Zwischen wissenschaftlicher Expertise und politischem Diskurs: Wissensgeschichtliche Perspektiven auf die Konstruktion sozialer Ungleichheit

Zwischen wissenschaftlicher Expertise und politischem Diskurs: Wissensgeschichtliche Perspektiven auf die Konstruktion sozialer Ungleichheit

Organisatoren
Thomas Mergel / Christiane Reinecke, Sonderforschungsbereich 640 - "Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel", Humboldt-Universität zu Berlin
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
24.02.2011 - 25.02.2011
Von
Moritz Neuffer, Humboldt-Universität zu Berlin

Was Lutz Raphael in seinen Ausführungen zur „Verwissenschaftlichung des Sozialen“ als „dauerhafte Präsenz humanwissenschaftlicher Experten, ihrer Argumente und Forschungsergebnisse“[1] beschrieben hat, war in den Sozialstaaten des 20. Jahrhunderts wesentliche Grundlage politischen Handelns. Besonders im Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Reformen dienten wissenschaftlich generierte Repräsentationen sozialer Verhältnisse zur Definition von Problemen wie zur Legitimierung von Maßnahmen. Umgekehrt wirkten politische Diskurse und Interessen auf die Produktion von Wissen über das Soziale zurück. Um im interdisziplinären Austausch verschiedene Zugänge zu Konstruktionen sozialer Ungleichheit zu erörtern, hatten Thomas Mergel und Christiane Reinecke für den Sonderforschungsbereich 640 – „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel“ am 24. und 25. Februar 2011 zu einem Workshop an der Humboldt-Universität zu Berlin eingeladen. In dessen Mittelpunkt standen Bilder, Daten und Klassifikationen, mit denen Akteure sich über soziale Ungleichheit verständigten, die Rolle von Experten an Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik sowie die Transfers von Wissensbeständen zwischen verschiedenen Handlungsfeldern.[2] Durch die inhaltliche Bandbreite der versammelten Beiträge wurden diachrone und internationale Vergleiche ebenso ermöglicht wie die Gegenüberstellung unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen.

Das erste Panel beschäftigte sich mit der Rolle sozialwissenschaftlicher Experten im Sozialstaat. ARIANE LEENDERTZ (München) illustrierte am Beispiel der Raumplanung der frühen BRD, wie Forschungsergebnisse Eingang in politische Entscheidungsprozesse fanden und sozialwissenschaftliche Praxis nach politisch relevanten Fragestellungen ausgerichtet wurde. Besondere Bedeutung erhielten ihr zufolge dabei Expertengremien, die an institutionellen Schnittstellen agierten und hier Probleme definierten, zu deren Lösung sie sich anschließend heranziehen ließen. Ihr Wissen habe durch rhetorische und mediale Strategien untermauert werden müssen, so dass die Raumplaner mittels eines strategischen „Katastrophendiskurses“ und der Drohkulisse der Erosion des Sozialstaates die politischen Entscheidungsträger von Maßnahmen zu überzeugen versucht hätten.

Im Anschluss beschrieb STEPHAN LESSENICH (Jena) am Beispiel von Daniel Bells „The Cultural Contradictions of Capitalism“, wie wissenschaftliche Bestimmungen sozialer Problemlagen auch über längere Zeiträume hinweg in politisches Handeln diffundieren können. Bell hatte 1976 eine normative Entkoppelung von Kultur und Ökonomie und einen Verlust des Gleichgewichts von Selbstverwirklichung und Selbstdisziplin in ‚postmaterialistischer’ Zeit diagnostiziert. Lessenich zufolge spiegelten sich zentrale Elemente dieser Kulturkritik in sozialstaatlichen Reformen seit den 1990er-Jahren wider. Eine „Strategie der Aktivierung“ habe dabei zunehmend Motive der Selbstdisziplinierung mit solchen der gesellschaftlichen Teilhabe und Inklusion verknüpft und das Entstehen einer neuen „Moralökonomie“ vorbereitet.

In seinem Kommentar zu diesen beiden Vorträgen betonte ALEXANDER NÜTZENADEL (Berlin), dass die Raumplaner der frühen BRD als exemplarisch für die Hochphase verschiedener Expertenformationen zwischen 1930 und 1970 gelten könnten. Vor dem Hintergrund zunehmend ambivalenter Wissensordnungen, disziplinärer Ausdifferenzierungsprozesse und dem Scheitern der wissenschaftlichen Prognostik hätten diese Formationen jedoch zunehmend an Bedeutung verloren. In Bezug auf Bell bliebe in diesem Zusammenhang zu fragen, ob er für grundsätzliche Transformationen der modernen Expertise stünde oder einen Einzelfall darstelle. Auch die anschließende Diskussion betonte Nutzen und Notwendigkeit weiterer Forschung zu den Experten und ihrer Praxis, besonders mit Hinblick auf ihre Infragestellung seit den 1970er-Jahren.

Das zweite Panel des Workshops beschäftigte sich mit „Bildern des Sozialen“. EVA BARLÖSIUS (Hannover) thematisierte die Darstellung der US-amerikanischen Sozialstruktur auf „Social Stratification“-Postern aus den Jahren 1983 bis 2007. Diese setzten - im Gegensatz zu in Deutschland gebräuchlichen flächigen Sozialstrukturdarstellungen wie der Bolte-Zwiebel - mittels der Anordnung von Personen-Icons differenzierte Korrelationen von Bildung, Beruf und Einkommen ins Bild. Im Laufe der Zeit seien tradierende Elemente und Accessoires aus den Darstellungen der Personen zunehmend verschwunden, die Kategorien Race und Gender von spezifischen Berufen abgekoppelt und damit als eigenständige Strukturierungsprinzipien deutlicher herausgetreten, was möglicherweise auf eine Tendenz zur Darstellung von Intersektionalität hindeute. Die unterschiedlichen Visualisierungstraditionen in den USA und in Deutschland erklärte die Referentin mit den jeweils zugrunde liegenden gesellschaftstheoretischen Annahmen und der Betonung von sozialer Mobilität in der Bebilderung der US-amerikanischen Sozialstruktur.

Mit der Abwesenheit von Bildern in der soziologischen Theorie des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich FELIX KELLER (St. Gallen). Ihm zufolge sei die Distanz zu bildhaften Repräsentationen bzw. ein „Ikonoklasmus“ zum identitätsstiftenden Moment der Disziplin geworden. Auch im Zeichen einer neuen Visualität der Wissenschaften, wie sie Michel Serres beschrieben habe, sei die Soziologie immer wieder auf karge Standardformen wie Diagramme und Tabellen zurückgefallen. Als Beispiel für dieses Phänomen führte Keller die Netzwerkanalyse an, bei der nach einem anfänglichen Visualisierungsschub eine erneute Distanzierung zu bildhaften Repräsentationen deutlich werde. Ikonoklasmus, auch als Reaktion auf eine überhand nehmende Bildlichkeit in der Selbstbeschreibung von Gesellschaften, könne dabei durchaus als wertvolles wissenschaftliches Programm zur Dekonstruktion von Bildern, Bildmythen und sich verfestigenden Repräsentationen begriffen werden.

Über die Funktion von sozialdokumentarischer Fotografie sprach RUDOLF STUMBERGER (Frankfurt am Main/München). Aufnahmen sozialer Missstände dienten ihm zufolge zur Konstruktion von „Klassen-Bildern“ und seien Bestandteile von Diskursen über Ungleichheit. Historische Beispiele wie Lewis Hines Aufnahmen für das „Pittsburgh Survey“ von 1907, die Arbeiterfotografie der Weimarer Republik sowie die bundesrepublikanische Bebilderung der „Sozialpartnerschaft“ in den 1960-er Jahren hätten nicht allein abbildende Funktion gehabt, sondern das Wissen über soziale Verhältnisse mitgeprägt. Für die Gegenwart konstatierte Stumberger ein visuelles wie diskursives „Verschwinden“ der Arbeiter(klasse).

ELKE BRÜNS (Greifswald) erweiterte die Perspektiven auf Bilder der Ungleichheit durch eine Erörterung von Armutsszenarien in der Gegenwartsliteratur. Literatur, so die Referentin, sei eine „Wissensordnung des Sozialen“, die eigene Deutungsmuster entwerfe. Dies illustrierte sie anhand von Romanen von Ulla Hahn und Katharina Hacker sowie an Kurzgeschichten von Clemens Meyer und Frédéric Valin. Während Hahns Roman einen Glauben an soziale Mobilität transportiere, entwerfe Hacker das Bild eines konfliktiven Sozialen. Meyer und Valin setzten „soziale Verlierer“ in Szene, deren Beschreibungen zwar keine Abbildungen von sozialer Realität seien, in ihrer Literarizität jedoch das gegenwärtige Wissen über soziale Verhältnisse bereicherten.

THOMAS MERGEL (Berlin) betonte in seinem Kommentar, die vorgestellten Bilder seien nicht nur „Repräsentationen“, sondern – in Anlehnung an Susanne K. Langer - auch „Präsentationen“, deren Mittel zur Vergegenwärtigung und damit zur Konstruktion von sozialer Ungleichheit über rein sprachliche Darstellungen hinausgingen. Illustration durch literarische Metaphern oder Icons, Dokumentation durch dramatisierende Fotografie oder die Übersetzung von textuellem Wissen in andere Medien wie Statistiken, Graphen und Diagramme benannte Mergel als distinkte Funktionsweisen dieser Bilder. Übersetzung geschehe dabei immer um den Preis der Veränderung von Wissen, was beispielsweise im Umgang mit unterschiedlichen Arten der Skalierung in statistischen Darstellungsverfahren zu beachten sei. Diese Anregungen wurden in der folgen Diskussion aufgegriffen und verschiedene Operationsmodi der Wissensrepräsentation sowie der Einfluss von Techniken und Methoden auf Visualisierung und Visualisiertes erörtert.

Der zweite Tag des Workshops wurde mit einem Panel über Verfahren und Kategorien zur Beschreibung sozialer Ungleichheit eröffnet. MARCUS GRÄSER (Washington, D.C.) verglich das Verhältnis von früher Soziologie und bürgerlicher Sozialreform in den USA und Deutschland im Hinblick auf deren visuelle Strategien. Während in Deutschland die Distanz zur Sozialreform als Voraussetzung wissenschaftlicher Professionalisierung verstanden worden sei, habe in den USA eine bewusste Verknüpfung von wissenschaftlichen und politischen Interessen sowie das Auftreten einer „practical sociology“ erheblich zum Prestige der Disziplin beigetragen. Im Gegensatz zu ihren deutschen Pendants hätte man sich in den USA dabei auch einer visuellen Strategie bedient: Nicht nur bebilderten Fachpublikationen soziale Verhältnisse, auch nutzten Sozialreformer Fotografien für Überzeugungsarbeit auf dem Feld der public opinion – eine Überzeugungsarbeit, die im deutschen Bürgertum nicht erwünscht gewesen sei.

KERSTIN BRÜCKWEH (London) beschäftigte sich anschließend mit der Frage, wie im britischen Zensus seit 1971 Angaben zu „birthplace, nationality, race, ethnicity“ erhoben wurden und wie dadurch Wissen über ethnische Herkunft produziert wurde. Als 1971 über den Geburtsort der Eltern erstmals die Herkunft aus den ehemaligen Kolonien und die Hautfarbe der Befragten ermittelt wurden, seien die Fragebögen zum Gegenstand öffentlichen Disputs geworden. Im Verlauf eines langjährigen Kommunikationsprozesses innerhalb der britischen Gesellschaft sei zwar ein Konsens über die Notwendigkeit der Daten, jedoch nicht über das Format der Erhebung erzielt worden. Das Beispiel zeige, dass Kategorien zur Beschreibung sozialer Verhältnisse Gegenstand eines Aushandlungsprozesses mit verschiedenen involvierten Akteuren seien.

Mit räumlichen Kategorien zur Beschreibung sozialer Verhältnisse beschäftigte sich CHRISTIANE REINECKE (Berlin). Sie demonstrierte die Bedeutung „sozialer Geographien“ anhand von sozialwissenschaftlichen Studien zu städtischem Wohnraum aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Auffällig sei dabei, dass gegen Ende der 1960er Jahre – vor dem Hintergrund von Immigration und im Rückgriff auf Deutungsmuster US-amerikanischer Studien – zunehmend vor Segregation und Gettoisierung inmitten städtischer Altbaugebiete gewarnt wurde. Dass damit ein zuvor an der Peripherie verortetes soziales Problem in die Mitte der Gesellschaft hineingetragen und gleichzeitig der urbane Fortschrittsoptimismus der 1950er und 1960er-Jahre verabschiedet wurde, sei im Kontext eines allgemeinen Wandels im Umgang mit Fragen sozialer Ungleichheit zu deuten.

INA KERNER (Berlin) verwies in ihrem Kommentar bezüglich des Vergleichs zwischen sozialpolitischen und -wissenschaftlichen Traditionen in den USA und Deutschland auf den Mehrwert der Arbeiten von Nancy Fraser und Linda Gordon. Die dort konstatierte Zweiteilung des US-amerikanischen Sozialsystems in Versicherung und private Wohlfahrt könne dazu beitragen, Unterschiede zwischen beiden Ländern zu erklären. Bezug nehmend auf die Ausführungen von Reinecke rückte sie die Frage nach der Übertragung US-amerikanischer Ungleichheitsmetaphern auf deutsche Sozialräume in den Mittelpunkt; dabei sei insbesondere die Rolle von intersektionalen Verschränkungen und ihrer (Nicht-) Thematisierung zu beachten. Brückwehs Vortrag lade dazu ein, die Kontingenz, aber auch die Subjektivierungseffekte der Klassifikation von Menschen anhand von race, ethnicity und nationality zu thematisieren.

Das letzte Panel stand im Zeichen von Diskursen über soziale Gerechtigkeit. CORNELIUS TORP (Halle/Florenz) beschäftigte sich am Beispiel der Alterssicherung mit dem Verhältnis von Wahrnehmungen sozialer Ungleichheit und Gerechtigkeitsnormen im frühen Wohlfahrtstaat Großbritanniens. Während auch nach Einführung eines neuen Rentensystems die Lage vieler Alter prekär blieb, sei das sozialpolitische Klima der frühen 1950er-Jahre von optimistischen Studien und Expertenmeinungen bestimmt gewesen, die einen Rückgang allgemeiner Armut diagnostiziert und dabei die Alten als „letzte verbliebene soziale Problemgruppe“ dargestellt hätten. Bei dieser Diagnose sei es jedoch weniger um ihre materielle Situation, als vielmehr um Faktoren wie Krankheit, Behinderung oder Isolation gegangen. In diesem Kontext habe sich der Fokus der Debatte über Alterssicherung von der Armutsvermeidung hin zu Ungleichheiten innerhalb der Gruppe der Alten verschoben.

Die Bedeutung von „sozialer Gerechtigkeit“ in Diskursen der Nachkriegsjahre erörterte MAŁGORZATA MAZUREK (Potsdam) am Beispiel Polens. Die Omnipräsenz des Begriffs nach 1945 verdeutliche den optimistischen Glauben an die Errichtung einer egalitären und homogenen politischen Ordnung, in dessen Zusammenhang auch der Kampf gegen Spekulation und Wucher hohe Symbolkraft entfaltete. Soziale Ungleichheit, auch unter Einbeziehung ethnischer Fragen, wurde in diesen Jahren Hauptuntersuchungsgegenstand der zwischenzeitlich verbotenen polnischen Soziologie. Indem sie die Gesellschaft mit aus US-amerikanischer und britischer Forschung adaptierten Methoden in ihrer sozialen Stratifikation darstellten, trugen die Experten dazu bei, die Ungleichheits- und Ungerechtigkeitserfahrungen des Krieges durch die Repräsentation Polens als einer „normalen“ Gesellschaft in den Hintergrund zu drängen und diese zwar als sozial ungleich, aber als „geformt“ und kulturell homogen darzustellen.

In seinem Kommentar zu diesen abschließenden Beiträgen legte HARTMUT KAELBLE (Berlin) starkes Gewicht auf die Rolle von Experten und den von ihnen generierten Repräsentationen von sozialer Ungleichheit. Der Einfluss von Fachleuten wie Keynes oder Rowntree auf die politische und öffentliche Meinungen erscheine als Zeichen des Umbruchs von der klassischen Zeit der Politikerdominanz hin zum Aufstieg der Experten im modernen Wohlfahrtstaat. Zudem sei der Aspekt der spezifischen homogenisierenden Blicke auf Gesellschaften in den beiden Vorträgen aufschlussreich für eine Untersuchung sich wandelnder Formen des Umgangs mit sozialer Ungleichheit.

Dem Workshop gelang es, zentrale Problemstellungen des Forschungsfeldes aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Dabei wurden zum einen ein genauer Blick auf Expertenkulturen und ihre soziale Praxis als geeigneter Ansatz heraus gearbeitet, um die Produktion von Wissen und Bildern über das Soziale als Beobachtungen zweiter Ordnung besser zu verstehen. Betont wurde die Wirkmächtigkeit nationenspezifischer Wissenskulturen und die unterschiedliche Nähe oder Distanz von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur politischen Macht. In der weiteren Forschung, so ein Ergebnis der Abschlussdiskussion, müssten jedoch nicht nur den akademisch ausgebildeten Experten an Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik, sondern auch den Experten der Medien größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Soziale Ungleichheit als solche, so wurde kritisch bemerkt, sei in den unterschiedlichen Beiträgen eher am Rande oder indirekt in den Blick geraten. Dies wurde auch auf sehr unterschiedliche Konzepte des Begriffs zurückgeführt – nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Wahrnehmung der jeweiligen historischen Akteure. Begrifflichkeiten, aber auch Konzepte der Messung und Bestimmung von Ungleichheit in ihrem Wandel zu beleuchten, sei damit ein weiteres Desiderat der Forschung. Nicht zuletzt traten Selbstreflexion und Selbstthematisierung der Human- und Sozialwissenschaften, wie sie im Rahmen dieses Workshops vollzogen wurden, als Grundvoraussetzung der Erforschung von Konstruktionen sozialer Ungleichheit hervor.

Konferenzübersicht:

1. Sozialwissenschaftliche Experten im Sozialstaat

Ariane Leendertz (München): Dynamiken zwischen Wissenschaft und Politik

Stephan Lessenich (Jena): Kulturelle Widersprüche des Kapitalismus – revisited. Soziologische Zeitdiagnose, gesellschaftliche Krisen und sozialstaatliche Politik

Alexander Nützenadel (Berlin): Kommentar

2. Bilder des Sozialen: Repräsentationen sozialer Ungleichheit

Eva Barlösius (Hannover): Die Bebilderung der US-amerikanischen Sozialstruktur

Felix Keller (St. Gallen): “Pictures of nothing”? Ikonoklasmus in der Soziologie des 20. Jahrhunderts

Rudolf Stumberger (Frankfurt am Main/München): Repräsentationen sozialer Ungleichheit und die sozialdokumentarische Fotografie

Elke Brüns (Greifswald): Armut und Ungleichheit in der Gegenwartsliteratur

Thomas Mergel (Berlin): Kommentar

3. Das Soziale Ordnen: Kategorien zur Beschreibung sozialer Ungleichheit

Marcus Gräser (Washington, D.C.): Practical Sociology und objektive Sozialwissenschaft. Varianten im Verhältnis von Soziologie und Sozialreform in den USA und in Deutschland, 1890-1920

Kerstin Brückweh (London): Kategorien sozialer Ungleichheit in der britischen Sozialforschung: Das Beispiel ethnische Herkunft

Christiane Reinecke (Berlin): Soziale Differenz im Raum: Geographien sozialer Ungleichheit in Deutschland und den USA

Ina Kerner (Berlin): Kommentar

4. Das Soziale Verhandeln: Diskurse über Ungleichheit, Gleichheit und Gerechtigkeit

Cornelius Torp (Halle/Florenz): Gerechtigkeitsnormen und Perzeptionen sozialer Ungleichheit in der britischen Sozialpolitik der 1940er Jahre

Malgorzata Mazurek (Potsdam): Shaping norms of social justice: popular and expert discourses on black market and profiteering in post-war Poland

Hartmut Kaelble (Berlin): Kommentar

Anmerkungen:
[1] Lutz Raphael, Die Verwissenschaftlichung des Sozialen als methodische und konzeptionelle Herausforderung für eine Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, in: Geschichte und Gesellschaft 22 (1996), 165–193, hier S. 166.
[2] Vgl. auch die Tagungsbeschreibung unter <http://www.sfb-repraesentationen.de/workshop-soziale-ungleichheit> (07.03.2011).


Redaktion
Veröffentlicht am
22.03.2011