Populärkultur transnational – Europa in den langen 1960er Jahren

Populärkultur transnational – Europa in den langen 1960er Jahren

Organisatoren
Forschungsprojekt „Transnationale Populärkultur - Europa in den ,langen‘ 1960er Jahren“ (Popkult60)
Ort
Saarbrücken
Land
Deutschland
Vom - Bis
20.10.2021 - 22.10.2021
Von
Florence Tamagne, Faculté d'Histoire, Université de Lille

Das 2018 gestartete Forschungsprojekt „Transnationale Populärkultur - Europa in den ,langen‘ 1960er Jahren“ (Popkult60), das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem luxemburgischen Fonds National de la Recherche (FNR) gefördert wird, bringt ein dreisprachiges (Deutsch, Englisch, Französisch) sowie interdisziplinäres Team zusammen. Unter der Leitung von Dietmar Hüser, Professor für Europäische Zeitgeschichte an der Universität des Saarlandes, und der Koordination von Maude Williams, Postdoktorandin an der Universität des Saarlandes, umfasst das Team etwa 20 etablierte Forscher:innen, Doktorand:innen und Postdoktorand:innen[1]. Am Ende der ersten Phase (2018-2021) wurden im Rahmen einer Tagung eine erste Bilanz sowie neue Forschungsperspektiven (2021-2024) vorgestellt.

Die bisherigen Ergebnisse sind bereits bemerkenswert, sowohl in Bezug auf die wissenschaftliche Produktion als auch in Bezug auf die Erneuerung der Kulturgeschichte der „langen“ 1960er Jahre, um den Ausdruck von Arthur Marwick zu verwenden, der hier dem französischen Ausdruck „Trente Glorieuses“ vorgezogen wird[2]. Es sind bereits acht Monographien, etwa fünfzig Artikel, ein Dutzend Studientage und Workshops zu verzeichnen, ohne die sonstigen Vorträge mitzuzählen. Verschiedene Initiativen zur kulturellen Aufwertung (Erstellung eines Comics, Podcasts, interaktive virtuelle Ausstellung usw.), die insbesondere von Andreas Fickers, Professor für Zeitgeschichte und digitale Geschichte an der Universität Luxemburg, vorangetrieben werden, zeugen von dem Willen, das Projekt in den Rahmen der öffentlichen Geschichte einzuordnen, ja, sogar in den Rahmen einer „hand-on history“, wenn es zum Beispiel darum geht, bestimmte Bedingungen der Radioübertragung nachzubilden[3]. Eine Website mit einem Blog, Podcasts und eine virtuelle Ausstellung sind online zugänglich[4].

Aus Sicht der Forschung sind zwei Schwerpunkte hervorzuheben: die Entscheidung, Populärkulturen zu einem bevorzugten Untersuchungsgegenstand zu machen, und die Betonung der transnationalen Zirkulation.

Populärkultur zum Leitmotiv des Projekts zu machen, erscheint bereits aufschlussreich in einem geografischen Raum, der lange Zeit vom Einfluss der Frankfurter Schule geprägt war, die die Kulturindustrie und die Popkultur anprangerte, aber seit den 1990er- und 2000er-Jahren eine tiefgreifende historiografische Erneuerung erfährt, insbesondere in Bezug auf die populäre Musik[5]. Der Begriff „Populärkultur“ ist jedoch nach wie vor umstritten[6] und wurde von den Cultural Studies bevorzugt, in Frankreich jedoch häufig zugunsten der Begriffe Massenkultur oder Medienkultur („culture de masse“, „culture médiatique“) vernachlässigt[7]. Das Projekt Popkult60 verfolgt zwar bestimmte kulturhistorische Ansätze, wie die Beziehung zur Politik, den Begriff der Generation, die mehrdeutigen Beziehungen zwischen Mainstream und Avantgarde, Geschmack und Distinktion oder die Kommerzialisierung der Kultur, doch es nutzt auch Anleihen aus der Mikrogeschichte und der Anthropologie in der Tradition der Arbeiten von Michel de Certeau sowie die methodologischen Erneuerungen durch die Sound Studies und die Media Studies[8].

Zunächst standen Produkte der Kulturindustrie wie franko-belgische Comics (Jessica Burton), Fernsehserien für Kinder (Gunter Mahlerwein), Jugendmedien (Aline Maldener), kommerzielle Radiosender (Richard Legay) oder Unterhaltungssendungen (Ann-Kristin Kurberg) im Vordergrund, aber auch kulturelle Phänomene wie Filmliebhaberclubs (Julia Wack) oder der Musikaustausch zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland (Maude Williams) wurden behandelt. Aufgrund der geografischen Breite der untersuchten Themen (Gunter Mahlerwein erfasst Kinderfernsehserien aus mindestens sieben europäischen Ländern) bleibt das Hauptproblem die heterogene Aufbewahrung der Quellen in den verschiedenen Ländern oder Regionen. Während in Frankreich der Großteil der Fernseharchive zentral beim Institut national de l’audiovisuel (INA) angesiedelt ist, ist das Material in Deutschland über die verschiedenen Bundesländer verstreut. Einige Privatarchive, wie das von Europe n°1, sind für Forscher:innen nicht leicht zugänglich. In Luxemburg oder Wallonien ist es relativ einfach, Zugang zu den Archiven der Filmliebhaberclubs zu erhalten, die bis heute fortbestehen, im Saarland oder in Lothringen ist dies jedoch nicht der Fall, da diese größtenteils verschwunden sind.

Besondere Aufmerksamkeit wird darüber hinaus der konkreten Dimension des Kulturtransfers gewidmet, unabhängig davon, ob es sich um Objekte, Praktiken oder Phänomene handelt: Änderung des Formats von Zeitschriften oder Fernsehsendungen, Übersetzungsprobleme, Sendezeiten in verschiedenen Ländern etc. Transmedialität und Intermedialität stehen daher im Mittelpunkt zahlreicher Studien, ob es nun darum geht, Tim und Struppi für die Leinwand, das Radio oder die Werbung zu adaptieren oder erfolgreiche Radiosendungen für die Jugendpresse zu übertragen. Einige Untersuchungen, wie die von Julia Wack über Amateurfilmclubs, legen den Schwerpunkt auf die Geschichte der Technik und der materiellen Kulturen, wobei es darum geht, Artefakte zu sammeln: Drehbücher, Storyboards, Filme, aber auch Kostüme und Medaillen, die bei Wettbewerben von Amateurfilmern gewonnen und von Privatpersonen aufbewahrt wurden. In der Tradition der Sound Studies bemüht sich Richard Legay seinerseits um die Rekonstruktion der soundscape der damaligen kommerziellen Radiosender wie „The Great 128“ (RTL auf Englisch), deren Programme die jungen europäischen Hörer:innen in den 1960er-Jahren prägten. Dazu gehört nicht nur die Analyse eines bestimmten Programmtyps, der von der Respektlosigkeit der DJs geprägt war, sondern auch anderer Dispositive wie das Hören im Auto oder die von den Hörern selbst gemachten Aufnahmen ihrer Lieblingssendungen. In vielen Studien erweist sich die Frage der Rezeption durch das Publikum, insbesondere das junge Publikum, in der Tat als zentral, sei es durch Konsum (Sammeln von Souvenirs, wie die Schlüsselanhänger Thierry La Fronde, die anlässlich der Veröffentlichung der Serie 1963/64 herausgegeben wurden) oder im Gegenteil durch Aneignung und Transformation (ausgeschnittene Poster, ausgefüllte Spielrätsel etc.).

Obwohl die Methoden und Ansätze variieren können, weisen alle Studien entweder eine komparatistische Dimension auf oder sie beschäftigen sich mit der Geschichte oder dem Kulturtransfer. Die transnationale Dimension ist nicht nur ein bloßer Ankündigungseffekt, sondern erweist sich als wesentlich und ist auf allen Ebenen des Projekts (Team, verwendete Sprachen, Veranstaltungsorte usw.) sowie in der Art und Weise, wie das Projekt konzipiert wurde (Gegenstände, untersuchte Länder, Zirkulation usw.), präsent. Der gewählte geografische Raum ist zunächst der eines überwiegend frankophonen Westeuropas, das von der kulturhistorischen Forschung vielleicht zu sehr vernachlässigt wurde, sei es, dass sie im Zuge der Cultural Studies einen angelsächsischen Blickwinkel bevorzugt hat, sei es, dass sie den transatlantischen Austausch betont hat. Die hier untersuchten, porösen und häufig voneinander abhängigen Räume sind nicht unbedingt mit einem nationalen Territorium identisch, sondern eher mit einer Großregion: dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Wallonien und Lothringen. Auch wenn sie für den Austausch mit den USA und Großbritannien offen erscheinen, zeigen sie in einem Kontext – der weiterhin der des Kalten Krieges ist, sich aber auch als der des europäischen Aufbaus durchsetzt – andere Verkehrsnetze auf, in denen sich Luxemburg, Belgien, Frankreich oder die Bundesrepublik Deutschland als Hauptakteure etablieren. Die Größe oder das politische Gewicht eines Territoriums sagt nichts über seine soft power aus, während Regionen wie Luxemburg oder das Saarland über RTL oder Europe n°1 ihre Einflusssphäre weit über ihre Grenzen hinaus ausdehnen.

Als Kontrapunkt zu den üblichen Reflexionen über die kulturelle Amerikanisierung geht es hier also darum, eine neuartige Geschichte der kulturellen „Europäisierung“ Europas vorzuschlagen. Die franko-belgischen Comics sind sowohl ein Akteur der Entamerikanisierung als auch ein Beispiel für eine bewusste kulturelle Europäisierung, als der Verein Europress Junior 1962/63 einen Wettbewerb zum europäischen Aufbauwerk mit einer Reise als Preis veranstaltete. Verschiedene Comic-Magazine veröffentlichten Informationsseiten über die EWG wie z.B. „Spirou entdeckt Europa“, und die jungen Leser:innen wurden aufgefordert, ein europäisches Jugendabzeichen zu wählen. Die Jugend steht im Übrigen im Mittelpunkt der Identitätsfragen. Während erfolgreiche amerikanische Serien wie Lassie vor allem in der Bundesrepublik, der Schweiz und den Beneluxländern die europäischen Fernsehbildschirme eroberten, gelang es einigen Ländern, wie Großbritannien und in geringerem Maße Frankreich und Italien, den jungen Zuschauer:innen originelle, in der nationalen Vorstellungswelt verankerte Produktionen (Robin Hood, Thierry la Fronde) anzubieten, während im Übrigen ein Prozess der europäischen Koproduktion begann, der eher in der Lage war, mit dem amerikanischen Riesen zu konkurrieren. Die kulturelle Europäisierung wird jedoch durch das Gewicht von Stereotypen, aber auch durch das politische Erbe behindert. Maude Williams zeigte anhand einer quantitativen Analyse der Musikproduktionen deutscher und französischer Plattenfirmen, der Jugendpresse und von Varietésendungen, dass das französische Chanson in der Bundesrepublik zwar ein echtes Interesse genießt, aber nicht frei von Klischees ist. Mit der Hervorhebung der jungen und hübschen Sängerinnen der Yéyés sind die deutschen Künstler:innen ihrerseits in Frankreich praktisch unsichtbar, trotz der Rolle von Vermittlern wie dem Moderator von „Age tendre et tête de bois“ Albert Raisner, dessen Mutter Deutsche ist und der französische Texte für den deutschen Rocker Peter Kraus verfasste.

Die zweite Phase von Popkult60 sollte durch eine Erneuerung der Forschungsgegenstände gekennzeichnet sein, aber auch durch die Entwicklung neuer Reflexionsfelder. Zwar werden die kulturellen Produkte mit Studien zu Brettspielen (Antonia Schlotter) und Werbung für audiovisuelle Produkte (Matthias Höfer) nicht aufgegeben, doch wird ein neues Augenmerk auf kulturelle Praktiken und Lebensweisen gelegt, die beispielsweise Fußballfans (Ansbert Baumann), Jahrmärkte (Véronique Faber), Volksbälle (Laura Steil), Folk-Festivals (Gunter Mahlerwein), ländliche Gemeinschaften (Sylvi Siebler) oder den Tourismus (Sonja Malzner) einschließen. Ein weiteres Projekt wird es außerdem ermöglichen, eine außereuropäische Dimension in die durchgeführten Studien einzubeziehen, indem der Austausch mit ehemals kolonisierten Gebieten oder mit Gebieten, die sich in eine postkoloniale Vorstellungswelt einfügen (Marie Kollek), untersucht wird.

Konferenzübersicht:

Andreas Fickers (Université du Luxembourg) /Maude Williams (Universität des Saarlandes, Saarbrücken) / Jessica Burton (Université du Luxembourg): Popkult60 goes online. Vorstellung der virtuellen Ausstellung, der Podcasts und des Comics der Forschungsgruppe

Bilanz der Förderphase 1 der Forschungsgruppe

Begrüßung

Moderation: Maja Figge

Julia Wack (Université du Luxembourg): „Ambitonierte Amateure“ – Europäische Filmclubs in den langen 1960er Jahren

Jessica Burton (Université du Luxembourg): Anti-Helden der Desamerikanisierung? Die bandes dessinées der franko-belgischen Schule als Akteure der populärkulturellen Europäisierung der Comic-Kultur in den langen 1960er Jahren

Moderation: Bodo Mrozek

Richard Legay (Université du Luxembourg): Hit-Piraten? Populäre radiophone Unterhaltungskultur am Beispiel der transnationalen kommerziellen Rundfunksender Radio Luxemburg und Europe N°1 in den langen 1960er Jahren

Moderation: Jörg Türschmann

Ann-Kristin Kurberg (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): Grenzenlose Unterhaltung –Repräsentation und Inszenierung fremder Kulturen in Unterhaltungsshows im bundesdeutschen, französischen und spanischen Fernsehen der 1960er Jahre

Gunter Mahlerwein (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): Von der Märchenstunde zur Lebenswelt – Europäische Kinderserien in den langen 1960er Jahren

Moderation: Detlef Siegfried

Aline Maldener (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): „Jugend-Medien-Ensemble Europa“ – Zur Transnationalität von Jugendmedien und ihrer populären Jugendkultur in Westdeutschland, Frankreich, Großbritannien (1964-1974)

Maude Williams (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): „Musik-Feld Europa“ – Deutsch-französische Musikverflechtungen im Kontext transatlantischer und innereuropäischer Austauschdynamiken der langen 1960er Jahre

Ausblick auf die Förderphase 2 der Forschungsgruppe

Allgemeine Vorstellung der 2. Phase

Andreas Fickers (Université du Luxembourg) / Dietmar Hüser (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): Neue Spannungsfelder, neue Schwerpunkte

Moderation: Dietmar Hüser

Maude Williams (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): „Musik-Feld Europa“ – Deutsch-französische Musikverflechtungen im Kontext transatlantischer und innereuropäischer Austauschdynamiken der langen 1960er Jahre

Ansbert Baumann (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): „Alte Fans“ und „neue Fans“? – Fankulturen im westeuropäischen Fußball der langen 1960er Jahre: ein transnationaler Vergleich der Strukturen und Trends in Westdeutschland, Frankreich und Italien

Sylvi Siebler (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): Der Alltag der Revolte – Die Transnationalität französischer und westdeutscher Landkommunen in den langen 1960er

Moderation: Clemens Zimmermann

Antonia Schlotter (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): Wie Malefiz zu Barricade wurde – eine transnationale Geschichte des Gesellschaftsspiels der 1960er und 1970er Jahre

Gunter Mahlerwein (Universität des Saarlandes, Saarbrücken): Von popular zu populär und zurück – Das europäische Folkrevival der 1950er bis 1970er Jahre aus transnationaler und transregionaler Perspektive

Moderation: Christoph Vatter

Marie Kollek (Friedrich-Schiller-Universität Jena): Postkoloniale Popkulturen in Belgien, Deutschland und Frankreich. Zur Repräsentation Subsahara-Afrikas im Medienensemble der langen 1960er Jahre im Kontext der Dekolonialisierung

Moderation: Andreas Fickers

Laura Steil (Université du Luxembourg): „Von der Tanzkapelle zur Coverband“ – Der „Ball“ als populärer Ort des Vergnügens und der musikalischen Sozialisation auf dem Land

Moderation: Sonja Kmec

Sonja Malzner (Université du Luxembourg): Traumziel Indischer Ozean – Populärkulturelle Tourismusdiskurse im Kontext der Dekolonisierung und des beginnenden Ferntourismus

Moderation: Valérie Schafer

Véronique Faber (Université du Luxembourg): Jahrmärkte in Grenzräumen – Eine transregionale Geschichte des Luxemburger Vergnügungsparks

Moderation: Machteld Venken

Matthias Höfer (Université du Luxembourg): „Hold the future in your hand“ – Das Bewerben von Radios, Fernsehern und Plattenspielern in Luxemburg, Deutschland und Frankreich in den 1960er Jahren

Anmerkungen:
[1] Zu den Projektträgern und assoziierten Forschern siehe: https://popkult60.eu/popkult60/people/.
[2] Arthur Marwick, The Cultural Revolution of the Long Sixties: Voices of Reaction, Protest and Permeation, in: The International History Review, vol. 27, n°. 4, Dec. 2005, p. 780-806.
[3] Burtgrey & Richerolles. L’affaire médiatique enchevêtrée, textes de Jessica Burton et Richard Legay, dessins de Norrie Millar, Université du Luxembourg 2021, non numéroté.
[4]https://popkult60.eu/popkult60/.
[5] U.a. Kaspar Maase, Bravo Amerika: Erkundungen zur Jugendkultur der Bundesrepublik in den fünfziger Jahren, Hamburg 1992; Detlef Siegfried, Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre, Göttingen 2008; Bodo Mrozec, Jugend Pop Kultur: Eine transnationale Geschichte, Berlin 2019.
[6] Denys Cuche, La notion de culture dans les sciences sociales, Paris 2001.
[7] Jean-Yves Mollier, Jean-François Sirinelli (dir.), Culture de masse et culture médiatique en Europe et dans les Amériques 1860-1940, Paris 2006.
[8] Eric Maigret, Eric Macé (dir.), Penser les médiacultures: nouvelles pratiques et nouvelles approches de la représentation du monde, Paris 2005.