Die Gesellschaft der Oper. Kulturtransfers und Netzwerke des Musiktheaters in Europa

Ort
Berlin
Veranstalter
Europa-Universität Frankfurt (Oder) / Universität Bielefeld. Abschlusskonferenz des internationalen Forschungsprojekts "Die Oper im Wandel der Gesellschaft. Musikkulturen europäischer Metropolen im "langen" 19. Jahrhundert" Gefördert von der VolkswagenStiftung und der Fritz Thyssen Stiftung., Berlin
Datum
22.05.2008 - 24.05.2008
Von
Hermann Grampp, Freie Universität Berlin

Das von Philipp Ther, Sven Oliver Müller und Heinz-Gerhard Haupt ins Leben gerufene und betreute internationale Forschungsprojekt: „Die Oper im Wandel der Gesellschaft. Musikkulturen europäischer Metropolen im ‚langen’ 19. Jahrhundert“, das von 2005 bis 2008 von der Volkswagen-Stiftung finanziert wurden, fand mit der Konferenz vom 22. bis 24. Mai 2008 in Berlin zum Thema „Die Gesellschaft der Oper. Kulturtransfer und Netzwerke des Musiktheaters in Europa“ seinen vorläufigen Abschluss. Sinn und Zweck des Unternehmens, das Forscher aus dem gesamteuropäischen Bereich wie Nordamerika vereint, ist es, das Phänomen der Oper in seinen kultur- und sozialhistorischen Kontext zu setzen sowie die Oper als Forschungsgegenstand fest in den Geschichtswissenschaften zu verorten, eine Tendenz, die in den vergangenen Jahren auf zunehmendes Interesse stößt. Dreh- und Angelpunkte dieses Forschungsprojekts waren regelmäßige Konferenzen im groben Halbjahrestakt, die den Komplex von verschiedenen Blickwinkeln durchleuchteten: Oper als Ort der Repräsentation (Budapest 2005), dem Verhältnis zwischen Oper und Politik (Florenz 2006), der Bezug zwischen Musiktheater und Hochkultur (Zagreb 2006), die Frage nach dem europäischen Charakter der Oper (Wien 2007) sowie das Verhältnis von Oper und Stadt (Lemberg 2007). Die Konferenzergebnisse und die Monographien über europäische Opernstände wie London, Mailand, Budapest und Kiew werden, sofern nicht bereits geschehen, sukzessive vom Oldenbourg Wissenschaftsverlag in der Reihe „Die Gesellschaft der Oper“ der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[1]

Die auch von der Thyssen-Stiftung geförderte Berliner Abschlusstagung im Mai 2008 darf gleichsam als Summa der dreijährigen Forschungstätigkeit verstanden werden, da sie durch den Titel: „Die Gesellschaft der Oper. Kulturtransfers und Netzwerke des Musiktheaters in Europa“ den Anspruch einer übergreifenden Gesamtschau in europäischer Perspektive formulierte, viele Aspekte vorangehender Konferenzen vertiefte (Oper und Stadt; europäische Dimension) sowie den Bezug zur Gesellschaft, Kernpunkt der Opernforschung aus dem Blickwinkel einer Sozialgeschichte der Musik, in den Titel hob. PHILIPP THER (Florenz / Frankfurt /Oder) hob in seinem Eröffnungsvortrag die vielen Bezüge zwischen der Geschichte des Musiktheaters und der Sozial- und Kulturgeschichte Europas hervor. Er verwies auf die gesellschaftliche Relevanz der Oper, auf die vielfältigen Möglichkeiten, Opern als Quelle zu nutzen und auf das Potential für ein „Mapping“ der europäischen Kulturgeschichte anhand von Operntheatern, Schlüsselinszenierungen, Tourneen und verschiedenen Arten von Kulturtransfers, die auch über Europa hinausgingen.

Der umfassende Anspruch hatte ein den Rahmen einer dreitägigen Konferenz beinahe sprengendes Mammutprogramm zur Folge: 21 Vorträge, dazu ein Eröffnungs- und ein Festvortrag, zudem eine abschließende Podiumsdiskussion, jeder der fünf Hauptsektionen wurde darüber hinaus ein Moderator und ein Kommentator beigefügt, zumeist hochkarätig besetzt, wobei der Kommentar in der Regel in einem eigenen Referatsbeitrag resultierte: Somit bilden 28 Vorträge und eine Diskussion in zweieinhalb Tagen die stolze Bilanz.

Der erste Tag im Apollo-Saal der Staatsoper Berlin (22. Mai 2008, 195. Geburtstag Richard Wagners), war der „Gesellschaft der Oper“ gewidmet (Moderation: ETIENNE FRANÇOIS, Berlin; Kommentar: STANISLAV TUKSAR, Zagreb). FABIAN BIEN (Köln) erläuterte den gescheiterten Versuch der DDR-Kulturpolitik, das Publikum der Komischen Oper Berlin in den 1950er Jahren zu einem beträchtlichen Anteil mit „Werktätigen“ zu durchmischen. CARLOTTA (Padua) beschrieb „Opera audiences and construction of the public sphere in Nineteenth century Italy“ und zeigte insbesondere den engen Konnex zwischen Melodram und Risorgimento auf, wobei die Entwicklung einer politischen Öffentlichkeit unter anderem durch eine Art theatralisch-dramatischer Übertragung aus der Welt des Melodrams bedingt war. CHRISTIANE HILLE (Berlin) analysierte die Transformation von körperlichen Verhandlungen der Musik in der Londoner Oper von 1600 bis 1850.

MARKIAN PROKOPOVYCH (Budapest) wollte anhand der Budapester Premiere von „Tristan und Isolde“ (28. November 1901) untersuchen, ob sich die These erhärten ließe, dass der Wagnersche Erfolg in Ungarn auf eine transformierte Rezeptionstradition der „Zigeunermusik“ zurückführen ließe, beschrieb jedoch in erster Linie den großen Publikumserfolg dieser bedeutenden ungarischen Wagner-Premiere und schloss mit der gewagten These, dass der fulminante Schlussapplaus in erster Linie der Selbstapplaus des Publikums war, 6 Stunden „Tristan“ „durchgehalten“ zu haben. Zu guter Letzt bot OSTAP SEREDA (Lemberg) in einem mit vielen Statistiken unterfütterten Vortrag einen Überblick über die Situation des russischen Theaters in Kiew von den 1860er bis in die 1880er Jahren. Nach dem Bau des russischen Theaters 1867 diente dieses Opernhaus der „Russifizierung“ sowie der Unterdrückung polnischen Nationalbewusstseins, wobei insbesondere die 1880er Jahre durch eine konzentrierte Pflege des russischen Opernrepertoires gekennzeichnet waren.

Zur Abrundung des ersten Konferenztages hielt der namhafte Regisseur PETER KONWITSCHNY (Graz) einen Festvortrag zum Thema „Lebendiges oder totes Theater“, in dem er den von ihm gesuchten Gegenwartsbezug in der Regie verteidigte und mit hervorragend gewählten Filmausschnitten aus seinen Inszenierungen untermauerte.
Der zweite Tag (23. Mai 2008, Foyer der Komischen Oper Berlin) war den beiden Themenblöcken „Die Oper als Quelle der Geschichte“ sowie „Die Oper und die moderne Metropole“ gewidmet.

Der Komplex der Oper als direkte, ja musikalische „Quelle der Geschichte“ jenseits des Librettos, moderiert von CHRISTIAN KADEN (Berlin) und kommentiert von CHARLES MAIER (Harvard), betrifft einen der innovativsten Aspekte der Oper als Forschungsgegenstand der Geschichtswissenschaft. HERMANN GRAMPP (Berlin/Paris) referierte über „Geschichtsbilder bei Wagner“ und unternahm das heikle Unterfangen, dies nur auf diejenigen Opernwerke Wagners zu reduzieren, die Situationen der „realen“ deutschen oder italienischen Geschichte abbilden, also „Rienzi“, „Tannhäuser“, „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ und vertrat nach Abriss der Rezeptionsgeschichte der Kaiserzeit die provokante These, dass Wagners Opern regelrecht „geschichtsbildarm“ seien.

KAREN PAINTER (Minneapolis) untersuchte die „rituelle Zeit“ in Wagners Opern und beschrieb dies in erster Linie anhand des „Ring des Nibelungen“, „Wagners Drama der historischen Zeit“. Beispielsweise kann man die Funktion des Rheins mit der Notwendigkeit einer „historischen Zeit“ gleichsetzen, wohingegen das Element der Wiederholung von Motiven und Erzählungen im „Ring“ neben dem Schaffen von Vertrautheit eine verschachtelte, zyklische Zeitlichkeit bilden. Am Ende der „Götterdämmerung“ schließlich löst sich der stete Gegensatz von linearer und zyklischer Zeit in „Atemporalität“ auf.

VJERA KATALINIĆ (Kroatien) präsentierte den „Topos der Nation in Zagreber Opernproduktionen des späten 19. Jahrhunderts“ und bot eine Reihe von Beispielen zur Entwicklung der kroatischen Nationaloper ab 1846 (Vatroslav Lisinski: „Ljubav i zloba“), die in Ivan Zajcs „Nikola Šubić Zrinjski“ (Uraufführung: 4. November 1876) ihren stärksten Ausdruck fand. Dabei legte sie auch einen Schwerpunkt auf die Außerwahrnehmung kroatischer Opern, die z.B. in Prag häufig als nationaler oder slawischer wahrgenommen wurden als in Zagreb selbst, wo es erhebliche Konflikte um den ästhetischen Gehalt von Nationalopern gab.

PETER STACHEL (Wien) beschrieb schließlich die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte von Carl Goldmarks „Königin von Saba“ (Uraufführung 10. März 1875, Hofoper Wien), die zu einem grandiosen Welterfolg geriet, bis in die 1930er Jahre in Wien und Budapest kontinuierlich Bestandteil des Repertoires war, jedoch seit dem Nationalsozialismus für immer vom Spielplan verschwunden war.

Die Sektion „Oper und die moderne Metropole“ wurde von MARKIAN PROKOPOVYCH (Budapest) moderiert und von CELIA APPLEGATE (Rochester) kommentiert. GESA ZUR NIEDEN (Paris/Bochum) beschrieb die Auswirkung der Haussmannisierung auf die Pariser Musik- und Musiktheaterpraxis um 1900 und identifizierte das Palais Garnier als den Inbegriff des europäischen Opernhauses im urbanen Zusammenhang. Sie wies zwingend nach, wie die im 1862 eröffneten Théâtre du Châtelet angesiedelten Concerts Colonne ab 1873 ein anspruchsvolles und gewissenhafteres Publikum heranbildete. PAOLA MERLI (Leicester) zeigte anhand der Konflikte in der Mailänder Scala zwischen 1968 und 1972 die Transformation des Opernhauses in einen Ort politischer Auseinandersetzungen, was am Beispiel der Projektion von Charlie Chaplins „Modern Times“ in der Scala sowie einem Konzertprojekt für ein Arbeiterpublikum illustriert werden konnte.

GERD RIENÄCKER (Berlin) bot in gewohnt unterhaltsamer Manier mit vielen Exzerpten am Klavier einen Überblick über Weils/Brechts „Dreigroschenoper“, der sich in 11 Thesen unterteilte. Sehr klar und informativ hingegen SARAH ZALFENS (Berlin) Vortrag zur „Berliner Opernlandschaft nach 1989“, in dem zum einen die neue Situation der Berliner Opernlandschaft nach dem Hauptstadtbeschluss 1991 aufgezeigt, zum anderen die neue Rolle der Staatsoper verdeutlich wurde, was sich sowohl in der Perzeption dieses Opernhauses als erster Oper des Staates durch die hohe Politik als auch im performativen Einbezug des sie umgehenden friderizianischen Erbes zeigt, was durch das Berliner Pilot-Projekt des „Public Viewings“ im Mai 2007 mit Jules Massenets „Manon“ auf dem Bebelplatz sinnfällig gemacht wurde: das „Volk“ auf dem öffentlichen Platz trug bei zur Inszenierung von Herrschaftsräumen, die durch die Scheidung der glücklichen 1400 im Inneren des Staatsoperngebäudes von denen „draußen“ wiederhergestellt wurden.

Am Abschlusstag (24. Mai 2008, musikwissenschaftliches Institut der HU Berlin) wurden in zwei Sektionen die „Cultural map“ des europäischen Musiktheaters sowie die „Außenwahrnehmungen Europas und globale Sichtweisen“ ausgelotet.

Die vier Vorträge umfassende Sektion zur „kulturellen Landkarte“ des europäischen Musiktheaters wurde von MICHAEL WERNER (Paris) moderiert und von FEDERICO CELESTINI (Graz/Berlin) kommentiert. Michael Walter (Graz) begann mit einem Vortrag zu „Europäischen Netzwerken in der Oper“ und beschrieb die erstaunlich hohe Mobilität der europäischen Bühnenbildner um 1700. JUTTA TOELLE (Berlin) wies auf den großen Siegeszug der italienischen Oper im 19. Jahrhundert hin und begann mit zwei signifikanten Szenen aus Werner Herzogs Film „Fitzcarraldo“, Inbegriff des Traums des 19. Jahrhunderts, (italienische) Oper in alle Welt zu tragen. Neben dem weltweiten Siegeszug der italienischen Oper von 1830 bis 1870 beschrieb Toelle die Expansionsräume für Opernhäuser im 19. Jahrhundert: Nord- und Südamerika, Kolonialräume der europäischen Mächte in Asien und Australien sowie dem südlichen und östlichen Mittelmeerraum.

JEROEN VAN GESSEL (Nijmegen) analysierte deutsch-französische Beziehungen anhand des Repertoires des Straßburger Opernhauses von 1871 bis 1918. KORDULA KNAUS (Graz) zeigte paradigmatisch anhand von Franz von Suppés „Fatiniza“ (Wien 1876), nach einem Libretto von Eugène Scribe, wie das Genre des Opernlibrettos im Laufe des 19. Jahrhundert durch Adaption und Transformation internationalisiert wurde.

Die zweite Sektion des Tages zu „Außenwahrnehmungen Europas und globale Sichtweisen“ wurde von UTE DANIEL (Braunschweig) moderiert und von GUNILLA BUDDE (Oldenburg) kommentiert. ADAM MESTYAN (Budapest) referierte zum Thema „From private entertainment to public education: Opera in the late Ottoman Empire (1805-1914)” und analysierte die Opernentwicklung in Istanbul und Kairo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die in beiden Fällen im Brennpunkt der Konfliktlinien zwischen Westernisierung / Modernisierung auf der einen und Osmanisierung/Arabisierung auf der anderen Seite stand.

DIMITRIOS KIOUSOPOULOS (Florenz) veranschaulichte die Opernproduktion im 19. Jahrhundert an der „kulturellen Peripherie“, indem er die Werdegänge des griechischen Komponisten Pavlos Carrer (1829-1896) und des brasilianischen Komponisten Antonio Carlos Gomez (1836-1896) nebeneinander stellte und erstaunliche Parallelen aufzeigte: beide schufen in ihren Ländern die jeweils gültige „Nationaloper“, jedoch in beiden Fällen mit italienischen Libretti, wodurch der Begriff der „Nationaloper“ in diesen Kulturräumen einen anderen, gebrochenen Stellenwert erhält und womöglich neu gefasst werden muss.

SVEN OLIVER MÜLLER (Bielefeld) untersuchte „Staatsaufführungen für den Schah von Persien in europäischen Opernhäusern im 19. Jahrhundert“ und illustrierte dieses Phänomen anhand von Besuchen des Schahs in Wien und Berlin. Der Opernbesuch galt als das zentrale gesellschaftliche Ereignis dieser Reisen und wurde sowohl durch die Inszenierung des Opernraumes wie durch die ausführliche Berichterstattung als Großereignis gefasst, wodurch die Einheit von Machthabern und Beobachtern im Rahmen eines repräsentativ-sinnlich inszenierten Auftritts garantiert wurde.

Abschließend sprach ANNEGRET FAUSER (Chapel Hill) über die Opernpflege in den Vereinigten Staaten, die während des Zweiten Weltkriegs einen wahrhaftigen Boom durchlebte und neben der Apostrophierung Wagners als „Anti-Hitler“ Kuriosa wie die Gründung einer „National Negro Opera Company“ im Jahre 1941 erfuhr.

Abrundend fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der UTE FREVERT (Berlin), UDO BERMBACH (Hamburg), WERNER HINTZE (Komische Oper Berlin) und SEBASTIAN BAUMGARTEN (Berlin) über die „gesellschaftliche Relevanz der Oper in der Geschichte und heute“ disputierten. Man kreiste in der Diskussion um Fragen des Alters des Opernpublikums, um die Produktionsbedingungen einer Inszenierung sowie die Debatte Oper versus Eventkultur.

Am Ende bleibt eine sehr ausführliche Konferenz, die in ihrem Ganzheitsanspruch das umfassende Forschungsprojekt repräsentierte und zugleich vertiefte.

Donnerstag, 22. Mai 2008, Apollo-Saal der Staatsoper Berlin

Sven Oliver Müller (Bielefeld), Jutta Toelle (Berlin)
BEGRÜßUNG

Philipp Ther (Florenz / Frankfurt/Oder)
ERÖFFNUNGSVORTRAG

Die Oper als Zugang zu einer transnationalen Gesellschafts- und Kulturgeschichte Europas

I. DIE GESELLSCHAFT DER OPER

Moderation: Etienne François (Berlin)

Fabian Bien (Köln)
„Ein echtes Bedürfnis aller Werktätigen“? – Zur Etablierung eines neuen Opernpublikums in der DDR am Beispiel der Ost-Berliner Komischen Oper in den 1950er Jahren

Carlotta Sorba (Padua)
Opera audiences and construction of the public sphere in Nineteenth century Italy

Christiane Hille (Berlin)
Whitehall – Vauxhall – Covent Garden: Körperliche Verhandlungen von Musik in der Frühgeschichte der Londoner Oper (1600-1850)

Markian Prokopovych (Budapest)
From Gypsy Music without Transition? Wagner and the musical taste of Pest urban middle class in the late nineteenth century

Ostap Sereda (L´viv)
Nationalizing or Entertaining? Musical Theater and Cultural Politics in Russian-ruled Kiev (1860s-1880s)

Kommentar: Stanislav Tuksar (Zagreb)

ABENDVORTRAG
Peter Konwitschny (Graz)
Lebendiges oder totes Theater

Freitag, 23. Mai 2008, Foyer der Komischen Oper Berlin

II. DIE OPER ALS QUELLE DER GESCHICHTE

Moderation: Christian Kaden (Berlin)

Hermann Grampp (Berlin)
Geschichtsbilder bei Wagner

Karen Painter (Minneapolis)
Ritual time in Wagner and Wagnerian Opera

Vjera Katalinic (Zagreb)
Der Topos der Nation in Zagreber Opernproduktionen des späten 19. Jahrhunderts

Peter Stachel (Wien)
„Es fällt mir nicht ein, wenn mein Werk schlecht ist, mich auf's ,Vaterländische' zu berufen ...“ Carl Goldmarks "Königin von Saba" in Wien

Kommentar: Charles Maier (Harvard)

III. DIE OPER UND DIE MODERNE METROPOLE

Moderation: Markian Prokopovych (Budapest)

Gesa zur Nieden (Paris/Bochum)
Haussmann und die Folgen. Einflüsse der urbanen Moderne auf die Pariser Musik- und Musiktheaterpraxis um 1900

Paola Merli (Leicester)
La Scala and the Milanese Working Classes, 1968-1972

Gerd Rienäcker (Berlin)
Oper – für drei Groschen?

Sarah Zalfen (Berlin)
Die Hauptstadt in Szene setzen. Die Berliner Opernlandschaft nach 1989

Kommentar: Celia Applegate (Rochester)

Interne Sonderveranstaltung an der Komischen Oper für die Tagungsteilnehmer

Samstag, 24. Mai 2008, Musikwissenschaftliches Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin

IV. DIE "CULTURAL MAP" DES EUROPÄISCHEN MUSIKTHEATERS

1) Europäische Netzwerke
Moderation: Michael Werner (Paris)

Michael Walter (Graz)
Europäische Netzwerke der Oper

Jutta Toelle (Berlin)
Der Duft der großen weiten Welt? Ideen zum weltweiten Siegeszug der italienischen Oper im 19. Jahrhundert

Jeroen van Gessel (Nijmegen)
Franco-German relations on a local level. The Strasbourg Theatre as a platform for communication during the Reichsland years (1871-1918)

Kordula Knaus (Graz)
Von der Pariser opéra comique zur Wiener Operette. Nationale Spezifiken und überregionale Dispositionen

Kommentar: Federico Celestini (Graz/Berlin)

2) Außenwahrnehmungen Europas und globale Sichtweisen
Moderation: Ute Daniel (Braunschweig)

Adam Mestyan (Budapest)
From private entertainment to public education: Opera in the late Ottoman Empire (1805-1914)

Dimitrios Kiousopoulos (Florenz)
Opera at the periphery: National opera in 19th century Greece and Brazil.

Sven Oliver Müller (Bielefeld)
Staatsaufführungen für den Schah von Persien in europäischen Opernhäusern im 19. Jahrhundert

Annegret Fauser (Chapel Hill)
„Carmen in Khaki“: Oper in den Vereinigten Staaten während des zweiten Weltkrieges

Kommentar: Gunilla Budde (Oldenburg)

Podiumsdiskussion – Die gesellschaftliche Relevanz der Oper in der Geschichte und heute

Ute Frevert (Berlin), Udo Bermbach (Hamburg), Werner Hintze (Komische Oper Berlin), Sebastian Baumgarten (Berlin)

Moderation: Philipp Ther (Florenz, Frankfurt/Oder)

Anmerkung:
[1] Bisher wurden zwei Bände publiziert, ein dritter und mehrere Nachfolgebände werden demnächst erscheinen: Philipp Ther, In der Mitte der Gesellschaft. Operntheater in Zentraleuropa 1815-1914, (Die Gesellschaft der Oper Bd. 1) Oldenbourg: München / Wien 2006; Sven Oliver Müller, Jutta Toelle (Hrsg.), Bühnen der Politik. Die Oper in europäischen Gesellschaften im 19. und 20. Jahrhundert (Die Gesellschaft der Oper Bd. 2), Oldenbourg: München / Wien 2008. Peter Stachel, Philipp Ther (Hrsg.), Wie europäisch ist die Oper? Musikkultur europäischer Metropolen im 19. und 20. Jahrhundert (Die Gesellschaft der Oper Bd. 3), Oldenbourg: München / Wien 2008 (im Druck).

Kontakt

Hermann Grampp, Freie Universität Berlin/Paris-1 Sorbonne Paris
E-Mail: <bgrampp@web.de>

Zitation
Tagungsbericht: Die Gesellschaft der Oper. Kulturtransfers und Netzwerke des Musiktheaters in Europa, 22.05.2008 – 24.05.2008 Berlin, in: H-Soz-Kult, 24.09.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2261>.
Redaktion
Veröffentlicht am
24.09.2008
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