Presse und Geschichte. Leistungen und Perspektiven der Historischen Presseforschung

Ort
Bremen
Veranstalter
Institut für Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen und die Gesellschaft für Deutsche Presseforschung zu Bremen e.V.
Datum
21.11.2007 - 24.11.2007
Von
Daniel Bellingradt

Gastgeber und Initiatoren der Tagung „Presse und Geschichte. Leistungen und Perspektiven der Historischen Presseforschung” waren das Institut für Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen und die Gesellschaft für Deutsche Presseforschung zu Bremen e.V. Vom 21. bis 24. November 2007 diskutierten und referierten rund 50 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Schweden, England und der Schweiz im Haus des Bremer Presse-Clubs über die im Tagungstitel angedeuteten Leistungen und Perspektiven der historischen Presseforschung. Konkreter Anlass der Tagung war das fünfzigjährige Jubiläum des historisch arbeitenden publizistikwissenschaftlichen Forschungsinstituts zur deutschen Presse am Standort Bremen. Trotz der schwerfälligen Bezeichnung im Amtsdeutsch (Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung „Deutsche Presseforschung“) bündelt und beflügelt das Institut die historische Presseforschung in Deutschland.

Während sich die Teilnehmer in vier Sektionen und in chronologischen Schritten der Frühgeschichte der deutschen Presse (I.), der Presse im Jahrhundert der Aufklärung (II.), der Presse im 19. und 20. Jahrhundert (III.) sowie der Presseforschung im 20. Jahrhundert (IV.) widmeten, formulierte der obligatorische Schlussakkord den status quo der historischen Pressearbeit. Hierbei rückten Desiderate und Errungenschaften der Presse-, Medien- und im weiteren Sinne Kommunikationsgeschichtsschreibung in den Fokus des wissenschaftlichen Scheinwerferlichts. Flankiert wurde die Tagung von der Eröffnung einer dauerhaften Ausstellung zur Geschichte der regionalen Presse, die ab sofort im erwähnten Domizil des Bremer Presse-Clubs (Waldemar-Koch-Haus) interessierten Besuchern offensteht.

Nach den Einführungsworten in die Forschungsmaterie „Deutsche Presseforschung“ durch den Sprecher des Instituts, HOLGER BÖNING, folgte der Eröffnungsvortrag des emeritierten Bremer Professors für Deutsche Literaturgeschichte, HANS WOLF JÄGER, der sich werbend für eine intensivierte Erforschung des Lebens und Werkes des Schriftstellers und Journalisten Gustav Freytag aussprach. Freytags Publikationen positionierte Jäger hierbei als wichtige Quelle für die Mentalitätsgeschichte der Presseforschung.

Einer der beiden profundesten Kenner des Zeitungswesens des 17. Jahrhunderts, MARTIN WELKE (Mainz), eröffnete die erste Sektion zur Frühgeschichte der Deutschen Presse. In Welkes Referat über die Anfänge des Zeitungswesens mit „Relation“ und „Aviso“ wurden die Irrwege der Forschungen bei der Lokalisierung und Datierung der ersten deutschen Zeitungen skizziert. So legte Welke plausibel dar, dass es den Umständen des revisionistischen und nationalsozialistischen Zeitgeistes konform war, die erste Ausgabe des Aviso nicht im damals französischen Straßburg lokalisieren zu können. Befangen in einem ideologischen Korsett „bestimmten“ die Zeitungsforscher die erste Ausgabe des Aviso nach Augsburg. Die „Irrungen der Forschungen“ bezüglich der Anfänge des Zeitungswesens, die teilweise noch immer durch aktuelle Darstellungen transportiert werden, greift Welke auch in seinem ko-herausgegebenen und jüngst erschienenen Sammelband zu 400 Jahren Zeitungsgeschichte detailliert auf.[1] Der zweite ausgewiesene Fachmann für die Anfänge des deutschen Zeitungswesens, JOHANNES WEBER (Bremen), übernahm nach Welkes Appellen hinsichtlich einer gründlicheren Grundlagenarbeit, ergo Archivarbeit, die Darstellung der Breitwandperspektive. Mittels einer generelleren Überblicksresümierung über das erste Jahrhundert der periodischen Zeitungspresse kontextualisierte Weber die Entwicklungsschübe und -sprünge. Analog zu Webers zahlreichen Veröffentlichungen über die Säkularisierung des Politischen – über die „Präformation der Aufklärung“ – wiederholte er abermals, dass periodische Zeitungsdrucke nicht nur „Viren des Absolutismus“ und „Teufel der Moderne“ waren, sondern eben auch einen Mentalitätswandel aktivierten, der letztendlich in die Aufklärung mündete.

Besonders Webers Hinweis auf die nötige Berücksichtigung der komplementären Presseerzeugnisse und die Wichtigkeit der Erforschung des gesamten Medienverbundes wurde durch die beiden folgenden Beiträge von KLAUS-DIETER HERBST (Bremen, Jena) und ESTHER-BEATE KÖRBER (Bremen, Berlin) aufgegriffen und veranschaulicht; beide verdanken sich DFG-geförderten Projekten am Bremer Institut. Einigen fast vollständig vernachlässigten Medien der Frühaufklärung widmete sich Herbst: den Kalendern. In seinem Beitrag zur „Professionalisierung des Kalenderwesens im 17. Jahrhundert“ plädierte er für eine verstärkte interdisziplinäre Nutzung und Berücksichtigung dieser massenhaft publizierten Medien, da zahlreiche Adaptionsmöglichkeiten von der Kalenderforschung zu etlichen historischen Forschungszweigen bestünden. Herbst betonte explizit den Säkularisierungsbeitrag des Kalenderwesens: Aus den Professionalisierungstendenzen der Kalenderdrucker resultierten letztendlich „Reflexionsanregungen“ bei den Rezipienten. Körber richtete anschließend den Blick auf eine „spezialisierte Sonderentwicklung“ innerhalb der Pressegeschichte – die seriell-periodisch publizierten Zeitungsextrakte. Körber berichtete aus ihrem laufenden und noch nicht abgeschlossenen Forschungsprojekt, dass Zeitungsextrakte vorläufig als Begleit- und Ergänzungsmedien des Medienverbundes sowie als „Werbemittel für den Zeitungskonsum“ gelten könnten. Aufgrund des status nascendi der geplanten Monographie über Zeitungsextrakte ist eine nähere Definierung und Charakterisierung (auch in funktionaler Hinsicht) derzeit noch nicht möglich.

BRENDAN DOOLEY (Jacobs University Bremen) eröffnete mit seinem Referat über die „Entstehung von Gleichzeitigkeit im europäischen Bewusstsein auf der Grundlage der politischen Nachrichtenpresse“ die zweite Sektion (Presse im Jahrhundert der Aufklärung). Gestützt auf die Idee von „imagined communities“, skizzierte Dooley die Kommunikationsgesellschaft der Aufklärungszeit als eine Medienwelt, welche durch die Omnipräsenz von Gerüchten und somit von gleichzeitig sich ereignenden Rezeptionssituationen geprägt war. Ähnlich wie es schon Robert Darnton in etlichen seiner Studien andeuten konnte, zielt Dooleys Ansatz auf die Leistungsfähigkeit und Effektivität der frühneuzeitlichen Kommunikationsdistribution.[2] Am Beispiel von gedruckten Nachrichten aus Konstantinopel und deren Variationen in diversen europäischen Zeitungen, unter anderem in Hamburg, Paris und London, veranschaulichte Dooley seinen Forschungsansatz zu den Anfängen der „Gleichzeitigkeit“. HOLGER BÖNING (Bremen) rekapitulierte anschließend den Tenor seiner bisherigen – äußerst ertragreichen – Forschungsresultate zur Weltaneignung und Welteroberung einer zahlenmäßig umfangreichen Publikumsschicht. Dabei konzentrierte er sich auf die Trainingsphase des öffentlichen Räsonnements, die er chronologisch und mentalitätsbedingt im 17. Jahrhundert beginnen lässt, und auf dessen Ausdifferenzierung, die Böning in das 18. Jahrhundert datiert. Das aufgeklärte Säkulum erscheint so als Ausdifferenzierung des im 17. Jahrhundert entstehenden Medienmarktes und eben nicht als genuin neues Phänomen. Eine solche Neuakzentuierung der Mentalitäts- und Qualitätsbezüge und -transfers der ersten beiden Jahrhunderte der periodischen Presse widerspricht den Deutungen des Soziologen Jürgen Habermas und seiner Adepten deutlich. Von JÖRG JOCHEN BERNS (Marburg) wurde im Folgenden theoretisch hergeleitet, wie die von Böning angedeutete Ausdifferenzierung in Teilbereichen vonstatten ging. Berns referierte über die „Partheylichkeit“ der ersten Zeitungsmacher und -rezipienten, die den Leser durchaus als reflektierendes und räsonierendes Subjekt implizierten und somit indirekt halfen, aus der „buntschreiberischen Themensammlung“ der frühen Zeitungsdrucke mit voranschreitender Zeit ein immer unparteiischeres („subjektloses“) Organ zu machen. WERNER GREILING (Jena) demonstrierte im Anschluss die Auswirkungen jener Ausdifferenzierungen in einem regionalen Rahmen. Greilings Vortrag fokussierte den status quo einer „deutschen Medienlandschaft von europäischem Format: Weimar-Jena und Gotha um 1800“. Aufgrund aufgeklärter Fürstenpersönlichkeiten mit ausgeprägten mäzenatischen Zügen entwickelte sich in den thüringischen Gebieten um die Wende zum 19. Jahrhundert eine facettenreiche Druckqualität und -quantität (Kalender, Zeitungen, Zeitschriften, Almanache etc.), die mit einer quantitativen und qualitativen Ansammlung von Autoren korrespondierte und interdependierte. Aus der Dreieckskombination von monetärer und liberaler Förderung, technischen Druckmöglichkeiten und Autorenpotential ergab sich eine überregionale Strahlkraft der Druckprodukte. Am Beispiel Weimar-Jenas und Gothas, so Greiling, sehe man das Beispiel einer Medienlandschaft, die als „Transferland“ postbasierter Informationskanäle zu Ansehen, Ruhm und Strahlkraft gelangte.

REINHART SIEGERT (Freiburg) war es vorbehalten, seine Erkenntnisfrüchte zur Volksaufklärung abermals bereichernd in die Debatte der Presseforschung zu integrieren. Indem er die Tagespresse als Faktor eines „positiven Journalismus“ charakterisierte, subsumierte er die volksaufklärerischen Presseerzeugnisse seit dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts in den generellen Prozess der Frühen Neuzeit, der Alphabetisierung, Rezeptionszunahme und Periodika-Verbreitung als interagierende Komplexe umfasst. Derart gelang es Siegert, die „periodische Presse als Motor der Volksaufklärung“ zu bezeichnen. ASTRID BLOME (Bremen) wandte sich weiteren lange vernachlässigten Periodika zu: den Intelligenzblättern. Sie reflektierte in ihrem Vortrag den Bedeutungswandel des Mediums als Übergangsphänomen von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit. Hingewiesen wurde besonders auf die wesentliche gesellschaftliche Funktionen der Intelligenzblätter bei der Stiftung regionaler Identitäten. Als differenzierter „Wissensspeicher“ mit chronikalisch-regionalem Charakter dienten die Intelligenzblätter weiter einer „Wissensorganisation im Alltag“ und dürften gerade nicht auf das preußische Modell des Verkündungsorgans reduziert werden. Aus Blomes Beitrag ging deutlich hervor, dass analog zu den von Herbst und Körber skizzierten Forschungsdesideraten bei Kalendern und Zeitungsextrakten, die Vernetzung, Erfassung und Leistungsfähigkeit der Intelligenzblätter innerhalb des zeitgenössischen Medienverbundes ebenso wie die Benennung der gesellschaftlichen Funktionen mancher Periodika überhaupt noch ihrer wissenschaftlichen Durchdringung harrt.

Sektion III (Presse im 19. und 20. Jahrhundert) musste leider auf einen Vortrag verzichten, der aufgrund des französischen Bahnstreiks unmöglich wurde. Auf den Beitrag von Hélène Roussel (Paris) zur „Erforschung der deutschen Exilpresse“ darf sich der Leser des geplanten Tagungsbandes ebenso gebührend freuen wie auf den (krankheitsbedingt) entfallenen Beitrag von Stefanie Averbeck (Leipzig) zu „Forschungen über Presse und Öffentlichkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland“ aus der vierten Sektion. SUSANNE MARTEN-FINNIS (Portsmouth) und MICHAEL NAGEL (Bremen) eröffneten die dritte Sektion und richteten das Interesse einerseits auf die „Mobilität jiddischsprachiger Periodika im deutschen Sprachraum“ und andererseits auf die mentalitätsgeschichtlichen Bedeutungssphären von deutsch-jüdischer (Exil-)Presse. Beide Referenten zeigten, wie jüdische bzw. jiddische periodische Veröffentlichungen von einer Facette des Medienmarktes des 19. Jahrhunderts zu einer publizistischen und funktionalen „Insel“ in der nationalsozialistischen Zeit mutierten. Besonders die jiddischen Periodika stellten sich hierbei als transnationale Publikationen heraus, die deutlich vielschichtigere und komplexere Funktionen übernahmen als bisher angenommen wurde.

BERND SÖSEMANN (Berlin) beleuchtete in seinem anschließenden Vortrag die „Presse im medienpolitischen Konzept der NS-Diktatur“ und näherte sich damit dem wohl im (englischsprachigen) Ausland am intensivsten rezipierten Presse-Forschungsbereich. Sösemanns Ausführungen zufolge kann nicht von einer generellen Strategie der nationalsozialistischen Medienpolitik ausgegangen werden; vielmehr stellte sich die überaus effektive und monströse Presse-Instrumentalisierung des NS-Regimes als ein Prozess situativer Anpassungen dar. Die Konzeptlosigkeit der NS-Medienpolitik äußerte sich darin, dass lediglich systematisch an tagespolitischen Notwendigkeiten orientiert agiert wurde, dabei aber keine generelle Pressestrategie umgesetzt wurde. Gründe für diese Vorgehensweise waren unter anderem das Kompetenzgerangel einzelner Ministerien und Zuständigkeitsbereiche innerhalb der nationalsozialistischen Diktatur.

Als letzter Referent der dritten Sektion steuerte KURT NEMITZ (Bremen) in seinen Ausführungen zum Verhältnis von Staat und Journalismus auf aktuelle Entwicklungen innerhalb der Presse zu und formulierte einen Hilferuf gegen die Boulevardisierung und Ökonomisierung der hiesigen Presselandschaft. Hierbei zeigte er, dass die geplante und schleichende Einwirkung auf den Journalismus keineswegs ein neues Phänomen darstelle, sondern bereits seit mindestens 200 Jahren allseits Usus ist. Sein Appell, die Leistungskraft der aktuellen Presse zu verteidigen und deren Gefährdung durch die Ökonomisierung zu beachten, stellt(e) nicht nur die Tagungsteilnehmer vor noch unbeantwortete Fragehorizonte.

Die vierte Sektion (Presseforschung im 20. Jahrhundert) startete mit den „Leistungen und Perspektiven der historischen Presseforschung in Österreich“, die eloquent von den beiden Wiener Wissenschaftlern GABRIELE MELISCHEK und JOSEF SEETHALER vorgetragen wurden. In ihrer national fokussierten und dennoch internationale Entwicklungen einbeziehenden „Werkschau“ referierten beide über den Stand der vergleichenden Forschungen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Besonders erwähnt wurde die Arbeit an der Retrospektiven Nationalbibliographie ORBI, die zwar vorangeschritten sei, aber wohl noch Jahre (Jahrzehnte?) bis zu ihrer Vervollständigung benötigen werde.[3] Mittels des in Wien eingeschlagenen Forschungsweges gelang es Melischek und Seethaler zu demonstrieren, zu welchen Leistungen und Relationen historische Forschungen und aktuelle Entwicklungen in der Lage sind.

Im Anschluß folgte ARNULF KUTSCHs (Leipzig) theoretisch-methodisch geprägtes Referat über die „Professionalisierung des Journalismus zum Expertenberuf am Beginn des 20. Jahrhunderts“. In großen Schritten präsentierte Kutsch seine Überlegungen zu einem von der „Verberuflichung“ zur „Professionalisierung“ des Journalistenstandes führenden Prozess, die sicherlich nach Publikation des Tagungsbandes aufgegriffen und diskutiert werden.

Es war schließlich den beiden Verfassern der ersten deutschen Mediengeschichten RUDOLF STÖBER (Bamberg) und JÜRGEN WILKE (Mainz) überlassen, die Abschlussreden zu halten. Obligatorisch sind die Schlussakkorde einer wissenschaftlichen Tagung den Desideraten vorbehalten, so dass Stöber und Wilke mit ihren Ausführungen zu Motiven, Erfahrungen und Problemen beim Schreiben einer Mediengeschichte trefflich platziert waren. Aus den Ausführungen beider Redner wurde klar, auf welche pragmatischen und arbeitsökonomischen Einschränkungen und Reduzierungen eine Medien- oder Kommunikationsgeschichte sich notgedrungen einigen muss, um überhaupt geschrieben werden zu können. Trotz aller Verdienste, den Beginn einer Mediengeschichtsschreibung für Deutschland gestartet zu haben (wozu auch die Ausführungen des nicht anwesenden Lüneburger Professors am Institut für Angewandte Medienforschung (IfAM), Werner Faulstich, zu rechnen sind), obliegt allen drei Versuchen deutlich der Duft des Pionierwesens. Jedoch legen Pionierarbeiten erste Orientierungsbojen, die den zukünftigen pressehistorischen Forschungen als Grundlage und Reibungspunkte wichtige Impulse zu verleihen im Stande sind. Selbst bei der qualitativen Opulenz, der in 50 Jahren erreichten Forschungsfrüchte zum Pressewesen, wurde auf der Bremer Tagung dennoch schnell deutlich, dass nicht nur zur Frühgeschichte des Pressewesens (Kalenderwesen, Intelligenzblatt, Zeitungsextrakt, Flugblätter, Flugschriften etc.) eklatante Wissenslücken klaffen, sondern dass vielmehr an einer Vernetzung und Kooperation der facettenreichen historischen Ansätze zukünftig kein Weg vorbeiführen wird.

Konferenzübersicht:

Hans Wolf Jäger (Universität Bremen): Gustav Freytag und der Journalismus

Sektion I: Frühgeschichte der deutschen Presse
Moderation: Franklin Kopitzsch (Universität Hamburg)
Martin Welke (Gutenberg-Museum Mainz): Neues zu "Relation" und "Aviso". Wege und Irrwege der Forschung
Johannes Weber (Deutsche Presseforschung, Universität Bremen): Forschungsergebnisse und –desiderate zum ersten Jahrhundert der Zeitungspresse
Moderation: Ingrid Maier (Universität Uppsala)
Klaus-Dieter Herbst (Jena): Das Neueste im Jahresrhythmus – Zur Professionalisierung des Kalenderwesens im 17. Jahrhundert
Esther-Beate Körber (FU Berlin): Zeitungsextrakte – eine Pressegattung im Zustand der Erforschung

Sektion II: Presse im Jahrhundert der Aufklärung
Moderation: Hanno Schmitt (Universität Potsdam)
Brendan Dooley (International University, Bremen): Die Entstehung von Gleichzeitigkeit im europäischen Bewusstsein auf der Grundlage der politischen Nachrichtenpresse
Holger Böning (Deutsche Presseforschung, Universität Bremen): Ohne Presse keine Aufklärung
Jörg Jochen Berns (Universität Marburg): Nochmals zur "Parteylichkeit". Entstehungsbedingungen, Kriterien, Geltungsbereich
Werner Greiling (Universität Jena): Weimar-Jena und Gotha um 1800. Eine Medienlandschaft von europäischem Format

Sektion II: Presse im Jahrhundert der Aufklärung
Moderation: Wolfram Seidler (Universität Wien)
Reinhart Siegert (Universität Freiburg/Br.): Die periodische Presse als Motor der Volksaufklärung – Leseransprache und Rezeption
Astrid Blome (Deutsche Presseforschung, Universität Bremen): Wissensorganisation im Alltag – Entstehung und Leistungen der Lokal- und Regionalpresse

Sektion III: Presse im 19. und 20. Jahrhundert
Moderation: Andrea Seidler (Universität Wien)
Susanne Marten-Finnis (Universität Portsmouth) und Michael Nagel (Deutsche Presseforschung, Universität Bremen): Zentrum und Peripherie: Zur Mobilität jiddischsprachiger Periodika im deutschen Sprachraum und zur mentalitätsgeschichtlichen Bedeutung der Deutsch-jüdischen Presse
Moderation: Gabriele Toepser-Ziegert (Institut für Zeitungsforschung Dortmund)
Bernd Sösemann (FU Berlin): Die Presse im medienpolitischen Konzept der NS-Diktatur
Kurt Nemitz (Bremen): Regierung und Presse – Zum Verhältnis von Staat und Journalismus

Sektion IV: Presseforschung im 20. Jahrhundert
Moderation: Peter Albrecht (Braunschweig)
Gabriele Melischek, Josef Seethaler (Universität Wien): Leistungen und Perspektiven der historischen Presseforschung in Österreich
Arnulf Kutsch (Universität Leipzig): Zur Professionalisierung des Journalismus zum Expertenberuf am Beginn des 20. Jahrhunderts. Theoretische und methodische Überlegungen zu einem Forschungsdesiderat
Gemeinsamer Besuch der szenischen Lesung "Grund der Ausweisung: Lästiger Ausländer". Erarbeitet von Dr. Eva Schöck-Quinteros mit Studierenden der Universität Bremen; ausgezeichnet im Bundeswettbewerb "Geist begeistert".

Leistungen und Desiderate der historischen Presseforschung
Moderation: Holger Böning
Rudolf Stöber (Universität Bamberg): Motive, Erfahrungen und Probleme beim Schreiben einer Mediengeschichte
Jürgen Wilke (Universität Mainz): Motive, Erfahrungen und Probleme beim Schreiben einer Mediengeschichte

Anmerkungen:
[1] Welke, Martin; Wilke, Jürgen (Hrsg.), 400 Jahre Zeitungen. Ein Medium macht Geschichte. Die Entwicklung der Tagespresse im internationalen Kontext (Presse und Geschichte - Neue Beiträge 23), Bremen 2007.
[2] Vgl. u.a. Darnton, Robert, The Forbidden Best-Sellers of Pre-revolutionary France, London 1996; Darnton, Robert, Public Opinion and Communication Networks in Eighteenth-Centurs Paris, in: Knabe, Peter-Eckhard (Hrsg.), Opinion, Concepts & Symboles du dix-huitième Siècle Européen, Berlin 2000, S. 149-229.
[3] Vgl. Lang, Helmut; Lang, Ladislaus, Bibliographie der österreichischen (nichtperiodischen) Neuen Zeitungen 1492-1705, München 2001. (Bd.1 der von Helmut W. Lang herausgegebenen Österreichischen Retrospektiven Bibliographie (ORBI), Reihe 2: Österreichische Zeitungen 1491-1945, 5 Bde., München 2001-2003).

Zitation
Tagungsbericht: Presse und Geschichte. Leistungen und Perspektiven der Historischen Presseforschung, 21.11.2007 – 24.11.2007 Bremen, in: H-Soz-Kult, 04.01.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-1829>.
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Veröffentlicht am
04.01.2008
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