Gedächtnis und Erinnerung. Querschnittsbericht zum 7. Österreichischen Zeitgeschichtetag 2008

Ort
Innsbruck
Veranstalter
Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck, Österreich
Datum
28.05.2008 - 31.05.2008
Von
Ljiljana Radonic, Initiativkolleg „Kulturen der Differenz. Transformation in Zentraleuropa“/Institut für Politikwissenschaft,, Universität Wien

Fünf Panels des 7. Österreichischen Zeitgeschichtetages, der eine Bestandsaufnahme der zeitgeschichtlichen Forschung in Österreich in ihrer gesamten inhaltlichen Breite sowie einen Rückblick auf „1968“ bot, befassten sich im weitesten Sinn mit dem Thema Gedächtnis und Erinnerung. Neben über Österreich hinausweisenden internationalen, gesellschaftspolitischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Entwicklungen wurden vor allem der „Mythos 1968“ und der Umgang mit dem NS-Erbe in Österreich diskutiert.

Zwei der Panels fielen aufgrund ihres Fokus’ auf Autobiographisches mit unterschiedlich fruchtbaren Ergebnissen aus dem akademischen Rahmen. In dem Panel „1968 – MACHT – Geschichte“ moderierte ALBERT LICHTBLAU (Salzburg) ein Gespräch mit ALEXANDER VON PLATO (Hagen) und HELENE MAIMANN (Wien). Die Leitfrage des Gesprächs war, wie sich Personen, die sich beruflich mit Erinnerung auseinandersetzen, selbst erinnern, sowie was „1968“ für sie selbst bedeute. Dazu wählte Lichtblau mit von Plato und Maimann zwei paradigmatische Lebensläufe aus, einen Mann und eine Frau, einen radikalen und eine moderate Linke. Das Ergebnis des Experiments war ein Gespräch, das aufschlussreich zwischen Reflexionen etwa über die Gefahr einer stromlinienförmigen Darstellung der eigenen Biographie und unkritischen Wiederholungen früherer Parolen – etwa dass Deutschland damals mit der Gefahr eines neues Faschismus konfrontiert gewesen sei - schwankte. Das zweite aus dem akademischen Rahmen fallende Panel befasste sich mit „1968 im (Scheinwerfer-)Licht der audiovisuellen Medien“ und wurde durchgängig von Mitarbeitern des Österreichischen Rundfunks (ORF) bestritten. Im Vordergrund stand das Problem, dass aus den ersten Jahrzehnten des österreichischen Fernsehens abgesehen von Sport- und Bildungssendungen kaum vollständiges Material archiviert wurde, wofür PETER DUSEK (Wien) die Historikerzunft, namentlich die Zeithistoriker Jagschitz und Botz verantwortlich machte, die sich nie für die Zustände in den Filmarchiven interessiert hätten. Aus 1968 sei zwar Bildmaterial, aber kaum das dazugehörige Tonmaterial vorhanden. In der anschließenden Diskussion fasste Gerhard Botz zusammen, dass man bezüglich der Lücken in den Archiven nicht moralisieren dürfe. Außerdem erschöpfe sich die Geschichtswissenschaft nicht, wie man aus diesem Panel schließen hätte können, in der Frage des Vorhandenseins von Quellen. Stattdessen müsse Theoriebildung betreiben werden, zu der auch die Interpretation des Fehlens von Quellen gehöre. Schließlich wies Botz kritisch auf die Rolle der Dokumentationen „Österreich 1“ und „2“ von Hugo Portisch hin, die aufgrund der damals neuen Übermacht des Fernsehens eine neue (identitätsstiftende) „Wahrheit“ über die österreichische Geschichte etabliert hätten.

Nach der Frage von individuellem Erinnern und Quellenbeständen ging es im nächsten Panel um neue Forschungen und Perspektiven zu „Trans-/Nationalen Erinnerungskulturen“, vor allem jener, die über die österreichische Zeitgeschichte hinausweisen. LJILJANA RADONIC (Wien) und REGINA FRITZ (Wien) untersuchten am kroatischen und ungarischen Beispiel das Verhältnis von nationalen Opfernarrativen und europäischen vereinheitlichenden Standards der Vergangenheitsbewältigung. Radonic diagnostizierte für das Kroatien der Tuđman-Ära (1990-1999) eine enge Verknüpfung von schweren Demokratiedefiziten und der internationalen Isolation mit einem staatlich getragenen Geschichtsrevisionismus. Die Opfer des von den Ustascha durchgeführten Massenmords an Serb/innen, Jüdinnen und Juden und Roma wurden mit den von den Partisan/innen verübten Rachaktionen bei Bleiburg 1945, dem so genannten „kroatischen Holocaust“ gleichgesetzt. Nach dem Tode Tuđmans sei es zwar zu einem Wechsel der Vergangenheitspolitik gekommen, doch insbesondere nach dem neuerlichen Wahlsieg der Tuđman-Partei HDZ im Jahr 2003 trüge die Anpassung an europäische Standards auch problematische Züge: Die neue Ausstellung im ehemaligen KZ Jasenovac übernehme den aktuellen Fokus auf die Opfer, ohne dass zuvor eine Aufarbeitung der Täter/innenseite stattgefunden hätte. Auch wäre im Zuge der Ausstellungsentwicklung Kritik laut geworden, die Shoa werde gemäß europäischen Standards betont, während die serbischen und Roma-Opfer marginalisiert würden. Premier Sanader hätte hingegen ein anderes Problem der Universalisierung des Holocaust 2005 in Yad Vashem verdeutlicht, als er „die Kroaten“ als die neuen Juden und „die Serben“ als die neuen Nazis und Faschisten im Krieg der Neunziger Jahre beschrieb.

Fritz zeigte am Beispiel des Budapester „Haus des Terrors“, das sowohl an die Opfer der Pfeilkreuzler (1944-1945), als auch der kommunistischen Diktatur erinnert, wie die Verantwortung für die Verfolgung der ungarischen Jüdinnen und Juden bis heute weitgehend externalisiert und in Konkurrenz zu der „eigenen“ Opfererfahrung gesehen wird: „Spezifisch für den nationalen ungarischen Erinnerungsdiskurs ist die gleichzeitige Thematisierung des Holocaust und des Kommunismus, um sowohl den äußeren Erwartungen hinsichtlich der Aufarbeitung des Holocaust, als auch den eigenen Befürchtungen, die Opfer des Kommunismus könnten angesichts der Holocausterinnerung in Vergessenheit geraten, gerecht zu werden“, so Fritz. Hier ließe sich einwenden, dass dies kein spezifisch ungarisches Phänomen, sondern für die Entwicklung in Ostmitteleuropa nach 1989 verallgemeinerbar ist. Die Auseinandersetzung Ungarns mit den dunkeln Kapiteln seiner Vergangenheit wurde als unvermeidlich erachtet, um als vollwertiges Mitglied der EU zu gelten. Dies hätte zur Einführung des Holocaustgedenktages im Jahr 2000 und der Errichtung eines Holocaust-Gedenkzentrums geführt. Die Rolle europäischer Standards zeige sich daran, dass die Grundsteinlegung am internationalen Holocaust-Gedenktag und die Ausstellungseröffnung rechtzeitig zum EU-Beitritt erfolgten. Trotz der diametral entgegensetzen Zielsetzung der beiden Museen falle auf, dass beide Merkmale aufweisen, die Besuchern anderer Holocaust-Museen vertraut sein dürften. So fände im Haus des Terrors mit der Verwendung von Eisenbahnwaggons oder dem „Raum der Tränen“ eine Umdeutung von Holocaust-Symbolen statt. Beide Ausstellungen folgen, natürlich in unterschiedlichem Ausmaß, dem nationalen Diskurs. Auch das Holocaust-Gedenkzentrum marginalisiere an manchen Stellen die Verantwortung von Reichsverweser Horty und verzichte auf jeglichen Bezug zur Nachkriegszeit.

Der Chair des Panels, DIRK RUPNOW (Wien) fasste die Ergebnisse der beiden Vorträge zusammen: Die transnationale Perspektive werde zwar für das Schreiben nationaler Geschichte immer wichtiger. Statt einer Homogenisierung der Erinnerungskulturen käme es jedoch zu einer Verschärfung der Nationalisierung. Auf ästhetischer Ebene sei zwar eine Ähnlichkeit der Ausstellungen festzustellen, anhand derer sich jedoch die Problematik der Ausdehnung der Holocaust-Erinnerung auf alle Opfergruppen aufzeigen ließe.

Der Vortrag von KATRIN HAMMERSTEIN (Heidelberg) über den Umgang mit der NS-Vergangenheit in Österreich und den beiden deutschen Staaten ging der Frage nach, ob es sich hierbei um dreierlei Erinnerungen oder um eine transnationale Verschränkung der Erinnerungskulturen handle. In kritischer Bezugnahme auf die These des Soziologen M. Rainer Lepsius, der den Umgangsweisen mit dem Nationalsozialismus in diesen drei Staaten die Begriffe Internalisierung (BRD), Universalisierung (DDR) und Externalisierung (Österreich) zuordnete, nahm Hammerstein eine transnationale Perspektive ein und suchte nach Verzahnungen der Erinnerungen und nach Reaktionen auf die Entwicklungen in den anderen Staaten. Obwohl sie zu dem Ergebnis kam, dass gewisse bewährte Elemente des westdeutschen Umgangs mit der NS-Vergangenheit als Orientierungsmaßstab und Richtungsvorgabe für die anderen beiden Staaten galten, belegen ihre Beispiele (Ausstrahlung der Dokumentation „Holocaust“ und die Waldheim-Affäre) dies vor allem für Österreich, während sich die Vergangenheitspolitik der DDR eher in direkter Konkurrenz zur bundesrepublikanischen zu befinden schien und die Angleichung erst nach der Wiedervereinigung erfolgte.

Wie wichtig es hierbei ist, zwischen der offiziellen Vergangenheitspolitik und der in der Bevölkerung vorherrschenden Erinnerungskultur zu unterscheiden, zeigte die Frage aus dem Publikum, warum Deutschland als Musterbeispiel für Vergangenheitsaufarbeitung gelte, wo sich doch im täglichen Umgang mit der Bevölkerung ganz andere Eindrücke aufdrängen würden. Wiederum stellte Botz aus dem Publikum klar, dass eine transnationale Erinnerung nicht existiere, sondern bloß ein Programm sei. In der Realität wären vor allem Hegemonialkämpfe z.B. zwischen der KZ-Erinnerung und der universalistischen Holocaust-Erinnerung anzutreffen. Auch warnte er davor, einen objektiven Anspruch an Erinnerungen anzulegen, da diese – so ließe sich fortfahren – nur das identitätsstiftende Narrativ einer Gruppe wiedergeben: Eine „ethnische Erinnerungsgemeinschaft“ schließe, so ALEXANDER PRENNINGER (Wien), nicht nur die Opfer rassischer Verfolgung, sondern auch Migrant/innen aus der „deutschen Schicksals-, Verantwortungs- und Haftungsgemeinschaft“ aus.

Ging es im vorigen Panel um die Frage nach dem Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg im Allgemeinen, so wurde sie danach unter dem Titel „Gedächtnis/Revolte“ im Zusammenhang mit 1968 erörtert. OTO LUTHAR (Ljubljana) ermöglichte einen Vergleich der österreichischen Zeitgeschichte mit der Entwicklung in Slowenien. Er wies auf das Phänomen hin, dass die selben slowenischen Wissenschaftler/innen, die sich Ende der 1960er für Demokratisierung und das Ende der Instrumentalisierung von Kunst und Geschichte (vor allem des Zweiten Weltkrieges) für staatliche Zwecke eingesetzt hatten, nach der Unabhängigwerdung Sloweniens am nationalen Narrativ mitwebten.

Die folgenden Beiträge von HELMUT KONRAD (Graz) und HEIDEMARIE UHL (Wien) repräsentierten zwei Generationen der Auseinandersetzung mit dem „Faschismus“, wie es im Titel des Beitrages von Konrad hieß, oder dem Nationalsozialismus, wie Konrad es im Vortrag formulierte. Er zählte sich selbst zur skeptischen, ersten Generation der kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, der Rolle Österreichs und der Eltern. Auch er reflektierte die autobiographischen Momente seiner Forschung, die persönliche Konfrontation mit völkischen Werten, wobei er betonte, dass es in Österreich weniger um eine direkte Auseinandersetzung mit den eigenen, als vielmehr mit Autoritätspersonen als fiktiven Eltern gegangen sei. In Deutschland hingegen sei die Entwicklung weniger personenbezogen gewesen, sondern habe sich – angeregt durch die Frankfurter Schule – stärker mit gesellschaftlichen Strukturen auseinander gesetzt. Auch wären in Deutschland unterschiedliche Geschichtsdeutungen auf die beiden deutschen Staaten aufgeteilt gewesen, während sie sich in Österreich in einem Land arrangieren mussten. Dies hätte den „Geist der Lagerstraße“ als gemeinsame Geschichtsdeutung hervorgebracht. Diese sei im „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ institutionalisiert worden, einer Einrichtung, die in Deutschland undenkbar gewesen wäre. Abschließend bemerkte Konrad, dass es an der nächsten Generation liege, sich systematisch mit „dem Faschismus“ auseinanderzusetzen.

Uhl eröffnete ihren Vortrag mit dem Titel „1968/1978/1988/2008: Varianten des Neuschreibens von Geschichte“, indem sie die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass heute wieder eine neue, kritische Generation von Wissenschaftler/innen mit einer neuen Perspektive beim Zeitgeschichtetag anwesend sei. „Die Vergangenheit ist bewältigt, rot-weiß-rot ist die Sache aller Österreicher.“ Am Beispiel dieses Zitats aus der „Neuen Kronen Zeitung“ aus 1978 zeigte sie, dass Vergangenheitsbewältigung 1978 etwas völlig anderes bedeutete als etwa ein Jahrzehnt später. Beim 40. Jahrestag sei bei der Frage, wie es zum Anschluss 1938 kommen konnte, die Schuldfrage zurückgestellt worden. Später intervenierten dann laut Uhl ehemalige „68er“ gegen die These von der geteilten Schuld und benannten eindeutig die Rolle von Dollfuß und Schuschnigg, sowie die Zerstörung der Demokratie als entscheidende Faktoren. Bei aller Diskontinuität werde laut Uhl vor allem deutlich, dass der unterschiedliche Umgang mit Kategorien wie Schuld in beiden Fällen von Bedürfnissen der Gegenwart geleitet werde – eine entscheidende Erkenntnis für die Beschäftigung mit dem Themenkomplex Gedächtnis und Erinnerung.

Im letzten Panel „Generation & Gedächtnis“ betonte WOLFGANG WEBER (Dornbirn) noch einmal, dass die Kriegskinder-Generation der „68er“ die Väter pauschal als Nazis anklagte, jedoch nicht die biologischen, sondern die „soziale Generation“ der Väter, die „Väter der anderen“, während den Müttern eine Anklage meist erspart blieb. Die Auseinandersetzung war also – wie Weber an einigen Beispielen aus Vorarlberg deutlich machte – personalisierend. Sie fand in der Öffentlichkeit und nicht in der Familie statt. Dies könne unter anderem mit der Angst der Kinder, entdecken zu können, dass ihre Eltern, besonders die Väter, in die NS-Verbrechen involviert waren, erklärt werden: „Sie reflektieren das politische System des Nationalsozialismus in grundlegenden theoretischen Faschismusanalysen, sie sind aber nicht bereit oder nicht fähig, dieses theoretische Wissen zu materialisieren, indem sie es in Bezug zur eigenen oder zur Familienbiografie setzen.“

Abschließend präzisierte MARGIT REITER (Wien),, dass das politische Engagement der „68er“ zwar als „gelebter Antifaschismus“ verstanden wurde und vom Bedürfnis nach Abgrenzung (von den Eltern, den vorgegebenen politischen Strukturen) und nach Identifikation (mit der Arbeiterbewegung, dem politischem Widerstand, der „Dritten Welt“, den jüdischen NS-Opfern) getragen war. Der weit verbreitete Befund vom Kampf gegen die eigenen „Väter als Täter“ kann durch Reiters Forschungen jedoch nicht bestätigt werden: Man beschäftigte sich zwar theoretisch mit dem Faschismus und den gesellschaftlichen wie personellen NS-Kontinuitäten, trat gegen Rechtsextremismus und Neonazis auf und protestierte gegen Freisprüche für NS-Täter. Als Defizite des „hohen Abstraktionsgrades“ der „Faschismus-Analyse“ der „68er“ nennt Reiter jedoch, neben der Exklusion der eigenen NS-Väter, den inflationären Gebrauch des Begriffes „Faschismus“. Dies beinhalte einerseits die Subsumierung des Nationalsozialismus unter den pauschalen Faschismus-Begriff unter Ausblendung der Judenvernichtung und andererseits die Übertragung auf gegenwärtige Verhältnisse. Außerdem sei auffallend, dass viele „68er“ das tatsächliche Ausmaß der Beteiligung von Österreicher/innen am Nationalsozialismus und an den NS-Verbrechen lange nicht realisiert hätten. Auch sie hätten den Nationalsozialismus gedanklich externalisiert, d.h. die Verantwortung auf „die Deutschen“ abgeschoben und sich als österreichische „Nachgeborene“ nicht unmittelbar betroffen gefühlt. Diese mangelnde historische Sensibilität zeigte sich laut Reiter in den 1970er Jahren in der unkritischen Haltung vieler linker junger Österreicher/innen gegenüber Bundeskanzler Bruno Kreisky und seinem problematischen Umgang mit ehemaligen Nationalsozialist/innen und dem Antisemitismus. Für viele österreichischen „68er“ wäre erst die Waldheim-Affäre zur wesentlichen Zäsur geworden – als Befreiungsschlag in ihrer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und mit ihrer belasteten Familiengeschichte. In dieser Hinsicht habe „1968“ in Österreich mit großer Verspätung, nämlich ab Mitte der 1980er Jahre und in den darauf folgenden vergangenheitspolitischen Debatten stattgefunden.

Resümierend lässt sich festhalten, dass der Stand der Forschung zu den Themen „Gedächtnis und Erinnerung“ in Österreich in seinem Querschnitt gut wiedergegeben wurde, nationale, aber auch neue, transnationale Perspektiven kritisch hinterfragt und der „Mythos 1968“ sowohl genährt, als auch dekonstruiert wurde. Offen bleibt, ob die Beschränktheit der Auswirkungen von „1968“ in Österreich angesichts der Vielzahl lokaler, regionaler und Österreich-bezogener Studien zu „1968“ nicht erst durch einen stärkeren internationalen Vergleich und die Berücksichtigung globaler Auswirkungen von 1968 zu Tage treten kann – eine Frage, die sich jedoch stärker für die Konferenz im Allgemeinen, als für die behandelten Vorträge stellt.

Kurzübersicht:

Panel 10: 1968 – MACHT – Geschichte. Ein moderiertes Gespräch
Moderation: Albert Lichtblau (Fachbereich Geschichte/Zentrum für jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg)
Helene Maimann (ORF Wien)
Alexander von Plato (Fernuniversität Hagen)

Panel 21: 1968 im (Scheinwerfer-)Licht der AV-Medien
Chair: Peter Dusek (ORF Wien)
Impulsreferate von:
Peter Dusek (ORF Wien): Die audiovisuellen Quellen des Jahres 1968: Ein methodischer Blick zurück
Siegfried Steinlechner (ORF Wien): Mythos ‘68 im TV
Alexander Hecht (ORF Wien): 1968 – Die politische Großwetterlage im Fernsehen
anschließend ca. 60 min. moderiertes Gespräch mit Hugo Portisch

Panel 15: Trans-/Nationale Erinnerungskulturen. Neue Forschungen und Perspektiven
Chair: Dirk Rupnow (Institut für die Wissenschaften vom Menschen, Wien)
Ljiljana Radonic (Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien): Vergangenheitspolitik in Kroatien zwischen Revisionismus und europäischen Standards
Regina Fritz (Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien): Ungarische Holocaust-
Erinnerung zwischen transnationalen Vereinheitlichungstendenzen und nationalen
Opfernarrativen
Katrin Hammerstein (Historisches Seminar der Universität Heidelberg): Dreierlei Erinnerung oder transnationale Verschränkung? Zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in Österreich und den beiden deutschen Staaten
Alexander Prenninger (Ludwig Boltzmann-Institut für historische Sozialwissenschaft, Wien): Nationalsozialismus und Holocaust im Geschichtsbewusstsein von Jugendlichen mit
Migrationshintergrund in Österreich

Panel 25: Gedächtnis/Revolte
Chair: Reinhard Kannonier (Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz)
Helmut Konrad (Universität Graz): Die erste Generation der Auseinandersetzungen mit dem
Faschismus
Oto Luthar (Slowenische Akademie der Wissenschaften, Ljubljana): „Alles für die Geschichte – Geschichte für alle“. Zwei Generationen slowenischer Historiker/innen
Heidemarie Uhl (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien): 1968/1978/1988/ 2008: Varianten des Neuschreibens von Geschichte

Panel 35: Generation & Gedächtnis
Chair: Josef Berghold (Innsbruck)
Michael John (Linz): 1968ff in Linz – Aspekte einer Jugendrevolte
Margit Reiter (Wien): Mythos „1968“: Aufstand gegen die Väter als Täter?
Wolfgang Weber (Dornbirn): Wenn 68er die Jahre der NS-Diktatur erinnern…

Zitation
Tagungsbericht: Gedächtnis und Erinnerung. Querschnittsbericht zum 7. Österreichischen Zeitgeschichtetag 2008, 28.05.2008 – 31.05.2008 Innsbruck, in: H-Soz-Kult, 19.07.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2159>.
Redaktion
Veröffentlicht am
19.07.2008