Die Mozaraber – Definitionen und Perspektiven der Forschung. Internationale Arbeitstagung

Ort
Erlangen
Veranstalter
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften, Prof. Dr. Klaus Herbers und Dr. Matthias Maser , Erlangen
Datum
11.07.2008 - 12.07.2008
Von
Christofer Zwanzig, Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Arbeitstagung zur Untersuchung der als „Mozaraber“ bezeichneten Christen bildete den Auftakt des in Erlangen angesiedelten Forschungsprojekts „Die Mozaraber. Kulturelle Identität zwischen Orient und Okzident“ unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Herbers und Dr. Matthias Maser (Mittelalterliche Geschichte), Prof. Dr. Michele Ferrari (Lateinische Philologie des Mittelalters) und Prof. Dr. Hartmut Bobzin (Islamwissenschaft), das künftig von Christofer Zwanzig und Christian Saßenscheidt (Mittelalterliche Geschichte), Nina Pleuger und Ulisse Cecini (Lateinische Philologie des Mittelalters) und Daniel Potthast (Islamwissenschaft) bearbeitet wird. Anliegen dieses Projekts ist es, die mozarabischen Christen nicht vorrangig über ihren Rechtsstatus als diskriminierte Minderheit im muslimischen al-Andalus zu untersuchen. Vielmehr geht es darum, die eigenständige kulturelle Profilbildung der Mozaraber und deren Bestand auch im christlichen Umfeld herauszuarbeiten. Entsprechend sollten durch die Tagung wichtige Forschungsaspekte zur Identitätsbildung der Mozaraber präsentiert und weitergehende Fragestellungen diskutiert werden.

In seinem Beitrag „Die Mozaraber – ein undefinierbares Phänomen?“ plädierte MATTHIAS MASER (Erlangen) dafür, das Mozarabertum als ein produktives Zusammentreffen hispanoromanisch-westgotischer Traditionen mit den Einflüssen und Impulsen der islamisch-arabischen Kultur zu verstehen. Nur ein solch offener Ansatz könne die vielfältigen Aspekte des Mozarabertums erfassen. Zugleich reduziere man die Mozaraber auf diese Weise nicht zu einem rein rechtshistorischen Phänomen, wie dies durch eine Einengung des Begriffs Mozaraber auf Christen in Al-Andalus geschehe. Gegenüber der älteren Forschung, die die Mozaraber häufig als Wahrer des Christentums unter muslimischer Herrschaft ansah und der mozarabischen Kultur autochthon westgotische Wurzeln zuschrieb, mache eine solch breite Definition auch die muslimischen Einflüsse auf die mozarabische Kultur deutlich. Nicht zuletzt erlaube ein offeneres Verständnis des Mozarabertums auch, die bis in die jüngere Forschung ausgefochtene Kontroverse aufzulösen, ob sich das Mozarabertum lediglich in Al-Andalus oder auch in den christlichen Königreichen Nordspaniens feststellen lasse.

Unter dem Titel „Der mozarabische Blick auf Geschichte: zwischen Tradition und Identitätsbildung“ untersucht CARMEN CARDELLE DE HARTMANN (Heidelberg) vier historiographische Texte, die in Al-Anadalus entstanden: Zum einen die in lateinischer Sprache verfassten Texte der Chronica Byzantia-Arabica und der Chronica Muzarabica, die beide aus dem 8. Jahrhundert stammen; zum anderen die arabische Orosius-Übersetzung (10. Jh.) und den sogenannten Kairouan-Text (vermutl. 11. Jh.), eine um weitere Quellen erweiterte Zusammenfassung von Orosius` Universalchronik auf Arabisch. Wie Cardelle de Hartmann herausarbeitete, könne zwar nicht von einer mozarabischen Geschichtsschreibung im Sinne einer zusammenhängenden, klar abgegrenzten Textgruppe die Rede sein. Dennoch ließe sich die Frage stellen, ob die Texte die Grundzüge eines gemeinsamen Geschichtsbildes enthielten. Gemeinsam sei den Texten, dass sie durch christliche Autoren der Spätantike und aus westgotischer Zeit beeinflusst wurden. Ähnlichkeiten zeigten sich nach Cardelle de Hartmann auch im Geschichtsbild: In allen vier Werken werde das Westgotenreich als letztes christliches Reich auf der iberischen Halbinsel dargestellt. In den lateinischen Chroniken fänden abgesehen von Byzanz die christlichen Reiche im Norden und außerhalb der iberischen Halbinsel keine Aufmerksamkeit. Die arabische Herrschaft werde hingegen als Macht dargestellt, die Byzanz ebenbürtig sei. Die religiöse Orientierung der Autoren sei nicht in allen Fällen klar festzustellen, legten doch alle vier Texte eine gewisse Gleichgültigkeit in religiösen Fragen an den Tag. Insbesondere für die Chronica Byzantia-Arabica und die Orosius-Übersetzung, lasse sich nicht mehr entscheiden, ob die Autoren aus dem christlichen oder dem muslimischen Umfeld stammten. Die Adressaten der Texte seien offenbar ebenfalls nicht einheitlich gewesen.

MARIE-THÉRÈSE URVOY (Toulouse) referierte zum Thema „Quelle est la part d'originalité dans la production écrite mozarabe?“. Ihre Untersuchung stützte sie dabei in erster Linie auf historiographische und poetische Texte, die in Al-Andalus in arabischer Sprache entstanden: Als historiographische Texte führte Urvoy die Übersetzung der Orosiuswerkes Historiae adversus paganos sowie eine anonym verfasste Universalchronik an. Als poetische Texte behandelte sie unter anderem Verse, die in die Orosiusübersetzung aufgenommen wurden sowie eine Adaption der Psalmen, die Ḥafṣ b. al-Qūtī im 9. oder 10. Jahrhundert in Córdoba schrieb. Die chronikalischen Texte verstand Urvoy als Zeugnis für die Einflüsse der lateinischen Kultur auf die arabische und mozarabische Welt. Die Formen der Poesie, in denen die Nutzung metrischer Formen der arabischen Dichtung zu beobachten sei, zeigten nach Meinung Urvoys hingegen zumindest bis ins 11. Jahrhundert eine deutliche Arabisierung christlicher Kultur. Als besonderes Zeugnis der Verschränkung beider Kulturkreise benannte Urvoy die religiöse Poesie.

WIEBKE DEIMANN (Erlangen) stellte in ihrem Vortrag „Die Mozaraber in Sevilla um 1100 aus der Perspektive eines islamischen Juristen. Zur ḥisba des Ibn 'Abdūn“ eine sevillanische Marktordnung des 12. Jahrhunderts vor, die zur Zeit der almoravidischen Herrschaft verfasst wurde. Das Dokument habe vermutlich nie Rechtsgültigkeit erlangt und zeige deshalb in erster Linie die Intentionen des Verfassers. Bezogen auf die Passagen des Textes, die das Verhältnis der Muslime zu Christen und Juden, den so genannten ḏimmī-s betrafen, lasse sich das Bemühen des Autors erkennen, die Konstituierung und Selbstversicherung der eigenen religiösen Gemeinschaft durch die Distinktion von Christen und Juden zu erreichen. Religiöse Klassifizierungen sollten nach den Vorstellungen Ibn 'Abdūns auch in gesellschaftliche Hierarchien umgesetzt werden, wie dies beispielsweise das Verbot für Muslime verdeutliche, niedere Arbeiten für ḏimmī-s zu verrichten oder ihnen wissenschaftliche Bücher zu verkaufen. Wie Deimann herausarbeitete, gebe die ḥisba über die Intentionen des Autors hinaus jedoch auch Auskunft zu ihrem Entstehungskontext und lasse so Rückschlüsse auf die konkrete historische Situation in Sevilla zu. So gehe aus dem Dokument hervor, dass es um 1100 in Sevilla noch christliche Gotteshäuser gab, deren Glocken gegen die Theorie des allgemein-islamischen Minderheitenrechts wohl auch geläutet werden durften. Deutlich werde jedoch auch, dass eine strikte Abgrenzung zwischen den religiösen Gruppen im Alltag nicht bestand. So lasse der Text auf interreligiöse Kontakte schließen, die bis zum Besuch von Kirchen durch Muslime reichten.

DIEGO OLSTEIN (Jerusalem) widmete sich in seinem Vortrag „The Mozarabs from Toledo (12th-13th centuries): Historiography, Sources, and History“ dem Corpus mozarabischer Urkunden aus dem hochmittelalterlichen Toledo. Olstein verwarf eine auf sprachlichen Kriterien basierende Kategorisierung der Quellen, die auf Arabisch verfasste Dokumente automatisch als „mozarabisch“ klassifiziert. Vielmehr umfassten die arabischen Urkunden Toledos in beträchtlichem Umfang auch Dokumente des Königtums sowie des Kathedralkapitels. Dies zeige, dass die Dienste der mozarabischen Notare in Toledo von verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Anspruch genommen wurden und somit auf Arabisch verfasste Dokumente keineswegs zwingend Zeugnisse der mozarabischen Bevölkerung der Stadt darstellen müssen. Anhand der Korrelationen von Sprache, Aussteller und Rechtsinhalten konnte Olstein verschiedene Phasen der Urkundenproduktion in Toledo ermitteln und die Abhängigkeit der Urkundensprache nicht vom Aussteller, sondern von den behandelten Rechtsangelegenheiten aufzeigen: So erwiesen sich bis ins 13. Jahrhundert die in den arabischen Dokumenten behandelten Rechtsgeschäfte vornehmlich als ökonomischer Natur, während die lateinischen/romanischen Urkunden eher juridisch-politische Belange betrafen. Ab ca. 1260 löste Romance das Arabische als Urkundensprache ab, wobei jedoch – wie Olstein deutlich machte – diplomatische Formen der arabischen Urkunden beibehalten wurden. Damit belege der Sprachwechsel in der Überlieferung nicht das Verschwinden des mozarabischen Elements aus dem Toledaner Rechtsleben, sondern vielmehr dessen Perpetuierung in gewandeltem sprachlichen Gewand. Freilich sei aus dem romanischen Urkundencorpus damit nicht auf die Präsenz einer mozarabischen Bevölkerung, sondern lediglich auf die Beibehaltung mozarabischer Formen und Rechtstraditionen zu schließen. Im Gegenteil äußerte Olstein die Einschätzung, dass von den erhaltenen Toledaner Urkunden nur etwa 15 Prozent tatsächlich „mozarabische“ Belange spiegelten.

IGOR POCHOSHAJEW (Rostock) behandelte in seinem Beitrag zum Thema „Theologische Legitimation des freiwilligen Todes in den Texten von Albarus und Eulogius“ die so genannten Märtyrer von Córdoba, eine Gruppe von knapp 50 Christen, die um die Mitte des 9. Jahrhunderts wegen ihrer Islamkritik von der muslimischen Obrigkeit hingerichtet wurden. In einem Überblick über die bisherige Forschung zu den Märtyrern bejahte Pochoshajew in Ablehnung jüngerer Forschungspositionen die Historizität der cordobenser Märtyrer. Pochoshajew interpretierte die Texte zunächst als Quellen für die Kritik, welche an den Märtyrern wohl im Zusammenhang mit dem Konzil von Córdoba im Jahre 852 geübt wurde, welches Christen verbot, durch Angriffe auf den Islam ihre Hinrichtung zu bewirken. Wie Pochoshajew herausarbeitete, wurde in Abrede gestellt, dass unter islamischer Herrschaft von einer Glaubensverfolgung der Christen die Rede sein könne. Die Kritik an den Märtyrern von Córdoba speiste sich zudem aus dem Vergleich ihrer Leiden mit dem der frühchristlichen Blutzeugen. Wie Pochoshajew aufzeigte, wurde gegen diese Einwände argumentiert, indem hagiographische Topoi der älteren Märtyrerliteratur teils relativiert, teils aber auch aktualisiert umgeformt wurden. Die Situation für Christen unter islamischer Herrschaft wurde als Verfolgungssituation dargestellt, Polemik und physische Gewalt gegen Muslime wurden durch Analogien zu biblischen Vorbildern und scharfe Islamkritik gerechtfertigt. Wie Pochoshajew abschließend festhielt, seien die Texte zu den Märtyrern von Cordoba als Teil eines Diskurses um das Verhältnis der Christen zum Islam zu verstehen. Die spätere Geschichte der Mozaraber belege, dass sich die theologische Rechtfertigung des freiwilligen Todes, wie sie sich in den Texten des Albarus und des Eulogius finde, nicht durchgesetzt habe.

„Quomodo universalis ecclesia per totum mundum communi consuetudine … dicere solet. Liturgische Traditionen Spaniens zwischen theologischen Kontroversen und karolingischer Ekklesiologie“ betitelte PATRIZIA CARMASSI (Wolfenbüttel) ihren Beitrag zur Arbeitstagung. Der Schwerpunkt von Carmassis Vortrag lag auf den Auseinandersetzungen zwischen der römisch-fränkischen Kirche und einem Großteil der spanischen Bischöfe um die exakte theologische Definition der Menschwerdung Christi. Carmassi arbeitete heraus, dass während des so genannten Adoptianismusstreits die neue karolingische Ekklesiologie an Bedeutung gewann: Unter Verweis auf die Universalität der Kirche sei dabei für die Einheitlichkeit der liturgischen Formen argumentiert worden. In der Auseinandersetzung hätten die karolingischen Bischöfe ihre Position aber zunehmend auch mit Verweis auf die Fremdherrschaft von Ungläubigen legitimiert, unter der die spanischen Bischöfe standen. Dennoch blieben nicht nur die teils als westgotisch, teils als mozarabisch bezeichneten Texte und rituellen Gewohnheiten bis ins 11. Jahrhundert häufig im Gebrauch. Auch angesichts der ekklesiologischen Aussagen habe es Kontinuitäten und Analogien zwischen der Karolingerzeit und der Abschaffung der spanischen Liturgie im 12. Jahrhundert gegeben.

HENRIK KARGE (Dresden) referierte zum Thema „Mozarabische Architektur im Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Fragen der Genese, Klassifikation und historischen Zuordnung.“ Zu Beginn seiner Ausführungen stellte er als einzigartiges Beispiel das Kloster San Miguel de Escalada bei León vor. Die gut erhaltene Klosterkirche zeige durch schlanke Arkaden mit Hufeisenbögen, Apsiden mit Segelgewölben, durch ihren hufeisenförmigen Grundriss sowie durch ihr Dekor zahlreiche Prägungen durch die Architektur in Al-Andalus. Zugleich sei durch Schriftquellen gesichert, dass das Kloster durch mozarabische Mönche aus Córdoba errichtet wurde. Wie Karge herausarbeitete, ließe sich für zahlreiche weitere Bauten, die sich vor allem in Galicien, León und Kastilien finden, teilweise ein Zusammenhang mit der leonesichen Wiederbesiedlungspolitik vermuten. Die jüngere kunsthistorische Forschung stehe jedoch der Position skeptisch gegenüber, dass Kirchen alleine auf Grund ihres Formenapparats als mozarabisch zu qualifizieren seien. Karge schlug in seinem Vortrag vor, die als mozarabisch bezeichneten Bauformen in die Veränderungen der leonesichen Architektur einzuordnen. Um das Jahr 900 habe sich ein Architektursystem ausgebildet, das unabhängig von der Herkunft der Auftraggeber und der Bauleute stark mozarabisch geprägt gewesen sei und mit seinen komplexen baulichen Strukturen die weitaus schlichtere asturische Tradition abgelöst habe. Offenbar habe man sich dabei an der ästhetisch als höher stehend empfundenen Kultur, die durch die mozarabischen Christen aus dem Süden vermittelt wurde, orientiert, um die eigene Architektur und Kunstproduktion zu nobilitieren. Als Beispiel diskutierte Karge den nur schwer zu rekonstruierenden Vorgängerbau der heutigen Compostellaner Kathedrale.

Im Rahmen ihres Beitrages ”Palaeography and Codicology of Mozarabic Manuscripts: a Crossroads of Traditions“ arbeitete ELENA E. RODRIGUEZ DIAZ (Huelva) anhand einer repräsentativen Auswahl die Eigenheiten mozarabischer Handschriften heraus, die in Südspanien entstanden. Wie Rodríguez Díaz darstellte, ließen sich aus kodikologischer Sicht an den mozarabischen Handschriften keinerlei islamische Einflüsse auf deren Herstellung feststellen. Paläographisch seien islamische Einflüsse erst ab dem Zeitpunkt nachzuweisen, als die arabische Schrift unter den zunehmend arabisierten Christen die lateinische verdrängte. Die Handschriften seien somit ein Zeugnis für den Versuch gebildeter Mozaraber gewesen, dem zunehmenden Verlust der eigenen Identität entgegenzuwirken. Die Berufung auf die römischen Traditionen sei dabei von besonderer Bedeutung gewesen, was Rodríguez Díaz nicht zuletzt damit erklärte, dass es sich bei der römischen Provinz Baetica um eine der am stärksten romanisierten Regionen Spaniens gehandelt habe. Wie Rodríguez Díaz aufzeigte, seien die kodikologischen und paläographischen Praktiken der Mozaraber durch deren Emigration aus Al-Andalus auch zunehmend in den nördlichen Königreichen Spaniens feststellbar. Die Region León mit den Klöstern Silos und San Millán de La Cogolla wurde als Beispiel ebenso angeführt wie die Stadt Toledo und der gallizisch-portugiesische Raum. Damit hätten sich die Handschriften deutlich von den übrigen im Norden hergestellten Stücken unterschieden. Mozarabische Techniken seien aber auch in jüdischen Handschriften aufgenommen und weitergeführt worden.

Die Abschlussdiskussion griff neben einer Vorstellung des beginnenden Forschungsprojekts Fragen des Einleitungsvortrages auf und konzentrierte sich zunächst auf die Problematik einer exklusiven Beschränkung des Phänomens „Mozaraber und Mozarabertum“ auf entweder ein muslimisches oder christliches Umfeld. Die scheinbare Unvereinbarkeit beider Zugriffsweisen, so wurde festgestellt, resultiere nicht zuletzt aus unterschiedlichen Definitionsansätzen: Wo Mozarabertum im muslimischen Umfeld leicht als rechts- und sozialgeschichtliches Phänomen greifbar sei, präsentiere es sich im christlichen Ambiente vor allem als kultur- und kunstgeschichtliches Stilphänomen. Plädiert wurde für eine Zusammenführung beider Perspektiven, die mozarabische Kultur und Lebenswelt sowohl im Andalus als auch im christlichen Norden der Iberischen Halbinsel fassbar mache. Dabei müsse auch die Widersprüchlichkeit dieses Prozesses diskutiert werden, der einerseits zu Anpassung von Sprache und Schrift an nordspanische Vorbilder, zugleich aber zu einer Beibehaltung der Architektur und des Bildgutes führte.
Die Tagungsergebnisse werden in der Reihe „Geschichte und Kultur der Iberischen Welt“ publiziert.

Kurzübersicht:

Freitag, 11. Juli 2008

Begrüßung/Grußworte
Welcome Notes

Matthias Maser (Erlangen)
„Die Mozaraber – ein undefinierbares Phänomen?“
”The Mozarabs – an Undefinable Phenomenon?”

Sektion I „Historiographie und Literatur“
Historiography and Literature

Moderation: Michele C. Ferrari (Erlangen)

Carmen Cardelle de Hartmann (Heidelberg)
„Der mozarabische Blick auf die Geschichte: zwischen Tradition und Identitätsbildung“
”The Mozarabic View on History: Between Tradition and Construction of Identity”

Marie-Thérèse Urvoy (Toulouse)
„Quelle est la part d'originalité dans la production écrite mozarabe?“
”What is Original in the Mozarabic Literature?”

Sektion II „Rechtsquellen und Stadtgesellschaft“
Legal Sources and Urban Society

Moderation: Nikolas Jaspert (Bochum)

Wiebke Deimann (Erlangen)
„Die Mozaraber in Sevilla um 1100 aus der Perspektive eines islamischen Juristen. Zur hisba des Ibn ‘Abdun"
”The Mozarabs of Seville around 1100 seen from the Perspective of an Islamic Jurist. The hisba of Ibn ‘Abdun”

Diego Olstein (Jerusalem)
”The Mozarabs from Toledo (12th-13th centuries): Historiography, Sources, and History”
„Die Mozarabische Gemeinde von Toledo im 12. und 13. Jahrhundert: Historiographie, Quellen und Geschichte“

Sektion III „Liturgie und Theologie“
Liturgy and Theology

Moderation: Klaus Herbers (Erlangen)

Igor Pochoshajew (Rostock)
„Theologische Legitimation des freiwilligen Todes in den Texten von Albarus und Eulogius“
"Theological Legitimation of Voluntary Death in the Texts of Albarus and Eulogius“

Patrizia Carmassi (Wolfenbüttel)
„Quomodo universalis ecclesia per totum mundum communi consuetudine … dicere solet. Liturgische Traditionen Spaniens zwischen theologischen Kontroversen und karolingischer Ekklesiologie.“
”Liturgical Traditions of Spain between Theological Controversies and Carolingian Ecclesiology”

Samstag, 12. Juli 2008

Sektion IV „Architektur und Schriftentwicklung“
Architecture and Development of Scripture

Moderation: Hartmut Bobzin (Erlangen)

Henrik Karge (Dresden)
„Mozarabische Architektur im Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Fragen der Genese, Klassifikation und historischen Zuordnung.“
”Mozarabic Architecture in the North-western Iberian Peninsula. Questions on Genesis, Classification and Historical Context”

Elena E. Rodríguez Díaz (Huelva)
”Palaeography and Codicology of Mozarabic Manuscripts: a Crossroads of Traditions“
„Paläographie und Kodikologie mozarabischer Handschriften: eine Kreuzung von Traditionen“

Abschlussdiskussion
Final Discussion

Klaus Herbers (Erlangen)
„Die Mozaraber. Kulturelle Identität zwischen Orient und Okzident - zu einem neuen Projekt."
”A new project: the Mozarabes. Cultural Identity between Orient and Occident”.

Kontakt

Christofer Zwanzig M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften Kochstraße 4
91054 Erlangen
E-Mail: Christofer.Zwanzig@gesch.phil.uni-erlangen.de
Tel.: +49/(0)9131/85-25892
Fax.: +49/(0)9131/85-2589

Zitation
Tagungsbericht: Die Mozaraber – Definitionen und Perspektiven der Forschung. Internationale Arbeitstagung, 11.07.2008 – 12.07.2008 Erlangen, in: H-Soz-Kult, 10.09.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2250>.
Redaktion
Veröffentlicht am
10.09.2008