Jüdische Ärzte, Juristen und Lehrer in Schwaben vom 19. Jahrhundert bis in die NS-Zeit. 34. wissenschaftliche Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben

Jüdische Ärzte, Juristen und Lehrer in Schwaben vom 19. Jahrhundert bis in die NS-Zeit. 34. wissenschaftliche Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben

Organisatoren
Heimatpflege des Bezirks Schwaben; Schwabenakademie Irsee
PLZ
87600
Ort
Irsee
Land
Deutschland
Vom - Bis
13.10.2022 - 14.10.2022
Von
Corinna Malek, Heimatpflege, Bezirk Schwaben

Ärzte, Juristen und Lehrer gehörten zu jenen Berufsgruppen, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an jüdischen Erwerbstätigen hatten. In den letzten Jahren sind eine Vielzahl an Studien zu den einzelnen Berufsgruppen erschienen, bedingt auch durch die Auseinandersetzung einzelner Berufsverbände mit ihrer Vergangenheit. Für Bayerisch-Schwaben, das im Zentrum des Interesses der Tagungsreihe steht, fehlen bisher größere Arbeiten zu diesen Gruppen als auch zu Einzelbiographien.[1] Um neue Impulse zu setzen, befasste sich die 34. Tagung zur Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben mit diesen drei Gruppen. Nach der Begrüßung durch die beiden Veranstalter, Bezirksheimatpfleger CHRISTOPH LANG (Augsburg) und Schwabenakademie-Direktor MARKWART HERZOG (Irsee), übernahm Tagungsleiter PETER FASSL (Augsburg) die thematische Einleitung. Gemeinsam sei allen Berufsgruppen, so Fassl, dass diese einen überproportional hohen Anteil an jüdischen Mitgliedern aufwiesen. Darüber hinaus zählten besonders die Ärzte und Juristen zur innerjüdischen Elite, da sie 75 Prozent der jüdischen Akademiker im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts im Deutschen Reich ausmachten. Diese Bildungskonzentration in diesen Fächern ergab sich aus den Möglichkeiten der rechtlichen Gleichberechtigung, die schrittweise seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert in den einzelnen Staaten stattfand, dann aus der jüdischen Wertschätzung von Medizin und Recht und den beruflichen Chancen, welche die freien Berufe darstellten. Die jüdische Lern- und Bildungstradition sowie das Bemühen um eine Integration in die bürgerliche Gesellschaft, waren weitere Voraussetzungen dieses Erfolgs. Der hohe Anteil jüdischer Lehrer habe ebenfalls aus dem Judenedikt resultiert, da dieses den jüdischen Gemeinden die Eröffnung und den Unterhalt eigener Elementarschulen ermöglicht habe. Die Quellenlage sei für Schwaben unterschiedlich. Dennoch gebe es auch dort über biographische Zugänge die Möglichkeit zur vertieften Forschung. Den gewählten Untersuchungszeitraum begründete Fassl damit, dass eine reine Beschränkung auf die NS-Zeit zu kurz gegriffen und wichtige Vorentwicklungen im Deutschen Kaiserreich aus dem Blick verloren hätte. Die Fragestellung untersuche die innerjüdische Bedeutung der Berufsgruppen und fragte nach der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration sowie dem fachlichen Profil der genannten Berufsgruppen – also: Gab es einen jüdischen Aspekt in der Berufsausübung?

Die Vorträge verteilten sich auf drei Sektionen. Begonnen wurde mit den jüdischen Lehrern in Schwaben. Zunächst stellte SABINE GERHARDUS (Dachau) die Lebensläufe und Verfolgungsgeschichten dreier jüdischer Lehrer aus Schwaben vor. Diese waren im Rahmen des Projekts des Dachauer Gedächtnisbuches entstanden.[2] Das Projekt, das vom Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband mit initiiert und unterstützt wird, erarbeitet mit Projektarbeiten von Schülern biographische Gedächtnisblätter, die anschließend online publiziert werden.[3] Neben den biografischen Beispielen gab Gerhardus einen Überblick über die Ausbildung jüdischer Volksschullehrer und verglich die soziale Lage jüdischer Religions- und jüdischer Volksschullehrer in jüdischen Landgemeinden. Ebenfalls einem Biogramm widmete sich der Vortrag von JOHANNES MORDSTEIN (Wertingen), der den jüdischen Volksschullehrer Moses Sonn aus Buttenwiesen vorstellte. Dessen Lebensweg ist nahezu lückenlos durch eine sehr gute Quellenlage überliefert, u.a. durch Publikationen und Aufzeichnungen Sonns. Ab 1917 übernahm er die Lehrerstelle an der jüdischen Schule in Buttenwiesen. Diese führte er bis zur Schulauflösung im Jahr 1932 mit Herz und Seele aus.

Einen Überblick über den Wirkungskreis und Einfluss jüdischer Lehrer auf zwei schwäbische Landgemeinden zeigten MANUELA HOFMANN-SCHERRERS (Nördlingen) und ERIKA SPIELVOGEL (Krumbach). Die jüdischen Landgemeinden Hainsfarth und Oettingen standen im Zentrum der Ausführungen von Hofmann-Scherrers. Nach einer kurzen Einführung über die Entwicklung des Landschulwesens in Bayern gab die Referentin zunächst einen Überblick über das jüdische Schulwesen in Hainsfarth. Dessen Überlieferungslage ist sehr gut, da die Schulakten noch vollständig vorhanden sind. Aus deren Analyse rekonstruierte Hofmann-Scherrers die Entwicklung und den Fortgang der jüdischen Schule in Hainsfarth, die 1923 aufgrund von Schülermangel aufgelöst wurde. Als zweites Beispiel präsentierte Hofmann-Scherrers die Entwicklung der jüdischen Schule in Oettingen, die während ihres 106-jährigen Bestehens von insgesamt drei Lehrern geleitet wurde. Eine weitere Schulgeschichte, allerdings aus dem mittelschwäbischen Raum, präsentierte Erika Spielvogel aus der Gemeinde Hürben nahe Krumbach. Die dortige jüdische Gemeinde hatte bereits vor dem Judenedikt von 1813 privaten Schulunterricht an die ansässigen jüdischen Kinder erteilt; 1813 wurde eine eigene Elementarschule gegründet und ein Volksschullehrer angestellt. Ab den 1840er-Jahren wurde auch Hürben merklich von der jüdischen Landflucht erfasst, sodass in der Folge die jüdische Bevölkerung und damit auch die Schülerzahl sukzessive abnahmen. Neben der allgemeinen Schulgeschichte wob Spielvogel die Biographien der in Hürben tätigen Volksschullehrer mit in ihren Vortrag ein. Das Ende fand der jüdische Schulunterricht mit der Ruhestandsversetzung des letzten jüdischen Volksschullehrers im Jahr 1924.

Den Abschluss der Sektion bildete der Vortrag von CHRISTIAN HERRMANN (Fellheim) über die Lebensgeschichte des Haushierhändlers und Religionslehrers Isaak Thannhauser aus Fellheim. Als wertvolle autobiographische Quelle hinterließ Thannhauser ein schriftliches Manuskript seiner Lebenserinnerungen aus den Jahren 1770 bis 1802. Zwar sind diese nicht vollständig, jedoch lässt sich aus ihnen gut sein Werdegang bis zum Antritt der Stelle als Religionslehrer in Fellheim 1814 herleiten. Zu seiner Zeit in Fellheim bleibt die Quelle jedoch stumm, auch ist die allgemeine Quellenlage zur jüdischen Geschichte Fellheims sehr limitiert. Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Herrmann ein neues Projekt in Fellheim vor, eine digitale Multimediatour, die interessierte Besucher durch den Ort begleitet. Anhand mehrerer Hörstationen, die mit einem Audioguide direkt auf mobile Endgeräte geladen werden, können interessierte Personen sich auf eine Spurensuche durch das jüdische Fellheim begeben.

Einen kurzen Exkurs nach Frankfurt am Main unternahm Markwart Herzog, der die schillernde Biographie von Dr. David Rothschild den Anwesenden schilderte. Auf die Person Rothschilds stieß Herzog im Rahmen seiner sporthistorischen Studien zur „Stuttgarter Erklärung“ vom 9. April 1933.[3] Rothschild, der aus einer großbürgerlichen Frankfurter Familie stammte und in Würzburg, Heidelberg und Gießen Medizin studiert hatte, praktizierte als Badearzt in Bad Soden und verlagerte später seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Frankfurt am Main. Neben seiner beruflichen Tätigkeit tat sich Rothschild als Sportfunktionär und Kunstsammler hervor. Sein hohes gesellschaftliches Ansehen bewahrte ihn dennoch nicht vor der gesellschaftlichen Exklusion.

Die zweite Tagungssektion befasste sich mit den Lebenswegen jüdischer Ärzte in Schwaben. Das Auftaktreferat hielt RALF LIENERT (Kempten). Er gab zunächst einen kursorischen Überblick über die jüdische Geschichte Kemptens seit dem 19. Jahrhundert und lieferte anschließend zwei biographische Beispiele für dort ansässige jüdische Ärzte aus der Familie Rosenthal. Der Vater, Dr. Albert Rosenthal, stammte ursprünglich aus Westfalen und kam 1917 durch eine Tätigkeit im Lazarett der Schlosskaserne nach Kempten. 1919 eröffnete er eine eigene Praxis am Residenzplatz und konvertierte 1922 zum Christentum. Sein Glaubenswechsel bewahrte ihn während der Zeit des Nationalsozialismus dennoch nicht vor Repressionen und Ausgrenzung, obwohl er im März 1935 noch das Ehrenkreuz für Frontkämpfer verliehen bekam. 1938 wurde ihm die Approbation entzogen, ab 1940 erhielt er die Genehmigung, als „Krankenbehandler“ im jüdischen Krankenhaus in München zu praktizieren. Das Kriegsende erlebte er in München und kehrte nach 1945 nach Kempten zurück. Als zweites biographisches Beispiel präsentierte Lienert den Lebensweg von Gunther Rosenthal, dem Sohn von Albert Rosenthal. Dieser schlug den gleichen beruflichen Werdegang wie sein Vater ein. Er praktizierte als Zahnarzt in Kempten und lebte in seiner Heimatstadt bis zu seinem Tod im Jahr 2009. Zudem konnte er noch über die Repressalien und die Verfolgung jüdischer Bürger in Kempten als Zeitzeuge berichten.

Den Lebensskizzen der jüdischen Lindauer Bürger Dr. med. Otto Davidson und Rechtsrat Max Nördlinger widmete sich KARL SCHWEIZER (Lindau). Max Nördlinger wuchs in Lindau auf und ließ sich nach dem erfolgreichen Abschluss seines Jurastudiums und Rechtsanwaltsexamens in Lindau mit einer eigenen Kanzlei nieder. In der Lindauer Stadtgesellschaft war Nördlinger bestens integriert und sehr angesehen. Seine politische Heimat fand er in der Sozialdemokratie. 1918 wirkte er als Justiziar des Lindauer Arbeiter- und Soldatenrates mit und setzte sich ab 1933 aktiv gegen die Repressalien der Nationalsozialisten zur Wehr. 1935 verstarb Nördlinger in Lindau. Im Gegensatz zu Nördlinger stammte Dr. Otto Davidson nicht gebürtig aus Lindau; er ließ sich erst nach Ende des Ersten Weltkriegs in Lindau-Reutin nieder und wirkte dort als Landarzt. Bereits vor seinem Umzug nach Lindau war Davidson zum Christentum übergetreten; dennoch trafen ihn ab 1933 die Anfeindungen und Repressionen der örtlichen NSDAP. Bis 1938 konnte er seinen Praxisbetrieb aufrechterhalten, bevor ihm die Approbation entzogen wurde. Bis 1945 verblieb er in Lindau, wurde im Februar 1945 verhaftet und über München nach Theresienstadt deportiert. Dort überlebte er knapp den Krieg und wurde nach Lindau zurückgebracht, wo er zunächst seine Landarztpraxis wiedereröffnete und 1949 verstarb.

Die medizinische Versorgung der Landjudengemeinde Ichenhausen übernahm von 1909 bis 1938 der aus Hessen-Nassau stammende Arzt Dr. Alfred Löwenstein, dessen Biogramm CLAUDIA MADEL-BÖHRINGER (Ichenhausen) vorstellte. Als Quellen standen der Referentin neben Unterlagen des Gemeindearchivs auch Egodokumente von Dr. Löwenstein und Aussagen seiner Tochter Irene zur Verfügung. Dr. Löwenstein ließ sich 1909 in Ichenhausen nieder und gründete dort eine Familie. Vor Ort führte er eine eigene Praxis und war darüber hinaus zusammen mit zwei christlichen Kollegen für die überkonfessionelle Krankenhausversorgung zuständig. 1938 emigrierte er mit seiner Familie in die USA und baute dort eine neue Existenz auf.

Einen Blick in die Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg warf WERNER EISENSCHINK (Nördlingen). Den Schwerpunkt legte er auf die Lebensläufe zweier jüdischer Ärzte aus dem Ries, auf Dr. Julius Leisner aus Oettingen und dessen Verfolgtenschicksal und auf Dr. David Heilmann aus Nördlingen, über dessen Lebensweg sich aufgrund der besseren Quellenlage mehr Details ermitteln ließen. Dr. Heilmann hatte seine Praxis 1899 in Nördlingen eröffnet und besaß hohes gesellschaftliches Ansehen. Dies änderte sich nach 1933, als er sich immer mehr Repressionen und Demütigungen ausgesetzt sah. Nachdem ihm 1938 die Approbation entzogen worden war, beantragte er eine Lizenz als „Krankenbehandler“, die ihm genehmigt wurde. Er entging nur knapp der Deportation, da ihm noch 1941 die Ausreise in die USA gelang, wozu er ab 1938 die notwendigen Finanzmittel aufzutreiben versucht hatte. In den USA praktizierte er nicht mehr. In den 1950er-Jahren kämpfte er um die Restitution des ihm entzogenen Eigentums.

Aus dem Norden Schwabens zurück in den Süden führte der Vortrag von CORINNA MALEK (Augsburg), die ihr Augenmerk auf das Personal in den schwäbischen Heil- und Pflegeanstalten Kaufbeuren-Irsee und Günzburg richtete. Einleitend fasste Malek den Forschungsstand zur Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Mediziner zusammen und ging auf die wesentlichen Zäsuren der gesellschaftlichen und beruflichen Verdrängung ein. Im zweiten Teil des Vortrags widmete sich die Referentin der Situation in den schwäbischen Heilanstalten für dort tätiges jüdisches Personal und dort untergebrachte jüdische Patienten. Zum Abschluss präsentierte sie zwei biografische Beispiele eines Arztes und einer Pflegerin aus dem Kaufbeurer Personalstamm.

Als letzte Referentin der zweiten Sektion stellte ELISABETH FRIEDRICHS (Augsburg) ihre Forschungsergebnisse zu den Schicksalen jüdischer Ärztinnen und Ärzte aus Augsburg vor. Dafür griff sie drei exemplarische Biografien heraus: den Allgemeinmediziner Dr. Rudolf Aub, den Dermatologen und Arzt für Geschlechtskrankheiten Dr. Julius Raff und die Allgemeinärztin Dr. Martha Zeitler. Die Nachforschungen zur jüdischen Medizinergeschichte Augsburgs entstanden 2011 im Rahmen eines Ausstellungsprojekts des Jüdischen Museums in Augsburg, an dem Friedrich beteiligt war. Ziel der Forschungen war es, nicht nur das Verfolgtenschicksal, sondern auch die Leistungen der Betroffenen in den Vordergrund zu rücken.

Die dritte und letzte Sektion nahm die Lebenswege jüdischer Juristen in den Blick. Einleitend stellte RENATE WEGGEL (Augsburg) ihre umfassenden Forschungsergebnisse zu Kanzleien und jüdischen Juristen aus Augsburg in der Zeit der Weimarer Republik vor. Durch eine quellenbasierte Grundlagenforschung ermittelte Weggel die Namen und Biografien verschiedener in Augsburg tätiger Juristen und untersuchte zudem die Geschichte der einzelnen Kanzleien. Darüber hinaus verortete sie diese innerhalb der Augsburger Stadtgesellschaft und zeigte verschiedene Netzwerke auf. Mit ihrem Vortrag und den ihm zugrundeliegenden Forschungen füllte die Referentin ein bis dato bestehendes Forschungsdesiderat.

Abschließend präsentierte OTTMAR SEUFFERT (Donauwörth) die neuesten Erkenntnisse seiner Forschungen zur Person des Donauwörther Rechtsanwalts Julius Prochownik. Er schilderte sehr detailreich das Schicksal Prochowniks, gegen dessen Person nach 1933 in Donauwörth eine regelrechte Hexenjagd eröffnet wurde. In den Mühlen der NS-Verfolgung war er der gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt und musste unter anderem den Entzug seiner Anwaltszulassung hinnehmen. 1938 verzog er nach Berlin, wo er das Kriegsende erlebte und kurz darauf starb. Seine Witwe und seine Kinder kämpften zwischen 1946 und 1964 um die Restitution des zu Unrecht entzogenen Eigentums.

Am Ende der Tagung dankte Peter Fassl allen anwesenden Referenten für ihre Beiträge, die zu neuen Erkenntnissen über die jüdische Geschichte Schwabens beigetragen hatten. Anhand der geschilderten Beispiele sei das hohe Leistungsethos deutlich geworden, das in den drei Berufsgruppen geherrscht und sich insbesondere bei Ärzten und Rechtsanwälten auch durch ehrenamtliches gesellschaftliches Engagement geäußert habe. Es habe sich gezeigt, dass vor allem jüdische Ärzte und Rechtsanwälte ihren Einsatz unter das Credo, zum Wohl der Gesellschaft zu handeln, gestellt hatten und dies als Verpflichtung über ihr berufliches Wirken hinaus ansahen. Dadurch entfalteten sie eine enorme gesellschaftliche Wirkung, wofür ihnen Respekt, Anerkennung und Vertrauen entgegengebracht worden sei. Die Wahl des biographischen Ansatzes habe darüber hinaus zu neuen Erkenntnissen über örtliche Eliten und wichtige lokale Persönlichkeiten gebracht, die auch für eine Gesamtperspektive einzelner Ortsgeschichte neu Betrachtungsweisen zulassen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einleitung

Markwart Herzog (Irsee) /Christoph Lang (Augsburg): Begrüßung

Peter Fassl (Augsburg): Einführung in die Thematik der Tagung

Sektion 1: Lehrer

Sabine Gerhardus (Dachau): Die Situation der jüdischen Lehrer in Schwaben

Johannes Mordstein (Wertingen): Der Volksschullehrer Moses Sonn aus Buttenwiesen

Manuela Hofmann-Scherrers (Nördlingen): Die jüdischen Lehrer in Hainsfarth und Oettingen
Erika Spielvogel, Krumbach: Jüdische Lehrer in Hürben-Krumbach im 19. und 20. Jahrhundert

Christian Hermann (Fellheim): „Aber immer wurde ich auf eine bessere Zukunft vertröstet …“. Die Lebensgeschichte des Hausierhändlers und Religionslehrers Isaak Thannhauser aus Fellheim

Exkurs aus Frankfurt am Main

Markwart Herzog (Irsee): Dr. med. David Rothschild, Bad Soden und Frankfurt am Main. Badearzt und Facharzt für Erkrankungen der Lunge und des Herzens, 1875–1936

Sektion 2: Ärzte

Ralf Lienert (Kempten): Die Kemptener Ärzte Albert und Gunther Rosenthal, Vater und Sohn

Karl Schweizer (Lindau): Lebensskizzen der beiden jüdischen Lindauer Bürger Doktor med. Otto Davidson und Rechtsrat Max Nördlinger

Claudia Madel-Böhringer (Ichenhausen): Der Arzt Dr. Alfred Löwenstein in Ichenhausen

Werner Eisenschink (Nördlingen): Jüdische Ärzte zwischen den Weltkriegen im Ries

Corinna Malek (Augsburg): Jüdische Mediziner und Pfleger in schwäbischen Heil- und Pflegeanstalten. Die Fälle von Dr. Max Maier und Philomena Goldstein

Elisabeth Friedrichs (Augsburg): Jüdische Ärztinnen und Ärzte aus Augsburg. Tätigkeitsfelder in der Weimarer Zeit, Arbeitserschwernis, Approbationsentzug, Vertreibung und Vernichtung im Nationalsozialismus

Sektion 3: Rechtsanwälte

Renate Weggel (Augsburg): „Die waren deutscher als deutsch.“ Jüdische Juristen und ihre Verwurzelung in der jüdischen Kultusgemeinde und in der Augsburger Gesellschaft mit Schwerpunkt Weimarer Republik

Ottmar Seuffert (Donauwörth): Der Donauwörther Rechtsanwalt Dr. Julius Prochownik

Anmerkungen:
[1] Bisher erschienen lediglich eine Arbeit zur Situation jüdischer Rechtsanwälte in Bayerisch-Schwaben, vgl. Florian Schwinger, Schicksale jüdischer Rechtsanwälte in Bayerisch-Schwaben zur Zeit des Nationalsozialismus, Berlin 2021.
[2] Das Projekt ist online zu finden unter: https://www.gedaechtnisbuch.org/.
[3]http://www.gedaechtnisbuch.org/gedaechtnisblaetter/.
[4] Markwart Herzog, Die „Stuttgarter Erklärung“ vom 9. April 1933. „Gleichschaltung“ und „Arisierung“ im Alltag süddeutscher Fußballclubs, in: Markwart Herzog / Peter Fassl (Hrsg.), Sportler jüdischer Herkunft in Süddeutschland, Stuttgart 2021, 193–276.

Redaktion
Veröffentlicht am
20.01.2023
Beiträger