Writing National History in its European Context

Ort
Vilnius
Veranstalter
Litauisches Institut für Geschichte, Vilnius; Herder-Institut Marburg; Nordost-Institut, Lüneburg
Datum
03.09.2008 - 06.09.2008
Von
Robert Brier, Deutsches Historisches Institut, Warschau

Obwohl die Entgrenzung historischer Forschung wesentlich dazu beigetragen hat, den Nationalstaat als bevorzugten Gegenstand geschichtswissenschaftlichen Arbeitens zu problematisieren, bleibt er dennoch ein zentraler Bezugspunkt historischen Forschens. Dem daraus entstehenden Spannungsverhältnis war eine gemeinsame Nachwuchstagung des Litauischen Instituts für Geschichte (Vilnius), des Herder-Instituts (Marburg) sowie des Nordost-Instituts (Lüneburg) gewidmet. Vom 03. bis 06. September 2008 stellten dabei jüngere Forscher/innen aus Deutschland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und der Ukraine ihre Projekte unter dem Titel "Writing National History in its European Context" am Litauischen Institut für Geschichte in Vilnius vor. Die in Vilnius gehaltenen Vorträge deckten dabei ein sehr weites thematisches Feld ab, das von explizit transnational ausgerichteten Beiträgen bis zu solchen Präsentationen reichte, in denen Vergleiche oder Transfers als Korrektive für nationalhistorische Fragestellungen fungierten. Welche Erkenntnisse wurden dabei in Bezug auf das Verhältnis nationaler und europäischer bzw. transnationaler Geschichte erzielt?

Eine wichtige Gemeinsamkeit der theoretisch-konzeptionellen Beiträge war, dass keiner der Vortragenden argumentierte, die Transnationalisierung von Geschichtswissenschaft ließe den Nationalstaat obsolet werden. So legte PETER HASLINGER (Gießen/Marburg) in seinem Vortrag zunächst dar, wie die historische Nationalismusforschung zu einer reflexiven Forschungsagenda führte, in der die Geschichtswissenschaft ihre eigene Rolle für die Konstruktion nationaler Identität thematisiert hat. Bei der Integration dieser Forschung in transnationale Perspektiven tut sich, so Haslinger weiter, das Problem der Definition von "Transnationalität" auf. Er verwies in diesem Zusammenhang insbesondere auf den Ansatz von Kiran Klaus Patel, die Transnationalisierung von Geschichte weniger als eigenständiges Paradigma zu begreifen, sondern als eine Perspektive innerhalb der Geschichtswissenschaft, die untersucht, wie der Nationalstaat durch Prozesse der Interaktion, Verflechtung und des Austauschs transzendiert wird.

DOMINIK RIGOLL (Berlin) sprach sich für eine Sicht auf das Verhältnis nationaler und transnationaler Geschichtsschreibung aus, bei dem beide Herangehensweisen als wechselseitige Korrektive verstanden werden. Dies führte ihn zu dem Problem, dass es die Anforderungen gründlichen historischen Arbeitens unmöglich machen können, beiden Perspektiven in gleicher Weise gerecht zu werden. Rigoll machte sich daher für ein pragmatisches Vorgehen stark, für das er die Methode asymmetrischer Vergleiche als Vorbild anführte: Es ginge also nicht so sehr darum, zum Beispiel ein nationalhistorisches Projekt zu "transnationalisieren"; vielmehr sprach er sich für eine generelle Offenheit für transnationale (bzw. nationale) Fragen und Spuren aus, die dann auch ein epistemologisches Korrektiv für eine zu stark nationalstaatliche (bzw. transnationale) Perspektive darstellen kann.

In den verbleibenden Vorträgen wurde der so skizzierte theoretische Rahmen empirisch gefüllt. Ein zentrales Thema war dabei die grenzübergreifende Dialektik von Nationsbildungsprozessen: NIKO KANNISTO (Tampere) etwa legte in seinem Vortrag dar, dass es in Finnland nach dem Ersten Weltkrieg zwar zu einem der blutigsten europäischen Bürgerkriege des 20. Jahrhunderts kam. Dennoch gelang es in der Folgezeit, das Land durch die Beschwörung einer sowjetischen Gefahr zu einen, entgegen dem damaligen gesamteuropäischen Trend eine Demokratie zu konsolidieren und in einem für Nordosteuropa einmaligen Vorgang sogar eine ethnische Minderheit – die in Finnland lebenden Schweden – zu integrieren.

Die spezifische kulturelle und sprachliche Vielfalt Nordost- und Ostmitteleuropas war auch der Ausgangspunkt von VASILIJUS SAFRONOVAS' (Klaipeda) Vortrag zum Verhältnis zwischen der deutschen und litauischen Bevölkerung des Memelgebiets im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Er diskutierte deutsche und litauische Versuche, das Memelgebiet in spezifische historische Narrative zu integrieren, um so einen politischen Anspruch auf dieses Gebiet zu untermauern. Dabei identifizierte er insgesamt sechs deutsche und litauische "Identitätsideologien", durch die von deutscher Seite zumeist versucht wurde, einen Hegemonialanspruch auf die litauische Bevölkerung des Memelgebiets zu begründen, während von litauischer Seite eine grenzübergreifende Identität aller Litauer behauptet wurde. Mit der Begründung einer litauischen Sowjetrepublik wurde die litauisch-nationale Identitätsideologie schließlich in eine marxistische Meistererzählung integriert.

JUSSI JALONEN (Tampere) diskutierte Prozesse der Identitätsbildung aus einer militärhistorischen Perspektive. Er legte die Bedeutung eines Bataillons finnischer Scharfschützen in der Armee des russischen Zaren – der sogenannten "finnischen Garde" – für die Niederschlagung des polnischen Novemberaufstands von 1830-1831 dar. Dabei skizzierte er, wie sich nationale Identität innerhalb des multiethnischen Imperiums des Zarenreichs und in Auseinandersetzung mit der polnischen Nationalbewegung herausbildete. Indem er diesen Prozess weiter in den Kontext gesamteuropäischer Ereignisse stellte, belegte er die enge Verflechtung nationaler und transnationaler Geschichte.

SEBASTIAN RIMESTAD (Erfurt) schließlich stellte den religiösen Aspekt der spezifischen kulturellen und sprachlichen Gemengelage Ostmittel- und Nordosteuropas in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er stellte ein Projekt vor, das die Situation der Orthodoxen Kirche in den baltischen Staaten der Zwischenkriegszeit behandelt. In diesen jungen Staaten gerieten orthodoxe Christen unter einen gewissen Rechtfertigungsdruck, da die Orthodoxie als Überbleibsel des zaristischen Imperiums wahrgenommen wurde. Die jeweiligen orthodoxen Kirchen des Baltikums bemühten sich daher darum, gegenüber dem Moskauer Patriarchat Unabhängigkeit zu erlangen und ihre Geschichte als Teil der Nationalgeschichte der jeweiligen Titularnation darzustellen.

Diese Vorträge belegten also, dass der Transfer der nationalen Idee ins sprachlich, religiös und kulturell vielfältige Ostmittel- und Nordosteuropa die Konstruiertheit nationalstaatlicher Gemeinwesen besonders deutlich zum Vorschein bringt. Diese historischen Regionen stellt daher ein besonders vielversprechendes Exerzierfeld transnationaler Forschungsrichtungen dar. Wie etwa Andreas Lawaty unterstrich, könnte gerade die postkoloniale Geschichte hier gewinnbringend eingesetzt werden.

An zwei Vorträgen wurde dabei aber auch deutlich, wie gewinnbringend es sein kann, Nationsbildungsprozesse oder ethnische Konflikte durch regionenübergreifende Vergleiche zu erforschen. ANDREA GRIFFANTE (Vilnius) belegte dies anhand eines Forschungsprojekts zu Elitendiskursen über kollektive Identität und Territorialität in Vilnius und Triest im frühen 20. Jahrhundert. Trotz aller Unterschiede zwischen diesen Städten wiesen sie doch, so Griffante, strukturelle Ähnlichkeiten auf, zum Beispiel die Überschneidung sozialer und kultureller Zugehörigkeit, so dass sich hier ein interessantes Forschungsfeld biete.

ANDRZEJ MICHALCZYK (Bochum) skizzierte ein noch umfassenderes komparatives Forschungsvorhaben, das ethnische Konflikte in vier historischen Regionen – Nordschleswig/Südjütland, Oberschlesien, Pirin-Makedonien und Ägäis-Makedonien – in der Zeit seit 1945 vergleichend untersucht. Den Reiz eines solchen Vergleichs sah er darin, dass die nationalen Minderheiten dieser Regionen zwar strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen, sich aber im Untersuchungszeitraum drei unterschiedlichen politisch-ökonomischen Markomodellen ausgesetzt sahen und im Verlauf der Nachkriegsgeschichte zu unterschiedlichen Zeiten in den europäischen Einigungsprozesses einbezogen werden. Dieses Forschungsdesign soll es nun ermöglichen, spezifisch regionale Einflussfaktoren auf ethnische Konflikte gegenüber der Bedeutung der jeweiligen Makromodelle abzuwägen und eventuell zur Bestimmung gesamteuropäischer Gemeinsamkeiten zu kommen.

Eine weitere Gruppe von Vorträgen rekonstruierte, wie sich nationale Identitäts- und Erinnerungsdiskurse zu transnationalen Kommunikations- und leider oft auch Konflikträumen verschränken. MAREN RÖGERS (Gießen) Vortrag etwa thematisierte anhand von Fernsehproduktionen die Rolle der Massenmedien für die Erinnerung an Flucht und Vertreibung in Polen und Deutschland. Mit einem ähnlichen Thema setzte sich der Vortrag von OLEKSANDR SVYETLOV (Kiew) auseinander, der die Erinnerung an polnisch-ukrainische Konflikte in Wolhynien während und nach dem Zweiten Weltkrieg diskutierte. Mit einer gänzlich unterschiedlichen Form transnationaler Erinnerungskultur setzte sich NATASZA STYCZYŃSKA (Krakau) auseinander. Sie zeigte, wie es nach 1989 zur Wiederentdeckung Galiziens als Interpretationsrahmen für die Konstruktion einer transnationalen regionalen Identität gekommen ist. Stimuliert durch die Regionalförderung der EU sei Galizien zum Bezugspunkt einer Erinnerungskultur geworden, die grenzübergreifend das gemeinsame kulturelle Erbe dieses historischen Gebiets und seine Andersartigkeit gegenüber dem Rest der jeweiligen Länder hervorhebt.

Bereits in Jalonens Vortrag war deutlich geworden, dass die Hinwendung zu transnationalen Aspekten dazu führen kann, sich wieder verstärkt mit analytischen Gegenständen auseinander zu setzen, die lange Zeit aus dem Blickfeld historischer Forschung geraten waren, wie zum Beispiel die Militärgeschichte. Ähnliches gilt auch für ALDA BRAZUNES (Riga) Präsentation. Sie widmete sich der Anerkennung der lettischen Unabhängigkeit durch Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei zeigte sich, dass sich mit der Diplomatiegeschichte ein "klassisches" Untersuchungsfeld historischer Forschung bietet, auf dem untersucht werden kann, wie Nationalstaaten durch Interaktion überhaupt erst als Akteure konstituiert werden. Eine besondere Chance stellt dabei die Übernahme neuerer, kulturhistorischer Konzepte dar.

Schließlich wurde in Vilnius auch deutlich, dass die Beschäftigung mit der grenzübergreifenden Dialektik und dem Ineinandergreifen von Identitätsdiskursen zu einem reflexiven Forschungsprogramm führen kann, in denen die Geschichtswissenschaft ihre eigene Rolle thematisiert. KORNELIA KOŃCZAL (Berlin) setzte sich mit dieser Problematik auf einer konzeptionellen Ebene auseinander. Sie stellte ein Projekt vor, dessen Ziel es ist, eine vergleichende deutsch-polnisch-französische "Geschichte zweiten Grades" zu schreiben, in der insbesondere die Entwicklung des Konzepts des "Gedächtnisses" in den Geschichtsschreibungen dieser drei Länder rekonstruiert werden soll. Dabei sei es auch wichtig, so Kończal, nach Konvergenzen, Unterschieden oder Transferprozessen zwischen Polen, Deutschland und Frankreich zu fragen.

DARIUS STALIUNAS (Vilnius) zeigte ganz konkret am litauischen Beispiel auf, wie sich nationale Historiographien auch durch internationale Prozesse und Interaktionen verändern. Die erneute Unabhängigkeit Litauens, eine intensivierte Rezeption westlicher theoretischer Modelle sowie die Integration des Landes in euro-atlantische Strukturen habe, so Staliunas, zur Entstehung eines inklusiveren litauischen Geschichtsbilds geführt, das Litauen zunehmend als einen multikulturellen Raum begreift und so die Vielfältigkeit seiner Geschichte in den Blick nimmt

Die Vorträge in Vilnius belegten, dass gerade das Verständnis von Prozessen der nationalen Identitätsbildung davon profitieren kann, wenn sie in einen grenzübergreifenden Kontexte gestellt werden. Doch auch andere vermeintlich nationalgesellschaftliche Gegenstände können durch eine Entgrenzung historischen Arbeitens in ein neues Licht getaucht werden; in Vilnius kamen hier transfergeschichtliche Untersuchungen zur Sprache. INETA LIPSA (Riga) nahm sich diesem Themenfeld an, indem sie das Problem thematisierte, ob die Entstehung und Veränderung von Normen der "öffentlichen Moral" im Lettland der Zwischenkriegszeit durch internationale Transfers beeinflusst wurden. Dabei zeigte sie auf, wie die Regulierung von Glücksspiel und Alkoholkonsum oder auch die Publikation von Pornographie durchaus von ausländischen Vorbildern beeinflusst war.

ROBERT BRIERS (Warschau) Vortrag betraf demgegenüber die neueste Zeitgeschichte und insbesondere die friedlichen Revolutionen von 1989. Er argumentierte dafür, sich bei der Historiographie von 1989 der Tatsache zuzuwenden, dass sich die institutionelle Ausgestaltung der Ereignisse dieses Jahres im Wesentlichen als Transfer westlicher Modelle vollzog. Er schlug daher eine transnationale Ideengeschichte als Teil eines Forschungsprogramms vor, das gegenüber der überwiegend politikwissenschaftlichen Literatur zur Historisierung der Transformation Ostmitteleuropas führen könne.

Einen gewissen Höhepunkt der Konferenz stellte der Gastvortrag des litauischen Philosophen LEONIDAS DONSKIS (Kaunus) dar, in dem er anhand von Milan Kunderas "Buch vom Lachen und Vergessen" Erinnerung und Vergessen als Strategien und Versprechen der Moderne diskutierte. Ausgehend von Maurice Halbwachs' Theorie des kollektiven Gedächtnisses stellte er Erinnerung und Verdrängung dabei als soziale Phänomene und damit auch als mögliche Herrschaftstechnologien dar. Kundera würde dies in seinem Buch anhand der Gestalt Gustav Husaks darstellen, indem er zeigt, wie besonders die totalitäre Dimension des Projekts der Moderne auf einem Bruch mit der Vergangenheit und einer Zerstörung von Kollektiverinnerungen ruhe. Andererseits würde die Heldin von Kunderas Erzählung auch verdeutlichen, dass eine obsessive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ebenso destruktiv sein kann; ihre Gestalt zeige auf, dass Erinnerung auch zu Isolation führen könne. Als Erinnerungspolitik könne das soziale Gedächtnis sogar die Quelle von erheblichen Konflikten darstellen. Diesem Verständnis von Erinnerung und Vergessen als modernen Herrschaftstechnologien stellte Donskis eine Haltung entgegen, die sie vor allem als moralische Entscheidung verstehe, in der sich Erinnerung und Vergessen, als komplementäre Formen mit Wirklichkeit umzugehen, wechselseitig bedingen.

Auch ANDREAS LAWATY (Lüneburg) ging in seinen Schlussbetrachtungen auf Aspekte des Verhältnisses von europäischer bzw. transnationaler und nationaler Geschichte ein, die über wissenschaftstheoretische oder methodologische Fragen hinausweisen. Ausgangspunkt war dabei Natalie Zenon-Davies' These, dass Austausch und Macht zwei Hauptachsen einer transnationalen Geschichtswissenschaft sein müssten. Macht sei zwar nicht notwendig in Austauschprozesse eingeschrieben; dennoch sei es notwendig, die Möglichkeit der Machtausübung durch Austausch im Auge zu behalten. Damit sprach er in Auseinandersetzung mit Hans-Ulrich Wehlers Kritik an der transnationalen und insbesondere der postkolonialen Geschichte auch die Möglichkeit an, dass transnationale Geschichte auch das Projekt einer machtkritisch engagierten Geschichtsschreibung implizieren kann.

Insgesamt kann diese Tagung als sehr gelungene Veranstaltung gewertet werden, die nicht nur jüngeren Wissenschaftlern/innen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch gegeben hat, sondern auch weiter zur Klärung des Verhältnisses nationaler und transnationaler Geschichte beigetragen hat. Folgende Punkte erscheinen dabei besonders erwähnenswert:

Erstens wurde deutlich, dass die Entgrenzung historischer Forschung weder eine grundlegende Revolution noch eine bloße Modeerscheinung ist. Einerseits behielten die Beitragenden durchgängig eine auf Nationalstaaten ausgerichtete Perspektive bei. Andererseits zeigte sich dabei eben auch, dass die Analyse von grenzübergreifenden Interaktionen und Transfers, von transnationalen Kommunikationsräumen oder wechselseitiger Wahrnehmung für ein adäquates Verständnis nationaler Geschichten unerlässlich ist.

Zweitens zeigte sich, dass die Spezifika Ostmittel- und Nordosteuropas eine Vielzahl von Forschungsfeldern eröffnen, die eine weitere Kontextualisierung und Problematisierung einer rein nationalstaatlichen Historiographie befördern können.

Drittens zeigte sich sowohl an der nationalen Herkunft als auch der wissenschaftsdisziplinären Zugehörigkeit der Teilnehmer, dass die Transnationalisierung von Geschichtswissenschaft nicht nur ihren Gegenstand entgrenzt, sondern auch die Gemeinschaft der Forschenden selbst.

Konferenzübersicht:

Peter Haslinger (Gießen/Marburg)
The paradigm of national historiography and transnational perspectives on history (vorgetragen von Dorothee Goeze)

Darius Staliunas (Vilnius)
Changes in the Lithuanian historiography in the last twenty years

Dominik Rigoll (Berlin)
Dig where you stand! For a pragmatic approach to transnational history

Kornelia Kończal (Berlin)
History of the second degree – a critical analysis of the French, German and Polish narratives of memory

Robert Brier (Warschau)
Polish dissident thought in transnational perspective. Analyzing East-Central Europe's recent history in its wider context

Maren Röger (Gießen)
The expulsion or an expulsion complex? - How the mass media (trans-)nationalize Polish and German perceptions of history

Andrzej Michalczyk (Bochum)
Writing microhistory as a non-national history: A comparison of Northern Schleswig, Upper Silesia and Pirin Macedonia

Natascha Styczynska (Krakau)
Regionalism and cultural heritage of former Galicia

Oleksandr Svyetlov (Kiew)
Galicia and Volyn: Common identity and history shared. Changing historiography in Poland and Ukraine: OUN, UPA, “Rzeszów” and “Wisla”

Andrea Griffante (Vilnius)
Elaborating concepts in multi-national areas. The national discourse practices of Lithuanian and Italian Intelligencijas in Vilnius and Trieste at the beginning of XX century

Vasilijus Safronovas (Klaipeda)
Conflicts of identities and relation towards past in Klaipeda area in the 20th century

Jussi Jalonen (Tampere)
On behalf of the emperor – Finnish guard’s campaign to Poland, 1831

Sebastian Rimestad (Erfurt)
Orthodoxy in the Baltic States

Leonidas Donskis (Kaunas)
Memory and Oblivion as two Strategies of Modernity

Alda Brazune (Riga)
The role of France in de jure recognition of Latvia

Ineta Lipsa (Riga)
Social morality as the possibility of a transnational point of view: the example of Latvia, 1918

Niko Kannisto (Tampere)
Finnish 1920’s nationalism in the northeuropean context

Andreas Lawaty (Lüneburg)
Results of the confernence: Final discussion

Zitation
Tagungsbericht: Writing National History in its European Context, 03.09.2008 – 06.09.2008 Vilnius, in: H-Soz-Kult, 15.11.2008, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2340>.