dem jüdischen Konvertiten Raschīd ad-Dīn, der ab 1290 als Mediziner, Koch, Literat und Co-Wesir eine wichtige Rolle am ilkhanischen Hof spielte, konnte Amitai jedoch einen „cultural broker“ mit großem Einfluss vorstellen, der eine typisch kosmopolitische Haltung entwickelt habe. Auf die Handlungsspielräume der jüdischen Hofmitglieder habe die Religion kaum Einfluss gehabt.

WOLFRAM DREWS (Köln) beschrieb sowohl am Beispiel individueller „cultural brokers“ (wie den Pahlavi-Übersetzern Ibn al-Muqatta oder Ali b. Ubaida al-Raihani und dem nestorianischen Übersetzer Hunya ibn Ishaq) als auch am Beispiel institutioneller bzw. korporativer Vermittler (wie den Häusern der Weisheit [bayt al-hikma] und der Übersetzungs-Bewegung) die Transformation der imperialen Kultur des abbasidischen Iraks in die arabisch-islamische Kultur des dar-al-Islam. Die neue Hauptstadt des Reiches habe Menschen unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds angezogen, die als Übersetzer philosophischer und religiöser Schriften unter dem Schirm des Islam indische, persische, arabische, christliche, jüdische und griechische Traditionen vermittelten. So sei die so genannte islamische Kultur in einer kulturellen Polygenese als Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung aller ökonomisch und politisch einflussreichen Gruppen des Iraks im 8. und 9. Jahrhundert entstanden.

JENNY OESTERLE (Bochum) zeichnete die umfangreichen Anstrengungen der Fatimiden nach, mittels sprachkundiger und in Religion, Geographie und Gebräuchen ausgebildeter schiitisch-ismailitischer Missionare Andersgläubige – seien es Muslime sunnitischer Prägung, Christen oder Heiden – in gezielten Einzelbekehrungen zur Konversion zu bewegen. Anhand einzelner Fallbeispiele wies Oesterle die enge Abstimmung der Missionare mit dem Hauptquartier in Kairo nach, wo ihre Berichte ausgewertet wurden und die Grundlage für die Verfertigung von Missionshandbüchern bildeten. Diese auch als Gesandte eingesetzten Grenzgänger waren hoch spezialisierte Experten, die zur erfolgreichen Umsetzung ihrer gefährlichen, zumindest nicht konfliktlosen (Vermittlungs-)Aufgabe einerseits ein besonderes Wissen über die ismailitische Glaubensauslegung benötigten (esoteric/secret knowledge), während ihrer Missionen andererseits auch ein breites Wissen über fremde Kulturen akquirierten (exoteric knowledge).

In seinem Abendvortrag verortete MICHAEL BORGOLTE (Berlin) das Tagungsthema in einer globalgeschichtlichen Perspektive. In Anlehnung an Jan Assmann[2] kontrastierte er die monotheistische Weltzone des Mittelmeerraums mit den Polytheismen Asiens und Afrikas, ohne dabei Assmanns These einer infolge des monotheistischen Universalanspruches nur auf Gewalt und Ausgrenzung basierenden Beziehung kritiklos zu folgen. Trotz aller Dogmatik und Konflikte habe es im Verhältnis der Monotheismen untereinander Koexistenz und Normen gegenseitiger Achtung gegeben, sei es im alltäglichen Umgang zu vielfachen transkulturellen Verflechtungen und Hybridisierungen gekommen. Hinsichtlich der historischen Bedeutung der Übersetzer als kultureller Vermittler betonte Borgolte, dass es sich um gelehrte Vaganten handelte, die sich trotz Pfründen und Gewaltverhältnissen eine gewisse Autonomie bewahrten, weshalb die Übersetzertätigkeit nicht kirchlich oder höfisch gelenkt gewesen sei, sondern als eine Entwicklung der europäischen Wissenschaftslandschaft zu gelten habe. Insgesamt sei das dynamische Wechselspiel von Inklusion und Exklusion charakteristisch für das mittelalterliche Verhältnis zwischen den Monotheismen. Ein labiles Gleichgewicht zwischen den – nicht essentialistisch zu begreifenden – Kulturen sei der beste erreichbare Zustand gewesen.

HUSSEIN FANCY (Ann Arbor) verdeutlichte anhand der Jinetes – muslimischer Reitersoldaten aus dem Sultanat Granada – die komplexe und sich stetig wandelnde politische Situation in den iberischen Reichen des 13. Jahrhunderts. Aufgrund ihrer hoch eingeschätzten militärischen Fähigkeiten agierten die Krieger auch auf christlicher Seite. Fancy demonstrierte am Beispiel eines dieser Grenzgänger, Iça Abenadriz, der am aragonesischen Hof der Könige Peter III. und Alfons III. eine hohe Stellung erlangte und mit diplomatischen Missionen betraut wurde, die weit über die Bedeutung von Söldnern hinausgehenden vielfältigen Funktionen der Jinetes und ihre lokale korporative Geschichte im Grenzgebiet zwischen Granada und Aragon.

Die Religion war auch bei den von ANA ECHEVARRÍA (Madrid) analysierten diplomatischen Beziehungen zwischen den christlichen und muslimischen Herrschaften in Spanien kein ausschlaggebender Faktor. Entscheidender war das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Gesandten. In Aragon fungierten Hofbeamte der jüdischen und muslimischen Minoritäten wie die Mendikanten als Schreiber und Dolmetscher; darüber hinaus wurden Muslime als Übersetzer nach Granada geschickt, während Juden als Steuereintreiber in den arabischen Gebieten unterwegs waren. Der Kastilische Hof hingegen verfolgte die Strategie, über adelige muslimische Familien in der Grenzregion (die oft als Geiseln in Kastilien lebten) als Mediatoren mit politisch einflussreichen Personen im Sultanat Kontakte zu pflegen. Auch Granada sorgte dafür, dass die Verbindung zu diesen Adeligen zu allen Zeiten als diplomatische Kommunikationsmöglichkeit offen blieb.

Am Beispiel textueller und bildlicher Quellen über interreligiöse Liebesbeziehungen thematisierte BARBARA SCHLIEBEN (Berlin) die genreabhängigen Unterschiede in der Durchlässigkeit kultureller Grenzen. Während bildliche Darstellungen in der Regel eine größere Offenheit gegenüber sexuellen Verbindungen christlicher Männer zu jüdischen oder muslimischen Frauen zur Schau stellten, ließen normative Texte kaum eine tolerante Einstellung zu, sondern suchten interreligiöse Grenzüberschreitungen moralisch herabzusetzen. Auch die in historiographischen Quellen beschriebenen Affären Alfons’ VI. und Alfons’ VIII. von Kastilien mit jüdischen Frauen würden eher negativ bewertet. Da sie aber in großer zeitlicher Rückschau und literarisch gebrochen über das Geschehen berichten, seien ihre Normvorstellungen nicht mit zeitgenössischen Einstellungen zu vergleichen.

NIKOLAS JASPERT (Bochum) zeigte am Beispiel des königlichen Hofes von Barcelona die besondere Herrschernähe der Mendikanten auf, die sich in der Lage der Niederlassungen in unmittelbarer Nähe zum Palast ebenso zeigte wie in den typischen Hofämtern der Dominikaner und Franziskaner als Diplomaten, Schreiber und persönliche Beichtväter der Könige. Hinsichtlich der Rolle der bestens ausgebildeten, sprachkundigen und theologischen Experten als Missionare oder potentielle Mediatoren zwischen Christen, Juden und Muslimen betonte Jaspert in Anlehnung an Robin Vose[3], dass Mendikanten hauptsächlich Seelsorger der römisch-lateinischen Bevölkerung und Bekämpfer anderen Glaubens waren und kaum Missionare. Die Mendikanten, ihre studia linguarum und disputationes seien vom König gefördert worden im Interesse einer Segregation der Religionsgruppen.

CLAUDIA MÄRTL (München) untersuchte die Beziehungen der Kurie zum Islam im 15. Jahrhundert und nahm mit den Experten, Frontwechslern, Gesandten und Gefangenen jene „cultural brokers“ in den Blick, die der Kurie Informationen über „das Andere“ bereitstellten. Darunter fallen Gelehrte wie Juan de Segovia, Juan de Torquemada oder Guglielmo Raimondo Moncada, die Schriften über den islamischen Glauben verfassten und Koranübersetzungen erarbeiteten; Gesandte oder auch Reisende wie Niccolo de Conti oder Georg von Ungarn, die freiwillig oder gezwungenermaßen lange Jahre in muslimischen Regionen lebten, möglicherweise gar zum Islam konvertierten und ihre spezifischen Erfahrungen an die Kurie weitergaben; Gefangene oder Geiseln wie Calixtus Ottomanus und Prinz Djem, die im diplomatischen Ränkespiel mit den Osmanen ein gewichtiges Pfand darstellten. Nicht zuletzt aufgrund dieser Grenzgänger war der Papsthof ein bedeutendes Zentrum für die intellektuelle und politische Auseinandersetzung mit dem Islam.

Am Beispiel des Liber introductoris von Michael Skotus demonstrierte GUNDULA GREBNER (Heidelberg) die Bedeutung des sizilianischen Hofs Friedrichs II. als Knotenpunkt in der Vermittlung transkulturellen Wissens. Hier konnte Skotus für seine wissenschaftliche Arbeit auf zahlreiche arabische Texte zurückgreifen. Die zweite Redaktion des Liber introductorius enthält dabei auch einen Verweis auf die Herstellung von Schwarzpulver, der chronologisch früher anzusiedeln sei als die Beschreibung bei Roger Bacon. Zwar war das Wissen um die Mischung von Explosivstoffen dem mittelalterlichen Europa nicht gänzlich unbekannt, doch habe Skotus mit seiner Beschreibung eines explosiven Treibmittels zur Veranschaulichung artifizieller Ursachen für das Phänomen des Donners arabisches Wissen rezipiert, überdacht und im Hinblick auf scholastische Ordnungsformen neu kompiliert.

MARC VON DER HÖH (Bochum) untersuchte die Kontakte Venedigs zu islamischen Herrschaften und die Reaktion auf muslimische Gesandtschaften in venezianischen Quellen. Er stellte fest, dass die Anzahl vor allem von osmanischen Gesandtschaften in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stark anstieg, was trotz aller militärischen Auseinandersetzungen auf enge diplomatische Beziehungen zur Pforte hinweise. Die religiöse Ebene bliebe in diesen Kontakten weitgehend (zum Teil bewusst aus diplomatischen Gründen) ausgeblendet, zumal sich der Sultan nicht selten durch christliche Emissäre vertreten ließ. Auch Renegaten wurden für die überwiegend in griechischer Sprache geführten Verhandlungen herangezogen. Wie die Tagebucheinträge Marino Sanudos des Jüngeren oder die prächtigen Gemälde Vittore Carpaccios zeigten, erregten die muslimischen Gesandtschaften nicht zuletzt durch ihr Äußeres große Aufmerksamkeit bei den Venezianern.

Für die Botschafter der lateinisch-westlichen Mächte am byzantinischen Kaiserhof in Konstantinopel war nach den Ausführungen von SEBASTIAN KOLDITZ (Bochum) ein transkultureller biografischer Hintergrund offenbar ein entscheidendes Kriterium ihrer Anstellung oder Indienstnahme. Ob griechischer Adeliger aus Monemvasia, verschuldeter Bürger aus Konstantinopel, gelehrter Konvertit und Anhänger der Kirchenunion, orthodox verheirateter Christ oder Veneto-Grieche aus Negroponte oder Coron – in allen Fällen ließ sich ein ambivalentes Verhältnis zur byzantinischen Heimat wie auch zum lateinischen Westen konstatieren. Nur bei den gleichfalls als Diplomaten erfolgreichen italienischen Händlern scheint das Grenzgängertum reibungsloser verlaufen zu sein.

JÜRGEN SARNOWSKY (Hamburg) stellte die Vizekanzler des Johanniterordens auf Rhodos im 15. Jahrhundert als Mediatoren in einem multilingualen und multireligiösen Umfeld vor. Als Diplomaten mussten sie die Ordensinteressen gegenüber konkurrierenden Mächten vertreten, als Vizekanzler und Regierungsbeamte die Arbeit in der Kanzlei und die Beziehung zur überwiegend griechisch-orthodoxen Bevölkerung regulieren. Dabei könnten sie infolge ihrer familiären Herkunft, ihrer Erziehung und ihres Werdegangs als „cultural brokers“ bezeichnet werden. Die transkulturellen Verflechtungen der Vizekanzler zeigten sich auch in der Heirat Guillaume Caoursins mit einer Griechin oder der Entscheidung Bartholomeo Policianos, nach der Eroberung von Rhodos durch die Osmanen 1522/23 auf der Insel zu bleiben, statt sie mit den übrigen Johannitern zu verlassen.

In einem weiten Überblick beschäftigte sich NICHOLAS COUREAS (Nikosia) abschließend mit den verschiedenen Gruppen von kulturellen Vermittlern am zyprischen Hof der Lusignan im 13. und 14. Jahrhundert. Dazu zählten zum einen die königlichen Schreiber, die zwischen dem lateinischen Königshaus und den griechischen Inselbewohnern bzw. dem König und anderen Herrschern vermittelten. Die griechische Sprache war, wie Marc von der Höh schon für Venedig und das Osmanische Reich festgestellt hatte, auch hier die lingua franca. Die Schreiber befanden sich mitunter in einer schwierigen Situation, dienten sie doch als Griechen einem okkupatorischen lateinischen Königshaus. Für König Hugo IV., der ein heute im Louvre bewahrtes Metallbecken mamlukischer Provenienz zu repräsentativen Zwecken herstellen ließ, machte Coureas geltend, dass auch der Herrscher selbst als „cultural broker“ agieren konnte.

Die lebhafte Abschlussdiskussion erhielt durch das zusammenfassende ad-hoc-Referat von Nikolas Jaspert, Marc von der Höh und Jenny Oesterle wichtige strukturierende Impulse. Hinsichtlich der thematischen und methodischen Zuspitzung, die der Tagungstitel insinuierte, war die Problematisierung der Begriffe „Grenzgänger“ und „broker“ ein bedeutender Diskussionspunkt. Hier wurde zum einen auf die mangelnde Faktizität von kulturellen Entitäten mit klaren Grenzen hingewiesen, was auch die Definition eines Überschreitens durch so genannte Grenzgänger erschwere. Zum anderen hielt man hinsichtlich des „cultural broker“ eine Differenzierung der verschiedenen Typen von kulturellen Vermittlern für nötig, wobei sich eine Kontroverse um die Frage entspann, ob es neben einer intentionalen auch eine nicht intentionale Form transkultureller Vermittlung gegeben habe.

In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass prozesshafte Dynamiken transkultureller Verflechtungen oder Vermittlungen – wie etwa Hybridisierung – durch einen stark akteurszentrierten Fokus in den Hintergrund geraten können. Quasi am anderen Ende der Skala droht die Gefahr einer zu weiten Fassung des Begriffs „cultural broker“ ohne kategoriale Trennschärfe. Die Mahnung Jenny Oesterles, „brokerage“ nicht als einzelnen Akt, sondern als eingebetteten und oft ritualisierten Prozess zu verstehen, wies in dieser Hinsicht über Begrenzungen der thematischen Tagungskonzeption hinaus. Die Beiträge dieser spannenden Tagung werden als erster Band einer neuen, vom Zentrum für Mittelmeerstudien herausgegebenen Reihe im Druck erscheinen und dürften dem prosperierenden Forschungsfeld der Mittelmeer- und der Transkulturalitäts-Studien sowohl neue Impulse geben als auch neue Interessenten gewinnen.

Konferenzübersicht:

Reuven Amitai (Jerusalem): 'Much ado about nothing': Jewish Influence at the Ilkhanid Court

Wolfram Drews (Köln): The Emergence of an Islamic Culture in Early Abbasid Iraq: the Role of Non-Arab Contributions

Jenny Oesterle (Bochum): Cultural Brokers at the Court of the Fatimid Caliphs in Cairo

Michael Borgolte (Berlin): Juden, Christen und Muslime im Mittelalter

Hussein Fancy (Ann Arbor): A Captive Diplomat: Iça Abenadriz in the Crown of Aragon

Ana Echevarria (Madrid): Elches and Trujamanes. Cultural Brokers at the Court of the Nasrids

Barbara Schlieben (Berlin): Love Without Borders. Jewish and Muslim Paramours in the Castile of the 13th Century

Nikolas Jaspert (Bochum): Mendicants at Court in the Crown of Aragon

Claudia Märtl (München): Experten, Frontwechsler und cultural brokers. Wissen über den Islam und Kontakte zu islamischen Kulturen an der Kurie des 15. Jahrhunderts

Gundula Grebner (Heidelberg): Thunder and Translation: Alchemical Knowledge between Northern Africa and the Court of Frederick II

Marc von der Höh (Bochum): Muslim Embassies at the Court of the Doges in Venice. The Framework of an Inter-Cultural Dialogue

Sebastian Kolditz (Bochum): Cultural Brokers Connected to the Byzantine Court in the 14th and 15th Centuries

Jürgen Sarnowsky (Hamburg): The Vice-Chancellors of the Hospitallers on Rhodes

Nicholas Coureas (Nikosia): Cultural Brokers at the Court of Cyprus

Anmerkungen:
[1] Thomas T. Allsen, Culture and Conquest in Mongol Eurasia, Cambridge 2001.
[2] Jan Assmann, Die mosaische Unterscheidung oder der Preis des Monotheismus, München 2003; Ders., Monotheismus und die Sprache der Gewalt, Wien 2006.
[3] Robin J. E. Vose, Dominicans, Muslims and Jews in the Medieval Crown of Aragon, Cambridge 2009.


Redaktion
Veröffentlicht am
30.11.2010
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