Neorassismus im Spannungsfeld der Kulturen – (k)ein Bildungsproblem!?

Neorassismus im Spannungsfeld der Kulturen – (k)ein Bildungsproblem!?

Organisatoren
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Ort
Ludwigsburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
19.02.2015 - 20.02.2015
Von
Patrick Maisenhölder/Jan Wawrzynek, Ludwigsburg

In einer Welt, die durch Globalisierung, Migration und Flüchtlingsströme geprägt ist, kommen sich Menschen immer näher: Nationalstaaten werden zu Einwanderungsgesellschaften und in der Folge immer heterogener. Dies erscheint nur auf den ersten Blick banal und selbstverständlich, wie die aktuellen Ereignisse und Diskussionen um „PEGIDA“ zeigen. 2013 veröffentlichte das Europäische Netzwerk gegen Rassismus (ENAR) seinen jüngsten Bericht. In diesem wird für die BRD diagnostiziert, dass aktuell vor allem Menschen muslimischen Glaubens sich einer Manifestierung von Diskriminierung aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit ausgesetzt sehen. Allerdings ist dieses Phänomen nicht als spezifisch „deutsch“ zu beschreiben. Vielmehr zeigen sich Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung als ein gesamteuropäisches Phänomen. Eine weit verbreitete Ansicht ist, dass man fremdenfeindlichen Ansichten mit Bildungsangeboten entgegen treten kann. Fremdenfeindlichkeit wird demnach als die Konsequenz eines Bildungsdefizits gesehen. Diese Sichtweise wurde im Rahmen der interdisziplinär besetzten Tagung „Neorassismus im Spannungsfeld der Kulturen - (k)ein Bildungsproblem!?“, die vom 19. - 20. 2. 2015 an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg stattfand, in Frage gestellt. Rassismus scheint vielmehr die Konsequenz einer bestimmten Art und Weise, Geschichte und Welt zu denken, zu sein. Wie „schützenswert“ sind die Kulturen, die sich in einer globalisierten Welt, die in Form von Nationalstaaten organisiert ist, immer näher kommen? In der Einleitung zu der Tagung eröffneten die Gastgeber_innen einen Gedankengang, der einerseits die Rolle von Geschichte in Nationalstaaten kritisch und andererseits die Chance auf ein dialogisches Miteinander perspektivisch in den Blick nahm.

BÄRBEL VÖLKEL (Ludwigsburg) vertrat in ihrem Vortrag die These, dass der derzeitige Geschichtsunterricht eine Form von Rassismus – Völkel nannte ihn Neo-Rassismus – möglich mache. Kritisch stellte sie fest, dass der aktuelle Geschichtsunterricht nach wie vor genetisch-chronologisch in der Zeit voran schreite und dabei eine eigene und einheitliche Herkunftsgeschichte und -kultur konstruiere. In der Folge könne eine Vorstellung entstehen, der Nation sei eine spezifische Kultur eigen, die um der nationalen Identität willen, die sich stets auch als historische Identität zeige, verteidigt werden müsse. Diese Vorstellung werde nicht zuletzt durch das Erinnerungsparadigma möglich: Die Geschichte der persönlichen Abstammung sei dadurch als eine Abfolge von Generationen imaginierbar[1]; Geschichte und Erinnerung würden auf diese Weise eine Verbindung eingehen, die Geschichte zum Bindeglied einer Ethnie machten, die den Nationalstaat als autochtone Bevölkerung bewohne. In der Folge sei die Ethnie historisch und kulturell innerhalb des Nationalstaates „verwurzelt“ und könne sich damit als zivilisiert gegenüber den Zuwanderern als Menschen „ohne Geschichte“ verstehen. Aufgrund ihrer größeren „Kontinuität zum Ursprung“[2] repräsentiere sie das unsichtbare Allgemeine, das sich in der Dominanzkultur[3] zum Ausdruck bringe.[4] Geschichte als Herkunftsgeschichte trage das Potential in sich, Zuwanderer dauerhaft aus der Gesellschaft eines Nationalstaates auszuschließen. Bärbel Völkel plädierte deshalb dafür, das Erinnerungsparadigma kritisch in den Blick zu nehmen. Geschichte sei in einer multikulturellen Gesellschaft vielmehr so zu thematisieren, dass sie Begegnungen ermögliche, in deren Folge sich Ambiguitätstoleranz entwickeln könne.

Auch TONY PACYNA (Rostock) sprach sich in seinem darauffolgenden Vortrag aus philosophischer Sicht für einen Dialog mit dem Anderen und dem Fremden aus. Bedingung der Möglichkeit dafür könnte sein, dass der Mensch als ein vernunft- und sprachbegabtes Wesen betrachtet werden könne und ihn Sprache notwendig als intersubjektives Wesen konstituiere. Weil der Mensch grundsätzlich jede Sprache lernen und somit verstehen könne, könnten die Menschen auch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg kommunizieren. Er sprach sich dafür aus, in den Dialog mit dem Fremden zu treten, weil es die eigene Kontingenz aufzeigen könnte, was der von Völkel geforderten Ambiguitätstoleranz entgegen käme. Dafür müsse eine Haltung kultiviert werden, sich selbst und seine Werthaltungen ständig zu reflektieren. Damit einher gehe aber auch die Bereitschaft sich dem Anderen zu öffnen, das heißt ein gemeinsames Bezugssystem zu schaffen. Dieses müsse in die Zukunft verlegt werden: wie wollen wir leben? Im Dialog mit dem Anderen könnte er dann schließlich in seinem Anders-sein anerkannt werden.

In der zweiten Sektion stellte MARIA BERGER-SENN (Stuttgart) die bildungspolitische Perspektive in Baden-Württemberg vor. Sie stellte den aktuell gültigen Bildungsplan von 2004 in Auszügen vor. Außerdem gab sie einen Einblick in die momentan stattfindende Bildungsplanreform. Der Bildungsplan 2016 werde sechs Leitperspektiven haben, darunter Bildung für nachhaltige Entwicklung und Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt. Berger-Senn hob besonders eine Neuerung im Fach Geschichte hervor, die zu jedem Hauptthema das Teilthema „Fenster zur Welt“ vorsehe. Sie sah hier eine Möglichkeit, die eurozentristische Perspektive in der Geschichtsauffassung zu überwinden. In der anschließenden Debatte wurde jedoch angemerkt, dass bei allen positiven Entwicklungen sowohl die eurozentrische wie auch die nationalstaatliche Perspektive nach wie vor dominiere.

GONCA TÜRKELI-DEHNERT (Berlin) berichtete über Konzepte zur Rassismusbekämpfung aus bundespolitischer Perspektive. Sie legte dar, was die Bundesrepublik Deutschland im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus unternimmt. Sie sprach sich für die Förderung der Herausbildung von interkultureller Kompetenz aus und redete über die Problematik steigender Islamfeindlichkeit und gleichzeitiger tendenzieller Radikalisierung muslimisch sozialisierter Jugendlicher.

Die Sektion 3 begann mit einem Vortrag von STEFFEN PREUSS (Ludwigsburg). Er setzte sich mit den Schulbüchern auseinander, die im Fach Geschichte verwendet werden. Preuß kam zu dem Fazit, dass der Geschichtsunterricht durchzogen sei von den Thematiken Macht und Gewalt. Menschliches Zusammenleben werde imperialistisch und kriegerisch dargestellt. Der Bildungsplan fordere zum Beispiel, dass im Unterricht Fremdes dargestellt werden solle. Tatsächlich beschränkten sich die Schulbücher und der Unterricht aber auf den Okzident. Auch der neue Bildungsplan 2016 wäre noch stark eurozentrisch. Dabei könnte der Geschichtsunterricht viel mehr leisten. Preuß schlug vor, den Geschichtsunterricht in modulare Themen zu gliedern. Diese könnten dann adressatengerechte, subjektorientierte Sinnbildangebote machen. Es brauche andere Schwerpunkte, damit das Herstellen von Differenz(-empfinden) möglich werde. Letztendlich sollte historische Bildung mittels historischen Denkens möglich werden. Das würde eine hohe Ambiguitätstoleranz schaffen.

Es folgte SEBASTIAN WICHNER (Braunschweig), der ebenfalls aus dem Schulalltag berichtete. Er reflektierte seine Arbeit mit Schüler_innen unter dem Thema „Multi-Kulti in der Schule“. Wichner kam zu dem Schluss, dass er in seinem Unterricht sehr wenig Ressentiments mitbekomme. Trotzdem herrsche bei einigen elitäres Denken vor. Denkanstoß könne deshalb sein, Gruppenzugehörigkeit nicht über eine gemeinsame, geteilte Geschichte herzustellen, sondern über gemeinsame Werte, die im Austausch miteinander hervorgebracht wurden.

Den letzten Vortrag des ersten Tages hielt BEA LUNDT (Flensburg). Auch sie sprach sich dafür aus, dass der Geschichtsunterricht von seiner westlich-europäischen Zentralität wegkommen und sich mehr öffnen sollte. Dabei stellte sie Denkansätze verschiedener Theoretiker vor, die sich mit Kolonialismus und Postkolonialismus beschäftigten, wie etwa Frantz Fanon, Julius Nyerere oder Kwame Nkrumah. Sie kam zu dem Schluss, dass Deutschland in der Aufarbeitung seiner nationalsozialistischen Vergangenheit gute Arbeit leiste, aber die Pflicht zur Aufarbeitung seiner Kolonialzeit nur sehr rudimentär wahrnehme. Dies gelte auch für den Geschichtsunterricht. Auch dort würde der Kolonialzeit, wenn überhaupt, nur sehr wenig Platz eingeräumt. Hier entstehe also die Gefahr zu Bildung von Neo-rassismus.

Den zweiten Tag begann JÖRN RÜSEN (Essen) mit seinem Vortrag, in dem er dafür plädierte, dass man den tief in der menschlichen Mentalität verankerten und damit unauslöschbaren Ethnozentrismus durch ein „geistiges Orientierungskonzept“ – den Humanismus – zähmen solle. Unter Humanismus verstehe Rüsen dabei die zur Haltung gewordene Erkenntnis der Deutung der Welt durch den Menschen und die Bedingtheit jeder Deutung. Durch das Erkennen der Bedingtheit entstehe das Gleichheitsprinzip und damit Menschenwürde. Er erklärte in seinem Vortrag den Mechanismus des Ethnozentrismus und seine Ausprägungen. Dazu gehörten die asymmetrische Wertung der eigenen Ethnie und Geschichte, die ursprungsorientierte Teleologie und die monozentrische Verortung, also das Ins-Zentrum-rücken der eigenen Gruppe und letztlich die „Exterritorialisierung des Schattens“, bei der man negativ bewertete Eigenschaften der eigenen historischen Identität nach außen verlagere. Diesen Ausprägungen solle – unter Berufung auf den Humanismus – mit dem Prinzip der Gleichheit, der Multiperspektivität und der Interritorialisierung des Schattens begegnet werden. Metanorm, auf die sich alle berufen könnten, sei die säkulare Zivilgesellschaft. Um diese implementieren zu können, sei das Konzept des integrativen Geschichtsbewusstseins sinnvoll, da so die Kontingenz, aber auch die Beständigkeit bestimmter Phänomene aufgezeigt werden könne.

Die zentrale These, die RAM ADHAR MALL (München/Jena) in seinem Vortrag vertrat, lautete: „Identität ist ein Prozess“. Sie sei keine unveränderliche Entität, sondern immer im Werden begriffen. Die Attribute einer personalen Identität seien konstruiert. Die positiven oder negativen Konnotationen dieser Attribute gelte es deshalb zurückzuweisen, weil diese unbegründet seien. Es seien Kontextualitäten, die mit Identitäten „schwanger“ gingen und nicht umgekehrt. Übertragen auf Kulturen könnte man sagen, dass auch kulturelle Selbstvergewisserungen einem stetigen Wandel unterliegen. Jede kulturelle Selbstvergewisserung müsse dennoch einigen vorgelagerten Werten, wie z.B. Menschenwürde oder der Bereitschaft zum Kompromiss, verpflichtet sein. Es gehe um Einheit angesichts der Vielfalt. Identität weise zudem ein Strukturmerkmal auf, das Mall „orthafte Ortlosigkeit der Identität“ nannte. Sie sei orthaft, wenn sie konkret würde. Trotzdem sei sie ortlos, weil sie in keiner ihrer Formen restlos aufgehe. Prinzipiell müsse man sich gegen jede Form der Verabsolutierung schützen. Jede Lesart sei richtig, außer jener, die eine andere nicht mehr zulasse. Das verbindende Element sei Gewaltlosigkeit. Sie sei eine Protokulturalität im Sinne Gandhis, das heißt eine Haltung und Einstellung. Es könne also mehrere kulturelle Zentren geben, Zentrismen müssten aber verhindert werden. Dies gelte es auch in der Pädagogik zu vermitteln.

KIEN NGHI HA (Berlin) nahm in seinem Vortrag die universitäre Exklusion in den Blick. Er stellte die These auf, dass diese in drei Ebenen stattfinde. Erstens institutionell, in Form einer Unterrepräsentation von Minderheiten und Migranten. Zweitens epistemisch, durch eine Marginalisierung und Nicht-Anerkennung in der akademischen Wissensproduktion (whitewashing knowledge). Er kritisierte, dass dem wissenschaftlichen Wissen eine Überlegenheit gegenüber anderem Wissen (mythisches Wissen, Alltagswissen) zugesprochen würde. Da jedoch jegliche Wissensproduktion kontextgebunden sei, sei keine Hierarchisierung gerechtfertigt. Drittens würde durch eine diskriminierende Alltagskultur exkludiert. Zudem gebe es starke Forschungsdefizite zu den Themen Exklusion, Diskriminierung und Whiteness. All das mache ethnic monitoring zum einen nötig, erschwere es gleichzeitig aber auch.

NOREEN KRAUSE (Tübingen) erklärte in ihrem Beitrag am Beispiel von Higher Education Rankings, wie Rankings von Universitäten zustande kommen. Kritisiert wurde in der anschließenden Diskussion, dass solchen Rankings ein ethnozentrischer Moment anhaften könnte. Westliche (Traditions-)Universitäten hätten von vornherein bessere Chancen auf höhere Rankingplätze als beispielsweise Universitäten aus Ländern des globalen Südens. Dadurch würden kleine und/oder nicht-westliche Universitäten marginalisiert.

Fazit und Ausblick: Einigkeit bestand bei den Tagungsteilnehmer_innen darin, die Inhalte der Bildungsprozesse in der heutigen pluralen Gesellschaft den aktuellen Bedingungen anzupassen. Um die Vielfalt der Kulturen und Lebensformen nicht als Bedrohung für das Eigene aufzufassen, was Neo-rassismus fördere, bedarf es einer Denkweise (und Bildung), die von einer Substanzialisierung von Kultur und Identität Abstand nimmt. Das bedeute auch, Geschichte und deren Vermittlung zu überdenken. Geschichte kann nicht kulturunabhängig gedacht werden, wichtig ist jedoch, keiner Geschichtsschreibung Priorität einzuräumen, sondern verschiedene Sichtweisen zu kultivieren. Mit Ram Adhar Mall gesprochen sei jede Lesart zulässig, außer derjenigen, die keine abweichende Meinung neben sich duldet. Das muss nicht nur erkannt werden, sondern auch in den (geschichts-)wissenschaftlichen Alltag aufgenommen werden. Die Bezeichnung Neo-Rassismus, die im Titel der Tagung Verwendung fand und die von den Teilnehmer_innen sehr kontrovers diskutiert wurde, bringt das diskriminierende und ausgrenzende Verhalten der Mehrheitsgesellschaft gegenüber als fremd empfundenen Minderheiten gut auf den Punkt.

Letztendlich – und hier war sich die Mehrheit einig – geht es um die prinzipielle Gleichwertigkeit von Wissensformen in einer pluralen Gesellschaft und auch darum, Wissensbestände herkunftspluraler und weniger eurozentristisch zu gestalten. Andere Wissens- und Rechtfertigungsformen seien keine Bedrohung, sondern eine Möglichkeit; vor allem eine Möglichkeit dahingehend, den Prozess, in dem sich die Menschheit und ihre Geschichte befindet, prozesshaft zu begreifen. Dabei gibt es jedoch noch diskussionswürdige Aspekte: So wäre zu diskutieren, ob wir uns nicht besser von dem Nationenbegriff verabschieden sollten, weil es ihm wesentlich ist, dass er Ethnozentrismus und/oder Neorassismus fördere – wie Völkel es vertrat. Erhaltenswert, so Völkel, seien allein die staatlichen Strukturen des Nationalstaates, weil diese geeignet seien, Pluralität rechtlich abzusichern. Rüsen hingegen sah den Nationalstaat in seiner historischen Form als unhintergehbar an. Jedoch plädierte er dafür, dem Nationalstaat keine teleologische Geschichte mehr zu geben, sondern diese als zukunftgerichtete Rekonstruktion neu zu definieren. Der Ethnozentrismus des Nationalstaates sei durch Humanismus zu rahmen und damit zu zähmen. Einig waren sich alle Teilnehmer_innen darin, dass der Fokus des aktuellen historischen Denkens und Lernens zu stark auf der westlichen Welt liege und dass „Fenster zur Welt“ zwar ein guter Anfang, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss seien. In diesem Sinne war die Tagung als eine Auftaktveranstaltung zu sehen.

Konferenzübersicht:

Martin Fix (Ludwigsburg), Begrüßung

Bärbel Völkel (Ludwigsburg)/Tony Pacyna (Rostock), Begrüßung und Einführung in die Thematik

Sektion 1: Zwischen Eindeutigkeit und Mehrdeutigkeit

Bärbel Völkel (Ludwigsburg), Volk – Geschichte – Identität: Menschen „mit“ und „ohne“ Geschichte in Einwanderungsgesellschaften

Tony Pacyna (Rostock), Ich und Du – Die ethischen Dimensionen des Zwischen

Sektion 2: Politische Perspektiven

Maria Berger-Senn (Stuttgart), Bildungsstandards in der Perspektive einer pluralistischen Einwanderungsgesellschaft

Gonca Türkeli-Dehnert (Berlin), Konzepte zur Rassismusbekämpfung aus bundespolitischer Perspektive

Sektion 3: Zwischen Innen und Außen

Steffen Preuß (Ludwigsburg)/Sebastian Wichner (Braunschweig), Multi-Kulti in der Schule – Berichte aus dem Alltag

Bea Lundt (Flensburg), Die „koloniale“ Mentalität und wie man sie abbaut

Sektion 1: Identitäten zwischen Einheit und Vielheit

Jörn Rüsen (Essen), Einheit der Menschheit in der Vielheit der Kulturen – Zivilisierung des Ethnozentrismus durch Humanismus?

Ram Adhar Mall (München/Jena), Kulturelle Selbstvergewisserungen und die Identitätsproblematik: Eine interkulturelle Perspektive

Sektion 2: Academia – kritische Blicke

Kien Nghi Ha (Berlin), Die Farbe des Wissens. Über dominanzkulturelle Ausschließungen, epistemische Hierarchisierungen, Rassifizierung und Weißsein im Wissenschaftsbetrieb

Noreen Krause (Tübingen), Spezielle Outcomes in Academia aus der internationalen Perspektive – Von Lehre und Forschung zwischen Freiheit und Rahmenvorgaben (Ausblick)

Anmerkungen:
[1] Vgl. Paul Ricoeur, Gedächtnis Geschichte Vergessen, München 2004, S. 605-611.
[2] Niklas Luhmann, Frauen, Männer und George Spencer Brown, in: Ursula Pasero/Christine Weinbach (Hrsg.), Frauen, Männer, Gender Trouble. Systemtheoretische Essays, Frankfurt am Main 2003, S. 15-62, Zitat S. 24.
[3] Vgl. zu Dominanzkultur: Birgit Rommelspacher, Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht, Berlin 1998/2.
[4] Vgl. hierzu auch: Bärbel Völkel, Nationalism – Ethnicity – Racism? Thinking History in a World of Nations, Vol 2(1), March 2014, pp. 29-50.


Redaktion
Veröffentlicht am
08.05.2015
Beiträger