Antirassistisches Kuratieren: wie geht das?

Antirassistisches Kuratieren: wie geht das?

Organisatoren
Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte; Guernica-Gesellschaft e.V.; Stiftung Kritische Kunst und Kulturgeschichte
PLZ
28213
Ort
Bremen
Land
Deutschland
Vom - Bis
07.07.2022 - 08.07.2022
Von
Johanna Hügel, Leibniz Institut für Europäische Geschichte Mainz

Der Schwerpunkt der Tagung lag auf der Frage, wie in Ausstellungen ein kritischer Umgang mit rassistisch konnotierten Objekten und Quellen gelingen kann. Sollen diese Objekte überhaupt gezeigt werden? Wie können sie angemessen kuratiert werden? Können sich die Objekte (selbst) von dem ihnen eingeschriebenen Rassismus befreien? Weiterführend wurde diskutiert, wie es gelingen kann, die Diversität unserer Gesellschaft auch in die Museen zu holen. Ein Konsens war, dass sich ein diverses Publikum – sowohl als Mitarbeitende, als auch Besuchende – in den Museen wohlfühlen, angesprochen werden und repräsentiert sein sollte. Es wurde deutlich, dass eine ‚kritische‘ Geschichte oftmals nicht als ausreichend empfunden wird, sondern dass es auch darum geht, alternative Erzählungen zu entwickeln und Handlungsmacht neu zu verteilen.

In ihrer Eröffnung formulierte ANNA GREVE (Bremen) das Ziel der Tagung, anhand von best-practice Beispielen Methoden, Möglichkeiten und Herausforderungen antirassistischen Kuratierens zu diskutieren: es sei Zeit, die postkoloniale Theorie in die Vitrine zu überführen. Konsequenterweise standen während der gesamten Tagung weniger die Theorie denn die ganz konkreten Fragen der Ausstellungspraxis im Vordergrund. Dies tat der Tiefenschärfe der Analysen und Diskussionen jedoch keinen Abbruch – vielmehr wurde gerade anhand der Beispiele aus der Praxis deutlich, dass rassismuskritisches Kuratieren nicht auf einer inhaltlichen und methodischen Ebene stehen bleiben kann, sondern immer auch institutionelle und finanzielle Strukturen sowie Hierarchien und Machtgefälle mitdenken muss.

Für den Umgang mit rassistischem Material lässt sich der gemeinsame Wunsch aller Beitragenden formulieren, dass das Museum ein Ort sein sollte, in dem sich alle Besucher:innen repräsentiert fühlen und ihre Themen einbringen können. Es war Konsens, dass keine rassistische Sprache reproduziert und Quellen und Objekte mit rassistischer Bildsprache nicht ohne Kontextualisierung und enge Besucher:innenführung gezeigt werden sollten. Um einen sensibleren Umgang mit problematischem Material zu ermöglichen, wurden in verschiedenen Ausstellungsprojekten optische Barrieren eingebaut, durch die sich die Besuchenden die Originalobjekte erst zugänglich machen mussten. Für Menschen mit Rassismuserfahrung könne dies Distanz schaffen oder auch die Entscheidungsmöglichkeit, besonders rassistische Darstellungen nicht anzusehen. In Bezug auf weiß positionierte Besucher:innen [1] könnten so voyeuristische Blicke gebrochen oder bewusst gemacht werden. So stellte ISMAHAN WAYAH (Frankfurt am Main) das biographische Kabinett zu Theodor Wonja Michael („Frankfurt Einst?“, Historisches Museum Frankfurt) vor, in dem rassistische Begriffe mit Folie verdeckt, jedoch das Originalobjekt als Ganzes zugänglich blieb. Eine ähnliche Lösung stellte auch Anna Greve für das Schaumagazin des Focke-Museums vor. Eine Vitrine mit einer Tabakfigur ist hier so mit Folie beklebt, dass nur kleine Gucklöcher bleiben und sich die/der Betrachtende das Objekt nur durch eigene körperliche Verrenkungen als Ganzes zugänglich machen kann. In diesem Zusammenhang wurde auch das Umbenennen von Objekten mit rassistischen Objekttiteln thematisiert. SITHARA WEERATUNGA (Leipzig) stellte eine Intervention zur Skulptur „Warum zum Sklaven geboren?!“ von J. B. Carpeaux vor, die bis vor Kurzem das N-Wort als Zusatztitel trug. Diskutiert wurden hier auch die Herausforderungen für die Ausstellungsmachenden, die mit Umbenennungen einhergehen, wie die Notwendigkeit, in den internen Datenbanken auch die alten Titel vermerkt zu lassen, um die Objekte wiederzufinden, beziehungsweise Eindeutigkeit herzustellen.

In verschiedenen Beispielen wurde auch die Option diskutiert, Material gar nicht zu zeigen, diese Entscheidung jedoch in der Ausstellung transparent zu machen. So entschieden sich beispielsweise die Ausstellungsmachenden von „Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand“ (Museum der Arbeit Hamburg) dafür, extreme Gewaltdarstellungen aus kolonialen Kontexten präsent zu machen, jedoch nicht als Bilder zu zeigen, indem die Bilder lediglich als schwarze Flächen mit der jeweiligen Bildunterschrift ausgestellt wurden. Auch in der Ausstellung „Spielzeug und Rassismus – Perspektiven, die unter die Haut gehen“ wurde neben verschiedenen Exponaten eine „Blackbox“ aufgestellt; wie MASCHA ECKERT (Nürnberg) betonte, um zu signalisieren, dass auch nicht alles immer gezeigt werden muss. Ebenfalls diskutiert wurde die Idee, extreme Gewaltdarstellungen nicht photographisch zu zeigen, sondern auf die Objektebene zurückzuholen.

„Wer spricht über wen?“, war eine zentrale Frage in verschiedenen vorgestellten Ausstellungsprojekten, sowie die Frage danach, wie Handlungsmacht neu verteilt und diverse Stimmen zur Sprache gebracht werden können. Verschiedene Lösungen stellte hier Wayah vor, indem sie nicht nur autobiographisches Material von Theodor Wonja Michael in dem von ihr kuratierten biographischen Kabinett präsentierte, sondern auch Audioquellen Schwarzen kollektiven Erinnerns. Weitere Impulse lieferte Wayah zu der Frage, wie mit Nichtwissen und Leerstellen umgegangen werden kann, da gerade in der Kunstgeschichte zu abgebildeten Schwarzen Personen[2] häufig keine Informationen zu finden sind. Wayah stellte dazu eine Intervention ihrer Kollegin Puneh Henning im Rahmen der Ausstellung „Blickwechsel – dem Rassismus auf der Spur“ im Historischen Museum Frankfurt vor. Zu dem Gemälde „Das Jüngste Gericht“ von Philipp Uffenbach wird eine fiktive Lebensgeschichte zur abgebildeten Schwarzen Person als Audiospur vorgespielt und rückt sie damit ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In dem von JOCELYNE STAHL (Berlin) und MAIKE SCHIMANOWSKI (Berlin) vorgestellten Projekt „No Consent – No Object?“ (Humboldt Forum Berlin) wurde eine Option präsentiert, ohne (Original-) Objekte zu kuratieren und dem Besuchenden diese Leerstellen visuell vor Augen zu führen (hier gelöst durch pinke Stoffbahnen).

Als überaus gelungen stellte sich die Möglichkeit heraus, rassistisches Material mit Hilfe künstlerischer Interventionen zu brechen, da auf diese Weise auch Agency neu verteilt und tatsächlich neue Narrative in den Ausstellungen angeboten werden können. Im Spielzeugmuseum Nürnberg wurden verschiedene rassistisch konnotierte Exponate künstlerisch kontextualisiert. Mascha Eckert stellte diese Interventionen anhand von sieben Objekten vor, beispielsweise montierte der „Alabama Coon Jigger“ seine Feder ab, nahm seinen Hut und verließ die Bühne. In eine ähnliche Richtung wies die kuratorische Umsetzung der Ausstellung „Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand“. Wie SANDRA SCHÜRMANN (Hamburg) berichtete, entschied sich das Team ganz bewusst gegen eine kritische weiße Herrschaftsgeschichte, also einer kritischen Aufarbeitung, die gleichwohl der Perspektive der Kolonisator:innen verhaftet bleibt. Als aktiv Handelnde und Handlungstragende der Ausstellung sollten ausschließlich Schwarze und arbeitende Personen präsentiert werden, die unter anderem mit Hilfe einer künstlerischen Intervention auf großen Aufstellplakaten in der Ausstellung präsent waren und das Narrativ von Gewalt und Ohnmacht hin zu Agency, Widerstand und Empowerment verschieben sollten. In Bezug auf den Umgang mit problematischem Material wurde deutlich, dass das Museum als Vermittlungsort viele Möglichkeiten bietet, die über eine Vermittlung durch Text und Theorie hinausgehen. Ästhetische und räumliche Mittel sowie künstlerische Interventionen ermöglichen nicht nur Aufklärung und Kritik, sondern auch neue Narrative und Empowerment.

Abgesehen vom direkten Umgang mit dem Material beim Kuratieren stellte unter anderen ANNA GRABO (Hamburg) verschiedene Möglichkeiten vor, durch Führungen, Veranstaltungen und Begleitprogramme weitere Interaktions- und Partizipationsräume – wo möglich auch zwischen Community und Besuchenden – zu schaffen. TANJA BAH (Hamburg) betonte den Mehrwert, hochproblematisches Material nur begleitet zu zeigen und dadurch in eine engere partizipative Auseinandersetzung mit den Besuchenden einsteigen zu können. Wayah wies darauf hin, dass ein guter Ruf des Museums in der BIPoC-Community sowie nicht ausschließlich weiß positionierte Mitarbeitende und auch eine öffentliche Sichtbarkeit dessen eine wichtige Grundlage für eine gelingende und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Community und Museum darstellen.

Konsens war, dass sich rassismuskritisches Kuratieren nicht auf einzelne Themen oder klar abgezirkelte Themenecken innerhalb der Ausstellung beschränken sollte, sondern dringend einer breiten und tiefgehenden Sensibilisierung des Museums als Institution bedürfe. Rassismuskritisches Kuratieren betrifft so keinesfalls ausschließlich offensichtlich rassistisches Material. Vielmehr sollte grundsätzlich bei jedem Ausstellungsprojekt nach rassistischen, aber auch einfach eurozentrischen oder vereinfachend homogenisierenden Darstellungsweisen gefragt werden, wie Weeratunga ausführte. Rassismuskritisches Kuratieren ist aber auch nicht auf einer allein inhaltlichen und methodischen Ebene zu realisieren, sondern hinterfragt notwendigerweise die Strukturen und Voraussetzungen des Museumsbetriebes.

Das Museum ist nicht nur in der historischen Rückschau, sondern auch gegenwärtig maßgeblich von einem weiß positionierten und bildungsbürgerlichen Publikum geprägt [3]. Damit stehen Museen nicht nur in einem Missverhältnis zur Diversität unserer Gesellschaft, sondern sprechen auch nur einen kleinen Teil dieser Gesellschaft an und kommen damit weder ihrem Repräsentations- noch ihrem Bildungsauftrag für die ganze Gesellschaft nach. Anna Greve betonte, dass die Institutionen anerkennen müssen, dass sie hier Nachholbedarf haben. Anhand eines kleinen Projektes im Focke-Museum verdeutlichte Greve, dass bereits der Blick über das wissenschaftliche Team eines Museums hinaus, etwa der Einbezug der Teams Reinigung und Aufsicht in die inhaltliche Arbeit, das Potential an Diversität in den Häusern fruchtbarmachen könne. Als erste kurzfristig umsetzbare Interventionen könnten Expert:innen mit Rassismuserfahrung einbezogen und Beiräte gegründet werden. Eine weitere Möglichkeit ist der Aufbau von internationalen Kooperationen mit Institutionen im globalen Süden, wie ISABEL RAABE (Berlin / Frankfurt an der Oder) anhand des Projektes „Talking Objects Lab“ veranschaulichte. Hier sind sowohl die geldgebenden Institutionen als auch die politischen Handlungsträger in der Verantwortung: Das 360 Grad-Programm der Kulturstiftung des Bundes ist ein wichtiger erster Schritt, bisher fehlende Expertisen in das Museum zu holen. Die Teilnehmer:innen waren sich allerdings auch darin einig, dass in einem nächsten Schritt Stellen und Strukturen verstetigt werden müssen, um die gerade erst aufgebauten Netzwerke nicht wieder zu verlieren, sondern den Akteur:innen Zugang zu Ressourcen, Handlungsmacht und Strukturen zu schaffen. In verschiedenen Vorträgen wurde thematisiert, wie herausfordernd es ist, als einzige nicht weiß positionierte Person in einem Team zu arbeiten und als alleinige:r Expert:in sprechen zu müssen. Ebenfalls wurde transparent gemacht, inwiefern dies meist nur unter Einsatz von erheblicher Mehrarbeit gelingen kann – beispielsweise da Erstsensibilisierung innerhalb der Mitarbeitenden geleistet werden muss, oder auch die entsprechenden wissenschaftlichen Grundlagenarbeiten für die kuratorische Arbeit nicht (oder nur schwer zugänglich) vorliegen.

Neben den vielen best-practice Beispielen lebte die Tagung davon, dass kritische Punkte und Ambivalenzen offen thematisiert wurden. Im Rahmen ihres Ausstellungsprojektes „Close Up. Hamburger Film- und Kinogeschichten“ (Altona Museum Hamburg) berichteten Tanja Bah und Anna Grabo von dem schwierigen Umgang mit dem Film „Toxi“ (1952). So sahen sie sich vor der Entscheidung, eine problematische Darstellung sogenannter „Besatzungskinder“ zu reproduzieren oder Efriede Fiegert als die erste afrodeutsche bzw. Schwarze Hauptrollenbesetzung in einer deutschen Filmproduktion unsichtbar zu machen. Ebenso wurde das Für und Wider des Zeigens von (kolonialen) Gewaltdarstellungen am Beispiel der Ausstellung „Grenzenlos“ kontrovers diskutiert. Ein Ermöglichen neuer Geschichten von Schwarzem Widerstand und Handlungsmacht wurde dabei ebenso als wichtig empfunden wie das aufklärerische Potential und das Konfrontieren mit rassistisch motivierter Gewalt; ein ‚Verlernen‘ des rassistischen Blicks bei gleichzeitigem Erkennen rassistischer Bildsprache. Diese Ambivalenzen setzten sich auch auf der methodischen und strukturellen Ebene fort. Wayah betonte, dass es hilfreich sein kann, ein Leitbild zu schreiben, in dem das Museum eine diskriminierungssensible, inklusive und lernende Institution sein soll, wohingegen Weeratunga unterstrich, dass solche Leitbilder auch dazu führen können, Themen als „abgehakt“ zu behandeln. Am Beispiel des Ausstellungsprojektes „No Consent – No Object?“ wurde kontrovers die Frage diskutiert, ob es Projekte oder Institutionen gibt, an denen man sich vielleicht nicht beteiligen sollte, da selbst eine kritische Intervention letztlich zu Legitimationszwecken genutzt werden könnte („Tokenism“).

Abschließend kann festgestellt werden, dass Rassismuskritisches Kuratieren gerade erst am Anfang steht. Viele der aktuellen Herausforderungen können nicht allein von den Kurator:innen gelöst werden, sondern bauen auf langfristigen strukturellen Prozessen auf. Unbedingt notwendig sei beispielsweise mehr Forschung zu diversitätspolitisch relevanten Themen, gerade in der Kunstgeschichte, wie Wayah unterstrich. Wie Raabe betonte, brauche es Bereitschaft und Kreativität, neue Darstellungsformen auszuprobieren und andere Epistemologien und Wissenstraditionen im Museum zu repräsentieren.

Positiv unterstrichen werden muss zuletzt, dass die Tagung selbst in vielerlei Hinsicht ein Beispiel für best-practice darstellte. Dies betrifft nicht nur die Qualität der Beiträge, sondern auch die Diversität der Sprecherinnenpositionen; die trotz des sensiblen Themas sehr offene und produktive Atmosphäre, die Bereitschaft zur kritischen Diskussion, zum Benennen von Problemen und zum Aushalten und Stehenlassen von Ambivalenzen. Ebenso außergewöhnlich und daher hervorzuheben ist die Bereitschaft zum offen prozessorientierten Denken und direktem Aufnehmen von Kritik und Alternativvorschlägen. Konkret schlug sich dies beispielsweise nieder im direkten Ändern des zunächst genutzten Begriffes des „antirassitischen Kuratierens“ zum „Rassismuskritischen Kuratieren“ – unter anderen auf Vorschlag von Wayah. Zu hoffen bleibt, dass diese Tagung nur den Auftakt darstellt zu einer intensiveren Auseinandersetzung und strukturell implementierten Intervention für die Museumslandschaft. Einen weiteren kleinen Schritt könnte der anvisierte Tagungsband darstellen, bei dem es sich als produktiv erweisen könnte, die an vielen Stellen angeklungene intersektionale Definition von Rassismus noch stärker in den Fokus zu rücken. Die in den Beiträgen und auch in den Diskussionen zum Tragen gekommene Freude an der proaktiven Auseinandersetzung, Kraft, Ausdauer, Geduld, Bereitschaft, sich in Frage zu stellen und Prozesse zu verändern, Kreativität und Experimentierfreude und Bereitschaft zum Umdenken und Neudenken machen jedenfalls Mut, dass dieser Prozess gelingen kann.

Konferenzübersicht:

Anna Greve (Bremen) / Elke Wüst-Kralowetz (Guernica-Gesellschaft): Eröffnung

Sithara Weeratunga (Leipzig): Vom Perspektivwechsel zum Objektumgang im Kunstmuseum

Tanja Bah / Anna Grabo (Hamburg): Repräsentation, Sprechmacht, Kontinuitäten – Schwarze Menschen in der Sonderausstellung „Close Up. Hamburger Film- und Kinogeschichten“

Ismahan Wayah (Frankfurt am Main): (Un)Möglichkeiten des Schwarzen Kuratierens. Ein biografisches Kabinett zu Theodor Wonja Michael

Isabel Raabe (Frankfurt am Main): Talking Objects Lab

Anna Greve (Bremen): Erste Versuche antirassistischen Kuratierens im Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Mascha Eckert (Nürnberg): Gegenzeichnen! Künstlerische Kontextualisierung von Exponaten als Methode für antirassistisches Kuratieren
Sandra Schürmann (Hamburg): Instruktive Verunsicherung: eine Bilanz zum Ausstellungsprojekt „Grenzenlos“

Jocelyne Stahl (Berlin) / Maike Schimanowski (Berlin): „No Consent – No Object?“ Eine Werkstatt-Ausstellung im Humboldt Forum

Anna Greve (Bremen): Zusammenfassung und Ausblick

Anmerkungen:
[1] Die Begriffe „Schwarz“ und „weiß“ referieren auf unterschiedliche gesellschaftliche Positionierungen. In der Begriffsverwendung orientiere ich mich an Anna Greve, siehe dazu Dies.: Farbe – Macht – Körper. Kritische Weißseinsforschung in der europäischen Kunstgeschichte, Karlsruhe 2013 (insb. S. 33–39).
[2] In analytischer Verwendung schließt der Begriff „Schwarz“ „unterschiedlich positionierte Personen, die – neben vielen Differenzen – Erfahrungen von Rassifizierung teilen“ ein, siehe dazu ebenfalls Greve, Farbe, S. 33.
[3] So verweist Natalie Bayer auf Studien, die zeigen, dass lediglich 5-10 Prozent der Bevölkerung Museen nutzen, und diese Personen überwiegend einen deutschen bildungsbürgerlichen Hintergrund haben, siehe Natalie Bayer / Belinda Kazeem-Kaminski / Nora Sternfeld: Kuratieren als antirassistische Praxis, 2017, hier S. 59; weiterführend dazu bspw. Tony Bennett: The Birth of the Museum, London 1995.

Redaktion
Veröffentlicht am
22.08.2022
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Sprache(n) der Konferenz
Deutsch
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