Zeitgeschichte schreiben in der Gegenwart. Narrative – Medien – Adressaten

Ort
Potsdam
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Datum
20.03.2009 - 21.03.2009
Von
Hanno Hochmuth, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin

Als Harald Schmidt und Oliver Pocher am 31. Oktober 2008 den fünften Band von Hans-Ulrich Wehlers „Gesellschaftsgeschichte“ mit Playmobilfiguren nachstellten, staunten viele Historiker nicht schlecht. Zunftinterna wie die „Bielefelder Schule“ oder der „Fahrstuhleffekt“ wurden plötzlich vor 1,3 Millionen Fernsehzuschauern verhandelt. Die deutsche Zeitgeschichte war für einen kurzen Moment im Herzen der Mediengesellschaft angekommen. So nimmt es nicht Wunder, dass die Playmobilinszenierung erneut Beachtung fand, als das Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) zu einer Standortbestimmung der wissenschaftlichen Zeitgeschichte in der heutigen Mediengesellschaft einlud. Gefragt wurde nach den gegenwärtigen Produktionsbedingungen der Zeitgeschichtsschreibung als Theorie- und Praxisproblem. Antworten gaben 26 namhafte Historiker, Literatur- und Medienwissenschaftler, die der Einladung von Jan-Holger Kirsch, Achim Saupe und Katja Stopka ans ZZF gefolgt waren.

In seinem Eröffnungsvortrag beschrieb MARTIN SABROW (Direktor des ZZF Potsdam) unsere Gegenwart als eine Zeit der Vergangenheitsvergegenwärtigung, von der die Zeitgeschichte in einem besonderen Maße profitiere.[1] Der anhaltende Trend zur Medialisierung und Memorialisierung, der im aktuellen Gedenkjahr 2009 einen weiteren Höhepunkt erfahre, führe zu einer schleichenden Neuausrichtung der Zeitgeschichte. Diese manifestiere sich in einer Entgrenzung des Gegenstandsfeldes, einer Pluralisierung der Erzähler und in einer Dissoziierung der Schreibstile, die geprägt sei von der Rückkehr zur subjektiven Meistererzählung, aber auch von einer immer stärker vernetzten Schreibwerkstatt im Zeitalter von Wikipedia.

Die erste Sektion widmete sich der akademischen Zeitgeschichte und fragte nach Kontinuität und Wandel in den wissenschaftlichen Darstellungsformen. PETER SCHÖTTLER (CNRS, Paris) verwies in seinem Impulsreferat auf die thematische Öffnung und internationale Durchmischung der Zeitgeschichtsschreibung, die in ihrer Konsequenz zu einer Befreiung vom germanozentrischen Historismus und zu einer Dezentrierung der deutschen Zeitgeschichte geführt habe. Er beobachtete jedoch auch zahlreiche Kontinuitäten, etwa in der durchherrschten Ordinarienuniversität oder im methodischen Konservatismus. So bescheinigte Schöttler der deutschen Zeitgeschichte, dass sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, methodisch weiterhin kaum innovativ sei. Dies bestätigte auch der Literaturwissenschaftler DANIEL FULDA (Universität Halle-Wittenberg), der in seinem provokanten Vortrag den Blick von Außen wagte. Zwar habe sich die Zeitgeschichte in den letzten Jahrzehnten durchaus stärker dem Alltäglichen und Subjektiven zugewandt und in der Rekonstruktion von Diskursen die Nähe zur Literaturwissenschaft gesucht. Stilistisch stecke die Zeitgeschichte jedoch noch im Historismus. Autoren wie Heinrich August Winkler und Hans-Ulrich Wehler wiesen eine strukturelle Identität mit Treitschke und Sybel auf, da ihre Meistererzählungen gleichermaßen teleologisch, totalisierend, magistral und legitimatorisch seien.

Demgegenüber bezweifelte OLAF BLASCHKE (Universität Trier) in seinem Kommentar, dass Winkler und Wehler als repräsentativ für die aktuelle Zeitgeschichtsschreibung gelten können. Vielmehr konstatierte er: „Historiker mit Teleologie im Gepäck werden nicht mehr durch den Zoll gewunken.“ Probleme sah Blaschke dagegen in der zunehmenden Kopplung der Zeitgeschichte an den Buchmarkt, die die Autonomie der Wissenschaft gefährde, und in den aufmerksamkeitssteigernden Skandalisierungs- und Emotionalisierungsstrategien, die er auf das enorme Überangebot an zeithistorischer Literatur zurückführt. Eindrucksvoll konfrontierte Blaschke die Konferenzteilnehmer mit Statistiken, die etwa belegen, dass nur 50 Prozent aller Aufsätze überhaupt gelesen werden und nur noch jedes fünfte Buch besprochen wird; kein Wunder, erscheint doch rechnerisch jeden Tag ein neuer Titel zum Nationalsozialismus. Angesichts dieser Zahlen betonte CHRISTOPH CONRAD (Universität Genf) in seinem Kommentar, dass wir es mit einer Wachstumskrise zu tun hätten. Je stärker sich jedoch die Fachwissenschaft ausdifferenzieren würde, desto mehr steige auch wieder das Bedürfnis nach Meistererzählungen, die trotz aller Internationalisierung des Faches ihre größte Attraktivität gerade dann entfalten würden, wenn sie weiterhin nationalgeschichtlich angelegt sind.

Historisches Wissen im Internetzeitalter stand im Mittelpunkt der zweiten Sektion. Dabei ging es vor allem um die theoretisch ambitionierte Frage, inwieweit die hypertextuelle, netzwerkartige Struktur der neuen Medien die traditionelle Linearität geschichtswissenschaftlicher Texte ablöse. PETER HABER (Universität Basel) demonstrierte in seinem Vortrag, dass nicht-lineare Texte alles andere als neu seien, indem er auf den Babylonischen Talmud und die Enzyklopädien des 18. Jahrhunderts verwies. In dieser Tradition stünden heute die mehrfachsequenzierten Texte des Internets, die nicht mehr für eine eindeutige Lektüre konzipiert seien, sondern den Anforderungen des Lesers entsprechend mehrere Lesepfade anböten. Dagegen sei die klassische wissenschaftliche Monographie ein monosequenzierter Texttyp, dem die Linearität praktisch eingeschrieben sei. Außerdem umriss Haber neue Formen kollaborativer Schreibprozesse, die das Internet bereit halte.

In seinem Kommentar lenkte BERNHARD DOTZLER (Universität Regensburg) die Aufmerksamkeit auf die künftige Quellenproblematik, indem er fragte, welche Quellen und Archive angesichts der heutigen Digitalisierung späteren Historikern noch zur Verfügung stehen würden. In diesen Verlustängsten brach sich ein kulturpessimistischer Gestus Bahn, der sich auch im Kommentar von STEFAN JORDAN (Bayrische Akademie der Wissenschaften, München) ausmachen ließ. So sprach Jordan Hypertexten wie Wikipedia jeglichen belehrenden Charakter ab. Diese würden nur „benutzt“, nicht aber „gelesen“. Nicht zum ersten Mal auf dieser Tagung überwog eine latente Skepsis gegenüber dem Internetzeitalter, die eigentlich längst überwunden schien. FRANK BÖSCH (Universität Gießen) betonte dem gegenüber zu Recht die vollkommen neuartigen digitalen Möglichkeiten des Suchens und Findens. Der Diskussion war die begriffliche Unsicherheit deutlich anzumerken. Vor allem der Begriff der Hypertextualität blieb weiterhin unklar. Umso erfreulicher, dass mit „Docupedia-Zeitgeschichte“[2] anschließend ein konkretes Internetprojekt präsentiert wurde, das ab Ende 2009 zentrale Begriffe, Methoden und Debatten der zeithistorischen Forschung in Form eines Media-Wikis vorstellen soll. Hierbei sollen etablierte fachliche Qualitätsstandards mit den neuen partizipativen Publikationstechniken des Web 2.0 kombiniert werden. JÜRGEN DANYEL (ZZF Potsdam), der das Projekt zusammen mit Clio-online und dem Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin betreut, sprach ausdrücklich von einem Medienexperiment, dem man an dieser Stelle Erfolg wünschen möchte.

In der anschließenden Abendveranstaltung diskutierte ANNETTE VOWINCKEL (ZZF Potsdam) mit dem bekannten Dokumentarfilmer, Drehbuch- und Sachbuchautor ANDRES VEIEL (Berlin) über die Facetten filmischer Zeitgeschichtsschreibung am Beispiel der Roten Armee Fraktion (RAF). Veiel, der mit „Black Box BRD“ (2001) einen der herausragenden Filme zum Thema gedreht hat, plädierte für eine klare Trennung von Fiktion und Dokument und bezog damit Stellung gegen deren tendenzielle Vermischung in neueren Film- und Fernsehproduktionen. Eindringlich warnte er vor dem inflationär gebrauchten Begriff der Authentizität und vor einer kalkulierten Emotionalisierung im Film. Dass gerade scheinbar besonders emotionale Momente nicht selbstverständlich für authentisch gehalten werden sollten, demonstrierte Veiel eindrucksvoll am Beispiel eigener Erfahrungen bei den Dreharbeiten zu „Black Box BRD“.

Zeitgeschichte (in) der Mediengesellschaft bildete das Thema der dritten Sektion. Hier bot KNUT HICKETHIER (Universität Hamburg) zunächst einen kompakten Überblick zum Prozess der Medialisierung im 20. Jahrhunderts, ehe er nach deren Konsequenzen für die Geschichtswissenschaft fragte. Dabei betonte er unter anderem, dass sich das Fernsehen als das Medium der Gegenwärtigkeit mehr und mehr zu einem Medium der Vergegenwärtigung von Vergangenheit entwickelt habe. Nicht zuletzt deshalb sollten sich die Zeithistoriker stärker dafür einsetzen, dass die Archive der Rundfunkanstalten der Wissenschaft leichter zugänglich gemacht werden. GERHARD PAUL (Universität Flensburg) entwarf in seinem Paper das emphatische Programm für eine „Visual History“, die Bilder nicht mehr nur als reine Abbildungen heranzieht, sondern quellenkritisch kontextualisiert und auf ihre Wirkungsmacht überprüft.[3] Dies kommentierte der Medienwissenschaftler JENS RUCHATZ (Universität Erlangen) mit der kritischen Feststellung, dass die schriftliche Darstellungsform der Geschichtswissenschaft vom Prinzip her nicht zum sinnlichen Medium Bild passe. In ihrer Fähigkeit, sinnvolle Thesen über sinnliche Eindrücke zu bilden, liege jedoch auch eine Stärke der Geschichtsschreibung. THOMAS LINDENBERGER (Ludwig-Boltzmann-Institut, Wien) unterstrich noch einmal die Bedeutung der visuellen Zeitzeugenschaft im 20. Jahrhundert, plädierte aber gleichermaßen für eine Zeitgeschichte des Hörens, die hier leider nicht diskutiert wurde.[4]

Die vierte Sektion beschäftigte sich mit Zeitgeschichte in populären Formaten und fragte nach der spezifischen Logik des Genres. LORENZ ENGELL (Bauhaus-Universität Weimar) beschrieb eine „Virtual History“-Sendung im Discovery Channel, in der täuschend echte Computersimulationen von Hitler, Stalin, Churchill und Roosevelt inszeniert wurden.[5] Dass Engell dabei – wie fast alle Referenten auf dieser Tagung – auf jegliche Visualisierung verzichtete, blieb genauso schwer nachvollziehbar wie seine Theorie einer doppelten Indexikalkette zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die die Sendung seiner Auffassung nach bildete. In Anlehnung an Hayden Whites „Metahistory“ argumentierte ACHIM SAUPE (ZZF Potsdam), dass Geschichte bereits seit dem 19. Jahrhundert im romantischen Modus des historischen Kriminalromans bzw. Thrillers geschrieben werde. Wie der Ermittler gehe auch der Historiker von der Fiktion einer historischen Rekonstruktion aus, wenn auch nicht von einer vollständigen Lösung des jeweiligen Falls. Der Literaturwissenschaftler DAVID OELS (Humboldt-Universität zu Berlin) beschäftigte sich schließlich mit Zeitgeschichte im populären Sachbuch, wobei er die Popularität eines Buches vom Grad seiner Verbreitung abhängig machte. Demnach spiele Zeitgeschichte im populären Sachbuch nicht die erwartete Rolle, zumindest wenn man sich die SPIEGEL-Bestsellerliste anschaue. Anhand der besagten Playmobilinszenierung von Wehlers Gesellschaftsgeschichte demonstrierte Oels außerdem die gängigsten Strategien der Popularisierung durch Zuspitzung, Narrativierung und Personalisierung fachwissenschaftlicher Ergebnisse. Nur ein alter Bekannter wurde in diesem Zusammenhang längst nicht so oft erwähnt wie üblich: Guido Knopp.

Der Zuschnitt der fünften Sektion zum Thema „Zeitgeschichte zwischen Empathie und Emotionen“ erwies sich als problematisch. So beschränkte sich JAN PLAMPER (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin) im Wesentlichen auf die Vorstellung des neuen Forschungsbereichs zur Geschichte der Emotionen am MPI, indem er für eine Historisierung des Emotionskonzeptes plädierte und Perspektiven für eine emotionsbezogene Zeitgeschichte entwickelte. Über Emotionen als Merkmal historischer Darstellungen war damit wenig ausgesagt. Wie ein solcher Ansatz aussehen könnte, deutete WULF KANSTEINER (State University of New York, Binghamton) an, indem er den zweiten Band von Saul Friedländers „Das Dritte Reich und die Juden“ einer genauen narratologischen Analyse unterzog.[6] Er charakterisierte das Buch, das auf der Tagung in aller Munde war, als narrative Simulation der existenziellen Erfahrung der Opfer. Es verweigere sich implizit einer kausalen Erklärung des Holocaust, damit die Fassungslosigkeit beim Leser erhalten bleibe und in politische Sensibilität münde. Eine vergleichbare Semantik der Fassungslosigkeit machte ALEXANDRA PRZYREMBEL (Universität Göttingen) auch in neueren deutschen Untersuchungen zum Holocaust aus, darunter auch in ihrer eigenen Arbeit. Auch in der vorgeblich „kalten“ fachwissenschaftlichen Geschichtsschreibung ließen sich demnach emotionale Narrative nachweisen.

Die Abschlussdiskussion widmete sich noch einmal zusammenfassend der Zukunft der Zeitgeschichte im Medienzeitalter. THEDEL VON WALLMODEN (Wallstein-Verlag, Göttingen) warnte vor allem vor dem dramatischen Verlust an nachweislicher Urheberschaft, fand damit aber nur wenig Gehör. So wandte Christoph Conrad ein, dass man den Urheberrechtsverlust nicht so dramatisieren solle. Hauptsache sei es, dass die Texte gefunden werden, zum Beispiel im Volltextarchiv JSTOR, das einigen Zeitschriften eine ungeahnte Renaissance verschafft habe. Ähnlich optimistisch blickte auch GUDRUN GERSMANN (Deutsches Historisches Institut Paris) in die Zukunft. Für sie sind e-Publikationen und „open access“-Angebote kein Schreckbild, sondern ein Vorteil für weniger privilegierte Wissenschaftsstandorte. In der kollaborativen Arbeit der „intellectual community“ von heute sieht sie zudem die Chance, die inzestuöse Publikationskultur der alten Ordinarienzirkel zu überwinden. CHRISTOPH CORNELISSEN (Universität Kiel) mahnte schließlich zur Gelassenheit. Er könne in den drei Rollen des Zeithistorikers keine dramatischen Sprünge erkennen: Als Forschender arbeite er weiterhin recht konventionell, als Publizist favorisiere er immer noch das Buch, lediglich als öffentlicher Rhetor würde der Zeithistoriker heute stärker hervortreten.

Eine vierte Rolle fehlte jedoch in Cornelißens Aufzählung. Wie die anderen Referenten sprach auch er nicht vom Zeithistoriker als Hochschullehrer. Dabei gehören die Studierenden zu den wichtigsten Adressaten der Zeitgeschichtsschreibung, die die Tagung näher in den Blick nehmen wollte. Die vollkommene Ausklammerung der Lehre mag zwar der Tagungsräson geschuldet sein und entspricht durchaus der weit verbreiteten Tendenz, die als Auflösung des Humboldtschen Ideals einer Einheit von Forschung und Lehre beschrieben wird. Sie passt jedoch gar nicht zu dem Engagement, das das gastgebende Zentrum für Zeithistorische Forschung im Bereich der universitären Lehre zeigt. Auch Ausstellungen wurden nur am Rande der Tagung thematisiert, die sich von der traditionellen Schriftfixierung nicht ganz loslösen konnte. Zeitgeschichte schreiben ist allerdings mehr als nur das Publizieren von Texten, wie SYLVIA PALETSCHEK (Universität Freiburg) zu Recht hervorhob. Dazu zählen auch auditiv-performative Formen, wie nicht zuletzt auch diese Tagung, die mit ihrem kritischen und selbstreflexiven Anspruch dem Selbstverständnis des Faches insgesamt gute Dienste geleistet hat.

Konferenzübersicht:

Einführungsvortrag
Zeitgeschichte schreiben in der Gegenwart
Martin Sabrow (ZZF Potsdam)

Sektion 1: Akademische Zeitgeschichte – Kontinuität und Wandel der Darstellungsformen

Impulsreferate:
Peter Schöttler (CNRS, Paris),
Daniel Fulda (Universität Halle-Wittenberg)
Kommentare:
Christoph Conrad (Universität Genf),
Olaf Blaschke (Universität Trier)
Moderation: Winfried Schulze (LMU München)

Sektion 2: Von der Linearität zur Hypertextualität? Historisches Wissen im Internetzeitalter

Impulsreferat:
Peter Haber (Universität Basel)
Kommentare:
Bernhard Dotzler (Universität Regensburg),
Stefan Jordan (Bayrische Akademie der Wissenschaften, München)
Moderation: Jan-Holger Kirsch (ZZF Potsdam)

Selbstverortung der Zeitgeschichte als Medienexperiment:
Das Projekt Docupedia-Zeitgeschichte (Projektvorstellung)
Jürgen Danyel (Potsdam)

Abendveranstaltung (in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam):
Die RAF zwischen Dramatisierung und Historisierung – Die Bilder der Zeitgeschichte und die Sprache des Films

Filmvorführung und Podiumsgespräch:
Andres Veiel (Berlin) im Gespräch mit Annette Vowinckel (ZZF Potsdam)

Sektion 3: Zeitgeschichte (in) der Mediengesellschaft – Bilder, Texte, Klangwelten

Impulsreferate:
Gerhard Paul (Universität Flensburg), vorgetragen durch Dr. Jan-Holger Kirsch
Knut Hickethier (Universität Hamburg)
Kommentare:
Jens Ruchatz (Universität Erlangen),
Thomas Lindenberger (Ludwig-Boltzmann-Institut, Wien)
Moderation: Christoph Classen (ZZF Potsdam)

Sektion 4: Zeitgeschichte in populären Formaten – Die Logik des Genres
Impulsreferate:
Lorenz Engell (Bauhaus-Universität Weimar),
David Oels (HU Berlin),
Achim Saupe (ZZF Potsdam)
Kommentare:
Reinhold Viehoff (Universität Halle-Wittenberg),
Frank Bösch (Universität Gießen)
Moderation: Sylvia Paletschek (Universität Freiburg)

Sektion 5: Zeitgeschichte zwischen Empathie und Emotionen

Impulsreferate:
Wulf Kansteiner (State University of New York, Binghamton),
Jan Plamper (MPI für Bildungsforschung, Berlin)
Kommentare:
Stefan-Ludwig Hoffmann (ZZF Potsdam),
Alexandra Przyrembel (Universität Göttingen)
Diskussion
Moderation: Katja Stopka (ZZF Potsdam)

Abschlussdiskussion:
Die Zukunft der Zeitgeschichte –
Wissenschaft, Politik und Geschichtsbewusstsein im Medienzeitalter

Podiumsdiskussion mit
Christoph Cornelißen (Universität Kiel),
Gudrun Gersmann (DHI Paris),
Hanna Schissler (Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig) und
Thedel von Wallmoden (Wallstein-Verlag, Göttingen)
Moderation: Jürgen Danyel (Potsdam)

Anmerkungen:
[1] Vgl. hierzu auch Martin Sabrow, Das Unbehagen an der Aufarbeitung. Zur Engführung von Wissenschaft, Moral und Politik in der Zeitgeschichte, in: Thomas Schaarschmidt (Hrsg.) Historisches Erinnern und Gedenken im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2008, S. 11-20.
[2] Siehe bereits <http://www.docupedia.de> (26.03.2009).
[3] Hierfür paradigmatisch: Gerhard Paul (Hrsg.), Das Jahrhundert der Bilder, 2 Bde., Göttingen 2008/09.
[4] Vgl. hierzu auch Thomas Lindenberger, Vergangenes Hören und Sehen. Zeitgeschichte und ihre Herausforderung durch die audiovisuellen Medien, in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 1 (2004), S. 72-85, online unter: <http://www.zeithistorische-forschungen.de/16126041-Lindenberger-1-2004> (26.03.2009).
[5] Dazu mehr auf der Homepage des Senders, auf der man auch testen kann, ob man die simulierten Aufnahmen von historischen Aufzeichnungen unterscheiden kann: <http://www.discoverychannel.co.uk/virtualhistory/_pages/take_the_test.shtml> (26.03.2009).
[6] Saul Friedländer, Die Jahre der Vernichtung. Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945, München 2006.

Zitation
Tagungsbericht: Zeitgeschichte schreiben in der Gegenwart. Narrative – Medien – Adressaten, 20.03.2009 – 21.03.2009 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 21.04.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2580>.