KULTUR[tagebau]LANDSCHAFT. Strukturen der Tagebaufolge lesen, verstehen, gestalten, entwickeln

KULTUR[tagebau]LANDSCHAFT. Strukturen der Tagebaufolge lesen, verstehen, gestalten, entwickeln

Organisatoren
Fachgebiet Planen in Industriefolgelandschaften, Brandenburgisch-Technische Universität Cottbus-Senftenberg; Sorbisches Institut Cottbus/Bautzen//Serbski institut Chóśebuz/Budyšin
Ort
Cottbus
Land
Deutschland
Vom - Bis
15.09.2021 - 17.09.2021
Von
Jenny Hagemann, Abteilung für Regionalentwicklung und Minderheitenschutz, Sorbisches Institut Cottbus/Serbski institut Chóśebuz

Im Februar 2020 schrieb Cornelius Pollmer in seinem Essay für die Bundeszentrale für politische Bildung über die Lausitz, sie habe „seit 1990 wie kaum eine andere Region Deutschlands gelitten. Die Natur litt, vorher noch mehr als seitdem, unter der Braunkohle, die Braunkohle litt unter den politischen Entwicklungen, und auch sonst brachen reihenweise große Industrien fort.“[1] Die Lausitz – eine verwundete Landschaft, eine Landschaft der Narben und Verluste? Rund 90.000 Hektar Fläche hat der Tagebau bislang in Anspruch genommen, circa zwei Drittel davon sind rekultiviert – der überwiegende Teil davon erst nach der innerdeutschen Wende, die für die Lausitz auch eine energiepolitische (Ab-)Wende von der Braunkohle war.[2] Das bedeutet, rund die Hälfte der knapp 12.000 Quadratkilometer großen Lausitz ist Folgelandschaft, ist der Versuch, verloren Gegangenes wieder nutzbar zu machen, anzueignen, neu zu erfinden. Es wäre ein Leichtes, diese Verlust-Erzählung fortzuführen, sei es mit Blick auf den Verlust von Heimat aufgrund insgesamt 136 bergbaubedingter Ortsabbrüche oder sei es mit Blick auf den bundesweiten Kohleausstieg für die 2030er-Jahre und den damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen.

Die versammelten Beiträge auf der Abschlusstagung des im WIR!-Programm (Wandel durch Innovation in der Region – WIR!) der Bundesregierung geförderten Projektbündnisses „Land-Innovation-Lausitz: Welterbestudie – Lausitzer Tagebaufolgelandschaften als UNESCO Weltkulturerbe“ an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) zeichneten jedoch ein wesentlich komplexeres Bild. Eingeladen waren nicht nur Vertreter:innen verschiedener Fachdisziplinen, sondern zugleich und ganz bewusst auch regionale zivilgesellschaftliche und landschaftsgestaltende Akteur:innen. Denn nicht erst seit BTU und Sorbisches Institut (SI) gemeinsam mit dem Projektpartner Institute for Heritage Management (IHM) an der Tentativbewerbung der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft für einen Status als UNESCO Welterbe arbeiten, ist klar: Der Tagebau und die Gestaltung seiner Folgelandschaft sind nicht nur ein technisches Vorhaben, sondern eine umfassende gesellschaftliche Transformation. Der Braunkohletagebau bedeutete nicht nur einen landschaftlichen, sondern auch einen gesellschaftlichen Wandel, der insbesondere auch zu einer Verschiebung von Mehrheiten- und Minderheitenverhältnissen zwischen oftmals sorbisch/wendisch geprägter ländlicher Bevölkerung und zugezogenen Arbeitskräften aus dem Umland führte. Nicht zuletzt aus dieser holistischen Betrachtung resultiert die Bandbreite der Tagungsbeiträge, die entsprechend unter den drei schwerpunktmäßigen Blöcken „Naturraum“, „Siedlungsraum“ und „Kulturraum“ organisiert wurden.

Dass es sich bei dieser Unterteilung allerdings nur um einen schematisierenden Not-Kniff handeln kann, bewies bereits die Keynote von Journalist und Schriftsteller UWE RADA (Berlin/Brandenburg) zu Beginn der Tagung, der sich der Lausitz mentalitätsgeschichtlich und doch persönlich näherte – als eine facettenreiche Region, die nicht nur durch den Tagebau geprägt ist, sondern sich auch als eine Grenzregion mit langer Tradition und Hang zur Eigenständigkeit präsentiert. So wurde schnell deutlich, dass eine so spezifische und komplexe Landschaft wie die Tagebaufolgelandschaft nur dann verstanden und gelesen werden kann, wenn möglichst plurale Perspektiven darauf gemeinsam diskutiert und im transdisziplinär-überregionalen Austausch erweitert werden.

Dieser Ansatz konnte gleich im ersten inhaltlichen Block der Tagung umgesetzt werden: Akademische Raumplanung sowie praktische Erfahrungen aus der Rekultivierung trafen hier im fruchtbaren Austausch aufeinander und fokussierten sich zunächst auf die Folgelandschaft als einen historisch gewachsenen und zugleich menschlich gestalteten „Naturraum“. Durch den breit gespannten Bogen von theoretisch-sozialkonstruktivistischen Zugängen, über die historisch gewachsene Gestaltung hin zu konkreten Typologisierungen und Funktionen von Folgelandschaft wurde schnell deutlich, dass sich ‚Naturraum‘ und Tagebaufolge nur scheinbar dichotom gegenüberstehen.

LUDGER GAILING (Cottbus-Senftenberg, Fachgebietsleiter „Regionalplanung“) setzte sich hierfür grundlegend mit der Frage auseinander, welche Naturraum- und Landschaftsbegriffe der Auseinandersetzung mit der Tagebaufolge zugrunde liegen und wie sie zur Aneignung, aber auch zur Nutzung und Wiedergutmachung bergbaubedingter Landschaftsschäden genutzt werden. Gailing plädierte für ein umfassendes und entwicklungsorientiertes Verständnis von Kulturlandschaft – und entsprechend auch der Tagebaufolgelandschaft –, die als Handlungsraum der Regionalentwicklung kooperativ bewahrt, entwickelt und gestaltet wird. Erst so werde ein zukunftsfester und zielgerichteter Umgang mit der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft möglich.

Diese theoretischen Ansätze überführte JÖRG SCHLENSTEDT (Senftenberg), Fachreferent für Bergbaustrategie bei der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), in seinem Beitrag zur Rekultivierungsgeschichte in die Praxis. Für die Lausitz attestierte er bis 1990 eine hohe technologische Diskrepanz zwischen der Gewinnung sowie der Veredelung der Kohle zu Produkten auf der einen Seite und der Wiederherstellung sicherer und in die Naturkreisläufe wieder eingebundener Flächen auf der anderen. In der gemeinsamen Diskussion stellte sich insbesondere für die historische Forschung die Frage, welche Rolle die oftmals überregionalen persönlichen und fachlichen Netzwerke zentraler Akteure – wie jene des Rekultivierungs-Altvaters Rudolph Heusohn – bei der Entwicklung spezifischer Technologien spielten.

Abschließend diskutierte HEIDI PINKEPANK (Cottbus) vom Fachgebiet „Planen in Industriefolgelandschaften“/Institut für Neue Industriekultur INIK konkrete Rekultivierungsbeispiele im Lausitzer Revier und untersuchte diese mit Blick auf die laufende Welterbe-Bewerbung nach ihrem möglichen, außergewöhnlichen und universellen Wert. Dabei warf sie die These auf, dass es die oftmals ökonomisch und ästhetisch gering wertenden, gesellschaftlichen Lausitz-Bilder für eine partizipative und nachhaltige Gestaltung zunächst zu dechiffrieren gelte: Dann nämlich zeige sich die Folgelandschaft auch als Raum für innovative Nutzungsstrategien. Hier offenbarte sich das regional so prägende Spannungsfeld zwischen ehemaliger Landschaft und werdender Landschaft, das sich letztlich als roter Faden durch die gesamte Tagung zog.

Der zweite Block der Tagung konzentrierte sich auf die Folgelandschaft als „Siedlungsraum“ und bot damit Gelegenheit, konkrete Auswirkungen und Folgen sowohl bergbaubedingter Umsiedlungen als auch generellen industriebedingten Bevölkerungswandels zu diskutieren und deren jeweilige Interdependenzen mit regionalen sowie überregionalen Identitäten zu erforschen. Auch hier zeigte sich, dass die sozio-kulturellen Aspekte von Folgelandschaften kaum Thema einer einzigen Disziplin oder einzelner Institutionen sein können, sondern vielmehr transdisziplinärer Zugriffe bedürfen.

Das Projekt „LIL-Welterbe“ wurde in diesem zweiten Block von JULIA ESS (Cottbus) aus dem Fachgebiet „Planen in Industriefolgelandschaften“ vertreten. Am Beispiel der braunkohlebedingten Entwicklung der Hoyerswerdaer Neustadt zeichnete Ess die architektonische Gestaltung der Lausitz als Bergbauregion nach und sensibilisierte damit für die notwendige, räumliche Erweiterung unseres Verständnisses von Folgelandschaften um Siedlungsstrukturen und die nachbarschaftlichen Netzwerke in ihrem Einflussbereich. Anhand drei zentraler Raumbilder für die Neustadt zeigte Ess, wie heutige Stadtbilder in Folgelandschaften nach wie vor durch vorangegangene Entwicklungen geprägt sein können. So bot der Beitrag einen weiteren aussagekräftigen Einblick in die Arbeit an der Welterbe-Bewerbung der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft.

Anschließend lieferte DIETMAR OSSES (Bochum) als Vertreter des LWL-Industriemuseum Zeche Hannover fruchtbare Anknüpfungspunkte für einen Vergleich der Lausitz mit dem Ruhrgebiet. Anhand der ab dem späten 19. Jahrhundert vermehrt zugezogenen Arbeiter:innen aus Schlesien, Posen, sowie Ost- und Westpreußen entwickelte Osses eine Sozial- und Wahrnehmungsgeschichte der ‚Ruhrpolen‘ als prägende Akteure regionaler Selbstverständnisse. Hier zeigte sich, dass die Verhandlung einer spezifischen ‚Bergarbeiter-Identität‘ sowohl im Ruhrgebiet als auch in der Lausitz stets in einem Spannungsfeld unterschiedlichster Zugehörigkeiten und Abgrenzungsprozesse verortet werden muss. Mit seiner erinnerungskulturellen Analyse warf Osses die spannende Frage auf, ob und wie Mehr- und Minderheitenverhältnisse Eingang in kollektive Gedächtnisse von Bergbauregionen finden werden.

Einen ersten Hinweis gab die Humangeographin JUDITH MIGGELBRINK (Dresden). Aus einer narratologischen Perspektive analysierte sie unterschiedliche Raumaneignungen, -vorstellungen und -erzählungen im Kontext industrieller Rohstoffgewinnung in Nordschweden, wo Wirtschaftsraum und Siedlungsraum indigener Völker – hier der Sami – sich konflikthaft überlagern. Insbesondere Miggelbrinks Beobachtung, dass Abbaugebiete und deren Folgelandschaften immer auch Rechtsräume sind, innerhalb derer verschiedene und teils widerstreitende Ansprüche verhandelt werden müssen, bot mit Blick auf die sorbische/wendische Minderheit in der Lausitz erkenntnisreiche Parallelen. Die Frage nach der Einbindung minderheitenkultureller Bedarfe und die Rolle der entsprechenden Rechtslagen bildete so für die Tagung ein weiteres zentrales Vergleichsmoment, das im anschließenden Block 3 noch vertieft werden konnte.

Den Schwerpunkt für den dritten und letzten inhaltlichen Block der Tagung bildete die Folgelandschaft als „Kulturraum“. Durch das bundesweit beschlossene Ende der Braunkohlenverstromung für 2038 wird die Diskussion vor Ort zunehmend durch eine historisierende Perspektive ergänzt, die nach dem Stellenwert der Industrie(kultur) für regionale Selbstverständnisse fragt. Entsprechend widmeten sich die Beiträge des Blockes sowohl der (Regional-)Geschichte, Erinnerungskultur und Regionalentwicklung als auch – siedlungshistorisch begründet – der damit in der Lausitz eng verbundenen Minderheitenforschung.

MARTIN BAUMERT und TORSTEN MEYER (Bochum) vom Deutschen Bergbau-Museum vertieften in Block 1 diskutierte Fragen, wie sich eine ‚Kulturlandschaft Bergbaufolgelandschaft‘ theoretisch-konzeptionell fassen ließe. Ihr Vorschlag: Folgelandschaften dezidiert als ‚Landschaften des Anthropozäns‘ begreifen, da sich hier die geologischen Aktivitäten des Menschen am deutlichsten ablesen ließen. Der Reiz des Konzepts liegt vor allem in der Auflösung nach wie vor gängiger Dichotomien von Natur und Kultur, die gerade innerhalb von Folgelandschaften nicht aufrechterhalten werden können. Auch sensibilisierten Baumert und Meyer für die sich überlagernden Zeitebenen von Bergbaufolgelandschaften, die sowohl vergangene als auch gegenwärtige gesellschaftliche Industrieentwicklungen abbilden und zugleich auf den zukünftigen Umgang mit diesen Industrien hinweisen.

Wie schon im ersten Block der Tagung, so konnten auch in Block 3 theoretische Überlegungen und praktische Erfahrungen zielführend zusammengebracht werden. Als einer der zentralen Gestalter der Internationalen Bauausstellung, die in der Lausitz zwischen 2000 und 2010 stattfand, konnte KARSTEN FEUCHT (IBA Studierhaus Großräschen) im zweiten Beitrag des Blockes anwendungsorientierte Beobachtungen anschließen. Hier warf Feucht die anregende Frage auf, ob es sich bei der Lausitzer Folgelandschaft um eine entleerte Landschaft handele, die erst wieder mit kulturellen Aktivitäten und Akteur:innen gefüllt werden müsse. Er plädierte dafür, landschaftsgestaltende Innovationen mit kultureller Partizipation zusammenzuführen, indem die Folgelandschaft nicht nur als gestaltete, sondern auch weiterhin gestaltbare Landschaft wahrgenommen werde.

An diese Erfahrungen und Überlegungen konnten ALRUN BERGER und TILMANN BRUHN (Bonn) vom LVR Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte direkt anknüpfen. Sie diskutierten die erinnerungskulturelle Aufarbeitung und Vermittlung des endenden Industriezeitalters, speziell im Rheinischen Revier, als einen entscheidenden Schritt zur Begleitung entsprechender Transformationsprozesse. Durch die Einbindung sowohl individueller Erfahrungen mittels Oral History als auch regionalhistorischer Erkenntnisse entwickelten Berger und Bruhn eine Longue-durée-Perspektive, die sich auch für andere Abbauregionen wie die Lausitz als anschlussfähig erweisen könnte: So setzten sie letztlich darauf, gängige erinnerungspolitische Muster aufzubrechen, um in enger Zusammenarbeit mit erinnerungskulturellen Akteuren eine erfolgreiche und zukunftsgewandte Form ‚erinnernder Kulturlandschaft‘ zu gestalten.

Abschluss des Blockes bildete der dritte und letzte Beitrag aus dem Projekt „LIL-Welterbe“. In ihrem Beitrag entwickelte JENNY HAGEMANN (Cottbus) vom Sorbischen Institut aus minderheitenrechtlicher Perspektive die zentrale These, dass der Welterbediskurs stets auch ein landschaftsplanerischer ist, innerhalb dessen durch die Vergegenwärtigung von Vergangenheit Gestaltungsspielräume für Gegenwart und Zukunft verhandelt würden. In Abbaugebieten wie der Lausitz, die sowohl Wirtschaftsgebiet als auch indigenes oder autochthones Siedlungsgebiet kultureller Minderheiten sind, sei es daher notwendig, die historischen wie auch aktuellen Dynamiken sozio-kultureller Diversität stets mitzudenken und in den entsprechenden Welterbediskurs zu integrieren. Hier gelte es, neben Kontinuitäten und Transformationen auch das Verschwinden – speziell sorbischer/wendischer – Lebenswelten sowie die Verflechtungen sorbischer/wendischer mit industrieller Kultur in die Gesamterzählung einbinden und in der Folgelandschaft sichtbar machen.

Dass diese Verflechtungen aber längst nicht nur ein Thema für die Wissenschaft, sondern auch für die Bildende Kunst sind, zeigten Graphiken der sorbischen/wendischen Künstlerin Maja Nagel auf besonders eindrucksvolle Weise. Ausgewählte Werke ihrer Zeichenfolge „felder“ rahmten die gesamte Veranstaltung in Form einer Ausstellung im Tagungsraum; Nagel selbst stand zur Diskussion der Bilder zur Verfügung. Ganz ohne Worte verbildlichten die „felder“ durch die sensible Überlagerung der Umrisse sorbischer/wendischer Trachtenträgerinnen mit Landkarten bergbaulicher Landnahme, wie der Braunkohlentagebau die sorbische/wendische Kulturlandschaft der Lausitz nachhaltig umpflügt und geprägt hat.

Während die „Kultur“ und „Natur“ einer Landschaft sich im Alltäglichen oftmals konträr gegenüberstehen, offenbaren sich in der menschlich gestalteten Folgelandschaft deren untrennbare Verflechtungen. Industriebedingte Umwälzungen und gesellschaftliche Wieder-Aneignungsstrategien sind an Bergbaufolgelandschaften besonders deutlich ablesbar, was sie wiederum für die Auseinandersetzung mit unserem Verständnis von Landschaft, Kultur und Natur prädestiniert. Sie ist sowohl Erinnerungsraum, Siedlungsraum, Kulturraum als auch Raum für Innovationen. Letztlich zeigte auch die abschließende Diskussionsrunde im vierten Block den hohen gesellschaftlichen Bedarf und die Potenziale, diese Räume zukunftsorientiert zu gestalten. Architektur-, industrie- und kulturhistorische sowie raumplanerische Kenntnisse über ihr Entstehen bilden in ihrem Zusammenspiel eine tragfähige Säule für dieses Vorhaben, die insbesondere durch den interdisziplinären, überregionalen und internationalen Austausch innerhalb der Transformationsforschung gestärkt wird. Doch erst, wenn zivilgesellschaftliche und akademische Akteur:innen zusammentreffen, steht die Gestaltung des entsprechenden, landschaftsprägenden Wandels auf sicheren Füßen. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Bewerbung der Lausitzer Tagebaufolgelandschaft als UNESCO-Welterbe, die das Brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Ministerium für Regionalentwicklung bereits Ende Oktober 2021 bei der Kultusministerkonferenz einreichte.

Konferenzübersicht:

Markus Otto (Cottbus) / Hauke Bartels (Cottbus) / Gesinde Grande (Cottbus): Begrüßung

Block 1: Naturraum …vom Aneignen, Ausnutzen, Regulieren und Innovieren

Ludger Gailing (Cottbus): Naturräume und Kulturlandschaften – Handlungsräume der Regionalentwicklung

Jörg Schlenstedt (Senftenberg): Rekultivierung von Braunkohletagebauen in der Lausitz – Voraussetzungen und Entwicklungen in den letzten 100 Jahren

Heidi Pinkepank (Cottbus): Quellen, Teiche, Berge, Moore – neues Land nach altem Vorbild

Block 2 Siedlungsraum …vom Ansiedeln, Umsiedeln, Weggehen und Rückkehren

Julia Ess (Cottbus): Neue Stadt – Neue Menschen. Ansiedlung von Industriearbeiter:innen für Schwarze Pumpe in der ‚sozialistischen Stadt‘ Hoyerswerda-Neustadt

Dietmar Osses (Bochum): Ruhrpolen

Judith Miggelbrink (Dresden): Spannungsverhältnis von Siedlungsraum autochthoner Minderheiten und Ressourcenabbau

Block 3 Kulturraum …vom Erben, Erhalten, Wandeln und Inwertsetzen

Torsten Meyer (Bochum): Konstruktion von Kulturlandschaften

Karsten Feucht (Großräschen): Von einer Landschaft ohne Kultur zu einer Kultur der Landschaft

Alrun Berger / Tilmann Bruhn (Bonn): Rahmenerzählung 'Leben mit Umbrüchen'. Überlegungen, das kulturelle Erbe im Rheinischen Revier langfristig zu vermitteln

Jenny Hagemann (Cottbus): Weltkulturerbe als Chance für kulturelle Resilienz? Aspekte des Minderheitenschutzes bei der Erbe-Werdung Lausitzer Bergbaufolgelandschaften

Block 4 Verstehen, gestalten und entwickeln …moderierter Austausch von Innen- und Außenperspektiven

Anmerkungen:
[1] Cornelius Pollmer, Endspiel in der Lausitz, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 6-7 (2020), S. 4-7, hier S. 4.
[2] Uwe Steinhuber, Einhundert Jahre erbauliche Rekultivierung in der Lausitz. Ein historischer Abriss der Rekultivierung, Wiederurbarmachung und Sanierung im Lausitzer Braunkohlenrevier, Berlin/Olomouc 2005 (Dissertationsschrift).

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Veröffentlicht am
16.06.2022
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Region(en)
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