Sprache – Religion – Grenzen. Spätantike und Frühmittelalter. Verläufe und Vergleiche

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Organisatoren
Johannes Heil, Historisches Kolleg München / Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg
Ort
München
Land
Deutschland
Vom - Bis
19.05.2022 - 21.05.2022
Von
Sabine Schmolinsky, Philosophische Fakultät, Universität Erfurt

Das Kolloquium, zu dem Johannes Heil (Heidelberg/München) im Rahmen seiner Fritz Thyssen Senior Fellowship 2021/2022 am Historischen Kolleg in München eingeladen hatte, galt der Reflexion des Ausdrucks von Religionen in diversen Sprachen und den dabei in Spätantike und Frühmittelalter ständig begegnenden Bewegungen über Grenzen hinweg. Sie unterbinden Vorhersagen zu Zusammenhängen von Sprache und Religion und fordern – mit einer Formulierung von Heil – dazu auf, jede Eindeutigkeit auszuschließen. Epigraphik und Archäologie zeigten, dass das Auseinandergehen der Wege von Judentum und Christentum vor allem nicht als Akt eines einzelnen Moments aufzufassen sei, wie dies häufig geschehe. Einfache Gleichungen der Art, dass ein lateinischer Text als christlich, ein hebräischer Text als jüdisch zu gelten habe, stimmten nicht. Es bedürfe multidisziplinärer Zugänge statt der durch die modernen Wissenschaften nahegelegten fachlichen Trennungen, um Sprache nicht länger als ein Instrument der Grenzziehung, sondern als eines der Grenzüberschreitung anzusehen.

Die Folge der Vorträge eröffnete PHILIP MICHAEL FORNESS (Leuven), der im Blick auf syrische Übersetzungen und deren Übersetzungsverständnis zwischen philologischer Praxis und theologischem Textverständnis, zwischen Worten und Konzepten, zunächst die Zunahme des wortgetreuen Übersetzens bei Bibelübersetzungen des 2. bis 7. Jahrhunderts hervorhob. Er periodisierte die Praxis syrischer Übersetzungen aus dem Griechischen zwischen dem 4./5. und dem 7. Jahrhundert, die von leserorientierten, eher freien Übersetzungen über quellenorientiert wortgetreue Praktiken bis hin zu Spiegelübersetzungen und der Reflexion über sich ändernde Anordnungen von Wörtern gereicht habe. In theologisch zu fassenden Kategorien wie etwa einem aus dem Heiligen Geist ausgehenden Sprachenverständnis oder geistlichen Übungen ließen sich Möglichkeiten der Überwindung der Grenzen naturgegebener menschlicher Verständnisfähigkeit erkennen.

Die Frage von Sprache und Religion stellte SASKIA DÖNITZ (Frankfurt am Main) in Hinsicht auf jüdische Sprachpraktiken in Byzanz. Ausgehend von der die Multilingualität der Spätantike spiegelnden talmudischen Aussage: „Vier Sprachen sind es wert, dass man sie auf der Welt gebraucht: Griechisch für den Gesang, Latein für den Krieg, Syrisch für die Klage und Hebräisch für die gewöhnliche Rede“[1], besprach sie vornehmlich Beispiele für die Griechischsprachigkeit der Juden in der hellenistischen Diaspora, die auch im aramäischen Judentum in der Epigraphik vorherrschend blieb. Im Bereich des Lateinischen knüpfte sie an Heils Ansätze zur Latinität des westmediterranen Judentums an und verwies auf die Bedeutung des Lateinischen in der multilingualen Überlieferung des Œuvre des Iosephus Flavius, insbesondere im Fall des Sefer Yosippon.[2] Die Strategie seien ein underwriting wie ein overwriting der Quellen gewesen, deren Aufarbeitung Latein und Hebräisch beinhaltet habe. In der Diskussion wurde die Rolle des Griechischen in den Verflechtungen der Quellen hervorgehoben, außerdem wurden die handschriftliche Überlieferung und Rezeption des Iosephus insbesondere im Italien des 10. Jahrhunderts beleuchtet. „Diversität“ wurde ein begrifflicher Fluchtpunkt auch im Blick auf Textgeflechte, in denen über Quellen kaum oder nicht mehr entschieden werden kann, und die Frage, warum und in welchen, wie beschreibbaren sprachlichen Landschaften und Lebenswelten Texte integrationsfähig – hier: jüdisch integrationsfähig – gemacht worden sind, blieb als eine der großen offenen Fragen der Tagung im Raum.

Die Mehrsprachigkeit der antiken Juden als ein typischer Aspekt des Römischen Reichs mit seinem bunten Sprachengemisch bildete den Ausgangspunkt des Vortrags von MAREN NIEHOFF (Jerusalem). Zunächst zeigte sie an griechisch schreibenden Autoren wie Philon oder Iosephus sowie den Evangelisten Matthäus und Markus und anhand eines Zitats kaiserlicher Worte auf Latein die Präsenz des Lateinischen „hinter den Kulissen“. Im Fall von „Genesis Rabbah“ verwies sie auf besondere, sprachlich konnotierte Amalgamierungen: des Hebräischen mit dem Griechischen, z.B. in der wortgetreuen griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel durch Aquila, der griechischen mit der römischen Kultur und Sprache in Palästina, des Konflikts aufeinanderprallender Gesetzgebungen und Rechte, und hob „Midrasch Genesis Rabbah“ als Sammelwerk besonders reicher Verflechtungen mit der griechisch-römischen Umgebung hervor. Die Frage stelle sich, ob Griechisch die Sprache im spätantiken Palästina gewesen sei. Als lingua franca der Juden könne sie darauf hindeuten, dass diese polyglott gewesen seien. Als paralleler Fall wurde in der Diskussion der Kontakt des Hebräischen mit dem Aramäischen angeführt.

Die Frage hybrider Sprachkulturen griff JOHANNES HEIL (Heidelberg/München) auf[3], indem er einleitend auf Grenzen in der modernen Forschung hinwies, die bei Lateinsprachlichkeit auf einen christlichen und bei Hebräischsprachlichkeit auf einen jüdischen Text schließe und eigenmächtig jüdische Kultur von einem Zentrum her bestimmen wolle sowie alles andere zur Peripherie erkläre. Am Beispiel lateinisch-christlicher Genesiskommentare beschäftigte er sich mit Spuren jüdischer Traditionen insbesondere bei Remigius von Auxerre sowie vergleichend zahlreichen weiteren Werken. Remigius, der des Hebräischen nachweislich nicht mächtig gewesen sei, müsse einer Annahme Heils zufolge eine – vermutungsweise nur punktuell – lateinisch interlineierte hebräische Bibel besessen haben. In der Diskussion wurde die Frage angeschnitten, wann und woher Kenntnisse der Masorah (Vokalisierung des hebräischen Bibeltexts) nach Europa gelangt seien. Zur Frage des Bezugs auf Autoritäten verdeutlichte Heil, dass sich eine Systematik verwendeter Autoritäten nicht aufstellen lasse und in der Praxis von der (Wieder-)Verwendung vorhandener Florilegien und Scholien auszugehen sei.

Die Vielfalt der Formen, die dokumentierbar seien, aber keine Rekonstruktion eines einzelnen, autoritativen Textes, hier der Vetus Latina[4], erlaubten, stand im Mittelpunkt des Vortrags von THOMAS JOHANN BAUER (Erfurt). Eingebettet in einen Aufriss der textgeschichtlichen Rekonstruktionsbemühungen seit dem Konzil von Trient wies Bauer auf den inzwischen weithin geteilten Konsens hin, demzufolge am Anfang nicht eine systematische Übersetzung der biblischen Bücher gestanden habe, sondern im Rahmen der Bedürfnisse der christlichen Gemeinden an verschiedenen Orten verschiedene Bücher übersetzt worden seien; dies sei für jedes Buch einzeln zu diskutieren. Auf der Grundlage der Befunde seit der Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert in Nordafrika und seit Mitte des 3. Jahrhunderts in Rom sei von kontinuierlich vorgenommenen Veränderungen auszugehen; Revisionen der lateinischen Übersetzungen ließen sich seit Hieronymus' Revision der Evangelienübersetzungen nachweisen. Übersetzungstraditionen der Vetus Latina und der Vulgata durchmischten sich in den Handschriften. Der Vetus Latina sei die Ausbildung einer normierten theologischen Begrifflichkeit beizulegen. In der Diskussion standen insbesondere normierende Einflüsse seitens der Päpste zur Debatte, im 4. Jahrhundert mit Damasus I. und im 8. Jahrhundert bei zunehmender Durchsetzung der Vulgata.

Karolingische Zeugnisse der gleichen Gegenwärtigkeit von Hebräisch, Griechisch und Latein beschäftigten JOHANNES BÜGE (Heidelberg). An zwei Werken des Walahfrid Strabo zeigte er auf, wie im monastischen Schulbetrieb die drei Sprachen bzw. Wissensbestände über sie präsent sein konnten und zudem die Volkssprache, in Sankt Gallen das Alemannische oder das Althochdeutsche, ebenfalls Bestandteil des Schulplans war. Karolingisches Interesse an volkssprachlichen Varianten der Bibel, der Aachener Mariendom als ein Zitat von San Vitale in Ravenna und die als innenpolitisches Signal zu verstehende Überführung der Statue des Theoderich, ferner nichtlateinische Fassungen wichtiger liturgischer Texte wie etwa des Vaterunsers, gegebenenfalls mit hebräischer Übersetzung in lateinischer Transliteration oder mit lateinischen Interlinearübersetzungen, schließlich die Rolle von Alphabeten in zwei Sprachen bei Kirchweihritualen des 8. Jahrhunderts – anhand einer Fülle ausgewählter sprachlicher und sprachlich konnotierter kultureller Grenzüberschreitungen belegte Büge bis in einzelne Handschriften hinein, wie selbstverständlich der Erwerb von Sprachen in der Karolingerzeit war und dass insbesondere die Karolinger um spätantike Anknüpfungspunkte bemüht waren.

Probleme der Identitätsangebote für ehedem westgotische Christen im muslimischen al-Andalus nahm WOLFRAM DREWS (Münster) zum Ausgangspunkt seiner Argumentation. Ausgehend von der Beobachtung, dass im 7. Jahrhundert, der Epoche der letzten Kirchenväter in westgotisch-lateinischer Tradition, Christen im muslimischen Süden der Iberischen Halbinsel weiterhin die Liturgie in lateinischer Sprache gefeiert haben, stellte Drews fest, dass ihnen als andalusischen Schutzbefohlenen nur die lateinische Sprache im Modell spätantiker Latinität, das gotische Recht und die gotischen kirchlichen Traditionen als Referenzpunkt geblieben seien. Kein regionales Proprium sei als Identitätsmarker hervorgebracht worden; die romanische Volkssprache und das Arabische seien jedoch wohl vielen bekannt gewesen. Während der Indiculus luminosus des Paulus Álvarus von Córdoba vor dem Hintergrund der Furcht vor religiöser Konversion zum Islam zu verstehen sei, habe die Übersetzung der Psalmen vom Lateinischen ins Arabische durch Hafs ibn Albar den neuen Gegebenheiten – Rückgang des Lateinischen – unter Einbezug christlicher Expertise Rechnung getragen. Im hochmittelalterlichen Toledo ließen sich situativ konstitutive Mozarabismen in einer mehrheitlich christlichen Stadtgesellschaft als Marker des Sprachwandels im jeweiligen Alltag verstehen, bis das Arabische zu einer Funktionalsprache geworden sei. Sprachgebrauch, so folgerte Drews, sei nur situativ als Grenzmarker geeignet; angesichts ihrer kommunikativen Funktion böten Sprachen vielmehr den Zugang zu Teilöffentlichkeiten. Die Frage nach Zwischen- und Übergangsformen vom Lateinischen zum Arabischen veranlasste Drews, auch die Spuren der Initiierung und Verläufe christlicher Martyrien zu diskutieren.

RONNY VOLLANDT (München) richtete den Blick zunächst auf die rechtlichen, wirtschaftlichen und sprachlichen Rahmungen jüdischen Lebens zu Zeiten der Abbasidendynastie, wie etwa die Freizügigkeit in islamischen Herrschaftsgebieten und die Urbanisierung sowie vornehmlich die sprachliche Ausbreitung des Arabischen, die es zur jüdischen Religions- und Literatursprache werden ließ. Die älteren Sprachen seien Sprachen der Gelehrsamkeit und des Liturgischen geworden. Diese Situation einer mittelalterlichen république des lettres auf Arabisch habe sich von der der Juden unter christlicher Herrschaft unterschieden. Im Feld der innerjüdischen hegemonialen Aushandlungsprozesse hob Vollandt die jüdisch-religiöse Bewegung der Karäer hervor, die die mündliche Tora als eine menschengemachte Tradition leugneten und den Lehranspruch der Geonim ablehnten. In Jerusalem eine asketische Gemeinschaft bildend, lehrten sie im „Haus des Wissens – der Wissenschaft“ als einer Akademie. Sie hätten eine wesentliche Rolle in den für die jü-dische Tradition neuen Prozessen zunehmender Verschriftung und Verschriftlichung gespielt, die von arabischen Modellen der Übertragung durch Abschrift sowie durch die technische Neuerung Papier begünstigt worden seien und literarische Transformationsprozesse eingeschlossen hätten. Angesichts der beschränkten Quellenlage in Bezug auf die Karäer sei eine Sammlungsarchäologie vonnöten, die die spätere Überlieferung nach Maimonides ausschlösse und etwa Autographen, Schreibernamen und in Kolophonen datierte Handschriften suche.

CONSTANZA CORDONI (Wien) widmete sich Überlegungen der Idealisierung einer jüdischen Einsprachigkeit. Ausgangspunkt war die von den Anfängen bis in den Reisebericht des Jean de Mandeville im 14. Jahrhundert tradierte Vorstellung, dass Israel auch in Situationen der Dystopie seinen Namen und seine Sprache nicht geändert habe und ebenso den Namen der Sippen treu geblieben sei. Mit dem Bericht aus Kairowan über den Reisenden Eldad ha-Dani sei Varianz bei Wörtern der heiligen Sprache thematisiert worden, aber in der Antwort des Gaon Zemach zugunsten einer Betonung der Einheit der Tora relativiert worden. Im Talmud, so fahre er fort, finde man Varianten, denn dieser werde von den Menschen in der (heiligen) Sprache gelernt, die sie kennen; ob sie tatsächlich auch gesprochen worden sei, lasse sich nicht feststellen. Die besprochenen Quellen, so Cordoni, die auf Hebräisch verfasst seien, vermittelten ein Verständnis dieser Sprache als Utopie von Einsprachigkeit, und dies zu Zeiten, als der babylonische Talmud anfing sich weithin durchzusetzen. Mehrsprachigkeit sei gesehen worden, aber ihr solle im Sinn der Quellen nicht eigens Beachtung geschenkt werden.

Der Vortragstitel von HOLGER ZELLENTIN (Tübingen) pointierte die Merkmale seiner Forschung, die Johannes Heil einleitend als Transgressionsschwerpunkte gekennzeichnet hatte. Zellentin setzte als Rahmen die Feststellung, dass die Bibel für den Gebrauch in Arabien nicht so geeignet gewesen sei, wie es für den Koran rasch der Fall gewesen sei, wenngleich Juden und auch Christen in dessen mekkanisch-medinischem Kontext präsent gewesen seien. In koranischen Quellenstellen verwies Zellentin auf Beziehungen etwa zu kultischem Vokabular im Kontext des rabbinischen Konzepts von Unreinheit oder zur syrischen Rechtskultur sowie zu byzantinischen Rechtssätzen über Körperstrafen. Die Transferleistung, die der Koran anzubieten gehabt habe, sei die Arabisierung des aramäischen, mithin jüdischen Erbes gewesen; diese Begrifflichkeit wurde in der Diskussion über den Begriff der Koranisierung des jüdischen Erbes der Bibel als Überführung in eine arabische Form ergänzt. Vom Fall der Verschleierung von Frauen ausgehend, wurde die soziale Praxis hinter den Texten diskutiert, und Zellentin hob neben der anzunehmenden mündlichen Überlieferung die Praxis als einen wesentlichen Kanal der Übertragung hervor.

Mit Blick auf die Sprachen der Transitionszeit von der Antike zum Mittelalter stellte Johannes Heil abschließend in den Raum, mehr als zuvor zu bezweifeln, dass bei der Frage nach religiöser Identität diejenige nach der Sprache weiterführen könne. Sprachliche Abgrenzungen hätten sich allenthalben als uneindeutig erwiesen; keine der betrachteten Gesellschaften habe ihre Räume über Sprache abgegrenzt. Eine Sprachenpolitik sei nirgendwo erkennbar, Sprache als Herrschaftsinstrument höchstens bei Justinian fassbar. Aktivitäten von Grenzziehung und Grenzüberschreitung seien weiter, aber anders anzusprechen. Angesichts der Probleme, die der Begriff „Identität“ mit sich bringe, wurden auch „Identitätsmarker“ kritisch diskutiert und „Zugehörigkeiten“, etwa zu Institutionen wie den Bibliotheken von Alexandria oder von Cordoba, vorgeschlagen.

An diesem Punkt der beginnenden Grenzüberschreitung und -öffnung hinsichtlich der Thematik endete das Kolloquium, dessen hochkonzentrierte Atmosphäre und dichte Diskussionen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr geschätzt haben. Die Beiträge werden in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ publiziert.

Konferenzübersicht:

Johannes Heil (München/Heidelberg): Begrüßung und Einführung

Philip Forness (Frankfurt am Main): Übersetzungsverständnis und die Grenzen der Sprache. Theologische und philologische Reflexionen in syrischen Quellen aus der Spätantike

Saskia Dönitz (Frankfurt am Main): Hebräisch, Griechisch, Latein – Sprachen und Sprachpraxis der Juden in Byzanz

Maren Niehoff (Jerusalem): Hebräische, Griechische und Lateinische Amalgamierungen in Genesis Rabbah: Sprachliche und Soziale Grenzüberschreitungen?

Johannes Heil (München/Heidelberg): Aneignungen. Targumim und Midraschim als Zugänge zur rabbinischen Wissenskultur unter den Juden des Westens vor dem 9. Jahrhundert

Thomas Johann Bauer (Erfurt): Anfänge und Vielgestaltigkeit der lateinischen Bibel. Zum aktuellen Stand der Forschung und ihren bleibenden Fragen

Johannes Büge (Heidelberg): Spracherwerb als Grenzüberschreitung. Karolingische Beispiele

Wolfram Drews (Münster): „Mozarabische“ Christen als Grenzgänger und Vermittler zwischen Sprachen und Religionen

Ronny Vollandt (München): Das ,Haus der Wissenschaft' der Karäer vom 9. bis zum 11. Jahrhundert und seine Bedeutung für die Ausbildung der jüdischen Literatur des Mittelalters

Constanza Cordoni (Wien): Hebräisch als rabbinische Utopie? Überlegungen zum Verhältnis von Sprache und Identität in ausgewählten Midraschim (und anderen Schriften)

Holger Zellentin (Tübingen): Das koranische Recht zwischen Bibel und Byzantium: Sprachgrenzen und Grenzsprachen

Abschlussdiskussion

Anmerkungen:
[1] Zit. nach Guy Deutscher, Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht, München 2020, S. 9 (zuerst 2010).
[2] Vgl. das Projekt an der Universität Bern: „Lege Iosephum!“ Reading Josephus in the Latin Middle Ages, URL: https://www.legejosephum.unibe.ch/ (12.9.2022).
[3] Vgl. Johannes Heils Forschungsvorhaben am Historischen Kolleg: Das Corpus jüdisch-lateinischer Texte des frühen Mittelalters und die vorrabbinische Kultur des westmediterranen Judentums", URL: https://www.historischeskolleg.de/personen/heil-johannes (31.10.2022).
[4] Vgl. zur Edition der Vetus latina: URL: https://www.vetus-latina.de/edition (31.10.2022).